Beiträge von Beorn

    Hallo, Ingo!


    Zitat


    01_uralte Schmetterlingstrameten (Trametes versicolor), ...... sehr seltsame Wuchsform, fast stielartig verlängert im Ansatz.


    Und deswegen kann ich es auch nicht glauben.
    Würde ich doch glatt mal 2 Chips setzen, dass der überhaupt keine Poren hatte.


    Gute Idee! :thumbup:
    Da steige ich gerne ein und halte mit "2 Chips auf Poren+" dagegen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Es gibt wohl bei beiden Arten solche "Ausreißer", häufiger finde ich allerdings G. applanatum, der aussieht wie G. australe; hier war's mal andersrum. Meistens kommt man aber makroskopisch schon gut hin, es muss nicht immer mikroskopiert werden.
    So muss es hier wohl irgendwas gegeben haben, weswegen ich ein Stückchen vom Pilz mitgenommen habe. Irgendein diffuses Detail; abgesehen von dem Wachstum unten an einem alten Laubholzstumpf könnte ich es aber jetzt nicht benennen.
    Aber egal, mach dir mal darum keinen Kopf. Wenn du welche mitnehmen und bestimmen willst: Nimm die, wo braunes Pulver auf den Hüten liegt mit. Sonst hast du beim Mikroskopieren keine Freude.



    LG, Pablo.

    Ja, fast.


    Ein Stück weiter westlich, genauer gesagt am Lago Maggiore.
    ich muss da im September mal vorbei, nach dem Rechten (und Pilzen) sehen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Die Sporen sind - egal ob es ein Rötling oder ein Dachpilz ist - maximal 15 µm groß.
    Da bildet keine Kamera der Welt mehr ab, ob das Ecken hat oder rund ist oder einen Schlafanzug trägt. ;)
    Was du da abbildest, wird ein Haufen von vielen Sporen sein.
    Die Cheilozystiden von Dachpilzen sind teils recht groß (>50 µm), da geht schon noch was mit dem Abbilden.



    LG, Pablo.

    What about September?
    Ist doch auch ein Monat mit ganz gutem Ruf, oder?


    Sehr sogar. :thumbup:
    Also falls dir Norditalien nicht zu weit ist, kannst du gerne jederzeit auftauchen. ;)


    PS.:
    8| 8| 8| 8| 8| 8| 8| 8| 8| 8| 8|
    Hier regnets gerade, also nieselt leicht. Das ist verblüffend, damit war nicht zu rechnen!



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Kommt hin, aber: Diverse andere Rötlinge aus der Gruppe auch.
    Bei den allermeisten Rötlingen (Ausnahmen wie Entoloma incanum und Entoloma sinuatum bestätigen die Regel) ist ohne mikroskopische Merkmale nichts zu bestimmen.
    Es sei denn, man heißt zB Machiel Noorderloos oder so und hat die meisten Arten schon dutzende Male gefunden, untersucht und mikroskopiert. Das klappt aber wirkjlich erst dann, wenn man sich jahrelang intensiv mit der Gattung auseinandergesetzt hat.
    Bei ~ einem Dutzend Arten, die ich bisher untersucht (also auch mikroskopiert) habe, bin ich davon Lichtmeilen entfernt, Rötlinge per Bild bestimmen zu können.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ach ja, das vermaledeite Wetter...
    Mitte August aber, da sollte es doch ordentlich sein.
    Vielleicht? Mal sehen? Ansonsten nehme ich den Oktober ins Visier und würde da vielleicht noch mal ein paar Leute hier in die Gegend einladen. Bis dahin ist auch in den Sandkiefernwäldern betrieb und auf den Wiesen dazwischen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Bei einer so verbreiterten Stielspitze ist die Beurteilung aber auch etwas erschwert.
    Dennoch meine ich - abgesehen von der Stelle, die du markiert hast - daß das schon ein Freiblättler ist.
    Manchmal gibt es da auch ein wenig diffuse Erscheinungen: Wulstlinge (Amanita) werden zB auch zu den Freiblättlern gerechnet, obwohl die Lamellen nur in seltenen Fällen wirklich frei sind. Dort würde man am ehesten von "angeheftet" sprechen.
    Das ist hier schon eindeutiger.


    Das auf der Lamellenschneide sieht schon wie Zystiden aus: Alle Achtung. Tolle Kamera und du weißt sie zu bedienen.
    Auf der Lamellenfläche erkenne ich solche jetzt nicht, da sehe ich Klümpchen von Sporen.


    Ich würde trotzdem - zumindest bei diesem Fruchtkörper - beim Dachpilz bleiben.



    LG, Pablo.

    ...oder sollte mit "Besuch" gemeint sein,
    daß Du Dich auf den Weg machen willst?
    Du wärest natürlich willkommen.


    Ich wollte, ich könnte morgen da sein.
    Aber so viel um die Ohren... Das nervt.
    Trotzdem: So ein Treffen habe ich in diesem Jahr vermisst. Das war jedesmal ein Highlight in 2013 und 2014.
    Spätestens im nächsten Jahr sollte man das wieder aufleben lassen. Spätestens!
    Aber wir suchen vorher noch einen Termin für ein Treffen (und ein paar Pilze) hoffe ich.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Komisch. Zumindest bei dem neuen Fund sehen die Lamellen astrein "frei" aus.
    bei dem oberen Fund nicht, da sind sie schon angewachsen. Ohne Pilz in der Hand ist das aber auch schwer zu beurteilen.
    Da ist noch ein Detail: Auf der Makroaufnehme der Lamellen sieht man winzige, abstehende Häörchen an den lamellen. Du kannst ja mal ein ebensolches Bild von der Lamellenfläche machen, ob da auch diese winzigen Stacheln abgebildet wären.
    Ich vermute, daß das Zystiden sind. Und so ausgeprägte Zystiden findet man bei Rötlingen eher selten, wenn es dann sowas noch als Pleurozystiden gäbe (also auf der Lamellenfläche) wäre das schon ein ganz starker Hinweis auf einen Dachpilz, Rötlinge mit Pleurozystiden gibt's wohl nämlich nur ganz selten.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Ob das wirklich die selbe Art ist? :/
    bei dem oben waren die Lamellen ja am Stiel angewachsen (mit tiefem Burggraben), hier sind sie offenbar frei (---> Dachpilz).
    oder war das bei dem Exemplar oben irgendwie verwachsen?


    Die Peziza ist sicher was Schönes. Allerdings keine Art, die ich je gefunden hätte, da gibt es zwei oder drei mit solchen Farben.
    Nur reif sieht sie noch nicht aus.



    LG, Pablo.

    Lactarius obscuratus (Lasch) Fr.
    Olivbrauner Erlenmilchling, Gemeiner Erlenmilchling
    Synonyme:
    - Agaricus obscuratus Lasch
    - Lactarius obnubilus (Lasch) Fr.
    - Lactarius radiatus J.E. Lange
    - Lactarius obscuratus var. radiatus (J.E. Lange) Romagn.



    Familie: Russulaceae
    Ordnung: Russulales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut:bis maximal drei (vier?) Zentimeter breit, dünnfleischig und brüchig; glatt, nicht schleimig (nur bei Regen eventuell etwas schmierig), auch Hutrand ohne Filz; jung mit ausgeprägtem, alt auch undeutlichem Buckel; Hutrand fein gerieft (kann jung auch fehlen), nicht oder kaum runzlig, Huthaut normalerweise nicht aufreißend; Farben ocker, ockergelb, zimtbraun, orangebraun; Buckel zumindest jung oft (muss wohl nicht immer so sein) olivbraun; Hutmitte generell dunkler als Hutrand


    Stiel: schlank, nicht signifikant kürzer als Hutbreite, gebrechlich; Oberfläche glatt bis fein weißlich bereift; +/- einfarbig blassocker, zimtfarben bis ockerbräunlich, Basis bisweilen dunkler


    Lamellen: dicklich, spröde, untermischt, breit angewachsen bis kurz herablaufend; jung weißlich, cremefarben, gelegentlich mit rosa Reflex; später ockerlich, orangeocker bis ockerbräunlich; am Exsikat grauweiß verblassend


    Fleisch: Sehr brüchig; weißlich, ockerlich bis bräunlich, Milch (sofern vorhanden) weißlich, wässrig –“ dünnflüssig; gelegentlich auf weißem Taschentuch schwach gilbend; Geruch unbedeutend bis etwas säuerlich –“ obstartig; Geschmack mild, etwas adstringierend (Fleisch, Milch mangels derselben nicht probiert)


    Speisewert: kein Speisepilz, Speisewert und Gefahren unbekannt


    Sporenpulver: Farbe des Sporenpulvers weißlich; Sporen subglobos bis breitellipsoid, 7-9 x 6-7,5 μm (eigene Messung, ohne Ornament); Ornament amyloid; Ornament aus ca 1 μm hohen, gratig vernetzten Warzen


    Vorkommen: An feuchten bis staunassen Stellen bei Erlen (Mykorrhiza ausschließlich mit Alnus), in Bruchwäldern und feuchten Tallagen auf basischen bis sauren Böden; vom Flachland bis ins Bergland aufsteigend; an enstprechenden Standorten (feuchte bis nasse Erlenbestände) recht verbreitet und stellenweiße häufig


    Verwechslungen: Mit anderen kleinen, glatthütigen Milchlingen an feuchten Stellen bei Erlen.
    Der Genabelte Erlen –“ Milchling (Lactarius omphaliformis) kommt an den gleichen Standorten vor, ist aber nicht so streng festgelegt was die Bindung an einen Baum angeht (kann auch mit Birken und Weiden Mykorrhiza bilden); sein Hut ist meist tendenziell heller gefärbt und immer ohne Olivtöne; die Huthaut von L. omphaliformis bricht im Alter gerne auf.
    Der Großsporige Erlenmilchling (Lactarius cyathuliformis) sollte auch tendenziell etwas hellere Hutfarben haben, kann aber dabei auch Olivtöne zeigen; seine Milch soll auf weißem Tuch regelmäßig gilben, die Fruchtkörper sollen etwas stämmiger sein; das sicherste Trennmerkmal dürften die etwas größeren Sporen (bis über 11 μm) sein.
    Im alpinen Bereich (Hochgebirge) bei Grünerlen kann man auf Lactarius obscuratus var. subalpinus (Gestreifter Grünerlen –“ Milchling) stoßen, dessen Hut keine Olivtöne aufweist und deutlicher gerieft sein soll. Ebenfalls alpin bei grünerlen kommt der Dunkelbraune Grünerlen –“ Milchling (Lactarius brunneohepaticus) vor, der dunklere Hutfarben (aber auch mit Olivton) hat, einen nur schwach gerieften Hut und im Exsikkat ockerfarbene Lamellen.
    Bei Gröger (Regensburger Mykologische Schriften 17) wird außerdem ein Lactarius clethrophilus Romagnesi erwähnt, der sich durch besonders entfernt stehende, orangeockerliche Lamellen (im Exsikat besonders auffallend) unterscheidet.
    Der Pfützen –“ Milchling (Lactarius lacunarum) hat eine anders aufgebaute Huthaut und schmeckt bitterlich.
    Der Runzlige Zwergmilchling (Lactarius rostratus) riecht nach Blattwanzen und hat einen deutlich runzligen Hut.
    Der Flattermilchling (Lactarius tabidus) bildet größere Fruchtkörper, sein Sporenornament besteht aus mehr isolierten Warzen mit nur feinen verbindungslinien.


    Anmerkungen: Lactarius obscuratus var. radiatus wird hier als Synonym verstanden.



    Bilder:







    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Lactarius omphaliformis = Genabelter Erlenmilchling<
    >Lactarius cyathuliformis = Großsporiger Erlenmilchling<
    >Lactarius brunneohepaticus = Dunkelbrauner Grünerlen –“ Milchling<
    >Lactarius rostratus = Runzliger Zwergmilchling<
    >Lactarius lacunarum = Pfützenmilchling<
    >Lactarius tabidus = Flattermilchling<

    Pluteus aurantiorugosus (Trog) Sacc.
    Orangeroter Dachpilz
    Synonyme:
    - Agaricus aurantiorugosus Trog
    - Pluteus leoninus var. coccineus Massee
    - Pluteus coccineus (Massee) J.E. Lange
    - Pluteus caloceps G.F. Atk.



    Familie: Pluteaceae
    Ordnung: Agaricales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: bis ca. 6(6,5) cm breit, anfangs glockig –“ kegelig, bald mehr und mehr ausgebreitet, Hutoberfläche schon jung runzlig, Hutrand normalerweise ungerieft; jung kräftig rot, später vom Rand her über orange zu gelb ausblassend, Hutmitte aber meist rötlich bleibend, wobei die kräftige Farbe sich auf den Adern und Runzeln des Hutes nach außen zieht und zum eher gelborangenen Untergrund kontrastiert;
    Huthaut zellig aus größtenteils rundlichen bis elliptischen, blasigen Elementen


    Stiel: längsfaserig, etwas brüchig, zylindrisch, teils an der Basis mehrere Stiele zusammengewachsen (büschelige Wuchsweise); Basisfarbe blassgelblich, darüber gelb bis orangerot beflockt oder wollig befasert, zur Stielspitze heller (zitronengelb) zu Stielbasis dunkler, mehr rötlich.


    Lamellen: jung weiß, später mehr und mehr zartrosa bis rosabraun; untermischt, frei


    Fleisch: eher brüchig, weißlich bis gelblich, faserig im Stiel, ohne besonderen Geruch und Geschmack; keine Schnallen vorhanden


    Speisewert: kein Speisepilz, mögliche Giftwirkungen unbekannt


    Sporenpulver: rosabraun; Sporen glatt, hyalin, dünnwandig, inamyloid; recht variabel in Größe (5-7,5 x 4-5,5 µm / eigene Messung) und Form (zylindrisch über ellipsoid bis subglobos);
    Hymenialzystiden dünnwandig ohne Auswüchse, Lamellenschneide steril; Cheilozystiden blasig, bauchig, keulig, utriform; Pleurozystiden bauchig bis flaschenförmig


    Vorkommen: in feuchten, sommerwarmen, möglichst naturbelassenen Auwäldern an dicken Laubholzstämmen und –“ Stümpfen, an be- und entrindetem (durchmorschtem) Holz, gerne gedrängt in Holzspalten oder von Stammunterseiten herausbrechend; meist büschelig bis gesellig, selten vereinzelt; spätes Frühjahr bis Herbst; in Mitteleuropa verbreitet aber überall selten bis sehr selten; in Deutschland am häufigsten wohl in naturbelassenen Auwäldern der Oberrheinebene


    Verwechslungen: In Europa ist die Art makroskopisch schon kaum mit anderen Arten zu verwechseln. Die Farben und das Wachstum in Auwäldern an Laubholz charakterisiert die Art hinreichend, sofern man die Gattung als Dachpilz festgestellt hat.
    Außerhalb Europas mag es noch sehr ähnilche Arten geben wie zB den Nevada –“ Dachpilz (Pluteus nevadensis), der aber subtropisch verbreitet ist und eine völlig andere Ökologie aufweist.



    Bilder:






    Huthaut:


    Sporen:


    Lamellenschneide:


    Pleurozystiden:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Pluteus leoninus = Löwengelber Dachpilz<
    >Pluteus nevadensis = Nevada –“ Dachpilz<

    Auch Ahoi!


    Zitat


    Dazu noch'n (nicht gekennzeichneter!) Perserfund!


    Ja, du hast recht. Zumindest was den Dachpilz betrifft. Die beiden Tintlinge sind aber genau genommen auch Perserfunde, wenn auch wohl nicht selten. Aber eben noch nie untersucht.
    Danke für die astrale Bestückung. :)
    Was macht eigentlich dein Sumpf?
    Da sollte es derzeit doch auch von Mücken nur so wimmeln, würde ich vermuten. Die freuen sich bestimmt über einen Besuch.


    Zitat


    Orangeroter Dachpilz - sehr schön - hoffentlich finde ich den auch mal...


    Zitat


    der ist extrem selten...


    Man muss wissen, wo man zu suchen hat. Am Oberrhein in Auwäldern an dicken, morschen Laubholzstämmen.
    Nehmen wir den Oberrhein mal weg: Andere Stromtäler mit entsprechender Ökologie gehen sicher auch.
    Selten ist er auf jeden Fall, ein Grund mehr zum Daumen Drücken für Dieter. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Antrodia malicola wäre durchaus eine Option.
    Ich kenne den zwar mit dickeren Porenwänden und auch weniger labyrinthisch bzw. sinuos, aber ich hatte da auch erst einen Fund.
    Zwei Sachen lassen mich aber aufmerken:
    Deine Beschreibung der Konsistenz (A. malicola ist eigentlich nie einfach durchreißbar, das wäre ein ziemlicher Gewaltakt)
    und das vorletzte Bild, auf dem sich eine Art Duplexstruktur des Kontextes andeutet.
    In dem Zusammenhang käme mir noch >Spongipellis delectans< in den Sinn.
    Ist aber auch nur eine vage Vermutung.
    Auf jeden fall: Trocknen, aufheben.
    Wenn sich niemand Kompetenteres meldet, wäre ich durchaus bereit, mir den anzugucken.



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Ein toller, stimmungsvoller Bericht, kurzweilig geschrieben und mit schönen Bildern.
    Danke! :thumbup:
    Bei dem roten Holz musste ich eben an Hyphodiscus denken, eine Diskussion dazu gab's kürzlich >hier<. Eine andere Art, die Nadelholz rot verfärbt, wäre Phanerochaete sanguinea, aber den Rotton kenne ich irgendwie anders.


    Behalt die Auwälder ruhig auch zu dieser Jahreszeit im Auge, Insbesondere Gebiete, in denen viel dickes Totholz am verrotten ist. Da treiben sich mitunter ein paar ganz nette Pilze herum, während es in den Buchenwäldern eben erst sehr zögerlich losgeht.



    LG, Pablo.

    Moin Moin!


    In jedem Fall ist das ein spannendes Thema.
    Auch wenn ich wenig mit Wissen dazu glänzen kann, aber: Pilze sind eben überall. und auch der Mensch ist selbstverständlich ein Substrat (oder ein Wirt) für eine ganze Reihe von Arten. Die meisten bilden niemals irgendwelche Fruchtkörper, aber das müssen sie auch nicht. Da gibt es einige ganz unangenehme Sachen und recht viele ganz harmlose.
    Eine große Zahl der bisher dokumentierten marinen Pilze ist parasitär, lebt in Fischen udn anderen Meerestieren.


    Die Frage ist immer - auch hier natürlich: Ist der Pilz, der da an den toten lebenwesen eine Anamorphe oder Fruhctkörper bildet, ein Parasit, der das lebende Tier zum Absterben gebracht hat, oder besiedelt er nur das bereits abgestorbene organische Material?
    Das ist immer ein recht schwierige Frage, denke ich. Denn die meisten dieser Pilze sind kaum bestimmbar, weil sie bestenfalls Anamorphen ausbilden. Am ehesten kann man die Identität noch per Sequenzierung bestimmen. Da es dann aber so viele Arten gibt, sicher auch viele, die noch unbeschrieben und nicht erfasst sind, ist auch dann noch nicht klar, was der Pilz genau macht, wo er herkommt, wie seine Lebensweise aussieht.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ein kleiner Hinweis:
    Da gibt es zwei Lager, deren Kandidaten sind noch im Rennen (die Nadelbaum - Fraktion muss ja ohnehin umdenken).
    Mit einer weiteren Mykorrhiza - Frage kommt ihr aber wahrscheinlich kaum weiter. Aber es gib ja so schöne morphologische Details, nach denen man fragen kann. Makroskopische, versteht sich. Ich würde die mikroskopischen auch beantworten, aber den meisten wird das nicht helfen. Zumal die Art makroskopisch gut anzusprechen ist.
    In diesem Fall lasse ich aber gerne auch eine vierte Frage zu.



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Nochmals danke für (zu viel) Lob.
    Soooo toll sind die Bilder nun auch nicht und die Pilze... Naja, man kann ja mal Glück haben. ;)
    Anna oder Uli hätte ich gerne dabei gehabt für solche Funde.


    Zitat


    Da du die die besseren Bilder hast, kannst du gern das Portrait machen. Mein Bild häng ich gern an.


    Hab ich die denn wirklich?
    Egal, ich setze mich dran und stelle was zusammen. Bei so einer gut erkennbaren Art ist es ja nicht viel Arbeit.


    Zitat


    Die drei letzten Pilze, den rillstieligen Seitling, den wolligen Scheidling und den orangeroten Dachpilz finde ich faszinierend.


    Sind sie auch. Für Momente vergisst man da sogar die Mückenschwärme. Alles drei sind aber auch recht spezielle Arten, die nicht überall wachsen. Danken muss man da den Institutionen, die solche Gebiete ermöglichen, wo es noch Auwälder gibt, in denen alle Stämme einfach verrotten dürfen und dadurch diesen Arten ein zuhause geben.


    Bei deinen drei letzten Aufnahmen hat's eingesetzt, die Schnappatmung.



    Brauch' jetzt auch eine Dose,


    Unbedingt, Peter!
    Wegen der Schnappatmung auch gerne ein Sauerstoffgerät, das hilft auch.
    Ich dreh jetzt den Spieß einfach mal um: Vielleicht verschlägts dich ja mal ins nördliche Baden. Diese Pilze würden dich sicher auch gerne mal kennen lernen.



    So. Und dann wären noch ein paar Sachen geradezurücken.
    Die Fehler sind oben schon ausgestrichen: Der Flache Lackporling ist keiner, sondern das ist ein Wulstiger (Ganoderma australe). Was mich ziemlich überrascht hat, Wuchsform, Dicke der Hutkruste und weiße Einlagerungen im Kontext hätten besser zu G. applanatum gepasst.

    Die Sporen messen aber 9-10,5 µm (Endospor), das ist für G. applanatum einfach zu viel.

    Skala wurde nicht gescheit mitfotografiert, lässt sich vielleicht erahnen.


    Dann dieser komische Tintling.
    Coprinellus micaceus ist das nicht. ich habe keine Ahnung, was das für Fusseln an den Stielen sein sollen:

    Mitnichten sind es lageniforme Kaulozystiden. Da sind ein paar abstehende Hyphenenden (Haare?), die Elemente, die man Kaulozystiden nennen könnte, sehen aber so aus:
    Coprinellus saccharinus 3.JPG
    Oder so:

    Letztere ist 60 µm lang und so sehen auch einige der Pleurozystiden aus (sofern sie nicht globis sind, wie die Cheilos).
    Am rechten Bildrand im Kasten eine Schnalle.
    Die Sporen sind ganz schön dunkel (reif nahezu opak) und ein ganz guter Anteil ist mitraförmig:

    Was alles meine guten Gründe sind, den Pilz mal Coprinellus saccharinus (Überzuckerter Tintling) zu nennen.
    Das heißt leider auch, daß ich eigentlich alle Bilder die ich von vermeintlichen C. micaceus habe, sofern nicht mikroskopiert, in die Tonne kloppen kann. Und Abstand von der Behauptung nehmen muss, man könne da makroskopisch irgendwas trennen. ich kann's jedenfalls nicht.


    Kleiner Spaß am Rande: Ich hatte gerstern noch einen Tintling eingesammelt, ebenfalls mit leicht flaumigem Stiel:


    Und einfach für die gleiche Art gehalten. Der saß auf dem Volvariella - Stamm. Leider habe ich die Tintlingsnester am anderen Ende des Stammes nicht fotografiert, da saßen einige Büschel, das müssen an die 300 Fruchtkörper gewesen sein.
    Egal, es geht jetzt um diese hier (anderes Satmmende). Nachdem der erste nicht C. micaceus war, habe ich mir diesen auch angeguckt.
    Und der hat noch spärlicher vorhandene Elemente am Stiel (nur hin und wieder was globoses), dazu keine Schnallen (wenn auch die bei C. saccharinus schon eher spärlich waren) und keine mitraförmigen Sporen (eine von 50 vielleicht angedeutet), sondern recht einheitlich ellipsoide und etwas mehr durchscheinende.

    Ich nenne den einfach mal Coprinellus truncorum, auch wenn er an Pappel statt an Weide wuchs.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    So mehr und mehr begreife ich auch in dieser Gattung die unglaubliche Vielfalt.
    Inzwischen habe ich fast den Eindruck, daß in diesem Bereich die Artenzahl sogar noch viel größer ist als in den meisten gruppen der sog. "Großpilze".
    Da steht noch viel Forschungsarbeit ins Haus.
    Und das Thema habe ich mal zu den Inoperculis verschoben.



    LG, Pablo.

    Hoppla!


    Ja, da hatte ich echt was durcheinandergebracht. Wieseltäubling und Ledertäubling sind natürlich zwei unterschiedliche Arten (wenn Russula mustelina und Russula integra gemeint sind).
    Da lief ich gerade neben der Spur.
    Ändert aber nichts an der Bestimmung hier (also Schwarztäubling).
    Das der möglicherweise krebserregende Inhaltsstoffe haben könnte, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Das nehme ich mal so zur Kenntnis, dann wäre da eher vom verzehr abzuraten.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Bie der Antwort auf die zweite Frage

    Zitat


    Bildet der aktuelle Rätselpilz bevorzugt Mykorrhiza mit der Gemeinen Fichte; Picea abies? (Quellen GPBW und Wikipedia)


    Kommt nur ein NEIN in Frage. Der Pilz bildet ganz und gar ungerne bis gar nicht mit Fichten Mykorrhiza. Das dürfte auch bei so ziemlich allen gut recherchierten Quellen so sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Sprotte!


    Höchstwahrscheinlich sind das Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).
    Die Bilder würden schon mal besser gelingen, wenn du bei Tageslicht fotografierst. Nicht direkt im Sonnenlicht, aber im Schatten auf der Terasse, Balkon etc.
    Das mit dem Folusieren /Scharfstellen) ist freilich auch Übungssache, ebenso das mit edm Bestimmen von Pilzen. ;)
    Klappt beides meist nicht auf Anhieb.



    LG; Pablo.