Beiträge von Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Mal angenommen, es gibt keinen Beleg und die Beschreibung ist in einem oder mehreren Punkten unklar, dann würde der eigentlich ältere Name zugunsten eines jüngeren namens fallen gelassen.


    Aber wer will das beurteilen?
    Aus heutiger Sicht ist ja beinahe keine einzige Kleinbecher-Beschreibung so vollkommen, dass man nur eine Art hineininterpretieren kann.
    Wahrscheinlich wird man das auch zu heute beschriebenen Arten sagen, wenn in 30 Jahren sich mal jmd. mit dem gleichen Zeug beschäftigt.


    Und wie kann man vitellini synonymisieren, wenn die Beschreibung dazu schlecht oder unvollkommen war? Man weiß ja dann nicht, was gemeint ist. Und wenn man es weiß, müsste man ja den Namen nehmen.
    Fragen über Fragen......


    Auf jeden Fall sind solche Namensändrungen oft irgendwie logisch begründet. Sind nicht unbedingt Jux und Tollerei oder Geltungsbedürfnis von Mykologen, wie das ja gerne und oft gesagt wird (obwohl es sowas natürlich auch gibt).


    VG Ingo W

    Hallo Timo!


    Was natürlich auch auffällt ist, dass es beim Boletus radicans ein Synonym (oben im Screenshot an 7-t-letzter Stelle) gibt, dass sich Boletus vitellinus Pers. 1799/1800 nennt.
    Ist zwar Unsinn, den Wurzelnden Bitterröhrling mit "Eidotterfarben" zu beschreiben (ich meine vitellinus wird so übersetzt), aber eigentlich hätte ja dann dieses Taxon Vorrang.
    Was da wohl wieder für eine Geschichte dahintersteckt?


    VG Ingo W

    Hallo Timo!


    So absolut kann man das immer nicht sehen, dass sich was ab einem genauen bestimmten Zeitpunkt geändert hat. Da ist eben jmdm. was aufgefallen, dass mit dem Namen was nicht stimmt. Ob dann alle anderen mitziehen, ist ja immer die 2. Frage.


    In deinem Fall mit dem Boletus pachypus liegt das Übel wohl erst mal darin begraben, dass die Art doppelt gedeutet wurde. Da kannst du mal diesen Link zum Index Fungorum nutzen und deinen Pilznamen oben eintragen.
    http://www.indexfungorum.org/Names/Names.asp


    Hier merken wir uns mal das Jahr der Erstbeschreibung des B. pachypus, das mit 1815 durch Fries angegeben ist (ich hab ´s mal rot unterstrichen):

    Gleichzeitig siehst du, dass es zu dem Namen B. pachypus wohl 2 Interpretationen gab, was eigentlich für eine Pilzart gemeint ist. Einmal nämlich B. calopus (Schönfußröhrling) und das andere Mal B. radicans (Wurzelnder Bitterröhrling).


    Also folgen wir 1. mal durch Anklicken dem Weg des calopus:

    Wir sehen, die Erstbeschreibung erfolgte durch Persoon 1801.


    Mit dem anderen Weg zu radicans sehen wir dessen Erstbeschreibung ebenfalls durch Persoon 1801:


    Also egal, was eigentlich mit B. pachypus gemeint war, die Beschreibung ist jedes Mal ungültig, weil es eine ältere gibt.
    Und das wird eben irgendwann mal jemandem aufgefallen sein, der dann die Doppeldeutigkeit des pachypus gleich mit eliminiert hat.


    Inzwischen muss man sich ja an den neuen Gattungsnamen Caloboletus gewöhnen, wenn man das denn unbedingt will.


    Viele Grüße
    Ingo W

    Hallo Mario!

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    Ist leider nicht so einfach da die Lamellen sehr schnell brechen,.....


    Du weichst aber die Stückchen schon ein, oder?


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    Na ja damals habe ich die Pilze einfach so an der Luft getrocknet, jetzt benutze ich den Dorrex liegt es viell. daran?


    Möglich.
    Schnelles, sanftes Trocknen (also nicht bei hohen Temperaturen) ist auf jeden Fall ideal.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!

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    Überall waren solche komische Dinger zu sehen ich denke das sind aber Fremdkörper oder?


    Ja genau, das sind Fremdpilze.
    Da hat wohl was mit dem Trocknen nicht gut geklappt, wenn dein Exsikkat so verseucht ist.


    Zitat


    Cheilos konnte ich auch nicht finden.....


    Irgendwie sieht man ja auch die Fruchtschicht mit den Basidien überhaupt nicht.
    Hast du denn einen Schnitt von einer Lamelle gemacht? Also eine Lamelle herausgetrennt und auf die Lamellenfläche gelegt und dort im 90 Gradwinkel zur Lamellenschneide einen dünnen Streifen mit einer scharfen Klinge herausgeschnitten?


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Also ich weigere mich ja immer noch, sowas als Agrocybe pediades anzusehen.
    Die Sporen in Frontansicht kommen mir mitunter angedeutet hexagonal vor und die Sporenpilverfarbe würde mir auch eher zu Psilocybe passen. So sehr verschieden sind die Sporenmaße ja von z.B. Psilocybe coprophila nicht.


    Wahrscheinlich wirst du trotzdem mal versuchen müssen, die Pleurocystiden und den Aufbau der Hutdeckschicht zu mikroskopieren.
    Bei einem Schnitt der HDS sollte man eigentlich die Zellen unter der gelatinösen Schicht als liegend hyphig oder mehr eckig-zellig als Unterscheidung heranziehen können.


    VG Ingo W


    Edit: Wobei Psilocybe coprophila eben allerdings geriefte Hutränder hat. Das passt dann wohl auch nicht.

    Hallo Thorsten!


    Wenn ich Mycena im Frühjahr an Nadelholz mit Chlorgeruch und mehr als 2-sporig höre, denke ich an Mycena stipata.


    Die von dir gemessenen Kaulozystiden-Auswüchse bis 26 µm sehe ich als fehlinterpretierte Hyphen.


    Büscheliges Wachstum und Queradrigkeit am Grunde der Lamellen würde ich erstmal vernachlässigen.
    Allerdings bin ich jetzt auch nicht DER Mycenen-Kenner und einige aufgezählte Arten kenne ich gar nicht.
    Bei einem Wettchen wäre ich aber erstmal bei M. stipata mit gefühlter großer Gewinnchance.


    VG Ingo W

    Hallo Christoph!

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    .....immer wieder verzehre ich sie mit einem etwas unguten gefühl......


    Das ist natürlich eine etwas unzufriedenstellende Grundlage, denn beim Pilzeessen will man ja auch geschmacklichen Spaß haben ohne grässliche Vergiftungsgedanken.


    Kontrolliere doch einfach neben dem dominanten Mehl-/Gurkengeruch die simplen Eigenschaften wie
    - lange eingerollter Hutrand
    - dichtstehende Lamellen
    - Hutfleisch im Längsschnitt immer breiter als Lamellen


    Zur Veranschaulichung des Hutfleisches im Verhältnis zur Lamellenbreite:
    http://www.pilzforum.eu/board/…pilze-bitte-kontrollieren


    Zum Hineindenken in die dichtstehenden Lamellen und dem lange eingerolltem Hutrand:
    http://www.hlasek.com/calocybe_gambosa1en.html


    Wenn du dich vergiftest, weil dir ein Risspilz oder Riesenrötling mit ebensolchen Merkmalen ins Essen gerutscht ist, gebe ich auf jeden Fall einen aus.
    Aber keine Angst, das wird nicht passieren. Ich bin nämlich geizig und habe mir das mit dem Wetteinsatz natürlich wohl überlegt.


    Übrigens muss ich Stefan recht geben. Der Verwechslungskandidat Nr. 1 wäre für mich ebenfalls der Schlehenrötling (Entoloma saepium).
    Ich habe den als Schüler immer an Weißdornhecken eingesammelt und als Maipilz gegessen. Ist glücklicherweise ebenfalls essbar.
    Aber im Nachhinein und aus heutiger Sicht wundert man sich natürlich über sich selbst (hat ja eben keine fleischigen Hüte, keine dichtstehenden Lamellen und kein weißes Sporenpulver), aber früher hat mir das Bild im Pilzbuch dazu gut genug gepasst und der Mehlgeruch war vorhanden und andere Ideen wollte ich wohl nicht haben.
    Naja Jugendsünden ........


    VG Ingo W

    Hallo!


    Der Porling Nr. 3 sollte meiner Ansicht nach Oligoporus guttulatus (Getropfter Saftporling) sein. In der letzten bzw. vorletzten Zone sieht man die rosalich gefärbten Gruben, die die anderen Saftporlinge nicht haben.
    Das Substrat sollte demnach Nadelholz (wahrscheinlich Fichte) gewesen sein.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Die Sendung ist bei mir angekommen, leider etwas angeschlagen, so dass ich kein sinnvolles Makro mehr machen konnte.
    Mikroskopisch bestätigt sich eigentlich alles, was du auch schon geschrieben hast. Sporenbreite bleibt bei mir unter 3, KOH-Reaktion war mittelstark und vergänglich.


    Leider hatte auch Florian kein Glück mit deiner Zusendung. War verschimmelt, als es bei ihm ankam.


    Muss leider als Verlust abgebucht werden, aber immerhin ist die Mollisia nach meinem momentanen Wissensstand sicher Mollisia pyrenopezizoides.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Bei dem Pilz von Heidi würde mir ebenfalls am ehesten Stereum subtomentosum einfallen oder eben vielleicht Stereum hirsutum an dickem Stamm.
    Niemals würde ich an eine Borstenscheibe glauben.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Gloeophyllum (Blättling) hätte ich auch gesagt. Vermutlich der Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium), aber das Rätsel wird wohl ohne Unterseite schlecht zu lösen sein.


    VG Ingo W

    Hallo Hans!


    Schätze der Pablo hat sich verschrieben:

    Zitat


    Tendenz (ganz vage) in Richtung Hymenochaete (tabacina oder ferruginosa).....


    Er meint natürlich Hymenochaete rubiginosa, die Rotbraune Borstenscheibe. Der Name hat auch große Chancen auf Richtigkeit (100% gibt es natürlich nicht wegen fehlender Unterseite und fehlenden zielführenden Angaben).
    Wächst überwiegend an dickem alten Eichenholz und bildet im Gegensatz zu H. tabacina solche Mützen wie auf dem Bild zu sehen.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

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    Hast du noch eine Einschätzung zum Begleitpilz (cf Eriopezia)?
    Oder lege ich den besser als "verfallen, unbestimmbar" ab?


    Also theoretisch ist das Eriopeziza caesia (Braunscheibiges Wirrhaarbecherchen). Dass die Sporen eben jetzt zufällig fast genauso aussehen wie die von der Mollisia, ist eben dumm gelaufen.
    Ich glaube übrigens, wenn du den Stock feucht hältst, dass die Becherchen wiederkommen. Aber so wichtig wird ´s jetzt nicht sein.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Weiß nicht, ob du das noch liest jetzt, aber du kannst dann die eine Sendung zu mir einsparen, das passt dann mit Mollisia "pyrenopezizoides".
    Also bloß noch die andere Adresse.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Ausgeprägtes Subikulum, auffällige einseitig zugespitzte, ziemlich leere Eiersporen bis knapp über 10 verbunden mit Wachstum auf gleichmäßig feuchtem Substrat würde extrem gut zu Mollisia "pyrenopezizoides" passen.
    http://asco-sonneberg.de/pages…oup_id=39053&position=120
    Die hat aber eine positive KOH-Reaktion, wenn auch oft vergehend.


    Wenn du in Schicklaune bist, so würde mich der schon interessieren, idealerweise im Parallelversand zu Florian.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Deine Links zeigen eigentlich genau das, was ich meine. Dieses violettliche Rosabraun unseres Ausgangsbildes von Peter zeigt neben dem Kämmen am Rand auch die Farbe, die Phlebia radiata nach Schädigung oder im Alter annimmt:


    http://www.jcdegids.be/_Fiches…12/Phlebia%20radiata.html


    Dein Bild und die meisten in den von dir gesetzten Links zeigen m.M.n. ganz andere Welten.
    Ich will die Angelegenheit auch nicht überstrapazieren, wie gesagt, ich warte dann mal gespannt, was du im Laufe des Jahres noch so herauskriegst.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


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    Das Hymenium würde ich hier nicht als faltig bezeichnen, das erscheint mir mehr als stark gedrängte, ziemlich spitze Warzen, die teils zusammenlaufen.


    Auf dem Bild sieht das Hymenium auf jeden Fall wie Phlebia radiata aus, also gekämmt mindestens am Rand, das ist ja gut zu sehen im Beitrag 40.


    Zitat


    Phlebia radiata wäre eben eine Art mit großen, sackförmig aufgeblähten Pseudozystiden (wohl auch als Gloeozystiden), die sich vor allem im Subhymenium finden sollten.
    Die fehlen hier völlig.


    Danach hast du also geschaut?
    Und in anderen sichere Phlebia radiatas waren die dann auch gleich und einfach zu sehen?


    Sorry, aber wahrscheinlich glaubt man immer am wenigsten von dem, bei dem man keine Ahnung hat. Für mich passt das Makro nicht mit dem Ergebnis zusammen.
    Haben wir eigentlich irgendwo vertrauenswürdige Bilder von Phlebia livida?


    VG Ingo W