Beiträge von bwergen

    Den solltest du mal mit dem Gemeinen Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) vergleichen. Das ist eine Art, die speziell (nicht ausschließlich) im Winterhalbjahr anzutreffen ist und bis 40 mm breite Hüte bildet.


    Trompetenschnitzlinge sind Braunsporer, als solche verwandt mit den Risspilzen (Inocybe). Es gibt in ME 6 Arten dieser Gattung.


    lg björn

    Hallo und guten Abend,


    in meiner Plastikbox haben bis jetzt noch zwei Funde auf eine Bestimmung gewartet, beide mit relativ unscheinbaren, dunklen Fruchtkörpern. Einer von ihnen stammt noch aus dem Bergischen Land, der andere wurde in der Drover Heide gemacht. Beide möchte ich hier anhand von Fotos und kurzen Beschreibungen vorstellen ;)



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    1. Brombeer-Spaltbecherchen (Hypoderma rubi)
    Kennmerkmale: Fruchtkörper 0,5-2 mm lang und bis 0,8 mm breit, schwarzbraun mit graubraunem Rand, bei Trockenheit geschlossen, bei Feuchtigkeit sich spaltartig öffnend, breit dem Substrat aufsitzend. Sporen langelliptisch, mehrreihig in keulenförmigen Sporenschläuchen enthalten, Paraphysen auffallend stark verbogen, fadenförmig.
    Funddaten: 29.09.11, Bergisches Land, an abgestorbenen Stängeln von Kanadische Goldrute (Solidago canadensis).



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    2. Gras-Spaltlippe (Lophodermium graminum)
    Kennmerkmale: Fruchtkörper 0,2-0,7 mm lang, 0,1-0,4 mm breit, schwarzbraun bis schwarz, mit deutlich hellerem Rand, selbst bei Trockenheit geöffnet. Sporen lang fadenförmig.
    Funddaten: 17.10.11, Drover Heide, an abgestorbenen Grasresten.


    Bemerkungen:
    Die beiden hier gezeigten Arten sind verwandt mit dem relativ häufigen und bekannten Runzelschorf (Rhytisma acerinum), welcher im Herbst zwar teerartige Flecken an Ahornblättern ausbildet, im Frühjahr jedoch an eben diesen Blättern (die als Laub feucht auf dem Boden liegen) kleine, becherförmige Fruchtkörper ausbildet, die ebenfalls spaltartig geformt sein können und sich bei Trockenheit schließen. Dazu später mehr, wenn ich diese Art im nächsten Frühjahr näher untersuche.
    Lophodermium graminum hat mich insofern überrascht, als dass das makroskopische Erscheinungsbild eher einem Kernpilz der Ordnung Pleosporales (Leptosphaeria, Pleospora) ähnelte, erst unter x40-facher Vergrößerung kam dann die große Überraschung. Wie ihr selbst auf dem Makrofoto (oben) erkennen könnt, sieht man außer schwarzen Punkten nicht besonders viel. Bei näherer Betrachtung jedoch tut sich dann sowas auf...


    lg björn

    Tja kommt drauf an, wo du herkommst. Wenn du aus der Gegend Köln-Bonn-Aachen-Düsseldorf bist, kann ich dir in der Nordeifel eine Exkursion anbieten ;)


    bis auf die Vorstellung, das Sporenpulver aus den Lamellen herausrieseln zu sehen, ist alles richtig soweit. Da die Sporen winzig klein sind, selbst in größeren Menschen, kann man sie ohne weiteres nicht erkennen, es sei denn, sie fallen in Massen auf einen bestenfalls gegenfarbigen Untergrund.


    lg björn

    Jo gibts, abgesehen von den anderen 5-7 Hallimasch-Arten der Gattung Armillaria sicherlich noch mit diversen Schüpplingen (Pholiota). Ansonsten fällt mir grad keine Art ein, die büschelig wächst und so aussehen könnte wie der Hallimasch.


    lg björn


    Hier möchte ich auch mit Bestimmtheit sagen, es ist der grünblättrige Schwefelpilz. Die Lamellen sind grünlich gefärbt, Verwandter Pilz, gleichaussehend der Rauchblättrige Schwefelpilz, einzigstes Merkmal zur Unterscheidung sind seine rauchgrauen Lamellenfarben.
    Hoffe ich habe mich richtig ausgedrückt?


    Gruß Moni


    Fast, relativ gut aber den Unterschied zwischen den beiden Arten hervorgehoben. Nur: bleib beim "Schwefelkopf", nicht "Schwefelpilz" ;)


    lg björn

    Interessant, wie saisonal die Fragen kommen...kaum ist die Zeit des Hallimaschs, schon gibts Fragen en masse. Ich könnte hier sitzen und jede einzelne Frage notieren, um am Ende eines Jahres festzustellen, welcher Pilz am häufigsten "nicht" erkannt wurde (oder angezweifelt).


    Hallimasch ist richtig ;)


    lg björn



    Soll ichs dir genau sagen? Ohne Mikroskop ist es nicht nur "nicht so einfach", sondern unmöglich.


    lg björn

    Ramaria stricta ist relativ variabel was Größe, Ausformung der Verästelungen und der Farbe angeht. Für gewöhnlich sind die Verästelungen vergleichsweise spärlich, dafür die einzelnen Äste lang und nach oben gerichtet. Die Farbe spielt sich im Intervall zwischen blassgelblich und gelbbraun ab.


    Die Steife Koralle ist mehr oder weniger direkt an Holz gebunden, während andere Korallenarten der Gattung Ramaria auf Erdboden wachsen.


    Weitere Bestimmungsmerkmale wären nur mikroskopisch zu untersuchen (Sporenform, Sporenmaße).


    lg björn


    Und alle Pilze so dicht an dicht, ich denke mal das müsste doch auch schon ein Merkmal sein, was die Gesamterscheinung der Pilze betrifft. (...) Die wachsen nicht so dicht aneinander.


    Das dicht rasige Wachstum ist alleine KEIN Bestimmungsmerkmal!


    Bestimmungsmerkmale bzgl. der Art des Wachstums sind:
    büschelig, nicht büschelig, rasig(im Sinne von Coprinellus disseminatus, bitte die übrigen Merkmale beachten)


    lg björn

    Was unter "Habitus" gemeint ist: Deine abgebildeten Fruchtkörper haben am Stiel einen Ring (=Stielring), der nicht nur irgendwie flockig oder als Ringzone besteht, sondern gut ausgeprägt ist. Arten der Gattung "Pholiota" hätten dies nicht, sie neigen durch den Aufbau des Velums eher dazu, eine Ringzone auszubilden, welche durch herabfallende, dunkle Sporen im Alter entsprechend dunkel wird. Diese dunklen Sporen sind ein Unterscheidungsmerkmal zum Hallimasch, der ein Weißsporer ist. Zu erkennen ist die Sporenpulverfarbe einfach anhand herabgefallener Sporen auf den Hüten anderer Fruchtkörper, an der Ringzone oder an einem speziell dafür angelegten Sporenabwurfpräparat.


    Zu den "Schuppen" der Hypholoma-Arten: Diese gibt es durchaus, beispielsweise bei Hypholoma fasciculare. Sie sind nur keineswegs Bestandteil der Hutdeckschicht (wie bei Armillaria, Pholiota), sondern ein Überbleibsel des Velums, welches die Lamellen des jungen Fruchtkörpers geschützt hat.


    lg björn

    Also jetzt seid mal ehrlich: wo ist dieser Faserling (Psathyrella) denn büschelig? Die Fruchtkörper wachsen dicht gedrängt rasig. Der Büschelige Faserling (Psathyrella multipedata) hat ein büscheliges Wachstum, einen wesentlich helleren Hut, einen dickeren Stiel, einen faserigen Stielring usw. Der fällt also völlig raus.


    Ich gehe davon aus, dass es sich wieder mal um eine Psathyrella gracilis s.l.-Verwandte handelt, wenn nicht gar die eigentliche Psathyrella gracilis s.str.


    Ein vergleichbares Bild gibt es im Internet, ebenfalls als Psathyrella gracilis bezeichnet:


    Psathyrella gracilis


    lg björn


    Hallo bwergen,
    vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar zu meiner lückenhaften Beschreibung.
    Wenn ich dann nochmal einen solchen Beitrag schreibe sollte, werde ich vorher die Verpackungen bei Lidl gründlicher studieren.


    Insgeheim weißt du ja, wie ich das gemeint habe, ich habe nur diesmal kein smiley dahintergesetzt, das unterstreicht aber nicht unbedingt, dass ich das jetzt alles ernst gemeint habe. ;)



    Nochmal zurück zur HDS. Es soll den einen oder anderen Schlüssel geben, in dem der Aufbau der HDS aus Hyphen oder runden Zellen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist. Aber vielleicht wird das ja bei dir künftig keine Rolle mehr spielen.


    Viel Spaß weiterhin.


    Du beschreibst einen Dachpilz (Pluteus). Hast du dir die HDS verschiedener Dachpilze mal genauer angeguckt? Die besteht immer aus Hyphen. IMMER. Egal, wie diese aussehen. Falls du jetzt damit längliche Zellen meinst, dann meinst du "HDS hyphig", aber nicht "HDS aus Hyphen aufgebaut". Das ist zwar auch korrekt, ist aber keine nutzbare Aussage.


    Die HDS von Dachpilzen kann aus birnenförmigen, hymeniform angelegten Zellen bestehen, oder aus parallel liegenden Hyphen mit vereinzelt hervorragenden, haarähnlichen Zellen usw.


    Was du tun kannst: fertige beim nächsten Mal einen ganz ganz feinen Querschnitt der HDS an. Da machste ein Quetschpräparat draus und fotografierst einfach mal das, was zu sehen ist. Daraus könnte man dann Erkenntnisse ziehen, und du hast außerdem die Möglichkeit, evtl. auch mit meiner Unterstützung zu benennen, was man da sieht.


    lg björn


    HDS (Hutdeckschicht) und Stiel mit Hyphen, Schnallen vorhanden


    Erscheint logisch ne? Ist in etwa so als würdest du im LIDL ne Packung Frischkäse kaufen und diese mit "hat ne Verpackung" beschreiben. Das sagt nix über die "Verpackung" aus.


    Was ich sagen will: praktisch jeder pilzliche Organismus baut sich aus Hyphen auf. Was die HDS angeht, ist es bedeutend festzustellen, ob diese hymenodermatisch oder trichodermal ist, ob sie aus liegenden Hyphen besteht, ob sie aufgrund der schon makroskopisch feststellbaren schleimartigen Konsistenz vielleicht eine Ixocutis aus gelifizierten, aufsteigenden Hyphen ist, oder vielleicht doch "marasmioid", d.h. von unzähligen Divertikeln übersät ist? Bei manchen Arten kommt das Pigment in den Vordergrund, das verantwortlich ist für die Färbung des Hutes: epimembranär, intrazellulär usw?


    lg björn (Verwirrung stiftend?)


    ja stimmt ziegenbart ist sehr volkstümlich. meinte damit clavulina cristata.


    hatte gestern so ein exemplar mitgenommen und so eingeordnet.


    Auwei, ich glaub, die Kammkoralle würde sich freuen, hätte sie den Namen Ziegenbart, der war nämlich eigentlich reserviert für die essbaren, etwas größeren und auffälligeren Arten der Gattung Ramaria :D

    Da ich noch im Kennenlernen der verschiedenen Pilzhabitus bin, bringe ich das Mikroskop noch nicht in Einsatz. Die Anschaffung ist aber nur eine Frage der Zeit.


    Und um da dann einzusteigen, werde ich dich unterstützen. Dazu wird es später auch den Beitrag "Einführung in die Mikroskopie" geben, den ich unten im Forum schonmal angedeutet habe.


    lg björn


    bei den roten Laccaria bin ich mir nicht sicher ob die Unterscheidung makroskopisch immer gelingt


    Das ist das Stichwort. Es gibt in Mitteleuropa anscheinend mindestens 11 verschiedene Arten der Gattung Lacktrichterling (Laccaria), die systematisch in die Familie Hydnangiaceae (Heidetrüffelverwandte) gehören (diese wiederum zu Agaricales, also den Champignonartigen). Die besondere Stellung der Laccarien ergibt sich aus ihrer makro- und mikroskopischen Morphologie, sie kommt vor allem bei Laccaria tortilis zum Vorschein (z.T. "secotoide" Fruchtkörperbildung).


    Jedenfalls kann man die rötlichen Lacktrichterlinge dutzende Male mikroskopieren, die Sporen sind meistens rundlich. Die Sporen von Laccaria laccata sind aber, mindestens in der Originalbeschreibung und entsprechend in den meisten Literaturangaben, nicht rundlich, sondern breitelliptisch. Hier liegt also ein Irrtum vor: die rötlichen Lacktrichterlinge, die wir so häufig zu finden vermögen, sind überwiegend gar nicht Laccaria laccata, sondern Laccaria tetraspora. Der "Echte" Rote Lacktrichterling (Laccaria laccata) ist meines Wissens sogar nur oder mindestens überwiegend aus Skandinavien bekannt (Schweden).


    Also: beim nächsten Mal, wo ich das Ding finde, pack ich es mit ein und schau mir das "Dilemma" mal selbst an. Ergebnisse gibts dann hier im Forum, damit dat für alle klar ist ;)


    lg björn

    Also die in Frage kommenden Arten sind auf jeden Fall Ramaria stricta und eventuell noch Ramaria eumorpha sowie deren nähere Verwandte (kommt drauf an, welche Begleitbäume dabei waren).


    Der Begriff "Ziegenbart" ist in der Tat irreführend und in heutiger Zeit eigentlich nicht mehr zu verwenden, da nur bestimmte Arten der Gattung Ramaria als "Ziegenbart" bezeichnet wurden, ohne dabei den Rest der Gattung (und das sind gut 40 Arten) zu betrachten. Da es eine volkstümliche Bezeichnung ist, die somit gewissermaßen mit aktueller taxonomischer Definition konkurriert, ja sogar eine Untergattung suggeriert, die es gar nicht gibt, sollte man der Übersicht halber eben von dieser Bezeichnung absehen.


    Ich hoffe ihr versteht meinen Standpunkt ;) :D


    lg björn


    Buliz hat nicht "Laccaria laccata" geschrieben. Lies was da steht! Laccaria tetraspora. Aber ohne Erklärung weiß hier niemand, was gemeint ist, Buliz. Soll ich die nachliefern oder machst du das selbst?


    lg björn

    Nr 1 sieht eher aus wie Pholiota jahnii, Pinsel-Schüppling. Ich hab diese Arten noch nie selber gesehen, von daher kann ich keine genauen Erfahrungen liefern. P. apidosa stelle ich mir, laut Literatur, mit schmierig-schleimiger Hutoberfläche vor ;)


    lg björn