Beiträge von Ingo W

    Hallo Ralf!


    Sehe ich wie Thorben. Pyrenopeziza rubi ist eine häufige Art an Rubus-Stängeln und passt vom Aussehen und den Merkmalen.


    Was jetzt allerdings passieren kann ist, dass man deinen Fund mit den aus dem Substrat hervorbrechenden Apos auch als Pyrenopeziza escharodes (PdS Nr. 281) benennen könnte.
    Ich selbst habe ja Mühe, da Unterschiede zwischen beiden Taxa zu sehen und glaube, dass beides das gleiche ist.


    Leider habe ich so richtig hervorbrechende Apos wie deine nie wirklich gut untersucht (erst 1x gefunden), deshalb will ich das mal nicht beurteilen.
    Glauben kann ich aber nicht so recht daran, dass beide was unterschiedliches sind.


    Die "Haar-/ Endzellen" könnte man immer noch abbilden wegen der Läge, Anzahl Septen und Form. Allerdings sind diese am Rand i.d.R. etwas anders geformt als an der Flanke. Man müsste da also beim Dokumentieren genau hinschauen. Aber wer weiß, vielleicht kann man dort was rausarbeiten.....?


    VG Ingo W

    Hallo Jürgen!


    An Schlüsseln kenne ich nur den von Zotto und einen von Declercq, welche in der Schlüsselsammlung von "in vivo veritas" drauf waren.
    Sie dienen meist dazu, dass man das ganze etwas eingrenzt, auf ein Ergebnis nach dem Motto "der Name bleibt geschlüsselt übrig, also muss er das dann sein" kann man sich nicht verlassen.


    VG Ingo W

    Hallo Jürgen!


    Den würde ich mit dieser Ölkonzentration in den schon frühzeitig septierten Sporen, der violettlichen Lugol-Ascusporusreaktion und vor allem auch wegen des Substrats Lonicera (Heckenkirsche) als Trichopezizella barbata ansehen.
    Also in PdS als Dasyscyphus barbatus, aber wie du schon selbst festgestellt hast, wäre eben die Gattung Lasiobelonium die wohl günstigere. Da ist er aber aktuell laut Datenbanken nicht "hinkombiniert" so wie ich das gerade beim Nachsehen verstanden habe.


    Auf "in vivo veritas" (wo ich oft abschaue), sind da gar nicht viele Beispiele.
    https://drive.google.com/folde…kxxZhYVZub0N1aGY5YTg#list


    Falls du dein Portrait spenden willst, wäre das sicher nicht unwillkommen.


    VG Ingo W

    Hallo Jürgen!


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das hast, was momentan Hyalopeziza (Unguicularia) raripila heißt:
    http://www.asturnatura.com/fot…hohn-huhtinen-2/9334.html


    Diese erwähnten Gattungsnamen sind wohl erwählt worden wegen der Haarform.


    Der "restliche Becher" hat Eigenschaften aus dem Bereich Naevia/Calloria, deshalb steht er bei Zotto woanders. Kannst ja hier mal bei Iridinia schauen:
    https://drive.google.com/folde…kxxZhYVZub0N1aGY5YTg#list


    Genau habe ich jetzt die dortigen Arten noch nicht angeschaut und verglichen, aber da solltest du fündig werden.


    VG Ingo W

    Hallo Jürgen!


    Kannst du mal Lugol ranschütten?
    Die Fransen an der Außenseite der Apos sollten Härchen sein, die spitz zulaufen und dickwandig mit dünnem Lumen sind. Andeutungsweise kann man die Haare auf deinem vorletzten Mikrobild erkennen (rechtes Bild, unten!).


    VG Ingo W

    Hallo Dieter!


    Ich glaube, weiterführende Merkmale müsste man sich dann per Mikroskop erarbeiten.
    Falls du selbst kein Mikro hast, bleibt dir nur erst mal übrig, die Fruchtkörper zu trocknen und bei Gelegenheit die Exsikkate jmdm. mit Mikroskop zu geben, der daran Interesse hat und sich etwas in dem Bereich auskennt.


    Allemal interessanter Pilz, aber als Einstieg ins Forum eben schon sehr speziell.


    VG Ingo W

    Hallo Dieter!


    Hast du geschaut, auf was genau der Pilz wuchs? Auf den verottenden Buchen-Blättern?
    Falls du öfter reinschaust ins Forum, kannst du ja mal dein Profil in Angriff nehmen. Wollte schauen, in welcher Höhe du so sammelst. War der Fundort eher montan-subalpin?


    Ist auf jeden Fall nicht gerade ein geläufiges Pilzlein, das du gefunden hast. Müsste man wohl genauer untersuchen und tiefer reinschauen.
    Meiner Meinung nach hat Pablo mit Hemimycena (Scheinhelmling) recht als gute Spur. Mycena (Helmling) selbst als Gattung würde ich ausschließen.


    VG Ingo W

    Hallo Harald Andres!


    Zitat


    Was kannst Du für Literatur für Haarbecherchen empfehlen?


    Zufriedenstellende Literatur für Haarbecherchen kenne ich eigentlich gar nicht.
    Ich bestimme meine Becherchen mit Zottos "in vivo veritas", in den alten Versionen waren auch Schlüssel.
    Für robuste Haarbecherchen kannst du im folgenden Link mal 8f folgen:
    https://drive.google.com/folde…kxxZhYVZub0N1aGY5YTg#list


    Das ganze Konzept "lebt" natürlich, wird ständig verändert und erweitert, neue Erkenntnisse fließen mit ein.
    Man hat natürlich dort auch viele unbeschriebene Arten (also in Datenbanken schlecht abrechenbare) und der Aufbau der Verwandtschaftsverhältnisse ist (m.M. nach) der Zeit vorraus, deckt sich aber eben deshalb oft nicht mit den momentan vorherrschenden allgemeingültigen Ansichten.


    VG Ingo W

    Hallo Harald Andres!


    Das sind recht schlechte Vorraussetzungen für eine Bestimmung, wenn man weder Substrat weiß noch Asci und Sporen oder sonstige Mikromerkmale hat.

    Zitat

    Leider hat er in keinem Exemplar Schläuche und Sporen gefunden.


    Zumindest Asci (= Schläuche) und Paraphysen sind aber auf dem Mikro mit den Haaren schon zu sehen.


    Also, was ich sagen will: es lohnt sich kaum, sich über das Becherchen Bestimmungsgedanken zu machen, wenn man die Infos nicht dazu hat. Es ist da ja nicht so, dass es nur 2 oder 3 braunhaarige Haarbecherchen gibt.
    Trichopezizella relicina sollte eine rote Reaktion des Ascus-Porus mit Lugol haben. Ist das geprüft?


    Auch sieht man auf dem Mikro-Bild lanzettliche Paraphysen, die die Asci in der Fruchtschicht sehr weit überragen. Schon deshalb müsste Trichopezizella relicina als Möglichkeit schnell rausfallen.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Wow, bist du fleißig!!
    Interessant, was du so alles findest und bestimmst. Prima dokumentiert!
    Thema Harzkappen: vielleicht werden die ja durch KOH zerstört?
    Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass es Pilze gibt, bei denen aufgesetztes "Harz" sich auflöst. Bei Ascos sind solche Erscheinungen manchmal auch so labil, dass sie bei Druck auf ´s Präparat einfach davonschwimmen (manche Dasyscyphellen z.B.).
    Allerdings wäre das Merkmal der Harzkappen dann wahrscheinlich auch keinem Rindenpilz-Mikroskopiker aufgefallen, außer es gab mal jmdn., der frische Pilze ohne KOH untersucht hat.


    VG Ingo W

    Hallo zusammen!


    Ich weissage mal, dass an Mädesüß bei der Suche allerhand kleine Becherchen gefunden werden (ist eines der becherfreundlichsten Substrate, die ich kenne), jedoch Trichopezizella nidulus wird nicht dabei sein. Die Art verirrt sich m. E. höchstens mal darauf, viel erfolgreicher ist man im Aufspüren tatsächlich beim Begutachten von Totstängeln von Salomonsiegel. Grob kann man sagen, dass es Tr. nidulus mindestens so oft gibt wie seine bevorzugte Substratpflanze Salomonsiegel.
    Ob jetzt an den verschiedenen Substraten wirklich alles Trichopezizella nidulus ist, oder ob es sich bei der Art auch um eine sich aufspaltende handelt, das kann ich nicht sagen, wäre auch eine zu klärende Aufgabe.


    Ich finde übrigens den Geruch der geschädigten Mädesüß-Pflanzen schon sehr spezifisch und angenehm. Der entsteht, wenn man in die Bestände reinläuft, z.B. um vorjährige feuchtliegende eingebettete Stängeln zu begutachten.


    Pflicht ist übrigens Lachnum nudipes (Nacktfüßiges Weißhaarbecherchen),....
    http://asco-sonneberg.de/pages…dipes-090620-01xs2261.php
    ....... der eigentlich in jedem Mädesüß-Bestand vorkommt und spätestens am 3. aufgenommenen Stängel dran sein sollte.


    Schnell wird man wohl auch Mollisia-Arten oder Olla millepunctata finden.....
    http://asco-sonneberg.de/pages…tata-100523-01xs13921.php
    ....., zur rechten Zeit geschaut, darf man kleine gelbe Pünktchen-Nester nicht ignorieren....
    http://asco-sonneberg.de/pages…riae-090526-01xs12951.php
    .....oder man findet auch mal seltene Sachen wie Moellerodiscus tenuistipes.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Mal angenommen, es gibt keinen Beleg und die Beschreibung ist in einem oder mehreren Punkten unklar, dann würde der eigentlich ältere Name zugunsten eines jüngeren namens fallen gelassen.


    Aber wer will das beurteilen?
    Aus heutiger Sicht ist ja beinahe keine einzige Kleinbecher-Beschreibung so vollkommen, dass man nur eine Art hineininterpretieren kann.
    Wahrscheinlich wird man das auch zu heute beschriebenen Arten sagen, wenn in 30 Jahren sich mal jmd. mit dem gleichen Zeug beschäftigt.


    Und wie kann man vitellini synonymisieren, wenn die Beschreibung dazu schlecht oder unvollkommen war? Man weiß ja dann nicht, was gemeint ist. Und wenn man es weiß, müsste man ja den Namen nehmen.
    Fragen über Fragen......


    Auf jeden Fall sind solche Namensändrungen oft irgendwie logisch begründet. Sind nicht unbedingt Jux und Tollerei oder Geltungsbedürfnis von Mykologen, wie das ja gerne und oft gesagt wird (obwohl es sowas natürlich auch gibt).


    VG Ingo W

    Hallo Timo!


    Was natürlich auch auffällt ist, dass es beim Boletus radicans ein Synonym (oben im Screenshot an 7-t-letzter Stelle) gibt, dass sich Boletus vitellinus Pers. 1799/1800 nennt.
    Ist zwar Unsinn, den Wurzelnden Bitterröhrling mit "Eidotterfarben" zu beschreiben (ich meine vitellinus wird so übersetzt), aber eigentlich hätte ja dann dieses Taxon Vorrang.
    Was da wohl wieder für eine Geschichte dahintersteckt?


    VG Ingo W

    Hallo Timo!


    So absolut kann man das immer nicht sehen, dass sich was ab einem genauen bestimmten Zeitpunkt geändert hat. Da ist eben jmdm. was aufgefallen, dass mit dem Namen was nicht stimmt. Ob dann alle anderen mitziehen, ist ja immer die 2. Frage.


    In deinem Fall mit dem Boletus pachypus liegt das Übel wohl erst mal darin begraben, dass die Art doppelt gedeutet wurde. Da kannst du mal diesen Link zum Index Fungorum nutzen und deinen Pilznamen oben eintragen.
    http://www.indexfungorum.org/Names/Names.asp


    Hier merken wir uns mal das Jahr der Erstbeschreibung des B. pachypus, das mit 1815 durch Fries angegeben ist (ich hab ´s mal rot unterstrichen):

    Gleichzeitig siehst du, dass es zu dem Namen B. pachypus wohl 2 Interpretationen gab, was eigentlich für eine Pilzart gemeint ist. Einmal nämlich B. calopus (Schönfußröhrling) und das andere Mal B. radicans (Wurzelnder Bitterröhrling).


    Also folgen wir 1. mal durch Anklicken dem Weg des calopus:

    Wir sehen, die Erstbeschreibung erfolgte durch Persoon 1801.


    Mit dem anderen Weg zu radicans sehen wir dessen Erstbeschreibung ebenfalls durch Persoon 1801:


    Also egal, was eigentlich mit B. pachypus gemeint war, die Beschreibung ist jedes Mal ungültig, weil es eine ältere gibt.
    Und das wird eben irgendwann mal jemandem aufgefallen sein, der dann die Doppeldeutigkeit des pachypus gleich mit eliminiert hat.


    Inzwischen muss man sich ja an den neuen Gattungsnamen Caloboletus gewöhnen, wenn man das denn unbedingt will.


    Viele Grüße
    Ingo W

    Hallo Mario!

    Zitat


    Ist leider nicht so einfach da die Lamellen sehr schnell brechen,.....


    Du weichst aber die Stückchen schon ein, oder?


    Zitat


    Na ja damals habe ich die Pilze einfach so an der Luft getrocknet, jetzt benutze ich den Dorrex liegt es viell. daran?


    Möglich.
    Schnelles, sanftes Trocknen (also nicht bei hohen Temperaturen) ist auf jeden Fall ideal.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!

    Zitat


    Überall waren solche komische Dinger zu sehen ich denke das sind aber Fremdkörper oder?


    Ja genau, das sind Fremdpilze.
    Da hat wohl was mit dem Trocknen nicht gut geklappt, wenn dein Exsikkat so verseucht ist.


    Zitat


    Cheilos konnte ich auch nicht finden.....


    Irgendwie sieht man ja auch die Fruchtschicht mit den Basidien überhaupt nicht.
    Hast du denn einen Schnitt von einer Lamelle gemacht? Also eine Lamelle herausgetrennt und auf die Lamellenfläche gelegt und dort im 90 Gradwinkel zur Lamellenschneide einen dünnen Streifen mit einer scharfen Klinge herausgeschnitten?


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Also ich weigere mich ja immer noch, sowas als Agrocybe pediades anzusehen.
    Die Sporen in Frontansicht kommen mir mitunter angedeutet hexagonal vor und die Sporenpilverfarbe würde mir auch eher zu Psilocybe passen. So sehr verschieden sind die Sporenmaße ja von z.B. Psilocybe coprophila nicht.


    Wahrscheinlich wirst du trotzdem mal versuchen müssen, die Pleurocystiden und den Aufbau der Hutdeckschicht zu mikroskopieren.
    Bei einem Schnitt der HDS sollte man eigentlich die Zellen unter der gelatinösen Schicht als liegend hyphig oder mehr eckig-zellig als Unterscheidung heranziehen können.


    VG Ingo W


    Edit: Wobei Psilocybe coprophila eben allerdings geriefte Hutränder hat. Das passt dann wohl auch nicht.

    Hallo Thorsten!


    Wenn ich Mycena im Frühjahr an Nadelholz mit Chlorgeruch und mehr als 2-sporig höre, denke ich an Mycena stipata.


    Die von dir gemessenen Kaulozystiden-Auswüchse bis 26 µm sehe ich als fehlinterpretierte Hyphen.


    Büscheliges Wachstum und Queradrigkeit am Grunde der Lamellen würde ich erstmal vernachlässigen.
    Allerdings bin ich jetzt auch nicht DER Mycenen-Kenner und einige aufgezählte Arten kenne ich gar nicht.
    Bei einem Wettchen wäre ich aber erstmal bei M. stipata mit gefühlter großer Gewinnchance.


    VG Ingo W