Moin.
Ja, auch wenn die Schlacht tobte, beide Seiten ihre Erfolge verzeichnen konnten, endete das Ganze ja letztlich mit einer verheerenden Niederlage für alle Parteien. Gewinner blieb die Funga, die im umkämpften Gebiet eine zahlreiche und heterogene Miliz gebildet hatte. Schon anfangs, als die Parteien noch ihre Rüstungen anlegten, die Bewaffnung kontrollierten und sich eine kleine Stärkung gönnten, ließ die Funga am Parkplatz in Form Helvella atra (Schwarze Lorchel) keinen Zweifel daran, wer hier im Gelände das Sagen hatte:

So floss auch bald schon das erste Blut:

Bei Stereum sanguinolentum (Blutender Nadelholz - Schichtpilz).
NiLas entsetzer Kommentar beim nach ärgern des Pilzes und einem Blick auf ihre Finger: "Der blutet ja wirklich!"
Nach Blut kommt Gekröse:

Ascotremella faginea (Buchen - Schlauchzitterling)
Und so konzentrierte sich das Schlachtgeschehen an den Barrieren einiger alter Buchenstämme vorübergehend auf kleinste Scharmützel.
Mit Nectria episphaeria an alten Fruchtkörpern einer Kohlenbeere (Hypoxylon spec.) zwischen ihrer Nebenfruchtform (Isaria spec.):

Nectria peziza (Becherlingsartiges Pustelpilzchen):

Ascocoryne sarcoides (Fleischroter Gallertbecher):

Im Hintergrund die Nebenfruchtform (Coryne dubia)
Cyphellopsis anomala (Gelbbrauner Haarschüsselrasen)

Umzingelt von einigen Mollisien
Die weiße Fahne gehisst:

Ein unbestimmtes Lachnum leuchtet durch den Wald.
Auch bei den größeren Geschützen tobt der Kampf ums Holz.
Inonotus nodulosus (Knotiger Schillerporling):

Panellus serotinus (Gelbstieliger Muschelseitling):

Einzelne, strategisch wichtige Punkte wurden von allen Seiten belagert:

Lenzites betulinus (Birkenblättling)
Schmetterlingstrameten (Trametes versicolor)
Laubholzknäueling (Panus conchatus)
und auf der Übersicht kaum zu erkennen: Warziger Drüsling (Exidia plana) und Gallertträne (Dacrymyces spec.)
Eine noch unbestimmte Koralle (Ramaria spec):

Rauchende Trümmer beim Abzug:

Bjerkandera adusta (Angebrannter Rauchporling)
In dunklem Tann schwindet die Übersicht, die Teilnehmer kämpfen zerstreut und drohen sich angesichts wirrer Krausheiten zu verlieren:

Plicaturopsis crispa (Krauser Adernzähling), Käfer nur von oben.
Zwischen den dicht stehenden Fichtenstämmen wird mächtig Stunk gemacht:

Gymnopus perforans (Nadel - Stinkschwindling)
Doch dann nahr Hilfe, ein Bataillon Gelbfüßler eilt zur Unterstützung heran. Doch für wen kämpfen die nun? Badenser oder Schwaben? Das ist noch nicht so ganz sicher. >zur Herkunft der Gelbfüßler<
Chroogomphus helveticus (Filziger Gelbfuß):

Jedenfalls wurden nun die Keulen ausgepackt:

Elaphocordyceps capitata (Kopfige Trüffel - Kernkeule)
Was dann so richtig "militant" zugeht.

Cordyceps militaris (Puppenkernkeule)
Da würden die Köpfe weich, und manche sogar komplett blass:

Völlig entfärbtes Gallertköpfchen (Leotia lubrica)
Also Zeit für die Kavallerie:

Tricholoma portentosum (Schwarzfaserige Ritterlinge)
Was dem Ganzen noch etwas Würze gibt:

Wahrscheinlich der Würzige Tellerling (Rodocybe cf gemina), wobei der eigentlich doch keinen Grund haben sollte, sich schwarz zu ärgern?
Am Ende blieb noch Unansehnliches, aber Seltenes und Schönes:

Albatrellus cristatus (Kammporling)
Sowie schweres Geschütz, das gegen vermeintlich unschuldiges Weiß aufgefahren wird:

Panzerrasling (Lyophyllum decastes) vs. Lerchenspornrasling (Lyophyllum connatum).
So blieb den streitenden Mannschaften letztlich nichts anderes übrig als das Feld zu räumen und das Gebiet der angestammten Herrschaft der Funga zu überlassen. Worauf man einen Pakt schloss, lieber einen netten Griechen in der Gegend zu überfallen und bei gutem Essen die Feindschaft ruhen zu lassen.
Leute, der Trip war eines der Highlights des Jahres. 
Jederzeit wieder.
LG, Pablo.