Hallo Rudi,
bei uns sah das nicht anders aus. Schon im Juni / Juli wuchsen bei uns die ersten Steinpilze und Birkenpilze. Dann war den kompletten August über viel zu trocken und es war kaum etwas zu finden. Anfang September dann Regen und erstmal unglaubliche Massen an Wiesenchampignons. Eine Woche später dann genau wie bei dir - Unmengen an Steinpilzen und Flockenhexen und die Artenvielfalt nahm extrem zu.
Es ist ja wirklich schön, wenn sich die Leute an den vielen Steinpilzen erfreuen und für Pilze interessieren, aber die Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Arten kennen wir so bei uns eigentlich nicht. Man kann sich ja auch mal bei einem Exemplar irren und z. B. einen Hexenröhrling aus Versehen aus der Erde drehen, obwohl man ihn gar nicht mitnehmen will und dann im Wald liegen lassen - nach dem dritten oder vierten Exemplar sollte man jedoch merken, dass da was falsch läuft und nicht jeden Fruchtkörper abschneiden, zerschneiden und liegen lassen. Es waren hier wie gesagt sicherlich über 30 Fruchtkörper auf engstem Raum, die abgeschnitten, zerschnitten und abgelegt wurden. Auch das teilweise mutwillige zertrampeln von giftigen / ungenießbaren / dem Sammler unbekannten Arten kannten wir so in den Wäldern in denen wir immer unterwegs sind eigentlich nicht und an jeder zweiten Ecke eine leere Kippenschachtel oder eine leere Bierdose machen den Gesamteindruck für nicht besser.
Zu deiner Frage: Wir wurden an anderer Stelle mehrmals darauf hingewiesen, dass Neoboletus luridiformis bzw. Neoboletus erythropus nicht die aktuelle / korrekte wissenschaftliche Bezeichnung ist, sondern Neoboletus praestigiator die aktuell gültige wissenschaftliche Bezeichnung für den Flockenstieligen Hexenröhrling ist. Neoboletus erythropus wird wohl - so wurde es uns erklärt - nur im deutschsprachigen Raum noch häufig verwendet.
Viele Grüße ![]()
