Hallo zusammen!
Die Sinnhaftigkeit der Gesetzgebung in diesem wie in vielen anderen Fällen die Funga betreffend ist ohnehin zu bezweifeln. Da hinkt die Gesetzgebung um Jahrzehnte den aktuellen Erkenntnissen hinterher, teils kann man sogar klar erkennen, daß einzelne Regelungen vollständig ohne jede Sachkunde gemacht wurden.
Was sich allerdings nicht auf alle Vorgaben und Gesetze bezieht und manche inhaltlich und sachlich falschen Regelungen auch durchaus positive Konsequenzen haben. 
Daß alle Arten Saftlinge geschützt sind, habe ich eingangs ja schon erwähnt, diesen Schutz auf Rasenflächen in Privateigentum zu beziehen, funktioniert nicht (zusätzlich zu der Sinnfreiheit dieser Regelung).
Das ist genau so ein Blödsinn, wie daß man im eigenen Garten keine Trüffeln ernten dürfte. Ich bin sicher, daß hier die Eigentumsrechte höher zählen, als die Artenschutzverordnung.
Eine Klage, wenn jemand seinen privaten Garten, auf dem einige Saftlinge stehen, mäht, oder wenn jemand für ein neuen Kräuterbeet im eigenen Garten ein paar Grabarbeiten macht, bei der einige Trüffeln zum Vorschein kommen, zerfetzt jeder Rechtsanwalt in der Luft.
Zumal das Rasenmähen den Saftlingen genauso wenig schadet, wie das Absammeln einiger Fruchtkörper.
Strenge gesetzliche Regelungen brauchen wir nicht für Einzelpersonen und private Haushalte, sondern für Industrie und Wirtschaft.
Es sind nicht die Sammler und Pilzfreunde, die die Bestände bedrohen. Es ist die Zerstörung der Biotope durch Überdüngung, rücksichtslose "Bewirtschaftung" (nennen wir es lieber, wie es ist: Raubbau) der Wald- und Wiesenflächen, Baumaßnahmen, Klimakiller (damit sind auch das argentinische Rind und die litauischen Pfifferlinge auf deutschen Tellern gemeint) usw.
Darauf will ich hinaus und bin deswegen weit entfernt, Bodo irgendwelche Vorwürfe zu machen. Ganz im Gegenteil!
Wer so einen Garten gedeihen lässt, daß darin Saftlinge wachsen, hat ja wohl absolut alles richtig gemacht. Und kann sich nicht nur über das Wunder der Natur im Garten freuen, sondern auch darüber, aktiv etwas für den Artenschutz getan zu haben.
Der gesamte Bereich (Artenschutz, verantwortung einzelner und des Kollektivs) muss aber nicht hier diskutiert werden. Um das mal kontrovers durcheinanderzuhauen kann man gerne ein eigenes Thema eröffnen. Solange das sachlich bleibt, wäre es ja eine angenehme Abwechslung während des Sommerlochs.
LG, Pablo.