Mycena pura scheint in der Tat nicht giftig zu sein. Man hat den wohl früher gegessen und Mycena rosea nicht unterschieden. Nachdem dann Vergiftungsfälle aufgetreten sind, kam man auf die Idee, dass M. rosea eine verschiedene Art und giftig ist.
Das habe ich neulich mal irgendwo gelesen und gebe das hier wider ohne weiter recherchiert zu haben.
Es wurde in dem Beitrag von "Rettich-Helmlingen" gesprochen. Zu sehen waren aber hinterher ziemlich sicher Rosa Rettich-Helmlinge im Korb.
Es ist schwierig, bei so vielen Meinungen und Argumenten den Überblick zu behalten.
Meiner Meinung nach ist es Fakt, dass Pilzsachverständige nicht ohne jegliche Ahnung von Pilzen gezielt auf die Prüfung hin lernen und sie bestehen. Dagegen wirkt alleine die Korbprüfung, bei der man die allermeisten Pilze erkennen sollte. Und da gehört dann doch eine gewisse Erfahrung zu.
Und diese Erfahrung sollte man besitzen, bevor man als Pilzsachverständiger praktiziert und Exkursionen anbietet. Daher lasse ich z. B. mir auch trotz bestandener Prüfung noch einige Jahre Zeit, bevor ich damit beginne. Ich beschäftige mich ja erst seit 3 Jahren überhaupt mit dem Thema und dementsprechend seltener als andere hatte ich z. B. Wiesenchampignons und Karbolegerlinge in der Hand. Und das sind zwei Arten, die vermutlich oft angefragt werden. Ich kenne die Merkmale in der Theorie, aber mangels langjähriger Erfahrung nicht ohne Zweifel am Objekt.
Fakt ist aber auch, und da bin ich ganz beim Oehrling, dass die DGfM mit der Pilzsachverständigen-Prüfung versucht als Institution dem gemeinen Volk Leute vorzusetzen, die (geprüft) ihr Grundwissen über Pilze bewiesen haben. Natürlich kennen sich viele PSVs hauptsächlich mit den Giftpilzen und Verwechslungspartnern aus. Aber ist es falsch, Exkursionen oder Beratungen anzubieten, nur weil man nicht jeden Pilz bestimmt bekommt? Letztlich herrscht ja doch Mangel an Leuten, die so etwas anbieten, was wiederum Herr Bahne zeigt, der 40-60 Interessierte in seinen Führungen hat.
Ganz sicher hat Ralf mehr Ahnung von Pilzen als mindestens 90% derer, die die Pilzsachverständigen-Prüfung abgelegt haben. Von Pablo ganz zu schweigen. Aber Anfänger können das nun mal nicht einschätzen. Auf sie wirkt auch Herr Bahne unfehlbar, wenn er nur mit genügend Überzeugung referiert. Da ist ein Nachweis von einer unabhängigen Stelle schon sinnvoll. ... Aber andersherum: Wissen Anfänger darüber Bescheid, dass es Pilzsachverständige gibt? Wenn ja: Interessiert es sie oder reicht es ihnen doch, jemanden vorgesetzt zu bekommen, der möglicherweise als selbsternannter Experte agiert. Gerade die Auffrischung der Prüfung alle 5 Jahre halte ich übrigens für sehr sinnvoll. Hätte Herr Bahne daran teilgenommen, wüsste er, dass sich der Speisewert vom Kahlen Krempling und Rettich-Helmlingen in der Literatur in den letzten 25-40 Jahren (Zum Teil drastisch) geändert haben. Wenn man Führungen leitet, muss man nämlich nicht nur Erfahrungen gesammelt haben, sondern auch auf dem neuesten Stand sein. Und das funktioniert entweder über allerneueste Literatur oder eben Kommunikation mit anderen Hobbymykologen - ob über Foren, Vereine oder Auffrischungskurse der DGfM.
LG, Jan-Arne