Beiträge von Beorn

    Guten Morgen!


    Die dunkle Stielfarbe ist tatsächlich dem Alter der Fruchtkörper geschuldet. Die Beobachtung mit dem Bildangebot stimmt auch: So hab' ich zB auch nur Bilder von jüngeren Fruchtkörpern im eigenen Archiv. Umso interessanter, den mal in dieser Altersstufe zu sehen.


    Hast du in der unmittelbaren Umgebung des Stumpfes auch Fruchtkörper (oder die geschwärzten Mumien aus dem Vorjahr) vom Nadelholz - Braunporling (Phaeolus spadiceus) sehen können?



    LG, Pablo.

    Hallo, Claudia!


    Tolle Dokumentation!

    Auf dem letzten Bild ist er tatsächlich ausgewachsen, erkennbar auch daran, daß die gelben Flaschkanten fehlen. Das sind die Bereiche von aktiven Zuwächsen. Aber irgendwann muss ja das Wachstum mal beendet werden, und dann wird Energie nur noch darin investiert, möglichst viele Basidien zur Sporenreife zu bringen.

    Aber weiter dokumentieren lohnt sich, denn die Fruchtkörper dieser Art zeigen ja auch einen interessanten Verfall.


    Den Stumpf halte ich übrigens nicht für Fichte. Lärche wäre mein erster Gedanke gewesen, vielleicht auch Douglasie. Kiefer würde ich auch nicht ausschließen. Spielt aber nicht wirklich eine Rolle, weil du tatsächlich recht hast: Nadelholz - Braunporling oder einfach nur Braunporling ist besser. Der besiedelt alle Nadelholzarten, selten auch Laubholz.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    4: Gehört vermutlich in die Gattung Psathyrella (Faserlinge), da gibt es ein paar Arten mit so schicken Velumstrukturen auf dem Hut. Wenn Geruch nicht bekannt, bleibt es ohne MIkro aber bei einer Vermutung.

    7: Wurde glaube ich noch nicht erwähnt, ist aber ohnehin schon richtig bestimmt.

    9: Kann eine Elastische sein, kann aber auch eine andere Art sein. die Gattung ist tricky.

    15: ist richtig.

    16: sieht für mich eher nach Kurznetzigem Hexenröhrling (Suillellus mendax) aus als nach einer "normalen" Netzhexe

    19: Ring braun = Butterpilz (Suillus luteus), Hutfarbe: egal (den gibt es sogar in weiß!!!). Ring beim Goldröhrling (Suillus grevillei) = weißlich



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Der erste rotfuß ist Xerocomellus chrysenteron, wenn im Schnittbild die Stielbasis nicht ganz dabei ist. Bei chrysenteron geht das weinrote Fleisch nicht ganz runter bis zur Basis, sondern unten ist immer noch etwas gelbbraunes / olivgelbes Fleisch. Wenn bis ganz zum untersten Stück der Stielbasis alles weinrot, dann wär's wass Anderes.

    Die restlichen sind dann alle Xerocomellus pruinatus, wie Stefan schon schrieb.
    Die Porlinge sind auch alle richtig, betrifft auch den Schuppigen.

    Der Begleitpilz vom Zinnoberporling ist aber die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta), die beiden Arten kommen sehr gerne zusammen vor, weil beide recht firsches, wenig zersetztes Totholz an sonnigen Standorten mögen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mischa!


    Postia leucomallella kann auch größer als auf meinem Bild. Wobei die von dir angegebenen Maße schon sehr wuchtig wären. Aber es gibt eine ganze Reihe von Saftporlingen, die auch teils recht groß werden und im vergehen bräunlich verfärben.
    Sporenpulverfarbe (Abwurf) wird dir nicht weiter helfen - daß ist bei allen in Frage kommenden Arten weißlich.
    Die Ruinen der älteren Fruchtkörper werden auch mikroskopisch nicht mehr ergiebig sein, durch den Fremdpilzbefall ist da voraussichtlich ziemlich viel verschleiert (Fremdhyphen, Fremdsporen, verutlich mehr als eigene Sporen). Der jüngere Fruchtkörper ist eigentlich in einem idealen Reifezustand. Wenn du magst, kannst du den trocknen und mir schicken, dann wird sich das wahrscheinlich klären lassen, wass es ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Christoph!


    Aha, danke für die Tafeln. :thumbup:
    Jetzt wird's mir noch mal klarer: Demnach wäre also bei "Lepiota brunnea" tatsächlich der komplette Ring einfach aufgebaut. Und die Situation wie hier lediglich eine weniger kräftig ausgeprägte, aber eben doch vorhandene Unterseite und der Ring damit divergierend.
    Gut, das mal so beisammen zu sehen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Bei dem, was du als X. cisalpinus vorstellst, hatte ich ja gar keine Einwände. Ich hab' nur versucht, das mit den rötlichen Farben im Stielfleisch etwas zu beschreiben.
    In dem neuen Schnittbild erkenne ich gut die einzelnen roten Fäserchen in der Stielmitte. In der Stielbasis, das sind ja wirklich nur ein oder zwei winzige Punkte. Das darf passieren, das darf im Grunde bei allen Röhrlingen passieren. Ansonsten ist die Stielbasis innen hier doch eher gelb / ockergelb bzw. mit leichtem Olivton - also schon so, wie ich das für X. cisalpinus erwarten würde. Ist bei X. chrysenteron übrigens recht ähnlich, bei X. porosporus (danke für's danebenlegen) eben im Unterschied ganz unten in der Stielbasis schon durchgehend pigmentiert (rußbraun, seltener aber auch rot!).

    Einzige ernst zu nehmende Verwechslungsoptionen für deinen cisalpinus - Fund wären aus meiner Sicht X. ripariellus und X. fennicus - wobei die beiden gerne (nicht immer) eine +/- rote Huthaut haben. Also nicht Subkutis, sondern tatsächlich HDS.
    Hutfarben und auch Farbe der Subkutis ist aber bei Filzern so eine Sache, das variiert bei vielen Arten recht stark (beides!), wobei ich in der Tat auch noch keine cisalpinus ohne wenigstens ein bisschen rot unter der Huthaut gesehen habe. Ich würde nur nicht kategorisch ausschließen wollen, daß porosporus das gelegentlich auch mal kann.
    Christoph hat aber schon recht: Mikroskopisch hast du zumindest diese beiden Arten schnell unterschieden (Sporen truncat bei porosporus).



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Ähnliche Kollektionen habe ich (Fruchtkörper mitsamt "Substrat" / Untergrund) getrocknet und dann versucht so einzupacken, daß sie möglichst wenig im Päckchen umherkullern können. Also zB stabilisieren mit etwas Kreppapier oder Alufolie, dann ins Klarsichttütchen und das nochmal in eine +/- stabile Schachtel.
    Frank kennt meine Zigarillomarke ( :gzwinkern: ), die Schachteln sind recht flach und passen auch noch in einen normalen, preisgünstigen Standardbrief.
    Ob's denn mit diesen "Verpackungskünsten" wirklich gut funktioniert hat, müsste Frank entscheiden.



    LG; Pablo.

    Hallo, Sebastian!


    Wow. :thumbup:
    Der Phellinus pouzarii (Duftender Feuerschwamm) ist auf jeden Fall ein Traumpilz. Ein paar Fleckchen im Schwarzwald kenne ich, wo's auch noch sehr alte Tannen gibt, aber den konnte ich noch nie finden.



    LG, Pablo.

    Tach!


    Oh, das zweite Bild ist der Hammer!

    Könnte man verkleinert direkt als Smilie für's Forum anlegen!


    Daß Tarzetta Mykorrhiza bildet wusste ich noch gar nicht. Famose Sache. :thumbup:
    Sind denn cupularis und catinus makroskopisch unterscheidbar?


    1,2,3 & 4 würde ich für Trichophaea spec. halten, soweit ich weiß, muss man da mikroskopieren um die Art zu bestimmen.

    6,7 & 8: Könnte das nicht 9 / 10 in jung sein? Ich würde das auch für Peziza halten, und bei den jungen sieht man ja schon so einen Farbschimmer, der auch auf den reifen bechern wieder auftaucht.

    11 ist sicher was anderes als der Flatscher auf 12 & 13, der meiner Meinung nach auch eine Pziza sein sollte, aber vermutlich eine andere Art als 9/10.

    14: Wie groß ist denn das? Wenn groß, dann könnte das Humaria hemisphaerica sein, ansonsten wohl auch eine Trichophaea.


    9/10 sieht wirklich bemerkenswert aus, das wäre eine tolle Sache, wenn Florian den untersuchen könnte. Ob man da wohl einen der jungen Fruchtkörper (6/7) dazu legen könnte? Ist vermutlich nicht direkt bestimmbar, aber wenn das Material einigermaßen in Ordnung ankommt, kann Florian vielleicht erkennen, ob's zur selben Art gehört?



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Genetische Untersuchung nicht vergessen, also mindestens mal ITS und LSU !!!
    g:D


    Aber Spaß beiseite: Es macht schon Sinn, selbst ein paaar merkmale kennen zu lernen. Also hier wäre schon mal das Verhalten nach dem Längsschnitt (wie der sich in den kommenden Minuten verfärbt) und eben das Bruchverhalten des Stieles sehr hilfreich. Chemie und Mikro (und Genetik sowieso) wird's hier ja nicht brauchen, um zu einem Namen zu kommen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Schludi!


    Danke. :thumbup:

    Ein Anhängselröhrling ist das auf jeden Fall, wobei das Schnittbild jetzt halt schon sehr wenig blau zeigt. Es gibt da zwei Arten, nämlich Boletus appendiculatus (+/- stark blauend im wärmebegünstigten Laubwald) und Boletus subappendiculatus (gar nicht bis ganz wenig blauend im Bergnadelwald auf sauren Böden).
    Ich denke aber, wenn der Fruchtkörper schon eine weile vom Mycel getrennt war, dann ist das mit dem Blauen eben nicht mehr ganz so ausgeprägt.



    LG, Pablo.

    Hi.

    Also wenn das alles zur selben Art gehören würde, dann fänd ich den schon komisch für Diplomitoporus flavescens. So stark bräunend habe ich die Art noch nie gesehen, auch alte, zerfallende Fruchtkörper nicht.
    Das erinnert mich eher an einige Saftporlinge, wie zum beispiel Postia leucomallella:



    Diplomitoporus flavescens fand ich bisher nur mit +/- deutlich flaumiger bis kurzhaariger Hutoberseite:



    Wobei die jüngeren Fruchtkörper ansonsten schon danach aussehen, aber bei diesen Porlingen - ich denke, da sollte man schon immer reinlinsen.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Nö, das ist eine Koralle der Gattung Ramaria. Kann ich makroskopisch nicht bestimmen, weil Fruchtkörper erstens noch extrem jung und zweitens extrem komplizierte Gattung (mikropflichtig bei den allermeisten Funden).



    LG; Pablo.

    Salut!


    Ich denke eher, daß das "Lepiota brunnea" s.orig. ist, also der Safranschirmling mit dem eher einfachen Ring (nach außen hin, einen gewissen Teil Universalvelum an der Unterseite haben die ja alle), stämmigen Wuchs, sehr grober Hutschuppung aber ohne gerandete Knolle.
    Momentan stecken in "Chlosophyllum brunneum" wohl zwei Arten drin, eben die eine mit gerandeter Knolle und dann sowas wie hier, was eher der Originalbeschreibung entspricht. Schrieb Christoph jedenfalls mal, und dazu daß die sich womöglich auch mikroskopisch unterscheiden.
    Macht aus meiner Sicht sinn, denn wie ein "klassischer" Chlorophyllum rachodes (mit deutlich doppeltem Ring, also Unterseite / Velum universale bis zum äußeren Ringrand ausgeprägt) sieht das hier für mein verständnis nicht ganz aus.



    LG; Pablo.

    Hallo, Joe!


    Von Kernpilzen (also die Schwarzen mit Schläuchen drin) verstehe ich nix, da kann ich nicht weiter helfen.

    Zähnchenkrusten mit dem Aussehen auf Nadelholz entpuppen sich zumeist als Resinicium bicolor (Harzzahn), aber reinlinsen müsste man dennoch.

    Besonders natürlich auch in den an Laubholz, der sieht schon auch spannend aus.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Das ist ein kompliziertes Problem.

    Wenn du ganz auf der sicheren Seite sein willst, dann müsstest du wohl zum Flocki "Neoboletus praestigiator" sagen.
    Die Schwierigkeit liegt darin, was Persoon wohl damals als "Boletus erythropus" beschrieben hat. Weil er zur Stielbasis rötliches Fleisch beschreibt, kann man darunter auch den Glattstieligen Hexenröhrling (Suillellus queletii) verstehen. Das Problem ist nur: Auch normale Flockis können gelegentlich weinrötliches Fleisch in der Stielbasis haben.
    Nun wurde aber ein (wenn auch reichlich holpriger und nicht gerade schlüssiger) Neotypus von "Boletus erythropus" angelegt, was aber nicht gerade gut nachvollziehbar ist (ganz andere Gegend, anderes Land als der Persoonsche Fund), und dieser Neotypus wäre dann ein Glattstieliger und damit Synonym zu Suillellus queletii.
    Dem kann man folgen, dann muss man den Flocki als Neoboletus praestigiator bezeichnen.
    Dem muss man aber nicht folgen, wenn man die Neotypisierung nicht anerkennt, und kann weiter davon ausgehen, daß Persoon mit seiner Beschreibung eben den Flocki gemeint hat, und dann wäre Neoboletus erythropus weiterhin ok.


    Das Taxon "erythropus var. discolor" dagegen würde ich komplett streichen und gar nicht mehr verwenden.
    "Boletus discolor" im originalen Sinne beschreibt eine gelbe Farbform vom Glattstieligen Hexenröhrling. "discolor" wurde schon so konfus, diffus und auch falsch verwendet, daß man den Begriff eigentlich ignorieren müsste:
    So zB Benennungen wie "Boletus luridiformis var. discolor" - gruselig, weil "luridiformis" eh schon eine gelbliche Form vom Flocki beschreibt, und discolor da definitiv gar nicht dazu verwendet werden kann, weil eben als Farbvarietät zu queletii gehörend...
    In Kombination mit "erythropus" kann man's eigentlich nur dann verwenden, wenn man "Boletus erythropus" im Sinne von Fries als Glattstieligen Hexenröhrling verwendet.


    So...
    Hoffentlich jetzt nicht allzu viel durcheinander gebracht auf die Schnelle und ausreichend Verwirrung gestiftet.
    Langer Rede kurzer Sinne:
    Neoboletus erythropus kannst du natürlich ganz normal für Flockis verwenden, damit gibst du aber automatisch zu verstehen, daß du die Neotypisierung nicht akzeptierst.
    Was in Ordnung ist aus meiner Sicht.

    "erythropus var. discolor": Gibt's im grunde genommen gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man "Neoboletus erythropus" weiterhin für den Flocki anwendet.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Bei deinem Filzi sehe ich jetzt nichts rötliches in der Stielbasis - nur ein paar rötliche Faserchen in der Stielmitte. Cisalpinus kann sowas mal haben, aber normalerweise eher in der Stielmitte (wie chrysenteron), und eher schwach ausgeprägt, weniger in der Stielbasis.
    Rotes / Weinrotes Fleisch ganz unten in der Stielbasis wäre eher was für einige seltenere Arten bei Xerocomellus: Kann wohl bei ripariellus und fennicus auftauchen (wenn auch da meistens fehlend), ist aber recht stark ausgeprägt zB bei marekii, sarnarii oder poederi (letzterer ohne blauendes Fleisch).
    Aus dem Grund (Farbe Stielbasis, ganz unten) würde ich hier unter anderem auch porosporus ausschließen, denn bei dem geht die Rußbraune (macnhmal auch rote, auch das kann der) Farbe bis wirklich ganz runter.


    LG, Pablo.

    Hallo, Phillip!


    Dein Fund blaut auch eher schwach für diese Art, da kann man schon mal ins Grübeln kommen.

    Mykorrhizatechnisch kann der ziemlich viel, und geht mit etlichen Laub- wie auch Nadelbäumen. Wichtig ist dem vor allem, daß der Boden nicht zu stark basisch und nicht allzu trocken ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Frank!


    Ich hing bei Björns Angaben mal wieder an dem Schlüsselpunkt, ob Sporen im Mittel größer oder kleiner als 7,5 µm. :gzwinkern:
    Das ist so eine Sache, die muss man am besten selbst beurteilen, mit unterm Messokular rumdümpelnden Sporen.


    Hoffentlich regnet's hier auch bald mal ergiebiger, daß sich die eine oder andere Tomentella bei mir meldet...



    Lg; Pablo.

    Hallo, Karl!


    Ist ja irre! :thumbup:
    Vor allem die tollen Kollektionen vom Glattstieligen, mit dem ganzen Spektrum an möglichen Farben und Formen sind richtig beeindruckend. den würde ich auch gerne mal in so variierenden Kollektionen beobachten.



    LG, Pablo.