Beiträge von Beorn

    Hallo.



    Aus der Ferne schaut mir das aus wie Psathyrella multipedata.


    Mir auch.
    Kommt irgendwie ziemlich glatthütig (vor allem ungerieft) und langstielig daher. So ist mir jedenfalls noch keine Art aus der Glimmertintlings - Gruppe begegnet. :/



    LG, pablo.

    Hallo, Leute!


    Oh ja, das war eine tolle Runde.
    Der Freitag abend muss legendär - Status erhalten, obwohl wir ja auch um halb elf alle im bett waren und nur Wasser getrunken und dabei akribisch aufgeräumt hatten. :evil:


    Der Samstag abend hätte sich dann fröhlicher gestalten sollen, aber...
    Mann, war ich platt. Immerhin für drei Pilztouren am Tag hat's noch gereicht.
    Ich glaube aber, daß das Wegräumen von Pilzauges Schnapsvorräten nicht das Problem war. Das löst generell keine fiebrige Grippe aus, die mir derzeit in den Gliedern rumbügelt. :cursing:
    Ich hoffe, ich habe niemenaden angesteckt, und ihr seid alle fit?


    Den schönsten Pilz des Wochenendes bekam ich allerdings von Tuppie.
    Ansonsten hätte ich dir zugestimmt, Christoph, aber damit bekommt bei mir der Borstige Knäueling nur Rang 2.


    Käffchenmorchel:


    Und beinahe hätte ich den Mousseron auch noch gezeigt, aber Christophs Bild ist viel schöner.
    Also lieber Rosshaarschwindlinge (Marasmius androsaceus):


    Sehr schön waren auch die vielen Weitlöchrigen Porlinge (Polyporus arcularius):


    Und sowas Stinkiges an Nadelholz. So richtig glücklich bin ich mit Diplomitoporus lindbladii (Grauender Resupinatporling) nicht mehr:


    Aber gestern schlugen auch alle Versuche der Mikroskopie fehl, wird an fiebrig zitternden Händen gelegen haben. Wenn ich aber wirklich rundliche Sporen gefunden habe, und sich in KOH tatsächlich statt der Hyphen mein Verstand aufgelöst hat, dann kann's doch auch wieder richtung Oxyporus gehen...
    Den muss ich mir nochmal vorknöpfen.
    Oder hast du was raus, Toffel?


    Einfacher war der Täubling, der scharfe, stinkige am zweiten Exkursionsplatz, der hieß, äh, hieß noch mal, äh...


    Aber den hier waiß ich. The Making of of Christophs Bild of Boletus luridiformis (muss man hier auch den englischen namen nehmen, wenn man mal so anfängt):

    Also Flocki eben.


    Zweitschönster Großpilz des Tages:



    Lentinus strigosus = Panus rudis = Panus neostrigosus = Borstiger Knäueling


    Und im Sumpf war mit Verena Hexeneier mampfen irgendwie schöner als knipsen, aber eins habe ich doch noch:

    Cudoniella clavus (Wasserkreisling).


    Und mein Gesicht darf auch ruhig zu sehen sein. Kein Problem.


    Bin ja noch gespannt auf die Spezialisten (Jule & Ingo), ich glaube, die hatten den buntesten Teil der Exkursion aufgesammelt. :P



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas & Jonas!


    Tja, also, hm...
    Auf dem neuen Bild sehe ich jetzt auch nichts Rotes. Aber wie das so mit den Bildern ist - da weißt du ja auch bescheid.
    Aber so nach dem Bild wäre das für mich schon mal (mit Vorbehalt) die ganz gelbe Version. Egal wie man die nun nennen mag.


    Für meinen Teil bleibe ich da derzeit bei B. pseudosulphureus, weil der Name eben am eindeutigsten ist, und noch nie für eine der teilweise noch pigmentierten Farbformen verwendet wurde.


    Ob der Artrang gerechtfertigt ist ... weiß ich nicht.
    Aber die Zweifel, die sind sicher gerechtfertigt. Denn hinterfagen muss man immer. Selbstverständlich kenne ich die Präsentation von B. Assyov, die Darstellung (und einige weitere Quellen, die ich dank Assyov dazu gefunden habe) waren es ja, die mich dazu gebracht haben >meinen eigenen Fund< überhaupt so zu nennen. ;)
    Ich hatte jedenfalls nichts davon gehört, daß es mittlerweile abgeschlossene Studien gibt, die die Eigenständigkeit von B. pseudosulphureus wiederlegen. Solange tendiere ich schon dazu, die Art getrennt zu erfassen. Ist auch aus kartierungstechnischen Gründen sinnvoller, weil es sonst einen enormen Aufwand bedeutet, die Fundmeldungen wieder auseinanderzuprokeln, wenn sich eben doch belegen lässt daß die beiden getrennt werden müssen.
    Was hier wegen der teils sehr verwirrenden Taxonomie durch Verwendung der selben Namen für unterschiedliche Ausprägungen ohnehin schwierig ist.
    Das Problem gibt es ja bei vielen seltenen (bzw. selten dokumentierten) Röhrlingen. Auch die Eigenständigkeit von Taxa wie B. mendax, B. caucasicus, B. immutatus, B. kluzakii oder gar B. pinetorum ist m.E. nicht vollständig schlüssig. :(



    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Ja wie, warum ist mir das Thema bislang entgangen?
    Egal jetzt habe ich's gesehen. Danke für's Zeigen!
    Ich freue mich sowieso über deine Beiträge, weil du gerne auch Pilze zeigst, die zum einen ungewöhnlich sind (Wer achtet schon auf Porlinge und Rindenpilze), zum anderen zeigst du oft Arten, die in meinem Einflussgebiet eben kaum zu finden sind.


    Deinen Weitlöchrigen zweifle ich nicht an, ich gehe davon aus, daß du die Poren schon genau angeschaut hast. ;)
    Lieber zweifle ich die vermeintliche Phanerochaete laevis an. Die finde ich nämlich ganz schön rot für die Art. Da gäbe es ein paar mehr Kandidaten, die so aussehen können, diese Cortis sind aber eben auch irre knifflig.
    Aber bei dem Erscheinungsbild würde ich fast wetten, daß sich da feine, meruloide Poren finden, wenn man mal ganz nah drangeht mit der Kamera. ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Sarah!


    Ein Lebenszeichen von dir ist immerhin mal schön. :)
    LAss ich nicht unterkriegen, irgendwann kommt auch wieder mehr Zeit (wenn man endlich mal meinen Vorschlag aufgreift, und den Tag auf dreißig Stunden verlängert).


    Danke für den Link, finde ich gerade nämlich ziemlich spannend.



    LG, pablo.

    Hallo, Andreas!


    Ich gehe mal davon aus, daß du das mit dem Pilz in der Hand besser beurteilen kannst.
    Die Farben auf den Poren sahen über Bild so aus, als wäre das eher so ein Trockenschaden. Das sehe ich im Alter gelegentlich bei Gelbporern, so ein roströtliches Einfärben. Ziemlich crass hatte ich das schon gelegentlich beim Wurzelnden Bitterröhrling (Boletus radicans) gesehen, den ich deswegen auch schon für einen Rotporer hielt und verwirrt war.
    Aber das Phänomen kennst du sicher auch, dann verlasse ich mich lieber auf deine Diagnose aus erster Hand.



    LG, Pablo.

    Hallo, Tom!


    Ich kaufe noch ein "u" und mache Polyporus arcularius draus. Dann passt die Bestimmung. Polyporus brumalis (Winterporling) kann auch sehr ähnlich sein, aber hat eben meist eher rundliche und nciht ganz so große Poren (wenn auch größer als der Maiporling.


    Und ich bin stolz wie bolle, wenn der Schlüssel bei dir schon mal funktioniert hat. :cool:



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Ein tolles Bild, am Wochenende hatte ich mich ja schon über den ersten Flocki des Jahres gefreut. So ein Fund wäre ein Highlight.


    Wo du die nur immer auftreibst...
    Also nicht nur die Pilze, sondern auch:

    Zitat


    Boletus discolor


    8|
    Das ist ein recht unbekanntes Synonym für Boletus luridiformis var discolor, also für auch für B. erythropus var. junquilleus. Bezeichnet wurde damit aber eine reine Farbform vom Flocki mit mehr gelben Anteilen, aber eben nicht in allen Teilen ohne rotes und ohne braunes Pigment. Und natürlich mit inkrustierten zellen der HDS.


    Was du gefunden hast, ist doch etwas wesentlich selteneres, nämlich komplett gelb ohne rotes und ohne braunes Pigment (die braunen Flecken durch Berührung zählen nicht) und wahrscheinlich auch auf eher basischem Boden gefunden und Zellen der HDS ohne Inkrustierungen.
    Also Boletus pseudosulphureus Kallenbr. (bzw. Boletus junquilleus (Quel.) Boud.). :thumbup:
    Wird derzeit auf Artrang von Boletus erythropus unterschieden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Tom.


    Peziza varia hatte ich auch schon mit einem Durchmesser von 10 cm gefunden. Auf solche Merkmale ist in der Gattung kein Verlass, das variiert sehr stark.
    Auch ist Peziza varia anscheinend mehr so eine Sammelart. PdS trennt ja zum Beispiel Peziza micropus von Peziza varia, die werden gelegentlich auch zusammengeschmissen.
    Ob und in wie weit das gerechtfertigt ist, kann ich als Unkundiger nicht beurteilen.
    Aber Am besten schaust du dir die reifen Sporen an, die von Peziza arvenensis wären fein punktiert, die der Arten aus der varia - Gruppe glatt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Freut mich, wenn's euch gefällt und / oder sogar nützlich ist.
    Wenn ihr beim Schlüsseln auf irgendwelche Probleme oder Fehler stosst, dann sagt bescheid. Das freut mich auch, weil es hilft, das System zu verbessern.


    Das ist ein sehr schönes Bild von den Löwengelben, Karl. :thumbup:
    Ein Portrait zu der Art ist in Arbeit, dauert noch ein bisschen. Wenn's fertig ist, kannst du das Bild auch noch da reinstellen, das wäre super.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nando!


    Tolle Bilder.
    Ja, und ich schließe mich da Markus an. Das ist schon ok so mit dem Anklicken. Es muss ja nicht alles gleich aussehen, und die Bilder sind es wert.


    Der Pappel - Grünling hat mittlerweile Artrang und dürfte Tricholoma frondosae heißen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Super, ich hab's gefunden. :thumbup:
    Schöne Aufsammlung, aber gestern war ja auch nicht schlecht.


    Übrigens, das verlinste Breitblatt gefällt mir trotzdem. Das sieht aus wie unter Wasser photographiert.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Gestern abend bin ich bei Recherchen zu einer ganz anderen Sache über einen Pilz gestolpert.
    Wahrscheinlich ist das aber auch die falsche Spur, Boletus radicans wird wohl die bessere Option sein. Aber ein Vergleich schadet ja nie:
    >Boletus kluzakii bei Boletales.com<
    >Bilder von Hlasek<
    >Beschreibung von Sutara & Spinar<


    Die Art war auch mal >bei den Doppelpilzen in der Diskussion<.
    Wie gesagt, die rosahütige Form von B. radicans dürfte wahrscheinlicher sein. Daß B. kluzakii bislang wohl nur in Tschechien nachgewiesen ist, sollte allerdings nicht stören. Immerhin wären die beiden Arten (wenn sie denn zu trennen sind, siehe Kommentar von Jürgen Schreiner bei den Doppelpilzen) zwar sehr ähnlich, aber Tendenzen lassen sich nachvollziehen, auch ohne eigene Funde. Wenn es zB so sein sollte, daß sich bei B. kluzakii die rosa Hutfarben erst im Alter entwickeln, Bei B. radicans dagegen im Alter eher verschwinden, würde mir das zweite Bild in >Rudis Galerie< am ehesten zu der Art passen.


    Das Ganze nur mal so nebenbei als Denkanstoß. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas und Conny!


    Klar, der erste könnte schon Peziza arvenensis sein. Allerdings ist in der Gattung eine Bestimmung ohne mikroskopische Untersuchung ausgeschlossen, weil das Aussehen der einzelnen Arten stark variiert. Es kann also auch gut sein, daß das etwas ganz anderes ist.
    Eine Diskussion dazu gab es kürzlich >hier<, falls ihr ein paar MInuten Zeit habt, könnt ihr ja mal reinschauen.


    Das Andere scheint auch ein Peziza zu sein. Muss aber nicht, dazu kenne ich mich da zu wenig aus. Möglich wäre vielleicht auch ein anderer Becherling, >zB sowas<.
    Wenn es eine Peziza ist, kann man sich mal mit arten beschäftigen, >die so aussehen<.
    Allerdings dürfte man dann wieder vor dem selben Problem stehen, wie bei Fund 1: Ohne Mikro keine Chance auf einen sicheren NAmen.
    Sorry. :(



    LG, pablo.

    Hallo, Karen!


    Der Pilz erscheint so lange, bis das Substrat aufgebraucht ist. Die Art mag gerne nährstoffreiche Sachen, P. vesiculosa wächst bevorzugt auf mit Pferdemist durchsetztem Stroh. Aber ich denke, Stroh alleine geht auch, sowie andere Pflnazenreste, Kompost usw.
    Es muss nur genug sein. Wenn es nicht mehr reicht, stellt er die Fruchtkörperproduktion ein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Damit niemand bis Sonntag warten muss, flugs noch die Antwort auf die

    2. Frage an das Orakel: Vergreitet der Pilz einen arttypischen/markanten, aufdringlichen Geruch, der oft in der Literatur als "nach Scheunenstaub" beschrieben wird?


    Ja, den geruch kann man so beschreiben. Jetzt habe ich zwar nur schnell in zwei Bücher reingeschaut, die schrieben was anderes, aber es kommt jedenfalls hin. Der Geuch ist jedenfalls sehr markant.



    LG, Pablo.

    Stielporlinge = Polyporus P. Micheli ex Adanson s.str.


    Kurzbeschreibung für die mitteleuropäischen Arten:
    Einjährige Porlinge, abgestorbene Fruchtkörper können wegen der im Alter sehr zähen Fleischkonsistenz auch deutlich länger als ein Jahr zu sehen sein;
    Zersetzer (Saprobionten), seltener Wund- oder Schwächeparasiten an Laub und (selten) Nadelholz;
    Fruchtkörper deutlich gestielt (zentral bis seitlich);
    Hutunterseite mit sehr weiten bis sehr feinen Poren;
    Fleisch weißlich, schwammig - brüchig bis korkig hart;
    Sporenpulver weiß;
    Sporen zylindrisch bis allantoid, glatt, dünnwandig, inamyloid;
    Basidien meist 4-sporig; keine Zystiden vorhanden;
    Hyphenstruktur dimitisch
    Die Typusart der Gattung ist Polyporus tuberaster (Sklerotienporling)



    Artenliste:
    >Polyporus alveolaris / mori = Bienenwabenporling<
    >Polyporus arcularius = Weitlöchriger Porling<
    >Polyporus badius = Kastanienbrauner Stielporling<
    >Polyporus brumalis = Winterporling<
    >Polyporus ciliatus / lepideus = Maiporling<
    >Polyporus leptocephalus / varius = Löwengelber Stielporling<
    >Polyporus melanopus = Schwarzfußporling<
    >Polyporus squamosus = Schuppiger Porling<
    >Polyporus tuberaster = Sklerotienporling<
    >Polyporus umbellatus = Eichhase<


    Achtung: Das sind nur die wichtigsten, in Mitteleuropa vorkommenden Arten.
    In Südeuropa, vor allem aber in subtropischen und tropischen Regionen kommen viele weitere Arten vor, die hier nicht berücksichtigt sind!




    Provisorischer Bestimmungsschlüssel für die oben genannten Arten:


    1a) Fruchtkörper büschelig mit mehreren Einzelhüten aus einem Strunk entspringend, Stiele teils verzweigt --> >Polyporus umbellatus (Eichhase)<
    1b) Fruchtkörper einzeln oder in lockeren Gruppen, selten und nur wenige Exemplare mit zusammenwachsender Stielbasis --> 2


    2a) Hutoberfläche grobschuppig --> 3
    2b) Hutoberfläche glatt, filzig oder sehr fein schuppig --> 5


    3a) mit Mehlgeruch --> >Polyporus squamosus (Schuppiger Porling)<
    3b) ohne Mehlgeruch --> 4


    4a) Poren bis 1/mm, Röhren weich, wässrig, fast gelatinös; Fruchtkörper ausgewachsen zentrisch bis schwach exzentrisch gestielt --> >Polyporus tuberaster (Sklerotienporling)<
    4b) Poren größer als 1/mm; Röhren eher fest, nicht wässrig; Fruchtkörper ausgewachsen seitlich gestielt oder zumindest deutlich exzentrisch --> >Polyporus alveolaris / mori (Bienenwabenporling)<


    5a) Poren mittelmäßig fein bis sehr weit (generell weniger als 4/mm) --> 6
    5b) Poren fein bis sehr fein (generell mehr als 4/mm) --> 7


    6a) Poren sehr groß (meist mehr als 1mm lang); deutlich langgezogen rauten –“ oder rhombenförmig --> >Polyporus arcularius (Weitlöchriger Porling)<
    6b) Poren selten (erst im Alter) langgezogen; eckig; ca. 1-3/mm --> >Polyporus brumalis (Winterporling)<


    7a) Hutoberfläche filzig, faserfilzig oder fein faserschuppig, Stieloberfläche ebenfalls schuppig bis filzig, generell nicht schwärzend --> >Polyporus ciliatus (Maiporling)<
    7b) Hutoberfläche radialfaserig, matt oder glänzend, nicht filzig oder schuppig, Stieloberfläche glatt bis sehr fein filzig, aber wenn filzig dann auch von der Basis her deutlich schwärzend --> 8


    8a) Hutoberfläche speckig glänzend --> 9
    8b) Hutoberfläche matt --> >Polyporus leptocephalus / varius (Löwengelber Stielporling)<


    9a) Wachstum direkt auf Holz, seltener an vergrabenem Holz (dann scheinbar auf Erdboden); generative Hyphen ohne Schnallen --> >Polyporus badius = Kastanienbrauner Porling<
    9b) Wachstum meist auf Erdboden (bzw. an vergrabenem Holz); generative Hyphen mit Schnallen --> Polyporus melanopus (Schwarzfuß –“ Porling)


    Anmerkung zum Schlüssel:
    Wegen der großen Variationsbreite der hier behalndelten Arten kann es insbesondere bei der Beurteilung von zu jungen (noch nicht alle Merkmale entwickelt) oder zu alten (überständig, Merkmale teils schon verfallen) Einzelfruchtkörpern zu falschen Ergebnissen kommen. Darum sollte wenn möglich immer eine Kollektion von mehreren Fruchtkörpern in veschiedenen Entwicklungszuständen untersucht werden. Dabei sollte man auch auf die Beschreibungen der Arten achten (Gesamtbild) und ggfs. Das Schlüsselergebnis noch mal mit einem anderen Fruchtkörper der selben Kollektion nachvollziehen.
    Geändert 28.05.2014; danke Christoph!



    Gattungsabgrenzung / ähnliche Arten:
    Die Gattung Polyporus war früher wesentlich umfangreicher, da sehr viele holzbewohnende Pilze mit Röhren und Porenschicht hier zusammengefasst waren. Mittlerweile enthält die Gattung (in Mitteleuropa) nur noch klar gestielte Arten.
    Gestielte –žPorlinge–œ kommen allerdings auch in anderen Gattungen vor:
    - Podofomes: monotypische Gattung mit nur einer Art --> Podofomes trogii = Tannen –“ Stielporling; mit zumindest im Alter krustenartiger Hutoberfläche
    - Grifola: monotypische Gattung mit nur einer Art --> >Grifola frondosa = Klapperschwamm<
    - Boletopsis (Rußporlinge): mit zwei Arten in Mitteleuropa, monomitischer Hyphenstruktur und eckigen Sporen; Bodenbewohner
    - Albatrellus (mit zB. Albatrellus ovinus = Schafporling, Albatrellus confluens = Semmelporling, Albatrellus cristatus = Kammporling, Albatrellus pes-caprae = Ziegenfußporling): Bodenbewohnende Porlinge mit monomitischer Hyphenstruktur und breit ellipsoiden Sporen; Mykorrhiza –“ Pilze
    - Abortiporus (Saftwirrlinge): meist eher undeutlich gestielt und gerne mit mehreren Fruchtkörpern zusammenwachsend; zwei seltene Arten in Deutschland: Abortiporus biennis = Rötender Saftwirrling, Abortiporus fractipes = ohne deutschen Namen
    - Pelloporus mit einer gestielten Art: Pelloporus tomentosus = Gestielter Filzporling
    - Coltricia (Dauerporlinge) mit 4 Arten in Europa, die sich meist nur mikroskopisch unterscheiden lassen. Am bekanntesten wäre Coltricia perennis = Gebänderter Dauerporling
    - Ganoderma: Als Arten mit Stiel wären in Europa vor allem Ganoderma lucidum = Glänzender Lackporling und Ganoderma carnosum = Dunkler Tannen –“ Lackporling zu berücksichtigen.

    Hallo, Reinhard!


    Das ist ein >Breitblatt<.
    Auf die Hutfarbe musst du dich da nicht verlassen, die kann bei dieser Art auch braun sein.
    Wichtige Merkmale hier sind die am Stiel angewachsenen Lamellen, das weiße Sporenpulver, die Rhizomorphen am Stiel und das fast fehlende Hutfleisch.



    LG, Pablo.

    Polyporus squamosus (Huds.) Fr.
    Schuppiger Porling, Großer Schuppen - Stielporling
    Synonyme:
    - Vgl. >MycoBank<
    - und >SpeciesFungorum<



    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:kann sehr groß werden: bis 50 cm im Durchmesser; unregelmäßig rundlich, nierenförmig bis fächerförmig; Hutrand jung etwas eingerollt, normalerweise ohne Wimpern oder Fransen, im Alter auch aufgebogen; Oberfläche mit groben, gerne konzentrisch angeordneten und angedrückten Schuppen, sehr beständig, auch im Alter kaum verkahlend; Schuppen jung dunkelbraun, im Alter zu ockerbraun oder gelbbraun verblassend, Untergrund ockergelblich, beige, jung auch weißlich


    Stiel: seitlich angewachsen, bei ganz jungen Basidiocarpien oder oberseits auf dem Substrat wachsend selten auch mal exzentrisch; dick, kräftig, kurz; manchmal (besonders bei seitlich am Substrat sitzenden Fruchtkörpern) nur rudimentär vorhanden; Oberfläche jung weißlich bis hellockerlich, später von der Stielbasis her schwärzend und holzig - zäh


    Poren: jung weißlich, alt cremefarben bis ockergelblich, bei Verletzung gelegentlich etwas bräunend; Poren rundlich bis etwas eckig, im Alter auch mal etwas langgezogen, recht weit; Röhren kurz, wasserreich, schwammartig, teils fast gelatinös, trocken hart; am Stiel herablaufend


    Fleisch: weißlich, im Stiel auch bräunlich; schwer, jung weich und fast schwammig; alt zäh, gummiartig und längsfaserig; Geruch immer und meist deutlich nach Mehl / Salatgurke (Alleinstellungsmerkmal in der Gattung!); Geschmack mild oder bitter


    Speisewert: jung essbar, wenn man den Mehlgeruch / -geschmack mag. Alt zäh und oft bitter


    Sporenpulver: weißlich


    Vorkommen: weit verbreitet und gebietsweise häufig; Haupterscheinungszeitraum frischer Fruchtkörper ist das Frühjahr bis in den Sommer hinein, vor April und ab August selten; Wund- und Schwächeparasit an stehenden Laubbäumen (teils auch meterhoch über dem Boden), auch Zersetzer an abgestorbenem Holz bis zur Finalphase der Vermorschung, meistens dickes Substrat (Stammstärke) besiedelnd; klassisches Element in Habitaten mit Auwaldcharakter, darüber hinaus an boden- und luftfeuchten, nicht zu sonnigen Standorten, bevorzugt über basen- und nährstoffreichen Böden


    Verwechslungen: Die Art kann am ehesten mit dem Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) verwechselt werden, der aber niemals mehlig riecht, eher zentrisch gestielt ist und keine lebenden Bäume besiedelt
    Kleiner und mit weiteren, wabenartigen Poren ist der Bienenwabenporling (Polyporus alveolaris), der ebenfalls nicht mehlig riecht.
    Der Weitlöchrige Porling (Polyporus arcularius) ist eine eher zentrisch gestielte, kleinere Art ohne Mehlgeruch und mit bewimpertem Hutrand, die eng mit dem Winterporling (Polyporus brumalis) verwand ist. Unterscheidungsmerkmale sind analog.


    Anmerkungen: Die Taxonomie der Art ist teils schwer nachzuvollziehen. Es finden sich in den Datenbanken (siehe oben) teils Synonyme, die an anderer Stelle wieder für andere –žgute–œ Arten als Synonym auftauchen. Dennoch ist der Name Polyporus sqamosus Hudson 1778 : Fries 1821 eindeutig festgelegt. Die Schwierigkeit besteht im Nachvollziehen der Beschreibungen der selben Art durch andere Autoren, sowie in der Einordnung der beschriebenen Formen und Varietäten. Dazu kommt, daß es bisweilen in anderen Klimazonen und auf anderen Kontinenten weitere Arten beschrieben sind, die hier nicht vorkommen, der europäischen Art allerdings ähnlich sein können.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Polyporus tuberaster = Sklerotienporling<
    >Polyporus alveolaris / mori = Bienenwabenporling<
    >Polyporus brumalis = Winterporling<
    >Polyporus arcularius = Weitlöchriger Porling<

    Polyporus tuberaster (Jacq. ex Pers.) Fr.
    Sklerotienporling, Kleiner Schuppenporling
    Synonyme:
    - Boletus tuberaster Jacq. ex Pers.
    - Polyporus forquignoni Quel.
    - Polyporus lentus Berk.
    - Polyporus floccipes Rostk.
    - Polyporus coronatus Rostk.
    - Polyporus boucheanus (Klotzsch) Berk.



    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:bis 15 cm breit, rundlich oder etwas unregelmäßig verbogen; Hutrand jung etwas eingerollt, später auch aufgebogen, häufig etwas fransig bewimpert; Hutoberfläche grobschuppig, Schuppen angedrückt, beständig, jung dunkelbraun oder graubraun, im Alter verblassend und dann auch mehr ockerlich oder gelbbraun; Untergrund cremefarben, hellocker oder ockerbräunlich


    Stiel: zentrisch oder schwach exzentrisch; meist gut entwickelt; jung weißlich bis cremefarben, später ockerbräunlich, selten von der Stielbasis her dunkelbraun bis schwärzlich; relativ glatt


    Poren: weißlich, im Alter cremefarben bis blassocker; bei Verletzungen gelegentlich schwach bräunend; Poren rundlich bis eckig, selten etwas langgezogen; Röhren kurz, weich, teils etwas schwammig oder fast gelatinös wirkend; am Stiel herablaufend


    Fleisch: weißlich; jung weich, später zähelastisch; wasserreich; jung mit angenehmem, würzig –“ pilzigem Geruch und mildem Geschmack.


    Speisewert: jung essbar, alt zäh


    Sporenpulver: weißlich


    Vorkommen: eher zerstreut und nur gebietsweise häufig; Haupterscheinungszeit im Frühsommer bis Herbst, bei günstiger Witterung auch abweichend; theoretisch nicht an bestimmte Wald- und Bodentypen gebunden, benötigt aber Laubholz und meidet zu trockene und zu sonnige Standorte ebenso wie besonders winterkalte Gebiete. Daher kaum in großen Höhen in Gebirgen zu finden und nicht in geschlossenen Nadelwald –“ Gebieten.
    Besiedelt Totholz unterschiedlicher Dicke (nie lebendes Holz), sowohl liegende als auch noch ansiztende Äste und Stämme von der Initialphase bis zur Finalphase der Vermorschung; kann auch sowohl auf vergrabenem Holz wachsen, als auch aus einem im Erdboden steckenden Sklerotium, das aber in Mitteleuropa anscheinend seltener ausgebildet wird als in Südeuropa.


    Verwechslungen: Sehr ähnlich kann der Schuppige Porling (Polyporus squamosus) aussehen, der aber in aller Regel seitlich bis deutlich exzentrisch gestielt ist und mehlig riecht.
    Der weitlöchrige Porling (Polyporus arcularius) und der Winter –“ Stielporling (Polyporus brumalis) haben nie eine grobschuppige Hutoberfläche.
    Der Bienenwabenporling (Polyporus alveolaris) ist eher exzentrisch gestielt und hat größere, unregelmäßig wabenförmige Poren.
    Der Gestielte Filzporling (Pelloporus tomentosus) und der Tannen –“ Stielporling (Podofomes trogii) haben eine nicht grob geschuppte Hutoberfläche, sind unregelmäßiger im Wuchs und festfleischiger, zudem unterscheiden sie sich stark mikroskopisch.
    Auf Erdboden wachsende Fruchtkörper von Polyporus tuberaster können auch mit Röhrlingen verwechselt werden, zu erwähnen wäre hier zB der Hohlfußröhrling (Boletinus cavipes), der aber eine mehr wollig –“ schuppige Hutoberfläche hat und einen gekammert –“ hohlen Stiel. Röhrlinge (Boletaceae) sind Mykorrhiza –“ Pilze.


    Anmerkungen: Der Pilz kann (macht er aber nicht immer) Sklerotien bilden, so daß er als Holzbewohner auch auf blankem Erdboden wachsen kann. Die Fruchtkörper erscheinen zunächst auf Holz, solange dort genug Nährstoffe enthalten sind, bildet der Pilz neben dem Substrat sein Sklerotium für schlechte Zeiten (falls möglich). Nimmt man das Holz weg, oder ist das Nährstoffangebot des Substrats aufgebraucht, kann der Pilz noch längere Zeit aus dem Sklerotium im Erdboden Fruchtkörper bilden.
    Dazu gibt es auch die Geschichte der –žPilzsteine–œ aus Italien, die schon Goethe bei seinen Reisen fasziniert haben.
    Eine kleine Zusammenfassung der Geschichte und weitere interessante Ausführungen zur Beschreibung der Art inden sich in den >Westfälischen Pilzbriefen< zum Herunterladen.



    Bilder:






    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Polyporus squamosus = Schuppiger Porling<
    >Polyporus alveolaris / mori = Bienenwabenporling<
    >Polyporus brumalis = Winter - Stielporling<
    >Polyporus arcularius = Weitlöchriger Porling<
    >Pelloporus tomentosus = Gestielter Filzporling<
    >Podofomes trogii = Tannen –“ Stielporling<
    >Boletinus cavipes = Hohlfußröhrling<

    Hallo!


    Jetzt hätte ich fast vergessen, hier noch Bilder anzufügen.


    Einmal reife Fruchtkörper in idealtypischer Ausprägung:


    Sowie reife Fruchtkörper in blass, mit Olivtönen (was häufig vorkommt):

    Wobei es sogar rein weiße Ausprägungen gibt.


    Und in ganz jung:

    Der Stiel zeigt in dem Entwicklungsstadium noch keine schwarzen Farben, die Hüte sind klein, der Stiel im vergleich dazu ziemlich stämmig, der Hut sitzt noch ziemlich zentral, später wächst er sich stärker in eine Richtung aus (vom Substrat weg), so daß das typische, seitständige Erscheinungsbild entsteht.
    Die Hutoberfläche ist allerdings schon charakteristisch glänzig, in diesem Jungstadium noch etwas fein bereift, beim Anfassen aber schon speckig - glatt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Gregor!


    Deine Bilder kenne ich doch? Die hatten wir glaube ich schon mal besprochen, aber lief das nicht auf Gymnopus (Blassporrüblinge) hinaus? Neben dem Üppigen Blassporrübling (Gymnopus luxurians) war glaube ich noch eine weitere Art im Gespräch, aber das Thema finde ich so schnell jetzt nicht wieder.


    Da weiß ich jetzt auch nicht, ob da von Raslingen die Rede war, aber es sollte mich wundern. Denn wie Raslinge sehen deine Bilder echt nicht aus.


    Die Aufsammlung von Jan - Arne dagegen würde ich einfach mangels Alternativen auch schon als Panzerraslinge (Lyophyllum decastes) ansehen. Allerdings ginge es mir da wie Ingo und Harald: So richtig zufrieden wäre ich da nicht, jedenfalls wäre das nichts, was ich als sicher (oder gar als was zum Essen) ansehen würde.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karen!


    Über den Weg und Verbleib der Raupe weiß ich nichts zu sagen, aber ich finde, das ist ein sehr schöner Holzstapel. :thumbup:
    Da würde man sich doch scheuen, wenn das Holz ausreichend trocken ist, den zwecks Ofenbefüllung anzubrechen.


    Der Blasige Becherling (Peziza vesiculosa) nimmt es mit dem Erscheinungszeitpunkt n icht so ganz genau, denke ich. Wichtig ist ausrecihend Feuchtigkeit. Mangels derer habe ich hier in der Gegend noch keinen einzigen Blasigen an den typischen Stellen (ältere Misthaufen mit viel Stroh und etwas Pferdedung) gefunden.
    Das ist übrigens mit Ausnahme der milchenden Arten wohl der einzige Becherling der Gattung, der sich bei idealem Erscheinungsbild mit recht großer Sicherheit makroskopisch ansprechen lässt.
    Das rasig - gedrängte Wachstum, die jung wie Blasen aussehenden Fruchtkörper und der Standort charakterisieren die Art ganz gut.



    LG, Pablo.

    Moin, Leute!


    Was ich ankündigen sollte:
    Am Wochenende bin ich unterwegs (wie sicher auch einige andere Foris) und komme bestimmt nicht groß dazu, hier zu schreiben. Also eine Frage noch heute abend hätte größere Chancen, noch vor Sonntag beantwortet zu werden. ;)



    LG, Pablo.