Beiträge von bwergen

    Klar.


    Neodasyscypha cerina
    Substrat: Fagus (Buche), Corylus (Haselnuss) oder auch andere Laubhölzer
    Funde in 10 Jahren: 2 [(2010: 1), (2011: 1)]
    Erscheinungszeit: Nach meinen Beobachtungen zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember (anscheinend bevorzugt die Art das Winterhalbjahr).


    Sie taucht relativ unregelmäßig auf, allerdings habe ich sie im Bergischen Land vorhergesehen. Ich hab mir den von Rada als "Naturschutzgebiet" bezeichneten Standort angeschaut und 2 Minuten bevor wir die Art gefunden haben gedacht "Hier will ich jetzt Neodasyscypha cerina finden...". Und schon war sie da:D


    lg björn

    Hallo mal wieder,


    ich möchte euch noch die Bilder vom letzten Sonntag präsentieren, diesmal hat Rada sogar schon vorher Material (= überwiegend Kernpilze) angesammelt, wodurch die Anzahl der kleineren Pilze wohl demnächst den Bärenanteil ausmachen wird. Um die hier und in folgenden Beiträgen gezeigten Pilzchen ausfindig zu machen, bedarf es also ziemlich guter Augen, Erfahrung mit "Kernpilz oder nicht Kernpilz?" sowie massig Bestimmungsliteratur, denn der Gerhardt alleine reicht hierfür bei weitem nicht mehr aus.


    Doch es gab auch noch hübsche, mehr oder weniger aufälligere Pilze, schaut sie euch ruhig an, die Angabe der Fruchtkörpergröße werde ich jeweils hinzufügen ;)


    BASIDIOMYCOTA


    crepidotusvariabilis1.jpg
    Gemeines Stummelfüßchen, Crepidotus variabilis


    pseudoclitocybecyathifo.jpg
    Kaffeebrauner Gabeltrichterling, Pseudoclitocybe cyathiformis


    sarcomyxaserotina3d.jpg


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    sarcomyxaserotina3a.jpg
    Gelbstieliger Muschelseitling, Sarcomyxa serotina [in Bild 1 zusammen mit Flacher Lackporling, Ganoderma applanatum]


    ASCOMYCOTA


    neodasyscyphacerina1a.jpg
    Honiggelbes Haarbecherchen, Neodasyscypha cerina [Fk. 0,5-2 mm]


    hyalopezizamillepunctat.jpg
    Hyalinhaariges Urnenbecherchen, Hyalopeziza millepunctata [Fk. 0,1-0,3 mm]


    dasyscyphellanivea1c.jpg
    Schneeweißes Haarbecherchen, Dasyscyphella nivea [Fk. 0,5-3 mm]


    lamprosporadicranellae3.jpg
    Lamprospora dicranellae [Fk. 0,2-1,5 mm]


    hypocreagelatinosa2.jpg
    Gelbgrüner Kissenkugelpilz, Hypocrea gelatinosa [Fk. 2-5 mm breit]


    diaporthesyngenesia1a.jpg


    diaporthesyngenesia1b.jpg
    Faulbaum-Kugelpilz, Diaporthe syngenesia [Erstfund für Bergisches Land, Erstfund für NRW?]

    Zitat

    Beschreibung:
    Fruchtkörper 0,5-2 mm breit, im Substrat eingesenkt und aus diesem hervorbrechend, bestehend aus einzelnen, zu einem sog. Stroma zusammengefassten Perithezien, welche im Querschnitt olivbraun und mehr oder weniger kugelig erscheinen. Perithezienmündung etwas hervorgezogen und gemeinsam die Rinde durchbrechend.
    Sporen typischerweise an beiden oder mindestens an einem Ende mit einem deutlichen "Anhängsel", Ascusspitze mit deutlichem "Apikalring".
    Substrat: Frangula alnus (Faulbaum)


    eutypellascoparia2a.jpg


    eutypellascoparia2b.jpg
    Eutypella scoparia [Fk. 0,5-2 mm, einzelne Perithezien 0,3-0,7 mm]


    nectriacoryli1aq.jpg
    Haselnuss-Pustelpilz, Nectria coryli [vermutlich Erstfund für Bergisches Land] [Fk. 0,1-0,3 mm]


    roselliniacorticium1a.jpg


    roselliniacorticium1b.jpg


    roselliniacorticium1c.jpg


    roselliniacorticium1d.jpg
    Rindenartige Kugelkohlenbeere, Rosellinia corticium [Erstfund für Bergisches Land] [Fk. 3-8 mm breit]


    Die Makrobilder wurden, mit Ausnahme des Makros von Eutypella scoparia, durch das Stereomikroskop von Rada fotografiert.


    lg björn

    Hallo,


    [1] Ölbaumtrichterling, Omphalotus olearius


    [2] Volvariella sp. (eventuell V. murinella, media s.l.). Der Große Seidling (V. gloiocephala) müsste wesentlich größere Fruchtkörper bilden.


    lg björn

    Das Pilzchen ist heute bei mir angekommen, es handelt sich um Scutellinia scutellata, Gemeiner Schildborstling.


    scutelliniascutellata4a.jpg


    scutelliniascutellata4b.jpg


    Dank an Jochen für das Zusenden der Exemplare. Immerhin habe ich diese Art noch nie an Nadelholz wachsen sehen.


    lg björn

    Hallo,


    der ganze Habitus sieht aber eher nach Lactarius pyrogalus aus, zum einen fehlen die tropfenartigen Flecken völlig, zum anderen ist nur eine sehr schwache Zonierung erkennbar. Der ganze Hut wirkt einheitlich grau. Im Rotbuchenwald kann man bisweilen auch einzelne Haselnussbüsche antreffen, stand da vielleicht einer in der Nähe?


    lg björn[hr]
    Nach Betrachten der Bilder schließe ich auch Lactarius circellatus mit engstehenden Lamellen und dunkler grauviolettem Hut, deren Zonierung deutlicher sein sollte, nicht aus. Als Ergebnis der Überlegungen würde ich sogar sagen, dass das auf Lactarius circellatus hinausläuft.

    [1] sieht mir nach einem Schneckling aus, du solltest mal in Richtung Hygrophorus cossus oder Hygrophorus eburneus gucken.


    [4] ist so absolut unbestimmbar, erstmal füllen die Fk das Bild überhaupt nicht aus, dann sieht man weder Lamellen, noch Stiel...das bringt nichts :D mögliche Gattungen wären: Inocybe und Galerina.


    lg björn


    Hallo,
    am Substrat sollte man sich besser nicht festbeißen. Ein Blick in Walter Jülichs Werk "Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze" zeigt, dass das Wirtsspektrum einiges mehr umfasst als Birke: "oft parasitisch, auf Laubbäumen (meist Betula, Fagus und Ulmus, auch Acer, Alnus, Carpinus Fraxinus, Sorbus)". Die als "sehr hart" angegebene Konsistenz macht mich allerdings auch etwas stutzig. Jung ist der Pilz "weich-fleischig" (a.a.O)
    Grüße
    hübchen


    Das ist mir bekannt, hübchen, deshalb "nicht unbedingt". Krieglsteiner (Die Pilze Baden-Württembergs, Band 2) sagt etwas anderes ("im Gebiet ausschließlich an Birke"). Breitenbach/Kränzlin (Band 2) fassen es wieder etwas weiter mit "an Birke, selten an anderen Laubhölzern". Also im Prinzip mehrere Aussagen gegeneinander, die von Walter Jülich muss nicht unbedingt korrekt sein und wäre allenfalls denkwürdig. Nordic Macromycetes (Vol.3) schreiben es nämlich auch wieder etwas begrenzter: Zunächst wird "an Betula, Fagus, Alnus" geschrieben, im Text steht dann aber "an lebenden Birken". Insgesamt also widersprüchliche Angaben, wobei die Birke als Hauptsubstrat definitiv hervorsteht.


    lg björn

    Inonotus obliquus ist eigentlich ein Parasit an stehenden Stämmen von Betula, nicht unbedingt von Sorbus. Die Konsistenz sollte kohleartig hart sein. Wenn es denn nicht Inonotus obliquus ist, dann eher eine Art Krebsgeschwür. Es gibt meines Wissens keine andere Pilzart mit einem solchen Fruchtkörper (auch kein Schlauchpilz).


    lg björn


    -------------
    ne Inonotus obliquus kommt auch mäßig verbreitet in Mitteleuropa vor. Das ist keine besondere Seltenheit.


    Ich werd versuchen, das gesagte auch umzusetzen. Ich werd die Grafik dann auch nicht abfotografieren, sondern einscannen, dann wird es deutlicher. Ich schicke es dann gerne über email rund.


    lg björn

    Dein Wort in Gottes Ohr...


    Malone: Du kannst zwei Wege gehen.


    1. Den einfachen, aber falschen (siehe Ohr's Grafik, wikipedia usw.)


    2. Den komplizierten, aber richtigen und aktuellen (meine Grafik, die zugegebenermaßen nicht ganz aktuell und aufgrund der Übersicht auch nicht vollständig ist).


    Die Grafik werde ich demnächst neu erstellen. Sie ist dann an die aktuelle Systematik angepasst. Du musst wissen, dass diese auf neueste Erkenntnisse aus hunderten von Fachbeiträgen, verbreitet in Zeitschriften sämtlicher Länder (u.a. Czech Mycology, Persoonia, Mycotaxon usw.) aufgebaut ist.


    lg björn


    Bei der Nr. 1 den Gezonten Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica) in Betracht zu ziehen halte ich (gelinde gesagt) für äußerst gewagt, für mich stimmt da gar nix.


    Das sollte keineswegs eine Bestimmung sein, sondern ein Hinweis, dass drei unterschiedliche Arten, rein oberflächlich betrachtet, auffallende Ähnlichkeiten aufweisen, von unten gesehen aber völlig different sind. Bei der Betrachtung des Fotos kommt mir ebenfalls Stereum subtomentosum in den Sinn bzw. diese Art wäre für mich der erste Kandidat, der in Frage kommt.


    lg björn


    VRR :D ich dachte fast, das wäre die Abkürzung eines neu gegründeten Verkehrsvereins :D


    Die Kräuselung der Lamellen fängt bei Trockenheit am Hutrand an und breitet sich von da bis zum Stiel hin aus. Das ist bei vielen Pilzen zu beobachten, vor allem auch bei eingetrockneten Rüblingen oder Schwindlingen.


    lg björn

    [1] ist eigentlich verrückt: Es kommen drei Arten aus unterschiedlichen Gruppen in Frage: Trametes versicolor, Stereum subtomentosum und Auricularia mesenteria. Ehe du nicht die Unterseite zeigst, kriegst du von mir aber keine Bestimmung :P


    [2] Horngrauer Rübling mit braunen Lamellen? Ja klar ^^
    Entweder ist das Galerina marginata (mein Favorit) oder Hypholoma marginatum. Bitte auch hier mal näher dran, mensch trau dich näher ran, die beißen doch nicht :D


    [3] Vielleicht Büscheliger Nitrathelmling, Mycena stipata, ein solcher müsste sogar mikroskopiert werden, um sicher zu gehen.


    [4,10] Nebelkappe, Clitocybe nebularis


    [5] Hygrophoropsis aurantiaca


    [6] Panellus stipticus


    [7] Xylaria hypoxylon


    [8] Lepista nuda


    [9] Gymnopilus penetrans


    [11] verschimmelter Riesenschirmling (evtl. Chlorophyllum rhacodes)


    [12] Pholiota jahnii


    lg björn

    Es gibt gewisse andere Hautköpfe mit mehr oder weniger gelbbräunlichen oder gelbolivlichen Lamellen. Diese haben jedoch andere Hutfarben oder einen anders überfaserten Stiel (rötlich/bräunlich überfasert auf gelblichem oder braunem oder olivbraunem Grund).


    Cortinarius (Der.) croceus ist insofern ein farblich schlicht gehaltener Pilz mit etwas schmutzig gelblichem Lamellen. Der Standort bei Nadelbäumen ist ebenfalls typisch.


    lg björn

    Hallo,


    ohne jetzt genauer auf die ausgeblassten oder ausgetrockneten Rötelritterlinge einzugehen, du scheinst alles richtig gemacht zu haben. Achte bei den Stockschwämmchen genau auf die von mir im Beitrag "Stockschwämmchen vs. Gifthäubling" dargestellten Unterscheidungsmerkmale (es gibt noch weitere Beiträge darüber).


    lg björn

    Ne, Agaricomycetes sind im weitesten Sinne "Lamellenpilze", und diese gehören zu den Ständerpilzen (Basidiomycota).


    Die Lamellenpilze im engeren Sinne sind die "Agaricomycetidae" (das ist eine Unterklasse der Agaricomycetes). Da drin befinden sich dann allerdings nochmal viele Arten, die nach Definition eigentlich gar keine Lamellenpilze sind (z.B. Boletales, Röhrlinge). Das liegt wohl daran, dass der Begriff "Agaricomycetes" oder auch "Agaricomycetidae" nicht wirklich eingedeutscht wurde, sodass ich hier aufgrund der Affinität zu "Agaricus" (= Champignon = typischer Lamellenpilz) einfach "Lamellenpilze s.l." und "Lamellenpilze s.str." definiere.


    Falls du das jetzt verstanden hast, finde ich das super. Falls nicht, lass dich davon nicht verwirren, es handelt sich um eine durch aktuelle taxonomische Studien untermauerte Auffassung. ;)


    Falls du mehr wissen willst, du weißt ja, dass die Systematik eigentlich eines meiner Fachgebiete ist.


    siehe dazu auch meinen Beitrag über die Systematik der Ständerpilze (bis dato).


    lg björn


    sagte ich das nicht schon beim letzten Mal? Dickfuß? Wer kam eigentlich auf die Schleierleule? X( :D