Hallo, Mausmann.
Wieso?
Ich finde die eigentlich ganz einfach.
OK, Macrolepiota (Riesenschirmlinge) ist teilweise recht verzwickt. Aber bei den Safranschirmlingen (Chlorophyllum) kommt man kaum noch ins Straucheln, wenn man dem Konzept von Else Vellinga folgt. In welcher Ausgabe vom Tintling hat Gernot Friebes noch mal den Artikel dazu drin gehabt?
Aber man kann es auch kurz zusammenfassen:
Die Gattung Chlorophyllum = Safranschirmlinge zeichnet sich in Mitteleuropa durch flgende Gattungsmerkmale aus: Fruchtkörper mittelgroß bis groß, Stiel nie genattert, Ring kräftig, aber nicht immer doppelt (altersabhängig), Trama in Hut und Stiel sowie Lamellen bei Verletzung bei frischen Fruchtkörpern orangerot verfärbend (bei älteren, vertrockneten oder durchnässten Exemplaren teils schwächer), Hutoberfläche grob schuppig, Schuppen nicht abwischbar.
In freier Wildbahn kommen in Deutschland drei Arten vor:
- >Chlorophyllum olivieri< ist der an stickstoff- / nährstoffarmen Standorten in Laub - und Nadelwäldern, mit meist eher schlankem Wuchs, langstielig mit eher feinen, wattig - wolligen Schuppen, die im Alter ungefähr die selbe Farbe wie der Hutuntergrund haben; Knolle kräftig, aber selten deutlich gerandet, Hutbreite in aller Regel geringer als Stiellänge
- >Chlorophyllum rachodes< ist die an allen möglichen nährstoffreichen Standorten vorkommende Art mit etwas gröberen Hutschuppen, die sich auch im Alter noch vom helleren Untergrund abheben; Stielbasis keulig verdickt, niemals gerandet - knollig abgesetzt
- >Chlorophyllum brunneum< ist die Art an nährstoffreichen Standorten, die gleichzeitig etwas mehr Wärme haben möchte; Hutbreite meist größer als Stiellänge (gedrungener Wuchs), Hutschuppen grob, vom Untergrund deutlich farblich abgesetzt, Stielbasis dick, deutlich gerandet - knollig.
Die Gerüche kannst du im Grunde vergessen.
Das ist bei allen drei Arten sehr altersabhängig, Junge C. brunneum riechen (wenn nicht auf Hundeklo wachsend) durchaus angenehm nussig und lecker, alte C. olivieri stinken bisweilen erbärmlich. Daß der bevorzugte Standort besonders von C. brunnem und C. rachodes oft auch übelriechendes Zeug enthält (Ich sage nur wieder: Hundeklo) trägt wahscheinlich viel zu dem Märchen bei, daß man den "Gift - Riesenschirmling" (= Chlorophyllum brunneum) an seinem unangenehmen Geruch erkennen könne.
Zwei weitere Arten der Gattung kommen in Deutschland nur sporadisch in Gewächshäusern, Warmhäusern etc. vor. Bei beiden bringt Bodenfrost das Mycel rasch zum Absterben, daher haben die Schwierigkeiten, sich hier anzusiedeln.
Das wären Chlorophyllum molybdites (Grünsporiger Safranschirmling), die Typusart der Gattung mit grünlichweißem Sporenpulver und Chlorophyllum agaricoides (Stäublingsartiger Safranschirmling), der nicht wirklich wie ein Schirmling aussieht, weil die Art niemals aufschirmt.
LG, Pablo.