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letzter Beitrag von Dimitri am

Boletus edulis = Fichtensteinpilz

  • Boletus edulis Bull.
    Gemeiner Steinpilz, Herrenpilz, Fichtensteinpilz, –¦
    Synonyme:
    - Boletus edulis var. arcticus (Vassilikov) Hlavacek
    - Boletus personii Bon
    - Boletus edulis f. citrinus Hlavacek
    - Boletus citrinus A. Venturi
    - Boletus venturii Bon
    - Boletus reticulatus var. citrinus Hlavacek
    - Boletus edulis f. albus (Pers.) J.A. Munoz
    - Boletus betulicola (Vassilkov) Pilat & Dermek
    - Boletus edulis var. betulicola Vassilkov
    - Boletus clavipes (Peck) Pilat & Dermek
    - Boletus edulis var. clavipes Peck
    - Boletus edulis var. arenarius H. Engel, Krieglst. & Dermek
    - Boletus solidus Sowerby



    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: in Form und Farben außerordentlich variabel; Hutoberfläche glatt (gerne aber runzlig oder mit Dellen), bisweilen etwas bereift, nicht samtig oder filzig, bei Feuchtigkeit glänzend; meist in diversen Brauntönen, bisweilen fast schwarz, seltener gelb, weiß oder mit Rottönen, rosa Farben kommen vor allem im Alter bisweilen zum Vorschein, wenn die unter der Huthaut liegende rosaliche Schicht durchscheint; Hutrand oft weißlich, etwas über die Röhren überstehend


    Stiel:Meist bauchig bis keulig, im Alter auch gerne zylindrisch, häufiger dick und stämmig als lang und schlank; meist weißlich oder hell bräunlich, ohne Rottöne, manchmal mit gelblichen Reflexen oder Felcken im Bereich der Stielbasis; mehr oder weniger mit einer feinen bis kräftigen, weißlichen oder selten blass bräunlichen netzzeichnung bedeckt, die selten auch ganz fehlen kann oder sich nur auf einen sehr feinen Teil direkt an der Stielspitze beschränkt


    Röhren: jung weißlich, später über gelblich nach olivgrün umfärbend; Poren gleichfarben; Poren und Röhren bei Verletzung und auf Druck unveränderlich; Poren klein, rund; Röhren leicht vom Hutfleisch abzulösen


    Fleisch: weiß, unter der Huthaut meist mit dünner rosa Schicht, in der Stielbasis bisweilen gelblich gefleckt; fest, brüchig, nicht faserig, im Alter weich, schwammig; Fraßstellen am Stiel dann auch bräunlich verfärbend.
    Geruch mild, nussig –“ süßlich –“ würzig; exakteste Geruchsbeschreibung: nach Steinpilz
    Geschmack nussig und mild und ausgesprochen lecker; exakteste Geschmacksbeschreibung: nach Steinpilz


    Speisewert: hervorragender Speisepilz, auch roh ein Hochgenuss
    Andere Pilzliebhaber (Schnecken, Maden, Mistkäfer, Mäuse usw.) sehen das auch so und naschen bevorzugt an dieser Pilzart


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: weltweit verbreitet und häufig; Mykorrhiza mit Laub- und Nadelbäumen bei enormem Parnerspektrum, am häufigsten Fichte und Buche, aber auch bei Kiefer, Tanne, Eichenarten, Esskastanie, Hainbuche, Haselnuss, Linde, Birke, möglicherweise Pappelarten und Lärchen; Frühsommer bis Spätherbst; bevorzugt auf saueren Boden oder auf übersäuerten Kalkböden


    Verwechslungen: Die anderen Steinpilze (Sektion Boletus) unterscheiden sich wie folgt:
    Der Hut des Kiefernsteinpilzes (Boletus pinophilus) ist einheitlich rot gefärbt, der Stiel bräunlich.
    Der Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) und der Schwarzhütige Steinpilz (Boletus aereus) haben eine matte, filzige oder samtige Hutoberfläche.
    Sämtliche anderen Röhrlinge haben nicht die Merkmalskombination aus jung weißlichen Poren, Stielnetz, weißem Fleisch und völligem Fehlen von Verfärbungen auf Druck und im Schnitt.
    einzig der Gallenröhrling (Tylopilus felleus) ist noch eine weißfleischige Art ohne Verfärbungen mit Stielnetz, unterscheidet sich aber durch eine andere, mehr gummiartige Fleischkonsistenz, dunklere Farben der Netzzeichnung und auch ein meist gröber strukturiertes Netz, unregelmäßiger rundliche Poren, die zudem im Alter rosa werden, die andere Sporenpulverfarbe, eine mehr matte, teils feinfilzige Hutoberfläche oft mit Olivtönen und natürlich seinen bitteren Geschmack.
    Lustigerweise sieht der Wieseltäubling (Russula mustelina) aus der Distanz bisweilen haargenau wie ein Steinpilz aus. Erst aus der Nähe sieht man dann die Lamellen. Ist aber nicht schlimm, der schmeckt fast genauso lecker.
    Andererseits sammelten auch schon Leute irgendwelche diffusen Schleierlinge (Gattung: Cortinarius), meistens Schleimköpfe (Untergattung: Phlegmacium) ein, ohne zu beachten, daß der Unterschied zwischen Röhren und Lamellen beim Pilzesammeln durchaus zu berücksichtigen ist.


    Wissenswertes: Ein enorm variabler Pilz (Chamäleon). Das betrifft Färbungen, Ausprägung des Stielnetzes, Wuchsform und Standorte. Aus diesem Grund wurden auch diverse Wuchs- und Farbformen beschrieben, die nach dem derzeitigen Erkenntnisstand wohl alle zu der selben Art gehören (vgl. auch oben unter Synonyme).
    Dennoch sollten einige Formen beachtet werden:
    - forma citrinus mit zitronengelbem Hut
    - forma albus mit reinweißem Hut (auch im Alter und ohne Laubbedeckung)
    - forma betulicola mit einheitlich hell kaffebraunem Hut, bräunlichem Stiel mit schwach ausgeprägter Netzzeichnung und schlankem Wuchs, bei Birken.
    - Boletus edulis var. pusteriensis soll sich vor allem durch schon von anfang an gelbe Röhren unterscheiden, die zudem leicht blauen. Bisher kaum bekannt (Italien), ITS - Sequenz soll wohl der von Boletus edulis s.str. entsprechen, aber mit zwei abweichenden, harten Merkmalen wären a weitere Prüfungen wünschenswert.



    Bilder:











    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus pinophilus = Kiefernsteinpilz<
    >Boletus aestivalis = Sommersteinpilz<
    >Boletus aereus = Schwarzhütiger Steinpilz<
    >Boletus regius = Königsröhrling<
    >Boletus subappendiculatus = Nadelwald - Anhängselröhrling<
    >Boletus calopus = Schönfußröhrling<
    >Boletus satanas = Satansröhrling<
    >Tylopilus felleus = Gallenröhrling<
    >Xerocomus subtomentosus = Ziegenlippe<
    >Leccinum scabrum = Birkenpilz<
    >Russula mustelina = Wieseltäubling<


    Weitere Links:
    >Steinpilz vs Gallenröhrling<
    >Ganz viele, tolle Bilder<

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