Beiträge von Ingo W

    Hallo Pablo!



    Ich wollte schon mal ein Preisgeld aussetzen für den, der mir in Deutschland oder östlich davon noch Hymenoscyphus albidus bringt.
    Wäre mir locker 10 Chips wert, schafft aber keiner, so weit bin ich da mit mir einig.
    Falls aber jemand mal Urlaub in Spanien/Portugal macht und den Eschenblattbewohner ohne Haken findet, spende ich alle Chips über Hundert, die ich habe.


    Zitat


    Aber du hast wohl recht, Ingo: Die sind nur einfach blöd zu ehen. Besonders an vollreifen Fruchtkörpern.
    Vielliecht kann man es hier etwas nachvollziehen; Haken = + :


    Ist leider kein Haken und zählt nicht als Beweis: ein Haken kommt immer von oben (also von der zuletzt gebauten neuesten Zelle) und geht nach unten, denn das ist die Folge eines duplizierten Zellkerns, der in die Ausgangszelle zurückwandert, aber eben außenrum.
    Guckst du grüne Pfeile!
    http://asco-sonneberg.de/pages…?group_id=3941&position=7


    Das, was man bei dir oben-bepfeilt sieht, ist ein junger Ascus.
    Aber links im Bild haben wir zumindest schon mal einen recht schönen Hakenfuß (also basal2 Anschlussstellen).

    Das gibt 85% für Haken+.


    Alles andere wäre mir noch zu unsicher.
    Ausgerechnet bei deinem eingekästelten Baby-Ascus sieht man am Basis-Septum keinen Haken (wahrscheinlich auf der Rückseite).


    Such mal weiter nach Baby-Asci, da sind die Haken meist gut zu sehen.
    An reifen oder fast ausgewachsenen Asci, besonders bei den basal dünnstielig endenden Hymenoscyphen-Arten ist das schier unmöglich, Haken genau zu beurteilen.
    Ist übrigens auch der Grund für viele Missverständnisse.


    VG Ingo W


    Edit:
    Diesbezüglich kann ich auch noch ergänzen, dass auf deinen Mikrobildern der "Porustyp Hymenoscyphus" gut zu sehen ist, nämlich, wenn die blauangefärbten "Striche" nicht bis nach ganz oben reichen.

    Zitat

    Ich finde es spannend mit den Missbildungen.VG : Thorben


    Hallo Thorben!


    Missbidungen sind auch ein spannendes Thema.
    Durch Widrigkeiten kann so einiges in Pilzen passieren. Nicht selten wurden z.B. apikal oder subapikal aufgeblasene Paraphysen
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=26111&position=24


    oder Paraphysen mit Verzweigung
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=26111&position=24


    oder ähnliches wie Nasen oder Auswüchse als Merkmal aufgeführt für eine Art, obwohl das nicht zutrifft:
    http://asco-sonneberg.de/pages…140503-mcol-01jj37492.php


    Natürlich gibt es auch Pilzarten, bei denen Bauteile so aussehen und wo das dann als Merkmal zu werten ist.
    Aber obig aufgeführte Beispiele sind alles Blender.


    Achso, ich missbrauche gerade das Thema hier. Aber 2 Beispiele noch für falsche Farben.
    Der Tintlings-Spezi Hans Bender schickte mir vor Jahren mal sowas:
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=32671&position=26


    Und am Wochenende hatte ich sowas (vorne rechts ist die Normalfarbe):
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=9091&position=34


    Hatte ich schon mal Pilze erwähnt, die sich der Fruchtschicht von anderen vergehenden Pilzarten bedienen und die für sich umstrukturieren?
    Das ist (als Beispiel mal gesagt), ein Weichbecherchen mit etwas löchriger Scheibe vielleicht, innendrin sind die spezifischen Paraphysen, vielleicht noch mit lichtbrechendem Inhalt, auch die Haare passen, bloß in der alten Fruchtschicht stehen jetzt plötzllich falsche Asci mit falschen Sporen.


    Da kann man schnell Arten beschreiben, die es gar nicht gibt, wenn man die Zusammenhänge nicht erkennt.


    Viele Grüße
    Ingo W

    Mollisia revincta (P. Karst.) Rehm 1896
    Pyrenopeziza revincta
    (P. Karst.) Gremmen 1958
    Zerbrechliches Kräuter-Weichbecherchen


    Bei Mollisia revincta handelt es sich m.E. um einen Komplex. So, wie die Art momentan verstanden wird, wächst sie an allerhand Krautstängeln, z.B. von Mädesüß, Weidenröschen oder auch Brombeere.
    Allerdings sieht sie je nach Pflanze oft ein kleinwenig unterschiedlich anders. So gibt es kleine Unterschiede in Sporenlängen, KOH-Reaktion der Paraphyseninhalte und im Sporeninhalt.


    Auf Epilobium (Weidenröschen) z.B. wächst eine revincta, die von Grau doch allzuoft ins Weiß ausblasst und dabei an geschädigten Stellen allmählich fuchsbraun verfärbt. Sie hat ordentlich sichtbaren Inhalt in den Sporenpolen und die Paraphysen-Vakuolen reagieren mit KOH gelb, meist nicht sehr kräftig, aber doch gut sichtbar.


    Mikros:



    Dass man den Becher, sollte das Substrat bekannt sein, schon auch makroskopisch eingrenzen kann, weil er sich relativ gleich verhält, soll eine Aufsammlung von 2011 zeigen:
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=21751&position=99


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat

    Schon die beiden Sporenfotos könnte man getrost zwei Arten zuordnen.....


    Ich denke auch, man müsste prüfen, was ist jetzt Ornament und was ist vielleicht tropfiger Sporeninhalt.
    Denke, da sollte man beim Fokussieren drauf achtgeben.
    Das größerblasige könnte doch auch Inhalt sein, oder? Ist ja nicht blau, auch, wenn Farbe im Spiel ist. Das merkt man aber, wenn man sich durch die Ebenen fokussiert.


    Zum Thema Haarwucherung: solche Proliferationen entstehen tatsächlich meist aus einer Schädigung heraus.
    Oft sind solche Apos mal ordentlich trockengefallen oder sonstwie in Mitleidnschaft gezogen worden.
    Es gibt Haarbecherchen bei den Inoperculaten, die sind da recht anfällig. Bei Proliferodiscus hat es sogar zum Gattungsnamen geführt.


    Insgesamt sehe ich das wie Ralf, man sollte eher gut und gesund aussehende Ascos untersuchen.


    VG Ingo W

    Mollisia mediella (P. Karst.) Baral 2008
    Mollisia ventosa subspec. mediella P. Karst. 1883
    Belonidium mediellum
    (P. Karst.) Rehm 1891
    Belonopsis mediella (P. Karst.) Aebi 1972
    Septiertsporiges Schilf-Weichbecherchen


    Vom GEO-Tag aus Sachsen/Anhalt, hat mir Torsten Richter geschickt:


    Neben sehr häufigen Weichbecherchen auf Schilf (M. hydrophila, M. retincola) gehört diese Art zu den seltenen.
    Sie fällt schnell durch ihre Sporen auf bezüglich der Form und Septierung.
    Mikro:





    VG Ingo W

    Hallo Thorben!

    Zitat


    ..... finde es cool das du auf deiner Seite auch so ein schönes Anschauungsmaterial hast.....


    Danke!
    Liegt wohl daran, dass ich recht lange gebraucht habe, das alles zu verstehen. Dabei ist eben eigentlich ene lange Zeit gar nicht notwendig.


    Zurück zu deinem Becher.
    Also man sieht es ja auf deinen Bildern 20 + 21 sehr schön, dass das KOH gerade anfängt in das Pilz-Quetsch-Präparat einzudringen (eben dort, wo braune Zellen oliv werden).
    Da du das demzufolge hast gut beobachten können, und dir jetzt nichts auffälliges ins Auge stach, was mit der Farbe Gelb zu tun hat, dann war da auch nichts.


    Der letzte Punkt, den ich ansprechen muss, ist deine ermittelte Sporenbreite.
    Meine verdächtigte Kandidatin Mollisia benesuada (Hellrandiges Weichbecherchen) fällt dadurch auf, dass sie neben einer meist sehr hellen Apothezienfarbe und unkugeligen Ectal-Excipulumzellen, siehe dein Bild 6 (deshalb ist wohl der offizielle Name immer noch Pyrenopeziza benesuada) regelmäßig Sporenbreiten hat, die an die 3 µm kratzt bzw. auch übersteigt (neben Sporeninhalt, KOH-Reaktion etc.).
    Deine Messungen ergaben 2-2,5 (Nr. 9).
    Wenn ich aber weitere Bilder anschaue, z.B. 19b oder 22 (Sporen im Ascus!) könnte ich mir beinahe vorstellen, dass die angegebene Breite nicht ausreicht, zumal bei Nr. 22 sogar KOH mit ihm Spiel ist, welches die Sporen prinzipiell erst mal gleich dünner macht.


    Was mich übrigens besonders freut, ist, dass du diesmal einen Pilz untersuchst, welcher wirklich als Pilz erkennbar ist mit all seinen Merkmalen, nicht wieder so "diffuse Schimmelansammlungen", bei denen die anvisierten Pilze auf jeden Bild anders aussehen.


    VG Ingo W

    Hallo Thorben!


    Also KOH macht bei Mollisia (nicht nur dort) die meist gelbbraunen Ectal-Excipulumzellen grünlich.
    Um so heller das Braun desto grüner mit KOH dann die Verfärbung.


    Die wirkliche KOH-Reaktion, auf die es ankommt, ist aber die der Paraphysen; nämlich, wenn deren "Gasblasen" (Vakuolen) aufgrund der KOH-Einwirkung platzen und ins Medium übergehen.
    Also die gelbe Farbe (die bei positiver Reaktion entsteht), die schwimmt davon (geht ins Medium /Flüssigkeit über).
    Wenn du im folgenden Link genau hinschaust......
    http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/koh-mollisia28541.php
    ...... die ist nicht mehr nur dort, wo irgendwelche mikroskopischen "Bauelemente" vorhanden sind.


    Du kannst für diesen Reaktionstest übrigens völlig unreife Apos benutzen, denn die Paraphysen (samt Inhalt) sind lange vorhanden bevor die Asci entstehen.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Am besten vielleicht noch kurz das "cf." erklären.


    Ähm ja, mein Missverständnis-Gnolm kriegt sich gerade gar nicht mehr ein und die anderen sehen +- so aus:

    Also ich meinte ja, dass man bei der Kartierung dann das eventuell verwendete "cf." erklären soll, also in der vorgesehenen Spalte der Bemerkungen kurz schreiben sollte, warum man das cf. verwendet, z.B., weil die Steinpilzsporen in dieser Kollektion unter ´m Mikro alle lustige Gesichter haben oder so ähnlich.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat

    Trotzdem: Soll der begeisterte Naturfreund und Kartierer nun die Hände in den Schoß legen und nur noch Fliegenpilze aufschreiben? Aus meiner sicht nicht. Aber wenn man es ganz genau macht, dann kann man ja auch in der Kartierung ein cf dazusetzen und vielleicht eine Notiz hinterlassen, nach was man bestimmt hat.


    Genau so ist es und so lassen wir das stehen! Am besten vielleicht noch kurz das "cf." erklären.


    Das, was mich dann aber oft wurmt ist, dass reichlich oft was bestimmt wird und auf Nachfrage die Daten dazu plötzlich weg sind oder die entsprechenden Aufzeichnungen nicht gefunden werden oder man überhaupt keine Zeit hat, lästige Fragen zu beantworten.


    VG Ingo W

    Hallo Thorben!


    Hast du eine Reaktion dahingehend wahrgenommen, dass sich die Paraphysen gelb ins Medium lösen?
    Ich frage deshalb nochmal nach, weil es verschieden starke Reaktionen gibt. Eine schwache Gelbreaktion sehe ich persönlich z.B. zwar live am Mikroskop, kann die aber bildlich schlecht dokumentieren (zu schwach).


    Momentan sieht es nach deinem Mikrobild von hier am Bildschirm sehr KOH-negativ aus, aber man weiß ja nicht, ich frage deshalb lieber einmal mehr.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Du siehst da ganz viel richtig oder zumindest so, wie ich es als richtig empfinde.

    Zitat


    Nur warum man das kartieren muss...
    Vielen reicht es wahrscheinlich zu sagen: Hier, sieht ganz grob so aus, Substrat passt, schnell mal 20 (unreife oder überreife) Sporen vermessen, passt auch zu den in PdS, kann man also so kartieren, ein Name mehr für die Liste.


    Ja, irgendwie sind wir wohl alle so ein bisschen die Artenjäger
    Und so verschieden die Menschen sind, so verschieden sind eben auch die Qualitätsanforderungen, die sie sich selbst stellen, auch bei der Kartierung. Da gibt es die Schnellbestimmer und die Zauderer.


    Wöllte man für die Kartierung warten, bis man alles ganz genau und völlig ohne Zweifel weiß, also ganz ganz sicher ist, bräuchte man sicherlich mehrere Leben.
    Kartierung ist schon interessant, aber irgendwie komme ich mitunter zu der Erkenntnis, dass sie häufig nichts aussagt oder schlimmer noch, sogar das Falsche.
    Also Fälblinge und Wasserköpfe sind äußerst selten, und der Rote Fliegenpilz und der Perlpilz sind sehr häufig.
    Weiße Lamellenpilze insgesamt sind selten, auch,wenn man ständig über sie stolpert.


    Zitat


    Ein Pilzfan alleine kann das unmöglich bearbeiten.


    Nein, kann er nicht. Er kann lediglich einen kleinen Beitrag leisten.


    Zitat


    Art.... zu keiner gültigen Beschreibung ..... ganz passen.
    Interessant, daß es dabei dann so durchaus häufige Arten gibt.


    Fällt eben nur dem auf, der sich tief reinkniet.
    Für andere wird der Pilz nach Schlüsselweiche "B" benannt, weil eben "A" noch weniger zutrifft.


    Selbst ertappe ich ich mich ja auch immer wieder. Von mykologischen Gattungsbereichen, von denen ich keine Ahnung habe, denke ich, die Bearbeiter sollen doch mal auf dem Teppich bleiben und nicht so viel splitten und neue Arten, Varietäten und Formen kreieren. Das ist doch der normale Variationsspielraum!


    Und in dem pilzigem Bereich, wo ich mich zu Hause fühle, denke ich dann: "Ja fällt denn niemandem auf, dass man die trennen muss? Das sind doch völlig verschiedene Arten, die kann man doch unmöglich zusammenlassen!"


    VG Ingo W

    Hallo Thorben!

    Zitat


    1.
    Die interessante Art wurde mit einem Pfeil markiert, wovon jetzt nur noch ein Fruchtkörper übrig geblieben ist :/


    Naja, dann leg doch immer nur ein kleines Stückchen vom Becher unter ´s Mikro.
    Auf dem Bild sind eigentlich reichlich Becher, zum Bestimmen reicht die Hälfte des Bepfeilten.


    Das ist eine Mollisia (Weichbecherchen).
    Neben dem, was ich auf deinen Bildern sehe, wäre noch folgendes wichtig:
    1. Waren die gemessenen Sporen freischwimmend? Oder anders gefragt, schwammen in einem wenig gedrückten Präparat reichlich Sporen rum?
    Oder noch besser: hast du den Abschuss von Sporen beobachten können?
    Es geht bei der Fragerei um die Einschätzung der Reife.


    2. Frage: wie ist die Reaktion mit (3)5%(10)-igem KOH (Kalilauge).
    Dazu dem Quetschpräparat KOH zufügen, indem der KOH-Tropfen an die Seite des Deckglases gegeben wird. Die Reagenz zieht dann ins Präparat. Ist das KOH bei den Paraphysen oder den Marginalzellen der Mollisia angekommen, verfärben sich 1. die gelbbraunen Excipulumzellen oliv bis grünlich und 2. platzen die Vakuolen in den Paraphysen. Das geschieht entweder unauffällig oder als hübsche kleines Schauspiel, indem der ins Medium tretende Inhalt knallgelb reagiert.


    Sollten die Sporen reif gewesen sein, fällt mir momentan für deinen Fund folgendes ein:
    1. für KOH-negativ --> Mollisia benesuada
    2. KOH-positiv --> Mollisia "albogrisea" nom. prov. Gminder


    Ich sehe M. albogrisea als Komplex, hatte ich am Sonntag erst wieder. Wundert mich eigentlich immer, warum die nicht öfter gefunden wird.
    Die Art wächst aber eigentlich eher an noch berindeten Ästen, also zumindest nicht sehr morschem Substrat.


    Zitat


    19.
    Die Ascus Spitze hat eine Blaue Verfärbung und das worauf der Pfeil zeigt das ist doch kein Haken oder ?


    Das ist ein von der Basiszelle abgerissener Ascus mit noch ansitzendem Haken.
    Im folgenden Link rechts der Mitte:
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=25271&position=11


    Der auf breiter Basis sitzende, einheitlich weiße, glänzige Becher rechts davon ist Orbilia (Knopfbecherchen) oder noch wahrscheinlicher Hyalorbilia.


    VG Ingo W

    Hallo Ralf!


    Genau wie Nobi sagt: diese urnenförmigen erst weißen, dann bräunlichen Apos gehören zu den kurzhaarigen Ollas (Glashaarbecherchen).
    Die Haare haben einen "glasigen Aufsatz", der gabelige Basalteil ist deshalb nicht das untere Ende des Haares.


    Die Hakenlosigkeit ist ziemlich wahrscheinlich, sieht auch auf deinen Mikros hauptsächlich so aus, müsste aber sicherheitshalber noch etwas besser bewiesen werden. Dann wäre es Olla millepunctata.


    Auch Haken+ wäre möglich, dann hättest du was Selteneres.


    VG Ingo W


    Hallo Ingo,


    danke für die ausführliche Erklärung. Ich werde üben und, falls ich Fragen habe,
    diese ungeniert stellen.


    Nachquetschen und verschieben ist aber Rada-like :) , ich will ja bestimmte Dinge sehen können.


    Hallo Ralf!

    Zitat

    ....falls ich Fragen habe, diese ungeniert stellen.


    Tu das!


    Zitat

    Nachquetschen und verschieben ist aber Rada-like......


    Gut.
    Man muss sich halt immer der Konsequenzen bewusst sein.
    Mehr Druck lässt z.B. Zellen platzen, dann können kugelige Zelle eckig aussehen, und das Deckglasverschieben verbiegt logischerweise Strukturen, kann z.B. Asci durch Rollen unter dem Deckglas mit Korkenzieher-Füßen versehen. Hatte ich mal schöne Bilder, finde ich nicht mehr.


    VG Ingo W

    Hallo Ralf!

    Zitat


    Spricht man von "Haken" wenn die Ascuswurzel zwei basale Anschlußstellen hat, auch wenn der Ascus quasi plan daraufsitzt?


    Die Kurzantwort ist "JA".


    Die längere kommt jetzt:
    Es ist tatsächlich so, dass man das Hakenverhältnis nicht 100%-ig anhand der Ascusbasis schlussfolgern kann. Das klappt zwar oft, sagen wir zu 80%, aber es gibt
    1. Scheinhakenfüße, bei denen die Basiss am Grunde des Ascus zwar 2 Anschlussstellen vorgaukelt, aber die Basalzelle trotzdem nur an einem Anschluss befestigt ist:
    http://asco-sonneberg.de/pages…?group_id=3941&position=5


    oder 2. als Gegenteil auch sehr flach Hakenfüße, die aber dennoch einen basalen doppelten Anschluss haben:
    http://asco-sonneberg.de/pages…t-110718-mcol-0121141.php
    Hier 2. Bild anklicken für die Auflösung.


    Zu dem Thema habe ich relativ viel auf meiner Seite geschrieben. Z.B. hier nochmal:
    http://asco-sonneberg.de/pages…l-111227-mcol-0125271.php
    oder hier so typische Lachnum-Haken:
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=25271&position=9


    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Hakenbeurteilung keine Zauberei ist, wenn man weiß, worauf es ankommt und was man falsch machen kann.
    Sie ist vergleichbar mit Schnallensuche bei Basidiomyceten, die ich inzwischen wesentlich schwieriger finde.


    Erfolg wird man schnell haben, wenn man nicht ganz so reife Becherchen prüft, weil an den heranwachsenden "Baby-Asci" der Haken-Effekt wesentlich deutlicher beurteilbar ist (Beispiel Hymenoscyphus, wo an reifen Ascusbasen aufgrund der dünnen Füße kaum ein vorhandener Haken sicher zu sehen ist).
    Vielfach wird sich gescheut, sein Präparat nachzuquetschen oder das Deckglas unter Druck zu verschieben, damit sich die Fruchtschicht so vereinzelnd auflöst, dass man zu einer sicheren Beurteilung kommt, weil es nicht microscopy-like ist.


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Ich habe das oben nicht böse gemeint mit den m.M. nach "geizigen Angaben" zu deinen Portraits.

    Zitat


    ....da sie mit P. escharodes wohl nicht soviel gemeinsam hat (meiner Meinung nach):


    Wie gesagt, ist mir ja das Taxon P. escharode relativ unklar.
    Was wären denn nach deiner Auffassung die Unterschiede?


    VG Ingo W

    Hallo Ralf!


    Ich denke, der Thorben hat wohl so unrecht nicht mit dem Link zu Björns Distel-Pyrenopeziza. Ist halt schade, dass Björn immer so mit seinen Angaben zu den Bildern geizt, dadurch werden die hübschen Zusammenstellungen leider abgewertet.


    Pyrenopeziza ist schon ordentlich schwierig, weil eben alles verstreut ist, was jmd. mal beschrieben hat.


    Achso: deine Pyrenopeziza hat "Haken = +", das ist auf deinem Bild sehr eindeutig (2 basale Anschlussstellen!).
    Excipulum würde ich mit abgerundet angulär definieren, so rein kugelzellig ist das wahrscheinlich nicht.
    Gut wäre auch immer das verschiedene Aussehen von jung bis alt und hell bis dunkel oder feucht bis trocken zu dokumentieren. Könnte mir vorstellen, dass dein abgelichteter schon etwas gelitten hat und angetrocknet ist. Sieht jung möglicherweise etwas anders aus.


    Übrigens hat fast jedes Kraut seine eigene Pyrenopeziza. Für das Betätigungsfeld müsste sich auch mal wieder jemand intensiver interessieren.
    Die sind halt relativ merkmalsarm, was die Abgrenzung untereinander betrifft.
    Beim Schlüsseln bin ich bei Pyrenopeziza escharodes gelandet, aber das Taxon an sich (obwohl eines der vielgefundenen Pyrenopezizen) ist für mich ein klein wenig ein Rätsel, weil ich denke, dass es sehr oft mit Pyrenopeziza rubi (auf Him- und Brombeere) gleichgesetzt wird (siehe dazu auch PdS1, Nr. 281!).
    Allerdings ist zumindest nach B. Deqlercqs Auffassung ein mögliches Substrat der Art die Distel (Cirsium). Sporen-OCI bis 1,5 würde auch schön passen.


    Vielleicht könnte man deinen Fund bis zur besseren Namensfindung als "Pyrenopeziza cf. escharodes (Cirsium)" oder so ähnlich abspeichern.


    VG Ingo W

    Hallo Ralf!


    Pyrenopeziza braucht das ganze Programm.
    Aufbau Haare könnte weiterhelfen, denn so zottelig wie sie aussieht, sind die schon ziemlich ausgeprägt.


    VG Ingo W

    Hallo Dieter!


    Ich bin ja neulich schon mal bei Juliane in Misskredit gefallen, als ich auf den Weißabgleich hinwies.
    Ich weiß gar nicht so recht, wo das Problem liegt, im Wald mit einem Knopfdruck in Richtung eines grauweißen Pappdeckels die Farbe in Richtung "REAL" einzustellen.


    Wenn ich manche Reaktionen zu dem Thema so revue passieren lasse, denkt man beinahe, dass der Weißabgleich für eine Wissenschaft gehalten wird.
    Natürlich wisst ihr (hoffentlich), dass ich vom Fotografieren auch keine Ahnung habe. War eben nur so als Vorschlag gedacht, weil ich denke, dass die Farbe schon eine wichtige Rolle bei der Pilzeinschätzung per Bild spielt.


    VG Ingo W

    Hallo Dieter!

    Zitat


    ja, wäre schon eine Qualitätssteigerung, aber weiß nicht ob ich mir das an tue


    Na gut, wenn du dir damit was antust, dann verzichten wir lieber auf eine farbgetreue Darstellung der Pilze.
    Sollen doch die Risspilz-Spezies mit der Lamellenfarb-Beschreibung "cremefarben" für einen geeigneten Kandidaten sorgen.


    VG Ingo W

    Hallo Dieter!


    Ja, der automatische Weißabgleich funktioniert eben nicht immer so gut.
    So ein Stück grauweißer Papp hilft da manchmal ganz gut vor Ort, um nicht alles dem Zufall zu überlassen.


    VG Ingo W

    Hallo Irmgard!


    Alles Gute und beste Gesundheit zu deinem Geburtstag!
    Die Gratuiererei ist ja normalerweise nicht mein Ding, aber die Übernachtungsmöglichkeit bei dir beim Forum-Treffen Mai 2014 ist mir eben doch noch gut in Erinnerung.
    Gönn dir mal was und hab eine gute Zeit.


    Viele Grüße
    Ingo

    Lachnum cf. clavigerum (SvrÄek) Raitv. (1985) (an Rubus idaeus)
    Hakenloses Himbeer-Weißhaarbecherchen


    Wie und wo fange ich an?
    Es gibt Arten, die sind sogar häufig, aber man findet dazu keinen Namen, mit dem man zufrieden sein könnte.


    Die folgende Lachnum-Art würde sicherlich jeder bei sich im Gebiet finden, wenn er denn etwas Geduld hätte und gerade jetzt mal ein paar feuchte tote liegende Himbeer-Ruten vom Vorjahr inspizieren würde (sagen wir 10 feuchtliegende Ruten an 3 verschiedenen Himbeerstandorten und dann sollte er aufgespürt sein).


    Ok., heute geht es den meisten fortgeschrittenen Pilzlern wohl eher darum, was Seltenes zu finden und an die Pilzkartierung weiterzugeben. Seltene Sachen sind "in".


    Was ich allerdings feststellen muss: gerade bei kleinen Becherchen ist noch so viel ungesagt und ungeklärt, selbst die scheinbar simpelsten Arten haben massenhaft Diskusionsbedarf.


    Naja, Pilze ohne Namen machen eben doch weniger Spaß, weil, man hat nichts zum Abrechnen.


    Genug Gedanken.
    Jetzt ohne großen weiteren Kommentar meine heutige Sonntags-Beschäftigung, angefangen frühs mit der Zielsetzung, eben genau diese Art zu finden:



    Mikro:






    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Ob sich wohl jemand findet, der dagegen setzt?


    Kaum.
    Du bist eigentlich meine einzige Hoffnung, aber dann dürftest du nicht die gleiche Meinung haben.
    Ich wüsste auch nicht, auf was ich umsatteln könnte, damit noch ein Fünkchen Hoffnung auf einen Chips-Gewinn für mich übrigbleibt.


    VG Ingo W