Beiträge von Beorn

    Hallo, Alex!


    Das lässt sich eben nicht pauschal sagen.
    Bei den vielen tausenden an saprophytisch lebenden Arten gibt es ganz unterscheidliche Lebensweisen.
    Ein Dungkahlkopf - Mycel hat zB nur eine recht kurze Lebenserwartung, es sei denn, an dem Standort wird immer wieder Dung abgelegt.


    Dieser Hallimasch in Oregon von dem wir es neulich auch wieder hatten dagegen ist nicht nur einer der größten, sondern auch einer der ältesten Organismen der Welt.




    LG, Pablo.

    Hallo, Enrico!


    Hast du dazu mal ein Schnittbild?
    Bzw. zwei, eins direkt nach dem Durchschneiden und eins ein paar Stunden danach?
    Rosa Verfärbungen wären auch interessant, nicht nur blau. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Nobi!


    Stimmt, und es ist sicherlich auch keine Koralle und Gallertpilz, keine Wachskruste und auch kein Fadenkeulchen. ;)
    Gehört natürlich zu den Agaricales und ich habe durchaus eine recht konkrete Vorstellung wenigstens zur Gattung. Das hier rauszuplatzen dürfte dem Fragesteller aber auch wenig helfen, denn dann steht er beim nächsten Fund wieder da und kann ihn nicht eingrenzen.
    Würde er sich als blutiger Anfänger auf die Merkmale verlassen, die du und ich hier durchaus erkennen können, landet er in Teufels Küche.
    Weil eben die ganze Basis fehlt, wie man einen Pilz systematisch eingrenzen kann.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Aus der Reihe "Fungi Europaei"
    gibt es "Boletus s.l."
    von Jose Antonio Munoz.
    Enthält allerdings keine Filzröhrlinge.
    Dafür gibt es in der Reihe einen eigenen Band.
    Ich weiß auch icht ob es das auf deutsch gibt (habe ihn selbst nur auf Spanisch).


    Der ist ganz gut und auch einigermaßen aktuell.
    Je nach dem wie tief du da einsteigen willst, ist aber niemals nur ein Buch das Allheilmittel. Da benötigst du mehr Quellen. Auch aus Publikationen aus Zeitschriften sind da relevant.


    Du kannst auch einige Quellen im Netz nutzen, eine sehr gute Anlaufmöglichkeit ist die >Seite von Boris Assyov<.
    >Pilzforum.eu< arbeitet dran, da auch ein paar Sachen vorzustellen.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Das mit dem Entnehmen ist nicht das Problem. Der sitzt auf dem Grundstück an mehreren alten Ästen in einem Holzstapel, da einen rauszunehmen würde der Population nicht schaden.
    Mir geht es darum, den Pilz (und damit genau diese Sippe) über die Alpen zu bringen. Ist vielleicht etwas idealistisch und schwer nachzuvollzeihen, aber diese südliche Sippe hat dort nichts zu suchen. Wahrscheinlich wäre es kein großer Schaden, aber eine Verfälschung der hiesigen Ökologie wäre es schon in gewisser Weise.


    Ich bin aber recht sicher, daß bei den >Doppelpilzen< in diesem Frühjahr (oder wars im letzten Sommer?) jemand einen heimischen Fund gezeigt hat. Das wäre aus ökologischer Sicht weniger bedenklich, als einen nicht heimischen Organismus umzusiehen. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Alex!


    Es passt schon viel zu C. laniger.
    Neben dem Rettichgeruch (frisch) passt auch die Ökologie und die recht eigene Beschaffenheit der HUtoberfläche sowie das reichliche Velum.
    Die Sporen werden in den meisten Quellen etwas größer angegeben, aber das hier ist schon noch im Rahmen.
    Was nicht passt sind die Violettöne. Wenn ich die berücksichtige, schlüssele ich zB mit GPBWs an der Art vorbei und ins Leere.
    Der Geruch beim Exsikat ist auch ein Thema, aber wenn das vielleicht ein Artefakt ist? Irgendein bakterieller Befall zum Beispiel?



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    OK, womit ich wieder bei meiner trotz allem voreiligen Spontanbestimmung aus dem August wäre. ;)
    Diese "dunklen Farbformen" werden immerhin in den "Großpilzen" erwähnt.
    Daß die Unterscheidung dann aber so knifflig ist...
    Also vorerst belasse ich es bei einem "cf".
    Die Stelle behalte ich unbedingt im Auge und hoffe, daß die auch im nächsten Jahr dort erscheinen. Vielleicht bringt das weitere Aufschlüsse und irgendwann Sicherheit.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Und nein, ich meine nicht Cortinarius camphoratus. :evil:
    Es geht um diese Pilze hier:


    Gefunden am 19.09. im Pfälzer Wald bei Bad Dürkheim auf ca. 300 m üNN in einem Kiefern - Esskastanien Wald auf +/- saurem Bundsandsteinboden.
    In einem recht trockenem Gebiet an einer etwas feuchteren Stelle am Wegrand in etlichen Exemplaren.


    Die Fruchtkörper erreichen eine Gesamthöhe bis zu 14cm, sind also ziemlich kräftige, robuste Pilze.
    Die Hüte sind radial fein faserschuppig und stark mit weißlichem Velum überzogen, das sich besonders am Hutrand lange hält.
    Auch an den Stielen findet sich reichlich Velum, teils auch in Form einer Ringzone.
    Die Stiele sind weißlich, nur an der Stielspitze (außen und innen im Fleisch) mit Violetton.
    Auch der Basismycelfilz ist blass aber deutlich violett, blasst aber nach Entnahme aus dem Boden rasch zu weiß aus.
    Die KOH - Reaktion auf der Huthaut ist schwarzbraun, im Hutfleisch graubraun.
    Der Geruch ist frisch nach Anschneiden und etwas reiben rettichartig.
    Die Sporen sind eher schmal, kaum bis ~6 µm breit und dabei maximal bis knapp über 10 µm lang. Möglicherweise auch fein warzig, das ist mit meiner Optik nicht sicher festzustellen.


    Den Pilz hatte ich aber nach einigen Bestimmungsversuchen auf die Seite gelegt (bzw die Kollektion einfach mal im Zimmer zum Trocknen liegen lassen).
    Irgendwas veranlasste mich jetzt, das Glas nochmal zu eröffnen und da schlug mir ein unfassbar grauenerregender Gestank entgegen. So wie ein ganzer Spind voll alter Sportsocken, der Monatelang vor sich hinmüffelt. Das ganze gemischt mit einer guten Note Bocksdickfuß, also wirklich zum schreiend davonlaufen.


    Irgendwie würde ich doch ganz gerne wissen, was das für ein Pilz ist, um das Glas nie wieder aufmachen zu müssen. ;)


    Ich hatte mehrere Möglichkeiten auf dem Schirm, glaube nicht wirklich a Cortinarius venustus und Cortinarius malachius und würde Cortinarius laniger wegen der Sporen eher vorziehen als Cortinarius solis-occasus.
    Aber möglicherweise ist es noch was ganz anderes.
    Zu keiner Art finde ich einen Hinweis auf den furchtbaren Gestank der getrockneten Pilze.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    In der Gattung gibt es ja zwei Sporentypen.
    Die Gespornten und die Glatten.


    Die Form kann variieren, das kann elliptisch sein, oval oder mandelförmig.
    Gespornt wäre sowas hier:

    Das wären die Sporen von Lepiota castanea (Kastanienbrauner Schirmling). Ist ein schlechtes Bild, ich weiß, aber der Unterschied sollte erkennbar sein.


    Und genau das mit dem "eckig" auf dem ersten Bild meine ich ja mit deformiert. Da ist kein regelmäßiger Sporn erkennbar, der an einer Seite sitzt, sondern die Sporen zum teil recht wahllos verdallert.


    Das untere Bild zeigt - wie oben geschrieben - die typischen L. alba - Sporen.
    Bei dem anderen sind ja nicht alle Sporen deformiert, da sind auch ganz normal ausgeprägte dabei. Und die passen zusammen mit den übrigen Merkmalen schon zu L. alba. :/



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Vor einiger Zeit fand ich auf einem Sandtrockenrasen bei Mannheim eine hübsche Kollektion von Lepiota alba (Weißer Schirmling):

    Der Hut links natürlich ausgenommen, das ist Lepiota oreadiformis (Glatter Schirmling). Der liegt da nur zum Vergleich.


    Beim Angucken der Sporen staunte ich aber nicht schlecht:

    Ich denke die wunderlichen Deformationen lassen sich trotz der miesen Optik erkennen.


    Was mich mal interessieren würde:
    Hat jemand schon mal solche Deformationen bei dieser oder einer anderen Lepiota - Art gesehen? Passiert das häufiger und was ist der Grund?


    Zum Vergleich mal ein Bild von normal ausgeprägten L. alba - Sporen aus einer anderen Kollektion von einem anderen Standort:



    LG, pablo.

    Hallo, Stephan & Frank!


    Was ich mit Gewissheit sagen kann: Im Mycelbereich steht nichts anderes als Fagus sylvatica und ungefähr eine Eiche (Quercus sp). Definitiv kein Nadelbaum.
    Der Boden muss immerhin so wenig sauer sein, daß auch Amanita solitaria an der Stelle Fruchtkörper bilden kann. Darüber hinaus ist der Pilz vergesellschaftet mit Hydnellum compactum.


    Das aber nur am Rande, denn auf die Ökologie mag ich mich da nicht verlassen. Immerhin notiert GPBWs für Phellodon niger 4 Fundorte bei Buche.


    Ich hatte noch ein paar Tageslicht - Bilder von Trama und KOH - Reaktion versprochen.
    Hier ist ein Schnittbild durch einen verwachsenen Fruchtkörper, wo ich immerhin zwei "Stiele" erwischt habe:

    Dabei gilt zu beachten, daß die Fruchtkörper erstens schon ziemlich alt und zweitens hier schon recht abgetrocknet sind. Die Farben waren frisch und durchnässt dunkler.


    Das Fleisch in den Stielen würde ich auch jetzt nicht als holzig bezeichnen, auch wenn es durch das Trocknen nun fester ist als im Frischzustand:

    Die Konsistenz des Filzlagers außen am Stiel ist jedenfalls wattig, das innere würde ich mal als "trametenähnlich" bezeichnen. etwas brüchiger und weicher vielleicht als bei ausgereiften (aber vitalen) T. versicolor.


    Einen direkten Vergleich zu einem sicheren Phellodon niger habe ich, Stephan. Den hatte ich auch oben gezeigt, es ist das Exemplar, das mir Joli mal mitgebracht hat. Dort ist das Fleisch in Hut und Stiel auch komplett exsikiert komplett schwarz:

    Dürfte klar sein, welcher der von Joli und welcher der selbstgefundene ist. ;)


    Ich habe auch eine KOH - Reaktion bei dem gesicherten probiert. Vielleicht war der Schnitt zu dick, aber das bleibt irgendwie schwarz. Was seitlich beim Schwenken des Objektträgers rausfließt, ist aber schon deutlicher grün als das, was die selbstgefundenen Exemplare zeigen.


    Hier erstmal die Reaktion bei KOH3% direkt auf das Fleisch aufgebracht:

    Es wird auch mit der dünnen Lösung schwarz. Nur am Rand, wo der Schnitt dünn ist, lässt sich mit etwas Phantasie etwas olivbraun erahnen.


    Im Dünnschnitt mit 3% sieht das so aus:

    Das ist nicht wirklich grün. Und kommt an die wirkliche Farbe recht nahe dran.


    Ich habe auch noch den mittlerweile getrockneten, jungen Fruchtkörper aus dem August (erste beide Bilder im Startbeitrag, selbe Stelle wie die Kollektion aus Oktober) getestet. Das sieht so aus:

    Leider finden sich dazu kaum Vergleichsbilder im Netz.


    Meine Zweifel bestehen weiter.
    Es spielt für mich auch keine Rolle, ob es nun Phellodon niger oder Phellodon confluens ist. Beides wären Erstfunde für mich. Ich will nur herausfinden, wie dieser Fund genannt werden möchte.
    Wenn sich das so nicht klären lässt, dann müssen eben weitere Funde beider Arten irgendwann das Bild so vervollständigen, daß ich eine der beiden Arten ausschließen kann.
    Auch kein Drama, dann bleibt es halt Phellodon sp.



    LG, Pablo.

    Hallo, verena!


    Hast du schon richtig verstanden. :thumbup:
    Ich sehe hier keine. Erscheint mir irgendwie braun?
    Kann aber auch am Bild und / oder am Monitor liegen.
    Und wenn es ein Pilz aus einer anderen Gattung ist, zB weil Fruchrkörper ganzrandig (ist hier auch kaum zu erkennen), dann sind rosa Flecken ohnehin ohne Belang.



    LG, Pablo.

    Hallo, Juliane!


    Das werden wohl mal Champignons (Agaricus sp.). Welche Art kann man aber so nicht sagen, auch wenn die schiere Größe schon mal ein Hinweis ist. Dennoch musst du ja in den Garten rein und Fruchtkörper mitnehmen, wenn du sie bestimmen willst. Geht sonst nicht bei der Gattung; Merkmale wie Schnittbild, Geruch, Stielbasis und eventuell einige weitere sind absolut Pflicht um da zu einer Artbestimmung zu kommen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Andererseits sind die Hutschuppen recht fein und etwas wollig.
    Einen richtig klaren Kontrast sehe ich heute mit Tageslicht im Zimmer auch nicht mehr zwischen Schuppen und Untergrund.
    Und C. olivieri kann auch eine leicht gerandete Knolle haben.
    Der Standort im Gras am Wegrand / Wirtschaftswiese / Waldrand wäre allerdings ungewöhnlich für den Olivbraunen.
    Du hast nicht zufällig mal ein Bild vom Längsschnitt, auf dem man nicht nur die Knolle sondern auch das Stiellängen - Hutbreiten - Verhältnis besser erkennen kann?



    LG, Pablo.

    Hallo, Piz!


    Das ist natürlich ganz exorbitant viel Info für die Bestimmung. ;)
    Es reciht aber völlig aus um sagen zu können, daß es möglicherweise irgendeine Art der Gattung Otidea ist, oder etwas Anderes. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Marion!


    Das ist interessant!
    Nach wie vor mag ich da X. bubalinus (kann man übrigens mit sowas wie "Blassgelbbrauner Filzröhrling" übersetzen) nicht ausschließen. Eine sehr ähnliche Kollektion habe ich mittlerweile aufgetrieben, die makroskopisch sehr gut auch zur Originalbeschreibung von Oolbekkink und Duin passt, aber mikroskopisch sind die Sporen ziemlich grenzwertig (im Schnitt Q-Wert genau 2,5).



    LG, pablo.

    Hallo.



    - Die Schnittflächen werden nicht blau.


    Interessant.
    Zwar geht ist die Blaufärbung bei ganz alten Schlappen und im Trockenzustand oft stark reduziert, aber so ein bisschen blau sollte schon da sein.
    Schade, daß es kein Schnittbild gibt.
    Wenn es da nicht die Überreste der Netzzeichnung am Stiel gäbe und wenn der Wuchs etwas regelmäßiger wäre, könnte man noch differentialdiagnostisch mit dem Fahlen vergleichen.
    Hier kann auch der Geruch helfen: So uralte Ruinen von B. radicans riechen oft mal nach Maggi, B. impolitus riecht nach Desinfektionsmittel.


    Zum Vergleichen:
    >Boletus radicans<
    >Boletus impolitus<



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan und Holger!


    Klickt das letzte Bild mal an und achtet nur auf den abgeschnittenen Stiel. Aber das kann durchaus ein Artefakt sein, es würde nur eben gut ins Bild passen.


    Das auf dem Bild von Steffen ist genau das, was ich meine. Ich würde es allerdings nicht faserig oder schuppig nennen, sondern eher sagen, daß die Huthaut radial aufreißt.
    Eine Vorstufe dazu bei Agaricus xanthodermus wäre das hier:

    Die Art ist im weiteren Stadtgebiet Mannheim mit Abstand die häufigste der Gattung, da sehe ich das öfter. Auch wenn ich die alten Schlappens elten photographiere.
    Schuppig wäre eher sowas wie hier bei Agaricus moelleri (Perlhuhn - Champi):

    Oder hier bei Agaricus phaeolepidotus (Rebhuhn - Champi):

    Wobei da unter der schuppigen Oberfläche die Huthaut auch schon wieder etwas am aufreißen ist, ählnich wie bei Agaricus xanthodermus.
    Das kommt ja auch noch bei anderen Arten vor, wie Agaricus litoralis (Gedrungener Egerling) oder Agaricus bernardii (Salzegerling), nur daß es da ganz anders aussieht, weniger radial gestreckt und eher felderig.
    Ich kenne übrigens keine einzige Anischampi - Art, bei der das passiert.



    LG, pablo.

    Hallo, Hans!


    Weißes Sporenpulver schließt Ramaria aus.
    Die Sporen passen zu Clavulina, mit der Optik wäre man dann bei C. cinerea.
    Allerdings kann man durchaus in Frage stellen, ob sich C. coralloides, C. cinerea eventuell auch C. rugosa überhaupt sauber trennen lassen.



    LG, Pablo.