Beiträge von bwergen


    Wie ist das denn bei Armillaria mellea? Der soll doch auch bioluminezent sein. Lohnt es sich mal nachts beim Gemeinen Hallimasch um die Ecke vorbeizuschauen? Und wenn ja, leuchtet da nur das Myzel (bzw. diese rhizomorphen Stränge unter der Rinde) oder auch der Fruchtkörper?


    Gruß, Til


    Das habe ich ganz ehrlich gesagt selbst noch nicht beobachtet und wüsste auch jetzt nicht zu sagen, ob das korrekt ist. Falls überhaupt, dann wären es vermutlich die Rhizomorphen, die diese Bioluminiszenz aufweisen.


    lg björn

    Hallo,


    es gibt zwei Arten:


    Tremella aurantia, die oft von einem Schichtpilz (Stereum) begleitet wird, an dem diese Art parasitiert.


    Tremella mesenterica, für gewöhnlich ohne Schichtpilz.


    Sichere Bestimmung im Zweifelsfalle nur mikroskopisch möglich. Ich hab nachgeguckt, ob ich die beiden Arten irgendwo in meiner Datenbank in einem Schlüssel finde, aber weder JÜLICH 1984 noch KRIEGLSTEINER (Pilze Baden-Württembergs, Band 1) führen sie auf. D.h. es wäre eine detaillierte Suche nötig, ich erinnere mich aber glaube ich an irgendeinen Artikel in der ZfM oder einer anderen deutschen Pilzzeitschrift.


    lg björn


    Hallo Robby,
    Gut möglich, dass ich irre, aber ich würde deinen Fund eher bei den Dachpilzen (Pluteus) einordnen. Vielleicht der Graue Dachpilz (Pluteus salicinus), wobei das abgebildete Exemplar dafür ein bisschen zu dunkel ist.


    Gruß, Fabian


    Scheint so. Er hat vermutlich recht: Das ist ein Helmling (Mycena), es fragt sich nur, wie breit denn der Hut war, es ist bei diesem Foto schwierig, die Größe einzuschätzen.


    Falls es denn einer ist, so kommen einige Arten in Frage, bei insbesondere einer der Nitrathelmlinge (M. stipata, M. leptocephala usw.) durchaus möglich wäre. Ich wette, das Fotografieren der Unterseite bringt keine weiteren Erkenntnisse.


    Mikroskopie schon.


    lg björn

    Hallo,


    ich komme nicht umhin, euch hier die "neue" Webseite der Pilze-AG Jülich vorzustellen. Es gab bzw. gibt sie zwar schon seit Mai 2011, aber sie wurde bzw. wird gerade von mir komplett erneuert. Sie hat jetzt eine richtige Galerie mit momentan noch überwiegend meinen eigenen Pilzbildern und wird nun zukünftig auch mehr Fachbegriffe aus dem Bereich der Pilzkunde bearbeiten und erklären.


    Pilz AG VHS Jülich


    Die von mir gehaltenen Vorträge werden dort unter der Rubrik Vorträge einzusehen sein. Ihr könnt ja schonmal gucken, 2 Vorträge sind bereits komplett hochgeladen.


    Wenn das mit der steigenden Mitgliederzahl so weitergeht, werden wir bald noch Mitgliedsbeiträge erheben und ein Pilzjournal mit Fachbeiträgen (kostet dann im Abo 30€ und erscheint 4 mal im Jahr) veröffentlichen :D


    Die Mitglieder der Pilze-AG wünschen allen Besuchern viel Spaß mit der Webseite, die auch aufzeigen soll, was die Pilzwelt offenbart, wenn man genauer hinschaut ;)
    lg björn

    Schöne Fotos, dryocopus, die gefallen mir. Der ockerfarbene Baumpilz sieht nach Crepidotus mollis aus, der flächige Überzug nach Diatrype stigma s.l. (da gibt es mittlerweile mehrere Arten).


    lg björn

    Hallo,


    Um vom Bahnhof zur Uni (HumF Uni Köln, in der Nähe des Ehrenfeldgürtels) zu kommen, bedarf es einen kleinen oder größeren Fußweges (je nach dem, ob man gewillt ist, mit der Straßenbahn zu fahren). Auf diesem Weg zur Uni komme ich an einem großen Friedhofsgelände vorbei, dem sog. MELATENFRIEDHOF. "Melaten" war im 12. Jahrhundert, also während der Gründung des Zentralfriedhofs, ein Heim für Kranke und Aussätzige (siehe auch fr.: malade = krank). Naja entfernen wir uns von jeglicher Ethymologie und schauen uns stattdessen lieber die Pilzwelt an. Der Melatenfriedhof ist komplett umrandet von einer 2m hohen, an der Spitze abgeschrägten Mauer. HÄ? Mitten in Köln? AUF EINER MAUER? PILZE? HAST DU NOCH ALLE TASSEN IM SCHRANK???


    octosporamuscimuralisst.jpg
    Standortfoto


    Den Blicken neugieriger Passanten zum Trotz "kroch" ich also an der Mauer entlang auf der Suche nach kleinen Pilzen in den dort aufsitzenden Moospolstern des Polster-Kissenmooses (Grimmia pulvinata).


    octosporamuscimuralisst.jpg
    Polster-Kissenmoos, Grimmia pulvinata (ja ich weiß, Handyfoto, ich war ja an der Uni und nicht auf ner Pilzexkursion :D )


    Nach kaum mehr als 2 Minuten, denn ich war ja grad auf dem Heimweg, um die nächste Straßenbahn zu kriegen, hatte ich auch schon diese hier gefunden:


    octosporamuscimuralis1a.jpg


    octosporamuscimuralis1b.jpg


    octosporamuscimuralis1c.jpg
    Polsterkissenmoosbecherling, Octospora musci-muralis [bislang nur 2 Fundpunkte aus Bochum, Bot. Garten]


    Zu dem Becherling: Es handelt sich tatsächlich um die auch schon von uns (Rada und mir) gesuchte Art, die genau die Moosarten besiedelt, die an Mauern wachsen bzw. sonnenexponierte Standorte bevorzugen. Solche Standorte sind meistens trocken. D.h. die Standortansprüche des Becherlings (feuchtes Wetter) stehen im Gegensatz zu denen des Mooses. Also ist der Becherling auf die feuchte Jahreszeit beschränkt, und diese ist nunmal das Winterhalbjahr. Da es seit einigen Tagen auch kräftig geregnet hat und sozusagen Dauerfeucht ist, aber noch nicht friert, hat die Art optimale Wachstumsbedingungen. Ich wundere mich trotzdem, wie schnell das ging: Standort ausgemacht, gezielte Suche, und im 4. Moospolster waren sie drin. Aber richtig schöne große Fruchtkörper (2-7 mm breit!).


    Toll. DAS mag ich an der Mykologie :D


    Ich hoffe, einige von euch auch ;)


    Für nähere Infos, gerne fragen.


    lg björn

    Das Ding ist angekommen, sehr schön verpackt in einer Streichholzschachtel :D


    p1170581.jpg
    Großsporiger Gallertbecher, Ascocoryne cylichnium



    Vielen Dank an Chris für das Zuschicken des Fundes. Auffallend waren die recht großen Sporen (29-33x5-7,5 µm), die die Standartmaße von A. cylichnium (21-28x5-6 µm) deutlich überschritten haben.


    lg björn


    Hallo Björn!


    Die von Dir zitierte Aussage ist ernsthaft und ehrlich gemeint. Eine Menge Leute vertraut Dir!


    Fredy


    Ok. Dabei mache ich nichts anderes als jeder andere hier im Forum auch. Ich finde es daher immer etwas merkwürdig, wenn ich im Text extra hervorgehoben werde...


    lg björn

    antrodiellasemisupina1c.jpg


    antrodiellasemisupina1a.jpg


    antrodiellasemisupina1b.jpg
    Spitzwarzige Tramete, nl: Gilbende Gulrandet Elastikporesvamp, Antrodiella hoehnelii [Erstfund für Bergisches Land]


    macrotyphulafistulosa1.jpg
    Röhrige Keule, Macrotyphula fistulosa [Erstfund für Bergisches Land]


    eutypaflavovirens1f.jpg


    eutypaflavovirens1a.jpg


    eutypaflavovirens1b.jpg


    eutypaflavovirens1c.jpg


    eutypaspinosa1e.jpg
    Grüngelber Kohlenkrustenpilz, Eutypa flavovirens [Erstfund für Bergisches Land]


    eutypaspinosa1a.jpg


    eutypaspinosa1b.jpg


    eutypaspinosa1c.jpg


    eutypaspinosa1d.jpg


    eutypaflavovirens1g.jpg
    Stacheliger Kohlenkrustenpilz, Eutypa spinosa [Erstfund für Bergisches Land]


    lg björn


    Falls du das Ding bestimmt haben willst, kannst du es mir auch zuschicken, ich hab hier sozusagen ein Bestimmungslabor :D


    Der Name "Fleischroter Gallertbecher" ist in der Tat irreführend, man könnte besser sagen "Kleinsporiger Gallertbecher". Der Tip kommt daher, weil ich beide Arten schon oft genug gesehen und mikroskopiert habe. Ich glaube nicht, dass man das durch Beschreibung beweisen kann.


    lg björn

    Es gibt ja gar nicht so viele Stäublinge, trotzdem bin ich jetzt etwas verwirrt. :rolleyes:


    Viele Grüße
    Graubart




    Ich geh davon aus, dass deine oben abgebildeten Stäublinge den Flaschenstäubling (L. perlatum) zeigen, das Bild vom 15. Sept. aber den Weichlichen Stäubling (L. molle) oder den Grauen Stäubling (L. lividum). Es gibt übrigens wesentlich mehr Stäublinge, als du glaubst. Die Gattung Lycoperdon ist sehr unübersichtlich, da viele Arten in einschlägiger Literatur kaum behandelt werden und nur mit Spezialliteratur bestimmbar sind.


    lg björn


    Nicht zu vergessen, Ascocoryne turficola. Die Gattung besteht nicht nur aus den beiden genannten Arten. Mit dem Mikro ist das aber schnell entschieden, da die Arten völlig unterschiedliche Sporengrößen haben. Ich würde hier eher auf A. sarcoides tippen.


    lg björn


    Ich hab mal gehört, dass der Ölbaumtrichterling im Dunkeln leuchtet - stimmt das?


    Schöne Grüße nach Portugal!


    Merlena


    Ja, das ist korrekt, dabei handelt es sich um Biolumineszenz, d.h. sowohl das Myzel als auch die Lamellen leuchten tatsächlich im Dunkeln. Interessanter Effekt, den ich auch gerne mal live sehen würde.


    lg björn

    [1] Armillaria mellea


    [2] Rhodocollybia butyracea (var. asema)


    [3] Lepista nuda


    [4] Laccaria tetraspora


    [5] Cystoderma amianthinum


    [6] Amanita gemmata


    [7] Tricholoma saponaceum


    [8] Hypholoma fasciculare


    [9] Cortinarius (Tel.) cf. umbrinolens


    [10] Russula sp.


    [11] Russula ochroleuca


    [12] Clitocybe metachroa


    [13] Clitocybe cf. candicans/dealbata


    lg björn

    Du stellst fest: Sporenpulver schwarz, aber sagst "Helmling"?


    Helmlinge haben weißes Sporenpulver; Tintlinge, Faserlinge und Champignons dunkles, oft pechschwarzes Sporenpulver. Unbedingt merken, das ist das 1x1 der Pilzkunde.


    Also: Du hast hier einen Tintling der Gattung Parasola, da er insgesamt einen "Scheibchentintlingshabitus" zu haben scheint und kaum zerfließt. Schau dir einfach mal Parasola auricoma, Braunhaariger Tintling, an ;)


    lg björn



    Fein. Schöne Fotos, auch wenn ich nicht die Zeit habe, sie mir alle anzugucken, falls du mir Fotos von Kleinpilzen zuschicken willst, ich brauche Unmengen an Material für meine Datenbank ;)


    Cyathicula coronata => Crocicreas coronatum!


    Rada: Den versuchen wir morgen auch mal zu finden ok? Wird vielleicht nicht ganz so schwierig werden (wächst sehr gerne an Eschenblattstielen und Krautstängel).


    lg björn