Hallo!
Genau so hatte ich das auch in Erinnerung, Inken. Kann aber ebenfalls nicht mehr sagen, wo ich das gelesen hatte.
Daß unser allseits bekannter und geliebter Flocki (Boletus erythropus) = Boletus luridiformis ist, ist eigentlich auch unstrittig.
Vgl. dazu >B. luridiformis auf Boletales.com<
Die Seite macht immerhin schon einen recht zuverlässigen Eindruck auf mich und wird auch regelmäßig gepflegt.
In der Beschreibung zum luridiformis finden sich auch interessante Infos zur var. discolor, die offensichtlich das ist, was wir sonst unter B. erythropus var. junquilleus verstehen.
Also genau so, wie Björn sie beschreibt: gelb bis eben nicht gelb, in allen Übergangsstufen zur Typusart zu beobachten.
Und an dieser Stelle kommt eben >Boletus pseudosulphureus< ins Spiel. Auch hier empfiehlt es sich, die Ausführungen von Boris Assyov aufmerksam zu lesen:
Zitat
Some recent autorities reduce this species to a variety of Boletus luridiformis on the base of unpublished molecular studies. It is clear that the entity in question is close to Boletus luridiformis. Nonetheless, here I intend to keep it at species level until published study is available for this confusing group. This species was long time known under the name Boletus junquilleus (Qu̩l.) Boud., but due to confusion in the past it will have to be abandoned in favor of Boletus pseudosulphureus. In fact the original description of Boletus junquilleus and the later illustration in BoudierЪs Icones Mycologicae fit well the species in question. Especially in Britain the name B. junquilleus was applied to Boletus luridiformis var. discolor and this is exactly where this confusion came from.
Die angesprochene Verwirrung in Bezug auf das Taxon B. junquilleus (Quel.) Boud. bezieht sich - so wie ich das verstehe - eben auf die nicht reingelbe Form, also eben die oben besprochene und schwer aufzulösende B. erythropus var. junquilleus bzw B. luridiformis var. discolor.
Insofern tendiere ich momentan dazu, unseren Flocki einfach als B. luridiformis s.l. vorzustellen, mit klarem Verweis auf das bei uns gebräuchlichere Synonym B. erythropus. Sensu lato deswegen, weil ich die eher undurchsichtige Farbform (var. junquilleus / var. discolor) da einfach mit rein nehme. Und sollte mir irgendwann etwas Passendes zu B. luridiformis var. immutatus einfallen, kann ich das ja noch reineditieren.
Und dem wirklich total quietschegelben backe ich mal als Boletus pseudosulphureus ein eigenes Thema. Immerhin gibt es da noch ein paar andere - wenn auch sehr feine - Unterschiede...
Dann noch eine kleine Frage zu Boletus queletii (Ist hoffentlich unstrittig, welchen Pilz ich damit meine?):
Offenbar ziehen manche Kenner als Hauptunterscheidungsmerkmal zum Flocki (ich bleib mal bei "unserem" Taxon: B. erythropus) die Verfärbung des Fleisches unter Sauerstoff an.
Bei B. erythropus blau
Bei B. queletii in der Stielbasis bis ca. zur Hälfte des Stieles (wein)rot
Wenn die rote Färbung im Stiel wirklich ein hartes Alleinstellungsmerkmal für B. queletii ist, dann muss ich mal ganz ernsthaft bezweifeln, daß diese Art hier selten ist. Denn in dem Fall hätte ich im letzten Jahr ungefähr 20 Funde von B. queletii an mindestens 10 verschiedenen Standorten (Laub - und Nadelwald) evrzeichnen können.
Also wäre schön, wenn jemand bestätigen könnte, daß Rotfärbungen in der Stielbasis mehr oder weniger stark ausgeprägt auch beim Flocki vorkommen dürfen! 
So, und nun ist Nachtschicht.
LG, Pablo.