Beiträge von Oehrling

    Die Pilze auf den ersten beiden Fotos halte ich für Boletus legaliae (Legals Satansröhrling), eine an sich sehr seltene Art, die aber in der Würzburger Gegend gar nicht so selten ist und immer mal wieder gefunden wird. Der Pilz auf den drei anderen Fotos ist für mich nicht benennbar.


    Boletus legaliae würde ich festmachen wollen an:
    - dem kalkweißen Hut des jüngsten Exemplares
    - der nur kaum/nicht vorhandenen Stielnetzzeichnung
    - den deutlich sichtbaren Orangetönen am Stiel
    - der im Schnittbild fehlenden roten Linie über den Röhren


    In der Würzburger Gegend muss man jeden gefundenen Röhrling einzeln bestimmen, da dort extrem viele Arten, darunter auch seltene, munter durcheinanderwachsen. Es muss daher nicht sein, dass alle drei zur selben Art gehören.


    Ich möchte ausserdem an zwei, drei andere in diesem Thread appelieren, ... gemeinsam Unterschiede zu finden und auf einen Nenner zu kommen.


    Ich gebe dir Recht, dass dies im Prinzip ein gutes Verfahren ist, per Diskussion Frieden zu schaffen. Leider gibt es aber keinen "gemeinsamen Nenner" bei zwei verschiedenen Meinungen über die richtige Pilzart, das liegt in der Natur der Sache.


    Recht hast du außerdem mit dem Appell, solche Diskussionen sachorientiert zu führen und sie nicht zu einem Hahnenkampf ausarten zu lassen. Es hat jeder ein Recht auf eigene Meinung, und sei sie noch so falsch. Wenn man erkennt, dass der Andere in einer Diskussion den eigenen Argumenten nicht folgen will, dann ist es halt so und die Diskussion im Prinzip beendet.

    Die Heringstäublinge (Viridantinae) können farblich sehr viel: hellrot, fleischrot, weinrot, rotbraun, lederbraun, sogar olivgrün und orange - aber dunkelblau haben sie nicht im Angebot. Das hier ist etwas aus der Gegend um R. grisea (Griseinae), oder vielleicht wieder mal ein Frauentäubling.


    am liebsten würde ich die reste irgendwem schicken, der unterm mikroskop sicherheit bringt. aber geht das überhaupt nach dem zerschnippeln noch? und wer kann sowas?


    Seid mir nicht böse, aber für mich stellt sich der Fall wie folgt dar:
    Es wird ein Röhrling gefunden, der vom Aussehen her ein Steini oder vielleicht auch ein Galli sein könnte. Daraufhin wird korrekt reingebissen und ein milder, unbitterer Geschmack festgestellt. Zusätzlich weist euch ein Super-Pilzkenner anhand vertrauenswürdiger Bildquellen einwandfrei nach, dass es ein Sommersteinpilz ist. Was es da jetzt noch zu diskutieren und mikroskopisch nachzubestimmen gibt, erschließt sich mir nicht. Man könnte ja auch mal akzeptieren, dass Sommersteini eben so aussehen können.


    Aber trotzdem zu den beiden Fragen: Frage 1: Klar geht das. Wenn man einen Pilz mikroskopiert, muss man ihn doch wohl vorher zerschnippeln? Da der Pilz sicher noch nicht abgesport hat, sollte an dem Schnippelstück zumindest ein bisschen Huthaut dran sein. Und Frage 2: wer das kann? - na, Jürgen! Ich kann mir nur nicht recht vorstellen, dass er einen Sinn darin sieht.[hr]


    Weiß jemand, ob die Röhren junger Gallis auch schon im Jugendalter rosa verfärben?


    Also, ich persönlich sehe den leichten Rosastich in den Röhren junger Galli. Ich kann mir aber vorstellen, dass Leute mit einer Rot-Grün-Schwäche und/oder reichlich Übung ihn nicht sehen.

    Ich staune immer wieder, wie viel Pilze es gerade in anderen Ecken Deutschlands gibt, einfach nicht zu fassen! Großer Neid!
    Der Champignon riecht nicht nur wie ein "Zuchtchampignon" (Agaricus bisporus), er sieht m. E. auch so aus und ist es wahrscheinlich auch. Die beiden Täublinge: der rothütige ziemlich sicher der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca), der dunkelblaue aufgrund der deutlich sichtbaren gelbbraunen Flecken in der Hutmitte wahrscheinlich der Blaue Reiftäubling (Russula parazurea).


    Das ist jetzt die Frage, bräunt der aufgrund der Bodenverhältnisse oder ist das ein Merkmal des Pilzes. Dann könnte das ja, wie Harzpilzchen angemerkt hat, auch ein Heringstäubling sein. Der roch aber in keinster Weise fischig. Wie könnte man die Stielbasis aber dann bewerten?


    Zunächst muss man Bräunen als Verwesungsmerkmal vom Bräunen als artkennzeichnendes Merkmal unterscheiden, was im Feld wohl nicht immer einfach ist. Dann sollte man auch noch wissen, dass es eine Vielzahl von Täublingen gibt, die braune Flecken am Stiel haben können: Heringe, Speisetäublinge, Lederstieltäubling, Honigtäubling, etliche Tenellae-Arten usw.

    Meine Frage wäre: hätte dies überhaupt einen Erkenntniswert, wenn es tatsächlich gelänge, hier die Art herauszubekommen? Die in den Pilzbüchern vorhandenen Beschreibungen, im Idealfall auch die Fotos, beziehen sich doch bei Cortinarien immer auf zumindest einigermaßen junge Exemplare. An einem solchen Exemplar kann man doch mit rein makroskopischen Methoden gar nichts über die Art lernen. Du bekommst mit viel Mühe heraus, dass das C. saniosus ist. Erkennst du dann einen jungen, frischen C. saniosus besser, wenn du ihn später findest?

    Man sollte beim Bestimmen von Netzstieligen HR die Huthautfarbe nicht überbewerten, da sie äußerst variabel ist: olivbraun, ausgeblasst ledergelb, goldgelb, mitunter gegen den Rand hin ziegelorange, sogar kastanienbraun und rosa habe ich schon gesehen. Auf gewissen Großfriedhöfen mit Buchen/Eichen/Lindenbestand kann man, wenn die Zeit und die Witterung passt, am gleichen Tag Hunderte von Fruchtkörpern finden und die exorbitante Farbvariabilität dieses Pilzes wunderbar im Feld studieren.
    Eines ist aber immer vorhanden, egal welche Hutfarbe der Pilz hat und wie die Netzzeichnung aussieht: der rötliche Röhrenboden, erkennbar nach Durchschneiden als rote Linie über der Röhrenschicht. Das hat kein Flocki, kein Glattstieliger, kein Satan und auch kein Satansverwandter.

    Da der Thread ja "Bestimmungshilfe..." heißt, möchte ich mal so rum fragen Andre:
    Wie würdest du nun vorgehen, um herauszufinden, ob das jetzt R. vinosobrunnea, alutacea, brunneoviolacea, cyanoxantha oder, oder, oder ist? Diese Namen sind im Rennen, bestimmt kommen noch welche dazu.

    Viel Spaß im Forum, Tuber. Meine Eltern wohnen in Darmstadt, ich fahre da öfters hin. Wir könnten uns im Herbst mal verabreden. Erst zu den Lilien, danach in den Wald nebendran.

    Auf die Gefahr, dass ich mich in die Nesseln setze: Die beiden kleinen sind unter der derzeit gegebenen Faktenlage für mich eher Frauentäublinge als die beiden größeren auf den letzten zwei Bildern. Aber vielleicht kommen ja noch Informationen nach.
    Das wird auf jeden Fall spannend.


    Edit: man könnte es sich jetzt einfach machen und auf die Stielrinde Eisensulfat reiben - dann hätten wir in drei Minuten eine zufriedenstellende Lösung.

    Ja, die deutschen Pilznamen, da bin ich kein großer Experte. Ich meinte Rickenella swartzii, mittlerweile habe ich entdeckt, dass der Violettstieliger Heftelnabeling heißt. Obwohl er in meinen bescheidenen Augen einfach nur grau ist.

    Nr. 2, 3, 5 und 6 würde ich bestätigen.
    Zu Nr. 1 fällt mir nichts ein.
    Und Nr. 4 sollte etwas viel Besseres als Amanita fulva sein: entweder Amanita ceciliae, Amanita eliae oder gar Amanita beckeri. Genaueres zu sagen traue ich mir nicht zu, da ich die wahre Hutfärbung nicht abschätzen kann.

    Ich muss dieses Jahr noch mehr auf A. silvicola achten. Das war für mich bisher ein "Phantom", d. h. ein Buchpilz mit keiner Entsprechung in der Realität. Bzw. ich habe bisher gemeint, das wäre das Gleiche wie A. essettei. Bisher habe ich A. arvensis von den beiden auch immer durch die Stielbeschuppung (und den Wuchs auf freien Stellen) abgetrennt, mal sehen, ob man das wirklich so machen darf.


    Für mich ist A. essettei derjenige, der einen dünnen glatten Stiel mit abrupt verbreiterter Knolle hat, in der Jugend mit ausgesprochen konischem, blass grüngelb wie ein Gelber Knolli gefärbtem Hut, der im gefüllten Pilzkorb chromgelbe Streifen bekommt, sehr gern mitten im Wald in tiefem Laubmull wachsend und fast immer vermadet. Kurz: der auf deinem letzten Foto.


    Letztes Jahr fand ich allerdings eine Kollektion ebenfalls dünn- und glattstieliger, knolliger, leicht nach Anis riechender Pilze, die aber überhaupt nicht Chromgelb färben wollten, und deren Hutfarbe reinweiß ohne jeden Grüngelb-Ton war. Das könnte dann A. silvicola gewesen sein. Vielleicht kommt der mir dieses Jahr noch einmal unter.