Beiträge von bwergen

    Derpilzberater: schau dir den Gymnopus fusipes nochmal genauer an.;)


    Was ich hierzu denke: es könnte tatsächlich ein Ritterling (Tricholoma) sein, dazu bräuchte man allerdings noch ein paar Infos, z.B. welche Begleitbäume gab es und wie haben die Lamellen im frischen Zustand ausgesehen.


    Hier kann ich nur theoretische Angaben machen: Angenommen, es war eine Birke dabei und die Lamellen waren mehr oder weniger gelbbraun. Dann ist es Tricholoma fulvum, der Gelbblättrige Ritterling. Falls dem nicht so sein sollte, kommen noch Tricholoma ustale sowie Tricholoma ustaloides in Frage. Die kannst du alle mal googlen und selber vergleichen, und dann schreibst du hier nochmal, was du rausgefunden hast ;)


    lg björn

    Ich stimme Fredy zu, das sieht auch für mich eher nach einem Leberreischling (Fistulina hepatica) aus.


    Im jungen Zustand bilden die bisweilen ganz kuriose Fruchtkörperformen aus. Hab da so etwas ähnliches schonmal gefunden und damals auch als Fistulina bestimmt ;)


    lg björn

    Hallo,


    so genau erkennen kann ich das jetzt nicht, aber wachsen die eventuell auf vergrabenem Holz oder stehen damit in Verbindung? Dann sollte das hier nämlich eher eine Steife Koralle (Ramaria stricta) sein. Aber schau ruhig mal nach :P


    lg björn

    So der dritte Teil ist soweit in Arbeit. Es gibt davon eine Art, die bis jetzt keinen Namen hat. Es handelt sich um eine Pezizales. Ich dachte, ich würde die Dinger alle soweit gut kennen, aber DAS Teil ist recht seltsam. Ich hab mich da schon mit jemandem aus dem ascofrance-forum auseinander gesetzt und wir gucken da jetzt mal drüber.


    Bevor noch jemand fragt: Ich bin derzeit nicht nur mit der Bestimmung der Pilze beschäftigt, sondern hatte die letzten beiden Tage eine Pilzausstellung (bzw. war einer der Veranstalter/Aufsichtspersonen) und von daher das ganze Wochenende nicht da. Zudem muss ich mehrere Stunden vorbereiten (Unterrichtsfächer Mathematik und Geschichte an einer Realschule).


    lg björn

    Hi,


    der Pilz auf dem ersten Bild ist der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla). Der Hut besteht eigentlich nur aus Lamellen und Huthaut. Man sieht dies am besten dann, wenn man den Hut einfach mal überbricht. Wichtiges Erkennungsmerkmal dieser Art: grabe den Stiel mal vorsichtig aus. Wenn dicke, weiße Myzelfäden erkennbar sind, ist es mit Sicherheit genau diese Art.


    Der Pilz auf dem zweiten Foto könnte einiges sein, aber ne konkrete Art fällt mir jetzt nicht ein.


    lg björn

    Jo, also ich hab bereits 3 Arten mikroskopiert, davon zwei der vermeintlichen Moosbecherlinge (Lamprospora/Octospora). Die beiden Einzelexemplare sind beides Erstfunde! Der dritte Moosbecherling wartet noch in meiner Fundschale, ich gehe schwer davon aus, dass der von den beiden anderen verschieden ist. Damit hätten wir hier also schonmal 3 Neufunde. Ich hoffe ich komme morgen noch dazu, die übrigen Arten zu mikroskopieren (bzw. schon heute).


    Wird interessant, wartets ab.


    lg björn

    Guten Abend nochmal,


    hier möchte ich euch noch den kleinen "Rindenpilz" zeigen, den wir auf der Pilzfestival II-Exkursion gefunden haben. Er wuchs auf Erde zwischen Moosen, bzw. hat die Moose buchstäblich umwachsen. Ihr seht auf dem Makro-Foto also nicht sonderlich viel als nur ein bläulich-grauer Überzug mit vereinzelten "Moosbäumchen" drin.


    Nun die Frage, was ist daran so besonders? Es handelt sich taxonomisch um einen Gallertpilz, der in näherer Verwandtschaft zu den Drüslingen (Exidia) steht. Typisch sind insbesondere die wachsartig-weiche Konsistenz (Melanie: erinnerst Du dich?) sowie die geteilten Sporenständer (Basidien, es handelt sich hierbei um einen Ständerpilz!). Da ich es nicht geschafft habe, diese Basidien so zu fotografieren, dass man sie gut sieht, habe ich sie gezeichnet. Ich hoffe man erkennt etwas.


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    Opalfarbene Wachskruste, Sebacina epigaea, ungenießbar (Funde: 2010, 2011)


    lg björn

    Guten Abend,


    vor ein paar Tagen hab ich eine kurze Exkursion in den Hürtgenwald (Brandenburger Tor) gemacht und hab dabei gezielt zwei Pilzchen gesucht, wie ihr gleich sehen werdet, auch erfolgreich gefunden.


    Es handelt sich bei diesen um zwei kleine Becherlinge, genauer gesagt, um operculate Pezizales der Gattung Ascobolus. Ups, zuviel Fachgequatsche...also mal langsam:


    Becherlinge gehören zu den Schlauchpilzen, und solche Schlauchpilze bilden ihre Sporen in sogenannten Sporenschläuchen. Diese Sporenschläuche heißen im Fachjargon "Ascus", Mehrzahl "Asci". Je nachdem, wie sich der Sporenschlauch öffnet (denn die Sporen müssen ja rauskommen), nennt man dies "operculat" (= mit Deckel) oder "inoperculat" (mit Ring). Wie genau sowas aussieht, zeige ich in einem separaten Beitrag anhand von Mikrobildern.


    Damit ist also schonmal klar: bei den hier vorgestellten Arten öffnet sich der Sporenschlauch mittels eines Deckels, der sich an der Spitze aufklappt und damit die Sporen rauslässt.


    In der Systematik bedeutet ein Begriff mit der Endung -ales immer eine Ordnung. In dieser Ordnung befinden sich mehrere Familien, in den Familien wiederum Gattungen. Pezizales ist eine relativ umfangreiche Ordnung mit sehr unterschiedlich aussehenden Pilzen, von denen ihr in den Beiträgen "Pilzfestival I und II" schon eine Menge gesehen habt (eigentlich waren fast alle der dort gezeigten Becherlinge operculat, also zu den Pezizales gehörend).


    Jetzt muss man nur noch wissen, wie man die Begriffe operculat und Pezizales in Verbindung bringt. Es gilt: Alle Pezizales sind operculat! Aber nicht jeder operculate Becherling ist zwingend eine Pezizales.


    So und die Gattung, zu der die hier gezeigten Arten gehören, nennt sich Kotbecherling (= Ascobolus). Die Gattung enthält gut 40 mitteleuropäische Arten, von denen mehr als 3/4 auf Dung von Pferden, Kühen, Hasen, Hunden usw. wachsen. Die restlichen 1/4 besiedeln Brandstellen, Erde und faulende Pflanzenreste. Zusammen mit Ascobolus viridis habe ich die letzten Tage 3 von den nicht-coprophilen (coprophil: dungbewohnend!) Arten gefunden.


    Zu den Arten:


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    ascobolusbehnitziensis1.jpg
    Behnitz's Kotbecherling, Ascobolus behnitziensis (Funde: 2010, 2011)
    Kennmerkmale: 0,5-6 mm breite, dick linsenförmige Fruchtkörper mit oft aufgebogenem Rand, anfangs grünlich, dann braungrün, olivbräunlich, undeutlich gepunktet durch dunkle Sporen. Sporen elliptisch, mit labyrinthartig verlaufendem, sehr feinem Ornament.


    ascoboluscarbonarius1a.jpg


    ascoboluscarbonarius1b.jpg


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    ascoboluscarbonarius1e.jpg
    Großer Brandstellen-Kotbecherling, Ascobolus carbonarius (Funde: 2004, 2005, 2011)
    Kennmerkmale: Fruchtkörper 2-7 mm breit, anfangs gelbgrünlich, dann schnell violettbraun bis schwarzviolett verfärbend durch reifende Sporen. Sporen breitelliptisch, mit groben Warzen bedeckt, die vor allem an den Enden sehr verdichtet sind.



    Für Fragen stehe ich wie immer zur Verfügung :)


    lg björn


    Hallo Jürgen,


    im Gegensatz zu björn denke ich, daß es sich bei deinem Röhrling um einen Stattlichen Rotfußröhrling (Xerocomus pruinatus) handelt.


    Viele Grüße


    Jo, den gibts auch noch, allerdings wird der so unterschiedlich abgebildet und interpretiert, dass ich zu allen Filzröhrlingen mit rötlichem Stiel nur noch Xerocomus chrysenteron s.l. sage. Jedenfalls solange, bis ich die beiden Dinger untersucht habe und selber sehe, worin hier genau der Unterschied liegt. Bedenke auch: für eine gute Art braucht es mehr als nur ein paar Unterscheidungsmerkmale ;)


    lg björn

    Mit den Rotfußröhrlingen stimme ich dir auf jeden Fall zu, die blauen manchmal vielleicht nicht so, wie sie denn sollen. Allerdings ist dein Fruchtkörper recht jung und das Blauen wäre am besten an den Röhren erkennbar (auf Druck blauend).


    Durch den roten Stiel läuft es aber schon unweigerlich auf Rotfußröhrling hinaus.


    lg björn

    Ne nix Crack, eh wir den nicht alle von oben gesehen haben, bleibt es zwar beim Austern-Seitling, aber wer weiß? Vielleicht ist er weiß-rot-grau gepunktet und etwas ganz anderes? Halte ich aber eigentlich für unwahrscheinlich.


    Aber: wäre es möglich, von den rotbraunen Pilzen die Unterseite zu sehen? Falls es denn eine Daedaleopsis sein sollte, wäre diese lamellig. Falls es ein Zunderschwamm ODER ein Flacher Lackporling ist, dann wäre sie porig.


    gruß björn

    Also dein Röhrling sollte schon ein Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron) und der langstielige Pilz könnte ein Rotschneidiger Faserling (Psathyrella gracilis) sein. Schau bei dem nochmal nach, ob die Lamellenschneiden auch wirklich rot sind. Auf dem Foto kann man sehr wohl erkennen, dass sie eine andere Farbe als die Lamellenfläche haben.


    lg björn

    Hallo hübchen,


    ja da könntest du recht haben, mir kam der in natura auch auffallend blass vor, hab den auch nicht mitgenommen und nur beiläufig bestimmt. Dann kommt bei Lactarius auch sowas bei rum. Also wird der jetzt korrigiert. Es handelt sich hierbei um den Flaumigen Milchling (Lactarius pubescens), der sich vom Birkenmilchling durch die relativ blassen Fruchtkörperfarben unterscheidet und zudem gerne an relativ nassen Standorten wächst (Fluss- und Sumpfränder).


    So danke nochmal für den Hinweis, sonst hätte ich das hier glatt übersehen.


    lg björn

    Ich kann dir eins sagen, Waldi, und zwar den Namen des Pilzes: Unscharfer Milchling. Das ist jetzt gemein doppeldeutig, aber der heißt nicht so, weil er nicht scharf schmeckt, sondern weil ihn bis jetzt noch niemand scharf fotografieren konnte :D


    lg björn

    Da ich schon aufgefordert werde, was zu sagen, sag ich jetzt auch mal was :D



    • Ein Seitling (Pleurotus). Richtig, ein Seitling, und zwar der Austernseitling, man kann am Rand die graue Hutfarbe erkennen. Andere Arten kämen dadurch hier kaum noch in Frage (diese wären heller, schau also mal AUF die Hutoberseite drauf).


    • Ein Träuschling (Stropharia). Hier gibt's ohne Sporenabdruck fast immer zwei Möglichkeiten: den Grünspan- oder den Blauen Träuschling (S. aeruginosa oder S. caerulea). Ne, gibts nicht, gibt nur eine: Grünspan-Träuschling (S. aeruginosa), warum? Starke Beschuppung an Hut UND am Stiel. Bei S. caerulea wäre dieses Merkmal nicht derart ausgeprägt. Am besten wäre es hier aber, die beiden Dinger mal nebeneinander zu legen, dann würde man den Unterschied sofort erkennen.


    • Eine Rötende Tramete (Daedalepsis confragosa) und ganz bestimmt var. tricolor. Eine Ansicht der Unterseite hätte das absichern können. D. confragosa var. tricolor wird allerdings momentan nicht mehr als Varietät der Rötenden Tramete (D. confragosa) angesehen, was bei vielen auf Unverständnis stößt, aber das ist ein anderes Thema...


      :D Hallo? Dat sind einfache Zunderschwämme, Fomes fomentarius. Und zwar ALLE, die auf dem Bild zu sehen sind. Man könnte noch annehmen, es bei den rotbräunlichen Exemplaren mit Flachen Lackporlingen zu tun zu haben, aber ich denke mal, weil die derart nahe zusammenwachsen, dass das schlicht und ergreifend junge Fruchtkörper des Zunderschwamms sind! Besagte tricolor kann hier auf jeden Fall völlig ausgeschlossen werden.


    Nimms mir auch nicht übel, Fredy, dat kannst du bei mir genauso machen. Wenn ich Mist erzähle, sag sofort Bescheid ;)

    Hallo Malone,


    Pilzner11 hat leider völlig recht, hier muss ein "richtiger" Cortinarien-Freak ran, der sich nur mit sowas auseinandersetzt. Wenn man sonst viel beschäftigt ist im Beruf, dann wird das aber nix, bei den über 650 Arten ist das unmöglich.


    Ich kann dir aber sagen, worauf du bei Cortinarien achten musst:


    Stielbasis (keulig, zylindrisch, abgesetzt knollig)
    Cortinareste (Farbe, Menge)
    Lamellenfarbe, Stielspitze (jung, alt, vor allem bei sehr jungen Fruchtkörpern gucken!)
    Oberfläche (matt, glänzend, schleimig, schmierig, trocken usw.)
    Fleisch (weiß, violett, rötend usw.)
    Geruch (nach Erde, Rettich, Anis, Marzipan usw.)


    soweit klar? Was ist der Fehler? Richtig, viele Fruchtkörper sind einfach irgendwo abgeschnitten worden, daher: für den 0815-Experten wie ich es bin, keine Chance :D


    Mir fallen sehr wohl paar Sachen zu deinem Fund ein, was es sein könnte, aber das bringt dir überhaupt nix.


    gruß björn

    Danke euch allen, für soviel Rückmeldungen, darüber freue ich mich sehr und das motiviert mich, weitere Beiträge dieser Art zu schreiben :)


    Jedenfalls werde ich heute Abend, wenn ich denn noch Zeit und Lust dazu habe, den gallertartigen Rindenpilz mikroskopieren. Davon habe ich ja auch noch ein interessantes Makrofoto, dass ihr euch ansehen solltet :D




    Zum Birnenstäubling: Da bislang KEINER meiner Exkursionsteilnehmer darauf bestanden hat, den Pilz mitzunehmen oder gar zu essen, betitel ich ihn hier, wie oft auch in der Literatur, als ungenießbar. Dat bleibt für mich auch so. Der Pilz wird auch in künftigen Exkursionen nicht für Speisezwecke rausgegeben, es sei denn, jemand steht voll drauf und nimmt ihn mit. Das soll mir dann egal sein, giftig ist er ja nicht.


    lg björn


    Melanie: jede Menge Ellipsen wa? Von wegen langweilig, das is Mathematik :D


    Aha, und unser aurantiaca vom letzten Jahr war maximal 5 cm hoch. Also immer noch zu groß. Hör auf dich rauszureden jetzt hier :D