Hallo, Frank!
Eine Strafarbiet soll das bestimmt nicht sein.
Nur eben eine Anregung, da die Gruppen der holzbewohnenden Schichtpilze mit zu den schwersten überhaupt gehören. Eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Arten in diversen Gattungen, verteilt auf etliche Familien und mehrere Ordnungen macht hier dem Pilzfreund das Leben schwer.
Selbst mit mikroskopischen Untersuchungen gelangt man da nicht immer zu einer Klärung.
Und obwohl ich kein Baumkontrolleur bin (toller Beruf übrigens), fasziniert mich diese Welt immer mehr. Dabei stehe ich noch absolut am Anfang, habe nicht mehr als einen sehr vagen Überblick über die Vielzahl und die Variationsmöglichkeiten der einzelnen Arten.
Im Raum Bonn wüsste ich niemanden, der hierfür ein besonderer Spezialist wäre.
Aber ich kenne da wohl auch nicht die richtigen Leute.
Ich denke, für dein Hauptinteressengebiet wären ein Einsteigerkurs oder ein Fortgeschrittenenkurs im Sinne von F1 / F2 nicht das Idealste.
Natürlich hilft es, mal einen Gesamtüberblick zu bekommen.
Aber "Baumpilze" sind eben schon etwas spezieller, haben eigene Merkmale, die man auch anders untersuchen und beurteilen muss, als bei Röhrlingen und Lamellenpilzen.
Es würde dir wahrscheinlich sehr weiter helfen, wenn du mal mit jemandem mitgehst, die / der sich auf dem Gebit gut auskennt. Am besten ohne Gruppe drum rum, sondern möglichst nur zu zweit: Baumpilze finden und gemeinsam bestimmen.
Das ganze ein paar mal, und du weißt sicher schon eine ganze Menge.
Würdest du hier in der Ecke wohnen, dann könnten wir jederzeit mal zusammen losziehen, auch wenn ich meinen Wissenstand durchaus noch als lückenhaft bezeichnen würde.
Daß du selbst schon längst kein Anfänger mehr bist, der einen Rotrandigen Baumschwamm nicht vom Zunderschwamm unterscheiden kann, ist klar. Du brauchst da schon weiter reichende Infos.
Dein Vorschlag (Violetter Knorpel - Schichtpilz = Chondrostereum purpureum) ist jedenfall ein Beweis, daß du sehr wohl schon einiges auf dem Kasten hast.
Das wäre die Art gewesen, die ich als nächstes vorgeschlagen hätte, wenn die Ideen zu Hymenochaete und Stereum rugosum ins Leere laufen.
Die Art neigt dazu, ihre violette Färbung im Alter zu verlieren.
Alleine über deine Beschreibung (dickfleischig, leicht einzudrücken) müssten wir dann noch mal reden. Das ist aber auch eine Sache der Terminologie, und gerade dazu ist es sehr hilfreich, mal mit jemandem unterwegs zu sein, der solche Details mal anschaulich direkt am Pilz erklären kann.
Freilich neigt Chondrostereum purpureum zur Bildung von Hutkanten, aber viele Schichtpilze können auch mal untypisch gewachsen sein.
Hier hätte ich mal ein Bild der Art mit ausgeblasstem, weißlich bereiftem Hymenium, aber auch Hütchenbildung an senkrechtem Substrat (Fagus):

LG, Pablo.