Beiträge von Beorn

    Hallo zusammen!


    Schön abgelichtetes Stummelfüßchen, Harald! :thumbup:



    Was die mallocybe betrifft: Ja, die sind auch recht eigen. Ditte geht es ja ählnich wie dir: Am besten in eine eigene Gattung ausgliedern und nicht mehr weiter damit befassen.
    Ein funktionstüchtiges Exsikkat habe ich ja nun angelegt, nur ist halt fraglich, ob es überhaupt was bringt. Ich denke, daß es die gleiche Art ist (selber Organismus wie die FK von Oktober 2015), ich weiß, daß der Standort identisch ist, ich bin aber auch fast sicher, daß an der Stelle mehr als eine Mallocybe wohnt.
    Die Fruchtkörper von vorgestern sind halt etwas anders: Erstens viel früher im Jahr, zweitens kleiner, drittens nicht ganz so fusselfetzig.



    LG; Pablo.

    Hej.


    Immerhin weiß ich jetzt, daß der Joker nicht ganz nutzlos ist. Aber wohl auch alles andere als einfach.
    Mal so machen: Ihr grübelt noch ein bisschen und pfählt ein paar Tassen und Becher, wenn's nix hilft, dann stelle ich noch einen anderen Auscchnitt zum Pilz selbst rein.
    Damit das auch funktioniert: Habt ihr insgesamt 3 Tipmöglichkeiten!
    Sonst würde ein weiterer Bildauschnitt nach dem Joker ja nichts mehr nützen.



    LG; pablo.

    Hallo miteinander!


    Weil's schon echt schwieirg ist, stelle ich mal den Joker zur aktuellen Runde ab.
    Auch der ist nicht einfach und kommt in Form eines Bilderrätseln. Man muss vielleicht ein wenig um die Ecke denken, aber nicht zu viel. Es geht nur um zwei Begriffe, einer ist leichter zu erraten als der andere, glaube ich.



    +




    LG, Pablo.

    Hi.


    Weder - noch. ;)
    Das sollten Ackerlinge sein, aller Wahrscheinlichkeit nach >Voreilende<, bei denen das häutige Velum partiale (=Ring) oft am Hutrand hängen geblieben ist.
    >Stockschwämmchen< haben immer einen schuppigen Stiel, grüne Schwefelköpfe nie ein häutiges Velum und deren Stiel ist nie komplett so weißlich wie hier.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Doch, das kann schon stimmen bei 123. Nur durch Bildvergleich ist es halt nicht einfach.
    Die relevanten Merkmale (Ausgrpägung der Stielnatterung, Ringeschaffenheit) brauchen auch etwas Übung in der Beurteilung, und das geht nur über das Untersuchen von Funden. Macrolepiota excoriata fehlt mir, darum wage ich keine sichere Einschätzung, weder zu deinem Fund noch zu den Bildern bei 123. Ich finde die Ähnlichkeit zu Macrolepiota mastoidea nur verblüffend.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Achja, das musste ja schiefgehen mit der Anwendung der "Hyphoderma - Regel". :D
    Hyphodontia s.l. müsste man irgendwie dahinein auch noch integrieren. Xylodon käme hier ja nicht in Frage, denke ich?


    Mir ist der weiterhin mysteriös. Man würde gerne selbst mal reinlinsen. Allerdings: Wenn Frank ihn untersucht, ist die chance ungleich größer, daß ein sicherer Name dazu rauskommt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan.


    Eine Mallocybe ist das auf jeden Fall. Und zwar ist das die, bei der mir die Exsikate für Ditte kaputt gegangen sind: Nicht ausreichend getrocknet, dann verpackt, worauf die nur noch für Schimmelpilzfans interessant gewesen wären.
    Folgendermaßen sah der Pilz anfang Oktober 2015 aus:







    ...und das sind nicht die größten Exemplare, die da auf dem Papier liegen. Auffällig sind halt neben den extrös großen Fruchtkörpern auch die bunt gescheckten Hüte mit den fetzigen Haaren. Kann natürlich eine merkwürdige Form einer ganz banalen Art sein (an dem Standort wächst auch Inocybe cf heimii), oder aber auch eine ungewöhnliche Art an sich. Nur gibt es halt leider keine Sequenz dazu. Jetzt im Frühjahr sind die Fruchtkörper nicht so groß (sind auch nicht so viele) und nicht ganz so derbe geschuppt, aber es sollte definitiv die selbe Art sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Chris!


    Eine feiine Natterung scheint schon erkennbar. :thumbup:
    Also es sollte auf jeden Fall eine Macrolepiota sein (kein Chlorophyllum, auch keine Lepiota oder Leucoagaricus), Zitzenriesenschirmlinge (Macrolepiota mastoidea) können schon so aussehen, aber Macrolepiota excoriata hatte ich noch nicht in der Hand, aknn also natürlich auch sein.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ja, man müsste erstmal genügend reife Sporen haben. Einen Abwurf auf Objektträger hat der Fruchtkörper rigoros abgelehnt, das was an Sporen im Lamellenpräparat zu finden ist, erscheint nicht wirklich ausgereift zu sein. Also wäre das Merkmal in dem Fall nicht verlässlich.
    Den Geruch von jungen und frischen Nebelkappen finde ich übrigens immer ganz angenehm. Das penetrant stinkige, das kommt erst im Alter oder wenn man sie rumliegen lässt. Kennen gelernt habe ich die als einen Geruchswechsler - Pilz, allerdings bei den Herbstfunden auch jung schon oft mit einer leicht süßlichen Note drin, aromatisch, fein und eigentlich ganz lecker.
    Dieser hier erinnert schon daran, aber nicht zu 100%. Er roch kräftiger, würziger, aber das kann auch eben mit der Erscheinungszeit, Witterungseinflüssen und Substratangebot zusammenhängen. Und er saß halt direkt neben Phlebia nothofagi, und Phlebia nothofagi stinkt drei Meilen gegen den Wind mit diesem ganz speziellen, sehr ominösen Schnapsgeruch. Wenn da vielleicht noch was in meiner Nase hing...


    Und später im Döschen kam ja schon noch so eine frische, süßlich - parfümierte Note raus.



    LG, Pablo.

    Hallo, Alex und co.!


    Bei diesem Hallimasch mit dem gelb flockenden Velum aber ohne ausgeprägten häutigen Ring und edn eher stämmigen Fruchtkörpern schreibe ich bei eigenen Funden immer Armillaria gallica (Gelbschuppiger Hallimasch) drauf. Eigentlich müsste man dann wohl "sensu Ludwig" oder sowas dazu schreiben, ich habe keine Ahnung, als was manche andere Autoren diese Art bezeichnen. Auch Armillaria cepistipes wurde glaube ich schon als Name für diese Art verwendet.


    Wie auch immer: Die Phänologien sind halt echt nicht in Stein gemeißelt. Die meisten Arten haben ihre bevorzugten Zeiten, aber unter gewissen Bedingungen geht es auch ganz anders.
    Die phänologischen Tabellen in den GPBW sind schon spitze. Doch was sie eigentlich ausdrücken: "Pilz xy im Monat yx insgesamt x mal kartiert". Je öfter eine Art gefunden und dokumentiert wird, desto dichter und desto aussagekräftiger wird so eine Statistik. Aber nach wie vor: Alle Fruchtkörper die nicht gefunden wurden, tauchen in der Statistik nicht auf. Alle Fruchtkörper, die gefunden aber nicht dokumentiert wurden, tauchen in der Statistik nicht auf. ;)



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Ja, wirklich schön war das. Großes Dankeschön an die Truppe, für den schönen Tag und die (im Grunde irreguläre ;) ) Einladung.
    Lustig, daß eine Exkursion dann in einen Sandkasten führt, den ich eh öfters besuche. "Trocken" war der übrigens gar nicht Markus, nicht an dem Tag. Blöd nur, daß der halt bis anfang Mai monatelang extrem trocken war, da haben halt etliche Arten noch gefehlt...
    Aber ein bisschen was war ja da, und mit euch war's schön.


    Viel zeigen kann ich nicht, weil, ist ja klar, daß ich kaum Bilder habe und wenn dann mehr sowas:




    LG, Pablo.

    Moin!


    Ich bin mir gerade gar nicht mehr sicher, ob in den Regeln Schleimpilze (die ja systematisch gesehen keine Pilze sind) ausgeschlossen werden.
    Es würde für dieses Rätsel keine Rolle spielen, aber es könnte für einige von euch wichtig sein, und ich bin echt nicht sicher, wie das geregelt sein sollte. Könnte man sich übrigens auch mal ganz generell überlegen, wie wir das haben wollen mit Schleimpilzen ja oder nein.



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Ja, ich denke Hübchen schätzt das schon richtig ein. :thumbup:
    Clitocybe alexandri müsste insgesamt anders aussehen, oder? Das ist halt schwer abzuschätzen, wenn man eine Art noch nie in den Fingern hatte.
    Ausgehend von dem Bild von Karl (und denen bei funghiitaliani zb) kommt dein Pilz schon viel eher da dran als meiner, Abeja.


    Der zweite Gedanke nach "Nebelkappe" am Fundort war übrigens "Kräuterseitling", aber das ist auch wegen der Fleischbeschaffenheit und auch wegen den Sporen auszuschließen.
    OK, dann also Nebelkappe.
    Ist leider so: Wir haben also noch knapp einen Monat, dann ist Winter und die Saison vorbei. Außer für mich natürlich, weil Krusten gibt's immer. :D
    Passend dazu: Auf dem Feldberg hat's heute geschneit. Aber Schnee im Hochschwarzwald im Mai ist weniger ungewöhnlich als Nebelkappen im Mai.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maren!


    Sieht interessant aus.
    Eine echte Idee habe ich dazu momentan nicht, vermutlich müsste man selbst reinlinsen können. Auch wenn die Mikrobilder famos sind. :thumbup:
    Eine (wenn auch nicht wirklich konsistente) Regel bei Cortis lautet: "Wenn es nirgendwo rein passt, dann ist es eine Hyphoderma (s.l.)."
    Das wäre mein erster Ansatzpunkt, der aber sofort kippt, wenn die braunen Strukturen nicht Fremdhyphen, sondern Dendrohyphidien sind und wenn die Sporen tatsächlich amyloid sein sollten (was an einer einzelnen dünnwandigen Spore immer schwer zu erkennen ist).


    Das könntest du vielleicht noch versuchen zu verifizieren. Achja, und halte mal die Augen nach Stephanozysten auf. Die Zystiden von Peniophorella praetermissa sind variabel (können auch so spindelig aussehen) und die typischen Stephanozysten sind nicht immer gleich zu finden (was mich auch schon genarrt hat).



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Eieiei, ist das ein dünnes Sterigmum. Aber ja: Ich sehe jetzt, was du meinst. :thumbup:
    Auf die Auflösung bin ich natürlich gespannt. Es ist immer von Vorteil, wenn man seine Fragezeichen jemandem mit mehr Erfahrung weitergeben kann.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Danke für eure Beteiligung. :thumbup:
    Stimmt, die Phlebia war schuld. Allerdings kannte ich die ja schon, manche Stämme besuche ich recht regelmäßig, auch um mir Entwicklungen von Pilzen anzugucken.


    Clitocybe subalexandri sollte - was man so liest - eine Art mit noch kleineren Sporen sein (nur bis 5 µm) lang, aber die trennungen da erscheinen für mich mit der geringen Erfahrung in der Gattung diffus und schwer greifbar. Keine Ahnung, möglich wäre es schon.


    Clitocybe geotropa (Mönchskopf) gehört in die Gruppe von nicht - hygrophanen Trichterlingen mit kugeligen bis tränenförmigen Sporen. Die sehen wirklich absolut anders aus (hatte ich sogar schon unterm Mikro). Den kann ich aber auch makroskopisch ausschließen, denn die Fleischkonsistenz ist deutlich anders, auch die Hutfarben hatte ich beim Mönchskopf noch nie mit solchem Grauanteil.


    Schwierig, aber damit war von anfang an zu rechnen gewesen.



    LG; Pablo.

    Moin zusammen.


    Das dachte ich zumindest vorgestern. Bekanntlich leutet das Eintreffen der Nebelkappen die finale Phase einer Saison ein, danach geht es dem Ende zu.
    Und nicht, daß man ein Auftreten von Clitocybe nebularis im Mai ausschließen dürfte. Ganz und gar nicht, das kann sicherlich vorkommen. Auch wenn Nebelkappen einen relativ strikten phänologischen Zyklus einhalten, kann man niemals eine Bestimmung an der Erscheinungszeit festmachen, aber das ist ja bei allen Pilzen so.


    Zweifel habe ich hier wegen anderen Punkten.
    Zum einen: Der Pilz riecht nicht nach Nebelkappe. Frisch ist der komplexe Geruch kräftig, würzig - nussig, im Nussigen steckt auch eine leicht süßliche Komponente und ein bisschen was von Boletus edulis. Erst später, beim Antrocknen kommt so etwas leicht Parfümiertes in die Süßliche Komponente dazu. Jedenfalls: Junge, frische Nebelkappen riechen nach meiner Erfahrung anders.
    Zweitens: Lamellen. Diese sind lepistaartig abschiebbar (klappt ja auch bei nebelkappen), aber sie sind schon beim frischen, jungen fruchtkörper nicht weiß, sondern blass cremegelblich, beim Antrocknen verstärkt sich dieser Farbton noch.
    Drittens: Die Huthaut ist etwas anders, auch wenn das nur Nuancen in Färbung und Haptik sind, sicher also nicht konstant, aber eben ein weiteres Detail, was etwas stört.


    Also guckt man mal durch, was es noch so gibt: Die Nachbarart zu Clitocybe nebularis wäre Clitocybe alexandri (Buchsblättriger Trichterling). Da passt einiges, aber eben nicht alles. So sollten sich zB inkrustierte Hyphen in der HDS finden, aber ich finde keine. Das Pigment ist teils intrazellulär, auch hier und da wohl membranär. Dafür sind die Hyphen der Epikutis durchgehen schmal, da ist nichts über 4 µm zu sehen (bei C. nebularis sollten sie breiter sein?).
    Aber: C. alexandri soll die Art mit den größeren basidien (bis 40 µm) sein, die hier gemessenen Basidienlängen tendieren eher in den für C. nebularis angegebenen Bereich.


    Bildchen, die zum Anklicken sind (dann werden sie groß):






    Gefunden in der nördlichen Oberrheinebene, sandiger Boden (neutral bis schwach basisch an der Stelle), Buchenmischwald neben einem liegenden, morschen Buchenstamm mit Weißfäule. Der Krusti an dem Stamm ist Phlebia nothofagi, was hier aber kaum bestimmungsrelevant sein dürfte.


    Persönliche Tendenz eigentlich eher zu C. alexandri, aber von der Gattung habe ich so wenig Ahnung und kann nicht einschätzen, welche Merkmale wie stark zu bewerten sind.



    LG; Pablo.

    Aporpium canescens (P. Karst.) Bondartsev & Singer
    Bräunender Phragmobasidienporling
    Synonyme:
    - Poria canescens P. Karst.
    - Aporpium caryae ss.auct.europ.
    - Protomerulius caryae ss.auct.europ.
    - Aporpium pilatii (Bourdot) Bondartsev & Singer
    - Polyporus argillaceus Cooke


    Familie: Aporpiaceae
    Ordnung: Tremellales
    Klasse: Tremellomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat; anfangs hell, später über trüb cremefarben, altrosa / rosagrau zu graubraun verfärbend, bei Berührung und in der Endphase der Entwicklung schokoladenbraun verfärbend; klein bis großflächig, in der Wachstumsphase oft mit weißen, fransigen Rändern; Poren anfangs klein, ganzrandig, rundlich bis eckig, um 3-5/mm; im Alter auch geschlitzt, langgezogen bis fast sinuos mit unvollständigen Rändern, dann auch etwas größer, in der Breite (bei geschlitzten / sinuosen Poren die Breite messen!) um 2-3/mm; Konsistenz weich, zerreißbar, aber nicht gelatinös oder gallertig, sondern eher ähnlich wie ganz junge, gut durchfeuchtete Trameten.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur dimitisch, Skeletthyphen dominant, unseptiert und weitestgehend unverzweigt, im Alter zunehmend deutlich braun pigmentiert, in den Röhrenwänden oft mit auffälliger, grober Inkrustierung; generative Hyphen unauffällig, sehr dünnwandig, schwer zu beobachten, reich verzweigt und dicht verflochten, Septen mit Schnallen; Basidien kurz keulig, teils fast bläschenförmig, bisweilen gestielt, 4-sporig, zweifach längsseptiert; Sporen zylindrisch –“ allantoid; um 5-7 x 2-3 µm


    Vorkommen: Eine eher seltene, europäische Art; vorwiegend an Laubholz, nach –žPoroid Fungi of Europe (Ryvarden / Melo) auch vereinzelt an Nadelholz oder alten Porlingsfruchtkörpern.
    In Deutschland bisher kaum dokumentiert, vielleicht aber auch zu wenig beachtet.
    Beide eigenen Funde stammen aus der nördlichen Oberrheinebene, jeweils in Rotbuchen –“ Mischwäldern auf sandigem (neutralem bis schwach basischem) Boden. Beide Kollektionen an stark zersetztem Rotbuchen –“ Stammholz mit intensiver Weißfäule, jeweils ziemlich versteckt wachsend: Einmal in einem zerfallenden Stamm, einmal an der Unterseite eines Stammstückes.



    Bilder (Draufklicken für bessere Detailansicht):




    [hr]







    Verwechslungen: Makroskopisch mit gefühlt hundert weiteren resupinaten Porlingen. Bestimmungen in dem Bereich sind ausschließlich mit mikroskopischen Merkmalen möglich. Insbesondere in den Gattungen Antrodia, Skeletocutis, Ceriporiopsis, Oligoporus s.l., Chaetoporellus & Cinereomyces gibt es einige makroskopisch sehr ähnliche Arten. Selbst manche Inonotus –“ Arten können je nach Entwicklungsstadium täuschend ähnlich sehen.
    Mikroskopisch sind die septierten Basidien (–žTremella –“ Basidien–œ) das wichtigste Merkmal. Mit dem makroskopischen Aussehen, Phragmobasidien und dominanten Skeletthyphen kommt nur noch die Gattung Aporpium in Frage.
    Mikroskopisch erinnern die inkrustierten Skeletthyphen ein wenig an Skeletocutis, die kleinen Basidien etwas an Sidera. In der Summe der Merkmale (makro- wie mikroskopisch) kann man aber beide Gattungen rasch ausschließen.
    In Europa gibt es nur noch eine weitere Art der Gattung: Aporpium macrosporum (Großporiger Phragmobasidienporling). Das maßgelbliche Trennmerkmal sollte die Breite der Sporen sein: überwiegend unter 3 µm bei Aporpium canescens, überwiegend über 3 µm bei Aporpium macroporum. Dazu sollten die Poren von Aporpium macroporum größer und breiter sein (1-4/mm) und die Verfärbung etwas anders (heller), mehr blass rosabraun / fleischrosa bei Aporpium canescens. Letzteres Merkmal wäre analog zu den weniger braun pigmentierten Skeletthyphen bei A. macroporum. Verfärbungen und Porengröße muss man aber wohl je nach Alter und Entwicklungsstand der Fruchtkörper kritisch betrachten, siehe die sinuos geschlitzten Poren der zweiten hier gezeigten Kollektion.
    Verwechslungen können zudem mit Zitterlingsarten wie Tremella polyporina bestehen, die keine eigenen Fruchtkörper bilden, aber im Hymenium von abgestorbenen Porlingen wie Trametes oder Bjerkandera wohnen. Da gibt es aber keine Arten mit dieser Sporenform.


    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Aporpium macrosporum = Großporiger Phragmobasidienporling<
    >Sidera vulgaris = Gemeiner Kristallknorpelporling
    >Tremella polyporina = Porlings - Zitterling
    >Ceriporia purpurea = Purpurbrauner Wachsporling<



    Anmerkungen: Aporpium caryae (= Protomerulius caryae) im eigentlichen Sinne ist eine nordamerikanische Art, genetisch von der europäischen Aporpium canescens getrennt.
    Nach Miettinen, Spirin & Niemelä in Ann. Bot. Fennici 49: 359-368 (2012) ist für diese Art der Gattungsname Aporpium vorzuziehen.
    Besonderen Dank an Ursula Sauter, denn beim ersten Fund hatte ich den Pilz entnervt beiseite gelegt. Ausgehend davon, eine fruchtkörperlose Tremella gefunden zu haben, die in einem verfallenen Porling wohnt, passte da nichts zusammen (Sporenform!). Ursula hat letztlich die Bestimmung geschafft.

    Hallo, Dieter!


    Lass dir Zeit. :)
    Andere Dinge im Leben sind halt auch wichtig, und Pilze Beobachten soll ja Spaß machen und nicht in Druck ausarten.
    Das kommt alles so nach und nach, nur muss man manchmal (auch trotz Mikroskop und Schlüsseln und vielleicht sogar Genetik) darauf gefasst sein, daß man manche Fragezeichen einfach stehen lassen muss. Wie es Stephan mit den Ritterlingen beschreibt:

    Zitat


    Gerade bei Ritterlingen braucht es mMn jahre- wenn nicht jahrzehntelange Beobachtung der immer gleichen Artkomplexe, um die makroskopische Variationsbreite einschätzen zu können. Hat man eine bestimmte Ritterlingsart erst drei mal gesehen, weiß man immer noch so gut wie nichts Zuverlässiges, Belastbares über sie.


    ...so ist das bei ganz vielen Gattungen und Gattungsgruppen.



    LG, Pablo.

    Salut!


    Die Bemerkung der Vermieterin finde ich in dem Zusammenhang irgendwie unlogisch bis leicht zynisch.
    Hans hat doch völlig recht: Wenn das schon soweit ist, daß sich da ein Myxo - Plasmodium wohl fühlt, sieht es hinter der Verschlung höchtwahrscheinlich gar nicht gut aus. Nasses, sich zersetzendes Holz: Das ist ein Brutkasten nicht nur für so harmlose Sachen wie Schleimpilze, sondern da entwickeln sich auch Schimmelpilze, Bakterienkolonien, Milben... Und da wären auch ein paar Organismen dabei, die nicht mehr harmlos sind.


    Was die Bemerkung mit dem Spiritus soll...
    Vielleicht übernimmt die Versicherung nur Brandschäden, und keine Wasserschäden? Aus Pilzen kann man keinen Spiritus machen, und Anzünden hilft erst recht nicht. Es sei denn, man würde das ganze Bad abfackeln inklusive des maroden Holzes unter der Fußleiste. :(



    LG, Pablo.

    Hi.


    Das Problem ist ja, daß alle Pilze spannend sind. ;)
    Mir ging das irgendwann so, daß ich nicht mehr recht ein noch aus wusste, weil ich gerne mich mit allen möglichen Pilzen intensiver beschäftigt hätte. Aber: Es war dann irgendwann ziemlich frustrierend, weil man sich halt in jeden Bereich einarbeiten muss, um die Feinheiten rauszubekommen. Auch alleine schon, um die Literatur, die Schlüsselmerkmale zu einer speziellen Gattung wirklich interpretieren zu können.
    Darum habe ich so nach und nach immer mehr ausgeschlossen, wo ich mich nicht mehr wirklich mit beschäftige. Dafür aber andere Gebiete umso intensiver, dann geht das auch viel sicherer und enstpannter von der Hand. Ich denke inwischen, so eine Arbeit, wie sie Andreas (Pilzmel) oder Ditte oder Joseph Christan machen, das geht gar nicht ohne ensprechend Scheuklappen aufzusetzen und sich auf bestimmte Gattungen / Fachgebiete zu fokussieren.


    Man muss nur so nach und nach rausfinden, welche Bereiche für einen am reizvollsten sind (oder was einen nicht so vom Hocker reißt). Das ist das Schwierigste, denke ich, aber das ist ja nicht in Stein gemeißelt. Man kann ja auch so nach und nach ausschließen, oder eine Sache mal ein paar Jahre intensiv machen und dann zu was neuem wechseln.



    LG, Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Interessant. Also selbst für einen Unkundigen in dem Spezialbereich sieht das schon anders aus als >dieser Pilz<.
    Auf dem letzten Bild die violettblauen Pünktchen scheinen ja innerhalb der Zellen zu sein, das wäre dann wohl ein Pigment, bzw. irgendwelche pigmentierten Organellen.
    Die roten Pünktchen auf Bild 8 scheinen aber auf den ersten Blick noch was anderes zu sein.



    LG Pablo.