Beiträge von Beorn

    Hallo, Ulla!


    Vielen Dank auch an dich! :thumbup:
    Ich gelobe hoch und heilig: Sobald ich mal etwas aus den ganzen Röhren- und Lamellenpilzen derzeit raus bin, packe ich auch mal einige Schleimis ein, um sie mir genauer anzugucken. Wenn dabei was Besonderes ist, dann bist du meine erste Adresse.



    LG, pablo.

    Hallo, Heinz!


    Auch wenn der Geruch ungewöhnlich ist, da kommen nur zwei Arten in Frage:
    Der Flache Lackporling (Ganoderma applanatum)
    und der Wulstige Lackporling (Ganoderma adspersum)
    Die Fleischfarbe im Schnitt und der Wuchs sind typisch für junge Fruchtkörper.
    Ich denke, hier wird es der Flache (Ganoderma applanatum) sein, der Wulstige hätte mehr rötlichbraunes Fleisch. Junge Fruchtkörper der beiden Arten sehen nahezu identisch aus, vor allem, wenn sie an vergrabenem Holz wachsen.
    Ein alter Laubholzstumpf ist da sicher unter dem Rasen versteckt.


    Den Geruch dieser beiden Arten nehme ich auch als intensiv wahr, gerade wenn sie jung sind, allerdings hatte ich dabei nie so eine intensive Explosion erlebt wie du.



    LG, pablo.

    Boletus legaliae Pilat
    LeGals Purpurröhrling, Falscher Satansröhrling
    Synonyme:
    - Rubroboletus legaliae (Pilat) Della Maggiora & Trassin.
    - Boletus splendidus C. Martin
    - Boletus splendidus subsp. moseri Singer & Kuthan
    - Boletus satanoides ss. auct. div.



    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:halbkugelig bis abgelflacht polsterförmig; fein filzig bis samtig, im Alter spät verkahlend, Oberfläche gelegentlich bei Trockenheit / Hitze etwas schülferig werdend oder feinfeldrig aufspringend; Hutfarben jung grauweißlich, bald mit zunehmenden Rosa- und Rottönen, untermischt bisweilen mit hellgrauen Farben, im Alter auch wieder zu graubraun, grau entfärbend, wobei aber rosa und rot lange erhalten bleiben. Selten und nur im Alter auch ockergelblich untermischt; Hutoberfläche auf Druck unveränderlich


    Stiel: bauchig bis keulig, im Alter auch gelegentlich zylindrisch; in der oberen Stielhälfte mit feinem, rotem Netz auf meist gelblichem Grund; in der unteren Stielhälfte mit feinen, roten Flöckchen auf gelbem bis rotem Untergrund; bei Berührung blauend


    Röhren: gelblich, im Alter oliv, bei Verletzung blauend; Poren fein, ganz jung gelblich, bald orangerot bis blutrot; bei Trockenheit und im Alter vom Hutrand her auch wieder zu orangegelb verblassend; auf Druck blauend.


    Fleisch: blassgelb, bei älteren, trockenen Fruchtkörpern auch schmutzigweißlich ausblassend, in der Stielbasis hin und wieder mit rötlichen Flecken; überall blauend, aber meist schwach und / oder etwas zögerlich; Hyphen der Stielbasis amyloid


    Speisewert: unbekannt, möglicherweise ungiftig. Bei so einer Art ist der Speisewert aber absolut irrelevant. Man kann genauso gut die Netzhexen und Sommersteinpilze in der Umgebung absammeln, mit denen die Art gerne vergesellschaftet ist.


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: Bei Laubbäumen (vor allem Eichen) auf Kalkböden, an wärmebegünstigten Standorten; gerne in –žSekundärbiotopen) wie Friedhöfen, Parks, Gärten. In Deutschland selten und schwach verbreitet, nur an wenigen Standorten mit regelmäßiger Fruchtkörperbildung.


    Verwechslungen: Mit anderen Dickröhrlingen. Hier ist auf die roten Poren, den (fein) genetzten Stiel und die bei Druck unveränderliche Hutoberfläche mit Rosatönen zu achten.
    Eine ähnliche Merkmalskombination zeigt der Weinrote Purpurröhrling (Boletus rubrosanguineus), der aber schon jung einen überwiegend roten Stiel hat, auch das Netz ist von Anfang an rot, fein und zeiht sich idR. von der Stielspitz bis zur Stielbasis hinab. Die Hutfarben bei B. rubrosanguineus sind meist etwas dunkler, jung mit mausgrauen Tönen, im Alter eher zu tief weinrot als zu rosagelb umfärbend. B. rubrosanguineus kommt selten im Flachland bei Laubbäumen vor, etwas häufiger in Gebirgsnadelwäldern.
    Der Satansröhrling (Boletus satanas) unterscheidet sich durch seinen Hut ohne Rosatöne, einen recht bald unangenehmen Geruch und einen Stiel mit eher kalten Rottönen, gerne auch pinkfarbig im Wechsel zwischen dem roten und dem gelben Bereich.
    Der Blasshütige Purpurröhrling (Boletus rhodoxanthus) unterscheidet sich durch sein eher kräftiges Netz auf +/- gesamter Stiellänge, das auch durch den starken Kontrast von rotem Netz zu gelbem Untergrund auffällt. Im Schnitt ist B. rhodoxanthus auffallend zweifarbig: Im Hut sieht man weißes, +/- blauendes Fleisch, der Stiel dagegen ist überwiegend gelb.
    Der nur im Mittelmeerraum vorkommende Schöngefärbte Röhrling (Boletus pulchrotinctus) unterscheidet sich durch die meistens eher gelblich gefärbten Poren und ein mehr rosanes / schmutzig rosaliches statt rotes Stielnetz.
    Der Blaufleckende Purpurröhrling (Boletus rhodopurpureus) kann sehr ähnlich sehen, aber seine Huthaut blaut auf Druck. Diese Reaktion kann bei alten, trockenen Fruchtkörpern fehlen, in dem Fall müsste man sich an dem tendenziell weiter herablaufenden Stielnetz von Boletus rhodopurpureus orientieren.
    Ebenfalls an ihrer blauenden Hutoberfläche leicht zu unterscheiden sind der Ochsenröhrling (Boletus torosus) und der Netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus). Der Ochsenröhrling hat zudem einen wechselhaft fleckigen Hut, der oft irgendwelche dunklen Olivtöne zeigt, sein Fleisch ist außerdem auffallend schwer.
    Das Netz des Netzstieligen Hexenröhrlings ist meist deutlich kräftiger als das von B. legaliae, der idR. rötliche Röhrenboden von Boletus luridus kann ebenfalls zur Unterscheidung dienen.


    Anmerkungen: Der deutsche Name –žFalscher Satansröhrling–œ wurde auch schon für den Weinroten Purpurröhrling (Boletus rubrosanguineus) verwendet. Der Name –žLeGals Purpurröhrling–œ aber kann nicht mißverstanden werden.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus satanas = Satansröhrling<
    >Boletus rhodoxanthus = Blasshütiger Purpurröhrling<
    >Boletus rubrosanguineus = Weinroter Purpurröhrling<
    >Boletus pulchrotinctus = Schöngefärbter Röhrling<
    >Boletus rhodopurpureus = Blaufleckender Purpurröhrling<
    >Boletus luridus = Netzstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus torosus = Ochsenröhrling<

    Boletus queletii Schulzer
    Glattstieliger Hexenröhrling
    Synonyme:


    - Suillellus queletii (Schulzer) Vizzini, Simonini & Gelardi


    - Boletus lateritius Bres. & Schulzer
    - Boletus rubicundus Maire



    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:halbkugelig, polsterförmig bis ausgebreitet, Hutränder auch im Alter meist noch etwas herabgebogen; Oberfläche fein filzig bis samtig, wenn überhaupt dann sehr spät und nur bei kritischer Witterung verkahlend; meist in sanften Rot-, Gelb- und Brauntönen, seltener auch olivlich; Hutoberfläche bei Druck blauend (Reaktion kann bei alten oder zu trockenen Fruchtkörpern fehlen).


    Stiel: schlank keulig bis zylindrisch, kaum je bauchig; Stielbasis gerne etwas wurzelnd / spindelig; blassgelb, zitronengelb oder schmutzig cremefarben, an der Stielbasis mit roten Flecken, teils auch im unteren Stielteil mehr und mehr gleichmäßig weinrot gefärbt; besonders im oberen Stielteil oft mit sehr feinen, gelblichen, rötlichen oder rotbräunlichen Flöckchen besetzt; Stieloberfläche bei Berührung blauend


    Röhren: gelblich, im Alter olivgelb; bei Verletzung rasch blauend; Poren fein , ganz jung ebenfalls gelblich, bald orangerot bis rötlich, zum Hutrand oft heller bleibend; im Alter teils wieder gelb oder olivgelb verblassend, oder rostrot gefärbt; auf Druck stark blauend; Röhrenboden (am Hutfleisch) gelb bis orangerot, also durchaus gelegentlich mit Bataille Linie


    Fleisch: blassgelb bis schmutzig weißlich, mindestens in der Stielbasis weinrot, gelegentlich auch gesamter Stielteil rötlich gefärbt; recht weich, gerne von Maden befallen; bei Verletzung stark blauend; Hyphen der Stielbasis mit Melzer (Iod) rasch blauschwarz verfärbend (=amyloid).
    Beim testen der Amylonreaktion kann die Lösung außen am Stiel (basisnah) aufgebracht werden oder an einer Schnittfläche. Dabei ist zu berücksichtigen, daß dort nicht schon eine Blaufärbung durch Verletzung / Druck stattgefunden hat. Die rötliche Lösung ist so aufzubringen, daß dabei kein Druck ausgeübt wird, der das Ergebnis verfälschen kann.


    Speisewert: essbar, roh giftig


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: Bei Laubbäumen auf kalkhaltigen Böden, bevorzugt an wärmebegünstigten Standorten; Sommer bis Herbst, mäßig verbreitet und nur stellenweise häufig.


    Verwechslungen: Mit anderen Dickröhrlingen. Beachtet man den ungenetzten Stiel, die rötlichen Poren und die starke Blaufärbung an allen Teilen der Fruchtkörper, sind nur noch wenige Arten zu berücksichtigen.
    Der Flockenstielige Hexenröhrling (Boletus erythropus) unterscheidet sich durch einen meistens kräftigeren Wuchs, Hutfarben meist ohne, Porenfarben von tieferem, satterem Rot, einen oft stärker rot beflockten Stiel ohne weinrote Farben an der Stielbasis, im Schnitt leuchtend gelbes Fleisch ohne oder mit nur wenig rötlichem Fleisch in der Stielbasis und ein Vorkommen auf sauren oder angesäuerten Böden. Alle diese Merkmale sind variabel, ergeben aber ein recht typisches Gesamtbild für beide Arten. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist die fehlende Amyloidität der Hyphen der Stielbasis bei Boletus erythropus: Bringt man dort eine Iodlösung (zB Melzer) auf, so verfärbt sich das bei B. erythropus nicht blau / blauschwarz. Die Reaktion sollte natürlich an vorher nicht verfärbten Stellen getestet werden.
    Die Stielbasis ist somit auch bei Boletus pseudosulphureus (Gelber Flocki) negativ. Ansonsten ist die Unterscheidung zu gelben Formen von Boletus queletii nicht ganz einfach. Wuchsform und Standort können aber auch hier Hinweise geben.
    Der in Deutschland verschollene Wolfsröhrling (Boletus lupinus) unterscheidet sich durch einen meist deutlicher rosa gefärbten Hut, einen leuchtend gelben Stiel mit roten Flecken oder Punkten zur Stielbasis hin und fehlender rötlicher Beflockung. Sicheres Trennmerkmal ist auch hier die fehlende Amyloidität bei Boletus lupinus.
    Der Blutrote Hexenröhling (Boletus dupainii) ist ebenfalls in Deutschland verschollen, unterscheidet sich durch einen glatten, kahlen Hut ohne deutlichen Filz und intensiv rote Hut-, Stiel- und Porenfarben. Der schnell glatte Hut gegenüber dem samtigen bis feinfilzigen Hut von B. queletii ist ein recht sicheres Trennmerkmal, ebenso auch hier die inamyloiden Stielhyphen.
    Der Abweichende Hexenröhrling (Boletus mendax) zeigt meist wenigstens an der Stielspitze einen feinen Netzansatz, darunter ist die kräftige rote Stielbeflockung und der Stiel mit mehr Rotanteilen ein gutes Merkmal. Bisweilen hat B. mendax einen weinrötlichen Röhrenboden, B. queletii eher orangerot.
    Im Mittelmeerraum kann man auf zwei weitere, ähnliche Röhrlinge stoßen: Boletus adalgisae und Boletus comptus. Boletus comptus unterscheidet sich durch eine glatte Hutoberfläche (ähnlich wie B. dupainii) und einen mehrheitlich strohgelben Stiel oft mit rudimentärer Netzzeichnung an der Stielspitze. Boletus adalgisae kann extrem ähnlich sehen, hat jedoch inamyloide Hyphen in der Stielbasis.
    Der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) hat niemals rote Poren.
    Der Netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus) ist meistens genetzt, wenn das Stielnetz mal fehlt, können der meist kräftigere Wuchs, die weniger rötlichen Hutfarben und der orangene bis rote Röhrenboden sinnvolle Hinweise zur Unterscheidung sein.


    Anmerkungen: Wie so oft wurden auch bei dieser Art etliche Varietäten beschrieben, bei denen es sich um die verschiedenen Ausprägungen in Farbe und Wuchsform handelt. Erwähnenswert wären noch vollständig gelbe (auch durchgehend gelbporige!) Formen, die normalerweise Boletus queletii var. discolor heißen müssten. Anscheinend wurde dieser Name aber auch schon für gelbe und gelbliche Formen von Boletus erythropus gebraucht. Was verwirrend ist, weil ja die Amylonreaktion beide Arten sehr klar trennt.
    Die komplett gelbe Form von Boletus erythropus wird derzeit allerdings auf Artrang getrennt (kann sich auch wieder ändern), was dann für Boletus queletii ebenso gehandhabt werden sollte.



    Bilder:






    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus erythropus = Flockenstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus pseudosulphureus = Gelber Flocki<
    >Boletus lupinus = Wolfsröhrling<
    >Boletus adalgisae = Aufschirmender Hexenröhrling<
    >Boletus dupainii = Blutroter Hexenröhrling<
    >Boletus mendax = Abweichender Hexenröhrling<
    >Boletus comptus = Täuschender Hexenröhrling<
    >Boletus pulverulentus = Schwarzblauender Röhrling<
    >Boletus luridus = Netzstieliger Hexenröhrling<

    Boletus impolitus Fr.
    Fahler Röhrling
    Synonyme:
    - Boletus suspectus Krombh.
    - Hemileccinum impolitum (Fr.) Sutara
    - Xerocomus impolitus (Fr.) Quel.



    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycets



    Hut: halbkugelig bis abgeflacht polstermörmig; filzig bis samtig, im Alter nicht verkahlend; ockergelb, hellbraun bis dunkel ockerbraun, gelegentlich mit silbergrauen Farbtönen, sehr selten rötlich oder rosa überhaucht; Hutfarben meist zimlich einheitlich ohne auffällige Flecken (es sei denn durch Verletzungen); niemals blauend, auf Druck / bei Verletzung höchstens bräunend / bräunlich fleckend


    Stiel: keulig bis zylindrisch; ohne Stielnetz; auf Druck unveränderlich; Blassgelb, ockergelb, teils hell bräunlich; von der Stielbasis aus auch mit rötlichbraunen oder braunen Einfärbungen, auch Stielrinde bisweilen rötlichbraun; Oberfläche +/- mit feinen, gelblichen bis rotbräunlichen Pusteln und Flöckchen


    Röhren: jung leuchtend gelb, im Alter schmutzig gelb oder oliv; Poren gleichfarben, meist eher fein; auf Druck nicht verfärbend


    Fleisch: recht fest; blassgelb, im Hut auch leuchtend gelb (vor allem über den Röhren), unter der Huthaut etwas rötlichbraun eingefärbt, unter der Stielrinde meist lange deutlich gelb bleibend, zur Stielbasis hin auch mit blass rosalichen oder rötlichbraunen Verfärbungen, niemals blauend; Geruch zumindest in der Stielbasis iodartig (Krankenhaus, Desinfektionsmittel, Heftpflaster), teils auch ganze Fruchtkörper so riechend


    Speisewert: essbar, aber nicht besonders hochwertig, was auch an dem eher unangenehmen Geruch liegt


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: Bei Laubbäumen (gerne Hainbuche) auf kalkhaltigen Böden, oft an lichten, wärmebegünstigten Standorten wie auch an Sekundärstandorten wie Friedhöfen, Parks und Gärten, in Wäldern gerne an Wegrändern; Sommer bis Herbst; nicht sehr selten aber nur gebietsweise einigermaßen verbreitet


    Verwechslungen: Mit der Merkmalskombination (gelbporig, ungenetzter Stiel, keinerlei Blaufärbungen) ist der Pilz eher mit verschiedenen Filzröhrlingen als mit anderen Dickröhrlingen zu verwechseln.
    Es gibt eine seltene, nahestehende Art: Den Gefleckthütigen Röhrling (Boletus depilatus), der nicht immer einfach zu unterscheiden ist. Das beste Merkmal ist die Hutoberfläche, die bei B. depilatus schon jung in verschiedenen Farbtönen gefleckt ist (Name). Mehr und mehr etwickeln sich beim Gelfeckthütigen auch Gruben und Dellen in der Hutoberfläche, die sich jung noch als eher feine, radial längliche Grübchen vor allem am Hutrand zeigen, im Alter den ganzen Hut bedecken und ihm ein verdallertes, gehämmertes Aussehn verleihen (ähnlich wie beim Hainbuchenraufuß). Erfahrungsgemäß sind die Hutfarben bei B. depilatus auch tendeziell etwas dunkler, was einen größeren Kontrast zum hellen Stiel bildet. Die Huthaut vo B. depilatus ist zudem etwas glatter und weniger stark filzig, mehr feinsamtig. Der Geruch nach Iod / Krankenhaus / Heftpflaster ist bei B. depilatus eher etwas undeutlicher und auf die Stielbasis beschränkt.
    Ähnlich und wohl auch nahe Verwand sind die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) und der Braune Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus). Beide Arten können in der Stielbasis ebenfalls iodartig riechen. Xerocomus ferrugineus unterscheidet sich aber durch sein durchgehend weißliches, allerhöchstens teileweise blassgelbes Fleisch, die Ziegenlippe blaut nach einiger Zeit bei Druck auf die Poren und oft auch im Schnitt leicht im Hutbereich.
    Andere nicht oder nur schwach blau verfärbende Dickröhrlinge wie Boletus regius (Königsröhrling), Boletus appendiculatus (Anhängselröhrling) und Boletus fechtneri (Silberröhrling) haben einen genetzten Stiel.
    Beim Wurzelnden Bitterröhrling (Boletus radicans) kann das Stielnetz im Alter verschwinden. Der Pilz blaut aber im Schnitt oder bei Druck auf die Poren.
    Der Maronenröhrling (Boletus badius) bevorzugt andere Standorte, blaut zumeist an den Poren und bisweilen auch im Schnitt, ihm fehlt der iodartige Geruch.
    Ebenfalls blauend ist der Starkriechende Röhrling (Boletus fragrans), der sich zudem durch dunklere Hutfarben unterscheidet.
    In der Gattung der Raustielröhrlinge kann der Gelbporige Raufuß (Leccinum crocipodium) ähnlich aussehen, der aber einen gelb bis graugelb beflockten, teils auch rippig wirkenden Stiel hat. Dieser rötet anfangs im Schnitt, später verfärbt sich das Fleisch grau.


    Anmerkungen: Über die Einordnung des Fahlen Röhrlings gibt es keinen abschließenden Stand. Einige Autoren tendieren dazu, ihn zusammen mit B. depilatus in die eigene Gattung Hemileccinum zu stellen, andere stellen ihn wegen seiner offensichtlichen Verwandschaft zur Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) zu den Filzröhrlingen (Xerocomus). Wieder andere Autoren ziehen die Gruppe der Filzröhrlinge um die Ziegenlippe zu Boletus.
    Langer Rede, kurzer Sinn: Fasst man den Gattungsbegriff von Boletus etwas weiter, kann der Fahle Röhrling ganz einfach weiter in der Gattung geführt werden.



    Bilder:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus depilatus = Gefleckthütiger Röhrling<
    >Boletus appendiculatus = Anhängselröhrling<
    >Boletus radicans = Wurzelnder Bitterröhrling<
    >Boletus badius = Maronenröhrling<
    >Boletus fragrans = Starkriechender Röhrling<
    >Xerocomus subtomentosus = Ziegenlippe<
    >Xerocomus ferrugineus = Brauner Filzröhrling<
    >Leccinum crocipodium = Gelbporiger Raufuß<

    Hallo, Karl!


    Ach, den gibt's in der Eifel?
    Und dazu noch all die schönen Pilze, die du eben in den zwei Themen gezeigt hast?
    Ich glaube fast, in diese Gegend muss ich auch mal meine Schritte lenken...



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Wow, das sind beeindruckende Bilder und eine ganz besondere Artenauswahl.
    Auch die Bilder der häufigen Wulstlinge machen sich hier sehr gut. Wenn auch die Arten nicht selten sind, haben sie doch auch ihren Reiz und ihre besonderen Schönheiten. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Hary & Andreas!


    Der Blutrote Hexenröhrling (Boletus dupainii) ist eine Art ohne Stielnetz und mit viel stärkerer Blaufärbung. Auch die Hutoberfläche wird da bei Berührung schnell blau, wie bei allen "Hexenröhrlingen".


    Ich denke mal, hier blaute die Hutoberfläche bei Druck oder leichtem Kratzen (ohne Verletzung der Huthaut) gar nicht.
    Das sollte Boletus rubrosanguineus (Weinroter Purpurröhrling) sein.
    Dazu passt die rasch verkahlende und dann glänzige Hutoberfläche ebenfalls ganz gut, genau so wie das feine, rote Netz auf rotem Grund.


    PS.: Die Netzzeichnung ist aber schon da, oder?
    So ganz einfach ist das auf den Bildern ja nicht zu erkennen.
    Übrigens: Die Huthaut brauchst du nicht abzuziehen bei Dickröhrlingen. Das ist kein bestimmungsrelevantes Merkmal. Auch eine Kauprobe brauchst du bei Rotporer nicht zu machen, Hary. Die schmecken alle mild. Nur bei Gelbporern ist es hilfreich.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Danke für die Ampelschaltung!
    Dann will ich gleich mal loslegen. Vorab aber ein paar Infos:
    Der Rißpilz ist mit meiner Ausrüstung nicht zu klären. Bei Gelegenheit darf ich den Beleg an Ditte weiterreichen, aber wenn wieder frisches Material kommt, Uli, dann würde ich dich bitten, noch ein paar Bilder zu machen und auch etwas davon einzusammeln und zu trocknen. Man weiß ja nie, ob es nicht sogar was Besonderes ist.


    Zu dem seltsamen, resupinaten Porling hat mir Steffen auf die Sprünge geholfen: Das ist das gefranste Becherstroma (Porotheleum fimbriatum). Ein recht spannender Pilz und auch nicht gerade häufig (oder zumindest nicht allzu oft dokumentiert).


    Zu der Peziza cf arvenensis auf dem alten Stamm: Hast du da noch mal reife, freie Sporen finden und ablichten können, Christoph?


    Wenn sich der bestätigen ließe, dann wäre der einzige Ungeklärte außer dem Rißpilz noch der weißliche, dicke Saftporling an dem Buchenstumpf vom Samstag.


    Wie auch immer, zu den Bildern. Ein paar Sachen spare ich aus, weil sie entweder schon besser in Szene gesetzt sind, oder immerhin noch bessere Bilder zu erwarten wären als meine.


    Angefangen wird am Freitag abend auf dem Würzburger Waldfriedhof, der nicht nur wunderbare Pilze in einer außergewöhnlichen Vielfalt beherbergt, sondern auch ein traumhaft schöner Platz für die letzte Ruhe ist. Auf genau so einem Friedhof würde man gerne die Gräber der Angehörigen besuchen und pflegen, oder selbst wieder in den Kreislauf der Natur übergehen, wenn die Zeit gekommen ist.
    Aber so weit bin ich hoffentlich noch lange nicht.
    Also Pilze!


    01: Boletus legaliae = LeGals Purpurröhrling

    Zu dem lade ich nachher noch ein Portrait hoch, das sich auf ergänzende Aufnahmen freut.


    02: Boletus impolitus = Fahler Röhrling

    Portrait kommt ebenfalls, braucht auch noch bessere Bilder


    03: Lactarius circellatus = Hainbuchenmilchling

    Ich esse ja gerne scharf, aber hier habe ich auf die Geschmacksprobe verzichtet. Genau wie beim Queraderigen Milchling.


    04 + 05: Lyophyllum decastes s.l. = Brauner Büschelrasling


    Da hatte ich erst gar keinen Plan, weil es ein Einzelexemplar war. Aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht, auch mikroskopisch passt alles.


    06: Mein schönstes Bild von Boletus rhodopurpureus:

    Mit solchen Leuten unterwegs zu sein ist schon eine Freude. Langweilig wird's da nie und es entspricht genau meiner Geschwindigkeit. Meine Bilder sind zwar schneller fertig (in der Konequenz auch nicht so schön), aber es bietet mir die Gelegenheit, die Umgebung auch mal genauer unter die Lupe zu nehmen, oder einfach mal ein wenig den Blick schweifen zu lassen.


    07: Scleroderma areolatum = Leopardenfellbovist


    Am nächsten Tag unterwegs mit Rudi, was auch ein besonderes und schönes Erlebnis war. Nicht nur wegen den Pilzen und dem Schmalzler.


    08: Boletus fechtneri = Silberröhrling


    09: Boletus luridus = Netzhexen

    Nebenbei standen noch einige ungenetzte. Rudi wollte sich die noch angucken. Ob da schon was rausgekommen ist?


    10: Boletus satanas = Satansröhrling

    Hier mal mit etwas eigentümlicher Färbung, ausblassenden Poren und wenig rot am Stiel. Auch von dieser Art gibt es ja gelbliche Farbformen. Der Fund geht schon so ein wenig in die Richtung.


    11: Meripilus giganteus = Riesenporling


    12: Oligoporus sp. = unbekannter Saftporling

    Das ist der oben erwähnte, den ich noch nicht näher angeguckt habe. Der trocknet bei mir so vor sich hin...


    13: Nectria peziza = Becherförmiges Pustelpilzchen

    Die Becherform und die Sonne und Trockenheit geschuldete Farbe hat und erst etwas irriterit, aber der Pilz heißt nicht umsonst so. Und auch wenn er eigenltich mehr gelborange ist, kommt hier nichts anderes in Frage.


    Weiter geht's am selben Nachmittag am Blutsee. Die Mücken hielten sich zurück, dafür durfte ich nach langer Zeit mal wieder einen Wespenstich genießen. Auch hier zeigten sich ein paar schöne Funde. Das meiste hat ja Christoph schon aufleuchten lassen, da versuche ich mal allzu viele Wiederholungen zu vermeiden.


    14: Xerocomellus rubellus = Blutroter Filzröhrling


    15: Von zwei Seiten belagert, ein Grüngefelderter Täubling


    16: Abortiporus biennis = Rötender Saftwirrling


    Die restlichen Bilder sind von der Runde am Sonntag von dem, ähm, Dings...
    Waldmarathon?
    Wie heiß der Platz noch wieder?
    Tolle Sachen gab's da jedenfalls auch. Das gefranste Becherstrome war eins davon.


    17: Boletus queletii = Glattstieliger Hexenröhrling

    Vergesellschaftet mit Boletus depilatus, Uli hat im Boletum schon BIlder gezeigt, weitere überlasse ich hier auch Christoph und Uli.


    18: Mycena leptocephala = Grauer Nitrathelmling

    Eine einzeln wachsende Art an Nadelholz mit Bademeistergeruch und grauen bis graubraunen Hüten.


    19: Mycena crocata = Gelbmilchender Helmling


    20: Hypoxylon howeanum = Zimtrote Kohlenbeere

    Zu erkennen an ihrer charakteristischen Nebenfruchtform.


    Vielen Dank an Christoph, Uli und Rudi!
    Das war ein wunderbares Wochenende, was nicht nur den Pilzen geschuldet war.



    LG, Pablo.

    Hallo, Toffel!


    Ist ja super, das passt! :thumbup:
    Also die PdS häte ich durchblättern sollen. GPBWs hat den nämlich bei den Schizophyllaceae versteckt, das hatte ich glatt übersehen.
    Da dürfte es eher eine Verwandschaft zu Ceriporia geben, da auch diese Arten zwischen Porlingen und Cyphelloiden Pilzen stehen. Ebenso wie ja auch die Ochsenzunge.


    Der aktuelle Name laut Datenbanken wäre übrigens Porotheleum fimbriatum (Gefranstes Becherstroma).


    LG, Pablo.

    Hallo, Arne!


    Die Pilze sind noch sehr jung, da sind viele Merkmale noch nicht ausgeprägt.
    Dennoch denke ich, daß die sich zu nichts anderem als Netzheen (Boletus luridus) entwickeln werden. Immerhin sind Ansätze eines Stielnetzes zu erkennen und die Hutfarben passen auch.
    Wenn die nun noch beim Anfassen überall blau werden (auch auf dem Hut), dann wäre das sogar recht sicher.
    Eine Bataille - Linie (rötlicher Röhrenboden) wird in dem Alter allerdings schwer zu erkennen sein.



    LG, pablo.

    Hallo, Frank!


    Ich bin aus Mannheim und hier auch zumeist in der Gegend unterwegs.
    Du kannst mir den fund gerne zuschicken, aber ich kann keine Garantie geben, daß ich ihn auch sicher bestimmen kann. Mein Mikroskop hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ist so ein Billig - Ding aus dem Discounter.
    Aber versuchen kann ich es gerne.


    Zum Violetten Knorpelschichtpilz: Zumindest an senkrechtem Substrat habe ich ihn bisher nur mit Hutkanten gesehen, außer in ganz jungem Zustand. Auf waagrechtem Substrat auch alt ohne Hutkanten.
    Aber man muss damit rechnen, daß solche Pilze allerhand komische Sachen machen. Der Wuchs kann auch durch irgendwelche Umweltfaktoren gestört sein.
    Oder es ist eben doch eine andere Art, wie schon erwähnt ist die Auswahl bei den Rindenpilzen doch sehr groß. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Nasicus!


    Das mit dem Abfärben ist interessant.
    Nach deiner Beschreibung sollte das Pulver der Sporenstaub des Pilzes sein. Hast du davon vielleicht ein Bild?
    Wenn das tatsächlich orange oder gelb ist, dann kann man die Gattungen Tapinella (Olivbraunes Sporenpulver) und Tricholomopsis (weißes Sporenpulver) gleich mal ausschließen. Omphalotus bliebe im Rennen, dort ist das Sporenpulver hellorange.
    Eine weitere Option wäre ein Flämmling (Gymnopilus), der ein gelbockerliches bis ockerbraunes Sporenpulver abwirft.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mausmann!


    Diese besonders dunkelhütigen Formen, die du zeigst, finde ich faszinierend. Denn solche Ausprägungen kenne ich hier nicht. Wenn in dieser Gegend der Hut dunkel ist, dann ist immer auch ein Olivton mit dabei.
    Sehr spannend!



    LG, pablo.

    Hallo, Toffel!


    Danke für den Tip, das sieht schon recht gut aus.
    Je nach dem, was "fest verwachsen" heißt, lasse ich aber mal lieber ein cf stehen. Die Köpfchen fielen jedenfalls nicht ab, wenn der Ast herumgereicht wurde und ein Stückchen hangabwärts rutschte.
    Gleichwohl waren ein paar er Kelche "leer", aber das kann auch abgeknabbert sein.



    LG, pablo.

    Hallo, Hannie!


    Für C. melanoxeros wären die intensiven Farben aber auch nicht unbedingt typisch. Verfärben sich die Fruchtkörper den beim Antrockenen schwärzlich?



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    Stimmt, das ist wohl durchaus so. Aber in welchen Konzentrationen sie das tun, dazu habe ich auch keine Angaben. Interessant wäre das auf jeden Fall mal, besonders wenn sie nicht direkt am Baum wachsen (zB Schwefelporlinge) sondern nur auf dem Detritus.
    Aber Vorsicht ist hier besser. Das müsste man eben mal chemisch untersuchen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Hartmut!


    Ach ja, da her hatte Christian das Blaunuss - Bild, daß er mir so gekonnt eingeführt hat. :evil:
    Ich hätte es mir ja denken können.
    Mehr und mehr weiß ich, was ich verpasst habe. Schade, aber irgendwann klappt auch das, trotz dem weiten Weg.



    LG, pablo.

    Liebe Karen!


    Alles Gute, Gesundheit, Glück und viele Pilze seien dir gewünscht für 12 weitere Monate!


    Bleib wie du bist, weil du bist klasse!




    LG, Pablo.

    Hallo, Melanie!


    Danke für die stimmungsvollen Bilder! :thumbup:
    Du hast aber auch ein Stück Glück, zwei Löwengelbe so zusammen zu finden, und dann noch so schöne Exemplare.
    Ich finde die immer nur einzeln, und dann sind sie zerfressen.
    Wir sehen uns bald. :)



    LG, Pablo.

    Hallo, Lartivia!


    Genau das ist doch das Entscheidende: Das du dir sicher sein kannst bei der Bestimmung. ;)
    Dann brauchst du keinen Pilzberater, um dir aus deinen Fundes ein leckeres Pfännchen zu schmurgeln.
    Also beim nächsten Mal weißt du besser bescheid, und dann kann's losgehen. :thumbup:
    Denn auch bei den Filzröhrlingen gibt es in Mitteleuropa keine giftigen Arten. Bei den Dickröhrlingen gelten nur der Satansröhrling (Boletus satanas) und der Ochsenröhrling (Boletus torosus) als giftig, sowie einige weitere, seltene Rotporer, die giftverdächtig sind.


    LG, Pablo.