Beiträge von Schupfnudel

    Hi.


    Die schlechten Neuigkeiten zuerst - der Pilz wollte keinen Sporenabwurf hergeben. Vermutlich war er bereits zu trocken.

    Der Vorschlag von Werner (Bonomyces sinipocus) gefiel mir eigentlich immer besser je mehr ich verglichen habe. Ich hatte letztes Jahr schon mal einen Fund, bei dem der vermutet wurde. Das war zwar nicht der gleiche Standort, aber zumindest im weiteren Radius (1km) war der damals.

    Da passt allerdings die KOH-Reaktion nicht, zumindest steht hier, dass der KOH-negativ sein soll. In meinen Büchern konnte ich dazu aber nix weiteres finden. Und einen gerippten Hutrand konnte ich auch nirgends nachlesen, aber Tricholomopsis schreibt hier, dass das wohl bei mehreren Infundibulicybe Arten auftreten kann. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn man ein makroskopisches Merkmal für kleine, braune Trichterlinge hätte.

    Ich habe nochmal geschnuppert, aber intensiv mehlig ist das nicht, wobei das wohl auch für die anderen Vorschläge suboptimal ist...wie gesagt, frisch roch der relativ würzig, mehlig nehme ich nicht wahr.

    Also nehmen wir B. sinipocus mal raus aus der Verdächtigenliste.


    Ich reiche mal noch ein Handy-Schnittbild nach (die Delle im Hut ist vom KOH):



    Bleiben aber noch ein paar weitere braune Trichterlinge...

    Infundibulicybe gibba - kann einen gerippten Rand haben, soll aber einen süßlichen, bittermandelartigen Geruch haben, den ich nicht wahrnehme. Soll außerdem KOH-negativ sein, also raus

    Infundibulicybe mediterranea: Laut dieser Seite KOH-negativ, also raus

    Clitocybe alkaliviolascens soll mit KOH weinpurpur werden, also raus

    Infundibulicybe glareosa - KOH-negativ, also raus

    Infundibulicybe catinus - KOH negativ glaube ich? Finde nicht viele Infos.




    Unklare KOH-Reaktion:

    Infundibulicybe bresadolana - Flora Agarica Neerlandica schreibt: "slightly darkening to brown (Exsikat)", hier steht auch positiv. Hier steht aber wieder negative KOH-Reaktion?? Soll aber keinen gerippten Hutrand haben.




    Kandidaten:

    Clitocybe splendoides ist laut Ludwig KOH positiv (in dem Paper wird mit 5% KOH getestet und der Reaktion nicht so viel Bedeutung beigemessen, ist das nicht eh zu gering konzentriert?). Da sollen keine Inkrustierungen in der Huthaut sein, aber: im Artikel steht "in my opinion this feature is of lesser importance". ;( Bleibt also erstmal drin.

    Infundibulicybe squamulosa: KOH-positiv passt ("sofort dunkelbraun"). Ludwig schreibt "Geruch: würzig". Das ist mittlerweile auch mein Favorit, aber ich habe ja keine Ahnung. Sandige Böden haben wir hier auch.

    Infundibulicybe costata: KOH-positiv passt. Hutrand passt. Geruch würzig geht wohl hier auch.

    Infundibulicybe meridionalis - KOH-positiv. Gerippter Hutrand hier zu sehen.


    Und da weiß ich noch nicht mal ob da noch andere Clitocybe Sektionen in Frage kommen. Uff. Was für ein furchtbares Ding. Ich versuche mich dann mal an ein paar Mikros...aber erwartet euch nicht zu viel.


    LG.

    Hi.


    Hier steht momentan alles voll mit den schlanken, wiesenbewohnenden Versionen, die nicht so sehr rissig werden. Holzhäcksel spielen da keine Rolle. Diese typischen, dicken Rindenmulchdinger habe ich dagegen noch nicht gesehen. Mikroskopiert habe ich aber keine bisher, weil ich mal gelesen hatte, dass die Abgrenzung so schwierig sein soll in dem Aggregat.


    Lg.

    Hi.

    GriasDi Schupfi,

    wenn Du einen Mehlgeruch angegeben hättest, hätte ich die für Clitocybe sinopica gehalten.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Ich kann morgen noch mal einen richtig quetschen und schnuppern. Eine minimal mehlige Komponente könnte dabei gewesen sein. Kann C. sinopica denn so einen gerippten Hutrand haben? Über die KOH Reaktion konnte ich auf die schnelle auch nix finden. Ich gucke mir auf jeden Fall morgen mal noch die Sporen an, falls der Pilz was hergibt.


    Lg.

    Hi.


    Vielen Dank euch beiden für die Bestätigung. Das wäre dann ein Erstfund für mich. Ich habe mir die irgendwie viel kräftiger vorgestellt. Den würzigen Geruch tue ich dann als Anomalie ab.


    LG.

    Hi.


    Hallo Schupfi,


    so stark wie der blaut hätte ich den jetzt Xerocomellus cisalpinus genannt aber ich habe bei denen auch keinen richtigen Plan.

    So geht's mir auch gerade wieder. :|


    Na dann schaue ich mir morgen mal die Sporen an falls er was hergibt. Ich habe das auf dem zweiten Bild rechts am linken Fruchtkörper als rötende Risse interpretiert, aber das scheint ja die einzige rötende Stelle zu sein, also zu vernachlässigen? Truncate Sporen haben ja sowohl X. chrysenteron, X, porosporus und X. cisalpinus, dann geht's also danach überwiegend nach den fehlenden Rottönen im Hut und der düstereren Optik?

    Bei dem großen würde die Stielfarbe aber wohl besser zu X. porosoporus passen und ich meine, der ist hier auch im Herbst relativ häufig. Aus dem Schnittbild der Art werde ich aber irgendwie nicht schlau, gerade was das Blauen/Nichtblauen angeht. :haue: Meine bisherigen haben bei weitem nicht so stark geblaut und im Kibby ist's auch ohne Blau abgebildet.


    Gefühlt fange ich jedes Jahr wieder bei Null an bei den Rotfüßen...


    LG.

    Hi.


    Heute bin ich über die ersten Rotfüße gestolpert und ich merke, dass ich alles wieder vergessen habe was ich mir angelesen hatte...da muss ich mich erst wieder einarbeiten.


    Am Fundort: Eibe, Roteiche, Kiefer, Linde




    Frischer Schnitt - direkt blauen im Hut.


    Nach ca. einer Minute:


    Poren blauen auch:


    Nach ca. 90 Minuten ist das Blau weg:



    Ich hätte jetzt gesagt es ist einfach ein banaler X. chrysenteron? Aber ich bin wie gesagt aus der Übung.

    Einwände?


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Heute habe ich etwas gefunden, das ich nicht so richtig eingeordnet bekomme.

    Ich bin jetzt bei den Trichterlingen unterwegs und meine momentane Vermutung wäre Infundibulicybe costata wegen des gerippten Randes. Aber mir gefällt die Farbe nicht so, sie sind recht winzig und der Geruch ist irgendwie würzig.

    Sie standen zwischen Eibe, Roteiche, Kiefer, Linde im Gras/Moos. 2cm Hutdurchmesser beim größten, knapp 3cm hoch.

    Hutrand bei den jüngeren gerippt, feinsamtig, nicht hygrophan, Stiel längsfaserig.


    Ich gucke mal noch ob die absporen wollen oder noch zu jung sind. Vlt. kann ich dann morgen auch nochmal die Sporen zeigen, falls das hilft.




    KOH 20% ergibt dunkelbraun also positiv wie ich gelesen habe:


    Würdet ihr da zustimmen oder gibt's andere Optionen?


    Danke.


    LG,

    Schupfi.

    Huhu.


    Ja so ein Monster hatte ich davon auch noch nicht, makroskopisch war ich daher hier auch zuerst auf dem falschen Dampfer, aber die Würstchen kamen mir bekannt vor. :)


    Wutzi Aktuell im Buchenwald recht häufig zu finden. Ist aber tatsächlich optisch ein sehr öder Pilz, der sicherlich mit Vorliebe ignoriert wird.


    Lg.

    Danke vielmals allen für die Antworten. Ich schaffe es leider erst nächste Woche mich nochmal ranzusetzen. Lesestoff wurde mir freundlicherweise auch zugesendet von einigen, das freut mich sehr!

    Du kannst davon ausgehen, dass praktisch alle Mikrofotos im Anschluss eine Bildbearbeitung durchmachen müssen. Bei der einen Kamera mehr, bei der anderen weniger. Das schaffst du auch.

    Ja, viele der Bilder hier im Forum sind toll anzusehen, aber sicherlich dann auch nachbearbeitet oder mit besseren Kameras gemacht. Aber dein nachbearbeitetes Bild ist doch schon ganz gut, Danke für den Hinweis. Hätte ich mir eigentlich denken können, meine Kamerabilder muss ich ja auch entwickeln, die sind allerdings in RAW, nicht in jpg.


    LG,

    Schupfi

    Ich glaube du solltest in deiner Software (Bresser Mikrocam Lab?) irgendwas bei der Belichtung rumklicken und mit der Beleuchtung spielen.

    Bresser CamLabLite heißt die Software. Und die Helligkeit war am Anschlag in der Software - mehr ging nicht. Ich gucke mir das die Tage nochmal genauer an auch unter der Ölimmersion wenn ich da den passenden Putzkram habe. Nochmal zur Frage mit der Sporenmessung - macht ihr das in der 40x Vergrößerung? Damit ich das gleich richtig einstelle, kann mir vermutlich einen Objektträger mit mikrometrischer Skala leihen dafür.


    LG.

    Huhu.

    Deine Beleuchtung heisst Köhlersche Beleuchtung und was du damit als erstes tun solltest ist köhlern.

    Das habe ich nach der Bedienungsanleitung gemacht, ist aber wohl der gleiche Vorgang wie bei Youtube wie ich gerade gesehen habe. :)

    Hi Schupfi

    ohne Angabe des Hersteller und Mikroskoptypes ist es unmöglich etwas zu sagen. ;)

    Als Informationsquelle ist natürlich das Mikroskope Forum klasse, wo Du auch speziell nach deinem Mikroskope suchen kannst.

    Es ist dieses Gerät von Bresser, da gibt es in dem Forum leider keine Threads über das Modell. Angemeldet habe ich mich da und auch ein wenig gelesen aber was die Reinigung angeht, da gehen die Meinungen wohl auseinander wie hier zu lesen. Da bin ich jetzt nicht viel schlauer ob reiner Alkohol, Wundbenzin oder was anders. Immer abwischen mit Augenwatte oder nicht? Einer sagt da man soll es wegen dem Zerkratzen gar nicht regelmäßig putzen und er nimmt einfach Taschentücher wenn er es mal putzt und rät von Augen-Watte ab. :| Es gibt da mehrere solcher Threads und das scheint ein heiß diskutiertes Thema zu sein nur weiß ich nicht was nun stimmt.

    Womit reinigt ihr denn konkret?


    In der Anleitung zum Mikro steht man nimmt eben doch "reinen Alkohol" und Linsentücher oder "weichen Stoff" (Augenwatte? Taschentücher? Brillenputztücher?), die scheinen da weniger zimperlich zu sein als das Zeiss-Dokument. :/


    LG.

    Huhu alle.


    Aber ich schick dir eine PN mit einem Dokument, das du vielleicht hilfreich finden wirst.

    Vielen Dank nochmal. Ich hatte hier fast nur englische Literatur, auf Deutsch ist es ein wenig einfacher (aber nicht viel, die ganzen Begriffe kann sich doch keiner merken).

    War da keine entsprechende Software dabei ?

    Doch, da kann man auch ein paar Einstellungen machen, aber es bleibt trotzdem recht dunkel auch wenn ich die höchste Belichtung in der Software einstelle. Es ist halt komisch, dass man durchs Okular alles hell und gut sieht, über die Kamera aber nicht. Aber wenn die Bilder so ausreichen, ist das ja in Ordnung. Dann muss ich vlt. zum Knipsen die Helligkeit am Mikro immer höher regeln. "Objektträger mit mikrometrischer Skala" war der Begriff für das Messding, das mir nicht einfallen wollte. :)

    Wenn sich da nichts verstellen lässt, könntest du vielleicht auch die Aperturblende am Mikroskop verstellen - dieser direkt unter der Köhlereinrichtung vorhandene Hebel sollte bei verschiedenen Vergrößerungen unterschiedlich eingestellt sein - je höher die Vergrößerung, desto weiter links der Hebel.

    Ja, mit der Helligkeitseinstellung war ich etwas verwirrt. Ich kann die Lampenleuchtstärke einstellen, dann unten direkt über der Lampe eine Blende auf und zumachen und dann auch noch an der Irisblende beim Kondensor drehen. Da muss ich mich glaube ich etwas reinfuchsen wann man jetzt was benutzt, die Kondensoreinstellung scheint wohl für die Tiefenschärfe wichtig zu sein. Zentriert und eingestellt habe ich es nach der Bedienungsanleitung, ich hoffe mal, das passt so.


    LG.

    Huhu.


    Da es mich genervt hat, dass ich ständig irgendwelche "sensu lato"s und "cf" an meine Bestimmungen packen muss, dachte ich mir ich verwirre mich noch etwas mehr und stelle mir ein Mikroskop hin.

    Ich habe in der Grundschule das erste und letzte mal mikroskopiert, beste Voraussetzungen also.


    Mein erstes Problem auf das ich stoße: Die Kamera die dabei war ist wohl nicht so dolle. Jedenfalls sieht das Bild durchs Okular deutlich besser aus als das gecroppte auf dem Bildschirm. Die Kamera macht die Bilder ziemlich dunkel. Ich dachte die ist eine nette Beigabe, aber so richtig das Wahre scheint die nicht zu sein.

    Hier mal ein paar Entoloma Sporen (40x) in destiliertem Wasser aus der Kamera:




    Und hier die Bilder die ich einfach mit meinem billigen Handy durchs Okular geknipst habe (3x digitaler Zoom) - das kommt dem Bild was ich sehe schon näher:



    Agrocybe Sporen in destiliertem Wasser (40x) - Kamera:


    Handy:


    Ich wollte die Kamera gerne nutzen, um Sporen zu vermessen, da ich das manuell doch recht aufwändig fände und mir das als Einstiegsaufgabe in die Mikroskopie geeignet scheint. Denkt ihr die Kamerabilder reichen dafür? Oder sollte ich da lieber irgendwann nochmal Geld investieren für eine bessere? Gibt es empfehlenswerte Kameras zum Einstecken (habe nur ein Binocular)?

    Dann würde ich erstmal nur Sporenformen angucken zum lernen, Färbekram muss ich aber auch noch besorgen (außer Melzers). So weit ich jetzt gelesen habe, muss ich zum Messen eh noch so ein Deckglas mit Maßeinheiten besorgen und das dann im entsprechenden Programm kalibrieren. Mit dem Handy kann ich ja nicht messen, da dann ja durch das Gewackel, den Winkel und den Zoom keine einheitliche Basis habe.

    Und vlt. 'ne doofe Frage, aber ich habe es eben nicht gefunden bei der Suche: Misst man die Sporen (und Zystiden?) in der 40x Vergrößerung oder besser immer in der 100x Ölimmersion? Letztere habe ich noch nicht ausprobiert, da ich nachlesen muss wie man das richtig reinigt hinterher...da gehen die Meinungen scheinbar auch auseinander, aber Alkohol scheinen wohl viele zu nehmen.


    Hier auch meine ersten kläglichen Schnittversuche. Als Frischpilz hatte ich nur noch einen Buchenwasserfuß im Kühlschrank, den ich jetzt zerschnibbelt habe. Keine Ahnung ob das richtig so war, ich hab's versucht möglich dünn zu bekommen und sehe glaube ich meine ersten Würstchensporen?

    Kamera (40x):



    Ich glaube ich habe an dem guten Stück auch meine ersten Zystiden entdeckt, entlang der seitlichen Lamellen müssten das seitlich Pleurozystiden und unten an der Schneide Cheilozystiden sein, wenn ich es richtig gelesen habe:

    Handy-Schnappschuss (10x):



    So viel erstmal von mir. Rechnet mit weiteren, dummen Fragen, denn ich weiß nicht was ich tue aber es ist spannend...Ich sitze jedenfalls schon ein paar Stunden vor meinen 3 Studienobjekten.


    LG,

    Schupfi.