Beiträge von Beorn

    Hallo, Grüni!


    Schon, normalerweise hätte man bei so weit aufgeschirmten Risspilzen auch zumindest einen braunen Schimmer in den Lamellen. Muss aber nicht.
    Lamellenfarbe und Sporenpulverfarbe sind meistens zwei verschiedene Sachen, so haben viele Braunsporer (zB die meisten Fälblinge) weiße Lamellen, viele Risspilze ebenfalls.
    Und es gibt auf der anderen Seite Weißsporer mit anders gefärbten Lamellen (zB Brennender Rübling).
    Hier ist es wieder mal so ein Erfahrungswert, also Details der Struktur der Hutoberfläche zum Beispiel, die mich zum Ritterling geführt haben.
    Warum einer der Gilbenden? Leider ebenso ein solcher Erfahrungswert - die gilben leider nicht immer konstant und brauchen auch noch Zeit dafür. Was hilft: Beim Einsammeln an einer Stelle den Hutrand quetschen und ein paar Lamellen kaputt machen. An diesen Stellen wird sich nach 6 bis 24 Stunden zuerst eine Verfärbung zeigen.
    Ist aber nicht bei allen fruchtkörpern ausgeprägt.



    Lg; Pablo.

    Ahoi!


    Würde ich's jetzt kurz machen wollen, dann schröbe ich:
    Tricholoma sciodes.
    Also Schärflicher Ritterling.

    Halte ich optisch zumindest für die wahrscheinlichste Option.

    Die Lamellenschneiden könnten noch ein paar schwarze Pünktchen vertragen, aber der Habitus, die Hutform und die struktur wie Färbung der Hutoberfläche wären für den ganz typisch. Der scharfe Geschmack kommt nicht sofort. Ist etwa so wie beim brennenden Rübling, man muss erstmal die Probe so 20 bis 30 Sekunden durchkauen, dann wird's etwas scharf. 5 Sekunden danach deutlich scharf, und dann spuckt man es aus und es hilft nichts, die Schärfe bleibt dann auch mal gerne noch 20 Minuten im Mund.

    Dann wäre irgendwo in der Umgebung (~15 Meter um den Pilz rum) noch die eine oder andere Rotbuche gestanden.



    LG, Pablo.

    Hallo!


    Cylindrobasidium laeve ist zusammenhängender, nicht so aufkrümelnd wie hier.
    Das schaut eher nach einer Anamorphe aus, dann habe icch in den meisten Fällen keine Chance. Aber schick es ruhig trotzdem mit, ein paar anamorphe Stadien von Rindenpilzen kenne ich und kann sie einordnen. So zB das anamorphe Stadium von Granulobasidium vellereum, das durchaus sehr ähnlich aussieht wie dein Fund:




    LG, Pablo.

    Hallo, Uwe!


    Das Problem dabei ist, daß ja zusätzlich zu dem Stereum noch eine Peniophora an dem Eichenast sein kann.

    Ich sehe Tremella mesenterica auch sehr oft zusammen mit Peniophora quercina (Eichen - Zystidenrindenpilz).
    Tremella aurantia hatte ich einmal, an einem dicken Eichenstamm und direkt auf den fruchtkörpern von Stereum hirsutum.

    In diesem Fall würde man für eine sichere Bestimmung das Mikroskop bemühen müssen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Peter!


    Ui, Klasse!
    Den habe ich bisher erst dreimal gesehen.
    Einmal im Taunus, einmal bei Karlsbad / Langesteinbach und einmal im Hollmuth - Bannwald bei Neckargemünd (auch ein sehr schönes Gebiet wo ich schon lange nicht mehr war).



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Vielleicht auch am Rande interessant:
    Die im herbst bei Freiamt gefundene Aleuria cestrica:




    Der Vorschlag mit der Byssonectria gefällt mir aber mit der Fruchtkörperform besser. Und die ökologischen Ansprüche dieser Aleuria dürften auch andere sein.


    Wenn Florian die Becherchen bekommt, wird's ja aufgelöst. Ich bin schon mal gespannt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Chris!


    Makroskopisch jedenfalls sehen die total nach Buntstieligen Helmlingen (Mycena inclinata) aus.

    Also zumindest Cheilozystden sollten da zu finden sein, aber sind die konstant an jedem Fitzelchen Lamellenschneide zu sehen?
    Vielleicht müsste man mal noch eine Lamelle von einem anderen fruchtkörper kontrollieren.



    LG, Pablo.

    Servus!


    Momentan sind die Goldflüssigen (Lactarius chrysorrheus) etwas zögerlich mit der Milchverfärbung. Ob's an der Kälte liegt?
    Jedenfalls haben die Goldflüssigen, die Alex und ich gestern in der Hand hatten, auch alle ein wenig gebraucht, um die Milch von Weiß zu gelb zu verwandeln.

    So 2 bis 4 Minuten musste man da schon zuwarten, bis es so richtig satt gelb wurde.



    LG, Pablo.

    BonJour!


    Also wenn mit "Gefelderter Täubling" Russula virescens gemeint sein sollte: Der ist das meiner Ansicht nach eher nicht. Von Täublingen habe ich zwar keine Ahnung, aber der Grüngefelderte (Russula virescens) ist bei mir in der Gegend sehr häufig und den meine ich in einer Vielzahl von Ausprägungen gut zu kennen.


    Wenn mit "Gefelderter Täubling" dagegen Russula cyanoxantha forma cutefracta gemeint wäre, dann könnte ich mir vorstellen, daß das die Richtung ist, wobei der jetzt wohl auch anders genannt wird, und ich keine Ahnug habe ob die Definition immer noch auch für solche "normalen" cyanoxanthas mit rissig auffeldernder Huthaut gilt.

    Vielleicht kann da noch ein/e Täublingsspezialist/in mehr Licht ins Dunkel bringen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Die Frage ist ja auch: Muss man es unbedingt bis zu einer exakten Diagnose treiben?
    Ich habe mich für den Moment mal darauf eingestellt, solche Champis einfach "Hühner" zu nennen (Gaaaaaaak!).

    Also so in etwa die Ansprache im Feld: "Ach schau her, eins von diesen Hühnern!"

    Reicht im Grunde ja auch, wenn man es denn richtig machen will, muss man sich eh in die Gattung reinarbeiten, dann kommt man so oder so am Mikro nicht vorbei und erst recht nicht an aktueller Spezialliteratur (Parra - Monografie).
    Das ist aber in so ziemlich jeder Gattung so oder so ähnlich.

    In vielen Gattungen hat sich bei mir so ein wenig ein rudimentäres Basiswissen angeordnet. Aber ich nehme dann eben Abstand davon, einzelne Funde bis zu einer definierten Artdiagnose bestimmen zu wollen. Wenn ich ein Büschel Glimmertintlinge finde, ist mir ja auch egal, welche Art das ist. Analog zu "ein von den Hühnern" heißt das dann bei mir im Feld "oh, ein Glimmertintling aus der Glimmertintlingsgruppe", und das reicht mir.

    Bei der einen oder anderen Gattung oder in dem einen oder anderen Fachbereich packt es mich, und dann will ich natürlich mehr wissen. Das geht dann aber nicht ohne reichlich Arbeit, differenzierte Literatur- und Formenkenntnis und eingehende makro- und mikromorphologische Betrachtungen. Nur weder kann noch muss man es in jedem Fachbereich auf die Spitze treiben.


    Einen Champi mit passender Hutschuppung, Ringstruktur, Knollenform und Verfärbungsmuster als "eins von diesen Hühnern" bestimmen zu können, finde ich schon mal durchaus respektabel. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Morgen!


    Die botanischen, wissenschaftlichen (lateinischen oder griechischen oder gemischten) "Namen" folgen einem internationalen Regelwerk. Der entscheidende Unterschied ist, daß jedes Taxon im Grunde nichts anderes ist als ein Verweis auf eine Definition, auf eine Beschreibung. Also jeder botanische "Name" (= Taxon) ist zwingend verknüpft mit einer Beschreibung einer Art (bzw. der hypothetischen Definition einer Art).
    Im Grunde müsste man den Namen dazu aber vollständig angeben. Um bei einem von Stefans Beispielen oben zu bleiben, korrekt wäre "Xenasma pruinosum (Pat.) Donk 1957". Das ist dann nicht nur einfach ein Name, sondern der Hinweis auf eine (mehr oder weniger) ausführliche Definition eines Pilzes, eine Beschreibung diverser Eigenschaften, die man halt nicht ein ein paar Worten zusammenfassen kann.

    Und dieser Zusammenhang ist festgelegt durch einen international gültigen Code. Bezeichne ich also einen Pilzfund als "Xenasma pruinosum (Pat.) Donk 1957" ordne ich diesen Fund der gültigen Erstbeschreibung (und auch der Umkombination) zu, im Sinne der in der Originalbeschreibung angeführten morphologischen Eigenschaften.



    LG, Pablo.

    Hallo!


    Nun friert's mich ein wenig, aber macht nichts. Tolle Bilder!


    Und wo mir eben der gleiche Gedanke durch den Kopf ging wie Werner: Den ersten Pablopilz (vermutete Antrodia heteromorpha) hast du nicht zufällig eingepackt?
    Würde ich natürlich gerne untersuchen und die Bestimmung festnageln. Die Art gibt es bei mir in der Gegend nicht. Zu wenig Frost.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Also, Grüni: Dein Garten ist einfach super. Der liefert ja immer wass ab, nahezu das ganze Jahr durch.

    Zu den ersten sag' ich nichts, Rötliche lacktrichterlinge sind zwar in den allermeisten Fällen Laccaria affinis = Laccaria laccata var. pallidofolia, aber wissen tut man es eben erst beim Blick durch die Linsen.


    Wobei ich bei dem mißgebildeten eben schon dachte: "Wow, die erste Speisemorchel". Oder besser gesagt: Die letzte in diesem jahr.


    Die Risspilze sind keine, sondern Ritterlinge. Gut zu erkennen an dem im Abwurf weißen Sporenpulver. :gzwinkern:

    Irgendeiner aus der gilbenden Fraktion, würde ich mal vermuten.

    Und der letzte sieht ein wenig nach einem leicht verknorzelten Schneeweißen Ellerling (Cuphophyllus virgineus) aus.



    LG; Pablo.

    Hallo, Safran!


    Ich bin makroskopisch bisher immer nach dem Habitus in Kombination mit dem viel stärker ausgeprägten Gilben (bei moelleri) und der unterschiedlichen Schuppenstruktur und -färbung gegangen. Also Agaricus moelleri war für mich der mit den gröberen, meist schwarzen Schuppen, kräftigem Habitus und deutlicher gilbend.
    Dann hatte ich die neue Parra - Monografie letztlich in der Hand.
    Nur kurz reingeguckt. Bin aber immerhin dadurch überzeugt, nicht einen einzigen Champignon mehr bestimmen zu können.
    Vielleicht leihe ich mir die Wälzer mal über die Weihnachtszeit vom Verein aus, und lege sie unters Kopfkissen.
    Eventuell bin ich dann nächstes Jahr schlau genug, was dazu sagen zu können.



    LG, Pablo.

    Salve!


    Wenn jemand wirklich solche Erdsternchen sequenzieren wöllte, einen Belg von Geastrum minimum mit kräftig körniger Endoperidie und deutlich behöftem, gewimpertem Peristom hätte ich auch noch anzubieten:



    Schwetzigen / Hirschacker; Trockenrasengesellschaft / Binnendüne


    Da täte dann alles zusammen passen, also Peristomstruktur, Stielchen der Endoperidie und Kristallauflagerung.



    LG; Pablo.

    BonJour!


    Wirklich der Wahnsinn! :thumbup:

    So schön in Szene gesetzt. Besonders schön, daß ihr auch vermeintlichen "Trivialarten" diese großartigen Aufnahmen gönnt.


    Interessant übrigens, daß Spathularia flavida dort so selten ist. Dagegen zB in der weiteren Umgebung von Heidelberg zB ziemlich häufig, überall wo Lärchen stehen.
    So unterschiedlich kann das sein.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Ach ja, die Flecken. Stimmt, das kann irritieren. Solche fleckenden Lamellen gibt es aber bei eigentlich allen Arten der braunhütigen Ritterlinge. Das ist einfach eine Alterserscheinung. Bei deinen Fruchtkörpern kommt teilweise auch noch ein Befall durch einen Fremdpilz dazu, auf den Bildern, wo die Flecken besonders krass ausgeprägt sind und teils noch so ein Flaum (= Fremdmycel) auf den Lamellen liegt.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Climacocystis borealis kann auch nahezu weiß auftreten. Meistens, weil die Fruchtkörper bei trockener Witterung und mit viel Sonnenlicht ausbleichen können.

    Normal ist schon so ein ockerlicher, cremefarbener Ton, aber der ist bei den Bildern von Horst immerhin auf ein paar Hüten zum Rand hin noch zu sehen. Komplett weiß passiert aber auch manchmal, eben wenn die Fruchtkörper völlig trocken sind.


    Werner hat ja schon auf die Porengröße hingewiesen: Die Arten mit ähnlichem Habitus aus den Gattungen Oligoporus s.l. und Tyromyces haben deutlich feinere Poren, das ist in dem Bereich ein solideres Merkmal als die Färbung.

    So gibt es zB ja Postia / Oligoporus tephroleucus sowohl deutlich gefärbt, als auch rein weiß - die rein weißen liefen eine Zeit lang als Postia lactea, sind aber genetisch das Gleiche wie P. tephroleuca.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Huch, das wird ja nanzwissgnolmschaftlich hier.

    Wenn's um Inflation oder so geht: Da kann man sich durchaus auch sowas wie eine Steuer ausdenken, also wer mehr als soundsoviel Chips zu einem gewissen Zeitpunkt zusammengehamstert hat, gibt eben einen Teil davon wieder ab. Für die Allgemeinheit.

    Aber mal im Ernst: Soll's denn wirklich so kompliziert sein? ich find's gut, wenn alle, die damit rumspieelen wollen, damit auch rumspielen können und dafür auch immer geenug Chips haben. Das Forum wird nicht bankrott gehen, wenn nachher dadurch mehr und mehr Chips im Umlauf sind.
    Denn es ist keine Währung, es gibt keinen materiellen Gegenwert, es soll nur Spaß machen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Lana!


    Rein vom Optischen her, würde ich deine beiden Bestimmungsideen unterstützen. :thumbup:

    Für meine Nase riechen die zwar nicht gerade ähnlich, aber das ist immer individuell unterschiedlich und derzeit eventuell auch noch durch Witterungsbedingungen beeinflusst.



    LG, Pablo.