Beiträge von Beorn

    Morgen!


    Der Porling auf dem ersten Bild ist schwer zu beurteilen. Da müsste man auch die Oberseiten der Hutkanten sehen können (sofern vorhanden), vielleicht auch einen Fruchtkörper mit Porenschicht nach oben auf kariertem Papier, um Porenform und Porengröße einschätzen zu können, ein Schnittbild wäre auch nie verkehrt.
    Also zu dem halte ich mich erstmal lieber bedeckt.


    Bei den Bildern 2 & 3 ist das so, daß auf beiden der selbe Ast zu sehen ist mit den selben PIlzen dran nur einmal voin unten und einmal von oben?
    Wenn man das letzte Bild großklickt und sich die in Zonen abstehenden Haare und die Farben anguckt, dazu die Farben der Poren auf dem vorletzten Bild, würde ich fast eher an >Striegelige Trameten< denken.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Also vielleicht...
    ...ich weiß auch nicht. Phlebien halt. Gestern habe ich noch das hier eingesammelt:



    Optisch geht das schon in die Richtung der fraglichen Phlebia von Joe. Also von Formen und Farben her ein Übergang zwischen der und meinen bisherigen Funden von Phlebia nothofagi. Immerhin sind hier die Stacheln schon recht dicht stehend und teilweise auch spitz zulaufend (vor allem in den älteren bereichen). Und der gestern eingesammelte Pilz riecht halt klar und deutlich nach Phlebia nothofagi. Was fehlt sind nach wie vor diese dunkel rotbraunen Farben.
    Naja, nachher wird mikroskopiert, danach sind wir hoffentlich ein bisschen schlauer.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Wegen der Sache mit den Belegen / Exsikaten usw.:


    Es gibt auch einige Fachleute, die eigene (private) Herbarien führen. Sicherlich kommt man auch da über den lokalen Verein und über Landeskoordinatoren weiter.
    Es ist ja auch so: Pilzkunde ist jetzt nicht gerade ein Hobby der großen Menschnenmassen. Also verglichen zB mit der Menge der Vogelbeobachter in Deutschland ist die Anzahl der Pilzebeobachter geradezu lächerlich gering. Und das obwohl es so unglaublich viel mehr Pilz- als Vogelarten gibt. Jedenfalls: Wenn man so ein wenig eintaucht und sich umschaut, wer wo was macht in Sachen Pilze, stellt man fest daß sich über ein paar Ecken eigentlich alle Beteiligten mehr oder weniger kennen.
    Heißt also, wenn man mal die ersten Schritte gemacht hat und auf einer Vereinsexkursion zB ein paar Leute getroffen, kommt der Rest fast von alleine.
    Auch ohne eine Fremdsprache zu lernen. ;)


    Was den Sinn des Belegesammelns betrifft:
    Klar sind Belege von selten dokumentierten Arten toll. Aber sammeln sollte man alles, auch Belege von ganz "trivialen" Arten. "Vollständige" Herbarien gibt es daher nicht. Erstens ist es selbst in einem recht kleinen gebiet so gut wie unmöglich, tatsächlich alle Pilzarten einzusammeln und zu archivieren, die da vorkommen, zweitens hat man ja immer mal wieder Fruchtkörper, die sich zwar einer Art ungefähr zuordnen lassen, aber dann in einem oder mehreren Punkten eben doch abweichen. Wenn man sich mal einen Fliegenpilz vorstellt, der in allen Belangen aussieht wie ein Fliegenpilz, nur halt mit blass pinken Velumflocken auf dem Hut. Und das macht das Mycel an der Stelle immer, also fertigt man davon natürlich einen Beleg an, auch wenn im Herbar schon drei Exemplare von "Amanita muscaria = Fliegenpilz" aus dem Gebiet vorhanden sind.
    Wichtig ist nur, zu einem Herbarbeleg auch immer eine Dokumentation des Frischfundes zu haben. Man sollte einen herbarisierten Fund idealerweise in zwei Richtungen zurückverfolgen können: Bei veröffentlichten Dokumentationen in Zeitschriften oder in einer Kartierungsdatenbank sollte angegeben sein, ob und wo ein Fund herbarisiert ist. Ein Herbarbeleg selbst sollte so beschriftet sein, daß man nachvollziehen kann, wo das Exsikat herkommt und wo man eventuell eine Dokumentation zum Frischmaterial findet.



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Angesichts der grob wollig-filzigen Außenseiten und der pechschwarzen Peridiolen (Sporenpakete, also die kleinen schwarzen Bohnen) würde ich sagen:
    Passt. :thumbup: Graublauer Teuerling = Dungteuerling = Cyathus stercoreus.



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Interessantes Thema. :thumbup:
    Ralf hat's ja schon zusammengefasst. Aber nochmal: Hier soll nicht irgendein konkretes Ergebnis am Ende stehen.
    Eine Diskussion über eher technisch - mykologische Fragen war der Ausgangspunkt, aber soll jetzt nicht die Kernfrage für dieses Thema sein.
    Siehe:

    Zitat


    Dabei enstand die Frage, was kann die DGfM leisten und vor allen Dingen, wo können wir mithelfen und mitarbeiten, auch im eigenen Interesse ?


    Ihr dürft, könnt und sollt hier bitte alles reinschreiben, was euch beschäftigt, interessiert und was ihr wissen möchtet.


    Ganz interessant finde ich die recht unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüche, die man an sich selbst und auch an die Thematik hat.
    Das ist natürlich auch ein maßgeblicher Inhalt eines Vereines, solche verschiedenen Zielsetzungen zu verbinden und unter einen Hut zu bringen. Das ist eine Sache, an der man immer arbeiten wird und wo es immer Punkte zur Verbesserung geben wird.


    Ein paar Punkte möchte ich konkret ansprechen:

    Zitat


    Was ich damit sagen will: Der übliche Weg dürfte wohl der über die Speisepilze sein. Wissenschaftliches interessiert einen da überhaupt nicht, auch nicht die wissenschaftlichen Namen. Es gilt also die Menschen bei den Erstbesuchen von Pilzveranstaltungen, welcher Art nun auch immer, so zu faszinieren, dass sie wieder kommen und nach und nach immer tiefer einsteigen. Ein ganz guter Weg dazu sind meiner Erfahrung durch meine Pflanzenarbeit nach Geschichten, Anekdoten usw. Das worüber man schmunzeln oder lachen kann, dass prägt man sich auch ein! Ich bin mir sicher, dass es nicht wenige Geschichten, Märchen, Gedichte etc. über oder mit Pilzen gibt und Anekdoten kennt sicher jeder auch. Vielleicht könnte man die einmal etwas sammeln und dann (z. B. hier) veröffentlichen. Und noch einmal meine Frage: fließt so etwas, auch Rhetorik, in die Ausbildung zum PSV oder auch Pilz-Coach mit ein?


    Klarer Fall, Maria: Du suchst nach Walter Pätzold. :thumbup:
    Leider durfte ich ihn auch nie selbst kennen lernen, aber er war wohl ziemlich genau der Lehrer, den du beschreibst. Humorvoll, markant, mit einer beeindruckenden Fähigkeit Inhalte rüberzubringen, so daß alle sie verstehen. Das aber untermauert mit einem überragenden Fachwissen und beeindruckender Pilzkenntnis.
    Diese didaktischen Fähigkeiten kann man aber nur begrenzt lernen. Wichtiger ist ein gewisses Talent dafür. Ich denke auch nicht, daß das Aufgabe der DGfM ist, rhetorisches und didaktisches Geschick zu vermitteln. Das dürfte über Rahmen und Möglichkeiten der Organisation herausgehen.
    Da gibt es aber eine Verbindung zwischen deinen Interessen und dem was "Oehrling" tut: Eine gut gemachte Pilzexkursion ist gold wert. Auch da ist aber der Exkursionsleiter gefragt und muss sein Angebot und seine Präsentation anpassen. So hätte ich zB keinen Spaß an einer reinen "Speisepilzwanderung" und du vermutlich kein Interesse an einer "Rindenpilztour". ;)


    Um Exkursionen zu veranstalten muss man nicht PSV oder Pilcoach sein. Es ist hilfreich, aber vor allem für die Teilnehmer, weil dadurch ein Basiswissen garantiert wird. Wenn du dich einer Exkursion von Ralf ("Rada") anschließt, kommst du sicher auf deine Kosten, was Präsentation, Stimmung und Fachkompetenz betrifft. Bei Stephan (Oehrling) auch, um mal jeweils ein Beispiel ohne und eines mit PSV - Schein zu nehmen.


    Und darum geht es, ob nun an einem Angebot DGfM drauf steht oder nicht.
    Insofern:

    Zitat


    Ich hatte Markus eigentlich auch so verstanden, dass es ganz generell um das Thema Pilze, DGfM, Nachwuchs, Kartierung usw. geht. Muss man für eine ehrenamtliche Mitarbeit ein Pilz-Coach oder PSV sein? Ich denke sicher nicht!


    Eben. Mitmachen können alle.
    Es geht nur darum einfach mal zu überlegen, wie und was man am liebsten mitmachen würde, im Rahmen der eigenen Interessen und Ansprüche.


    Kartierung:
    Ist auch so ein Punkt. Einen Pilz bestimmen zu können ist ja erstmal nicht abhängig vom PSV - Schein.
    Im DGfM - Forum gibt es nicht nur ein Thema dazu, sondern ein ganzes Unterforum: >Forum für Kartierung< mit einer extra Rubrik nur für Mykis. Wenn es um Ansprechpartner geht: >Ist eigentlich alles hier zu finden.< Über einen Kontakt zu den jeweiligen Landeskoordinatoren sollte sich alles regeln lassen. ;)


    Da Mykis in der Handhabung doch einen Tik komplizierter ist, ist es sehr hilfreich, mal reinschnuppern zu könnnen. Womit wir beim Thema der lokalen Vereine und Pilzgruppen wären. Es lohnt sich, einfach mal einen Verein in der Nähe >auszuspähen< und mal anzugucken. In der Regel ist man bei Fachtreffen und Exkursionen usw. auch willkommen, ohne gleich Mitglied werden zu müssen. Aber es hilft, sich ein paar Sachen anzugucken, mit Leuten in KOntakt zu kommen und auch ein paar technische Sachen (wie zB Mykis) zu verstehen.


    Oder einfach, um sich mit Leuten gleichen Interesses über Pilze zu unterhalten.


    Strukturen werden halt am stabilsten von unten nach oben gebildet. ;)


    OK, viel Gefasel von mir, wo ich im Grunde selbst viel zu wenig Vereinsarbeit leiste.


    Um nochmal ein wenig konkreter zu werden:

    Zitat


    Wie wäre es, wenn in 20 Jahren auch alle Merkmale jeder in Mitteleuropa gefundenen Pilzart abzurufen wären, idealerweise auch über einen synoptischen Schlüssel? Das wäre so ein Projekt, das nur mit Zulieferung von vielen vielen Helfern (oder mit sehr viel Geld) zu erreichen ist.


    Absolut hervorragend, Wolfgang. :thumbup:
    Das wäre nun zB eine Zielsetzung, die meine individuellen Ansprüche und Interessen sehr gut trifft. Ziemlich nerdig, in der Tat, aber eben der persönliche Inhalt, der mich am meisten mit der Pilzkunde (um mal das Reizwort "Mykologie" zu vermeiden) verbindet.
    Ganz im Sinne der Fragestellung am Anfang: Eigene Erwartungen, Ideen und Interessen. Um an dem Punkt anzukommen, wo man eigentlich die Diskussion verlassen muss, um was anderes zu tun. Die sonne scheint, der Boden ist nass, ich will raus und Pilze beobachten. :P Mir fehlen noch mehr Dokus von Antrodia albida für ein Portrait, so als Beispiel.
    Den Portraitkruscht von hier im Forum könnte man sicher auch mittelfristig mal in der DGfM - Datenbank irgendwie integrieren.



    LG, Pablo.

    Hallo, Heidrun!


    Spontan und aus dem Bauch raus hätte ich jetzt Esche (Fraxinus spec.) gesagt. Aber solche liegenden Äste sind oft schwierig, selbst wenn noch Rinde dran ist.
    Und mein Wissen ist da recht begrenzt, also würde ich mich nicht sträuben, wenn jemand einen anderen Laubbaum vorschlägt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Joe!


    Super, danke für diese Aufnahmen. :thumbup:
    Ich denke die Bereiche des Pilzes mit "Befall" aus Fremdhyphen (Schimmel) muss man ignorieren, da sehen die Zähnchen schon ziemlich ausgelutscht aus.
    Was aber auffällt sind die gedrängten und vor allem zugespitzten Stacheln. Die Stacheln (eigentlich eher Zähne) bei Phlebia nothofagi sind halt mehr oder weniger durchgehend abgeplattet und unregelmäßiger. Dazu diese dunkle, rotbraune Farbe...
    Morgen setze ich mich nochmal dran und gehe noch ein paar Details durch.



    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Och, dazu braucht es aber im grunde keine Chips.
    Ich komme so wenig raus zur Zeit, das ist echt nervig. Letztes Wochenende hatte ich eigentlich schon vorgehabt, welche zu sammeln, aber überall waren Würmchen drin. Und sowas mag man ja nicht weitergeben....



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Der Fleischfarbene Zystidenrindenpilz (Peniophora incarnata) ist eigentlich eine häufige Art. Auch wenn ich mir in diesem Fall keine sichere Bestimmung über Bilder zutraue, müssten dazu schon viele Informationen im Netz zu finden sein. :)



    LG, Pablo.

    Hallo, Holger!


    Das klingt jetzt zwar erstmal bescheuert, aber: Ich finde, das wurde hier sogar sehr gewissenhaft und gut gemacht.
    Tatsächlich wurde der Schnitt nicht einfach auf der freien Fläche liegen gelassen, zudem sond dort keine tziefen Baggerspuren oder ähnliches zu sehen. Es wurde also einigermaßen schonend gearbeitet.


    Natürlich hat alles immer zwei Seiten. Die Schaffung und Pflege von Freiflächen, Trockenrasen, offenen Sandgruben oder Dünen geht auf Kosten der Wälder und Inseln mit Pioniergehölzen. Ideal wäre es natürlich, wenn zumindest in den Randbereichen dieses Gebietes Bestände von Gebüschen und Bäumchen erhalten blieben.
    Das Problem ist: Soclhe offenen Flächen werden in Deutschland immer seltener. Oder wurden. Mittlerweile gibt es schon ein Bewusstsein, daß auch solche baumfreien, mageren Flächen auf Dünen, in Steinbrüchen und Gruben usw. ziemlich einzigartige Biotope mit einer ganz eigenen Flora, Fauna und Funga sind.


    Wenn das gebiet offen gehalten wird (zB durch Beweidung), wirst du da in den kommenden Jahren sicher ziemlich spannende Pilze finden, die in einem von Gebüsch und kleinen Bäumchen geprägten Areal nicht den Hauch einer Chance hätten. Darunter Becherlinge, Stielboviste, Erdsterne, Rötlinge, Saftlinge, Keulchen, Nabelinge und allerhand solches Zeug, das nur und ausschließlich in solchen extremen Habitaten überleben kann.
    Da geht das eiine natürlich immer auf Kosten des anderen. Vor einigen tausend Jahren gab es ja auch immer wieder einen Wechsel: Waldgebiete wurden da nicht durch Menschen gerodet, sondern durch Erdrutsche, Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände. Die dadurch entstandenen Flächen wurden eben von diesen Spezialisten besiedelt. Waldbränden und Überschwemmungen wurde erfolgreich der Kampf angesagt, die allermeisten offenen Flächen sind intensiv genutzt und durch Überdüngung / Stickstoffeintrag nahezu tot.


    Es ist also auf den ersten Anblick zwar ein Schock, so etwas wie hier zu sehen, aber es bietet Optionen für Organismen, die sonst einen sehr schweren Stand hätten.



    LG, pablo.

    Moin.


    Das glaube ich auch, daß der Pilz frisch und in gutem Zustand ist. :thumbup:
    (Es ist allerdings zweifelhaft, ob Nemo sich über diesen Pilz freuen würde.)


    Oft ist es wichtig sich zu überlegen, welchen Teil des Pilzes man auf dem Rätselbild zu sehen bekommt.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Bitte nicht mit fremden Federn schmücken!
    Das war aber auch blöd ausgedrückt. Was ich eigentlich sagen wollte: Der preisgekrönte Aufdengeistgeher mit immer neuen Spitzfindigkeiten bin doch ich. :evil:


    Noi, ohne Narretei: Danke für's nachsetzen und zur Rede stellen des Pilzes. Gut rausgearbeitet und kann nun als Abgestutzter Hut Drüsling abgeheftet werden. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Ähem...
    Leuten auf den Geist gehen ist auch eine Kunst.
    Das ist natürlich nun auch kein Abgestutzter Drüsling mehr, sondern das ist ganz klar der Sprechende Hut.
    ;)



    LG, Pablo.

    Antrodia serialis (Fr.) Donk
    Reihige Braunfäuletramete
    Synonyme:
    - Polyporus serialis Fr.
    - Trametes contigua Wettst.


    Familie: Fomitopsidiaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper normalerweise großflächig, resupinat bis effus-reflex mit +/- gut ausgeprägten Hütchen; diese wenn vorhanden gerne dachziegelig übereinander, auch seitlich zusammenwachsend, bis um die 30mm vom Substrat abstehend, Hutoberseiten blass holzfarben bis braun, grobfilzig bis feinfilzig; Poren weißlich bis blass ockerbräunlich, eckig, an vertikalem Substrat gelegentlich unregelmäßig geschlitzt, ansonsten um 2-4/mm; Röhrenwände normalerweise recht dick und gerade bei jungen Exemplaren ungefähr so dick wie das Lumen der Röhren; frische Fruchtkörper sehr zähelastisch bis fest korkig, getrocknet hart und kaum brüchig.
    Geschmack mild bis schwach herb, Geruch unspezifisch, chemisch-säuerlich nach Porling (also variabel aber normalerweise ohne auffällige Komponenten, die sich einem speziellen Geruchsbild zuordnen lassen).


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur dimitisch, Skeletthyphen in Röhren und Kontext sehr häufig, stark dickwandig, manchmal ohne erkennbares Lumen, generative Hyphen mit Schnallen; Basidien überwiegend 4-sporig, mit Basalschnalle, keulig; Zystiden fehlen, spindelige Zystidiolen zahlreich, oft apikal inkrustiert; Sporen inamyloid, glatt, dünnwandig, hyalin, normalerweise zu einem hohen Prozentsatz apikal verschmälert bis zugespitzt und dadurch mit projektilförmiger oder sogar spindeliger Optik, um 6-8 (lt. Lit. auch bis 10) x 2-3 µm.


    Vorkommen: Sehr häufige Art in Mitteleuropa, die ohne besondere Bevorzugung von bestimmten Höhenlagen, Bodentypen und Bodendurchfeuchtung abgestorbenes Nadelholz von der Initial- bis in die Optimalphase der Vermorschung besiedelt. Dünnere Äste und Zweige werden allerdings gemieden, ideal sind dickere Stämme und Stümpfe. Würde man ein Ranking der beliebtesten Substrate erstellen, ginge die Goldmedaille wohl an die Fichte; Kiefernarten, Tannen, Lärchen und Douglasie folgen mit einigem Abstand. Funde an Laubholz sind wohl nicht auszuschließen, dürften aber seltene Ausnahmen darstellen.



    Bilder (Draufklicken zum Vergrößern):








    Verwechslungen: Makroskopisch sind die großflächigen, zähen Fruchtkörper mit ausgeprägten Resupinatanteilen und eher kleinen, schmalen Hütchen recht charakteristisch. Aber nicht nur Antrodia serialis ist optisch sehr variabel, sondern auch andere Arten mit ähnlicher Konsistenz und Porengröße. Darum geht eine sichere Bestimmung oft nur über mikroskopische Merkmale, in diesem Fall sind die Eigenschaften des Hyphensystems und die Sporen besonders wichtig.
    Gerade innerhalb der Gattung Antrodia sind die Sporen eines der entscheidenden Schlüsselmerkmale, neben makroskopischen Details wie Porengröße, Konsistenz und Substrat. Die mitunter sehr ähnliche Antrodia sinuosa bleibt im Wuchs normalerweise resupinat, aber das kann Antrodia serialis auch. Dann sind die größeren Sporen von Antrodia serialis ein sehr wichtiges Merkmal. Die frischen Fruchtkörper von Antrodia gossypium sind weicher, die Sporenform ist eine andere. Antrodia heteromorpha (und Antrodia albida, deren Schwesterart an Laubholz) haben viel gröbere Poren und größere Sporen. Um nur drei Beispiele genannt zu haben; Antrodia ist kompliziert...
    Vorwiegend resupinat wachsende Exemplare von Heterobasidium annosum können erstaunlich ähnlich sehen, so daß mitunter nur noch die anders geformten, fein warzigen Sporen des Wurzelschwammes eine sichere Unterscheidung ermöglichen.
    Cinereomyces lindbladii kann mit völlig resupinaten Formen von Antrodia serialis verwechselt werden, aber die Fruchtkörper sind meistens etwas dünner, und die Skeletthyphen von Antrodia serialis lösen sich in KOH nicht auf.
    Die Fruchtkörper von Skeletocutis –“ Arten wie Skeletocutis carneogrisea sind weicher und mikroskopisch hat Skeletocutis inkrustierte Hyphen in den Röhrenwänden.
    Noch viel weicher ist Parmastomyces mollissimus (= Sarcoporia pylospora) und ebenso einige Oligoporus –“ Arten, die mal entfernt ähnlich aussehen können. Diese Arten sehen aber auch mikroskopisch ganz anders aus (monomitisches Hyphensystem).
    Andere optisch vergleichbare Arten besiedeln vorwiegend Laubholz, allerdings sollte man sich nie zu 100% auf das Substrat verlassen, wenn es um Bestimmungen geht. Cartilosoma rene-hentic zB. bildet weichere Fruchtkörper und hat keine echten Skeletthyphen in den Röhrenwänden, Trametes cervina sollte durch die irregulär sinuosen bis labyrinthischen Poren gut zu unterscheiden sein, Trametes trogii durch die striegelig abstehende Hutbehaarung und die etwas andere Sporenform (nicht apikal verschmälert).
    In der Gruppe um Antrodia serialis wurden mittlerweile noch weitere Arten getrennt, siehe dazu auch [url=http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1535.0.html]>diesen Schlüssel<[/url] mit Hinweis auf die grundlegende Literatur.


    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Antrodia primaeva<
    >Antrodia leucaena<
    >Antrodia kmetii<
    >Antrodia sinuosa = Knotige Braunfäuletramete<
    >Antrodia gossypium = Weiche Braunfäuletramete<
    >Antrodia heteromorpha = Vielgestalte Braunfäuletramete<
    >Antrodia ramentacea = Münzförmige Braunfäuletramete<
    >Antrodia xantha = Gelbe Braunfäuletramete<
    >Heterobasidium annosum = Gemeiner Wurzelschwamm<
    >Cinereomyces lindbladii = Grauender Resupinatporling<
    >Skeletocutis carneogrisea = Fleischgrauer Knorpelporling<
    >Parmastomyces mollissimus = Zartrandiger Weichporling<
    >Cartilosoma rene-hentic = Weicher Laubholzporling<
    >Pachykytospora tuberculosa = Warzigsporiger Resupinatporling<
    >Trametes cervina = Hirschbraune Tramete<
    >Trametes trogii = Blasse Borstentramete<

    Antrodia xantha (Fr.) Ryvarden
    Gelbe Braunfäuletramete
    Synonyme:
    - Polyporus xanthus Fr.
    - Amyloporia xantha (Fr.) Bondartsev & Singer
    - Poria xantha (Fr.) Cooke
    - Poria suaveolens Bagl. & Razzore
    - Physisporus flavus P. Karst.
    - Polyporus sulphurellus Peck


    Familie: Fomitopsidiaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Die Fruchtkörper überziehen meistens großflächig das Substrat; resupinat bis knubbelig –“ knotig oder mit vorspringenden, tropfenförmigen Hütchen; Ränder unauffällig bis fehlend; frisch zäh, trocken spröde und bröckelig; weiß bis blass zitronengelb, vor allem an den Poren bei frischen Fruchtkörpern oft blassgelb; Poren meist recht fein: um 4-6/mm; Subikulum / Kontext recht dünn (außer in den Hütchen wenn diese vorhanden), weißlich, mit bitterem Geschmack und bei frischen Fruchtkörpern meist mit auffälligem Geruch nach künstlichem Zitronenaroma bzw. –žCitronat–œ.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur dimitisch: generative Hyphen überwiegend dünnwandig, Septen mit Schnallen; Skeletthyphen selten verzweigt, oft zumindest in Teilen des Fruchtkörpers +/- stark amyloid; Basidien keulig, meist 4-sporig, mit Basalschnalle; Zystiden fehlen, spindelige Zystidiolen gelegentlich vorhanden; Sporen inamyloid, größtenteils allantoid, um 4-5,5 x 1,2-1,5 µm.


    Vorkommen: Die Art galt und gilt wohl immer noch als >relativ selten in Deutschland<. In der Oberrheinebene und angrenzenden Hügelländern tritt sie aber nach meiner Erfahrung regelmäßig und einigermaßen häufig auf, vor allem in den Kiefernwäldern um Mannheim herum ist Antrodia xantha ein häufiger Pilz an liegenden Kiefernstämmen. Allerdings oft in +/- weißen, +/- resupinaten Ausprägungen ohne tropfenförmige Hütchen; und weil bei dieser Erscheinungsform eine Bestimmung nur über mikroskopische Merkmale läuft, wird Antrodia xantha in der Form vielleicht gar nicht immer erkannt: Wer sammelt schon regelmäßig weiße, resupinate, feinporige Krusten ein und mikroskopiert die durch?
    Insofern: Eine vermutlich nicht besonders seltene Art, die vor allem liegendes, totes Nadelholz besiedelt (liegende Stämme und Baumstümpfe), dickes Substrat bevorzugt; eigene Funde waren bisher vorwiegend auf sandigen, vergleichsweise wenig feuchten Böden mit neutralem bis saurem Untergrund. Vereinzelt kann wohl auch Laubholz besiedelt werden, insbesondere im südeuropäischen Raum.



    Bilder (für größere Ansicht anklicken):










    ...und noch ein Fund an unsicherem Substrat:



    Kann schon sein, daß Pinus sylvestris unter gewissen Umständen auch völlig entrindet und in einer recht späten Zersetzungsphase noch steinhart ist, vor allem das Kernholz, aber eigentlich ist das eher eine Eigenschaft von Eichenholz (Quercus sp.). Insofern kann das gut einer der seltenen Laubholzfunde der Art sein, muss aber nicht. In jedem fall eine beosnders schöne Kollektion, deren fruchtkörper nahezu das ganze morphologische Spektrum an Wuchsformen abdecken.



    Verwechslungen: Antrodia xantha ist zumindest in der Ausprägung mit den tropfenförmigen Hütchen, gelblichen Poren, Geruch nach Citronat und bitterem Geschmack ganz gut schon makroskopisch bestimmbar. Nur ist die Variationsbreite dieser Art eben viel größer und es kommen auch rein resupinate Formen, Ausprägungen ohne gelbliche Farben und natürlich auch geruchlose Kollektionen vor. Andere +/- feinporige Porlinge sind ähnlich variabel, was die Bestimmung oft erschwert. Neben der bröckeligen Konsistenz getrockneter Fruchtkörper sind darum auch hier mikroskopische Merkmale von besonderer Bedeutung.
    Um ein paar Beispiele zu nennen: Oxyporus –“ Arten (wie Oxyporus corticola) haben keine Schnallen.
    Sidera –“ Arten (wie Sidera vulgaris & Sidera lenis) haben kleinere, mondförmige Sporen und kleinere, blasige Basidien.
    Skeletocutis –“ Arten wie Skeletocutis alutacea haben inkrustierte Hyphen in den Röhrenwänden.
    Oligoporus –“ Arten (im weiteren Sinne) wie Oligoporus sericeomollis haben keine echten Skeletthyphen (monomitische Hyphenstruktur).
    Cinereomyces lindbladii hat Skeletthyphen, die sich in KOH auflösen.
    Antrodiella –“ Arten sind manchmal schwer zu unterscheiden, dort hilft die andere Sporenform (elliptisch).
    Es lohnt sich auch immer auf die amyloiden Skeletthyphen zu achten, die allerdings bei einigen weiteren Antrodia –“ Arten auch vorkommen können. So zum Beispiel bei Antrodia carbonica, die sich allerdings durch eine andere Sporenform und das Vorkommen von Bindehyphen unterscheiden soll.
    Zur Artbestimmung innerhalb der Braunfäulegattung Antrodia sind die Sporengrößen und –“ Formen ohnehin ein wichtiges Werkzeug zusammen mit den Porengrößen. Bei Antrodia sinuosa und Antrodia serialis zum Beispiel sind nicht nur die Sporen jeweils etwas anders geformt, sondern auch die Poren im Schnitt etwas größer, zudem haben diese beiden Arten eine andere Konsistenz getrockneter Fruchtkörper (nicht bröckelig).
    Antrodia citrina soll hier noch kurz erwähnt werden, weil sie ebenfalls recht feinporig und auch gerne gelb ist. Allerdings soll diese seltene Art dünnere, weichere und streng resupinate Fruchtkörper mit gelben Rhizomorphen bilden; auch angesichts der breitellipsoiden Sporen dürfte es da kaum Anlass für Verwechslungen geben.
    Arten wie Gloeoporus pannocinctus sollten kaum Anlass für Verwechslungen geben, der sieht zwar auf den ersten Blick entfernt ähnlich aus, hat aber eine total andere (weichere) Konsistenz, besiedelt Laubholz, hat eine gelatinöse Schicht zwischen Röhren und Kontext, ein monomitisches Hyphensystem–¦
    Ähnliches gilt für Trechispora –“ Arten, die sich anders anfühlen und beim ersten Blick durchs Mikro schon sowieso nichts mehr mit Antrodia zu tun haben.


    Links zu ähnlichen (oder noch fehlenden) Arten im Archiv:
    >Antrodia carbonica = Karbon –“ Braunfäuletramete<
    >Antrodia citrina = Zitronenfarbene Braunfäuletramete<
    >Antrodia serialis = Reihige Braunfäuletramete<
    >Antrodia sinuosa = Knotige Braunfäuletramete<
    >Antrodiella romellii = Resupinate Weißfäuletramete<
    >Antrodiella citrinella = Zitronengelbe Weißfäuletramete<
    >Cinereomyces lindbladii = Grauender Resupinatporling<
    >Oligoporus sericeomollis = Geschmeidiger Saftporling<
    >Oligoporus placentus = Rosafarbener Saftporling<
    >Skeletocutis alutacea = Rhizomorphen –“ Knorpelporling<
    >Sidera vulgaris = Filigraner Knorpelporling<
    >Oxyporus corticola = Krustiger Schichtporling<
    >Gloeoporus pannocinctus = Blassgrüner Wachsporling<
    >Trechispora hymenocystis = Blasenzellen –“ Stachelsporling<

    Hallo, Joe!


    Erstmal liegt das nicht an dir und deinen Aufnahmen, wenn ich bei der Bestimmung unsicher bin. Das Exsikat ist einwandfrei und sieht einfach nicht aus wie andere Exsikate von Phlebia nothofagi, die ich verglichen habe. Den Sporen werde ich nochmal einen aufmerksamen Blick widmen, ebenso ein paar anderen Details. Da sind zB auch die durchgehend stark pigmentierten Hyphen, was ich in der Form bei Phlebia nothofagi noch nie hatte. Dazu kommen stark inkrustierte Hyphen in der Stacheltrama und eben daß die Zystiden zum Großteil in der Trama versteckt sind und nicht im Hymenium sitzen. Also insgesamt etwas zu viele Merkwürdigkeiten, als daß das eine sinnvolle Bestimmung wäre. bei diesen Arten muss man wohl sehr aufmerksam beobachten, weil es oft um recht feine Unterschiede geht, zT auch um quantitative Merkmalskombinationen. Dennoch sind auch bei den nicht - stacheligen Phlebien sind zudem oft makroskopische Merkmale von großer Bedeutung, darum wären natürlich weitere Bilder vom Frischmaterial hilfreich.
    Wenn ich dazu noch einen Tip geben darf: Versuch mal, die Fruchtkörper frontal zu erwischen. Bei deinen Bildern erscheint der Blickwinkel der Kamera oft schräg, wodurch man nur einen sehr kleinen Schärfebereich hat. Manchmal hilft es dabei auch, ein Substrat etwas freizuräumen oder - wenn möglich - auch vorübergehend zu drehen (und anschließend wieder in die Ausgangsposition zu bringen). Auch "Studioaufnahmen" können ein gewinn sein, wenn du ein Stückchen vom Pilz mitgenommen hast und dann zuhause (bei Tageslicht) und idealerweise auf einem Papier mit Skala nochmal abfotografierst.


    PS.: Die Bilder bei Mykologie.net müssen ja auch nicht zwangsläufig stimmen. Das letzte sieht relativ typisch aus, aber bei allen anderen bin ich erstmal skeptisch. Ist halt immer unvollständig und muss man mit Fragezeichen versehen, wenn nirgendwo Mikrodokus dabei sind. Wenn es um solche Arten geht, wo Mikromerkmale einfach zur Bestimmung dazu gehören, ignoriere ich inzwischen konsequent alle Seiten, wo keine Mikromerkmale zu den Funden dokumentiert sind. Die Makroaufnahmen mögen schön sein, helfen aber nicht weiter. Mit ein paar Ausnahmen, wenn zB als Bestimmer ein Mykologe dransteht, die / der durchaus dafür bekannt ist, sich mit der entsprechenden gattung auszukennen (und Funde auch mikroskopisch zu untersuchen).



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Hm. Sieht ja durchaus interesant aus, wird aber vermutlich ein Fall für den Ordner "unbestimmte Helmlingsbilder". Ich würde hier vermuten, daß es eine Art ist, die ich selbst noch nicht bewusst gesehen habe, aber es ist in der Tat recht spekulativ. ;)


    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Fund A sind zwei verschiedene Arten, die orangenen sind etwas anderes als die blaugrauen. Eigentlich sind es sogar drei Arten, die gelben, becherförmigen sollten eine Gallertträne (Dacrymyces spec.) sein.
    Der rötlich orangene erinnert makroskopisch schon an Peniophora incarnata, der graublaue könnte ebenfalls eine Peniophora sein, aber das kann auch ebensogut ein imperfekter Pilz sein (Nebenfruchtform).


    Bei Fund B kann ich dir auch wenig Hoffnungen machen. Es erinnert makroskopisch ein wenig an Pachykytospora tuberculata, aber ebenso möglich wären einige Antrodia - Arten wie zB Antrodia pulverulenta...
    ... sowohl bei solchen Krusten als auch bei Porlingen mit dem Aussehen hat man in der Regel keine Chance ohne mikroskopische Untersuchung.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Stereum hirsutum wäre auf deutsch übrigens der Striegelige Schichtpilz.
    Bei der Exidia würde ich der Fruchtkörperform nach auch eher an den Abgestützetn Drüsling denken (botanisch: Exidia truncata oder Exidia glandulosa ss.orig.). Das Lamellenpilzchen sollte klebrige Finger verursachen, wenn man es in der Hand knautscht und fein gezahnte lamellenschneiden haben. Wäre dann ein >Harziger Sägeblättling<.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ja, mit der Bestimmung bin ich jedenfalls unzufrieden.
    Es kann auch gut sein, daß wie es hier mit Phlebia fuscoatra zu tun haben, obwohl die Zystiden im Subhymenium und der Stacheltrama eher dickwandig sind. Allerdings zeichnet zB Nakasone >hier< für Phlebia fuscoatra auch Zystiden mit zumindest leicht verdickten Wänden. Oder es ist noch eine ganz andere Art, dem muss ich noch genauer nachgehen. Wenn der nervig bleibt, frage ich mal bei Frank an, ob er sich den angucken mag.



    LG, Pablo.

    Hallo, Joe!


    Interessant. Wenn ich mich da mal mit der Phlebia nicht verrechnet habe.
    Denn wenn ich die finde, sieht sie meistens so aus:





    Vielleicht waren meine Funde aber auch alle einfach jünger, was auch die Ausprägung des Geruchs erklären konnte. Mit diesen (spindeligen) Lamprozystiden komme ich jedenfalls niemals zu den anderen Mycoacia / Phlebia - Arten wie Phlebia fuscoatra zum Beispiel...


    Das mit den amyloiden sporen klappt natürlich noch besser, wenn man vom frischen Pilz einen Sporenabwurf macht und dann nur die Sporen in Melzer versenkt.
    Das klappt auch bei so ziemlich allen anderen Pilzen mit amyloidem Sporenpulver: Zum Test kann man es mal mit einem Milchling probieren. Meist ist das ein gattungsspezifisches Merkmal, kann aber schon hilfreich sein zB zum erkennen von Gattungen wie Myxomphalina oder Leucopaxillus.


    Bei Porlingen muss Sterilität nicht am alter der Fruchtkörper liegen. Wobei in alten, schon abgestorbenen und am Substrat getrocknete Fruchtkörper natürlich oft wenig Sporen zu finden sind. Bei Cinereomyces hatte ich in allen Altersstufen schon Fruchtkörper, die einfach gar keine (oder nur sehr vereinzelt) Sporen produziert haben. Da standen dann im Hymenium auch reihenweise "Basidiolen" ohne Sterigmen rum.
    Wenn die Art mal Fruchtkörper mit Sporen produziert, sehen die Sporen so aus:


    Dieser resupinate Wuchs an Substratunterseiten passiert bei vielen Porlingen. Klar, warum soll man auch den Aufwand der Hutbildung bertreiben, wenn es auch einfacher geht? Die Porenschicht ist ja schon ideal ausgerichtet, insofern sind Hüte überflüssig.
    Aber Antrodia serialis hat ja ohnehin eine Tendenz, weitläufige Resupinatanteile zu bilden (auch an senkrechtem Substrat):



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Wenn die Poren bei deinem Fund nicht deutlich größer als 1mm und nicht deutlich feiner als 4/mm waren, dann passt auch das eigentlich hervorragend.
    So im vergleich mit der Umgebung sind die durchaus völlig im Rahmen des Möglichen.
    Ich hab' anlässlich deines Fundes mal das Portrait fertig zusammengeklebt, das ich vor ein paar Monaten mal angefangen, dann aber wegen taxonomischem Gedöns genervt zur Seite gelegt hatte. >Hier isses.<



    LG, Pablo.

    Sarcoporia pylospora P. Karst.
    Zartrandiger Weichporling
    Synonyme:
    - Parmastomyces mollissimus (Maire) Pouzar sensu auct.
    - Tyromyces mollissimus Maire
    - Parmastomyces kravtsevianus (Bondartsev & Parmasto) Kotl. & Pouzar
    - Parmastomyces transmutans (Overh.) Ryvarden & Gilb.


    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Recht großer, fleischiger Porling mit resupinatem bis effus-reflexem Wuchs; Ränder oft verdickt, ablösend, wollig-fransig mit oft schmierig verklebten Haaren; Hutoberseiten wenn vorhanden mit Filz aus anliegenden oder wolligen, ockerlichen bis rotbraunen Haaren; Fleisch weißlich, mit stark hyalin-gelatinösen Bereichen vor allem zwischen Röhren und Kontext, aber in Teilen auch den gesamten Kontext durchziehend; Röhren erst weiß, dann orangebräunlich verfärbend; Poren eckig, erst ganzrandig, in Teilen aber auch aufgespalten, was der Porenoberfläche oft einen gezähnten Gesamteindruck verleiht, dann auch recht uneinheitlich in der Porengröße (1-2-4/mm); die Fruchtkörper sind frisch und bei feuchter Witterung erstaunlich weich, regelrecht schwabbelig und teilweise sogar glitschig in der Hand, vor allem die gelifizierten Bereiche im Kontext und am Substrat anliegende Partien; in dem Stadium auch gerne mit durchsichtigen Guttationstropfen; beim Trocknen schrumpfen die Fruchtkörper stark, rollen sich zusammen und nehmen eine rostbraune Farbe an; filzige Ränder und Hutoberflächen werden wattig, die Röhren und das Hutfleisch hart und brüchig.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Septen mit Schnallen, Hyphen überwiegend dünnwandig, teilweise gelifiziert, gefüllt mit reichlich öligem Inhalt entweder als feine, dichte Tröpfchen aber auch zu größeren Blasen zusammenfließend; Basidien keulig, eher schlank mit (2-) 4 Sterigmen und Basalschnalle, Zystiden fehlen, gelegentliche Hyphidien überragen die Basidien kaum; Sporen +/- zylindrisch (manche mehr ellipsoid), könnte man als –žtönnchenförmig–œ bezeichnen, teilweise mit einer konkaven Seite, vital gerne mit einem großen Tropfen, der fast die ganze Spore ausfüllt, um 4-6 x 2-3 µm (eigene Messungen); in Melzer stark dextrinoid.


    Vorkommen: In Europa insgesamt eine eher seltene Art, die aber stellenweise häufiger auftreten kann (zB Oberrheinebene). Die Art mag offenbar keine kalten Winter und besiedelt bevorzugt wärmere Gegenden (gut verbreitet wohl auch in Frankreich / ozeanisches Klima sowie mediterran & submediterran). Im nördlichen Oberrheingebiet findet man Fruchtkörper vor allem im Flachland (Kiefernwälder, degradierte Auwälder mit eingestreuten nadelbäumen), aber auch im niedrigen Hügelland von Odenwald und Pfälzerwald. Eigene Funde waren bisher stets an Kiefer (Pinus spec.), laut Literatur kommt die Art auch an anderem Nadelholz vor. Fruchtkörper werden vor allem an optimalmorschen liegenden Stämmen und Stümpfen gebildet, pflanzlicher Detritus der Umgebung wird von den Fruchtkörpern umwachsen.



    Bilder (Anklicken für mehr Pixel)
    Januar 2014, Dossenwald / Hirschacker an Kiefer:



    det. Frank Dämmrich


    Januar 2016, auwaldartiges Habitat bei Ketsch an Kiefer:



    November 2016, Dossenwald / Friedrichsfeld süd an Kiefer:



    Dezember 2016, Heidelberg / nähe Ehrenfriedhof an Kiefer:


    Getrocknet:



    Verwechslungen: Frische, wabbelig-weiche Fruchtkörper mit ihren gelatinösen Zonen sind im Grunde schon gut makroskopisch zu erkennen. Jedenfalls ist mir bisher kein anderer Porling mit so einer weichen Konsistenz begegnet. Dazu kommt das Verfärbungsverhalten der Fruchtkörper, Porenform und das Aussehen der Ränder bzw. Hutkanten.
    Vor allem die stark dextrinoide Sporen und Hyphen mit so ausgeprägtem Inhalt sind sehr charakteristisch und in der Form bei keinem anderen Porling mit ähnlichem Aussehen (Oligoporus fragilis, Leptoporus mollis, Oligoporus leucomallellus) vorhanden. Dadurch ist die Art immer gut charakterisiert, auch bei untypischer Ausprägung oder bei eingetrockneten Fruchtkörpern.


    Links zu ähnlichen Arten (und / oder noch fehlenden) im Archiv:
    >Oligoporus fragilis = Fleckender Saftporling<
    >Oligoporus leucomallellus = Gloeozystiden –“ Saftporling<
    >Leptoporus mollis = Rötender Saftporling<
    >Tyromyces fissilis = Apfelbaum –“ Saftporling<
    >Skeletocutis amorpha = Orangeporiger Knorpelporling<
    >Antrodia serialis = Reihige Braunfäuletramete<
    >Ceriporia purpurea = Purpurner Wachsporling<



    Anmerkungen: Der Name –žSarcoporia pylospora–œ war mir bis vor kurzem unbekannt, bis ich die Art bei –žRyvarden / Melo: Poroid fungi of Europe–œ nachschlagen wollte und nicht fand. Schlüsselt man in dem Werk, landet man eben bei Sarcoporia pylospora. Also ist wohl jemandem aufgefallen, daß Petter Adolf Karsten diese Art schon lange vor Rene C. J. E. Maire in einer eigenen Gattung beschrieben hat. Dann kann man gut sowohl das ältere Epithet als auch den älteren Gattungsnamen anwenden, zumal es zu Maires Beschreibung aus Afrika kein Typus –“ Material zu geben scheint (Vgl. Vlasak & Kout in >Czech Mycol.<. Um der Phantasie mal freien Lauf zu lassen (ich habe keine Ahung, wie es wirklich ist): Um zwei Taxa sinnvoll zusammen zu legen müsste man von beiden das Typusmaterial untersuchen. Wenn das fehlt, wird eine Synonymisierung generell ein wenig unzuverlässig. Gut möglich, daß darum in den –žPoroid fungi of Europe–œ die Synonymie nicht hergestellt wird. Mycobank und Pilze-Deutschland führen die beiden Taxa aber zusammen, der Sicherheit halber ist oben der Zusatz –žsensu auct.–œ (= im Sinne einiger Autoren) gesetzt.