MoinMoin!
OK, erstmal das Eindeutige: Bei -2- lag ich daneben: Das ist ein glasklarer Sommersteinpilz.
Keine Ahnung, wo die Rottöne herkommen, ist aber wohl einfach nur einem Verwitterungsprozess geschuldet.
-4- ist komplizierter.
Beli hat in dem Punkt recht: Ein Wolfsröhrling sollte das nicht sein. Da fehlen die roten Punkte außen an der Stielbasis und innen ist es wohl zu viel rot. Wobei der auch schon mal innen in der Stielbasis rotfleckiges Fleisch haben darf. Dieser rote Kragen an der Stielspitze könnte zudem darauf schließen lassen, daß der Stiel auf einer größeren Fläche mal rot gefärbt war, also bevor der Fruchtkörper sich angefangen hat zu zersetzen. Zudem: Es ist doch ein Gelbporer. Dieses fleckenweise rostrote Anlaufen von Poren und Röhren ist bei uralten Schlappen diverser Gelbporer typisch, bei den echten Rotporern sieht das im Alter tendeziell anders aus.
>Boletus queletii< ist das jedoch auch nicht: Der wird in dem Alter von der Stielbasis her deutlich rot, und zwar außen am Stiel. Auch der ganze Habitus des Pilzes spricht dagegen. Und auch da wieder: Vermutlich kein "echter" Rotporer.
Was dann übrigens auch Netzhexen ausschließen müsste.
Eine Auffälligkeit ist in der Tat die Stielrinde mit dem wattigen, feldrig aufplatzenden Filz. Ob das hier auch ein "Verwitterungsmerkmal" ist, fällt mir schwer einzuschätzen. Jedenfalls passt es im grunde zu keinem bekannten Dickröhrling (im alten, weiteren Sinne) besonders gut.
Wenn ich mich aufraffen müsste, dem wenigstens noch einen näherungsweisen Namen zu geben: Dann würde ich da auch Boletus radicans dranschreiben, denke ich. Mit großem Fragezeichen, weil die Struktur der Hutoberfläche nicht wirklich dazu passen will, denn die wird bei der Art normalerweise gerne und rasch grob schülferig-schorfig, im Alter und in Hitzephasen platzt sie oft richtig sommersteinpilzartig auf. Allerdings sind mir schon auch mal ziemlich glatthütige Exemplare in die Hand gefallen, siehe zB zweites Bild im Portrait.
Optionen gibt es schon, aber die wären recht weit hergeholt. Mit dem rosa überhauchten Hut könnte man zB an Boletus kluzakii (= Caloboletus kluzakii) denken, der aber bisher nur aus Tschechien bekannt ist, glaube ich.
Stielnetz und -farben dürften bei dem ebenso variabel ausgeprägt sein wie bei seinem wesentlich häufigeren Bruder, der verlauf der Hutfarben sollte da ein wesentliches Trennmerkmal sein. Aber das wären jetzt reine Phantasmen, ich glaube es gibt angesichts des Alters des fruchtkörpers keine bessere Möglichkeit als ein Fragezeichen dran zu schreiben und zu guicken, was an der Stelle an Frischpilzen auftaucht.
Was deinen mysteriösen, gelbhütigen Fund betrifft, Beli: Das ist ziemlich sicher eine Netzhexe (Boletus luridus). Bataille - Linie ist kein Muss für die Art (auch wenn ich da eine zu erkennen glaube), auch das Stielnetz ist bei Netzhexen nicht immer deutlich und kann gelegentlich komplett fehlen. Zumal ich hier glaube, daß die Grundstruktur des Netzes am Stiel noch ganz gut erkennbar ist, sie deutet sich vor allem da ab, wo der Stiel nach Berührung ordentlich bläut.
Boletus caucasicus ist vermutlich ein Phantom. Zur Originalbeschreibung gibt es keinen Beleg, die Beschreibung selbst ist sehr knapp und nicht aussagelkräftig genug, um sie zB von verschiedenen Formen von Boletus luridus sicher abzugrenzen.
Es kann gut sein, daß es in Südosteuropa noch weitere, bisher unbekannte oder nicht klar definierte Röhrlingsarten gibt. Aber da müsste man auch aussagekräftige Beschreibungen haben, mit Typusmaterial, das sequenziert werden kann, ordentlichen morphologischen Dokumentationen usw.
Das Taxon "Boletus caucasicus" wird man für diese Arten aber kaum verwenden können, weil es wohl einfach nicht mehr sicher nachvollzogen werden kann, was für einen Pilz Singer damals wirklich beschrieben hat. 
LG, Pablo.