Beiträge von bwergen

    Man kann schon etwas mehr darüber sagen, Petra.


    Und zwar: Es ist ein Riesen-Schirmling (Macrolepiota) und so, wie die Hutoberfläche strukturiert ist, sehr wahrscheinlich KEIN Parasol, sondern einer von den kleineren Riesen-Schirmlingen. Ich tippe hier mal auf Macrolepiota fuliginosa, dazu müsste man wissen, ob er rötet. Kann man hier auch wahrscheinlich nicht mehr feststellen.


    lg björn

    Er meint den Echten Knoblauchschwindling, weil er (vermutlich) die anderen beiden Knoblauchschwindlinge nicht kennt. Die lassen wir aber außen vor, aufgrund ihrer Größe sind die sowieso gut abzugrenzen.


    Der Echte Knoblauchschwindling ist nach meiner Erfahrung ein Nadelwaldbewohner, er wächst gerne auf Nadelstreu. Sein Stiel ist rötlich bis rötlichbraun, wird bis etwa 4 cm lang und ist kaum mehr als 3 mm dick. Der Stiel eignet sich nicht zum essen, da auch er vergleichsweise hart ist.


    Die Lamellen sind weiß, stehen entfernt und sind aufsteigend am Stiel angewachsen. Der Hut ist meist relativ hell gefärbt, weißlich, hellocker, blassbräunlich. Die Konsistenz des Hutes ist einprägsam: relativ wabbelig, biegsam, weich! Hier ist ein Foto von diesem Pilz (2010):


    marasmiusscorodonius1a.jpg


    lg björn

    Sind dat nicht die gleichen Dinger wie vom letzten Mal? Für mich ändert sich da nix, der Dachpilz ist wie gesagt ein Dachpilz (Pluteus phlebophorus vielleicht) und der Rest ist wie gehabt, dat hatte ich doch schon geschrieben was das is ;)


    lg björn


    Ahso hab mal nachgeguckt, prinzipiell ist das so gut, wie es gemacht ist, falls Du eine Bestätigung haben wolltest was die Präsentation von UMOs (Unbekannten Mykologischen Objekten) angeht.


    Und von wem sind die Pilze?


    Das Ohr kann es nicht glauben


    Hier sollst du auch nicht glauben, dafür ist die Kirche da :D Die Pilze haben wir an den beiden vorherigen Tagen gesammelt + es wurden während der Ausstellung Pilze gesammelt und hinzugefügt (vor allem, weil vereinzelte Exemplare "überfällig" waren).


    Ich glaub nicht, dass wir mit knapp über 140 Arten etwas besonderes bewerkstelligt haben. Schon gar nicht derart, dass es nicht glaubhaft ist.


    lg björn


    Hallo Björn, vielen Dank. Wobei ich sage muß, ein Velum kann ich nicht wirklich erkennen, er soll der leicht rötliche Streifen Reste des Velums sein?


    Gruß Charlie


    Genauso ist es. Das sind in der Tat Reste des Velums, da sich der Stiel gestreckt hat, hat sich das relativ lockere Velum am Stiel mehr oder weniger verteilt. Dadurch entstehen sogenannte "Gürtelzonen". Bei den Gürtelfüßen ist dies namensgebend. Verschiedene Hautköpfe oder Rauköpfe können das aber auch haben. Man achte auf die Farbe es Velums auf dem Stiel:


    Stiel gelblich-braun mit rotem Velum: Cortinarius purpureus
    Stiel gelblichbraun mit gelbem Velum: Cortinarius semisanguineus
    Stiel, Hut und Lamellen purpurrot: Cortinarius sanguineus


    lg björn

    Ja gibt et, schaut euch alle mal Cortinarius purpureus an. Was fällt auf? Blutrote bis purpurfarbene Lamellen PLUS rotes Stielvelum. Dat is ganz wichtig, da müsst ihr drauf achten :D;)


    lg björn

    1. Lycoperdon excipuliforme, Beutel-Stäubling


    2. Melanoleuca grammopodia, Rillstieliger Weichritterling


    3. Finger aus dem Bild, man, wie oft sag ich dat hier noch?:D
    Lactarius deterrimus, Fichten-Reizker.


    Fragen dazu? Falls ja, nachfragen ;)


    lg björn

    Da ist nix eingefärbt, ich hab das auf dem Computer so bearbeitet. Hab in meinem Fotoprogramm dazu verschiedene Möglichkeiten. Eigentlich nur eine Spielerei, aber: man sieht recht deutlich die braunen Anteile des Fruchtkörpers, und auch, dass die Haare in eine Schicht aus kugeligen Zellen eingebettet sind.


    lg björn


    Danke für die Auskunft, Björn!


    War das eher saurer oder basischer Boden?


    Gruß, Andreas


    Ich glaub da kann dir Ralf besser weiterhelfen. Ich glaube aber schon, dass es eher saurer Boden war, aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen :D wie gesagt, wir hatten diese Art mehrmals. Das gilt übrigens auch für die Leucoscypha, die ich hier bei mir ja auch noch nie gesehen habe, im Bergischen Land in 3 Wochen aber gleich 4 Mal. Schon verrückt sowas. Nach dem, was ich bis jetzt gesehen habe (und ich "untersuche" das Bergische Land jetzt schon im 2. Jahr) kann ich behaupten, dass es prädestiniert ist für seltene oder vermeintlich seltene Funde.


    lg björn


    Hammermäßig geil!


    Über H. viola musst Du uns aber jetzt schon ein paar mehr Details verraten, insbesondere zur Ökologie. Hast Du eine Aufnahme der Umgebung gemacht? Wirklich spannend.


    Gruß, Andreas


    Ne, häufige Pilze betrachten wir nicht näher :D


    aber mal im ernst: Dat Ding ist uns während der Exkursion andauernd übern Weg gelaufen. Unter anderem siehst du einen winzigen Fruchtkörper auf meinem Erdzungenbild.


    Standort wäre relativ unterschiedlich zu betrachten, einmal in der Grube eines entwurzelten Baumes, einmal 3 m von einem Flusslauf entfernt und wieder einmal (oder paar mal mehr, hab die nicht mehr nachgezählt) am Rand eines Pfades (an moosigen Hängen, nackter Erde usw.)


    lg björn

    Ich muss zugeben, ein paar "Kleinigkeiten sind mir beim letzten Mal entfallen, hier werden sie nachgeholt:


    rutstroemiaechinophila1.jpg


    rutstroemiaechinophila1.jpg
    Kastanienschalen-Stromabecherling, Rutstroemia echinophila [pers. Erstfund]
    Standort: feuchtliegende Esskastanienschalen vom Vorjahr, allerdings nie in der Schale selbst drin, sondern oft zwischen den Stacheln der Außenseite hervorkommend.


    rutstroemialuteoviresce.jpg
    Gelbgrüner Stromabecherling, Rutstroemia luteovirescens
    Standort: feuchtliegende Ahorn-Blattstiele


    scutelliniacrucipila2f.jpg
    Sternhaariger Schildborstling, Scutellinia crucipila
    Anmerkung: Geschenk für Melanie :D (die sternförmig verzweigten Haare sind andeutungsweise erkennbar)


    das wars.


    lg björn

    So hier kommt jetzt der 3. und letzte Teil der dritten "Pilzfestival"-Exkursion. Mit den Dingern hier können vielleicht etwas mehr Leser etwas anfangen, denke ich, jedenfalls mehr als mit den winzigen Scheibchen oben :D


    chalciporuspiperatus1.jpg
    Pfeffer-Röhrling, Chalciporus piperatus


    oudemansiellamucida2a.jpg


    oudemansiellamucida2b.jpg


    oudemansiellamucida2e.jpg


    oudemansiellamucida2g.jpg


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    Buchen-Schleimrübling, Oudemansiella mucida


    hygrocybeviola1a.jpg


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    Veilchen-Saftling, Hygrocybe viola [pers. Erstfund]


    marasmiussetosus1.jpg
    Niederliegender Schwindling, Marasmius setosus
    Anmerkung: Der Hut war gerade mal 0,8 mm breit!


    typhulasetipes1.jpg
    Haarstieliges Sklerotienkeulchen, Typhula setipes


    gloeophyllumodoratum3a.jpg
    Fenchel-Tramete, Gloeophyllum odoratum


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    cyphellostereumlaeve1b.jpg


    cyphellostereumlaeve1c.jpg
    Glatter Becher-Schichtpilz, Cyphellostereum laeve [pers. Erstfund]
    Anmerkung: extrem seltene Art, bisher nur wenige Nachweise in Deutschland. Leider existieren keine ausführlichen, aktuellen Fundübersichten. In "Pilze Baden-Württembergs" jedenfalls nur 13 Fundpunkte eingetragen.
    Auffallend hier dran ist, dass es KEINER der üblichen, moosparasitierenden Lamellenpilze ist (Arrhenia), sondern ein "Aphyllophorales", auf dem Ausschnitt im oberen Bild erkennt man deutlich, dass die Fruchtkörper das Moos sogar umwachsen. Eine Eigenschaft, die kein Lamellenpilz vorweisen kann und typisch ist für Porlinge und Rindenpilze.


    So dat müsste es gewesen sein, vor lauter Funde kriegt man hier keine Übersicht mehr :D moment, einen hab ich noch:


    trichophaeawoolhopeia3b.jpg
    Woolhope's Braunhaarborstling, Trichophaea woolhopeia
    Zum 43.564 Mal :D


    lg björn

    Hallo,


    also die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) ist das nicht. Dem Aussehen nach könnte es in Richtung Arcyria nutans gehen (wenn man googelt, findet man das eine oder andere Stadium, in dem dieser Pilz durchaus gelb ist...wenn er älter wird, ist er allerdings nicht mehr gelb).


    Sry aber ich bin leider kein Schleimpilz-Experte :D


    lg björn


    Hallo Björn,


    tolle Porträts - danke fürs Zeigen. Deine Leotia atrovirens erinnert mich stark an Microglossum viride - was meinst Du?


    Gruß, Andreas


    Hi Andreas,


    das ist diskussionswürdig. Die Mikromerkmale passen prinzipiell sowohl auf L. atrovirens als auch auf Microglossum viride. Dem Aussehen nach könnte es durchaus M. viride sein, ich hatte mich nämlich bei der Untersuchung schon gewundert, warum der Stielteil derart glatt in den Kopfteil übergeht. Leotia atrovirens soll wohl, falls es sie denn gibt, ähnlich gestaltet sein wie Leotia lubrica, die man ja gewöhnlich in allen möglichen Farben zwischen gelbbraun und olivgrün finden kann. Demzufolge schließe ich mich eigentlich der Auffassung an, dass es eine Leotia atrovirens nicht gibt, insbesondere, weil ich mich jetzt intensiver mit der Problematik befasst habe.


    Ich sehe hier auch eine Microglossum viride, die ich vor lauter Gedanken an Leotia lubrica oder L. atrovirens nicht einbezogen habe. Zumal ich diese Erdzunge noch nie in natura gesehen habe. Für gewöhnlich reicht es ja schon, die Art irgendwo schonmal auf nem Foto gesehen zu haben, um sie am Standort wiederzuerkennen (das klappt eigentlich relativ gut soweit, kann Ralf bestätigen :D ). Hier muss ich allerdings gestehen, dass meine vorhandenen Bilder in der Literatur nicht aussagekräftig sind, damit sich mir die Gestalt dieser Art einprägt...selber schuld :rolleyes:


    nichtsdestotrotz ein erfreulicher Fund und natürlich Dank an dich, Andreas, für den Hinweis. Nach Überprüfung komme ich auch zum Schluss, dass es sich um Microglossum viride, die Grüne Erdzunge, handelt. Diese Art ist natürlich, wie nicht anders zu erwarten, selten :D


    lg björn

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    scutelliniascutellata3c.jpg


    scutelliniascutellata3d.jpg
    Scharlachroter Schildborstling, Scutellinia scutellata
    Fruchtkörper 2-10 (15) mm breit, mit braunen, relativ auffallenden Randhaaren, ohne Stiel, auf Holz.


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    Dahlheuser's Schildborstling, Sphaerosporella dahlheuseri [pers. Erstfund]


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    Zitronengelbes Reisigbecherchen, Bisporella citrina
    Fruchtkörper 0,5-2 mm breit, ohne Randhaare, mit sehr kurzem Stielteil dem Substrat aufsitzend, meistens an abgestorbenem Buchenholz (unberindet).


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    leotiaatrovirens1b.jpg
    Grüne Erdzunge, Microglossum viride [pers. Erstfund]
    Fruchtkörper bis 30 mm hoch, Kopfteil bis etwa 8 mm breit, auf Erdboden wachsend.


    Teil 3 folgt später, ich muss los, arbeiten :D

    lg björn

    Hallo,


    Rada und ich haben uns besagten letzten Samstag erneut an einen Tisch gesetzt und uns überlegt, wohin wir diesmal gehen können, wobei man sagen muss: Der Mann ist auf alles vorbereitet, ein exzellenter Exkursionsführer und ein wissbegieriger Pilzkenner. Wenn wir zusammen in die Pilze gehen, platzen Gürtel und brechen Brillengestänge über...so rasant geht es da zu (nein, wir haben uns NICHT gekloppt) :D


    Aber zur Sache: Die Blindfische (Ralf, ich) waren natürlich aufgrund der Abwesenheit eines Adlers (Melanie) völlig orientierungslos, und so haben wir nur 1/3 der eigentlichen Ausbeute gefunden. WAS wir dann aber gefunden haben, sind z.T. recht interessante Sachen. Ihr seht selbst ;)


    Ich werde euch als Hilfe ein paar Merkmale zu jeder Art schreiben, damit ihr eine ungefähre Vorstellung davon habt, wie dat so aussieht.


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    aleuriaaurantia2.jpg
    Orangebecherling, Aleuria aurantia
    Fruchtkörper 10-120 mm breit, ohne Randhaare, ohne Stielteil, auf Erdboden.


    humariahemisphaerica5a.jpg


    humariahemisphaerica5c.jpg
    Halbkugeliger Borstling, Humaria hemisphaerica
    Fruchtkörper 6-20 mm breit, mit braunen Randhaaren, ohne Stielteil, auf Erdboden.


    lamprosporadicranellae1.jpg


    lamprosporadicranellae1.jpg


    lamprosporadicranellae1.jpg
    Kleingabelzahnmoosbecherling, Lamprospora dicranellae [pers. Erstfund]
    Fruchtkörper 1-3 mm breit, ohne Randhaare, aber mit steriler Randzone, ohne Stielteil, auf Erde in Verbindung mit Moosen.
    Anmerkung: Es ist nicht abschließend geklärt, ob die Art an Dicranella oder an Ditrichum wächst.


    leucoscyphaleucotricha3.jpg
    Weißhaariger Borstling, Leucoscypha leucotricha
    Fruchtkörper 5-18 mm breit, mit weißen Randhaaren, ohne Stielteil, auf Erde (mit Moos vergesellschaftet?).


    octosporaleucoloma1a.jpg


    octosporaleucoloma2c.jpg
    Weißrandiger Moosbecherling, Octospora leucoloma [pers. Erstfund]
    Fruchtkörper 1-4 mm breit, ohne Randhaare, jedoch mit filzigem, sterilem Rand, ohne Stielteil, auf Erde mit Moosen vergesellschaftet (Bryum).


    pezizabadia3.jpg
    Kastanienbrauner Becherling, Peziza badia
    Fruchtkörper 50-130 mm breit, ohne Randhaare, ohne Stielteil, auf Erde.


    pezizagerardii3.jpg
    Gerard's Violettbecherling, Peziza gerardii
    Fruchtkörper 2-15 mm breit, ohne Randhaare, aber mit sterilem, körnigen Rand, ohne Stielteil, auf Erde.
    Anmerkung: makroskopisch den Funden aus anderen Gebieten überhaupt nicht ähnelnd, ergab die mikroskopische Untersuchung genau diese Art.



    So Teil 2 folgt heute Abend oder spätestens morgen ;)

    lg björn


    Melanie, die Detailauflösung sieht doch gut aus, da geht bestimmt noch was mit Ausschnittsvergrößerung. ;)


    Danke Helmut, für die aufmunternden Worte, du weißt ja auch nicht, wieviele Fotos ich gleich nach dem hochladen wieder gelöscht habe :(
    Ich hatte mir auch mal was vergrößert, aber dann wird ´s richtig übel, ziemlich verschwommen. Da muss ich wohl noch dran arbeiten. Mich tröstet aber, dass mir die Fotos der Großpilze dann doch einigermaßen gelingen :)


    Gruß,
    Melanie


    Hör auf jetzt, soviel Quatsch zu reden, die Fotos sind alle gut. Schluss.


    lg björn


    Hallo Björn,


    mit Pluteus gehe ich mit Dir konform. Würde aber den Runzeligen Dachpilz (Pluteus phlebophorus) vorschlagen. Die Frage wird sich wohl ohne Mikromerkmale nicht sicher beantworten lassen.


    Gruß, Andreas


    Ja, die phlebophorus hätte ich direkt hinter der plautus schreiben können, aber ich war mal wieder zu faul (bzw. mir fiel in der Sekunde der Name nicht mehr ein).:D


    lg björn