Beiträge von Beorn

    Hallo, Joe!


    Es gibt eine ganze Reihe schicker, gelber Krusten. Ich würde mal vorsichtig Phlebia subochracea ausschließen, und Xenasmatella vaga auch. Und eigentlich auch Lindtneria, die sollten nicht so großflächige Fruchtkörper bilden. Darüber hinaus... Crustoderma wäre so der erste, spontane Einfall gewesen. Muss aber nicht sein. Leg den ruhig mal trocken, ich bin interessiert. :)



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Oh nein?
    Hennigsomyces nun auch? Die schönen Hängeröhrchen... Nun muss aber rasch eine solide, monografische Bearbeitung her, daß man sich mit denen auch wieder beschäftigen mag. Solange es nur zwei zu trennende Artenb gab, war das eine dankbare Aufgabe zur Bestimmung als Porlings- und Krustenbeifang...



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Welchen Ackerling? Abeja hat zwei gezeigt. :)
    Bei den Risspilzen bring mal noch Arten wie Inocybe bresadolae oder ein paar Cervicolores ins Spiel. Die bilden immerhin schön kräftige Fruchtkörper und röten doch auch.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Und nun sind sie zu alt. :D
    Das geht bei diesem Wetter so rasend schnell: von einer schönen, fotogenen Kollektion zum Zerfall innerhalb von einem oder zwei Tagen.
    Agaricus finde ich persönlich eine sehr schwierige Gattung, weil erstens es oft um Nuancen (auch im mikroskopischen Bereich) geht und zweitens Vieles nicht so ganz klar ist:
    Nach nur einem Autor bestimmen geht noch. Zieht man einen zweiten Autor hinzu, kommt man unter Umständen zu einem ganz anderen Pilz, oder einem anderen taxonomischen Verständnis, was zB die Synonymien betrifft.
    So als Beispiel: Wenn ich einen Champi8gnon bestimmen woll, dann schlüssele ich nach FungaNordica. Wenn das Ergebnis in sich schlüssig ist (und ich die Art zB auch bei Ludwig finde, egal ob unter dem Namen oder einem Synonym), dann schlage ich bestimmt kein weiteres Buch auf Unbefriedigend nur, daß dort etliche Mittel- und Südeuropäische Arten fehlen. Also Kibby? Auch nicht die beste Idee, weil der recht speziell nur Arten behandelt, die auf den britischen Inseln nachgewiesen sind. Nächste Option wäre der Gröger - Schlüssel, weil der viele Arten kennt... Aber auch sehr viel synonymisiert, was vermutlich getrennt werden muss. Andere Agaricus - Monografien (zB Fungi Europaei) sind schon etwas älter und in einigen Punkten nicht mehr wirklich exakt.
    Es ist mir also durchaus schon ein paar mal passiert, trotz Riesenaufgebot an Litertur und MIkroskopie, einen Champi als unbestimmbar zur Seite legen zu müssen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Ja, er roch schon säuerlich (die beiden älteren Kollektionen), aber das hatte ich nicht weiter beachtet, weil schon immer wieder mal bei einigen Pilzen so beobachtet.
    "Stechend" roch eher die Phlebia nothofagi zwei Stämme weiter. ;)


    Find' ich übrigens super, daß du die Gegend kennst. Da gubt es ein paar sehr schöne Ecken, insbesondere auch einige teils offen gestaltete Dünenlandschaften, was auch immer mal ein paar nicht ganz alltägliche Arten bewundern lässt. Nur momentan - wie fast immer im Sommer - wenig ergiebig weil einfach zu trocken.


    Ansonsten kann ich deine Beobachtungen bestätigen: Größere Poren gibt es nur bei älteren Fruchtkörpern, vor allem wenn die Substratunterlage von unregelmäßiger Form ist. Bei jüngeren fruchtkörpern ist das recht einheitlich im Bereich um 3-5/mm, da konnte ich auch keine "Ausreißer" beobachten. Den Quotienten hatte ich nicht ausgerechnet, aber der liegt deutlich über 2. Sporenbreiten im Mittel unter 2,5; das stimmt auch für die hier gezeigten Kollektionen, nur bei der zweiten Kollektion im Startbeitrag waren es 2,7 im Mittel, da hatte ich auch einige dicke Sporen mitgemessen (~3,2 µm - also jedenfalls weniger als 3,5 und mehr als 3,0 in der Breite).
    Ist jetzt nur eine Vermutung, aber ich denke, daß man das auch schon ohne zu messen optisch unterscheiden können müsste. Erfahrung bei beiden Arten natürlich vorausgesetzt: Man muss die Sporen von beiden ein paar Mal gesehen haben.



    LG; Pablo.

    Hallo, Stefan!


    IF habe ich nicht kontrolliert. Aber bei PD ist die Systematik ebenso wie bei MB, und die bei PD orientiert sich ja an IF.
    ...
    Auweia, was'n Kauderwelsch: IF = IndexFungorum; PD = Pilze Deutschlands; MB = Mycobank


    Ist das Substrat eigentlich irgendwie von belang, um die drei Varietäten zu unterscheiden?



    LG; Pablo.

    Hi.


    ja, wie gesagt das liegt an der Witterung: Hier hat es momentan Unwetter mit Dürre und Temperaturen um 35 °, und eine wirkliche Wetterbesserung ist zumindest bis Montag nicht in sicht. Da muss man hart und standhaft bleiben, was aber nicht immer gelingt. :(


    Theoretisch könnte ich übrigens morgen abend schon auflösen, hängt aber von euch ab. Freitag nachmittag ginge auch.



    LG; Pablo.

    Guten Abend!


    Das war nun der Lösungsvorschlag, auf den ich gerne noch gewartet habe, Linnea. :thumbup:


    Also der Joker zu Runde 20 könnte durch Überhitzung etwas verwirrt ausfallen, da bitte ich schon vorab um Entschuldigung. Wird Zeit für besseres Wetter, die Hitze macht einen ganz sinuos in der Birne.




    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    "Mousse au Chocolat" für den >Schmutzbecherling<?
    Das ist genial, muss man eigentlich Beli dringend bitten, den noch als alternativen deutschen namen im Portrait zu notieren. :D


    Nummer 7 sieht so aus als wäre der gerade debei, irgendwie Poren zu entwickeln. Am naheliegndsten wäre dann der >Angebrannte Rauchporling< und das Substrat könnte man noch mal kritisch überprüfen. Allerdings wäre Nadelholz auch kein Ausschlusskriterium für diese Art.



    LG; Pablo.

    Hallo, Stephan!


    Mycobank schlägt mir da für den systematischen Index eine Einordnung unter Leotiomycetes -> Erysiphales vor. Also ein inoperculates Becherchen, verwandschaftstechnisch gesehen? Kann ich das so eintragen?


    PS.: Ist da im Namen ein "e" zu viel?



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Interessant. Eine Tendenz konnte ich natürlich nicht festmachen, bei insgesamt sage und schreibe einem Fund, aber wenn du eine ähnliche Vergesellschaftung auch schon öfters beobachtet hast, dann sollte das auch erwähnt werden. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Wenn ich nur nicht so publikationsfaul wäre... :(
    Die Abgrenzung zu Aporpium macroporum scheint insgesamt nicht ganz einfach zu sein, da bei meinen Kollektionen sowohl Porengrößen (je nach Wuchsweise und Reifegrad), als auch Sporenbreite und Verfärbungsverhalten (bei ganz jungen Fruchtkörpern nicht wirklich deutlich bräunend) schon etwas schwankten.


    Die Fundstellen sind eigentlich keine urwaldartigen Gebiete (Grafik muss man auch mal großklicken):

    Allerdings befindet sich sowohl die Fundstelle südlich der A6, als auch die beiden nördlich der A6 in Waldstücken, die von der Forstwirtschaft ziemlich vergessen scheinen.
    Jedenfalls stehen da jeweils schöne alte Buchen und Eichen, der Untergrund ist nährstoffarm und umgefallene Stämme bleiben einfach als famoser Lebensraum für Pilze, Pflanzen und Tiere liegen. Jeweils im direkten Umfeld finden sich auch andere Arten, die man durchaus als Besiedeler von eher naturbelassenen, gesunden Buchenwäldern ansehen könnte, wie zB Trametopsis cervina bei den beiden nördlichen Fundstellen.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ok...
    Dennoch: Manchmal lohnt es sich, nochmal genauer hinzuschauen. Arten können auch mal auftauchen, die vorher da nicht zu sehen waren. Eines dieser typischen Probleme bei Pilzen ist ja, daß ein Mycel jahrelang (bei Symbionten auch jahrzehnte lang) an einer Stelle leben kann, ohne einen einzigen Fruchtkörper zu bilden. Und irgendwann passen die Bedingungen und schwupps... :)



    LG; Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Tatsächlich ist mir Agaricus bitorquis noch nie so stark rötend begegnet, obwohl das im Stadtgebiet Mannheims (inklusive Vorstädte) diue zweithäufigste Agaricus - Art nach A. xanthodermus ist. Das kann aber eventuell daran liegen, daß ich die oft gar nicht aufhebe und durchschneide, weil es in Mannheim annähernd so viele Hunde wie Menschen gibt und man manchmal den Verdacht hat, daß zwischen pinkelnden Hunden und Agaricus bitorquis irgendeine engere Beziehung besteht. ;)
    Soll heißen: Wenn Stadtchampis sich tatsächlich so verfärben können, dann ist der natürlich wieder ganz stark im Rennen. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Aye.


    Ist wohl so. Tendeziell neigt der Sommersteinpilz eher zu Würmchenbefall als der Schwarzhütige, aber bei der derzeitigen Witterung dürfte man sogar in Flockis vereinzelt Madengänge finden, da fällt das als Merkmal komplett weg.
    Super wär's natürlich, die Stelle zu beobachten, vielleicht kommt noch mal was nach, was etwas frischer und typischer ausgeprägt ist (für welche der beiden Arten auch immer).



    LG, Pablo.

    Ceriporia purpurea (Fr.) Donk
    Purpurfarbener Wachsporling
    Synonyme:
    - Polyporus purpureus Fr.
    - Poria purpurea (Fr.) Cooke


    Familie: Meruliaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat, kleinfleckig bis ausgebreitet; mit dünnem, weißlichem Subikulum und unauffälligen oder fehlenden, weißen Rändern; Hymenium frisch wachsartig, trocken hart und brüchig; jung cremeweißlich mit hellen fleischrosa Farbtönen, bald rosarot bis purpurrot, getrocknet zuletzt auch dunkel rostbraun; Porenränder meist etwas heller; Poren rundlich bis eckig, um 2-4/mm; Geruch und Geschmack unspezifisch


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Hyphen überwiegend dünnwandig, stellenweise mit inkrustierendem Pigment (normalerweise nicht kristallin, eingelagerte Kristalle können vorkommen); alle Septen ohne Schnallen; Basidien keulig, (2-)4-sporig, ohne Basalschnalle; Zystiden fehlen (zystidiolenartige Elemente können vereinzelt vorkommen); Sporen glatt, hyalin, dünnwandig, inamyloid, allantoid, um 5-7,5 x 2-3 µm


    Vorkommen: Gebietsweise verbreitet bis relativ häufig; andernorts bestenfalls zerstreut; meist an liegenden oder im Luftraum hängenden, abgestorbenen Laubholzästen und -stämmen, selten an Nadelholz; eigene Funde bisher vor allem in den planaren Wäldern der Oberrheinebene, besonders in Gebieten mit Auwaldcharakter auf feuchteren Böden.



    Bilder (Anklicken ---> Vollversion!):









    Verwechslungen: Ceriporia purpurea ist durch die Färbung und die großen Sporen gut definiert. Andere Arten der Gattung unterscheiden sich durch andere Farbverläufe (zB mehr weiß bleibend wie Ceriporia erticulata) oder kleinere Sporen (wie zB Ceriporia excelsa).
    Makroskopisch gibt es sehr ähnliche Arten in der Gattung Ceriporiopsis (die häufigste wäre Ceriporiopsis gilvescens), aber alle Arten der Gattung Ceriporiopsis bilden Septen mit Schnallen aus.
    Chaetoporellus latitans hat Zystiden, Schnallen und kleinere, sehr schmale Sporen.
    In den Gattungen Rigidoporus und Physisporinus gibt es Arten ohne Schnallen an den Septen, aber keine Art in diesen Gattungen hat so große, allantoide Sporen.
    Junghuhnia –“ Arten haben kleinere Sporen und dickwandige, inkrustierte Pseudozystiden.
    Makroskopisch ähnlich ist Schizopora flavipora, die durch rundliche bis breitelliptische, kleinere Sporen, kopfige Pseudozystiden und Schnallen an den Septen leicht zu unterscheiden ist.
    Resupinat wachsende Saftporlinge (Oligoporus s.l., insbesondere Rhodonia placenta) haben ebenfalls Schnallen.
    Auriporia aurulenta: durch kleinere Sporen, Lamprozystiden, Septen mit Schnallen leicht zu unterscheiden.
    Aporpium canescens und Aporpium macroporum sind deutlich dimitisch.
    Ebenso wie die eine oder andere, makroskopisch +/- ähnliche Antrodia –“ Art.


    Vergleichsvorschläge:
    >Ceriporia excelsa = Violettroter Wachsporling<
    >Ceriporia reticulata = Netziger Wachsporling<
    >Ceriporiopsis gilvescens = Verfärbender Wachsporling<
    >Chaetoporellus latitans = ???<
    >Rigidoporus undatus = ???<
    >Physisporinus sanguinolentus = Rötender Wachsporling<
    >Junghuhnia lacera = Großporiger Resupinatporling<
    >Schizopora flavipora = Gelbporiger Spaltporling<
    >Antrodia hyalina = Durchscheinende Braunfäuletramete<
    >Rhodonia placenta = Rosafarbiger Saftporling<
    >Auriporia aurulenta = Duftender Goldporling<
    >Aporpium canescens = Bräunender Phragmobasidienporling<

    Pachyella violaceonigra (Rehm) Pfister
    Violettschwarzer Dickbecherling, Midnight - Disco
    Synonyme:
    - Pustularia violaceonigra Rehm
    - Peziza violaceonigra (Rehm) Donadini
    - Pachyella barlaeana (Bres.) Boud.


    Familie: Pezizaceae
    Ordnung: Pezizales
    Klasse: Pezizomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Ausgewachsene Fruchtkörper ungestielt, mit breiter Basis festgewachsen, bis um 50mm im Durchmesser; normalerweise auf ganzer Breiteflach dem Substrat aufliegend mit unregelmäßig (wellig-faltiger) konvexer Oberfläche, seltener (und dann meist unreif) mit aufgebogenen und vom Substrat abstehenden Becherrändern; die Hymenialschicht ist glatt, etwas schmierig und erscheint bei manchen Kollektionen irgendwie hygrophan; typischerweise dunkel violettbraun gefärbt, bisweilen aber auch heller und ohne Violettöne; die Becheraußenseite / Unterseite ist heller, zur Basis hin weißlich und in der Haptik deutlich schmierig bis glitschig, oft mit dem Substrat und / oder ansitzenden Moosen verwachsen; Fleisch hyalin-weißlich, ohne Verfärbungen; weich-knorpelig und schmierig.


    mikroskopische Eigenschaften: siehe unten, Mikrodokumentation. Asci stark amyloid, oft auf mehr als der Hälfte blau färbend; Paraphysen apikal leicht keulig, regelmäßig, lange Zeit die Asci überragend; Sporen elliptisch, reif fein punktiert (Anfärben hilft, manchmal klappt Kongorot noch besser als Baumwollblau) und normalerweise etwas dickwandig; etwa 19-28 x 11-14 µm; Haarhyphen der Außenseiten vor allem in Bereichen, wo der Becher dem Substrat aufliegt kräftig ausgebildet, zylindrisch, in einer dicken, gelatinösen Matrix eingebettet und stellenweise mit feinem Pigment inkrustiert.
    Die Fruchtkörper reifen sehr langsam, oft ist das untersuchte Material noch weitgehend steril und insbesondere Sporenabwürfe sind ziemlich Glückssache.


    Vorkommen: Galt eine zeitlang als montan / submontan verbreitet; kommt aber auch im Flachland vor. Was die Art wohl benötigt, ist dickes, morsches Laubholz in Überflutungsgebieten (also temporär überschwemmt oder mindestens sehr nass), ob das nun entlang größerer Flusstäler im Flachland oder in Gebirgsschluchten liegt, scheint für den Pilz keinen großen Unterschied zu machen.
    Die Art gilt in Deutschland als zerstreut, in den meisten Gebieten selten oder fehlend. Doch müssen >Verbreitungskarten< kritisch beurteilt werden: Auch wenn die Art optisch auffällig ist, besiedelt sie Habitate, die eher selten und wohl nur von wenigen Pilzsuchern begangen werden.
    Die vorgestellten Kollektionen stammen aus Auwäldern des Oberrheingebietes, in temporär überfluteten Gräben / Altrheinarmen jeweils an stark morschem, weißfaulem Laubholz; die Fruchtkörper selten vereinzelt wachsend, meist gesellig bis rasig gedrängt.



    Bilder (durch Anklicken im Panoramaformat verfügbar):






    Ein typisches Habitat:


    ...mit ziemlich braunen Fruchtkörpern:




    Im nächsten Jahr am gleichen Ort und an den selben Stämmen wieder violettbraun:



    Verwechslungen: Die Gattung zeichnet sich –“ insbesondere in der Sektion –“ durch die Haarhyphen an der Becheraußenseite und die starke, weit herablaufende amyloide Reaktion der Asci (Frischmaterial!) aus. Ein paar wesentlich seltenere Arten der Gattung sollen ähnlich sein: Pachyella pseudosuccosa (= Pachyella aquatilis?) soll sich nur durch das Absondern eines gilbenden Saftes bei verletzungen unterscheiden lassen. Es soll aber auch Kollektionen von Pachyella violaceonigra geben, deren Fleisch leicht gilbt; selbst hatte ich noch nie ein Gilben bei eigenen Funden beobachten können.
    Pachyella clypeata soll sich durch vollständig glatte (auch in Baumwollblau) Sporen unterscheiden.
    Arten wie Pachyella punctispora gehören schon in eine andere Sektion, hier sind die Haarhyphen der Außenseite nicht als so auffällige, in Gel eingebettete Matrix ausgebildet.
    Das ist bei der häufigsten Art der Gattung (Pachyella babingtonii) ebenfalls nicht gegeben, die zudem viel kleinere, anders gefärbte Fruchtkörper bildet.
    Außerhalb Europas sind weitere Arten der gattung beschrieben, die hier erstmal nicht behandelt werden.
    Scheibenlorcheln (Gyromitra parma, Gyromitra ancilis, Gyromitra melaleuca usw.) haben keine amyloide Reaktion der Asci, ihre Außenseiten sind ganz anders aufgebaut.
    Die Ascusspitzen von Peziza –“ Arten sind zwar amyloid, aber ihr Fleisch ist größtenteils aus einer Textura globulosa aufgebaut, Haarhyphen (erst recht in einer Gelmatrix) fehlen.


    Vergleichsvorschläge:
    >Pachyella clypeata = Glattsporiger Dickbecherling<
    >Pachyella pseudosuccosa = Gilbender Dickbecherling<
    >Pachyella punctispora = Punktiertsporiger Dickbecherling<
    >Pachyella babingtonii = Braunrosa Dickbecherling<
    >Gyromitra parma (=Discina parma) = Schildlorchel<
    >Gyromitra ancilis (=Discina perlata) = Scheibenlorchel<
    >Gyromitra melaleuca = Schwarzweiße Scheibenlorchel<
    >Rhizina undulata = Wurzellorchel<
    >Peziza varia = Riesenbecherling<
    >Peziza arvenensis = Buchenwaldbecherling<
    >Pseudoplectania nigrella = Glänzender Schwarzborstlinge<



    Anmerkungen: Die verwendete Literatur zur Gattung und Art ist nicht die allerneueste (Pfister 1973; Baral 1981; Häffner 1992). Mir ist nicht bekannt, ob sich die dort jeweils beschriebenen und geschlüsselten Arten noch taxonomisch so verhalten wie zuletzt von Häffner bearbeitet. Auch bei den wesentlich selteneren Vergleichsarten in der Sektion der Gattung könnte es mittlerweile Verschiebungen gegeben haben (eventuell auch Synonymisierungen). Das taxonomische und morphologische Konzept von Pachyella violaceonigra ist allerdings aktuell und schlüssig. Nur die Stellung und Konzeption der erwähnten Vergleichsarten muss man unter Umständen nochmal kritisch nacharbeiten.

    Hallo.


    >Coriolopsis gallica< könnte schon stimmen. Man könnte mal gucken, ob man da noch irgendwo an einem Fruchtkörper eine behaarte Hutkante findet. Und einmal durchschneiden müsste man auch, damit ließe sich das schon ziemlich sicher abklären.


    Der Champignon sieht interessant aus. Für Agaricus bitorquis wäre nicht nur die Ringstruktur ungewöhnlich, sondern auch das starke Röten.
    Mit der intensiven verfärbung und einem +/- einfachen, aufsteigenden Ring fallen mir momentan Agaricus bernardii (Salzwiesenegerling) uind Agaricus subfloccosus (Flockiggesäumter Egerling) ein. Vermutlich eher subfloccosus, aber es mag auch noch weitere Arten aus der Gruppe geben, die ich gerade nicht im Kopf habe.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Der Hut von Boletus aereus muss nmicht immer richtig schwarze Flecken haben. Und dann ist die Bestimmung natürlich schwierig, die Variationsbreiten der Hutfarben von Boletus aereus und Boletus reticulatus überlappen da schon ein wenig. Wie gesagt, entscheiden mag ich das hier nicht, mit dem fruchtkörper in der Hand ist das einfacher, auch wegen dem deutlich festeren, kompakteren und damit etwas schwereren Fleisch von Boletus aereus.
    Ein ebenfalls recht hellhütiger Fruchtkörper wurde kürzlich >bei den Doppelpilzen< besprochen. Bei dem Bild sind die beiden hinteren Exemplare aber sehr hilfreich, die zwar auch hellhütig sind aber eben mit einem eher trüben, fast olivbraunen Farbton, der bei Boletus reticulatus nicht vorkommt. Bei dem vermeintlich rotbaru8nhütigen Exemplar im Vordergrund würde man beim Blick von der anderen Seite sicherlich noch ein paar olivbraune Flecken zumindest in ein paar Gruben des Hutes oder am Hutrand finden.



    LG; Pablo.

    Hallo, Jürgen!


    Hübscher Pilz. :)
    Aus der Grupope haben sich mir bisher nur die beiden häufigen Mycoacia uda und Mycoacia nothofagi (jetzt alles bei Phlebia eingemeindet) vorgestellt.
    Immerhin die beiden kann man hier ausschließen: nothofagi wegen den fehlenden inkrustierten Lamprozystiden und uda wegen der anderen Sporenform.
    Ich bin nicht sicher, ob die KOH - Reaktion das beste Schlüsselmerkmal ist. Bei Mycoacia uda ist die jedenfalls nicht immer völlig konstant. Am besten nimmt man wohl auch niedriger dosiertes KOH: Mycoacia uda reagiert (wenn es eine vorschriftsmäßig reagierende Kollektion ist) auch mit 5% bis 10% deutlich. Nimmt man eine häher konzentrierte Lösung, hat man statt rot oft eher so ein dunkles rotbraun oder violettbraun, und auch negative Arten können mit hoch dosiertem KOH braun werden (was immer noch als negativ zu bewerten ist). In dem Fall wird die Reaktion dann schon mal schwierig in der Beurteilung.


    Jedenfalls: Wenn du keine grob inkrustierten Hyphenenden in den Stachelspitzen findest, keine zystidenartigen Elemente (egal ab kopfig, nadelförmig zugespitzt oder abgerundet fusoid) und keine Skeletthyphen, dann sollte das schon Mycoacia aurea (= Phlebia aurea) sein. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Hallo, Björn!


    Mit Kristallen ist das oft so eine Sache. In der Tat sind manchmal kristallansammlungen mit bestimmten Formen, oder kristalline Inkrustierungen an bestimmten Hyphen und Strukturen relevant. Daneben lagern diverse Pilze aber auch recht unspezifisch irgendwo irgendwie Kristalle ein. Manchmal sind das Stoffwechselprodukte der Zellen, manchmal aber auch nur irgendein Kruscht, den ein fruchtkörper beim Wachstum aufgenommen hat. Soll heißen: Nicht immer ist das Vorkommen von Kristallen relevant, und wenn bei einer Art nicht explizit als Schlüsselmerkmal "nie mit kristallinem Material im Gewebe" ausgerufen wird, dann kann man gefundene Kristalle meistens einfach ignorieren.



    LG; Pablo.

    Hallo, Jürgen!


    In der Tat, ich meine mich zu erinnern, auch mal solche Eichenfilzer gesehen zu haben, die auf den ersten Blick wie X. pruinatus aussahen... Wenn nicht die Pünktchen und das insgesamt im Schnitt blassere, gar nicht so gelbe Fleisch gewesen wären. :)



    LG; Pablo.

    Hi.


    Ja, ging mir erstmal auch so. :thumbup:
    Ich weiß nicht mehr in welcher Beschreibung ich dann die Erwähnung von Zystidiolen fand, aber im grunde ist das eh so eine Sache: Die kommen ja bei den meisten Porlingen und auch bei etlichen Rindenpilzen vor, viele Autoren erwähnen das dann gar nicht, weil sie es anscheinend als selbstverständlich voraussetzen.



    LG; Pablo.