Beiträge von bwergen

    Also nach mehrmaligem Anschauen der Bilder und intensiven Überlegungen komme ich zum Schluss:


    Pleurotus ostreatus, Austernseitling.


    Grund:
    a) es ist kein gelber Stielteil erkennbar, beim Muschelseitling ist der Stielteil zwar abgegrenzt vom Hutteil, aber dennoch schwer voneinander zu trennen.
    b) Die Lamellenfarbe stimmt nicht
    c) die Lamellenschneide sowie der Lamellenverlauf passen nicht zu S. serotina.
    d) Der Hut sieht insgesamt zu zerbrechlich aus, passt eher auf Austernseitling als denn auf Muschelseitling
    e) Hutfarbe passt nicht, der Muschelseitling hat in fast allen Fällen irgendwo olivgrünliche Farbtöne, die hier gezeigten Fk zeigen aber nur Grautöne.



    lg björn


    Hallo,
    ja hoffe auch das die experten sich melden,hoffe insgeheim auf björn.
    Gruß Gerhard


    Die Hoffnung ist nicht ganz fehl am Platze :D


    Ich sehe hier relativ klar eine Art der Gattung Peziza, genauer gesagt: Peziza varia s.l.


    Das sensu lato (= im weiteren Sinne) zeigt auf, dass es sich um einen Artenkomplex handelt, in dem sich auch P. repanda, P. micropus, P. cerea und andere befinden, wobei ich P. cerea aufgrund des Standortes schon ausschließen würde.


    Mit Peziza varia s.l. dürftest du eigentlich aber schon gut bedient sein :P


    lg björn

    Der blaue Lamellenpilz: Mycena pseudocorticola. Ich nehme an, dich interessiert der Name des Pilzes :D


    Charakteristisch ist das Erscheinen im Winterhalbjahr an bemooster Rinde von Weiden/Erlen und die blaugrauen Fruchtkörper, deren Hüte kaum mehr als 10 mm breit sind.


    lg björn

    Nectria, Ralf, Nectria. Mit C :D


    Der Buchstabe "k" ist in botanischen Bezeichnungen sehr selten und eigentlich nur da anzutreffen, wo bestimmte Personennamen "lateinisiert" worden sind (Bsp.: Kühner: Kuehneromyces mutabilis; Kirschstein: Kirschsteiniothelia aethiops)


    lg björn

    Jo sammel du ruhig genug Stöckchen, die kriege ich nämlich relativ schnell und bequem bestimmt, ohne dass sie mir wegfaulen. Außerdem habe ich ja bereits 1 Jahr intensive Erfahrung mit dem Bestimmen von solchen Kernpilzen, da geht sowas etwas einfacher :D


    V. melanodiscus war auch an einem Erlenzweig. Scheint nach Literatur auch das typische Substrat für diese Art zu sein, obwohl sie mikroskopisch identisch ist mit V. pini gehe ich davon aus, dass es zwei unterschiedliche Arten sein sollten, da es einige deutliche makroskopische Differenzen gibt.


    lg björn

    Demnächst komme ich ins Bergische Land und hole mir da die Kernpilze einfach nur noch ab, ohne großen Aufwand :D


    Ralf scheint dafür prädestiniert zu sein, merkwürdige Dinge zu finden. Jedenfalls sind mir soviele Valsa-Arten an einem Tag noch nie untergekommen. Ich hatte mich ja schon über den einen da gefreut (das Vorzeigeexemplar mit den Bratwurstsporen), aber jetzt ist die Grenze zum Wahnsinn langsam überschritten 8|


    ok also auf, zum letzten Teil:


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    Corticium roseum, Rosafarbener Rindenpilz


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    Dasyscyphella nivea, Schneeweißes Haarbecherchen


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    Nectria cinnabarina, Zinnoberroter Pustelpilz


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    Nectria ditissima, Schönfarbiger Pustelpilz


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    Valsa melanodiscus, Schwarzscheibiges Einsenkkugelpilzchen [Erstfund für Bergisches Land, Erstfund für NRW]


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    Dank an C. Lechat für die Bestimmung der schwierigen und wenig bekannten Nectria ditissima. Möglicherweise handelt es sich auch hierbei um einen Neufund für NRW.


    Damit wäre das Pilzfestival X abgeschlossen. Es liegen lediglich noch einige Zweige bei mir rum, mal gucken, ob sich darauf noch etwas interessantes finden lässt. Falls ja, werde ich es hier noch nachliefern ;)


    Oder aber: ihr könnt jederzeit bei pilze-ag.npage.de nachschauen. Dort werden die Funde nämlich ebenfalls hochgeladen.


    Pilzfestival XI: Sonntag, 18.12.2011. Bis dahin


    lg björn

    Jo uninteressant ist das Teil nicht, bei genauem Hinsehen kann es sowohl eine Dacrymyces als auch eine Helotiales sein. Was es ist, lässt sich letztlich nur mikroskopisch nachweisen.


    Wenn es dir nix ausmacht, kannst du mir das Teil ja zuschicken. Sonst lass es, ich will keine Umstände machen.


    lg björn

    Mei Nando, interessante Dinge, die du da zeigst. Also erstmal finde ich die Fotos gut. Dann:


    2. Tremella foliacea (schöne Fruchtkörper)


    3. Merulius tremellosus, Gallertfleischiger Fältling


    4. daran wäre ich interessiert, sieht aus wie Dacrymyces enatus.


    5.+6. keine Ahnung, die sehen für mich zumindest von den Bildern her gesehen nicht wie mykologische Objekte aus.


    lg björn


    Hätte alles was davon: Clavaria cinerea, möglicherweise befallen von dem Schlauchpilz Helminthosphaeria clavariarum, der dazu führt, dass die Koralle nicht wie üblich verzweigt ist, sondern eine stark runzelige, noch grauer gefärbte Oberfläche bildet.


    lg björn


    Ach übrigens: die Fk des Warzenpilzes auf den Fotos von Fredi sind auch untypisch. Sei nur mal so gesagt:D

    Faszinierend. Ich sehe das ähnlich wie hübchen, das könnte eine Art der Gattung Scleroderma sein, falls es keine Trüffel ist (Ständerpilztrüffeln können die unmöglichsten Fruchtkörper bilden). Entweder haben wir hier einen deformierten Kartoffelbovist (S. citrinum), oder aber einer von den seltenen Arten (S. meridionale, S. polyrhizum). An S. cepa glaube ich nicht.


    Auffallend ist die dicke Peridie. Falls du willst, kannst du mir eine Scheibe davon abschneiden und mir zuschicken. Kannst mir ja ne PN schreiben falls du das willst. Sonst bleibts halt bei Spekulationen.


    lg björn

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    Plicatura nivea, Weißer Adern-Rindenpilz


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    Steccherinum ochraceum, Ockerrötlicher Resupinatstacheling


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    Eriopezia caesia, Blaugraues Spinnwebbecherchen


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    Mollisia cinerea s.l., Aschfahles Weichbecherchen


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    Valsa pini, Nadelholz-Einsenkkugelpilzchen [Erstfund für Bergisches Land, Erstfund für NRW?]


    Die Highlights der Exkursion vom 11.12. bis jetzt waren sicher die beiden Valsa-Arten. Es handelt sich hierbei um eine Gattung mir "unbekannter Größe", da es keine verlässlichen Literaturangaben und erst recht keine Übersichten gibt. Ich werde mich da in nächster Zeit im ascofrance-Forum schlau machen, ob es hierfür jemanden gibt, der etwas über weiterführende Literatur bzgl. der Gattung weiß. Sollte ich dies in Erfahrung gebracht haben, gibt es von mir einen kleinen Extrabeitrag zu Valsa (Einsenkkugelpilzchen).



    Fortsetzung folgt...

    Auch das ist möglich [ich sollte Werbung für Toyota machen]:


    Der grüne Becherling: Chlorosplenium aeruginascens / C. aeruginosa (kommt auf die Sporengröße an).


    [3] Mensularia radiata (= Inonotus radiatus!)


    [7] Ascocoryne cylichnium (häufigere Art, große Sporen) oder A. sarcoides (seltenere Art, kleinere Sporen)


    [8] Daedaleopsis confragosa


    [9] Ein Helmling (Mycena)


    [10] Tremella foliacea


    [11] Bjerkandera adusta


    lg björn

    Bei dem Judasohr stellt sich sicher nach wie vor die Frage, ob nun A. auricula-judae oder doch Exidia recisa, Kreiseldrüsling. Der Farbe, Größe und Form nach passen beide ganz gut. Ich hab den Fruchtkörper als Judasohr bezeichnet, weil vor allem die geaderte Oberfläche durchscheint, ein Merkmal, das der Kreiseldrüsling eigentlich nicht haben sollte. Naja, so bleibts einfach ein tolles Foto.


    lg björn

    Obwohl es heute etwas gefroren war, sind Ralf und ich sozusagen frohen Mutes in die Pilze gegangen mit dem Ziel, vorrangig nach Winzlingen zu suchen. Die Exkursion wurde mit einigen schönen Fruchtkörpern von Flammulina velutipes, Samtfußrübling, erfolgreich abgeschlossen. Was sonst noch dabei war, werde ich euch in zwei Teilen zeigen (zweiter Teil folgt, sobald ich die restlichen Pilzchen fertig mikroskopiert und bestimmt habe):


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    Flammulina velutipes, Samtfußrübling [für Ralf: Erstfund für Bergisches Land]


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    Crepidotus mollis, Gallertfleischiges Stummelfüßchen


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    Mycena pseudocorticola, Blauer Rindenhelmling


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    Chondrostereum purpureum, Violetter Schichtpilz


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    Phlebia rufa, Rötlicher Fältling


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    Valsa salicina, Weiden-Einsenkkugelpilzchen [Erstfund für Bergisches Land]


    Fortsetzung folgt...


    Ne, das ist kein Druckfehler, Bulliard hatte 1783 eine neue Art beschrieben:
    Agaricus stypticus Bull. 1783. Das hatte zur Folge, dass alle nachfolgenden Neukombinationen (u.a. auch Crepidotus stypticus) das Epitheton so beibehalten haben, zumindest solange, bis irgendwer den Namen komplett umkombiniert hat (von Panellus stypticus auf Panellus stipticus).


    Es handelt sich also entweder bei ihm um einen Schreibfehler, oder um eine Schreibweise, die sich im Laufe der Zeit geändert hat (von stypticus nach stipticus). Ich werd das in dieser Hinsicht am kommenden Montag mit einem Bekannten von mir abklären (der ist pensionierter griechisch-Lehrer, war selbst 5 Jahre in Griechenland).


    lg björn


    Als Rindenpilz muss der das abkönnen, bei Feuchtigkeit geht der wieder in seine alte Form zurück, keine Sorge :D


    das letzte Mal hab ich das Ding 2003 gesehen...