Beiträge von Beorn

    Ahoi!


    Zum Chronoboletus wirst du auch kaum was finden, denn die Art ist noch nicht gültig beschrieben. Aber ich bin dran.


    Vielleicht gibt das irgendwann mal einen kleinen Scherz in der Portrait - Abteilung, so wie die Steinlaus im Pschyrembel.


    Chronoboletus versitemporis P.Sch. 2013...
    Müsste dann aber auch bei SF auftauchen. ;)



    LG, Pablo.

    Moin.


    Ich muss zugeben, daß der Gefleckte so knifflig wird, war mir ursprünglich auch nicht bewusst. Aber die Idee, so eine Kombi bei Google einzugeben, hat was für sich. Darauf wäre ich niemals gekommen.
    Aber eins ist klar: Google mag Daggi lieber als Peter. :D



    Zum neuen Pilz. :P

    der neue pilz lässt mich sofort an zwei verschiedene denken. einer essbar, der andere nicht.
    wie geht es euch damit? irgendwelche ansätze, die weiterhelfen?


    ich würde später gerne fragen, ob die riesengroße gattung mit mengen von arten nur sehr wenige speisepilze hervorbringt und nur einer davon tatsächlich als marktpilz gilt. .


    Interessant. So was ähnliches denke ich auch gerade. Allerdings kommen bei mir der Essbare und der Giftige aus zwei verschiedenen Gattungen. Und keine von denen ist besonders groß.


    Ich schicke mal einen von beiden gleich noch als Tip ab, bevor eine Frage kommt.


    Die könnte nach meiner Idee erstmal überprüfen, ob der gesuchte Pilz zu den Boletales gerechnet wird. Bei einem nein wären beide nämlich raus.



    LG, Pablo.



    Edit:
    Dann meinst du den selben wie ich, Hans.
    Wir können's auch abkürzen und gleich nach der Farbe der Stielbasis fragen. ;)

    Hallo, Safran!


    Stimmt, du hast ja recht. Auf der Ausschnittsvergrößerung ist eher rostbraun zu sehen. Asche auf mein Haupt. Weiß ist der Stiel dann zur Spitze hin, wie auf dem Originalphoto zu sehen.


    Aber ihr habt es ja trotzdem hinbekommen, auch wenn es ein "Ärger - Pilz" war. :evil:



    LG, Pablo.

    Hallo, Matze!


    Ui, das ist auch ein Prachtkerl.
    Zwei Pilze, würde ich sagen:
    Farben = Tricholomopsis rutilans
    Habitus = Mycena galericulata


    Irgendwas ging da wohl durcheinander. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Ist er denn im Flachland häufiger auf Kalk zu finden, als im sauren Milieu? Ich meine, den hier im Süden überwiegend auf sauren Böden in Fichtenwäldern zu finden. Aber es stimmt, mindestens zwei Fundorte auf Kalk (im Buchenwald) hatte ich auch in diesem Jahr auch.


    Krieglsteiner zählt für Baden - Württemberg 71 Fundorte auf saurem Boden gegen 20 auf neutralem bis basischem. An den Angaben habe ich mich ein wenig orientiert, aber es kann ja gut sein, daß diese Statistik in anderen Bundesländern ganz anders aussehen würde. :/


    Ich hab' das jedenfalls oben mal etwas eingeschränkt.



    LG, Pablo.

    Moin!


    So wie ich das verstanden hatte, ist die Basisfarbe des Stieles bei jungen A. crocea schon weiß bis cremefarben, auch die aufligende Schuppung / Natterung ist dann weiß.


    Aber ihr habt recht: Da ist der Text oben missverständlich und nicht gut.


    Das werde ich gleich mal ändern.
    Danke übrigens, ohne die Diskussion hier wäre mir das nicht aufgefallen. Und genau so soll es sein, wenn irgendwo Fehler drin sind, müssen die angesprochen und korrigiert werden.


    Da kommen aber eventuell demnächst noch einige Änderungen, sobald ich Zeit finde, das nochmal zu überarbeiten im Hinblick auch auf den Vergleich zu A. flavescens.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Das ist jetzt interessant.
    Also erst mal zu dem Gezeigten Pilz:
    Die Stielfarben gingen bei einem so jungen Pilz doch durchaus in Ordnung für Crocea die typische Tiger - Natterung bildet sich doch normal schon erst später aus?
    Nur die Hutfarbe ist schon etwas wunderlich.


    Also rein optisch scheint das wirklich sehr diffus zwischen den beiden Arten zu sein.
    Auf >Amanitaceae.org< gibt es ja noch eine Menge an Mikromerkmalen etc zu vergleichen. Nur komme ich eben nicht dazu, werde ich aber die Tage machen, auch um das A. crocea Portrait noch mal sinnvoll zu überarbeiten.


    LG, Pablo.

    Guten Morgen!


    So, dann kommen wir mal zur Auflösung der 19. Runde (mit 2 Bildern):


    Rhodocollybia maculata, gefleckter Rübling.
    Ob jetzt jemand hier Collybia oder Rhodocollybia sagt, habe ich mal glaich gewertet. Strenger war ich alledings mit dem Samtfußrübling, der eben schon ewig einer anderen Gattung angehört (Flammulina).
    Wogegen ich für alle Pilze der Art, die bis vor kurzem alle noch Collybia waren, auch wenigestens noch Gattungspunkte gegeben hätte (zB "Waldfreundrübling" & "Butterrübling".


    Gewundert hat mich, daß die Frage nach den Flecken so spät kam, obwohl da doch schon sehr früh drüber diskutiert wurde.
    Ihr könntet ja mal spaßeshalber nachsehen, wie viele Pilze mit weißen, deutlich längsfaserigen Stielen mit rostbraunen Flecken an der Stielbasis es gibt.



    Der Punktestand:
    1. Melanieoderimmer (+10) & Yezari (+9) = 48 Punkte
    3. Naan83 (+10) = 47
    4. Inni (+10) & Nafste79 (+7) = 43
    6. Safran (+8) + Mausmann (+9) = 41
    8. Lutine (+8) = 39
    9. Sarifa (+4) = 37
    10. Leo (+10) = 36
    11. Malone (/) = 35
    12. Peri (+5) = 30
    13. Erebus (+8) = 23
    14. Beorn (/) =22
    15. nochn Pilz (+10) = 19
    16. Tribun (+0) = 9
    17. Resavac71 (+0) = 4



    Sobald Günter da ist, geht's weiter. :evil:



    LG, Pablo.

    Boletus calopus Pers.
    Schönfußröhrling
    Synonyme:
    - Caloboletus calopus (Pers.) Vizzini
    - Boletus pachypus Fr.
    - Boletus olivaceus Schaeff.
    - Boletus pachypus var. olivaceus (Schaeff.) Pers.
    - Boletus lapidum J.F. Gmel.
    - Boletus calopus f. ereticulatus Lonnoy & Estades


    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetidae



    Hut: kann ziemlich groß werden; anfangs samtig, später verkahlend; meist eher hell in grauen oder graubraunen Farben, seltener olivbraun oder gelbbraun, ohne Rosa- und Rottöne; auf Druck unveränderlich


    Stiel: keulig bis zylindrisch, im Alter eher schlank; anfangs gelblich, später mehr und mehr rot, alt wieder zu braun entfärbend, dadurch manchmal auch nur mit feiner, rötlicher Gürtelzone; mehr oder weniger mit jung gelbem. Später rötlichem bis braunem Netz bedeckt, bei Berührung wenig blauend


    Röhren: gelb, später olivgelb; im Schnitt blauend; Poren gleichfarben, fein, auf Druck blauend


    Fleisch: bei jungen Fruchtkörpern im Schnitt gelblich, später vom Hut her ausblassend; im Schnitt hell blau verfärbend, in der Stielbasis im Alter charakteristisch rötend; jung fest, alt im Hut auch schwammig bis gummiartig; Geruch unbedeutend, Geschmack wiederlich bitter; Hyphen der Stielbasis reagieren mit Iodlösungen (Melzer, Lugol,–¦) blau bis blauschwarz


    Speisewert: ungenießbar, roh und möglicherweise auch gekocht schwach giftig


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: im Bergland auf sauren Böden verbreitet und gebietsweise häufig, im Flachland auf Kalkböden eine Rarität; Mykorrhiza mit Laub –“ und Nadelbäumen (Nadelbäume bevorzugt); Sommer bis Herbst


    Verwechslungen: Die Art ist durch ihr bitteres Fleisch ganz gut zu bestimmen. Optisch ähnliche Röhrlinge wie der Silberröhrling (Boletus fechtneri) oder der Blauende Königsröhrling (Boletus pseudoregius), der zudem noch einen rosafarbigen Hut hat, schmacken mild.
    Der giftige Satansröhrling (Boletus satanas) und der Netzstielige Hexenröhrling) gehören zu der großen Gruppe von Röhrlingen mit roten Poren.
    Theoretisch gehört dazu auch der Ochsenröhrling (Boletus torosus), der aber oft auch gelbliche Poren hat. Er schmeckt allerdings ebenfalls mild und unterscheidet sich zudem durch sein bleischweres Fleisch.
    Weitere Gelbporer mit bitterem Geschmack wären der Wurzelnde Bitterröhrling (Boletus radicans) der kaum Rottöne am Stiel zeigt und warme Standorte unter Laubbäumen auf Kalkböden bevorzugt.
    Kluzaks Bitterröhrling (Boletus kluzakii) sollte zumindest im Alter einen rosafarbigen Hut haben und unterscheidet sich auch durch die negative Amylonreaktion.


    Wissenswertes: Die Unklarheiten im Bezug auf –žBoletus pachypus–œ resultieren offenbar daraus, daß Formen von B. calopus ohne Rottöne am Stiel falsch eingeordnet wurden. Warum teils B. pachypus als eine Art mit negativer Amylonreaktion geführt wird, ist unklar. Vermutlich liegen hier Verwechslungen mit B. radicans zugrunde.



    Bilder:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus kluzakii = Kluzaks Bitterröhrling<
    >Boletus radicans = Wurzelnder Bitterröhrling<
    >Boletus fechtneri = Silberröhrling<
    >Boletus pseudoregius = Blauender Königsröhrling<
    >Boletus torosus = Ochsenröhrling<
    >Boletus satanas = Satansröhrling<
    >Boletus luridus = Netzstieliger Hexenröhrling<

    Hallo!


    Also bei diesem Rätsel im Rätsel (so empfinde ich immer die kleinen Bonus - Denksport - Aufgaben mit den "Anspielungen") habe ich auch eben erst entdeckt, was das bedeuten soll. :D
    Und das, obwohl ich ja die Lösung kenne.


    Die meisten haben übrigens jetzt (mehr oder weniger richtig) getippt.
    Morgen früh / am frühen Vormittag würde ich dann mal gerne auflösen und die nächste Runde in Günters treu Sorgende Hände übergeben.


    In dieser Runde stellte sich mir tatsächlich auch das Problem, daß Antworten von richtig (oder teilweise richtig) zu falsch korrigiert wurde. Jetzt habe ich vorher irgendwann geschrieben, daß ich in so einem Fall die richtige Lösung werten würde.
    Geschrieben ist geschrieben, also werde ich es in der Runde auch noch so machen.
    Aber die Einwände von Sebastian und Mausmann (wart ihr das?) dagegen sprechen für sich. Also wird das ab der kommenden Runde geändert. Gewichtet werden dann die Antworten nach Eingangszeit: Die zuletzt eingesandte Antwort zählt, auch wenn eine vorige Antwort richtig wäre.


    Ok so?


    Dann wird das noch im Regulatium so ergänzt.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Die Bemerkungen von Sabine und Holger verdienen absolut Beachtung!
    Natürlich soll die Qualität in der Portrait - Abteilung so hoch wie möglich sein. Das betrifft auch die Bilder.
    Insofern sind Kritik und auch Diskussionen in den jeweiligen Portraits durchaus hilfreich, da sie auch dem Leser ein tieferes Verständnis von Strittigkeiten und Problemen ermöglichen!


    Dennoch ist es doch genau so, wie Mausmann sagt:
    Dies ist ein absolut offenes Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt. Jetzt zu sagen, lieber gar keine Bilder statt schlechter, oder sogar keine Portraits, wenn nur schlechte Bilder vorhanden sind, halte ich für fatal.
    Wo keine Basis liegt, da kann auch nichts zum Verbessern nachkommen.
    Ich selbst habe ja auch einige Portraits mit teils völlig unzulänglichen Bildern erstellt. Die hoffe ich natürlich im Laufe der Zeit zu ergänzen und auszutauschen.
    Das ist ja das Schöne an diesem System: Es ist dynamisch, die Portraits sollten sich schon im Laufe der Zeit immer weiter verbessern, gerade die Bilder. Daß sich dazu natürlich auch (siehe Mausmann) eben auch Bilder der Pilze in untypischen Ausprägungen ansammeln, ist doch genial.


    In dem Zusammenhang will ich mal vor Eike den Hut ziehen, wie er sich da reinhängt. Ich finde es absolut super, wenn jemand da Initiative ergreift und etwas beiträgt. Das gilt natürlich auch für alle anderen, die bisher Portraits und Bilder eingestellt haben.



    Eine Sache würde ich aber gerne noch erwähnen:
    Derzeit gibt es ja irgendwie zwei Threads, die sich mit Allgemeinen Themen zur Portrait Sektion beschäftigen. Neben dem hier genutzten auch noch >diesen<. Das muss eigentlich nicht sein. Die Frage ist, ob sich die beiden so einfach zusammenfügen lassen. Wird aber wahrscheinlich kaum machbar sein, alleine schon deswegen, weil die Beiträge ja chronologisch geordnet sind. Das gäbe ein heilloses Durcheinander. So müsste man sich mal für einen Thread entscheiden, in dem alles Wesentliche bezüglich der Portrait Sektion diskutiert wird. Freilich nur allgemeine Probleme und Fragen.


    Der sollte dann auch am besten irgendwo festgepinnt werden.



    LG, Pablo.

    Morgen miteinander!


    Daggi, das Quilt - Forum ist ja wirklich monströs!
    Hast du da schonmal nach Passierschein A38 gefragt? :evil:


    Davon sind wir hier glücklicherweise weit entfernt.


    Immerhin scheint schon mal die Zusammenlegung von "Offtopic" und "Pilzgeplauder" auf einen breiten Konsens zu stoßen.


    Die Titelkürzung auf "Pilzportraits" würde ich auch unterstützen, ebenso wie eine stärkere Präsenz dieser Rubrik.


    Die Foren "Küche", "Pilzzucht" und "Literatur" würde ich allerdings unangetastet lassen. Die Themen sind doch allgemein recht verschieden.
    Ein Zusammenfassen von "Wissenschaftliches & Mikroskopie" mit "Mykologische Hinweise" würde ich weiterhin befürworten.


    Daß es anfangs für viele von uns ungewohnt wäre, wenn die Bilderforen "Speisepilze" und "ungenießbare Pilze" zusammengefasst werden, ist nachvollziehbar. Wenn man aber beachtet, daß in diesen Foren oftmals Pilze nicht passend eingestellt werden (Gallenröhrlinge bei Speisepilzen, Pfifferlinge bei den Ungenießbaren oder so), dazwischen noch Bestimmungsanfragen und verkappte Fragen nach Verzehrfreigaben auftauchen, liegt doch auch hier eine Vereinfachung nahe. Immerhin gibt es zwischen "Speisepilzen","Ungenießbaren" und "Giftpilzen" etliche Grauzonen. Denn über die Einführung eines Extra - Forums mit dem Titel "Kriegspilze" wollen wir doch jetzt nicht spekulieren, oder? :evil:


    Dazu kommt ja auch noch das ehemalige "Alle Pilzarten - Bilderserien von Ausflügen" Forum, das ja nun auch noch die Portrait - Sektion beherbergt. Auch hier finden sich immer wieder Themen, die mal eben gerade ein Bild enthalten. Dagegen fnden sich sowohl bei den Speisepilzen, als auch bei den giftigen immer wieder mal auch Serien mit diversen, bunt gemischten Pilzen. Freilich tauchen solche Themen auch immer wieder mal in der "Bestimmungshilfe" auf, aber ds ist ein anderer Punkt.
    Das zeigt ja eigentlich schon, daß es eben doch gelegentlich Verwirrung bei den Erstellern von Themen gibt, wo sie ihren Beitrag nun hinstellen sollen. Wenn man also den "Pilzportraits" (kurzer Titel wird befürwortet) mehr Präsenz und Raum einräumt, könnte man sich schon überlegen, gleich alle drei Foren für Pilzbilder zu einem zu machen.
    Vorerst - um nicht zuviel auf einmal umzustellen - könnte man aber auch "alle Pilzarten" incl. "Portraits" so lassen, wie es ist, und nur die "Speisepilze" und die "Ungenießbaren" zusammenpacken.


    Noch so am Rande:
    Die "weiße - Becherchen - Galerie"
    Das in eine der Portrait - Rubriken einzuordnen, halte ich für keine gute Idee. Zu unterschiedlich sind die dort vorgestellten Pilze. ZB sind sowohl Ascomyceten als auch Basidiomyceten enthalten. Daß das Thema unter den wichtigen Themen bei "Bestimmungsanfragen" vielleicht etwas unglücklich platziert ist, ist wohl klar. Allerdings könnte man das dann als "wichtiges Thema" (oder auch normales Thema) einfach ins "Pilzbilder - Forum" rüberschieben.


    Noch kurz zu Pilzlexikon.eu:
    Da gibt es doch >dieses Unterforum<, in dem gähnende Leere herrscht?
    Eine Diskussion zur Zukunft von Pilzlexikon.eu wäre durchaus sinnvoll. Daß dieses eigentlich im Ansatz sehr gute Projekt vor sich hinkümmert, ist eigentlich schon fast fahrlässig.
    Das ist aber keine Frage für diesen Thread. Das osllte entweder im oben verlinkten Forum besprochen werden, oder in einem der beiden Threads zu den Pilzportraits:
    >Nummer 1<
    >Nummer 2<



    LG, Pablo.

    Boletus badius Fr.
    Maronenröhrling
    Synonyme:
    - Xerocomus badius (Fr.) E.J. Gilbert
    - Boletus castaneus var. badius (Fr.) Fr.
    - Imleria badia (Fr.) Vizzini


    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: in Farbe und Form und Größe sehr variabel; jung feinfilzig, im Alter verkahlend, bei Nässe auch schmierig; meist eher dunkel in Brauntönen, aber auch heller, bis ockerlich, selten mit Rot- oder Olivtönen; auf Druck unveränderlich


    Stiel: ebenfalls sehr variabel in Farbe und Form; schlank zylindrisch und lang bis kurz und dickbauchig; cremegelb, blassocker, ockergelb, tabakbraun, rostbraun, aber nie mit deutlichen Rottönen; generell ungenetzt, die Stielfasern oder Bereifung können aber eine Netzzeichnung simulieren; Stielrinde längsfaserig, jung eher glatt wirkend oder fein bereift, im Alter stärker und gröber gefasert; auf Druck unveränderlich


    Röhren: gut ablösbar; jung cremefarben bis hellgelb, ansonsten gelblich, im Alter olivgelb; Poren anfangs fein, später gröber auswachsend; den Röhren gleichfarben; auf Druck +/- blauend, im Jungstadium oder bei trockenheit kann die Verfärbung ausbleiben; Röhren bei Sauerstoffkontakt (Schnitt) ebenfalls +/- blauend


    Fleisch: weiß bis blassgelb; im Stiel auch bräunlich, insbesondere nahe der Stielrinde und im Alter; im Schnitt oft mehr oder weniger oder auch garnicht blauend; jung relativ fest, alt weich / schwammig, im Stiel zäh / strohig werdend; bei lang- & dünnstieligen Fruchtkörpern oft von Maden ausgehölt, was den Stiel hohl erscheinen lässt; Geruch und Geschmack mild, Geruch schwer zu beschreiben und je nach Fundort und Bedingungen variabel


    Speisewert: ausgezeichneter Speisepilz, roh unbekömmlich


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: auf sauren Böden sehr häufig; insgesamt weit verbreitet, auf Kalkböden allerdings nur bei oberflächlicher Versauerung; in Kiefernwäldern teils schon ab Mai, ansonsten Juni bis November; mykorrhiza mit diversen Nadel- und Laubbäumen


    Verwechslungen: Von ähnlichen Filzröhrlingen wie der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) und dem Braunen Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus) durch die leicht ablösbaren Röhren und die weniger filzige Huthaut zu unterscheiden. Das passt auch bei Rotfußröhrlingen wie dem Bereiften Rotfuß (Xerocomellus pruinatus) oder dem Eichen –“ Filzröhrling (Xerocomellus engelii).
    Eine mir unbekannte Art wäre der Xerocomus heterodermus (Zedern –“ Filzröhrling, dt. Name eben ausgedacht), der wie eine blasse, stämmig gewachsene Marone aussieht und auch die selben verfärbungsmuster zeigt. Die Art ist aber offenbar sehr selten, wächst nur bei Zedern und soll sich mikroskopisch durch die nicht gelatinösen Hyphen der Huthaut mit in Kongorot anfärbbarem Inhalt unterscheiden.
    Ebenfalls einer stämmig gewachsenen Marone kann der Starkriechende Röhrling (der offenbar recht unauffällig riecht) ähnlich sehen. Das wäre allerdings eine eher südeuropäisch verbreitete Art mit meist deutlich blauender Stieloberfläche, meist flatterig oder wellig eingerolltem Hutrand, satt dunkelbrauner Kappe und noch stärker boletoidem Habitus.
    Der Fahle Röhrling (Boletus impolitus) sowie der Gefleckthütige Röhrling (Boletus depilatus) sind in der Regel von stämmigerem Wuchs, verfärben nie und nirgends blau und riechen beim Reiben an der Stielbasis nach Desinfektionsmittel, Karbol etc.
    Der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) blaut überall und viel intensiver.


    Anmerkung: Der Pilz ist ein "Wanderer", war auch schon hin und wieder ein Filzröhrling (Xerocomus) und wird momentan auch hin und wieder in einer eigenen Gattung als "Imleria badia" geführt.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus fragrans = Starkriechender Röhrling<
    >Boletus impolitus = Fahler Röhrling<
    >Boletus aereus = Schwarzhütiger Steinpilz<
    >Boletus pulverulentus = Schwarzblauender Röhrling<
    >Xerocomus heterodermus = Zedern –“ Filzröhrling<
    >Xerocomus ferrugineus = Brauner Filzröhrling<
    >Xerocomellus pruinatus = Bereifter Rotfußröhrling<

    Morgen!


    Mausmann, lass Kuschel nicht zu viele stehen.
    Insbesondere stark gilbende Fruchtkörper sind mit Schwermetallen (Cadmium) angereichert. Das sollte man nicht unbedingt tonnenweise futtern. ;)


    Kuschel, natürlich hast du recht. Im Alter wird der Hut teilweise durch Witterungseinflüsse gelb. Aber eben nicht immer. Oft bemerkt man die Gilbung am Hut erst nach Drücken / Kratzen.
    Vielleicht kann ich im Gegenzug eine Wóche Einzelunterricht bei dir in Sachen "Beobachtung & Sachlichkeit" bekommen?


    Denn hier habe ich einfach weiße Hüte gesehen, und vorausgesetzt, daß die auch beim Ärgern weiß blieben. Aber: Da steht nix von Ärgern (obwohl ich denke, Mausmann hätte das schon beschrieben, wenn da was gewesen wäre). Jedenfalls war das vorschnell und kann somit nicht als Merkmal gewertet werden. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Fredy!


    Irgendwie hatte ich ja auch fest darauf gesetzt, daß jemand nun bald mal dieses Thema anspricht. Beinahe hätte ich mir auch denken können, daß du das sein würdest.


    Was du anmerkst, finde ich absolut wichtig. :thumbup:
    Mit einer Einschränkung: Die Idee mit den Pilzportraits im offenen Forum finde ich prinzipiell ziemlich gut. Aus dem einfachen Grund, daß hier für jede/n die Beteiligung maximal erleichtert wird. Die Hoffnung ist natürlich, daß da im Laufe der Zeit noch einige mehr Leute mit einsteigen.


    Wie sich das entwickelt, das muss die Zeit zeigen. Natürlich kann es durchaus sein, daß es genauso einschläft, wie Pilzlexikon.eu.


    Aber das soll wohl hier gar nicht Thema sein, richtig?


    Wahrscheinlich bist du auch nicht der Einzige, der angesichts der diversen Foren mit ihren Unterforen ins Schwitzen kommt und sich fragt:
    "Überblick?"
    Insofern stimme ich dir völlig zu. Eine Vereinfachung wäre sicher ein Gewinn für uns alle, insbesondere seit sich nun das ganze System durch die Portrait - Sektion stark vergrößert hat.


    Der Vorschlag, das "Pilzgeplauder" mit "Offtopic" zusammenzulegen würde ich voll unterstützen!
    Gleiches gilt für ein Zusammenlegen der beiden Bilderforen: "Speisepilze" und "ungenießbare / Giftpilze". Dazu könte man sich noch überlegen, ob man hier nicht auch die Beiträge aus dem ehemaligen "Bilderserien von Ausflügen" Forum mit reinnimmt. Dann hätte man ein Forum mit dem Titel "Pilzbilder und Funde" oder so ähnlich. Das, was jetzt "alle Pilzarten" heißt, wäre dann nur noch die Portrait - Sektion.
    Soweit mal laut gedacht...
    Die Frage ist natürlich, inwieweit das überhaupt technisch realisierbar ist, ausgehend von der Software, dem Verschieben solcher Beitragsmengen (müsste man das dann etwa einzeln machen?), denn Löschen wollen wir ja eigentlich nichts, oder?


    Über das Erweitern der Rubrik "Mykologische Hinweise" mit "Pilztreffen" müsste man nochmal reden. Ich denke, das kann man schon auch bei Geplauder bzw Offtopic lassen. Das macht der Mausmann schon sehr übersichtlich und vernünftig.
    Allerdings könnte man sich überlegen, ob man die Mykologischen Hinweise vielleicht auch in "Wissenschaftliches und Mikroskopie" integriert. denn soviel kommt da ja gar nicht zusammen.


    Und was ist eigentlich mit dem Unterforum "Pilzlexikon.eu", das genau 3 Beiträge enthält?
    Entweder könnte man das mal wieder aufleben lassen, oder hier auch noch ein bisschen reduzieren.


    Das sind mal so von meiner Seite ein paar Denkanstöße, die ich hier dank Fredy gerne mal loswerde. Alles einfach nur mal zur allgemeinen Diskussion. Denn wenn was geändert wird, dann doch am besten: Mit System.


    Aber der Gedanke, die Seite etwas zu straffen, ist sicher nicht verkehrt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Kuschel!


    Wenn du mit dem "Schiefknolligen" A. Essettei / Abruptibulbus meinst, sollte der hier auch beim Nichtbeachten des Geruchs kaum in Frage kommen:
    A. Essettei gilbt eigentlich immer sehr deutlich am Hut, oft auch am Stiel.


    Also das hier wäre eine sehr schwache Gilbung für den Schiefknolligen:


    Und so sieht das normalerweise aus:


    Dazu bitte auch die Rosafärbung des Fleisches in der Stielspitze beachten. Die sollte bei Essettei auch nicht vorkommen. ;)



    Kuschel, wir ackern in Hornberg dann auch sämtliche Champignons durch. Und Björn ist der Schiedsrichter. :evil:



    LG, Pablo.

    Hallo, Kuschel & Björn!


    Über was ihr euch so Gedanken macht–¦
    Habt ihr zufällig zuviel Zeit? Dann solltet ihr euch mal darüber Gedanken machen, die zB bei ebay zu versteigern. Das könnte auch mein Problem lösen helfen.


    Also die "Grauen Herren" kenne ich. Wahrscheinlich von einer Rauchertagung oder so. Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit. Mein System der Zeiteinteilung ähnelt eher dem von Beppo Straßenkehrer.


    Auch Björn hat natürlich recht, zumindest teilweise: Ich habe selbstverständlich keine, also eine –žnegative–œ Katze. Aber nicht nur. Ich habe außerdem noch eine –žnegative–œ LG. Darüber hinaus habe ich mir über den Sommer aber auch einen ordentlichen Vorrat an Zeitpilzen angesammelt, die ungefähr so wirken wie dieses Amulett von Hermione im dritten (vierten?) Harry –“ Potter –“ Teil. Nur daß sie eben auch noch vorzüglich schmecken und bekömmlich sind. Also vorzugsweise Arten der Gattung Chronoboletus.


    Das ist vor allem enorm hilfreich, um nebenher noch das Open –“ End –“ Rätsel zu bearbeiten, das natürlich auch einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Und wenn ich irgendwo noch ein paar Marmeladengläser gebrauchsfertige Zeit zum Kaufen finde, dann setze ich mich auch mal wieder ausgiebig am Stammtisch ab.


    Darüber hinaus verrichte ich natürlich den Großteil der Arbeit buchstäblich im Schlaf, so träumte mir zB eben, was ich beim Flocki im Portrait noch zu verbessern habe. Vor allem die roten Farben im Fleisch der Stielbasis, die natürlich keine Verfärbungen sind, die aber die Blaufärbung des Fleisches an diesen Stellen ausschließen.



    LG, Pablo.



    Nachtrag:
    Hat jemand gute Literatur zu Tricholoma?
    Sollte möglichst aktueller sein als Band 3 der GPBWs, gerne auch ausführlicher. :evil:
    Oder eine gut recherchierte Website zu der Gattung.



    LG.

    Hallo, Uli!


    Das Gelbliche (Bild1) befand sich an einem umgeknickten Weidenstamm, demselben, an dem die Gemeinen Feuerschwämme saßen. Die sichtbare Gesamtlänge des rechten Gebildes betrug ca. 10mm, war also recht zierlich. Aufgrund meines jetzigen Wissens gehe ich davon aus, dass es auf gar keinen Fall Tremella mesenterica war (Substratgröße und Habitus). Die sah ich zur Genüge, auch in gefrorenem und wieder aufgetautem Zustand.


    Na sowas. :)
    Ich hätte das Dingesns nämlich jetzt auf so 4 bis 5 cm geschätzt.
    Merke: Auch gute Bilder können täuschen.
    Bei deinen Erläuterungen wird eine andere Bestimmung außer deiner ersten wol zur Irrlichterei.



    LG, Pablo.

    Hallo, Lothar!


    Umso schöner, wenn du das Thema mal wieder aufleben lässt. :thumbup:
    Das ist sicher eine hochinteressante Tagung, wenn ich könnte, würde ich mir das auch gerne ansehen.
    Eventuell könnte man das auch noch mal unter >mykologische Hinweise< reinstellen.
    Das soll schon möglichst breite Aufmerksamkeit erhalten, denn das Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu erreichen, ist wohl die wichtigste Funktion einer solchen Tagung, noch wichtiger vielleicht als die Inhalte im Detail. ;)



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Schaut's euch einfach mal an. ;)
    Kritik und Nörgeleien sind natürlich hoch willkommen. Könnt ihr auch (idealerweise zusammen mit ergänzenden Bildern) direkt in den Themen machen, solange es nicht ausartet. Alles wird geprüft und ggfs. im Portrait ergänzt / korrigiert.


    Zum glattstieligen kommt von mir derzeit kein Portrait. Den müsste ich erstmal finden. Aber vielleicht mag ja jemand anderes da was beisteuern.



    LG, Pablo.

    Boletus pseudosulphureus Kallenb.
    Gelber Hexenröhrling, Falscher Schwefelröhrling
    Synonyme:
    - Boletus junquilleus (Quel.) Boud. sensu Reid non sensu auct. div.
    - Neoboletus junquilleus (Quel.) Gelardi, Simonini & Vizzini
    - Neoboletus pseudosulphureus (Kallenb.) W. Klofac


    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: Oberfläche nur jung fein samtig, rasch verkahlend, komplett gelb, nur im Alter braun fleckend (nach Berührungen: erst blau, dann zu braun umfärbend); bei Berührung intensiv blauend; Hutrand gerne etwas überstehend;
    Huthaut ein Trichoderm aus septierten, zylindrischen, nicht inkrustierten Zellen


    Stiel: jung bauchig, später keulig bis zylindrisch, meist aber eher stämmig; Oberfläche gelb, +/- mit feinen, gelblichen Flöckchen besetzt; Stielbasis selten mit bräunlichen bis rötlichbraunen Flecken; bei Berührung intensiv blauend


    Röhren: gelb bis olivgelb; bei Verletzung sofort intensiv blauend; Poren fein; ebenfalls gelb ohne Rottöne, im Alter auch olivgelb oder rostbraun überlaufen (witterungsbedingt), bei Berührung sofort intensiv blauend


    Fleisch: gelb; im Schnitt sofort überall blau bis schwarzblau verfärbend; sehr fest, derb, alt im Stiel fast holzig, dort dann auch selten mit rötlichen Flecken (durch Parasitenbefall); Hyphen der Stielbasis inamyloid


    Speisewert: Speisewert wegen Seltenheit kaum bekannt, dürfte wegen der sehr engen Verwandschaft mit Boletus erythropus aber roh giftig und gut erhitzt essbar sein.


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: in Deutschland zerstreut und selten; Sommer bis Herbst; Mykorrhiza ungenügend dokumentiert, wohl mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen.


    Verwechslungen: Zur Abgrenzung vom Flockenstieligen Hexenröhrling (Boletus erythropus) vgl. unten bei –žAnmerkungen–œ.
    Zur Unterscheidung von gelben Formen von Boletus queletii (Glattstieliger Hexenröhrling) ist die positive Amylonreaktion ein sicheres Merkmal, auch das bei B. queletii weichere, weniger kompakte Fleisch kann ein guter Anhaltspunkt sein.
    Vom Wolfsröhrling (Boletus lupinus) sind mir keine Berichte zu rein gelben Farbformen bekannt. Dort darf man also eine braunrosa bis pinke Hutoberfläche und zumindest im Alter rote Poren erwarten.
    Der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) kann auch komplett gelb sein, die Verfärbungen sind recht ähnlich. Der im Regelfall deutlich schlankere Wuchs mit zuspitzender, oft wurzelnder Stielbasis, kleinere Fruchtkörper und das wesentlich weichere Fleisch von B. pulverulentus sind gute Unterscheidungsmerkmale.
    Boletus flavosanguineus ist eine mediterrane Art, die recht kleine Fruchtkörper bildet und mit stark positiver Amylonreaktion.
    Der ebenfalls komplett gelbe und überall stark blauende Böhmerwaldröhrling (Boletus gabretae) unterscheidet sich leicht durch den genetzten Stiel. Das Gleiche gilt für gelbe Farbformen anderer genetzter Röhrlinge (Boletus luridus = Netzstieliger Hexenröhrling, Boletus torosus = Ochsenröhrling usw.).
    Der Kornblumenröhrling verfärbt mit einem helleren Blau, hat eine viel rauhere Hutoberfläche, einen gekammerten Stiel, deutlich helleres Sporenpulver und erscheint sieht auch mikroskopisch ganz anders aus.
    Der Starkblauende Rotfußröhrling (Xerocomellus cisalpinus) blaut viel weniger intensiv (vor allem nicht die Hutoberfläche) und kaum je im ganzen Fruchtkörper. Insbesondere der Hut dieser Art ist kaum je gelb.


    Anmerkungen: Die Art steht dem Flockenstieligen Hexenröhrling (Boletus erythropus) sehr nahe. Zur Unterscheidung taugt nur das vollständige Fehlen von rotem und braunem Pigment bei B. pseudosulphureus. Bisweilen werden auch unterschiedliche ökologische Vorlieben (wärmebegünstigte Laubwälder (Buchen, Eichen) auf kalkhaltigen Böden bei B. pseudosulphureus) angegeben. Hier wäre die Amylonreaktion interessant, ob nicht gelbe Formen von Boletus queletii (Glattstieliger Hexenröhrling) vorliegen. Zumindest nach einer Quelle sollen die Hyphen der Huthaut (fein inkrustiert bei B. erythropus vs. nicht inkrustiert bei B. pseudosulphureus) ein Trennmerkmal sein.
    Genetische Studien sind mir nicht bekannt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Art möglicherweise identisch ist mit B. erythropus, also zur Variationsbreite des –žnormalen–œ Flockenstieligen Hexenröhrlings gehört.
    Dann wäre da noch das taxonomische Problem.
    Der Name –žBoletus pseudosulphureus Kallenbach–œ wird in der Literatur kaum verwendet. Meist wird für den hier beschriebenen Pilz der Name –žBoletus junquilleus (Quelet) Boudier–œ verwendet. Unglücklicherweise wurde dieser Name auch schon verschiedentlich für Formen von Boletus erythropus (vgl. dazu auch Synonymie bei B. erythropus) mit nur teilweisem Pigmentverlust verwendet, also unterschiedlich und verwirrend interpretiert.
    Im Sinne der Eindeutigkeit und um Misverständnisse zu vermeiden, wäre also der eindeutig interpretierte Name –žBoletus pseudosulphureus Kallenbach–œ dem eigentlich älteren Namen vorzuziehen.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Boletus erythropus = Flockenstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus queletii = Glattstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus lupinus = Wolfsröhrling<
    >Boletus pulverulentus = Schwarzblauender Röhrling<
    >Boletus flavosanguineus = Bunter Röhrling<
    >Boletus gabretae = Böhmerwaldröhrling<
    >Gyroporus cyanescens = Kornblumenröhrling<
    >Xerocomellus cisalpinus = Starkblauender Rotfußröhrling

    Boletus erythropus Fr.
    Flockenstieliger Hexenröhrling, Schusterpilz, Zigeuner
    Synonyme:


    - Neoboletus luridiformis (Rostk.) Gelardi, Simonini & Vizzini
    - Neoboletus erythropus (Pers.) Hahn


    - Boletus erythropus Pers.
    - Boletus luridiformis Rostk.
    - Boletus luridiformis var. discolor (Quel.) Krieglst.
    - Boletus discolor (Quel.) Boud.
    - Boletus luridiformis var. junquilleus (Quel.) Krieglst.
    - Boletus erythropus subsp. discolor (Quel.) Dermek, Kuthan & Singer
    - Boletus erythropus var. junquilleus (Quel.) Bon
    - Boletus junquilleus (Quel.) Boud. ss.auct.
    - Boletus queletii var. discolor (Quel.) Alessio
    - Boletus immutatus (Pegler & A.E. Hills) Pegler & Watling
    - Boletus luridiformis var. immutatus Pegler & A.E. Hills
    - Boletus praestigiator R. Schulz


    - Neoboletus praestigiator (R. Schulz) Svetash., Gelardi, Simonini & Vizzini


    Familie: Boletaceae
    Ordnung: Boletales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: bis 30 cm im Durchmesser; feinfilzig bis samtig, im Alter verkahlend, bei Nässe dann schmierig, bei Berührung intensiv blauend; in Form und Farbe extrem variabel; meist mit Brauntönen (hell milchkaffefarben bis schwarzbraun), aber auch gelblich und / oder mit Olivtönen, seltener rosalich oder rötlich; Fraßstellen gelblich oder rötlich; Huthaut am Hutrand gerne etwas überstehend; Huthaut ein Trichoderm aus zylindrischen, fein inkrustierten Zellen


    Stiel: kräftig, meist keulig bis bauchig, seltener schlank zylindrisch; bei Berührung stark blauend; zur Stielbasis hin bisweilen von weißlichem oder cremegelblichem Mycelfilz überlaufen; auf gelblicher oder rötlicher Grundfarbe mehr oder weniger stark von groben bis sehr feinen, rötlichen oder rotbräunlichen Flocken bedeckt; Fraßstellen gelblich oder rötlich


    Röhren: gelb, im Alter mit olivlichem Einschlag; lang, fest; Poren fein, ganz jung (bei noch geschlossenem Hut) den Röhren gleichfarben, bald orangegelb über rot bis dunkelrot, zum Hutrand bisweilen heller, selten auch im Alter mit blass orangeroten oder auch gelblichen Poren, oder Poren im Alter wieder zu olivgelb entfärbend; Röhren beim Kontakt mit Sauerstoff sofrot stark blauend, Poren auf Druck ebenfalls intensiv blauend


    Fleisch: Fleisch derb, sehr fest, auch im Alter (dann Stiel oft regelrecht holzig); überall gelb (auch Röhrenboden), nur in der Stielbasis gelegentlich rotgefleckt bis großflächig weinrot (insbesondere bei Parasitenbefall); beim Kontakt mit Luftsauerstoff sofort blau bis schwarzblau anlaufend; die Verfärbung blasst nach einiger Zeit über grau wieder zu gelb aus; Fleisch wegen der Festigkeit kaum jemals von Maden befallen; Hyphen der Stieltrama inamyloid


    Speisewert: sehr guter Speisepilz, roh giftig


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: in ganz Europa weit verbreitet und häufig, Mykorrhiza mit Laub –“ und Nadelbäumen, besonders häufig bei Fichte und Buche, seltener bei Eichen, Kiefern, Linde, Ulme usw–¦; Mai bis Dezember (je nach Witterung); bevorzugt auf sauren Böden, kann aber auch auf kalkhaltigem Untergrund Fruchtkörper bilden


    Verwechslungen: Der Flockenstielige Hexenröhrling (Boletus erythropus) ist ein besonders wandelbares –žChamäleon–œ. Die Variationsbreite dieser Art, insbesondere was Hutfarben, Stielbeflockung, Habitus und Ökologie betrifft, ist enorm. Achtet man auf die wesentlichen Merkmale (ungenetzter Stiel; sehr festes, derbes Fleisch; negative Amylonreaktion; intensive Blaufärbung überall; Röhrenboden gelb; Hutoberfläche zumindest jung deutlich feinfilzig) lässt er sich gut von anderen Arten abgrenzen.
    Glattstieliger Hexenröhrling (Boletus queletii): Hyphen der Stielbasis amyloid ; Hutoberfläche mit mehr Rot- und Rosatönen (*); Stieloberfläche weniger stark und feiner beflockt (*); Stielfleisch mit mehr Rotanteilen, vor allem bei jungen Pilzen (*); auf kalkhaltigen Böden (*); weniger massiv im Wuchs (*); Fleisch weicher, weniger derb und kompakt, häufiger von Maden befallen (!)
    Blutroter Hexenröhrling (Boletus dupainii): Hutoberfläche nicht filzig, sondern glatt, glänzig, feucht schmierig; Hutoberfläche mit deutlichen Rottönen
    Wolfsröhrling (Boletus lupinus): Hutoberfläche meist mit Rosatönen, Stieloberfläche nicht oder kaum erkennbar beflockt + gelb
    Boletus adalgisae: nur mediterran verbreitete Art; von schlankerem Wuchs und mit mehr Rot- oder Rosatönen der Huthaut (*), Hut im Alter stark aufschirmend, Röhren dabei zerreißend (Vgl. auch B. queletii)
    Netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus): Stiel wenigstens an der Stielspitze mit Netzzeichnung; Hyphen der Stielbasis amyloid; kalkgebunden (*); Röhrenboden orangerot bis rötlich (*)
    Boletus comptus: Hyphen der Stielbasis amyloid; mit rudimentärer Netzzeichnung an der Stielspitze (*); Stiel mehr gelblich, ockerlich oder bräunlich (*)
    Abweichender Hexenröhrling (Boletus mendax): Hyphen der Stielbasis amyloid; Stiel zumindest an der Stielspitze genetzt; Hutoberfläche meist mit Rottönen (*); Röhrenboden orangerot bis weinrot (*)
    Ochsenröhrling (Boletus torosus): Stiel mit Netzzeichnung; Poren meist gelb oder orangegelb bis olivgelbrostrot; Hyphen der Stielbasis amyloid
    Satansröhrling (Boletus satanas): Stiel mit (jung sehr feiner) Netzzeichnung; Hutoberfläche nicht blauend, Hut meist grauweißlich bis hell grauelblich oder hell lederfarben
    Mit –ž(*)–œ versehene Merkmale sind weiche Kriterien, es gibt hier Überschneidungsbereiche und Übergänge zwischen den jeweiligen Arten!


    Anmerkungen: Um die gelblichen Formen von B. erythropus wird gerne ein munteres Verwirrspiel gespielt, so daß man meinen könnte, dahinter würde sich noch ein gutes Dutzend Arten oder wenigstens Varietäten verbergen.
    Tatsächlich ist das so: Alles, was komplett gelb bleibt, niemals irgendwelche Rottöne an Hut, Poren und Stiel entwickelt und inamyloide Hyphen der Stielbasis hat, kann man als Boletus pseudosulphureus einordnen. Zur Taxonomie siehe dort.
    Sind irgendwo irgendwelche roten Flöckchen vorhanden, entwickeln sich Brauntöne am Hut, die nicht Flecken von Berührungen sind oder färben die Poren irgendwann während der Entwicklung ins Rötliche um, gehört der Pilz zu den teilweise gelben Formen und damit zu Boletus erythropus im eigentlichen Sinne (siehe Synonymie oben von Boletus luridiformis var. discolor bis zu Boletus queletii var. discolor).
    Lässt sich bei einer dieser Farbformen eine positive Amylon –“ Reaktion feststellen, dann ist es Boletus queletii.
    Boletus immutatus ist eine Form von Boletus erythropus, der die Pulvinsäuren fehlen.
    Der Name Boletus erythropus wurde teilweise schon verschieden interpretiert (manche Autoren verstanden darunter Boletus queletii oder Wuchsformen dieser Art), warum insbesondere britische und amerikanische Autoren Boletus luridiformis als eindeutigen Namen bevorzugen.
    Allerdings ist in Europa der Name B. erythropus mittlerweile quasi durch Eingewöhnung konserviert.



    Bilder:








    Links zu verwandten und ähnlichen Arten:
    >Boletus pseudosulphureus = Gelber Hexenröhrling<
    >Boletus queletii = Glattstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus dupainii = Blutroter Hexenröhrling<
    >Boletus lupinus = Wolfsröhrling<
    >Boletus adalgisae = Aufschirmender Hexenröhrling<
    >Boletus luridus = Netzstieliger Hexenröhrling<
    >Boletus comptus = Täuschender Hexenröhrling<
    >Boletus mendax = Abweichender Hexenröhrling<
    >Boletus torosus = Ochsenröhrling<
    >Boletus satanas = Satansröhrling<