Beiträge von Beorn

    Hallo, Steffen!


    Ah, interessant, wenn mikroskopisch gut zu Gloeophyllum trabeum passend, dann würde ich ja gerne mal ei Schnittbild sehen und eine Makroaufnahme der Hutoberfläche.
    Weil Coriolopsis trogii passt mikroskopisch auch sehr gut zu Gloeophyllum trabeum. ;)


    Ich glaube, du warst bei der Diskussion im Nachbarforum sogar beteiligt.
    Es ging um Porenform bei D. confragosa und tricolor, ums Röten usw.
    Aber das liegt schon ein paar Seiten zurück, glaube ich.



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    - Die Sporenpulverfarbe ist bei beiden Arten identisch.


    - Hutzeichnung und Formen kannst du im Grunde als Trennmerkmal vergessen.
    Mit einiger Erfahrung geht es irgendwann auch mit einem Gesamteindruck, aber das ist nicht immer zuverlässig.


    - Ganoderma adspersum hat meist eine dickere Kruste, die dann auch weniger eindrückbar ist.
    Problem: Ich hatte auch schon G. adspersum, bei denen sich die Kruste eindrücken ließ


    - Das Fleisch bei Ganoderma adspersum ist anders gefärbt: kräftig weinrot im Gegensatz zu ockerbraun bei Ganoderma applanatum. Aber auch hier gibt es Übergänge. Weiße Einschlüsse habe ich bei G. adspersum auch schon gefunden. Und G. applanatum ohne solche. Das selbe betrifft hellere Fasern im Fleisch, auch wenn das bei G. applanatum meist sehr viel ausgeprägter ist.
    - Die Dicke des Fleisches variiert stark, insbesondere bei G. applanatum. Wenn der auf vergrabenem Holz Fruchtkörper bildet, sehen die bisweilen wulstiger und dicker aus als die von Ganoderma adspersum.
    - Wenn du aber Fruchtkörper von G. applanatum mit mehreren Röhrenschichten hast, dann fehlt das Hutfleisch manchmal ganz, zwischen den Röhrenschichten befindet sich eine weißlich durchfaserte Trennschicht. Das gibt es bei G. adspersum wohl nicht.


    - Zitzengallen sind ein gutes Merkmal, wenn die vorhanden sind, dann ist es Ganoderma applanatum. Aber es wird ja längst nicht jeder Fruchtkörper befallen.


    - Das Substrat und der Fundort können noch Aufschlüsse geben, aber auch das lässt keine sichere Bestimmung zu:
    Ganoderma applanatum wächst überall und an so ziemlich jedem Laub- und Nadelholz.
    Ganoderma adspersum bevorzugt Eiche (ich habe ihn aber auch schon an Hainbuche, Linde und Platane gefunden) und sitzt selten an totem Holz, lieber an alten, geschwächten Bäumen. Zudem mag er ganz gerne warme Standorte, auch anthropogen beeinflusste Stellen sind bevorzugt (Im Stadtgebiet Mannheim zB ist G. adspersum deutlich häufiger als G. applanatum. In den umliegenden Wäldern fehlt er fast völlig).


    - Es gibt ein absolut untrügliches Merkmal.
    Sporen Ganoderma applanatum (Flacher Lackporling):

    Sporen Ganoderma adspersum (Wulstiger Lackporling):

    1 Strich auf der Skala = 10 µm.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Da bist du aber zielsicher in der schwersten Abteilung überhaupt gelandet, Reihard. :D
    Gürtelfüße bestimmen ist echt extrem. Mehrere hundert Arten, jede für sich recht variabel, alle untereinander sehr ähnlich. Das geht nur mit komplettem (!!!) Merkmalsscan. Mit Chemie und mit Mikroskop. Von einigen wenigen Arten mal abgesehen. Und noch zwei oder drei mehr, die ein paar Spezis ansprechen können, nachdem sie sich ein paar Jahre intensiv mit dieser Untergattung auseinandergesetzt haben.


    Das gilt natürlich für deinen Pilz, Dany.



    LG, Pablo.

    Hallo, Norbert!


    Noch so eine Idee, die du überprüfen kannst:
    Cortinarius torvus.
    Ist aber meines Wissens eher ein Laubbaumbegleiter.
    Aber vielleicht ist die Hainbuche, deren Blätter man da rumliegen sieht, ja gar nicht so weit weg. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Hans!


    Vergiss hier mal die Mikros.
    Da geht man am besten erstmal makroskopisch so weit wie nur möglich. Eine gute Makroskopie ist ohnehin die Grundlage jeder Bestimmung. Ohne das bringt auch das Mikroskop nichts. ;)


    Also auf Anfang.
    Größe 9x7 cm ist schon mal ein Pfund, damit kann man etliche kleinere Arten ausschließen, sowie die meisten Gattungen mit dem Aussehen.
    Die Gattung Scleroderma ist auch raus, das hatten wir ja geklärt.
    Bleibt also Lycoperdon s.l. (die meisten Handkeas und VAscellums usw sind ja inzwischen wieder in der Gattung geführt).
    Was wir auch wissen: Fichtenwald. Ein Waldbewohner ist also wahrscheinlich, dann konzentriert man sich mal auf die und lässt die Wiesenbewohner ert mal weg.
    Der nächste Schritt wäre: Sieht man im Schritt eine klare Trennlinie zwischen (sterilem) Stielteil und Kopfteil?
    Hier wahrscheinlich eher eine undeutliche.
    Aber das ist da zu überprüfen.
    Dann kommt die Beurteilung der Stacheln dazu und wie die Peridie aussieht, wenn man die Stacheln wegwischt.


    Ich glaube, viel bleibt da nicht mehr übrig, ganz gleich ob der Sterigmenrest bei den Sporen dann noch dranhängt oder irgendwie abgebrochen ist. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Steffen!


    Makroskopisch erkenne ich den Rötenden Saftwirrling da jedenfalls nicht wieder. Das Substrat (sollte Rotbuche sein, oder?) wäre extrem untypisch. Auch die Wuchsweise an einer Stammschnittfläche ist untypisch, normalerweise fruchtet der gerne an Holz direkt am oder im Boden.
    Die Porenform ist hier ja mehr daedaloid, bei Abortiporus biennis hast du mehr sowas wie bei ausgewachsenen Climycocystis borealis oder Pycnoporellus fulgens.
    Von den Poren und dem Röten würde ich hier an Daedaleopsis confragosa (jung, vgl. Diskussion neulich bei den Doppelpilzen) denken.
    Habe da aber die Mikrodaten gerade nicht im Kopf.



    LG, Pablo.

    Hallo, Joli!


    Ich konnte in meinen Entwürfen sowie auch in der Beitragsvorschau noch nie die Bilder selbst sehen. Imer nur ein Platzhaltersymbol.
    Habicht - Peter hat sich kürzlich auch mit dem Problem auseinandergesetzt.
    Ich glaube, das ist einfach einer dieser kleinen Bugs, die sich nicht mal so einfach beheben lassen. Wenn du den Beitrag veröffentlichst, müssten die Bilder aber normal zu sehen sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Danke für den Link, Frank! :thumbup:
    Dann muss ich nicht nich mal wiederholen, daß ich eigentlich keine Ahnung habe. :D


    Zu den Stielfarben (davon verstehe ich etwas mehr):
    Die ist beim Hasen wie bei vielen anderen Pilzen sehr variabel.
    Und irgendwie analog zur Marone.
    Also schwankend zwischen cremegelblich bis dunkel rotbraun. :)




    lol lol


    Das ist ein bemerkenswert aussagekräftiger und geistreicher Erstbeitrag, Kevin. :D
    Herzlichen Glückwunsch zu dieser absolut zielführenden und tiefsinnigen Bemerkung, auch wenn ich den philosophischen Anachronismus hinter diesem Kunstgriff vielleicht nicht in allen Metaebenen nachvollziehen kann. Dazu ist mein Intellekt wahrscheinlich einfach zu imbezil strukturiert.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Klasse Fund und super abgebildet!
    Dem gegenwärtigen Konzept kann man folgen; genetisch gibt es wohl keinen Unterschied zwischen diesem hier und Boletus edulis.
    Dennoch - ist aber nur eine rein gefühlsmäßige, persönliche Ansicht - hat dieser hier die deutlichsten Unterschiede zu Boletus edulis s.str. im Vergleich zu allen anderen mir bekannten Formen (die ja fast alle auch schon als eigene Art geführt wurden).


    Warum?
    Ganz einfach: Zeigt mir mal ein Bild von Boletus s.str., wo diese Hutfarben nur in Teilen vorhanden sind (also eine sogenannte Übergangsform).



    LG, Pablo.

    Hallo, Jürgen!


    Gerade auch wegen der stillen Mitleser kann es nicht schaden, hin und wieder mal auf ein paar Gefahren aufmerksam zu machen. Wenn's bei dem einen oder der anderen ankommt ein Häufchen zweifelhafte Pilze auf den Kompost wandert statt in den Magen, ist es ja schon ein Erfolg.
    Und ansonsten:
    Du hast ja meine vollste Zustimmung. Genauso wie auch Ingo und im Grunde auch Marcel. Wer Pilze aufessen will, tut dies auf eigene Verantwortung. Wer da anders denkt, und meint er könnte dann die Verantwortung irgendwie von sich schieben, dem fehlt der Realitätssinn. Wir können nicht jedem Unbelehrbaren hinterherlaufen.
    Aber aufklären so gut es eben geht, das können wir. Ob's angenommen wird liegt dann außerhalb unserer Macht.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    So wie ich das sehe, dient das auch der Erfassung der Ökologie.
    Um so ein Programm zu testen, probiert man es natürlich zunächst mit einer einfachen, häufigen und bekannten Art. Boletus edulis bietet sich da natürlich an.
    Dann muss ein Datenabgleich her, ohne den sich die Stärken und Schwächen einer solchen Berechnung nicht erkennen lassen.
    So ein Programm braucht ja eine Bearbeitung, die Parameter müssen so gewählt werden, daß möglichst treffende Voraussagen möglich sind. Mit Pilzen ist das womöglich noch schwieriger als mit diversen Pflanzen.
    Da steckt eine Menge Arbeit und Recherche drin.
    Eine solche Mühe würden sich kommerzielle Pilzsammler wohl kaum machen. ;)
    Ob ein solches Programm auch von solchen Organisationen missbraucht werden kann, ist natürlich eine andere Frage.


    Aber wenn es eben einen ökologischen Zweck verfolgt, ist es doch zu begrüßen.



    LG, pablo.

    Hallo, Ingo!


    Rechtlich: Ja, theoretisch.
    Mal im ernst: Du selbst glaubst ja auch nicht daran, daß irgendjemand bei der Anmeldung die AGBs liest, oder? ;)
    Natürlich steht's hier überall. Natürlich weiß es ja eigentlich jede/r.


    Und dem zum Trotz -
    Würde man eine Liste mit den FAQs hier im Forum aufstellen, geordnet nach Häufigkeit der Frage, dann ergäbe sich folgendes Bild:


    1. Kann ich den Essen?
    2. Essbarer Pilz?
    3. Steinpilz? Essbar?


    Dann käme lange Zeit nichts. Dann irgendwann:


    4. Ah, ok, kann ich denn jetzt troztdem essen?


    Dann erstmal lange Zeit nichts, dann käme:


    5. Wo finde ich Steinpilze?
    6. Warum finde ich keine Steinpilze?
    7. Wie lade ich Bilder im Forum hoch?
    8. Sind diese Pilze essbar?
    9. Wann wachsen die Pilze?
    10. Echter oder Falscher Pfifferling?


    Mir geht's ja nicht anders, Ingo. Mich nervt es auch, keine Frage. Ich weise trotzdem lieber ein Mal zu oft drauf hin als ein Mal zu wenig. Aus meiner Sicht ist das auch eine Frage der Fairness gegenüber den Fragestellern. In den meisten Fällen sind es eben Einsteiger, die nicht die geringste Ahnung von der Vielfalt der Funga haben, kaum beurteilen können, ob ein Pilz frisch und lecker ist oder oll und überständig (kann ja auch Vergiftungserscheinungen auslösen), vielleicht auch den Unterschied zwischen "Steinpilz ohne Lamellen" und "Steinpilz mit Lamellen" nicht kennen.
    Die anderen, im Forum nicht gezeigten Pilze haben ja auch so eine Kappe und einen weißen Stiel, sind folglich auch Steinpilze und somit essbar...
    Ums mal überspitzt zu formulieren.
    Und dann ist es mir ziemlich wurschd, wie das rechtlich aussieht. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist (bzw eine Nacht reihernd über der Schüssel hängt oder Schlimmeres), hilft es der / dem Betroffenen ja nicht, daß wir hier im Forum rechtlich aus dem Scneider sind.
    Also überwinde ich mich hin und wieder und mache es noch mal deutlich, daß wir uns hier nur über die Bestimmung, nicht (oder nicht im Rahmen einer Anfrage) über die Essbarkeit unterhalten können. Auch wenn es nervig ist. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Ob daraus eine gute Gelegenheit wird, da habe ich noch Zweifel.
    Es kann auch sein, daß du das Slebe meinst, glaube ich aber nicht. Wenn ich mir die Riefung der Hutränder ansehe, dann stehen die Lamellen nicht wirklich entfernt. Die glänzige Oberfläche und der spitze Pinökel in der Hutmitte hätten mich jetzt an was Sprödes mit Milch denken lassen. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Rudolf!


    Genau das wäre für mich jetzt der klassische Zitzen - Riesenschirmling (Macrolepiota mastoidea s.str.):
    Deutlicher, spitzer Buckel in der Hutmitte, Hut schwach aufschuppend, Stiel fein genattert...
    Aber die Gruppe ist recht verzwickt, da kommen sicher auch noch andere Meinungen.



    LG, Pablo.

    Moin, Uli!


    So würde ich jedenfalls tun, aber eben nur Stück für Stück einweichen (Dünnschnitt au Deckgläschen und quellen lassen.


    Heute oder morgen versende ich sie dann.


    Oder auch Dienstag oder so!
    Lass dir mal Zeit, wie schon geschrieben, bin ich bis nächste Woche Mittwoch / Donnerstag außer Haus.
    Wer weiß, was damit passiert, wenn die mir das in den Briefkasten zu quetschen versuchen. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Flo und Jan - Arne!


    Im Grunde habt ihr recht.
    Der Stiel ist bei Arten aus der Gruppe meist feiner genattert.
    Bleibt die Frage, welchem Merkmal man mehr Bedeutung beimessen will. Der Form und Ausprägung der Hutschuppen oder der Intensität der Stielnatterung.
    Weil beides eben durch Witterungseinflüsse veränderlich sein kann.
    Also setzen wir mal ein Fragezeichen da hin.
    Ohne die Fruchtkörper in der HAnd ist es tatsächlich nicht so einfach.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Ich muss mal nach starkem Regen in den Fichtenwald und ein paar Bilder machen...
    Also ich glaube den schon wenigstens mal so rotbraun fleckig gesehen zu haben. Habe dem aber keine Bedeutung beigemessen.
    Aber so knallrot wie einige der Pilze bei dir?
    Nö, das habe ich noch nicht erlebt.
    Allerdings: Wenn ich mir deine letzten beiden Bilder ansehe, dann scheint es da doch gewisse Übergänge zu geben, oder?
    Von fast weiß mit gilbender Hutmitte, dann mit einigen rosa Flecken am Hutrand bis zu fast komplett roten Hüten.
    Oder sind das unterschiedliche Kollektionen?
    Klar, Agaricus porphyrizon (bei den z's und r's bitte nach Gutdünken noch diverse h's einfügen) ist auch ein Marzipan - Pilz und kann rot am Hut. Aber der ist ja +/- geschuppt und rot sind doch vor allem bei jungen Pilzen die Schuppen dachte ich?
    Und dann hätte der doch einen ziemlich auffällig geschuppt - genatterten Stiel unter dem Ring?


    Also soll heißen:
    Schau bei Punkt 2987 dann ruhig mal genau rein.
    Wir warten geduldig und freuen uns in der Zwischenzeit auch über ein paar Becher.
    Zeigt ja kaum jemand welche zur Zeit.
    Hast du >den von Uli< gesehen?
    Ist aber wahrscheinlich auch nicht deine Baustelle (viel zu groß).



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Nur daß HUtform und Schuppen halt nicht zum Parasol passen. Das gehört in die Umgebung von Macrolepiota mastoidea. Kann zB Macrolepiota rhodosperma sein, oder eine weitere Art aus der Gruppe. Die sind nicht so ganz einfach zu unterscheiden.


    Und - selbstverstädlich ohne Verzehrfreigabe und ohne Gewähr:
    Alle Arten aus der Gruppe sind essbar.
    Einfach - wie Jan-Arne schon schrieb: Auf die Größe und den genatterten Stiel und den kräftigen, meist deutlich doppelten Ring achten.



    LG, pablo.

    Bonsoir, Christian!


    Das ist eine interessante Sache.
    Interessant wäre natürlich, mit welchen Daten du die Maschine fütterst, um zu der Vorhersage zu kommen.
    Aber ich denke, wenn du ein Feedback brauchst, dann bist du hier richtig.
    Ich werde nächste Woche mal nach B. edulis gucken, und dann hier schreiben, wo ich was gefunden habe.



    LG, pablo.