Beiträge von Beorn

    Morgen!


    Also den Pilz in Beitrag #3 sollten wir am besten vergessen. Ich habe gemerkt, daß ich davon kein Material mehr habe. Wahrscheinlich wurde der wieder im Wald ausgesetzt...


    Also bleibt der mal außen vor.


    Folgende Ergänzung gehört zum Pilz aus dem Startbeitrag:





    Ich habe mal versucht, besonders auf den Aufbau des Fruchtkörpers, insbesondere auf die Hyühen zu achten.
    Was nicht einfach ist, weil in der Tat ist das sehr dicht verwoben, die Hyphen auch teils inkrustiert, was die Darstellung nicht gerade vereinfacht. Darum auch der etwas klägliche Versuch, etwas aufzumalen.


    Was wohl wichtig ist: Tatsächlich sind die größten Basidien noch nicht mal 15 µm lang. Auch im Subikulum sehe ich keine Hyphe, die breiter wäre als knapp 4 µm. Das Geflecht ist sehr dicht, Inkrustierungen finden sich aber hauptsächlich an der Basis. Hyphen im Bereich zwischen Subhymenium und Subikulum messen teils weniger als 2 µm, was aber auch daran liegen kann, daß das Material inzwischen "tot" ist.


    Wenn ich deine Tips berücksichtige, Frank, dann kann ich mir nichts anderes als Leptosporomyces vorstellen (aber was weiß ich schon?). Wenn ich davon ausgehe, daß die Gattung so stimmt, dann bleibe ich wieder an Leptosporomyces mutabilis hängen.
    Mikrozeichnungen bei Mycobank scheinen immerhin ganz gut zu passen. Allerdings finde ich bei der Art keine Erwähnungen zum Vorkommen an alten Porlingen. Und: Die Sporen bei meinem Fund sind teils etwas zu breit. Da sind einige dabei, die sehen fast subglobos aus und kommen dann auch auf eine Breite von ~3 µm. Oder passt das noch?



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    Ja, das ist mein Dilemma.
    Irgendwie muss man ja mal anfangen, die Pilze anzugucken. In solchen Bereichen fehlt mir natürlich die Erfahrung. Bei Pilzen wie diesem sitze ich oft zwei Stunden am Mikroskop, fertige verschiedene Präparate an, mache Bilder (die meisten werden unansehnlich)...
    Dann kommt noch einige Zeit an Literatur und Internetrecherche dazu. Immerhin: ich sehe was. Nur müsste ich auch wissen was ich sehe. Die einzelnen Merkmale zu erkennen und beurteilen zu können, darum geht es ja im Wesentlichen. Ich kann noch so lange Hyphen angucken, wenn ich aus der Anordnung nichts herauslesen kann, komme ich nicht weiter. Das ist der Erfahrungsfaktor.
    Darum neulich auch meine Frage nach einem speziellen Kurs.
    Es geht auch so, aber es ist langwierig und mühsam. Insbesondere wenn es um Arten, Gattungen, Familien geht, vor denen ein Großteil der Pilzfans Reißaus nimmt und ein anderer Großteil locker aus der Hüfte nach Pilze der Schweiz bestimmt.
    Kommt beides nicht für mich in Frage: Auch wenn ich mich noch nicht auf ein Spezialgebiet festlegen will, interessieren mich die Rindenpilze und Porlinge mindestens genauso wie die Rötlinge und Röhrlinge. Und ich will auch möglichst wissen, wie ein Pilz wirklich heißt und auch warum.
    Das alles ist halt nicht in zwei Jahren zu lernen.


    Ich bin froh, daß du dir die Zeit nimmst, im Netz bei mir und anderen über die Funde drüberzuschauen und Ratschläge zu geben. Egal, ob dabei eine Bestimmung rauskommt, oder nicht.
    Denn: Das, was du jetzt geschrieben hast, hilft mir eher weiter, als wenn ich jetzt einen Namen bekommen hätte. Denn dann wüsste ich immer noch nicht, welche Merkmale relevant sind und auf was insbesondere zu achten ist.


    Wenn ich das mal so zusammennehme:
    Athelia = Basidien in Palisaden, Hyphen locker verknüpft + oft rechtwinklig verzweigt, Sporen größer als hier angegeben
    Fibulomyces / Leptosporomyces = Basidien bis 15 µm lang, Hyphen bis 4 µm breit
    Trechispora = Hyphen an den Septen ampullenförmig angeschwollen
    Ceraceomyces = Basalhyphen (Subikulum, nehme ich an?) bis über 10 µm breit, Basidien bis 25 µm lang


    Das ist doch gut. Da kann ich direkt mal was mit anfangen.


    Muss ich nur noch den Fund darauf überprüfen. Kein Problem, liegt ja hier noch rum.
    Gib mir etwas Zeit, ich melde mich wieder. Und wenn's mit den Bildern mit meiner Kameraausrüstung bei solchen Pilzen hapert, dann eben mit Stift und Papier.


    Und bei dem hier:


    Muss ich auch noch mal ran. Den hatte ich oben erwähnt.
    Den hatte ich als Athelia bombacina bestimmt, aber nun macht sich Skepsis breit. Saß an Birke, aber sowas wie Rhizomorphen sind da ja auch dran. Oder besser gesagt: Ganz feine Fäden, die sich von den Rändern aufs substrat ziehen. Basidien und Sporen waren da etwas größer als bei dem Fund oben, aber die Hyphen will ich nochmal genau sehen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Petra!


    Ich kann mich nicht mal zwischen hell- und Dunkelsporer entscheiden.
    Daher die Idee zu der Frage.
    Aber wenn man so unentschlossen ist, hilft ja alles weiter. Ein spezifischer Geruch wäre auch ein Anfang, ebenso die Frage, ob es ein zersetzer ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Mario!


    Qualität ist doch gut. :thumbup:
    Der Pilz ist auch irgendwie schwer abzulichten. Man steht immer im Nassen, Schlamm sickert einem in die Schuhe, Mücken auf der Nase und im Nacken, nirgendwo ein Platz um die Kamera abzustellen, die Pilze sind feucht und glänzig, die Strukturen weich und kaum zu erfassen, die Wasseroberfläche spiegelt und glitzert...


    Also ein Pilz mit widrigen Umständen.
    Aber ungemein schön und gehemnisvoll. Glückwunsch zu dem Fund.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mausmann!


    Also di auf dem Bild, die wie Cyathus olla aussehen, sind schon Cyathus olla (Topfteuerling). :thumbup:
    Soweit so unklar. Außer dem Dungteuerling (Cyathus stercoreus) und dem Gestreiften (C. striatus) und dem Tiegelteuerling (Crucibulum laeve) ist mir in MItteleuropa keine Art aus der Gruppe bekannt. Nidularia deformis (Vollgestopfter Nestling) ist ja schon wieder ganz anders aufgebaut.


    So weit, so unklar.


    Die Identität der Kaugummis ist mysteriös. Da hat Juliane den Hammer auf den Kopf getroffen: Der "Pilz" muss unters Messer. Wenigstens werden wir ja wohl rausbekommen können, ob es tatsächlich ein MO ist oder eher ein NoFu.



    LG, Pablo.

    Hallo, Christian!


    Ganz genau. :thumbup:
    Die feinen Poren unterscheiden ihn vom Winterporling (Polyporus brumalis) und dem Weitlöchrigen (Polyporus arcularius), die meist zentral gestielten Fruchtkörper vom Kastanienbraunen (Polyporus badius) und dem Löwengelben (Polyporus leptocephalus / varius).



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Interessante Definition des Geruchs, kann aber hinkommen. Normalerweise wird dieser Geruch als "mehlig" oder "nach Salatgurke" definiert. Wobei man sich bei Mehl frisch gemahlenes, noch etwas feuchtes Korn vorstellen muss, also nix mit Typ405 aus dem Supermarkt oder wie das Zeig heißt.
    Gurke: Eine Frische auf jeden Fall, am besten aus dem eigenen Beet (die genormten Lagergurken aus irgendwelchen Gewächshäusern riechen schal nach Wasser und schmecken ja auch so) und dann fein geschnippelt. Das ist ziemlich genau der Geruch, nach meiner Nase. ;)
    Jedenfalls gut einprägen, der Geruch wird auch bei vielen anderen Arten wichtig, wo in der Beschreibung "Mehlgeruch" steht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Sven und Jürgen!


    Das sieht sehr gut aus, danke euch beiden! :thumbup:
    Ich hätte drauf kommen können, wegen den fehlenden Olivtönen (Ausschluss E. versatilis) und dem vakuolären Pigment (Ausschluss aller anderen Arten in der Gruppe).
    Bin ich aber nicht.
    Schön, daß es euch und das Forum gibt, daß einem kompetent auf die Sprünge geholfen wird. :thumbup:


    [hr]


    Nachtrag:
    Es ist schon nützlich, wenn man den Objektträger mit dem Sporenabwurf aufbewahrt.
    Du hast recht, Sven: Da sind durchaus auch breitere Sporen dabei, bis ~9 µm. Kommt immer ein wenig drauf an, wie man misst. Ob von Ecke zu Ecke oder von Delle zu Delle. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Auch hier habe ich keinen Zweifel an Schizopora paradoxa.
    Die grobe Struktur des Hymeniums, nicht poroid, in unregelmäßigen Platten und Zähnen, das passt schon sehr gut. Im Substrat ist die Art sehr variabel (geht sogar Nadelholz).


    Stereum hirsutum auf Bild 1 ist dir sicher ohnehin klar, die roten Kügelchen sind wahrscheinlich eine Nectria s.l. (Pustelpilzchen), da ist aber auch mit MIkro oft nichts zu bestimmen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Ich gestehe, die Reaktion des Kontext bei Ganoderma mit KOH habe ich gar nicht im Kopf. Hab's auch noch nicht ausprobiert. Bei Fomes ist das schwarz, soweit, so klar. Phellinus wird auch schwarz.
    Interessant ist die Hutkruste: wenn du davon ein paar Krümel abkratzt und in KOH 20% gibst, dann wird das Rot. D.h. ein roter Farbstoff wird rausgelöst und verfärbt mit ein wenig rühren die Lösung. Frank hat dazu ein interessantes Bild ins Portrait gestellt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Zum vorliegenden Pilz fällt mir nichts ein. Oder aber ungefähr 300 Namen, was so gut ist wie nichts. :D
    Will meinen: Da könnte man ganz am Anfang beginnen. Eine Frage nach der Farbe des Sporenpulvers würde mir zunächst gut weiterhelfen.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Zumindest bei trockenen FomFoms ist die Tramafarbe eher stumpf. Ich kann gerne mal in nächster Zeit ein paar durchsäbeln und Bilder machen.
    Die Poren sind bei sporulierenden FomFoms eigentlich immer sehr hell, bis weiß.
    Nur wenn gerade keine Sporen produziert werden, dann ist die Porenoberfläche eher bräunlich.



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Ceriporiopsis aneirina sollte wohl recht grobporig sein. Die Art kenne ich aber nicht wirklich, da habe ich nur einen Fund, der unbestätigt bleiben muss, weil nicht mikroskopiert:

    Also absolut nicht gesichert, kann auch was ganz Anderes sein. Aber so ungefähr sollte die Art wohl aussehen, wenn die Fruchtkörper alt und ergraut / vergilbt sind. Poren hier so etwa 2/mm.


    Ansonsten ist das bei Ceriporia und Ceriporiopsis recht variabel, auch innerhalb der einzelnen Arten. So können die Poren jung sehr fein, alt aber deutlich gröber sein. Ceriporiopsis gilvescens zB ist meist feinporig.



    LG, Pablo.

    Hallo in die Runde.


    Es geht um folgenden Fund:







    Gefunden am 23.04. (also noch vor Ende der Trockenzeit) in einem Auwald am Rhein bei Mannheim an einem vermodernden Fomes fomentarius.
    Der Fruchtkörper ist häutig, insgesamt kaum mehr als 1mm dick, wobei sich die obere Schicht (mit Hymenium) vom fein fädigen Subikulum ablösen lässt.
    Am Rand teils feine Rhizomorphen. Teils reßt die obere Schicht feldrig auf, das Subikulum bleibt intakt. Im Alter und beim Trocknen gilbend.
    Mikroskopische Eckdaten: Monomitisch, Hyphen hyalin, dünnwandig, Schnallen vorhanden;
    Basidien keulig, klein (reif, also mit Sterigmen 10-14 µm lang), büschelig, ungestielt, viersporig; keine Zystiden beobachtet;
    Sporen elliptisch, dünnwandig, inamyloid, ~3,5-5x2,5-3 µm.


    Sorry wegen den dürftigen Mikrobildern. Rötlinge sind viel einfacher zu mikroskopieren und erst recht durchs Mikro zu fotografieren. Dabei saß ich an dem hier sicher länger als an dem Rötling....


    Hm.


    Neulich hatte ich einen Fund an morschem Birkenholz, der sehr ähnlich aussah, allerdings mit etwas größeren Sporen (bis 6 µm lang). Mit identischen makroskopischen Eigenschaften allerdings nicht gilbend.
    Den hatte ich mal nassforsch als Athelia bombacina abgeheftet.


    Aber passt dieser hier auch dazu? Mit den kleineren Sporen und dem Wqachstum auf altem Porling?
    An faulenden Porlingen soll ja Athelia neuhoffii vorkommen, die Art hätte aber deutlich größere Sporen.
    Irgendwie stieß ich noch auf die Gattung Leptosporomyces / Fibulomyces.
    Da würde wohl Leptosporomyces mutabilis auch einigermaßen passen?
    Und was unterscheidet die Gattungen nun eigentlich? Eine Abgrenzung über die Basidiengröße ist doch etwas duffus, zumindest aus meiner Sicht...



    LG, Pablo.

    Hallo miteinander!


    Der Regen der letzten Zeit lockt Rötlinge an.
    Da wäre einer aus einem kalssichen Bärlauch - Morchel - Auwald:

    Ohne Morcheln.


    Die Pilzchen sind klein, Hut beim Größeren keine 2cm breit.


    Die Hutoberfläche ist grau mit solbrigen FAsern belegt, sehr schwach hygrophan, Buckel ausgeprägt. Da ist nichts Olivfarbiges dran, wenn das auf dem Bild anders aussieht, dann liegt das an der künstlerischen Freiheit meiner Kamera beim Bilder machen im Grün des Auwaldes. An den Pilzen selbst ist kein grünlicher Farbton wahrzunehmen.


    Geruch ist unspezifisch, Fleisch zerbrechlich und braun.
    Mikroskopische Eckdaten:

    Huthaut eine Kutis aus liegenden Hyphen, Pigment auf jeden Fall inkrustiert, gelegentlich sehe ich aber auch Vakuolen.


    Stiel mit hyalinen "Haaren", auch an der Stielbasis farblos, dort maximal 2fach septiert, gelegentlich schwach inkrustiert.

    direkt unter dem Hut gelegentlicha uch mit büscheligen kaulozystiden.


    Sporen deutlich heterodiametrisch, Ecken meist gut ausgeprägt

    ~ 9-12x5-7,5 µm


    Basidien...
    Tja. Daß diese Knusprig anmutenden dunklen Basidien für die Sektion typisch sind, musste ich auch erstmal rausfinden. Ansonsten zwei- bis viersporig, ohne besondere Vorkommnisse.



    Cheilozystiden vorhanden, sehen meist irgendwie breit spindelig aus:


    Am gesamten Fruchtkörper (Stiel, Huthaut, Lamellen, Hymenium) nicht eine Schnalle zu finden.


    Das gehört in die Gruppe um Entoloma hirtum oder Entoloma versatile, richtig?
    Aber so ganz durchschaue ich die Artabgrenzungen da irgendwie nicht.
    Hat jemand von euch vielleicht einen Tip?



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Auch wenn's eine Weile her ist, aber du hattest es ja gerade verlinkt. Und manchmal weiß man zwei Jahre später mehr (und sehr viel mehr nicht).


    Nummer 2 im Startbeitrag ist ziemlich sicher Shcizopora paradoxa, hat Ingo ja schon geschrieben.
    Der im letzten beitrag wahrscheinlich auch, nur daß das Hymenium an der Unterseite etwas unterentwickelt ist. Will heißen daß wahrscheinlich aus Platzgründen die Zähnchen nicht so ausgebildet werden konnten, wie es normalerweise an Substratunterseiten der Fall ist.


    Für den allerersten, quietschegelben Pilz würde mir ja ein etwas zerfressener, zerpfückter >Pseudomerulius aureus< ganz gut gefallen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Zitat


    Weblinks, auf die schon mal hingewiesen wurde:


    Der untere sollte schon stimmen. Interessant, da sind in den Randbereichen auch wunderlich geformte "Poren" zu sehen. Aber schon auch wieder ganz anders, als bei deinem hier gezeigten Fund.
    Der obere Link stimmt eher nicht. Da könnte man erstmal an so tolle Sachen denken wie zB >Ceriporiopsis aneirina<.
    In dem Bereich ist es aber eigentlich müßig zu spekulieren, wenn man keine Möglichkeit zur mikroskopischen Einsicht hat.


    Zu den beiden in deinem Thema scheribe ich gleich mal da noch was.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    @Pablo: Wieso bist du bei Mausmanns verlinkten Bildern beim 2. sicher, dass das ein Fomfom ist. Darf der denn so eine braune Hutkruste haben? Ich kenn die eher silbergrau; bzw. auch mit Olivtönen...


    Insbesondere wegen der Farbe und den Linien in dem Bereich nahe der Ansatzstelle. Sowas hätte ich bei Ganoderma noch nie gesehen.
    Farblich gehe ich bei FomFoms von einer sehr hohen Variationsbreite aus.
    Im zweifel sollte man aber mal reingucken, die Sporen von FomFoms sind ziemlich unverwechselbar.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Bei Nummer 9 sehe ich hier auch FomFoms.
    Da muss man wohl der Tramafarbe etwas Variationsbreite zugestehen. Sicher, die geht schon in Richtung Ganoderma bzw. Phellinus, aber das Gesamterscheinungsbild passt besser zum Zunderschwamm, insbesondere mit deieser Linienführung auf der Hutkruste.


    Bei den von Mausmann verlinkten Bildern ist zumindest das zweite über jeden Zweifel erhaben. Beim ersten kann man sich nur nach der einen Ansicht gerne auch über einen Phellinus oder Ganoderma streiten. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Mausmann!


    Wo soll er denn hin? Pilze allgemein?


    Und dann noch ein Aufruf.


    Schleppt doch bitte mal möglichst viele möglichst deutliche Schnittbilder von den diversen härteren Baumpilzen an und zeigt sie hier oder auch in den Portraits.
    Die wären oft eine nützliche Hilfe für unsereins.


    Dem möchte ich mich unbedingt anschließen!
    Das hilft uns allen weiter und in den Portraits sind die bilder auch immer rasch zu finden und rutschen nicht aus dem Fokus.



    @ topic; ein paar Funde an Holz in diesem Jahr.
    Corticium roseum:


    Gloeoporus dichrous:


    Ceriporia excelsa:

    vergesellschaftet mit Bjerkandera adusta (oben) und Glyphium elatum (Vordergrund)


    Laetiporus sulphureus:


    Lenzites betulina:

    An Picea abies


    Oxyporus populinus:

    Resupinate Form an Populus.


    Phellinus conchatus:


    Phellinus hartigii:


    Pleurotus cornucopiae:


    Polyporus tuberaster:


    Skeletocutis nivea:


    Steccherinum fimbriatum:


    Trametes ochracea:



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Danke für die Ergänzung. :thumbup:


    Der Fund an dem Krautstengel (das genaue substrat kann ich nicht definieren) stammt aus einem Haufen von moderndem Holz - und Grünschnitt in Norditalien. Also Alpensüdrand. Kann sein, daß südlich der Alpen etwas andere Lebensgewohnheiten gegeben sind. Und auch steckten schon ein paar dickere äste in dem Haufen, vielleicht ist er dann von denen rübergewandert.


    Danke für das Lob zu den Mikros. Diese Pilze sind aber auch dankbar zu mikroskopieren mit diesen wunderbaren Strukturen. Viel einfacher als Antrodias jedenfalls. ;)



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Aber ich mecker doch nun mal so gerne. ;)
    Oder anders ausgedrückt: Ich freue mich über solche interessanten Pilze beosnders. Deine Bestimmungen sind ja meistens einwandfrei, Abeja, da bietet sich wenig Diskussionspotential. Die Datronia hake ich auch gerne so ab, finde die Form aber ganz interessant.


    Bei Nummer 32 wundert mich eben, daß dort so viele ganzrandige Poren zu sehen sind. Das kenne ich von Schizopora paradoxa nur gelegentlich und auch nur ansatzweise bei horizontal auf dem Substrat sitzenden Fruchtkörpern. In der Position sollte das Hymenium aus zerpflückten Balken und Graten bestehen, aus unregelmäßigen Zähnen und Zacken.
    Ich glaube, Frank hat den sogar mal so ausgeschlüsselt und von den anderen Arten der Gattung abgegrenzt (als Zusatz zu den Mikromerkmalen).
    Aber wie gesagt: Ich weiß es nicht, ich wundere mich nur.



    LG, Pablo.

    Disciotis venosa (Pers.) Boud.
    Morchelbecherling, Flatschmorchel, Aderiger Morchelbecherling
    Synonyme:
    - Peziza venosa Pers.
    - Discina venosa (Pers.) Fr.
    - Helvella cochleata Wulfen
    - Peziza cochleata (Wulfen) Bull.
    - Peziza reticulata Grev.
    - Disciotis venosa var. reticulata (Grev.) Boud.



    Familie: Morchellaceae
    Ordnung: Pezizales
    Klasse: Pezizomycetes



    Fruchtkörper: jung becher- oder kelchförmig, mit zunehmender Reife mehr und mehr ausgebreitet, zuletzt flach am Boden aufliegend und oft mit heruntergebogenen Rändern; unregelmäßig geformt, Fruchtschicht aderig –“ wellig, uneben; mit +/- deutlich ausgeprägtem Scheinstiel, der oft im Erdreich steckt; Stielansatz weißlich, Fruchtschicht hell bis dunkel bräunlich, glatt, gerne etwas feucht und schmierig; Becheraußenseite trocken und / oder jung weißlich filzig bis kleiig filzig, nass und alt eher kleiig –“ körnig, farblich dann mit mehr Brauntönen zum Rand hin, meist aber etwas heller als die Fruchtschicht.


    Fleisch: Weißlich bis blass bräunlich, feucht etwas hyalin; sehr brüchig; Geruch meiststark chlorartig (Schwimmbad), der Geruch ist bei sehr jungen und / oder trockenen Fruchtkörpern jedoch oft nicht ausgeprägt


    Speisewert: roh giftig, gegart sehr guter Speisepilz, der Chlorgeruch verschwindet beim Erhitzen


    Sporenpulver: weiß; Sporen glatt, ellipsoid, bei Reife ca. 18-24x11-13; Bilder unten zeigen teils noch nicht voll ausgereifte Sporen: daher geringere Größe. Auch der Sporeninhalt sollte bei vollreifen Sporen nicht mehr als Blasen oder Tropfen zu erkennen sein.


    Vorkommen: Im Frühjahr, je nach Witterung etwa von März bis Mai; gerne in Auwäldern aber auch auf Streuobstwiesen, ruderal beeinflussten Standorten wie Wegrändern und Gärten; Saprobiont auf Erdboden; in Habitaten mit Auwaldcharakter bisweilen mit Speisemorcheln (Morchella esculenta s.l.) vergesellschaftet und gerne bei Eschen.


    Verwechslungen: Mit Becherlingen der Gattung Peziza, diese riechen aber nicht nach Chlor, sind im Alter selten so unregelmäßig geformt mit so runzliger, aderiger Fruchtschicht und unterscheiden sich mikroskopisch durch amyloide Ascusspitzen.
    Scheibenlorcheln wie Discina parma und Discina perlata / ancilis wachsen auf Holz, ihnen fehlt ebenfalls der Chlorgeruch.
    Becherlorcheln wie Helvella acetabulum (Hochgerippte Becherlorchel) oder Helvella leucomelaena (Schwarzweiße Becherlorchel) riechen auch nicht nach Chlor, ihr Stielteil ist stärker ausgeprägt und besonders das Erscheinungsbild reifer Fruchtkörper ist völlig anders, weil niemals so aderig –“ runzlig.



    Bilder:









    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Peziza varia = Riesenbecherling<
    >Peziza arvenensis = Buchenwaldbecherling<
    >Discina ancilis = Größter Scheibling<
    >Discina parma = Schildförmige Lorchel<
    >Helvella acetabulum = Hochgerippte Becherlorchel<
    >Helvella leucomelaena = Schwarzweiße Becherlorchel<