Beiträge von Beorn

    Hallo, Helmut!


    Du Glücklicher. :)
    Den Kaiserling kenne ich bislang nur von Bildern. Aber es muss ein besonderes Erlebnis sein, den mal selbst zu finden. Mal sehen, vielleicht lacht er uns irgendwann mal in einem lichten, warmen Buchen - Eichenwald an.


    Übrigens: Bitte nicht den >Rotbraunen< und den >Orangegelben Scheidenstreifling< durcheinanderbringen. Dazwischen liegen geschmackstechnisch in der Tat Welten!


    Für ein bunt eingelegtes Pilzglas könnte man auf jeden Fall noch etwas Lila durch Lila - Lackis oder Lepista nuda reinbringen, sowie ein paar Fichtenreizker (das kommt auch lustig beim Wasserlassen) und Orangebecherlinge (Aleuria aurantia) für rote Farben, ein wenig Grün am besten noch, vielleicht mittels >Grünem Anistrichterling<. Dann fehlt noch Blau. Das wird schwierig, da fiele mir spontan nur der Mitternachtspilz (Cortinarius violaceus) ein, der gerne auch mal tief blau daherkommt. Ob der aber nach Kochen seine Farbe beibehält, ist mir nicht bekannt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Helmut!


    Nachdem die meisten Wohl den Klatscher der flachen Hand vor meiner Stirn gestern Nacht gehört haben, gehen ich tatsächlich von einem Panther aus. Es sei denn, Gerd und / oder Stephan legen noch ein Veto ein.


    Nach meiner Erfahrung machen aus der Gattung nur zwei Aten Sinn als Speisepilze:
    - Amanita rubescens / Perlpilz
    - Amanita crocea / Orangegelber Scheidenstreifling
    Wobei die crocea nach meiner Ansicht sogar noch einen Tick leckerer ist.
    Sämtliche weitere Scheidenstreiflinge sind zwar essbar, also ungiftig, schmecken aber nach nichts oder nach alten Socken.
    Der Graue Wulstling ist ja ebenfalls ungiftig, schmeckt aber noch schlimmer: Nach alten Socken drei Tage in gammeligem Spülwasser eingelegt.


    Den Kaiserling wird man hier kaum finden. Und wenn doch, dann wüde man höchstens die zwei bis drei zu Bestimmungs- und Untersuchungszwecken mitgenommenen Exemplare anschließend für eine rein wissenschaftlich motivierte Testreihe kulinarisch aufarbeiten.


    Der Rest ist leicht giftig bis tödlich giftig. Die extrem Giftigen (A. pantherina, sowie die Amanitin - Arten A. phalloides s.l., A. virosa, A. verna) sollte man natürlich sicher erkennen.


    Wobei das auch mal ein wenig ein Problem sein kann: Vergleiche obige Beiträge. :D



    LG, Pablo.

    Rhodonia placenta (Fr.) Niemelä
    Rosafarbener Saftporling
    Synonyme:
    - Polyporus placenta Fr. (Polyporus placentus: alternative Schreibweise)
    - Oligoporus placenta (Fr.) Gilb. & Ryvarden (Oligoporus placentus : alternative Schreibweise)
    - Oligoporus rancidus (Bres.) Gilb. & Ryvarden 1985
    - Polyporus roseomaculatus (P. Karst.) Sacc.
    - Poria albolilacina (P. Karst.) Sacc.
    - Poria carnicolor D.V. Baxter
    - Poria microspora Overh.
    - Poria monticola Murrill
    - Poria incarnata Pers. (???)



    Familie: Fomitopsidiaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper resupinat bis knotig oder flach stufig; frisch rosa, hell lachsfarben, bald satt lachsrosa, im Alter oder abtrocknend oft ausbleichend (selten auch von Beginn an weißlich), zuletzt auch bräunend bis schwärzend (Zerfallsstadium), einjährig; mit dünnen, oft etwas fimbriaten Rändern, diese wenn vorhanden weißlich bis pink; Subikulum weißlich, dünn; Poren 2-4/mm anfangs rundlich, später unregelmäßig eckig, vor allem in stufigen Bereichen auch geschlitzt, oft überzieht die Porenschicht auch horizontale Bereiche, wo dann die Röhren besonders kurz und die Poren etwas weiter sind; Röhren bis 4mm lang in stufigen Bereichen, frisch weich wachsartig, bald zäh und getrocknet recht spröde.
    Fleisch ohne besonderen Geruch und Geschmack, ohne signifikante Reaktion auf KOH.


    mikroskopische Eckdaten: Hyphenstruktur monomitisch bis pseudodimitisch (in manchen älteren Fruchtkörpern mit kaum septierten, sklerifizierten Hyphen), dann Hyphen auch gelegentlich etwas amyloid, meist aber inamyloid; Septen mit Schnallen, Hyphen gelegentlich mit Öltröpfchen; auch Basidien teils mit Öltröpfchen, keulig, mit Basalschnalle; Zystiden fehlen, Zystidiolen selten und unauffällig (nach eigenen Beobachtungen), Sporen inamyloid, glatt, dünnwandig, vorwiegend zylindrisch, 5-7 (7,5) x 2-2,8 (eigene Messungen), bei unreifen Fruchtkörpern sind aus Abwurf gewonnene Sporen auch mal kleiner (4,5-6 x 2-2,5 / eigene Messung).


    Vorkommen: In Europa meines Wissens auf Nadelholz beschränkt, insbesondere Fichte (Picea) und Kiefer (Pinus), aber auch an Lärche (Larix) und Tanne (Abies). Normalerweise an dickem Substrat wie liegenden Stämmen oder Baumstümpfen, Initial- bis Optimalphase der Vermorschung; frische Fruchtkörper werden vorwiegend im Sommerhalbjahr gebildet; in Europa insgesamt verbreitet, vom Bergland bis ins Flachland (Flussniederungen), aber nur gebietsweise häufig, mediterran sehr selten.



    Bilder:





    Verwechslungen: Makroskopisch sehr ähnlich ist Rigidoporus crocatus, ebenfalls an Nadelholz, mit etwas anderen Farbverläufen: Mehr ins Orangegoldene spielend, aber auch mit Rosatönen. Mikroskopisch immerhin ein völlig anderer Pilz: Septen ohne Schnallen, Sporen vorwiegend subglobos.
    Hapalopilus salmonicolor (=Erastia salmonicolor) wird dunkelrot, wenn man KOH auf den Fruchtkörper aufträgt. Beim Trocknen soll sich der gesamte Fruchtkörper dunkel rot bis rotbraun verfärben. Mikroskopisch auch durch die kleineren Sporen und die recht unterschiedlichen Hyphen unterscheiden.
    Auriporia aurulenta (Duftender Goldporling) entwickelt selten Rosatöne, bildet gerne etwas dickere Fruchtkörper, hat frisch oft einen auffälligen, kompottartigen Geruch und unterscheidet sich vor allem mikroskopisch leicht durch die Lamprozystiden (und zusätzliche Leptozystiden), die bei Rhodonia placenta fehlen.
    Rein weiße Exemplare können mit anderen Saftporlingen oder Antrodia –“ Arten verwechselt werden, so daß in dem Fall immer mikroskopiert werden muss.
    Da man sich auf das Substrat nicht immer verlassen kann –“ manchmal probiert ein Pilz auch mal etwas Neues aus:
    Frantisekia mentschulensis würde sich durch mehr orangegoldene Fruchtkörper unterscheiden, die mehr pileat wachsen (seltener resupinat), mikroskopisch gut durch die dicken, skeletoiden hyphen und die kleineren Sporen zu unterscheiden.
    Ceriporiopsis gilvescens ist makroskopisch extrem ähnlich, kommt aber hauptsächlich an Laubholz vor, unterscheidet sich mikroskopisch durch die mit länglichen Kristallen inkrustierten Hyphen in dn Röhrenwänden und vor allem Röhrenmündungen, ebenso wie einige Nachbararten aus dieser gattung.
    Arten der Gattung Ceriporia haben Hyphensepten ohne Schnallen.
    Arten der Gattung Junghuhnia haben ein dimitisches Hyphensystem und dickwandige, inkrustierte Pseudozystiden.
    Schizopora flavipora kann ebenfalls extrem ähnlich aussehen, ist aber mikroskopisch auch auf den ersten blick schon gut zu unterscheiden (andere Sporenform, Sporen kleiner, kopfige Hyphenenden, teils inkrustierte Zystiden, andere Hyphenstruktur).


    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Rigidoporus crocatus = Safrangelber Hartporling<
    >Hapalopilus aurantiacus = ???<
    >Auriporia aurulenta = Duftender Goldporling<
    >Ceriporiopsis gilvescens = Gilbender Wachsschwamm<
    >Ceriporiopsis pseudogilvescens = Falscher Gilbender Wachsschwamm<
    >Ceriporia excelsa = Violettroter Wachsporling<
    >Ceriporia purpurea = Purpurroter Wachsporling<
    >Frantisekia mentschulensis = Prachtvoller Knollenporling<
    >Schizopora flavipora = Fleischfarbener Spaltporling<



    Anmerkungen: War auch schon in den Gattungen Ceriporiopsis, Leptoporus, Physisporus, Poria und Tyromyces eingeordnet, was die Synonymliste noch etwas verlängert, wenn man genau sein will.
    Poria incarnata Pers. (= Boletus incarnatus (Pers.) Pers. = Ceriporia incarnata (Pers.) Bondartsev = Polyporus incarnatus (Pers.) Fr. = Physisporus incarnatus (Pers.) Gillet ist mir unbekannt, wird von IF als Synonym geführt, nicht aber bei MB.
    "Oligoporus rancidus" ist eine Form von Rhodonia placenta ohne rosaliches Pigment (rein weiß - gelbockerlich - bräunlich je nach Alter), von Rhodonia placenta genetisch allerdings nicht trennbar.
    Speisewert: irrelevant

    Genau, Stefan!


    Auch beim Isabellfarbenen können die Schneiden fein beflockt sein, was aber meist wohl nur mit der Lupe zu erkennen ist. Beim Panther ist das schon wesentlich deutlicher ausgeprägt, also ein weiterer Pluspunkt. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Anna!


    Tja, manchmal hat man auch so ein dickes Brett vor'm Kopf. Ich denke mittlerweile auch ganz stark an A. pantherina. Der Hutrand könnte etwas mehr gerieft sein, klar, aber es ist eben ein junger Fruchtkörper und nach einiger Lagerzeit hat sich zumindest mal eine Riefung angedeutet. Daß die Wülste oberhalb der Stielbasis fehlen, stört mich nicht, das kann ja vorkommen.


    Gut, daß es das Forum gibt. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Joli!


    Danke für die tolle Serie.
    Da ist ja eine famose Truppe am Werkeln und macht beneidenswerte Funde. Das lohnt sich auch, bei den Doppelpilzen reinzuschauen und parallel zu lesen. :thumbup:


    Danke für's Mitnehmen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Zarko!


    Eine gute Idee. :thumbup:
    Das gleiche ich nochmal ab, den hatte ich ja gar nicht auf dem Schirm. X/
    Dann passen auch die Hutflöckchen ganz gut und farblich sowie von der Knolle her wäre es beinahe ein Duplikat zu dem Pilz auf den letzten Beiden Bildern >in diesem Beitrag<.



    LG, Pablo.

    Hallo, Jürgen!


    Habe ich dich eventuell auch schon mal mit einem minimal unterschiedlichen Forumsnamen gelesen ("ue" statt "ü")? Falls ja, dann gehört auch das sicher zur Variationabreite ( ;) ) und ich kann mich von meinen Chips schon mal verabschieden. X/


    Aber egal, hauptsache es gibt eine gute Diskussion. Sozusagen als Vorbereitung für die eigenen Funde.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mic.


    Ja, Hannes hat recht.
    Bei einigen könnte man schon immerhin eine ungefähre Zuordnung vornehmen. Aber da bleiben oft zu viele Unsicherheiten, gerade bei den Baumpilzen. Da sind schon einige interessante Kandidaten dabei, schade.


    Aber Pilzbestimmung ist meist schon mit Arbeit verbunden. Oder man hat so viel Erfahrung, daß man einzelne Arten auf Anhieb erkennt. Aber auch das ist bei vielen deiner Pilze nicht drin, weil es einfach zu viele ähnliche Arten gibt.


    Es klappt eben nur manchmal, bei einfachen Arten: Nummer 24 ist der Laubholz - Knäueling (Panus conchatus). Nr. 5 ein Eichenwirrling (Daedalea quercina).



    LG, Pablo.

    Moin!


    Find' ich toll.
    Da gehe ich mit: 3 auf X. chrysonemus und 3 auf X. bubalinus. :thumbup:
    Das mikroskopierende Forenmitglied sei dann der Schiedsrichter.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Hier fand ich einen relativ verwirrenden Pilz. Schaut mir wegen der eingepfropften Knolle und wegen dem erst abtrocknend sehr schwach (und nicht durchgehend) gerieften Hutrand sehr nach einer gemmata (Narzissgelber Wulstling) aus.
    Aber ganz sicher bin ich eben nicht.
    Von den Farben ausgehend könnte man sich auch eine eliae (Isabellfarbener Wulstling) vorstellen. Der Fundort würde passen: Odenwald mit sauer, in eine sandige Wegböschung unter Buchen reingesteckt; Südhang, so etwa zweieinhalb Meter über dem Weg (drum auch keine Standortbilder, war Kletterarbeit). Tief steckte der Pilz schon im Erdreich, aber das kann gemmata ja auch.
    Die Flocken passen weder zur einen noch zur anderen Art richtig toll.
    Die Knolle ist so doch ein Ausschlußkriterium für A. eliae? Allerdings hatte ich da noch keine so junge in der Hand.


    Am Fundtag:


    Nach eineinhalb Tagen Lagerung:






    Da wäre die Einschätzung erfahrener Amanita - Kenner famos und sehr hilfreich.



    Lieben Gruß,
    Pablo.

    Omphalotus olearius (DC.) Singer
    Ölbaumpilz, Leuchtender Ölbaumtrichterling, Dunkler / Orangener Ölbaumtrichterling
    Synonyme:
    - Agaricus olearius DC.
    - Dryophila phosphorea (Battarra ex Quel.) Quel.
    - Omphalotus olearius var. illudens (Schwein.) A. Ortega & Esteve-Rav.
    - Omphalotus illudens (Schwein.) Bresinsky und Besl



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Marasmiaceae --> Omphalotus --> Omphalotus olearius



    Hut: bis 12 cm breit; jung gewölbt, später trichterlingsartig vertieft; Oberfläche glatt, fein längsfaserig, feucht glänzend; Hutrand dünn, eingerollt bis eingebogen, oft wellig / flatterig; Hut meist kräftig gefärbt in warmen Orange-, Gelb- und Ockertönen


    Stiel: bis 15 cm lang; zentrisch oder exzentrisch; zylindrisch, oft mit verjüngter Basis; gerne verbogen oder zu mehreren aus einem Strunk entspringend; längsfaserig; farblich dem Hut recht ähnlich


    Lamellen: goldgelb, gelbbraun bis orange; recht gedrängt, weit herablaufend, untermischt; im Dunkeln bisweilen leuchtend


    Fleisch: recht fest, faserig; gelbockerlich bis ockerbräunlich; mit angenehm aromatisch –“ würzigem Geruch und mildem Geschmack


    Speisewert: stark giftig durch Magen –“ Darm –“ Gifte, auch Leberschädigungen sind offenbar nicht ausgeschlossen


    Sporenpulver: hell gelbocker, gelborange oder blassorange oder irgendwo zwischen den Genannten


    Vorkommen: termophile Art, vor allem in Südeuropa (Mittelmeerraum) verbreitet. In Deutschland zerstreut und selten, wenn überhaupt dann meist im Sommer an wärmebegünstigten Standorten anzutreffen. Totholzzersetzer oder Schwächeparasit an Laubholz (hier gerne an Eiche, im Mittelmeerraum oft an Eßkastanie oder Olive); meist büschelig wachsend


    Verwechslungen: Verwechslungen mit verschiedenen Pfifferlingen (Cantharellus cibarius = Echter Pfifferling, Cantharellus friesii = Samtiger Leistling, Cantharellus amethysteus = Ametystflockiger Pfifferling) können für einen begeisterten Speisepilzfan unangenehm werden. Pfifferlinge haben aber Leisten, keine Lamellen. Die Leisten sind mit dem Hutfleisch fest verbunden, sind quasi Auswüchse von genau der selben Beschaffenheit. Das zeigt sich besonders gut im Schnitt. Darüber hinaus lassen Leisten sich nicht abschieben oder ablösen, ohne das Hutfleisch mitzureißen. Sie sind dicker und rundlicher, kaum jemals –žblattartig–œ. Dazu wachsen Pfifferlinge nicht direkt an Holz, weil sie keine Zersetzer sondern Symbionten sind.
    Der Becherförmige Sägeblättling (Lentinus cyathiformis) unterscheidet sich durch die Beschaffenheit der Hutoberfläche (gar nicht glatt).
    Der Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) hat zwar ebenfalls Lamellen und wächst direkt an Holz, hat aber viel weicheres, biegsames Fleisch.
    Der Muschelkrempling (Tapinella panuoides) hat ebenfalls weicheres Fleisch und ist meist gar nicht bis kaum gestielt.


    Wissenswertes: Bisweilen leuchten die Lamellen des Ölbaumpilzes im Dunkeln (Biolumineszenz). Je nach dem, ob diese Bioilumineszenz vorhanden ist, wird die Art mittlerweile in eine Leuchtende (Omphalotus olearius) und eine nicht leuchtende Art (Omphalotus illudens) getrennt. Ob diese Trennung –“ noch dazu auf Artebene –“ sich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Für diese Vorstellung wird der Einfachheit halber darauf verzichtet. Beide Namen (Vgl. unter Synonyme) sind allerdings gültig.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Cantharellus cibarius<
    >Cantharellus friesii<
    >Cantharellus amethysteus<
    >Lentinus cyathiformis<
    >Hygrophoropsis aurantiaca<
    >Tapinella panuoides<

    Hallo.


    Ja, könnte.
    Allerdings gibt es schon noch einige Arten, die optisch so ähnlich sind, daß selbst bei wesentlich mehr Infos die Unterscheidung oft gar nicht möglich ist.


    Hier eine Art zuzuordnen, ist reine Spekulation. Die könnte man auch auswürfeln, da wäre das Ergebnis ungefähr ebenso zuverlässig. Björn schreibt wohl auch nicht umsonst "zum Beispiel". Immerhin mit der Art und den näheren Verwandten kannst du vergleichen.



    LG, Pablo.

    Hallo. :)


    Das ist natürlich ein Angebot. Wenn tatsächlich jemand bereit wäre, ein Trockenstück unters scharfe Glas zu legen, dann wäre das wieder eine gute Wettgelegenheit.


    Toffel, den chrysonemus kenne ich doch auch nicht persönlich.
    Aber Ziegenlippen kenne ich, die finde ich ofter mal in recht stattlicher Figur, in der Habitusvariation wiederum durchaus der Marone ähnlich (will sagen: ganz Schlanke gibt's auch).
    Von X engelii (Eichenfilzröhrling) hatte ich letztes Jahr nur zwei Funde, bei denen ich sicher war. Die waren deutlich schlanker, insgesamt rötlicher (auch obere Huthaut) und eben schon punktiert in der Stielbasis, was auch ohne Lupe gut zu erkennen war.
    Und: sollte X. engelii nicht im Schnitt oberhalb der Stielbasis blauen, sowie auch beim Rumdrücken an Stiel und Poren?
    Zur Farbe des Fleisches: Wenn das wirklich zu viel gelb ist für X. chrysonemus (kann ich schlecht einschätzen ohne Funderfahrung), dann könnte man noch auf X. bubalinus kommen, den ich heute auch an anderer Stelle ins Spiel gebracht hatte. Der sollte aber auch blauen, speziell im Schnitt oberhalb der Röhrenschicht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Bryan.


    kann man erkennen, welcher Pilz es sein könnte?


    Ohne weitere Angaben (vor allem: Kompletter Fruchtkörper samt Stielbasis + Standortbeschreibung + Geruch + Verfärbungen) leider nein.


    Wird wohl einer der vielen Chamipgnons sein.



    LG, Pablo.

    Amanita eliae Quel.
    Kammrandiger Wulstling, Isabellfarbener Wulstling
    Synonyme:
    - Amanitaria eliae (Quel.) E.-J. Gilbert



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Amanitaceae --> Amanita --> Amanita eliae



    Hut: bis 8 (10?) cm breit, jung halbkugelig, später mehr und mehr verflachend; hell ockerlich bis schmutzig weißlich, teils mit lachsfarbenen oder haselnussbraunen Farbtönen (=> Isabellfarben: Wie ein ehemals weißes T –“ Shirt nach tagelangem Dauertragen bei Sommerhitze und regelmäßigem Fussbalspielen auf einem lehmig –“ staubigen Acker); vom Hutrand her ausblassend; Hutrand kurz aber meist deutlich gerieft und teils mit weißlichen, flockigen Velumresten; Hut anfangs mit eher groben, scholligen Velumresten (weißlich bis grau), die aber recht vergänglich sind und rasch vom Regen abgewaschen werden


    Stiel: deutlich länger als Hut breit; zur Spitze verjüngt; jung in weißlichen Farben, später bräunlich oder ockerlich einfärbend; mit fetzigem, häutigem, vergänglichem Ring im oberen Stieldrittel (Ring kann auch bei jungen Exemplaren schon fehlen), darüber anfangs glatt oder fein weißflockig, bald deutlich genattert; Ring oberseits bisweilen fein gerieft; Stiel unter dem Ring längsfaserig, grob faserig aufreißend, dann oft mit einem recht abgerissenen und zerzausten Aussehen; unteres Stieldrittel meist tief in der Erde versenkt und mit undeutlicher, kleiner Knolle, um die sich die Reste und Fetzen einer weißen, häutigen bis ledrigen Volva befinden (vorsichtig sein bei den Tiefbauarbeiten zur Freilegung der Stielbasis!)


    Lamellen: weiß, recht eng stehend; schmal bis breit angeheftet; Schneiden bisweilen fein weiß beflockt (Lupe)


    Fleisch: weiß, nicht verfärbend, einigermaßen brüchig; ohne besonderen Geruch oder Geschmack; Stiel schon recht früh hohl


    Speisewert: wahrscheinlich schwach giftig


    Sporenpulver: weiß


    Vorkommen: Insgesamt in Europa recht weit verbreitet, aber uberall recht selten und zerstreut; in Deutschland im nördlichen Flachland besonders selten; Haupterscheinungszeit im Sommer und Spätsommer auf eher trockenen, sauren (oder zumindest angesäuerten) Böden an lichten Stellen wie Weg- und Waldrändern, Gärten, Parks und Friedhöfen; Mykorrhiza mit Laubbäumen, sehr gerne mit Buche


    Verwechslungen: Bei idealer Ausprägung (klassische Hutfarben, tief eingesenkte Stielbasis, vorhandenem Ring oder Ringfragmenten, Stielnatterung darüber und faserig aufreißend darunter) recht gut zu unterscheiden. Falls nicht, eher ein Pilz für –žSpec–œialisten. Bei fehlendem Ring können einige Scheidenstreiflinge (A. lividopallescens, A. ceciliae) ziemlich ähnlich sein. Auch der Narzissgelbe Wulstling (Amanita gemmata) kann als Verwechselpilz daherkommen, sowie der sehr variable Graue Wulstling (Amanita excelsa).
    Der Narzissgelbe sollte sich aber (meistens) durch seine deutliche Knolle unterscheiden lassen, der Graue durch die Stielbasis und den deutlich gerieften Ring.


    Wissenswertes: Bei –žAmanitaceae.org–œ wird als Verwechslungsmöglichkeit noch die mir völlig unbekannte >Amanita subrecutita< angegeben



    Bilder:






    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Amanita gemmata<
    >Amanita excelsa<
    >Amanita ceciliae<
    >Amanita crocea<
    >Amanita lividopallescens<

    Mycena renati Quel.
    Gelbstieliger Büschelhelmling, Gelbstieliger Nitrathelmling
    Synonyme:
    - Mycena flavipes Quel.



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Mycenaceae --> Mycena --> Mycena renati



    Hut: bis 30 mm breit; jung kegelig / glockig, später halbkugelig, nie verflachend, immer mit Buckel oder Bückelchen; glatt mit durchscheinend gerieftem Rand; rosalich, fleischfarben, rosabräunlich, zum Ranad heller


    Stiel: lang und dünn; glatt; leuchtend goldgelb bis ockergelb; Basis weißfilzig bis –“striegelig; Trama leicht durchscheinend und gebändert (quer, nicht längs); brüchig und hohl


    Lamellen: breit; weiß, im Alter auch rosa eingefärbt; ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend


    Fleisch: dünn, weißlich, brüchig, mit starkem Geruch nach Nitrat / Chlor / Gas, später auch rettichartig; Geschmack leicht nach Rettich


    Speisewert: ungenießbar


    Sporenpulver: weiß


    Vorkommen: Auf Kalkböden häufig; auf zu trockenen, zu nährstoffarmen und sauren Böden fehlend; Frühjahr bis Herbst büschelig an Laubholz (meist Rotbuche)


    Verwechslungen: Mit der Merkmalskombination (Nitratgeruch, nicht milchend, büschelig an Laubholz auf Kalk, lebhaft gelbe Stiele) recht gut erkennbare Art in einer recht komplizierten Gattung. Dennoch mögen untypisch wachsende Exemplare mal anderen Helmlingen (Mycena) ähnlich sehen.



    Bilder:




    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Mycena viridimarginata<
    >Mycena crocata<
    >Mycena stipata<
    >Mycena epipterygia (var. viscosa)<
    >Mycena galericulata<
    >Mycena inclinata<

    Hallo, Andreas!


    Ja, der Rödig ist da auch auf dem aktuellsten Stand, wenn ich das richtig lese?


    Und mit den Sporen hast du sowas von recht:
    Irgendwo taucht immer wieder ein Pilzchen auf, daß sich makroskopisch über einen lustig macht und ganz wirre Merkmalskombis zeigt. ;(
    Aber solche Grenzgänger gibt es ja eigentlich in jeder Gattung.
    Aber ohne eigene Erfahrung zu haben vermute ich mal, daß es da auch Kandidaten gibt, die selbst mikroskopisch noch Probleme machen.
    Ich würde mal sagen: Pilze sind Individualisten.



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Da hast du dir aber auch wieder zwei Spezis rausgepickt. :evil:
    Klar, wenn man die im Feld so findet, die Fruchtkörper noch möglichst ideal ausgeprägt sind, dann lassen sich die beiden Arten auch makroskopisch recht sicher zuordnen. Beim Dachpilz dann immer mit einem "s.l. - Zusatz" (= Rehbrauner Dachpilz in weiterem Sinne, da gibt es noch ein paar gleich aussehende Arten, deren Abgrenzung aber umstritten ist).


    Also ich würde mal sagen, daß deine Bestimmungen (Ps. candolleana und P. cervinus) sehr wahrscheinlich sind. Aber direkt bestätigen kann ich sie hier leider nicht. Dazu fehlt mir die Erfahrung mit ähnlichen Arten und auch hattest du schon bessere Bilder. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Nun, ob man der var. xanthus eine Eigenständigkeit einräumt, ist ja mindestens mal umstritten. ;)


    Insgesamt spricht für mich sehr viel für eine "gewöhnliche" Ziegenlippe mit ungewöhnlicher Färbung unter der Huthaut. Daß sich bei der Ziegenlippe alte Fraßstellen oder sonstige Verletzungen des Hutes rosarötlich verfärben, kommt ja gerne mal vor.Das ist auch auf einem oder zwei Bildern im überarbeiteten >Portrait< zu erkennen.


    Wenn man nun einen Röhrling mit mehr Rosa- / Rottönen in der Subkutis und einem Ähnlichen Habitus sucht, der zugleich im Schnitt (schwach bis garnicht) und auf Druck an den Poren blaut, sowie gelbliches Fleisch hat (mit dunkleren Tönen in der Stielbasis), dann könnte man vielleicht noch bei Boletus Bubalinus Oolbekk. & Duin (1991) landen.
    Da wäre aber die Hutfarbe schon recht untypisch. Letztlich möchte ich es nicht beurteilen, weil mir zu Letzterem die Funderfahrung fehlt.


    Aber ist doch toll, daß sich in dem Bereich immer noch ein Sparringspartner finden lässt, so unwahrscheinlich der auch sein mag. :D



    LG, Pablo.