Beiträge von Beorn

    Hallo, Matthias!


    In der Tat scheint die var. poroides in Deutschland demnach ungerecht verteilt zu sein.


    Allerdings fiel mir auch gerade auf, daß ich ja beide schon zusammen gefunden hatte. Und durcheinanderwachsend.
    Die Bilder sind nur grottenschlecht geworden und im Ordner mit gemischten Pilzbildern gelandet.


    Juni 2013:


    Aber daß die var. fruticulosa selten in gelb auftritt ist doch richtig, oder?



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Das ist aber auch verzwickt. 8|
    Kurz was Formales: Dein Link zum Schlüssel von Andreas geht nicht. Da ist eine Klammer reingerutscht, die da nicht reingehört. >So landet man "weich"<.


    Aber immerhin ist mir dank deiner Ausführungen gerade einiges klar geworden: Nämlich die Schwierigkeiten mit dem Typusmaterial.
    Also die Aufsammlung, anhand der eine Art beschrieben wurde. Auch wenn der Autor natürlich mehrere geesichtet hat, aber eine gilt dann ja als Ausgangsmaterial.
    Und gerade bei Pilzen, wo die Konservierung (Trocknung) die Merkmale beeinträchtigt, hat man dann den Salat bei der Überprüfung, ob nicht genau der Fund eben doch identisch oder verscheiden ist mit einer anderen Aufsammlung.
    Dann die Weiterentwicklung der Untersuchungsmethoden (wobei es dann ja bald mit dem Taschensequenzer wieder ganz einfach wird).
    OK, daher also die vielen Namen.
    Das Thema betrifft ja aber nicht nur Kleinbecherlinge.
    Ich denke, das geht so auch bei ganz unscheinbaren Riesenschwarten, wie zB Nabelinge und Rötlinge, und Cortinarien natürlich (ganz besonders Cortinarien).
    Tja und wenn der Originalbeleg dann auch noch verschollen ist zB...
    Dann hätte sogar der Taschensequenzer ein Problem. Oder auch dann, wenn die Art sich mittlerweile etwas weiter entwickelt hat und irgendwo ein paar Aminosäuren vertauscht wurden...


    Aber ich bin ja froh drum, wenn da Leute mit Verstand dran arbeiten, die nicht nur Daten vergleichen, sondern auch mal den Kopf heben und sich fragen, wo das eigentlich alles herkommt, und wo es hinsoll.
    Und warum das alles so passiert.
    Weil dann kommen auch die Durchschnitts - Pilzfans wie ich noch mit und können dem Ganzen auch folgen. :thumbup:



    LG, pablo.

    Hallo, Christoph!


    Soso, flockenstielige Netzhexen findest du also. ;)
    Keine Sorge, ich glaub's dir.
    Trotzdem: Hast du mal den Röhrenboden angeschaut? Und / Oder den Fund bei Jürgen Schreiner vorgestellt?
    Da wurde ja vor gar nicht all zu langer Zeit ein gewisser Herr Boletus mendax beschrieben, was ja so in ungefähr eine Netzhexe mit nur rudimentär ausgeprägtem Stielnetz und gelbem Röhrenboden wäre, wenn ich das richtig verstanden habe.


    Mein Beineid zum Riesenscheidenstreifling.
    Bestell mir mal so einen auch, wenn ich zu Besuch komme!



    LG, Pablo.

    Hallo, Christian!


    Genau, der schrumpft. Wenn es noch trockener wird, wird er noch dünner und sieht fast wie eine schwarze Flechte aus.
    Judasohren können das ja auch.


    Stoppeliger Drüsling (Exidia truncata) ist richtig.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Die Literatur nicht gelesen -- oder jemand hat halt mal einen Korb voller Fichtennadelstreu auf dem Kompost ausgeschüttet. ;)
    Aber da wundern mich noch mehr Sachen außer dem Standort, weswegen ich mich schlecht mit einer der Arten aus der Ecke um A. silvaticus anfreunden kann. Da ist zB der stark gedrängte Wuchs (habe ich "Waldchampis" noch nicht so machen sehen), zum anderen ist die Stielform komisch (unten wenig knollig, oben nicht verjüngend), und ich glaube, daß da die Hüte auch anders aufschuppen irgendwie.
    Aber auch das alles muss nichts heißen. Wahrscheinlich sind diese Merkmale ohnehin variabel.
    Im Ludwig finden sich aber auch ein paar Tafeln, die in Details gar nicht schlecht zu Enricos Fund passen (dort ist A. subperonatus allerdings wohl eine Sammelart, beinhaltet vaporarius / pseudovillaticus, A. subfloccosus ist eigenständig), insbesondere auch der Ring.
    Was fehlt: Die Gürtelzonen nahe der Stielbasis. Völlig richtig.
    Aber vielleicht hat Enrico uns da noch ein paar Bilder von Stieloberflächen?
    Und ein paar mehr Stielbasen (Knöllchen)? Und noch ein paar Ringbilder?


    So ganz mag ich die A. subperonatus s.l. - Idee noch nicht aufgeben.



    LG, Pablo.

    Hallo, Toffel!


    Danke, das wollte ich wissen. :thumbup:
    Also Zufall, daß ich in diesem Jahr var. poroides (mehrere Vorkommen) einige Wochen vor var. fruticulosa gefunden habe.
    Wahrscheinlich kommt's im nächsten Jahr andersrum.



    LG, Pablo.

    Hallo, Verena.


    Die Regel ist nicht schlecht, aber du musst sie durch folgenden Satz erweitern:
    Das Bestimmungsmerkmal "Erscheinungszeit" ist nur dann ein Bestimmungsmerkmal, wenn die Fruchtkörper zufällig innerhalb dieser beschriebenen Zeit erscheinen. Für Fruchtkörper, die außerhalb dieser zeit wachsen, ist "Erscheinungszeit" kein relevantes Merkmal.


    Diese Regel gilt übrigens ohne Einschränkungen für sämtliche Arten.


    Wen du ein Treffen im Herbst organisierst, dann sollte diese Heide unbedingt auf den Fahrplan. Da wird man nicht nur Saftlinge finden, sondern einen ganzen Berg voller aufregender Arten.



    LG, Pablo.

    Hallo, Tuppie!


    Nö, so ungenau muss man ja auch nicht werden.
    Daß der Pilz zum L. laccata - Komplex gehört ist ja klar, hast du ja richtig erkannt. Und das kann und soll man ja auch festhalten. Nur kann man dabei ja ruhig im Hinterkopf haben, daß es da noch zwei oder drei nahestehende Arten gibt, die früher eben nur als Varietäten betrachtet wurden.
    Ist doch immerhin klar, daß der nicht zu den Arten um L. proxima gehört, auch nichts mit L. bicolor zu tun hat, und schon erst recht nicht mit L. amethystea.
    Also alles richtig gemacht, das von mir war ja nur eine kleine Ergänzung.
    Kleiner Hinweis: In der Gattung gibt es keine Giftpilze. Nur muss man eben die rotbräunlichen Arten schon auch sicher von diversen Rötlingen, Helmlingen, Häublingen usw usf trennen können. ;)


    LG, Pablo.

    Hallo.


    Schon richtig, Toffel.
    Nur ist die Hutbeschuppuung ja oft ziemlich variabel. Die könnte hier auch einfach noch zusammenhängen, ist also nicht vollständig aufgebrochen.
    Eine Option mit schwach geschupptem Hut wäre natürlich der auch in freier Wildbahn nicht seltene Agaricus bisporus (Zuchtchampi), aber der rötet nicht so stark. Das sollte die Art eigentlich ausschließen.


    Übigens bist du doch schon richtig, Enno:
    Das sind natürlich alles Blutegerlinge. ;)
    Rötende Arten eben. Die man meistens so findet (die ganze schwer zu bestimmende Artengruppe um Agaricus silvaticus und Agaricus langei) treten aber nicht an solchen Standorten auf und sind in einigen Details nochmal anders (dünnerer, unschuüüiger Stiel, deutlcih häutiger, vergänglicher Ring usw.).



    LG, Pablo.

    Hallo, Enrico!


    Schöne Beschreibung und gut bebildert! :thumbup:


    Das müsste Agaricus pseudovillaticus / vaporarius (Kompostegerling) sein.
    Die Art wird oft mit dem Gegürtelten Egerling (Agaricus subperonatus) synonymisiert, soll sich aber zB nach GPBWs durch schmächtigeren Wuchs und schwächeres und langsameres Röten unterscheiden.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Nur würde ich Mario zustimmen: Die Gruppe um Laccaria laccata ist recht knifflig und in vielen Fällen ohne Mikro nicht auf Artebene anzusprechen.
    Vielleicht mal mit der Erfahrung etlicher durchgeleuchteter Funde, aber ich würde es mir nicht zutrauen.
    Bei mir hören die auf Laccaria laccata s.l. (weil es ja bis vor einiger Zeit noch Varietäten waren, die nun auf Artebene getrennt werden).


    LG, Pablo.

    Moin!


    Ich denke, das ist eine gute Frage:

    Zitat


    Wächst der Rätselpilz typischerweise (fast) ausschließlich auf toten Laubblättern/"Laubstreu" von Rotbuchen?


    Ja, auf jeden Fall.
    Auf anderem Substrat würde man höchstens mal seltene Übersteiger finden. Der ist schon ziemlich festgelegt.



    LG, Pablo.

    Hello!


    Nur keine Scheu, vielleicht muss man einfach mal mit einer Frage anfangen und sehen, wohin das dann führt.
    Der Pilz ist sicher lösbar, wahrscheinlich für euch auch mit drei Fragen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    "Relative Fettsporen" klingt aber schon auch gemein irgendwie.
    So ein wenig nach: "Diätzielsetzung knapp verfehlt."


    Kann man dann die beiden Namen dann eigentlich als Synonyme sehen?
    Ich habe ja keine Literatur dazu, aber sowas kommt ja vor, daß zwei Arten irgendwo beschrieben sind, und es mal eine Weile dauert, bis jemand merkt, daß es die selben sind.
    Oder existiert schon noch eine eigene M. olivaceocinerea, die morphologisch zu trennen wäre?



    LG, Pablo.

    Hallo, Tuppie!


    Das nennt man eine gut genutzte Gelegenheit.
    Und so viele Pilze...
    Ich bin völlig verwirrt. Sollen die alle jetzt gewachsen sein? In diesem Jahr? Kann ich mir kaum vorstellen. Normalerweise muss man derzeit doch für einen Fruchtkörper zwischen 15 und 20 Stunden laufen?
    Mein Beineid hast du.


    Nr. 6 könnte Trichia decipiens (Buntköpfiger Schleimi) heißen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Helmut!


    Ich denke, du machst das schon richtig.
    Zumal es besser ist, im Streitfall zwei Arten zu trennen. Denn dann hat man mal beides dokumentiert. Wenn sich in der Zukunft erweisen sollte, daß beides zusammen gehört, kann man es immer noch zusammenschmeißen. Wenn klar erkennbar wird, daß man zu trennen hat, dann ist man im Vorteil, weil man ja schon getrennt hat.


    Aber: Bei allem Respekt und Anerkennung gegenüber der Arbeit von Wolfgang bei 123, als wissenschaftliche Arbeit kann man es nicht werten. Meine Pilzportraits für das Forum hier auch nicht.
    Ich würde mich da schon eher an die Aufstellung von Machiel halten, der ein international anerkannter Mykologe ist. Sicher ist seine kleine Raufuß - Seite auch weniger durchgearbeitet als seine Schlüssel und Beschreibungen zu Psilocybe usw. Ein wenig Skepsis muss sein.
    Und Raufüße mit Gerhard oder Pareys bestimmen wollen, ist ungefähr so lustig, wie ein belgischer Museumsführer auf Finnisch für Japaner. ;)


    PS.:
    Dann war's also nicht >dieser Jürgen<. Schade. Dessen Meinung wäre hier nämlich außerordentlich interessant.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Tja, dann muss ich weiterhin mit dem Mannheimer Hauotfriedhof vorlieb nehmen. Immerhin Egerlingsschirmlinge gibt's da auch, verschiedene Champis, Reishi, Tintlinge, Psathyrellen und Blutrote Röhrlinge.
    Das meiste hat sich allerdings in diesem Jahr noch nicht gezeigt.


    Die Egerlingsschirmlinge musst du schon durchschneiden. Braune Flecken an den Lamellen können auch andere Gründe haben, gerade wenn da ein Stein lag.
    Der Seidige (den ja Stefan ins Spiel gebracht hat) sollte erst wie ein Karboli chromgelb werden und dann ins Braune umschlagen. Andere Arten würden erst röten oder direkt braun bis schwarzbraun werden.


    Und alles andere...
    Nein, man muss nicht immer jeden Einzelfruchtkörper bestimmen. So ist das.
    Und Täublinge haben den immensen Vorteil, daß sich viel mehr makroskopisch machen lässt, als bei Rißpilzen. Ein wenig Chemie, und man kann sich ganz gut in der Gattung zurechtfinden. Aber schwer ist es dennoch, da hast du völlig recht.



    LG, Pablo.


    Diese Bilder haben Seitenverhältnisse die aus den Vorgaben heraus laufen, sprich sie sind breiter als 600px oder sie sind höher als 450px. Das kennt manch einer vielleicht schon vom Fotowettbewerb her.
    Diese Bilder werden also quasi als Thumbnail dargestellt. Diese kann man sehen. Da liegt wohl der Hase im Pfeffer begraben.


    Hervorragend deduziert, Sherlock!
    Klingt sehr plausibel. In den älteren Themen werden ja auch die Thumbs angezeigt, aber großklicken kann man sie nicht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ulla!


    Die unterschiedlichen Zystidenformen sind auch mit meinem Billigmikro unmittelbar zu erkennen.
    Da reicht meist schon ein Präparat, ist also eine Sache von 5 Minuten pro Fruchtkörper.
    Also nur mikroskopisch, eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Allerdings habe ich auch kaum Erfahrung: Nur dieses Frühjar, und das ist vielleicht nicht wirklich representativ.
    Es fiel nur auf, daß sie doch eben gleichzeitig wuchsen, und das auch noch in räumlicher Nähe.
    Kann aber natürlich ein Zufall sein, der sich so nicht auf andere Gegenden übertragen lässt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ulla!


    Den hatten wir neulich beim Pilztreffen bei Offenbach gefunden.
    Tolles Ding jedenfalls.
    Daß ich den Adernseitling jemals finde, glaube ich fast nicht. Aber möglich ist ja alles. Die Arten, die unten nur gelistet, aber nicht verlinkt sind, haben eben noch kein Portrait im Forum.
    Das geht ja nun auch nicht von heute auf morgen.



    LG, Pablo.

    Lentinus strigosus Fr.
    Borstiger Knäueling
    Synonyme:
    - Panus rudis Fr.
    - Panus neostrigosus Drechsler-Santos & Wartchow
    - Panus lecomtei (Fr.) Corner
    - Agaricus crinitus Schwein.
    - Agaricus hirtus Secr.
    - Agaricus macrosporus Mont.
    - Agaricus sainsonii Lev.
    - Agaricus strigopus Pers.
    - Agaricus strigosus Schwein.
    - Lentinus capronatus Fr.
    - Lentinus rudis (Fr.) Henn.
    - Lentinus substrigosus Henn. & Shirai



    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:bis 8 cm im Durchmesser; unregelmäßig rundlich bis fächerförmig, zum Stielansatz hin gerne kelchförmig vertieft; Hutrand eingerollt bis heruntergebogen, gerne unregelmäßig wellig; Oberfläche besonders zum Hutrand hin borstig – haarig; ockergelb, bei Trockenheit blassocker bis cremefarben ausblassend, jung mit violettlichen oder fleischfarbenen Tönen überhaucht.


    Stiel: kurz, kräftig; exzentrisch bis seitlich, seltener zentrisch; weißlich – cremfarben, jung fleischrötlich oder violett überhaucht, später blassockerlich; auf ganzer Länge (bis zum Lamellenansatz) borstig behaart


    Lamellen: cremefarben, jung violettlich bis fleischfarben überhaucht, später ockergelblich bis fleischocker; untermischt; am Stiel herablaufend aber deutlich abgegrenzt; Schneiden weißlich beflockt, gelegentlich fein gesägt


    Fleisch: weißlich, cremefarben; fest, später lederig zäh; Geruch angenehm, etwas wie Butterkeks mit leichter Karamellnote; Geschmack bitterlich


    Speisewert: kein Speisepilz, Geschmack wohl ziemlich bitter


    Sporenpulver: blass ockergelb; Sporen inamyloid


    Vorkommen: In Deutschland zerstreut bis selten, fehlt im Bergland und in großen Nadelwaldgebieten, meidet zudem winterkalte und / oder zu trockene Standorte; insgesamt wärmeliebend, (thermo- und heliophil), verbreitet entlang der Flußniederungen in lichten Laubwäldern, an gut sonnenbeschienenen Weg- und Straßenrändern, Böschungen, Waldrändern, gerne in Südhanglagen; Zersetzer an abgestorbenen, liegenden Laubholzstämmen, Ästen und Stümpfen, bevorzugt Rotbuche; frische Fruchtkörper erscheinen vorwiegend im Sommer (Früh bis Spät)


    Verwechslungen: Der Veränderliche Knäueling (Panus conchatus / Lentinus torulosus) ist anfänglich stärker (und bleibt es auch länger) violett gefärbt, die Fruchtkörper werden größer und fleischiger und sind nicht auffällig behaart.
    Dem Becherförmige Sägeblättling (Lentinus cyathiformis) fehlen alle Violett- und Rosatöne (auch jung), er ist nicht behaart, sondern zeigt nur jung kleine, dornartige Stoppeln auf dem Hut.
    Der Anis – Sägeblättling (Lentinus suavissimus) ist auch haarig, wenigstens zum Hutrand hin, allerdings nicht violett verfärbt und meist ein eher schmächtiges Pilzchen mit deutlichem Anisgeruch.
    Der sehr seltene Adernseitling (Rhodotus palmatus) ist keineswegs behaart, nur runzelig.
    Kleiner, dünnfleischiger und nicht haarig sondern schuppig erscheint der Violette Muschelseitling (Panellus violaceofuscus), der zudem meist viel intensiver gefärbt ist, vor allem die Lamellen.


    Anmerkungen: Sie bringen einen bisweilen zur Verzweiflung, die Taxonomen.
    Da hat man mal einen hübschen, schon makroskopisch gut bestimmbaren Pilz, und weiß dennoch nicht, wie er heißt. Der Art wird es egal sein, das ist ja immer die selbe, egal welchen Namen sie gerade trägt.
    Man sollte im Hinterkopf haben, daß der Borstige Knäueling nicht zu den Sägeblättlingen (Lentinus) sondern eben zu den Knäuelingen (Panus) gestellt werden muss, in die Verwandschaft des Veränderlichen Knäuelings (Panus conchatus) also. Makroskopisch schon auch wegen einiger Eigenschaften wie den kaum Lamellenschneiden.
    Nun war der Pilz lange als Lentinus strigosus bekannt, wie auch der Veränderliche Knäueling (Lentinus torulosus), weil man die Gattungen zeitweise unter Lentinus zusammengefasst hatte.
    Das Problem: Der Name Panus strigosus kann nicht verwendet werden, da unter dem Namen Panus strigosus Berk. & M.A. Curtis eine andere Art beschrieben wurde, (die wohl vorwiegend in Nordamerika vorkommt und aussieht wie Pleurotus dryinus mit haarigem Stiel). Diese Art ist klar von unserem Borstigen Knäueling verschieden und müsste derzeit wohl auf den Namen Lentinus levis (Berk. & M.A. Curtis) Murrill oder Pleurotus levis (Berk. & M.A. Curtis) Singer hören.
    Also ist der Name Panus strigosus – wenn auch nur als Synonym für eine andere Art – belegt.
    Nun war der Borstige Knäueling auch schon mal in der Gattung Panus untergebracht, und zwar als Panus rudis Fr.
    Aus meiner Sicht wäre es logisch gewesen, dann auf dieses Synonym zurückzugreifen. Warum man mit Panus neostrigosus noch ein weiteres Epithet erschaffen muss, entzieht sich meiner Kenntnis, allerdings folgt SpeciesFungorum dieser Auffassung.
    Mycobank akzeptiert diesen neuen Namen nicht und lässt den Pilz als Lentinus strigosus stehen.



    Bilder:







    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Panus conchatus = Veränderlicher Knäueling<
    >Lentinus cyathiformis = Kelchförmiger Sägeblättling<
    >Lentinus suavissimus = Anis - Sägeblättling<
    >Rhodotus palmatus = Adernseitling<
    >Panellus violaceofuscus = Violettblättriger Muschelseitling<