Beiträge von Ingo W

    Hallo Daniela!


    Was gefällt dir denn am Haus-Tintling (C. domesticus) mit seinem typischen Ozonium, das auch auf deinem Bild scheinbar zu sehen ist, nicht?
    Glimmer-Tintling (C. micaceus) und Weiden-Tintling (C. truncorum) sind büschelig wachsende Arten, welche in der Regel auf dickem Holz, z.B. Baumbasis, Stümpfe, unterirdische Wurzeln wachsen.
    Der Haus-Tintling entgegen wächst mehr in kleiner Anzahl auf Ästen oder seltener auch liegenden, morschen Stämmen.


    Hat denn der große Holz-Tintling, was immer das auch sein mag, und der Überzuckerte Tintling (Coprinus saccharinus) = ebenfalls büschelig wachsend, auch ein Ozonium?
    Oder ist der goldige Pelz am Holz etwas dir Bekanntes in deinem Aquarium?


    VG Ingo W

    Hallo zusammen!

    Zitat


    Lass ihn dir schmecken


    Prinzipiell würde ich bei Bildbestimmung generell nicht zum Verspeisen aufrufen.
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich bis zum Lesen der Meinungen nicht an Agrocybe gedacht habe.
    Von oben dachte ich erst an Fälbling wegen des komisch weißen eingewachsenen "Reifes". Wenn ich die faserige Stielspitze so anschaue, würde mir wieder ein Risspilz ganz gut gefallen, aber irgendwie passt beides nicht zusammen und die Lamellen verraten mir nicht wirklich, wohin es zielt.
    Entoloma (Rötling) und Risspilz (Inocybe) sind Gattungen, die Mykorrhiza bilden, insofern wäre ein "Zersetzer" der Beschreibung natürlich logischer.


    Spannender Pilz, bei dem mir nichts ordentliches einfällt. Ich würde sagen, erst mal aussporen lassen!
    Schade, schon wieder ein Pilz, der nach nichts riecht!


    Sind die dunkleren Stellen auf dem Hut Druckstellen? Lässt sich das provozieren, z.B. mit dem Fingernagel?
    Mein unsicherer Arbeitsname wäre Hebeloma (Fälbling), ich glaube aber, um weiter zu kommen, muss das Mikro zu Rate gezogen werden.


    VG Ingo W

    Hallo Daniela!


    Wenn der "struppige goldige Pelz" am Holz in der Basisnähe des Pilzes nicht gerade eine von dir angesiedelte Pflanze ist, dürfte es sich um ein sogenanntes Ozonium handeln, das dann wahrscheinlich zu Coprinus domesticus (Haus-Tintling) gehört.
    Im Laufe dieser Bilderserie ist ein recht gutes, vergleichbares Bild der Art:
    http://www.pilzfinder-solling.de/pilze-april/


    Inwieweit das für eine Schildkröte giftig sein kann, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Eigentlich glaube ich, dass Tiere sehr gut wissen, was sie verspeisen können und was nicht.


    VG Ingo W

    Hallo Lothar!


    Wenn du dir beim Substrat sicher bist und es nicht aus Versehen Silberweide (mit ähnlich schorfiger Rinde) ist, würde ich Phellinus tremulae (Espen-Feuerschwamm) in Betracht ziehen, dessen Vorkommen dürfte nicht nur auf Espe beschränkt sein, sondern er scheint auch andere Pappelarten zu befallen.


    Allerdings erkenne ich diese Art anhand der gezeigten Wuchsweise eher nicht, die erinnert mich, genau wie Harry, mehr an den Komplex um Phellinus igniarius (Gemeiner Feuerschwamm).


    VG Ingo W

    Hallo Wilfried!


    Sieht aus wie ausgeblasster Gymnopus ocior (Gelbblättriger Rübling). Da bleibt bei Trockenheit so ein eigenartiges Schwachrosa-Ocker auf dem Hut übrig.
    Wächst genau zu dieser Zeit auf grasigen Stellen, gern etwas mehr büschelig, vom Habitat mehr in etwas nicht so 100%-ig gepflegten Gärten bei Sträuchern, wahrscheinlich spielen kleine Holzstückchen (Schredder, Kompost usw.) als Untergrund eine ziemliche Rolle .
    Gelbliche Lamellen hat er nur im Optimalfall, wenn auch der Hut noch schön braun ist.


    Ich kann die Art Jahr für Jahr in meinem Garten beobachten, habe aber bisher das Fotomachen versäumt.
    Im Netz habe ich den Beitrag gefunden, der zeigt, wie ich das mit dem Ausblassen meine:
    http://www.pilzepilze.de/cgi-b…05.pl?noframes;read=78963


    Falls dein Fund frisch nicht braun war, dann gäbe es neben dem Vorschlag G. dryophilus (Waldfreundrübling) auch noch Gymnopus aquosus (Hellhütiger Waldfreundrübling). Den erkenne ich aber mit den dargestellten Farben eher nicht auf deinem Foto.


    VG Ingo W

    Hallo Uwe!


    Gerade die rotbraune Oberseite ist nicht untypisch. Blassere oder andere Farben hat man dann bei älteren Fruchtkörpern oder auch anderen Arten in der Gattung.


    VG Ingo W

    Hallo Gerhard!


    Also die älteren Hüte sollten eigentlich schon aussporen. Du deckst aber schon was über den Pilz, damit er nicht austrocknet und sich wohl fühlt?
    Übrigens ist ein durchsichtiger Untergrund (Glasscheibe oder durchsichtiger Plastebeutel) geeignet, um später die Farbe richtig einschätzen zu können.


    VG Ingo W

    Hallo Gerhard!


    Den wirst du so auch nicht eindeutig bestimmen.
    Könnte theoretisch auch eine von vielen Pezizen sein, z.B. wäre sogar P. vesiculosa (Blasiger Becherling) auf Holzhäcksel nicht abwegig, wenngleich der oft in größerer Anzahl auftritt.


    VG Ingo W

    Hallo Gerhard!


    Ist wirklich ein recht sonderbares Pilzlein. Jetzt bekommt er auch noch lange Stiele!
    Also schöne schmale Lamellen und einen fleischigen Hut hat er ja.
    Ich selbst bleibe aber trotzdem mal lieber vorsichtig und finde Björns Antwort genial, Leucopaxillus wäre vielleicht gar nicht so abwegig, Rhodocybe oder eine andere Calocybe ist auch noch möglich.
    Ist es nicht traurig, dass man sich nicht mal mehr traut, einen schnöden Maipilz sicher zu bestimmen?
    Naja gut, aber ich finde ihn nach wie vor nicht typisch und diesbezügliche Vorsicht hat noch niemanden geschadet.


    VG Ingo W

    Hallo Joachim!


    Bei den Grünblättrigen Schwefelköpfen (H. fascicularis) ist diese gewisse Grün-Gelb-Neon-Tönung der Stielspitze und das Grüngrau in den Lamellen meist schwer im Bild festzuhalten.
    Besonders das 2. Bild der Art zeigt aber genug, um mich nicht an der Bestimmung H.fasc. zweifeln zu lassen.


    Beim krustigen Pilz müsste man wenigstens vor Ort klären wie die Konsistenz des Fruchtkörpers ist. Hart oder weich oder bröselig oder eher gelatinös. Eingetrockneter Schleimpilz oder ein Rindenpilz?
    Sicherlich interessant, aber wenn nicht gerade ein absoluter Rindenpilz-Profi (der aber sicher auch mehr Infos einfordern würde) hier vorbeischaut, müsste man sich wohl mit Mikroskop versuchen durchzubeißen.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Hübsches Beispiel, wie schwierig Bestimmung per Bild sein kann.
    Wäre schon interessant, wessen Meinung der Wahrheit nahe kommt.
    Selbst könnte ich mich auch nicht festlegen, schließe zwar den Maipilz nicht vollkommen aus, aber fremd kommt mir das irgendwie schon vor.
    Aussporen lassen wäre schon mal gut, einen Fruchtkörper der Länge nach durchschneiden sicherlich auch. Maipilze sind ja extrem fleischig mit schmalen Lamellen, so sehen die abgelichteten nicht unbedingt aus.


    Übrigens, wer sogar bei einem angekratzten Maipilz geruchsmäßig nicht Gurke/ Mehl wahrnimmt, der kann seine Nase wirklich beinahe vergessen.


    VG Ingo W

    Hi Yosh!


    Dumm, dass uns beim Rötling das Substrat Weißdorn auch nicht besonders weiter hilft, denn auch E. clypeatum (Schild-Rötling) wächst bei Rosengewächsen (Schlehe, Weißdorn, Pflaume, Kirsche usw.).
    Glück hättest du, wenn dir bei einem Fruchtkörperschnitt rötende Fraßstellen auffielen, das macht wohl nur E. saepium.


    Beim Becherling stört mich für P. arvernensis (Buchenwald-Becherling) dieses gesellige Wachstum. An Verletzung eventuell austretende gelbe Milch ist dir wohl nicht aufgefallen?


    VG Ingo W

    Hi Yosh!


    Zum ersten habe ich keinen Plan, Ps. spadiceogrisea erkenne ich aber darin auch nicht.
    Nr. 2 ist schon ein Rötling (Entoloma), mir würde Entoloma saepium (Schlehen-Rötling) dazu einfallen, sicher bin ich aber nicht. Scheint bei Crataegus (Weißdorn) gewachsen zu sein (Blätter 3. Bild rechts)?
    Nr. 3 vielleicht Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling), aber wie Sven schon sagt, Mikroskop müsste man wohl noch zuziehen.


    VG Ingo W

    Hallo Stummy!


    Wäre es ein Rätselpilz würde ich sofort ebenfalls sagen, dass es Merulius tremellosus (Gallertfleischiger Fältling) ist.
    Da du dich aber weder an die Konsistenz noch an das Substrat oder die Fundumstände erinnerst, muss man sich wohl keine weiterführenden Gedanken machen.


    VG Ingo W

    Hallo Branfix!


    Wirklich komisches Gebilde!
    Manchmal kommen morcheloide Bildungsabweichungen bei der Pilzfruchtkörperentwicklung vor, auf so was ähnliches würde ich tippen:
    http://www.pilzfotopage.de/Forum3/viewtopic.php?f=34&t=3354
    http://www.das-naturforum.eu/forum/attachment.php?aid=2599
    Könnte auch das Ergebnis eines Fremdbefalls sein, z.B. der Rüblingsgalle (allerdings ist ja bei deinem kein Überbleibsel eines normalen Fruchtkörpers mehr vorhanden):
    http://home.fotocommunity.de/f…ex.php?id=6820&d=24218141
    Hier auch noch sowas ähnliches:
    http://www.kampfwanderer.ch/pi…bdir=/Nichtblaetterpilze/


    VG Ingo W

    Hallo Jürgen!


    Scutellinia (Schildborstling) kann zwar sein, aber es ist nicht so, dass nicht auch andere Gattungen in Frage kämen. Ich fände z.B. aufgrund des Fundortes Melastiza (Kurzhaar-Borstling), vielleicht chateri, auch nicht schlecht.
    Hätte der Fundort was mit einer Brandstelle zu tun, käme auch noch Anthracobia (Brandstellenbecherling) ins Spiel.


    VG Ingo W

    Hallo Ralf!


    Ich denke, den muss man bei coprophilen Kahlköpfen (Psilocybe) suchen, vielleicht ist es Psilocybe coprophila (Mist-Kahlkopf)?


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Ich will das nicht unnötig in die Länge ziehen, und wie gesagt, maße ich mir trotzdem an, meinen Standpunkt zur Namensvergabe einfließen zu lassen, indem ich eben den Namen wähle, den ich auch (gattungsmäßig) nachvollziehen kann, ich muss dazu nicht Chuck Norris heißen.
    Oft lasse ich mich von der Baral-DVD beeinflussen, denn das dort über viele Jahre lang erworbene Wissen und der Standpunkt dazu sind für mich oft sehr überzeugend.
    Ich verstehe dich, dass man bei einer Veröffentlichung eine Linie bei der Namensnennung haben muss und eine Möglichkeit dazu eben das Index Fungorum sein kann.


    Andererseits hat es auch recht lange gedauert und ist immer noch nicht völlig überwunden, den Gattungsnamen Dasyscyphus für alle größeren (manchmal auch kleinere) haarige Becherlinge nicht mehr zu verwenden.


    Zitat


    d.h. wir müssen uns damit auch nicht auseinandersetzen, welcher Name richtig oder falsch ist.


    Ja, "richtig oder falsch" oder vielleicht besser "aktuell gültig oder synonym" ist vielleicht auch mehr was für Taxonomen. Mir kommt es mehr darauf an, einen Pilz richtig zu bestimmen, egal, ob der anzuwendende Name noch richtig oder vielleicht noch nicht richtig oder schon falsch ist. Der eine sagt halt Trichopezizella nidulus (Nestförmige Trichopezizella), der andere plädiert für Lasiobelonium nidulum.
    Ich denke, wer sich mit den Arten beschäftigt, kann beides verstehen, zusätzlich erwähne ich aber zur Sicherheit in der Regel auch den momentan gültigen Namen (soweit ich mir darüber im Klaren geworden bin), wenn ich einen Pilz, z.B. auf meiner Seite, versuche zu bechreiben.


    VG Ingo W[hr]
    Hallo Melanie!


    Viele Pyrenopezizen (Einsenkbecherchen) sehen sich recht ähnlich und prahlen nicht gerade mit makroskopisch auffälligen Merkmalen.
    Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass dein Becher auf den Namen Pyrenpeziza rubi (Rubus-Einsenkbecherchen) hört aufgrund des Substrates für sehr hoch. Makroskopisch spricht erst mal nichts dagegen, denn jung sind deren Scheiben fast schwarz. Mit dem bloßen Auge ist man jetzt bestimmungstechnisch schon beinahe am Ende, außer du hast auch schon ältere Becher. Den möglichen Farbwechsel kannst du hier mal anschauen, finde ich persönlich recht typisch.
    http://asco-sonneberg.de/pages…f-100805-01xs-col9391.php


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Der Punkt ist ein anderer: es liegt zum Teil nicht an Paul Kirk oder den anderen Betreibern solcher äußerst hilfreichen Datenbanken, sondern oft daran, dass z.T. einfach noch keine gültigen Umkombinationen stattgefunden haben bzw. diese noch nicht vom Großteil akzeptiert werden.


    Ich verstehe deinen Standpunkt wirklich, weiß auch um den Frust, der entsteht, wenn jeder für den gleichen Pilz einen anderen Namen benutzt, ob nun im deutschen oder im wissenschaftlichen.


    Auf der anderen Seite hat aber auch jeder Mykologe eine eigene Meinung, und die zu vertreten, maße ich mir einfach an. Warum soll ich Namen für Pilze verwenden, von denen ich nicht überzeugt bin? Es ist ja nicht so, dass ich mir die ausdenke, sondern die von mir verwendeten existieren (meistens) in der Regel schon als aufgeführtes Synonym. Ich folge also lediglich einer anderen Auffassung.
    Das ist jetzt so ähnlich, als wenn du der Meinung bist, dass Hymenochaete tabacina (Tabakbraune Borstenscheibe) durchaus weiter so heißen soll und du nicht mitmachst bei Pseudochaete.
    Oder nehmen wir die allgemein akzeptierte Aufdröselung der Gattung Collybia (Rüblinge) oder neuerdings Coprinus (Tintlinge).


    Um konkret zu werden:

    Zitat


    1. Man geht nach aktuellen Namen (siehe auch Lachnum bicolor, nicht Capitotricha b.) und belässt es so.


    Wer bestimmt, was aktuell ist? In diesem Fall wird sich Capitotricha durchsetzen, dauert vielleicht noch ein wenig. Ich bin also lediglich der Zeit etwas vorraus.


    Zitat


    2. Wenn einem etwas auffällt, dass etwas vielleicht nicht korrekt ist oder sein kann, wie in diesem Fall (Hyalopeziza vs Olla), dann musst du Paul Kirk anschreiben und ihn darauf hinweisen, dass aus Hyalopeziza millepunctata eben Olla millepunctata als gültiger Name eingetragen werden soll.


    Ich bin wie du interessierter Amateur, und mit der Zeit hat man zu gewissen Sachverhalten eine eigene Meinung oder schätzt ein, wen man in der Meinung folgt oder wen man bei speziellen Themen für kompetent hält. Die Freiheit nehme ich mir und im Gegenzug muss ich genauso akzeptieren, dass jemand für den Scheidenstreifling den Gattungsnamen Amanitopsis gebraucht, obwohl sich das nicht durchgesetzt hat.


    Im konkreten Beispiel, das zeigen soll, dass auch andere verschiedene Meinungen haben, könnten wir z.B. feststellen, dass du bei Olla/Hyalopeziza millepunctata dem Index Fungorum folgst
    http://www.speciesfungorum.org…ecies.asp?RecordID=315277
    "Current Name:
    Hyalopeziza millepunctata (Lib.) Raitv."


    und ich der mycobank:
    http://www.mycobank.org/BioloM…0067&Rec=50841&Fields=All
    This name is a synonym of Olla millepunctata (Libert) Svrcek 1986 [Legitimate; MB131039]


    Und wer bestimmt jetzt, was richtiger ist?
    Aber auch ohne dieses für mich recht günstige Beispiel würde ich z.B. den Gattungsnamen Tapesia nicht mehr verwenden (weil die Subikulumhyphen als Unterscheidung zu Mollisia nicht taugen), bloß weil es noch so in den Datenbanken steht. Der Name stirbt aus, nur eine Frage der Zeit.


    VG Ingo W

    Hi Melanie!


    Den 3. im Bunde findet man auf Buchenästchen oder -cupulen, oft in der Humusschicht. Alle 3 Capitotrichas sehen makroskopisch gleich aus, aber die Sporengrößen und z.T. das Substrat sind verschieden.


    Was Capitotricha fagiseda (also die an den Cupulen) für genaue Ansprüche hat, verstehe ich selbst nicht. Einmal hat man eine Örtlichkeit, wo er öfter zu finden ist und anderswo ist er einfach nicht aufzuspüren.
    Ist übrigens lustig, dass zwar die großsporige der drei, also C. fagiseda, als Capitotricha aktuell gültig ist, ihre Schwesterchen (die bekanntesten sind ja rubi und bicolor) aber in den Datenbanken noch als Lachnum rumgeistern.


    VG Ingo W