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letzter Beitrag von PilzVogel am

Allgäuurlaub Teil 2

  • Hallo ihr Lieben,


    heute ging es im Allgäuurlaub wieder in die Pilze. Neun Grad, strömender Regen und ab in den Kempter Wald, bei Kempten.
    Nach 2 Stunden und einer übelgelaunten Frau gabs diese Ergebnisse und offene Fragen, Funde alle im Fichtenwald:
    (Leider hatte ich im Wald gar kein Licht zum fotografieren, und jetzt wars so bedeckt das sich ein kleiner rotbrauner Stich in die Fotos eingeschlichen hat)


    1. Fund von Gestern wos noch sonnig war, riesen Flockenhexe (Neoboletus Luridiformis)



    2. jetzt gehts für heute los, Maipilz (Calocybe Gambosa)



    3. rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita Fulva)




    4. Kahler Krempling (Paxillus Involutus)



    5. unbekannt, denke an einen Dickfuß oder Klumpfuß, ist sehr kompakt, Stiel hellbraun und unten verdickte Knolle, oben leicht lila, Lamellen lilagrau, frei und unregelmäßig gezahnt, Hut radial gefasert, sattes schokobrau, Geruch leicht erdig




    6. dachte an einen Schleierling, dicker schmutzigweißer Stiel, Lamellen cremefarben und angewachsen, Hut hellbraun, Geruch minimal süßlich angenehm




    7. ein Stäubling, denke an Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum), Stacheln fallen leicht ab und hinterlassen ein Netzmuster, Geruch typisch Stäubling



    8. ein Trichterling, denke an ockerbrauner Trichterling (Clitocybe gibba), Stiel schlank und hellbraun, Lamellen weiß und herablaufend, Hut hellrotbraun, Geruch leicht nach Mandel




    9. Erdstern, tippe auf kleiner Nesterdstern (Geastrum quadrifidum), Öffnung mit Fasern umrundet, grauer Staubkörper ca 1,5 cm Durchmesser, Stelzen bräunlich und folienartig, nach unten gekrümt, Geruch erdig



    10. unbekannt, Lamellen mit Zwischenlamellen angewachsen, Stiel hellbraun und schief in die Basis ablaufend, Hut Weiß, im jungen Stadium leicht am Rand eingerollt, geruch ausgeprägt pilzig




    11. unbekannt, Stiel faserig, Basis rotbraun nach oben heller werdend, Lamellen mit Zwischenlamellen, frei und weiß, Hut glatt, mittig rotbraun zum Rand hin heller, leicht buckelig, Geruch pilzig




    12. unbekannt, Stiel silbrig glänzend und faserig, Lamellen mit Zwischenlamellen, rosa und leicht brüchig, freistehend mit großem Abstand zum Stiel, Hut radial gefasert, am Rand gerieft, glatt mit kleinem Buckel in der Mitte, verschiedene brauntöne, Geruch nach frischen Gras




    13. unbekannt, langer und schmaler rotbrauner Stiel, Basis verdickt, Lamellen mit Zwischenlamellen, angewachsen mit Burggraben, hellbraun, Hut glatt und hellbraun, Rand gerieft, Geruch nach Zitrusspülmittel




    14. unbekannt, wohl ein Helmling, Stiel weiß und leicht faserig, Lamellen weiß mit Zwischenlamellen, freistehend, Hut buckelig, gleichmäßig braun, glatt mit leichtem Schimmer, Oberflächte wie Samt strukturiert,
    Geruch pilzig



    15. und zum Abschluß unsere erste Koralle, bin bei Ramaria aurea oder flavescens



    Ich hoffe der Einblick in unseren kleinen Fangkorb hat euch so gefallen wie uns, die Vielfalt war wieder toll, optimal für einen Anfänger zum Lernen.
    Über eure Hilfe bei den fehlenden Bestimmungen freu ich mich genau so.

    Liebe Grüße
    Sebastian


    --- kenne die giftigen und ungenießbaren Pilze, den Rest kannst du essen ==Pilz27 ---


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  • Hallo, Sebastian!


    Bei dem vermuteten Maipilz melde ich Zweifel an. Irgendwas stimmt da nicht: Stielform, die bogigen lamellen, der insgesamt sehr regelmäßige Habitus: Das passt alles nicht so recht. Eine vernünftige Alternative kann ich momentan nicht anbieten, ohne Pilz in Hand.


    Pilz 5: Ja, ein Schleierling, Untergattung Phlegmacium (Schleimköpfe, Klumpfüße). Die Art kann ich nicht bestimmen. Bei den vielen hundert Arten der Untergattung gibt es immer zu viele zu ähnliche Arten, die ich nicht kenne.


    Pilz 6: Höchstwahrscheinlich Rhodocybe gemia (Würziger Tellerling).


    Pilz 7: Lycoperdon perlatum passt. :alright:


    Pilz 8: Clitocybe gibba passt. :alright: Neben dem geruch ist da auch auf den kleinen Buckel in der Hutmitte zu achten.


    Pilz 9: Geastrum quadrifidum passt auch. :alright:


    Pilz 10: Wäre auch einer, den man in der Hand haben müsste. Sporenabwurf wäre hilfreich (auch bei Pilz 2), wird vermutlich so ockerlich sein, dann wäre es ein Filzkrempling (Ripartites tricholoma zum Beispiel).


    Pilz 11: Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus).


    Pilz 12: Dachpilz (Gattung: Pluteus). Artbestimmung ohne mikroskopische Merkmale bei diesem Fund unmöglich.


    Pilz 13: Ebenfalls Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus).


    Pilz 14: vermutlich ein Risspilz (Gattung: Inocybe). Die Lamellen sind da oft weißlich bei jungen Pilzen, auch wenn das Sporenpulver dunkelbraun ist. Ebenfalls keine Chance auf eine Artbestimmung ohne Mikrodaten.


    Pilz 15: Ramaria stimmt, zur Artbestimmung siehe Pilz 12 und Pilz 14. und neben etwas Durchhaltevermögen am Mikroskop braucht man auch zwingend den Christan, mit anderer Literatur sind Ramarien nicht zuverlässig bestimmbar.



    LG, Pablo.

  • Pilz 6: Höchstwahrscheinlich Rhodocybe gemia (Würziger Tellerling).


    Hallo Pablo,


    bei Nummer 6 würde ich bei Lyophyllum nachschlagen. Da gibt es schon einige spannende Sachen. R. gemina kenne ich eigentlich ganz gut. Wobei es nicht auszuschließen ist. Bei Nummer 2 könnte es auch in diese Richtung gehen. Schade, dass keine Schnittbilder dabei sind.


    Gruß Ingo

  • Hallo ihr beiden,


    danke für eure Hilfe, hat mich sehr weiter gebracht.
    Ein Mikroskop hab ich im Urlaub leider nicht zur Hand, Schnittbild wäre natürlich besser gewesen, war aber schon spät, und die schon oben gennante übellaunige Frau wollte wieder eine saubere Küche in der Ferienwohnung haben, und da ich bei dem Sauwetter nicht draussen schlafen wollte ...


    Beorn
    Beim Maipilz bin ich mir eigentlich sicher, der Gurkengeruch war überragend, die rötlichen Farbtöne sind nicht real. Würde mich aber auf einen Gegenkandidaten freun, hab leider keinen zur Hand, ziegelroter Risspilz fällt raus.


    Nummer 5 freut mich den Schleierling erkannt zu haben, und Nummer 6 kann ich vom Makroskopischen als würzigen Tellerling gut nachvollziehen, den kannte ich vorher nicht.
    Nummer 10 ist total neu für mich, schmeiß hier aber nach nächtlicher Recherche auch nochmal den Clitocybe Phyllophila in den Ring, da würden alle Merkmale passen.
    Nummer 12 da hät ich die Gattung wissen sollen wegen den rosa Lamellen :haue: , Dachpilze hatte ich ja schon öfter.
    Den Waldfreundrübling hab ich jetzt auch aufm Radar, danke schön und Nummer 14 bleibt wohl offen.



    @ingo
    Die Pilze wuchsen einzeln, schließt das die Raslinge eher aus?


    Danke für eure Mühe die doch lange Liste durchgeschaut zu haben.

    Liebe Grüße
    Sebastian


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  • Hallo.


    Ja, Lyophyllum wäre auch eine Idee für Nummer 6. Daran hatte ich nicht gedacht. :alright:
    Allerdings müsste der ja dann entweder irgendwie verfärben oder komisch riechen (Müsste ja Untergattung Lyophyllum sein). Auch bei Leucopaxillus gibt es noch ähnliche Arten. ich hatte mal Leucopaxillus gentian(e)us in der hand, den ich zunächst auch für Rhodocybe gemina hielt.
    Eventuell kann man auch noch Calocybe auf dem Schirm haben. Da gibt es ja noch solche Sachen wie Calocybe civilis (der wohl auch von manchen Autoren bei Lyophyllum untergebracht ist).
    Ich denke dennoch am ehesten an Rhodocybe gemina (ohne andere Optionen ausschließen zu wollen), hier mal ein Bildchen von recht ähnlichen Fruchtkörpern der Art:

    Ob Rhodocybe oder nicht wäre ja mit einem Sporenabwurf zu klären.


    Pilz 2 ist sicherlich kein Rißpilz.
    Aber es gibt ja noch eine ganze Reihe von Hellsporern und Rosasporern mit hoher Ähnlichkeit. Durchaus auch Arten mit mehlgurkigem Geruch. Aber ich hatte den nicht in der Hand, so kann ich eben nicht mehr als einen Zweifel an der Bestimmung äußern. Eventuell hast du ja auch recht und es ist einfach nur ein sehr untypischer maipilz.


    Nummer 10 ist aus meiner Sicht kein Trichterling, der Lamellenansatz passt so gar nicht dazu.
    Hier mal ein Bild von Clitocybe phyllophila:

    Das sollte keineswegs zu einem Pilz mit ausgebuchtet angewachsenen Lamellen passen.
    Dagegen mal ein Bildchen von Ripartites tricholoma (forma metrodii), eine Form ohne deutlich bewimperten Hutrand:



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    dein Bild mit Ripartitis tricholoma kommt der Nr. 10 tatsächlich näher als mein Vorschlag, paßt sogar sehr genau ;)


    Zu Nr. 2, da ich bei der Bestimmung des Maipilzes noch nicht zu 100% sicher bin ist der natürlich nicht verzehrt worden, deinen Zweifel kann ich nicht abstreiten, hatte den Maipilz erst zwei mal mit PSV Bestätigung, ist halt doch nicht so einfach wie aus dem Buche.

    Liebe Grüße
    Sebastian


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