Beiträge von Beorn

    Hemitrichia serpula (Scop.) Rostaf.
    Netzschleimpilz, Bretzel - Schleimpilz


    Synonyme:
    - Mucor serpula Scop.
    - Trichia serpula (Scop.) Pers.



    Familie: Trichiaceae
    Ordnung: Trichiales
    Klasse: Myxomycota
    Reich: Protozoa



    Beschreibung: Plasmodium nicht beobachtet; Fruchtkörper gelblich, in verschlungenen, verknoteten Bändern das Substrat überziehend, Bänder gelblich, ockerlich senffarben, bis 2mm dick, Gesamtgebilde klein (wenige mm im Durchmesser) bis mehrere Zentimeter Fläche bedeckend;
    Reif platzen die Schnüre auf und fusseliges Capillitium mit Sporen liegt offen;
    Sporen rundlich mit hohen, unvollständig - netzartigen Graten; ca. 10-13 µm, Grate etwa 1 µm hoch; Capillitium doppelt gewickelt, mit dornartigen Auswüchsen, stark gewunden; keine Kristalle beobachtet


    Vorkommen: Je nach Witterung Frühjahr bis Herbst an altem, verrottendem Holz, auch an dünnen Zweiglein und Krautstengeln, jeweils bei gut durchfeuchtetem Substrat


    Verwechslungen: Die gelblichen, vernkoteten Würstchen sind in Europa kaum zu verwechseln.
    Außerhalb Europas sollen noch zwei ähnliche Arten bzw. Variationen (var. tubiglabra & var. piauensis) vorkommen, die sich aber durch Capillitium und Sporenornament unterscheiden sollen.



    Bilder:







    Hallo.


    Da stimme ich Stefan zu. Da Pluteus pouzarianus (Schnallen - Dachpilz) ziemlich auf Nadelholz beschränkt ist, kann ich mir hier eigentlich nur Pluteus cervinus und Pluteus primus (Voreilender Dachpilz) vorstellen.
    Pluteus cervinus kommt oft schon im April / Mai vor, die Erscheinungszeit ist also irrelevant zur Unterscheidung.
    Pluteus primus kenne ich aber noch nicht, ob der nun auch so wie dieser Fund (also genau wie Pluteus cervinus) aussehen kann, kann ich nicht sagen. Mikroskopisch wäre es dann schon zu klären.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Klar, bei Röhrlingen gibt's eben auch eine hohe Variationsbreite. Aber es gibt nicht so viele, die streng an einie bestimmte Baumart gebunden sind. Eigentlich nur in zwei Gattungen.
    Ich glaube, ich frage jetzt einfach mal nach der Kiefer.
    Das lässt nicht viele Optionen offen, wenn ein "ja" kommt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Kerstin!


    Eine Kritik erlaube ich mir mal: Das Bild ist a weng sehr klein.
    Einfacher wäre es, wenn das schon eine Breite von 800 Pix hätte. Da lässt sich einfach mehr dran erkennen.
    Ansonsten sehe ich das wie Björn, wenn ich auch die "var. trivialis" weggelassen hätte. Mal abgesehen davon, daß da die Trennung ohnehin zweifelhaft ist, hätte ich "Phellinus trivialis" nach Jahn für eine Art mit eher scharfen Rändern, stärker rissiger Hutkruste und schrägerer Porenschicht gehalten. Da mir aber auch schon Kollektionen untergekommen sind, wo beides ineinander über ging, würde ich die Trennung da in Frage stellen.


    Stefan, wenn dein "Phellinus igniarius" an einem Apfelbaum wächst, dann ist es nicht Phellinus igniarius, sondern Phellinus alni.
    Morphologisch sind beide Arten nicht zu unterscheiden, aber es besteht keine Fertilität zwischen denen an Weiden und an Obstbäumen (Sorbus, Malus).
    An Prunus wäre das ungewöhnlich, das sind meisten außergewöhnlich konsolig wachsende Phellinus tuberculosus.


    An Birke und Pappel hast du dann noch weitere sehr ähnliche Arten, zumindest der an Moorbirke (Phellinus cinereus) ist auch weder makro- noch mikroskopisch von Phellinus alni und Phellinus igniarius zu trennen.


    Also geht das übers Substrat (alle drei Arten sind substratspezifisch):
    Phellinus igniarius (incl. "var. trivialis"): Nur an Weidenarten
    Phellinus alni: An Sorbus & Malus
    Phellinus cinereus: Moorbirke


    Das Problem mit der Unterscheidung zum FomFom (Zunderschwamm): Der kann selbstverständlich auch an Weide vorkommen.
    Vielleicht nicht ganz so häufig wie an Buche, Birke und Pappel, aber schon recht regelmäßig. Unterscheiden muss man dann morphologisch. Man kann natürlich mikroskopieren, Phellinus igniarius hat Setae, Fomes nicht. Auch dei Sporen sehen völlig anders aus. Makroskopisch hat man die ganz anders beschaffene Hutkruste. Das betrifft zum einen diese mäandernden, konzentrischen Linien auf Zunderschwämmen (siehe Beschreibung von Stefan), zum anderen die Färbung (Phellinus igniarius recht einheitlich dunkel grau bis schwarz, FomFom weiß bis dunkel graubraun). Die Haütik der Oberfläche ist auch ganz anders, aber das ist schwer zu beschreiben. Im Schnitt sieht's auch anders aus: FomFom ist holzfarben, recht hell, Phellinus dunkler, bis rotbraun, der Myceliarkern bei FomFom meist deutlich ausgeprägt, bei Phellinus fehlend oder rudimentär.



    LG, Pablo.

    Hallo, Juliane!


    Wenn ich mir angucke, welche Entwicklung du bei der Pilzerkennung gemacht hast: Da bin ich beeindruckt. Man kann nie alles wissen und gerade bei solchen Rätseln ist es ja nochmal viel schwerer. Dafür schlägst du dich wacker.
    Als Rätselsteller ist es auch immer schwer abzuschätzen, ob ein Rätsel von den Teilnehmern als schwer oder als leicht empfunden wird. Somit schwankt der Schwierigkeitsgrad immer ein wenig.


    Und gerade wenn man mal keine Idee hat: Fragen hilft.
    In diesem Fall wissen wir ja immerhin, daß es ein Röhrling ist und daß die Röhren nicht eben besonders hell sind. Auch wenn Stefan die genaue Farbe mal etwas im Dunkeln gelassen hat.
    Würde dir eine Farge nach dem Partnerbaum helfen?
    Oder vielleicht eine Frage nach dem Geschmack (ob der Pilz roh sehr scharf schmeckt zB, die wird aber negativ sein, wenn's meine Idee ist). Oder Verfärbungen?



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Ein wunderschönes Sammelsurium in prachtvollen Bildern. Danke! :)


    Der Pilz Nr. 35 ist nicht Schizopora paradoxa, da stimme ich Ingo zu. Aber was es ist?
    Das Problem bei diesen +/- resupinaten, weißen Porlingen ist, daß es davon einen ganzen Haufen gibt. Und zudem noch in mehreren Gattungen. Eins haben alle gemein: Sie sind makroskopisch ziemlich variabel. Mit was wir es da zu tun haben (Ceriporia, Antrodia, Oxyporus, Spongipellis) bin ich überfragt.


    Wie sicher bist du bei Nummer 5?
    Mir begegnet Datronia mollis meist mit größeren Poren und helleren (+/- weißen) Poren.
    Ob da womöglich ein arg untypischer Bjerkandera adusta sich als Datronia tarnt?



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Also wegen mir kann auch gerne aufgelöst werden, ich bin da recht flexibel. Wenn noch jemand eine Frage stellen will, ist das auch gut. Eilig haben wir's ja nicht.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Da die Bestimmung hier als Schwefelköpfe doch einige Fragen aufwirft, gerne dazu noch eine kleine Erklärung.
    Die Fruchtkörper hier sind nciht alt. Die sind sogar ziemlich jung, aber eine eher ungewöhnliche Wuchsform hat nicht unbedingt was mit dem Alter zu tun.
    Der Rest ist schon eine Erfahrungssache. Die dunklen Hutfarben resultieren aus dem offenen Standort (Wiese, kein Schatten), die aufgerissene Huthaut von trockener Witterung (ebenfalls begünstigt durch offenen Standort).
    Die Wuchsform sieht man oft bei Grünblättrigen, die an vergrabenem Holz wachsen, sich also durch die Erdoberfläche kämpfen müssen. Die sind oft noch dichter gedrängt, die Stiele stämmiger und die Hüte durch gegenseitigen Druck verformt.
    Eine sehr ähnliche Wuchsweise kann man beim Spindeligen Rübling (gymnopus fusipes) beobachten, der aber zu kenem Zeitpunkt so gelbe Lamellen und gelbe Stiele hat.



    LG, Pablo.

    Hallo, Matthias!


    Das sieht schon sehr ähnlich wenn nicht ebenso aus. :thumbup:
    Jedenfalls ist das, was man morphologisch unter dieser Art verstehen mag, nicht unbedingt an ein bestimmtes Substrat gebunden. GPBWs gibt zB Dung an, was auf die meisten Blumentopf - Kollektionen wohl eher nicht zutrifft.


    Hier mal noch ein Update.
    Cheilozystiden:

    Kugelig, etwas kleiner als bei deiner Kollektion, Matthias (bis 28 µm, dafür sind die Sporen einen Tik größer)


    Basidien:

    Dabei mal bitte das Augenmerk auf die diffuse Gestalt rechts unten richten, weil das sollte dann eine Pleurozystide sein.


    Hier noch mal in deutlicher:

    Die sind bei mir auch kleiner als bei Matthias (bis ca. 45 µm), wobei die schwer zu messen sind, weil recht empfindlich. Zu starkes quetschen bringt die zum Platzen und dann zum Zusammenbruch, ohne Quetschen ist immer mindestens die Hälfte im Gedöns der Basidien verborgen.
    Die Form ist auch etwas anders, passt aber wiederum gut zu den Zeichnungen auf deiner Seite, Andreas.
    ich gebe den Pleurozystiden mal den Namen "Fettsäcke". So sehen die bei meinem Tintling aus. ;)


    Schnallen sind nach wie vor keine zu sehen, weder an den Hyphen der Lamellentrama, noch an den Stielhyphen, noch an den Basidien.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nico!


    Es kann sein, daß es zwei Spitzmorchelarten gibt. Eine auf Rindenmulch (und auch im Freiland?) mit etwas anderer Form der Rippen und anderer Färbung (gerne mit Grüntönen) und eine streng kalkgebundene Art im Freiland, gerne unter Tannen, Fichten und Kiefern, aber wohl auch unter Laubbäumen wie zB Birke.
    Diese Freiland - Spitzmorchel kenne ich aber selbst nur von Bildern und aus Beschreibungen. Das was jetzt bei dir im Garten wächst, könnte aber schon dazu passen.
    Allerdings gibt es auch hier morphologisch diverse Übergänge (Formen und Farben), so daß es zweifelhaft ist, ob eine Trennung wirklich Sinn macht. Klären wird man das letztlich nur mittels genauen Untersuchungen und Sequenzierungen können.



    LG, pablo.

    Hallo, Ralf!


    Ist doch auch nicht schlecht. Jetzt findest du sogar schon Pilze, die es gar nicht gibt. :)
    Anscheinend ist der Geruch in manchen Fällen kein sicheres Merkmal. Kürzlich hat auch jemand Pezizas gezeigt (PS.: >hier war's<), die nach Chlor rochen und ich glaube, ich habe auch solche schon mal gesehen (wenn auch nur mit schwachem Chlorgeruch). Da können Umgebungsfaktoren eine Rolle spielen (Bademeister vorbeigelaufen).
    Gut, daß ich das Portrait noch nciht hochgeladen habe, das muss ich noch etwas relativieren dann.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    An dem Artikel wäre ich jedenfalls sehr interessiert, denn den kenne ich nicht.
    Ich habe
    Pfister, the psilopezioid fungi. IV. The genus Pachyella aus Canadian Journal of Botany (1973)
    Baral, Jahn & Lohmeyer in Z.Mykol. 47 (1981)
    Häffner, Die Gattungen Psilopeziza & Pachyella Teil II in Rheinland - Pfälzer Pilzjournal (1992)
    Letzteres ist der Artikel, den Nobi auch in meiner Anfraghe im letzten jahr verlinkt hat, leider scheint der offline zu sein.


    Literatur neueren Datums wäre mir aber sehr willkommen.


    Der oben von mir gezeigte Fund ist selbstverständlich mikroskopisch untersucht (hatte auch erst auf was Selteneres gehofft) und nach Häffner eindeutig P. violaceonigra zuzuordnen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nico!


    So eindeutig wie das ist, aber:
    Eine seriöse Verzehrfreigabe kann dir hier dennoch niemand geben. Dazu müsste man die Pilze schon in der Hand haben. Unter anderem um auch zu beurteilen, ob die Frische stimmt. Überständige Morcheln sind auch recht gefährlich, ebenso wie Rohe.
    Unten in meiner Signatur findest du einen Link (der unterste), zur Seite der DGfM. Dort ist eine Liste mit Pilzsachverständigen, vielleicht findest du einen bei dir in der Nähe, der da mal einen Blick drauf werfen kann.
    Das würde sich lohnen, denn dann kannst du die Pilze nämlich mit absolut ruhigem Gewissen verspeisen. :)



    LG; Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Dung ist in gewisser Hinsicht auf jeden Fall drin. Allerdings nur von regenwürmern (und Blattläusen). Die Überreste vom Sandkastenesel sind in einen anderen Topf gewandert (und produzieren immer noch nichts neues).
    Über den heutigen Tag sind die nachrückenden Pilzembryos stagniert. Also nichts neues vond er Schnallen- und Zystidenfront. Jetzt habe ich mal gegossen, dann geht's hoffentlich morgen weiter.



    LG, Pablo.

    Hallo,Jürgen!


    Wow, nicht schlecht!
    Immerhin: Pilze hätte ich zwei oder drei erkannt. Personen vielleicht eine oder zwei (und nur durch Zufall).
    Es gibt noch viel zu entdecken. Zum Beispiel warum Bresadola so grimmig dreinschaut.



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Ich kann ja auch mal gucken, von welchem Hersteller die Blumentopferde ist. Allerdings ist das auch vage, weil ich wohl gemischt habe und auch immer mal wieder anderes Zeug in die Töpfe schmeiße. Pilzreste, Gemüseabfälle für die Regenwürmer, soclhe Sachen eben.
    So wirklich büschelig wachsen die eigentlich nicht. Maximal drei oder vier recht eng beisammen, aber die Stielbasen (etwas verdickt und jung blassgelb) sind schon getrennt.


    Ich teste morgen mal einen jungen Fruchtkörper auf Hymenialzystiden und vergleiche mal mit C. congregatus. :thumbup:
    Verschicken von solchem Material macht wenig Sinn, oder?



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Öhm... Die Definitionen für Morschheitsgrade findet man wahrscheinlich am ehesten in einem Baumforum. Glaube ich. So für mich selbst hatte ich mir das so zurechtgelegt: Optimalmorsch = teilweise am Zerbröckeln, mit Moosen und einzelnen Gräsern bewachsen, vollständig entrindet (falls nicht völlig entrindet, dann Rinde stark zersetzt); Finalmorsch = völlig am zerbröckeln, nirgendwo mehr trittfest, stark bemoost und bewachsen mit Gräsern, Farnen etc, keine spur mehr von Rinde.


    Die Becherchen reifen schon auch in der Dose nach, aber ob das reicht? Idealerweise kannst du in einer Woche da noch mal vorbei und nimmst einfach die mit, die am unansehnlichsten sind. Also möglichst am Zerfließen.


    Vorkommen auf (morschem Laub-) Holz ist für P. violaceonigra ein Muss. Wenn irgendwo was anderes steht, dann steht woanders was Falsches. Die Größe geht auch in Ordnung, die sind variabel. Einzelnes Wachstum muss erst recht nicht sein, P. violaceonigra kann sogar rasig wachsen:

    Ein Fund von letzter Woche.


    Am besten schaust du mal nach dem Aufbau der Becher, die Außenseite mit den auffälligen Hyphen ist schon wichtig. Und wie weit die Ascuswände amyloid sind, das könnte schon mal die Gattung absichern. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Jung und trocken riecht Disciotis venosa in meiner Nase nach nix.
    Aber du wirst es ja herausbekommen, mikroskopisch ist's ja leicht geklärt. Wahrscheinlich wird's schwerer, die peziza dann zu bestimmen. :whistling:



    LG, Pablo.