Beiträge von Beorn

    Hallo, Thomas.


    Bitte. :)
    Wenn es mal irgendwann irgendjemandem weiter hilft, ist schon mal einiges gewonnen. Auch so gönne ich mir einfach den Spaß, solche Pilzchen zu beobachten, zu dokumentieren und meine Gedanken und Erkenntnisse auf diese oder ähnliche Weise zusammenzufassen. Das hilft in erster Linie schon mal mir, weil jeder weitere Fund in der Richtung dann einfacher zu untersuchen ist.



    LG, Pablo.

    Guten Morgen!



    Lieber Pablo!
    Ich danke Dir, dass Du an mich gedacht hast und natürlich für tollen Wünsche. Das Bild sagt mir, dass es bei Dir gerade so ein Wetter gab wie bei uns. Nur, wie ich Deinen Erzählungen entnehme, bei Dir wohl keinen Niederschlag?!


    Das Wetter war gar nicht sooo schlecht in der letzten Zeit. Es hat immer mal wieder kurz geregnet. Meistens aber in Form von leichten gewittrigen Schauern, wie vorletzte Nacht. Aber nach wie vor zu wenig. Macht nix, an dem Abend im Kaiserstuhl hatte es zwei Tage vorher geregnet und die Stimmung war einfach schön.



    LG, Pablo.

    Hallo, Juliane!


    Bei dem Lacktrichterling muss man gucken, ob sich ein violetter Filz an der Stielbasis findet. Ich glaub's aber eher nicht, so gefühlsmäßig. Und wenn da keiner ist, dann ist es nichts mit der Bestimmung. Viele schreiben dann "Laccaria laccata" dran, aber das ist ohne Mikroskop dann so zu werten wie "Laccaria spec." :(


    Pilzchen ok, es macht jedenfalls Spaß, mal wieder was mit Hut und Stiel und Lamellen und Mykorrhiza (beides, sowohl Risspilze als auch Lacktrichterlinge sind Symbioonten) zu sehen. :thumbup:
    Auch genial: Das letzte Bild. Manchmal möchte man wieder jung sein und stundenlang mit den Fahrzeugen unterwegs.
    Die Farbenpracht der Raupe (Kakobskreuzkrautbär: Was für ein Name! Geflecktblättriger Flämmling? ;) ) ist sehr beeindruckend.
    Gelbrandkäfer oder ihre Larven habe ich zuletzt auch als Kind wahrgenommen. Dieser hier sieht man fast an, was für einen Heißhunger auf allerlei anderes Getier sie entwickeln kann.



    LG; Pablo.

    Hallo, Claudia!


    Ideal: Einfach ein Stück abmachen und daheim neben ein Messgerät (Lineal) legen. Dann hat man auch die Porengröße schon mal anschaulich dokumentiert.
    Und: Frische Fruchtkörper von antrodia xantha riechen zitronig-chemisch. "Zitronat" passt ganz gut dazu. Der Geruch kommt bei A. serialis nicht vor (stinkt zwar irgendwie, aber nur chemisch-säuerlich).



    LG, Pablo.

    Gloeocystidiellum leucoxanthum (Bres.) Boidin
    Weißgelber Gloeozystidenrindenpilz
    Synonyme:
    - Corticium leucoxanthum Bres.
    - Megalocystidum leucoxanthum (Bres.) Jülich
    - Megalocystidum leucoxanthum var. brevisporum Parmasto


    Familie: Gloeocystidiaceae
    Ordnung: Russulales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat; normalerweise relativ kräftig ausgeprägt (über 0,5mm dick); frisch wachsartig; Oberfläche glatt bis fein bereift, cremefarben, gelblich bis ockerlich; teilweise mit flach buckelig-warziger Struktur; trocken rissig aufspringend; Ränder unauffällig.
    Auffälligkeit der vorgestellten Kollektion: Frischmaterial mit intensivem Marzipangeruch, der in der Literatur sonst nicht erwähnt wird, also wohl nicht konstant ist.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Septen mit Schnallen; Gloeozystiden zahlreich (SV+), variabel geformt, teils mit Papille und meist mit langer, hyphoider Wurzel; oft im Subhymenium eingesenkt und die Basidien kaum überragend; Basidien unregelmäßig zylindrisch bis keulig, mit (2-) 4 Sterigmen, nach Abwerfen der Sporen schnell kollabierend;
    Sporen glatt & ebenfalls leicht kollabierend, stark amyloid, vorwiegend verlängert elliptisch bis subzylindrisch und oft etwas gekrümmt; eigene Messungen: 10-16 x 4,5-7 µm; nach Lit. auch bis 20 µm lang


    Vorkommen: Der vorgestellte Fund stammt vom Kaiserstuhl; Rotbuchen-Eichen-Mischwald auf basischem Lößboden; Hanglage auf ca. 400müNN; an einem liegenden Rotbuchenast.
    Die Art kommt ansonsten zerstreut bis selten vor, besiedelt Laubholz (insbesondere Erle und Weide) und scheint normalerweise eher feuchte Standorte zu mögen.



    Bilder (Draufklicken für Großansicht):






    Verwechslungen: Makroskopisch mit einer umfassenden Armada anderer Rindenpilze, die ziemlich identisch aussehen. Ohne Mikroskopische Merkmale keine Bestimmung.
    Die Gattung Gloeocystidiellum kann recht weit gefasst werden. Jülich hat für die Arten mit glatten Sporen und monomitischem Hyphensystem die Gattung Megalocystidium definiert.
    Diese enthielt zunächst noch eine weitere Spezies mit schnallenlosen Septen, A. Bernicchia führt in der Gattung Megalocystidium momentan nur zwei Arten mit Schnallen.
    Ist also Geschmackssache, ob man Gloeocystidiellum leucoxanthum und Gloeocystidiellum luridum in einem weiter gefassten Gattungsbegriff belässt oder als Megalocystidium definiert.
    Beiden Arten sind relativ dicke Fruchtkörper (frisch mit wachsiger Haptik) gemein, sowie monomitisches Hyphensystem, Septen mit Schnallen, Gloeozystiden groß (SV+) mit langer Wurzel, weitere Zystiden fehlend; Sporen glatt, stark amyloid.
    Der Unterschied besteht vor allem in Größe und Form der Sporen:

    Diverse weitere Arten aus anderen Gattungen: Sehen mikroskopisch anders aus.


    Vergleichsvorschläge:
    >Gloeocystidiellum luridum = Ockergelber Gloeozystidenrindenpilz<
    >Peniophora incarnata = Fleischroter Zystidenrindenpilz<
    >Phlebia lilascens = Lilafärbender Kammpilz
    >Sistotremastrum niveocremeum = Cremeweißer Scheinschütterzahn
    >Radulomyces confluens = Zusammenfließender Reibeisenpilz<
    >Scytinostroma hemidichophyticum = Mottenkugel –“ Lederrindenpilz<



    Anmerkungen: Die Sporenmaße der hier vorgestellten Aufsammlung würden im Grunde zu –žMegalcystidium leucoxanthum var. brevisporum Parmasto–œ passen. Allerdings sollte unter der Varietät eine eher nordisch oder montan wachsende Form an Weide gemeint sein (= –žf. salicis–œ in CoNE). Die oben vorgestellte Kollektion wuchs an Rotbuche (Fagus), auch wenn der Fundort im Kaiserstuhl auf annähernd 400müNN liegt, ist das klimatisch bestenfalls als collin (submediterran) zu bezeichnen. Die Sporenform und –“größe schwankt innerhalb eines Fruchtkörpers so stark, daß mir zwar die Abgrenzung zu G. luridum klar ist, eine sinnvolle Trennung zwischen einer noch größer (und länglicher) –“sporigen, zentraleuropäischen, und einer kürzersporigen nordeuropäischen Form aber momentan schwer nachvollziehbar erscheint.

    Gloeocystidiellum luridum (Bres.) Boidin
    Ockergelber Gloeozystidenrindenpilz
    Synonyme:
    - Corticium luridum Bres.
    - Megalocystidium luridum (Bres.) Jülich
    - Gloeocystidiellum subsimile Y. Hayashi
    - Gloeocystidium luteum (Bres.) Höhn. & Litsch.


    Familie: Gloeocystidiaceae
    Ordnung: Russulales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat; normalerweise relativ kräftig ausgeprägt (über 0,5mm dick); frisch wachsartig; Oberfläche glatt bis fein bereift, cremefarben, gelblich bis ockerlich; teilweise mit flach buckelig-warziger Struktur; trocken rissig aufspringend; Ränder unauffällig.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Septen mit Schnallen; Gloeozystiden zahlreich (SV+), variabel geformt, teils mit Papille und meist mit langer, hyphoider Wurzel; oft im Subhymenium eingesenkt und die Basidien kaum überragend; Basidien unregelmäßig zylindrisch bis keulig, mit (2-) 4 Sterigmen, nach Abwerfen der Sporen schnell kollabierend;
    Sporen glatt & ebenfalls leicht kollabierend, stark amyloid, elliptisch (selten vereinzelt subzylindrisch); eigene Messungen: 7-10 x 5-6 µm; kann lt. Lit. aber auch kleiner ausfallen (Vgl. Bernicchia in FE12)


    Vorkommen: Der vorgestellte Fund stammt vom Hauptfriedhof Mannheim; an einem Laubholzast (vermutlich Rotbuche) in einem kleinen Haufen von zur Seite gelegten Ästen an einem Laubwäldchen.
    Insgesamt scheint die Art zerstreut bis selten vorzukommen, ohne besondere Bevorzugungen bestimmter Gebiete, außer daß tendenziell wohl eher feuchte Standorte besiedelt werden und mit seltenen Ausnahmen nur Laubhölzer als Substrat genutzt werden.



    Bilder (teilsweise vergrößerbar durch Anklicken):






    Verwechslungen: Makroskopisch mit einer umfassenden Armada anderer Rindenpilze, die ziemlich identisch aussehen. Ohne mikroskopische Merkmale hier keine Bestimmung.
    Die Gattung Gloeocystidiellum kann recht weit gefasst werden. Jülich hat für die Arten mit glatten Sporen und monomitischem Hyphensystem die Gattung Megalocystidium definiert.
    Diese enthielt zunächst noch eine weitere Spezies mit schnallenlosen Septen, A. Bernicchia führt in der Gattung Megalocystidium momentan nur zwei Arten mit Schnallen.
    Ist also Geschmackssache, ob man Gloeocystidiellum leucoxanthum und Gloeocystidiellum luridum in einem weiter gefassten Gattungsbegriff belässt oder als Megalocystidium definiert.
    Beiden Arten sind relativ dicke Fruchtkörper (frisch mit wachsiger Haptik) gemein, sowie monomitisches Hyphensystem, Septen mit Schnallen, Gloeozystiden groß (SV+) mit langer Wurzel, weitere Zystiden fehlend; Sporen glatt, stark amyloid.
    Der Unterschied besteht vor allem in Größe und Form der Sporen:

    Diverse weitere Arten aus anderen Gattungen: Sehen mikroskopisch anders aus.


    Vergleichsvorschläge:
    >Gloeocystidiellum leucoxanthum = Weißgelber Gloeozystidenrindenpilz<
    >Peniophora incarnata = Fleischroter Zystidenrindenpilz<
    >Phlebia lilascens = Lilafärbender Kammpilz
    >Sistotremastrum niveocremeum = Cremeweißer Scheinschütterzahn
    >Radulomyces confluens = Zusammenfließender Reibeisenpilz<
    >Scytinostroma hemidichophyticum = Mottenkugel –“ Lederrindenpilz<



    Anmerkungen: Aus Taiwan ist eine kleinsporige Varietät beschrieben (G. luridum var. microsporum) mit lediglich 5-6 x 3-3,5 µm großen Sporen.

    Hallo zusammen!


    Einigkeit? ich bin mal gespannt, ob das so bleibt. Man kann sich hier schon Zeit lassen.
    Im grunde sollte das auch möglich sein, Safrans Wunsch zu entsprechen und mit dem Joker bis Dienstagabend zu warten. Mal gucken. Immerhin gibt mir das noch die Möglichkeit, den Joker noch etwas zu tunen, bisher habe ich nur einen der zu schwer ist, und zwei, die wohl zu leicht sind.
    Vielleicht reichen ja diesmal auch nur ein oder zwei Buchstaben. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Liebe Tuppie!


    Alles Gute sei dir gewünscht fürs kommende Jahr. Immer mit Spaß bei der Sache (ob Pilze oder "all das Andere"), möglichst entspanntem Kopf (wichtig!) und genug Zeit, um alles Genießenswerte genießen zu können.
    Lass dich ordentlich feiern!




    LG; Pablo.

    Hallo, Dieter & Matthias!


    Faszinierende Darstellungen. :thumbup:
    Total beeindruckende Dokumentation der Lichenomphalina. Die hellgrünen Thalli gehören dazu, oder? Also ich meine: Das sind schon die Thalli dieser Flechte (Lichenomphalina umbillifera) und nicht eine andere Flechte, die halt zufällig auch da wohnt?


    Von der Art hatte ich nur mal einen Fund zugeschickt bekommen. Da war auch auffällig (wie bei vielen lichenisierten Nabelingen), daß sich auch im bereich der Stielbasis schon eingelagerte Algen fanden:


    Anyway. Ebenso ein Augenschmaus: Die Bilder von Vibrissea truncorum. Und - ähm... Alle anderen auch. :)
    Antrodia serialis sollte zumindest makroskopisch schon hinkommen. >Antrodia sinuosa< kann allerdings sehr ähnlich aussehen, wenn ich die auch bisher nie so knubbelig fand und auch nicht mit so bräunlichen Kanten an den oberen Rändern. Wirklich sicher lassen sich die beiden in der Tat nur anhand der Sporen trennen.


    Hübsch übrigens bei Scytinostroma hemidichophyticum (außer der Tatsache, daß schon Leute mit Knoten in der Zunge ins Krankenhaus mussten, weil sie versucht haben, den namen zehn mal hintereinander schnell auszusprechen):
    Die Dendrohyphidien & Bindehyphen sind stark dextrinoid. Funktioniert allerdings nicht wirklich gut, wenn man das Präparat vorher in KOH hatte. Melzer und Wasser macht die Bäumchen richtig hübsch rotbraun:

    Ist aber nicht so wichtig, weil das wirklich eine absolute Ausnahme unter den Rindenpilzen ist: Wenn er typisch riecht, ist er makroskopisch gut bestimmbar.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Oh, Pilze der Schweiz hatte ich gar nicht angeguckt dazu. Kann man mal nachholen, um noch ein paar mehr Ansichten zu bekommen. :thumbup:
    Ich packe dir mal was zusammen, Ralf, und schicke das morgen früh los. Es schadet nie, wenn mehr Leute durch die Pilze gucken. Vor allem solche, mit mehr spezialisierter Erfahrung.



    LG; Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Danke, denn das soll auch "weißlich" heißen, nicht "weiß". :thumbup:
    Soweit ein Tippfehler, "ockerlich" oder "blassocker" passt aber besser. Daß der Grünton beim Antrocknen verschwindet, schreibe ich auch mal noch rein. Den Abwurf hatte ich nicht lange genug aufgehoben, um das beobachten zu können, ist aber ein wichtiges Detail.
    Irgendwie sind das aber wieder mal so Grüntöne, die ich mit meiiner Kamera nicht auf Bild gebannt bekomme, wie bei manchen Kollektionen von Hypholoma fasciculare oder bei Cortinarius scaurus.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Und solche schlanken, eher isoliert oder in kleinen Büschelchen wachsenden Haare, finde ich in dieser Kollektion bislang gar nicht.
    Was ein weiterer Indiz sein sollte, daß es eben die andere Art ist. :thumbup:


    Wenn du Lust und irgendwie zu wenig zu tun hast, kann ich dir die Pilzchen natürlich zuschicken. Noch sehen die ganz fit aus und wenn morgen vormittag früh abgeschickt sollten die bis Freitag bei dir sein denke ich. Peziza petersii und Ascobolus carbonarius könnte ich spaßeshalber noch dazu legen, wenn dich davon was interessieren sollte.
    Muss aber nicht sein, das wäre wirklich nur sinnvoll, wenn du Spaß dran hättest und ausreichend Zeit, daß der Spaß auch Spaß macht und nicht nervt. ;)



    LG; Pablo.

    Moin!


    Zu den Pfifferlingen kann ich auch nur eigene Erfahrungen beitragen. Eingefrohren habe ich die schon oft. Und viel. Und roh, also ohne Blanchieren usw.
    Fazit: Ungefähr innerhalb der ersten 4-6 Monate war alles paletti: Der Geschmack ist nicht mehr ganz so intensiv (2-4 Monate eingefrohren noch absolut top), aber keine Bitterkeit. Allerdings beginnt nach etwa drei Monaten schon die Konsistenz nach dem Erhitzen etwas gummiartig zu werden, der Geschmack lässt erkennbar nach (weniger klares Aroma).
    Bei Pfifferlingen, die etwa 6 Monate bis 10 Monate eingefrohren waren, war schon deutlich eine bittere Note zu erkennen, die Konsistenz nach dem Braten nicht mehr wirklich proper, der Eigengeschmack verliert sich, die Pilze waren fad. Pilze, die ein Jahr in der Kühltruhe lagen, empfand ich selbst als ungenießbar. Bitter, gummiartig-mulschig und ohne Pfifferlingsgeschmack.


    Sicherlich ist dabei vieles abhängig von der Qualität der Pilze beim Einfrieren und von der Schnelligkeit des Frostungsprozesses. Aber im grunde geht das schon ganz gut, nur zu lange darf man sie halt nicht liegen lassen.



    LG; Pablo.

    Amanita solitaria (Bull.) Merat
    Igelwulstling, Stachelschuppiger Wulstling
    Synonyme:
    - Agaricus solitarius Bull.
    - Aspidella solitaria (Bull.) E.-J. Gilbert
    - Amanita echinocephala (Vittad.) Quelet


    Familie: Amanitaceae
    Ordnung: Agaricales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: meist recht hell gefärbt, in der Regel weißlich oder cremefarben, seltener mausgrau oder graubräunlich; Huthaut glatt, besetzt mit groben, ziemlich beständigen, kegelförmigen oder pyramidalen Warzen; Hutrand ungerieft


    Stiel: mehr oder weniger kräftig; weißlich, an der Stielbasis auch graubräunlich und gelegentlich mit olivfarbenem Hauch; Ring relativ beständig, häutig, oberseits normalerweise fein bis deutlich gerieft; Stielbasis rübenartig verdickt und mit kurzer, spindeliger Wurzel; mit einem oder mehreren Gürteln aus kegeligen oder pyramidalen Warzen besetzt; ohne Scheide


    Lamellen: jung weißlich bis cremefarben, später meist mit grau-grünlichem Hauch; Schneiden weißlich, oft irgendwie fein beflockt; frei, angeheftet oder breit angewachsen.


    Fleisch: Weiß, im Alter auch mit graugrünem oder graubraunem Hauch; fest, faserig; Geruch unbedeutend, gelegentlich mit merkwürdig medizinisch-chemischer Komponente; Geschmack unbedeutend, Kauproben sind in der Gattung unnötig und sollten generell unterlassen werden.
    Hyphen in Trama, Lamellentrama und Huthaut gelegentlich mit Schnallen


    Speisewert: giftig


    Sporenpulver: weißlich, in einigermaßen dickem Abwurf blass ockerlich mit trüb graugrünem Schimmer (der beim trocknen verblasst); Sporen amyloid, elliptisch, um 8-11 x 6-7 µm


    Vorkommen: Bevorzugt wäremebegünstigte Gebiete, auf +/- basischen Böden, lehmig bis sandig, an feuchten bis trockenen Standorten; Mykorrhiza meist mit Laubbäumen (sehr selten wohl auch Nadelbäume?); relativ stickstofftolerant (für einen Wulstling); Typische Siedlungsgebiete sind Hartholzauen wie zB entlang des oberen Rheintales sowie angrenzende Hügellandschaften, dazu auch gerne in Parks, Gärten und auf Friedhöfen, ebenso wie verschiedene Laub- und Laubmischwälder. Insgesamt in Mitteleuropa eher zerstreut bis selten vorkommende Art.



    Bilder (Für Großansicht auf die Bilder klicken)
    Hartholzaue bei Wyhl (Südbaden); lehmiger, feuchter, basischer und eher nährstoffreicher Boden unter Eichen, Hasel und Hainbuche:





    Und eine schlankere Kollektion aus einem Parkgelände in Fulda bei Rotbuchen, Eichen und Hainbuchen:



    Verwechslungen: Am ähnlichsten sind Amanita boudieri und Amanita gracilior, die beide südeuropäisch / mediterran verbreitet sind. Am einfachsten (so man sie nicht schon ein paar Mal in der Hand hatte) dürften diese beiden Arten durch die zylindrischen Sporen zu unterscheiden sein.
    Bei Amanita boudieri sollen zudem die Lamellen länger weiß bleiben, bei Amanita gracilior rasch gelblich bis ockerfarbig werden. Beiden Arten sollen die Grüntöne fehlen, die aber auch bei Amanita solitaria nicht konstant ausgeprägt sind.
    Amanita excelsa: Meistens mit anderer Anatomie des Velums (siehe auch dort, Link unten).
    Amanita franchetii verhält sich wie Amanita excelsa, sein Velum ist zudem gerne gelblich und die Fruchtkörper oft eher zierlich gebaut.
    Amanita strobiliformis hat neben einer anderen Velumanatomie keinen gerieften Ring, sondern eine kleiige Ringzone, die in mehlige Brocken zerfällt.
    >Amanita solitaria & Amanita strobiliformis im Vergleich<
    Amanita vittadinii ist ein Wiesenbewohner mit kaum abwischbarem, schupppig abstehendem Velum (überwiegend aus zylindrischen Zellen statt aus kugeligen).
    Amanita singeri ist eine mediterrane Art mit kleineren Fruchtkörpern, meist leuchtend gelben Lamellen und anderer Ringanatomie.
    Amanita eliae hat eine gerieften Hutrand;
    Arten anderer Gattungen wie zB Lepiota aspera haben zB keinen gerieften Ring und kein amyloides Sporenpulver.


    Vergleichsvorschläge:
    >Amanita boudieri = Robuster Kegelwarzen-Wulstling<
    >Amanita gracilior = Graziler Kegelwarzen-Wulstling<
    >Amanita excelsa s.l. = Grauer Wulstling<
    >Amanita franchetii = Rauher Wulstling<
    >Amanita strobiliformis = Fransiger Wulstling<
    >Amanita vittadinii = Raspelstieliger Wulstling<
    >Amanita singeri = Gelbblättriger Wulstling<
    >Amanita eliae = Isabellfarbener Wulstling<
    >Lepiota aspera = Spitzschuppiger Stachelschirmling<

    Hallo.


    Normalerweise sind solche Poirlinge erst bestimmt, wenn auch die entscheidenden mikroskopischen Details bekannt sind.
    Aber: Deine Pilze sind makroskopisch schon ziemlich typisch, Magellan. Da müsste man auch erstmal beweisen, daß sie eben nicht Skeletocutis nivea wären, was wiederum nur mikroskopisch möglich wäre.
    Das war aber nicht eine Kollektion, die du mal an Frank geschickt hattest, oder? Weil dann wäre die Bestimmung zu 100% fix.


    Anyway, hier noch ein paar Bildchen von 100% sicheren (mikroskopisch untersuchten) Skeletocutis nivea.
    Stark bräunend:




    jung und noch rein resupinat:



    komplett weiß:



    LG; Pablo.

    Danke, Karl! :thumbup:


    Inzwischen habe ich sogar eben diesen Artikel in meinem Fundus ausfindig gemacht. Sehr aufschlussreich, zumal da ja auch noch Zeichnungen der Haare dabei sind.
    Die Schwierigkeit in diesem Fall: Die Haare sind nicht konstant verteilt, sondern in einzelnen, dichten Büscheln am Becherrand und an der Außenseite angeordnet. Die einzelnen Zellen aus diesen Büscheln sind total dicht ineinander verklebt und sehr schwierig isoliert zu beobachten.
    Ich meine aber, daß das nicht das sein kann, was Hohmeyer und Schnackertz mit "hyphoid" meinen. Zylindrisch bis keulenförmig trifft es viel besser, zumindest die Endzellen der Haarbüschel sehen so aus.
    Ein weiterer Versuch, das noch mal isoliert darzustellen, aber auch nicht besonders gelungen:


    Ich würde diesen Fund weiterhin als Anthrocobia nitida betrachten wollen, nun vor allem ausgehend von der Form der Haare, aber ein cf kann man ja stehen lassen. Gut möglich, daß das so ein Fall ist, wo man einfach mal die "Nachbarart" auch beobachtet haben muss, um die Unterschiede richtig zu verstehen.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ach so. :)
    Aber: Die Farben der Hutoberseite waren gar nicht so mein Problem, mehr die Farben der Lamellen. Wenn das mit dem KOH tatsächlich finktionieren sollte, wie zB bei Ludwig beschrieben, dann wäre das aber schon auch ein Hinweis und man könnte über die Lamellenfarbe nochmal besser hinwegsehen.



    LG; Pablo.

    Salut!


    Zitat


    Du schwafelst mir ein wenig zuviel,


    GEschwafel ist das bei Christoph keineswegs. Dafür lege ich die Hand ins Feuer, das ist schon alles fundiert und hintergründig. So viel gelesen und veröffentlicht wie Christoph werde ich auch in 20 Jahren bei weitem nicht haben. ;)


    Aber abgesehen davon: Die Literatur zu diesem speziellen Fall habe ich nicht, bin auch nicht ganz sicher, ob ich die brauche. Wenn sich daraus ableiten lässt, daß Connopus acervatus und Gymnopus fusipes den selben Pilz beschreiben, dann ist das doch mal was. Tendenziell finde ich ja auch, daß sich Gymnopus fusipes schon morphologisch ein wenig von den meisten anderen Gymnopus - Arten abgrenzt.
    Aber in einem Bereich, den ich höchstens hin und wieder mal flüchtig streife, fehlt natürlich jeder tiefere Einblick. Nicht nur in Sachen Formenkenntnis, sondern erst recht auch in die taxonomischen Mysterien dieser Gattungsgruppen.


    Das führt schon dazu, daß die Datenbanken immerhin gewisse Anhaltspunkte geben. Ohne Synonymlisten von dort quasi "als Gesetz" zu akzeptieren, aber immerhin sind diese schon mal so schlau wie die Leute, die die Datenbanken pflegen. Und mal angenommen, daß diesen Leuten ja auch kompetente Spezialisten zuarbeiten, halte ich die schon mal für "schlauer als mich selbst".
    Ist also ein hilfreicher Anhaltspunkt, Vieles ist da ja auch in den Synonymlisten stimmig und richtig. Blind vertrauen sollte man nie, und immer einen kritischen Blick behalten, aber wenn man mal von einer Gattung absolut keine Ahnung hat, lohnt sich ein Blick um erstmal die Basisinformationen einzuholen.


    Selbst jemand wie ich mit eher rudimentären Gattungskenntnissen bei Röhrlingen und Amaniten fällt zB auf, daß es sowohl IF als auch MB bislang nicht geschafft haben, Amanita echinocephala mit Amanita solitaria zu synonymisieren. Oder Neoboletus luridiformis mit Boletus erythropus (ist die Umkombination von dir nach Neoboletus erythropus eigentlich "valid", Christoph?).
    Das aber nur am Rande, denn wie unser Wissen über Pilze befinden sich auch die Inhalte der Datenbanken in ständigem Fluss.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Danke euch. :thumbup:
    Ich glaube, die Auflösung der Runde 22 dürfte auch niemanden zornig werden lassen.
    Gesucht war tatsächlich nach dem Rillstieligen Helmling (Mycena polygramma):


    Verblüffend für mich: Ich hatte das als schwieriger eingestuft. War es aber nicht für euch.
    Der Punktestand ist dafür Beweis genug:



    1. 50P.: Romana (+ 10); JanMen (+ 10)
    3. 48P.: Brassella (+ 10); Safran (+ 10); EberhardS (+ 10); beli1 (+ 10); Wutzi (+ 10); ipari (+ 10)
    9. 46P.: nochn Pilz (+ 10); Climbingfreak (+ 8); Lupus (+ 10)
    12. 44P.: Texten (+ 10)
    13. 42P.: Engelchen (+ 8)
    14. 39P.: Linnea (+ 10)
    15. 36P.: Joe83 (+ 8)


    [hr]



    Gespannt bin ich mal, ob Rätsel nummer 23 nun schwieriger für euch wird:

    Weil eingestuft hatte ich das von der Schwierigkeit leichter als die vorige Runde. Vielleicht taugt das ja dann was.



    LG; Pablo.

    Hallo, Freunde der Brandstellen!


    Was mich gerade umtreibt ist die Frage, ob sich Anthracobia nitida und Anthracobia melaloma tatsächlich nur anhand der verzweigten vs. unverzweigten Paraphysen trennen lassen.
    Weil wenn ja, wäre das dann nicht etwas dünn? :/


    Das Pilzchen sieht folgendermaßen aus, und heißt bei mir wegen den doch oft verzweigten Paraphysen vorläufig Anthracobia cf nitida:





    Anthracobia cf nitida 06.JPG
    Das sind übrigens ziemlich große Bilder. Ziemlich groß, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Man kann ja spaßeshalber draufklicken, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu prüfen.


    Diese schicke Brandstelle befindet sich in einem Auwald am Rhein bei Wyhl in Südbaden, ist eine von einem halben Dutzend solcher Stellen, beherbergt außer der Anthracobia noch mindestens Peziza petersii und Ascobolus carbonarius. Klar, daß man in Eile ist und keine Zeit für eine ausgiebige Untersuchung hat, wenn man mal so schöne Brandstellen findet...



    LG, Pablo.

    Hallo, Holger!


    Und wenn C. crocophyllus das kann mit den blassen Farben...
    Karl hatte den immerhin schon in der Hand (ich nicht), aber Crepidotus applanatus ist bei mir in der Gegend sehr häufig und den kann man hier definitiv ausschließen.
    GPBWs ist für die Bestimmung nicht wirklich geeignet. Crepidotus crocophyllus ist ja nicht die einzige Art, die man mit dem Schlüssel nicht erreicht. Da sind halt nur Arten berücksichtigt, die bis zum Redaktionsschluss in BaWü nachgewiesen waren. Auch hier (wie eigentlich immer) geht man idealerweise nach einer monografischen Bearbeitung, die mindestens mal alle in Europa nachgewiesenen Arten behandelt (Consiglio / Setti hat Karl ja schon genannt, ist auch mein Lieblingsschlüssel für Crepidotus). Alternativ ein möglichst umfassender Generalschlüssel, also wahlweise FungaNordica oder Gröger, wobei da halt ausführliche Beschreibungen fehlen.


    Bei Crepidotus crocophyllus sollten die Lamellen mit KOH (keine Ahnung ob 5% ausreichen, probier am besten sowohl eine niedrige Konz. als auch 20%) sofort orangerot reagieren, was auch noch ein aufschlussreiches Merkmal sein könnte.



    LG; Pablo.