Beiträge von bwergen

    Hallo,


    definitiv ein Stummelfüßchen (Crepidotus).


    Generell sind das Gemeine Stummelfüßchen (Crepidotus variabilis) sowie das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesatii var. cesatii) relativ häufige Vertreter dieser Gattung. Das kann man nur mikroskopisch klären.


    lg björn

    Hochinteressant. Das Teil solltest du unbedingt einsammeln und mitbringen :D


    O. wrightii ist eine Art, die auf Erdboden wächst, jedenfalls nicht an Moosen, die an Bäumen vorkommen (Moos: Amblystegium serpens)


    O. hygrohypnophila kenne ich nicht.


    Für mich kommt aber vor allem Octospora orthotricha in Frage. Um das zu klären, braucht es das Mikroskop, und es wäre sehr toll, wenn diese Möglichkeit bestünde.


    lg björn


    Achja da war quatsch, bei 10 µm gilt natürlich auch A = 25pi = 79 µm ². Das wird also etwas komplizierter, nämlich 5.026.548.246/79 = 63.627.193 Sporen.


    Das Wort "rund" bezeichnet ein zweidimensionales, das Wort "kugelig" ein dreidimensionales Objekt.


    ² ist ALTGr+2.


    lg björn



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    Für einen kugeligen Kartoffelbovist (also vor der Konfrontation mit Ralf) gilt deine Volumenformel V = 4/3pi x r ³. Macht bei einem Kartoffelbovist mit 8 cm Durchmesser etwa 268cm ³. Das sind 268.082.573.106.329 µm ³. Wir nehmen dabei an, der Kartoffelbovistdurchmesser wurde ohne den Rand berechnet und besteht aus reiner Sporenmasse ohne Capillitiumfasern.


    Mit der Spore machen wir das gleiche. Also V(s) = 524 µm ³. Nur noch teilen, dann hat der Kartoffelbovist mit 8cm Durchmesser


    511.607.963.943 Sporen


    Damit könnte man jeden km ² der Erdoberfläche mit 1000 Sporen besetzen.


    lg björn


    Freut mich, wenns Spass macht.


    Jetzt noch eine Zusatzfrage an unseren Björn.


    Wieviele Sporen sind in einem exakt runden Kartoffelbovisten mit 8 cm Durchmesser ?


    Interessant. Die Sporen des Kartoffelbovist sind im Schnitt 10 µm groß und kugelig. Dazu formen wir zuerst die 8cm in µm um: 8 cm = 80 mm = 80.000 µm. Nach der Kreisformel (der Kartoffelbovist soll ja rund, nicht kugelig sein) gilt also A=pi x r ².


    Der Radius beträgt 40.000 µm. Das bedeutet für A = 5.026.548.246 µm ². Unsere Kartoffelbovistscheibe hat also eine Fläche von über 5 Milliarden µm. Das teilen wir jetzt einfach nur noch durch die Fläche der Spore (100 µm ²).


    Das macht also für die Scheibe 50.265.482 Sporen (wohlbemerkt, auf einer Scheibe mit 8 cm Durchmesser!). Davon abzuziehen wäre noch eine gewisse Fläche, welche die Capillitiumfasern besetzen sowie der vergleichsweise dicke Rand.


    Mehr war von Ralf nicht verlangt, nach seiner Formulierung :D


    lg björn


    Da würde ich auch auf Douglasie tippen - die gibt es, zu meinem Bedauern, bei mir leider öfters als Fichtenwälder und bis auf ein paar Ziegenlippen habe ich aus Pfannenpilz-Sicht da leider noch nie etwas spektakuläreres gefunden.
    Hat da jemand andere/bessere Erfahrungen gemacht ?


    Guck bei deinen Douglasien mal, ob du den Pilz Tyromyces placenta findest. Es handelt sich um einen auffällig rosa gefärbten, resupinaten Porling, der das ansonsten widerstandsfähige Douglasienholz befällt. Leider kann man den nicht essen (da beißt du auf Chitin rum).


    lg björn


    Das ist super nett von Dir, vielen lieben Dank :)


    Eine Frage noch: ist es ungewöhnlich, so spät im Jahr Parasole zu finden?


    LG,
    Kuschel


    Das Jahr ist relativ früh, du müsstest also eher fragen, ob es ungewöhnlich ist, schon so früh Parasole zu finden :D


    Nein die Frage sollte anders sein: Ist das Wetter ungewöhnlich? Und da kann man eine klare Antwort drauf geben, nämlich: ja. Und weil das Wetter (vielerorts kein Schnee, kein Frost) passt, kommen auch die Pilze noch, und zwar solange, bis es eben mal richtig kalt wird.


    lg björn


    Achso, 5. November. Ihr seid aber manchmal echt gemein, es werden Pilze aus der Steinzeit ins Heute geholt :d


    natürlich ist der November normal. Da gibts nix ungewöhnliches dran zu entdecken im Hinblick auf den Parasol.

    Mindestens Bild 2 zeigt, dass der Stiel deutlich genattert ist. Damit ist diese Art eine Macrolepiota und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Macrolepiota procera, Parasol.


    Falls dir die Fachbegriffe Probleme bereiten, sag mir bescheid oder schreib mir einfach kurz eine PN, ich kann dir zu dem einen oder anderen sicherlich auch weiterführende Literatur liefern oder angeben.


    lg björn


    Genau. Ich fluche auch immer über die Äpfel, die plattgetreten an meinem Apfelbaum hängen...immer diese Kinder :D


    Meldet euch doch für die nächste Exkursion im Bergischen Land an. Wir machen bei Ralf demnächst auch eine Pilzschule auf, glaub ich :D


    lg björn

    Im Prinzip hat Fredy das alles schon sehr gut und auch richtig erläutert. Es gibt heutzutage zwei Gattungen:


    Macrolepiota, Riesenschirmling (8 Arten in Mitteleuropa, weltweit ein paar mehr) mit großen Fruchtkörpern, die NICHT röten, einen mehr oder weniger ausgeprägt doppelten, verschiebbaren Ring und durchgehend weißes Sporenpulver haben.


    Chlorophyllum, Grünsporschirmling (mindestens 3 Arten in Mitteleuropa) mit großen, eher aber gedrungenen, also kurzstieligen Fruchtkörpern, die mehr oder weniger deutlich röten, z.T. auffallende Hutschuppen (stark abstehend, von wolligem Aussehen) und weißes, rosafarbenes oder sogar grünes Sporenpulver besitzen und im Falle von C. agaricoides sogar secotioid wachsen. Die Stiele von Chlorophyllum-Arten sind dazu glatt, nicht genattert.


    Bevor die Verwandtschaft der europäischen M. rhachodes-Artengruppe mit der Gattung Chlorophyllum bekannt wurde, war Chlorophyllum eine tropisch bis subtropisch verbreitete Gattung mit der Typusart C. molybdites, welche in Europa nur adventiv auf den Kanaren und in Italien gefunden wurde. Daher hatten wir hier in Mitteleuropa mit dieser Gattung überhaupt gar nichts zu tun. Sie tauchte deshalb auch in den Bestimmungsbüchern nur sehr selten auf.


    Was die C. rhacodes - C. venenata - Problematik angeht, darüber habe ich in einem anderen Beitrag schonmal was geschrieben. Um das nochmal zusammenzufassen: Meine Meinung ist schon lange, dass es keine C. venenata gibt, sondern dass sie in Folge von heftigen Unverträglichkeitsreaktionen durch den Verzehr von C. rhacodes konstruiert wurde, ähnlich wie das anfang 1900 schon mit dem Falschen Perlpilz (Amanita pseudorubescens) geschehen ist, bei dem sich schnell herausstellte, dass es diese Art nicht geben kann. Also schließt auch indexfungorum.org völlig korrekt: C. rhacodes = C. venenata. Damit ist C. rhacodes mindestens als giftverdächtig einzustufen.


    Übrigens: Auch C. molybdites soll stark giftig sein.


    lg björn

    Bei einem Helmling solltest du neben der Untersuchung einer Lamelle (ein kleiner Teil davon herausschneiden) auch die Hut- und Stieloberfläche untersuchen. Für Helmlinge typisch sind dornartige Fortsätze an den Oberflächenhyphen. Wichtig sind auch die Form und Größe der Sporen sowie der Basidien und eventuellen weiteren Objekten wie Cheilo- oder Pleurozystiden, die üblicherweise eine ähnliche Konstruktion aufweisen wie die Hyphen der Hutoberfläche, nämlich blasig-keulig und dann mit auffallenden Fortsätzen.


    Wenn du alle diese Details liefern kannst, helf ich dir weiter mit der Art.


    lg björn


    Danke. Das würde mich interessieren (die Verbreitung der Sarcoscypha-Arten in Mitteleuropa).


    lg björn


    Ja, liebe Kuschel, und sie sind ja so leicht zu finden, da sie ausschließlich am Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) gedeihen. Es kommt nicht oft vor, dass eine solche wirtsspezifische Abhängigkeit im Pflanzenreich besteht. Um so angenehmer für uns, die diese schmackhaften Pilze gerne in der Pfanne sehen.


    Beste Grüße, Klingsor


    Das ist in vielerlei Hinsicht eine interessante Aussage von dir, Klingsor.


    => Pilze sind keine Pflanzen, also weg vom Pflanzenreich und hin zum Reich der Pilze (= Fungi).
    => Das Judasohr hat zwar eine deutliche Affinität zu Sambucus, wurde aber auch von mir schon an Acer, Fagus, Tilia, ja sogar einmal an Picea gefunden. Die Art ist in keinster Weise wirtsspezifisch.


    => Wirtsspezifikation ist bei Saprobionten gar nicht selten und ein evolutiver Prozess. Wirt und Pilz stehen sich gegenüber und treiben sozusagen durch ihre biologische Schlacht ihre eigene Evolution voran. Es gibt viele wirtsspezifische Pilzarten, mehr als du vielleicht von außen wahrnehmen kannst (z.B. sehr sehr viele Rost- und Brandpilze, viele Ascomyceten, sämtliche Porlinge und Rindenpilze, Zygomyceten usw.). Es gibt weiterhin obligate Mykorrhizapilze, also Arten, die nur an einen bestimmten Baum gebunden sind. Hier spricht man nicht von "wirtsspezifisch", aber eine Spezifikation ist dennoch vorhanden und die ist auch sehr interessant, wenn man sich diese weltweit anschaut.


    lg björn

    Soll ich dir was sagen, Nosozia? Das weiße Sporenpulver kann man auf deinem zweiten Foto sehr eindeutig auf der Lamellenfläche erkennen! Da ist so ein weißes Pulver drauf, musst du mal drauf achten. Die braunen Streifen stammen von der Eigenfarbe der Lamellen und da du wahrscheinlich auch noch weißes Papier benutzt hast, hast du natürlich nichts von weißen Sporen gesehen. Tip: Nimm mal schwarzes Papier zur sicheren Überprüfung.


    Dein Pilz hat nahezu unbestreitbar einen Helmlingshabitus, insbesondere da er auch noch büschelig zu wachsen scheint. Mit dem weißen Sporenpulver kann man dies relativ sicher sagen, muss aber mikroskopisch prüfen, ob nicht nah verwandte Gattungen, eventuell auch sowas wie Clitocybula, in Frage kommen (eher unwahrscheinlich, es gibt meines Wissens keine Clitocybula mit dunkleren Lamellen).


    Weiter müsste man in der Literatur recherchieren. Ich hab bei M. flos-nivium mal geschaut, der passt zumindest habituell, aber von der Ökologie (nach der Schneeschmelze, subalpin oder monta) eher weniger.


    Also weiter suchen.


    lg björn

    Hi


    weiße Seitlinge an Fichte => Panellus mitis, Milder Zwergknäueling.


    Bei 6a/b, sollten die beiden Bilder die gleiche Art zeigen, würde ich eher auf Hypholoma capnoides gehen, deutlich erkennbar sind graue Lamellen sowie ein für diese Art typischer Habitus inkl. dem büscheligen Wachstum.


    Toller Bericht. Toppen wir am 14.1., ne Ralf? :D


    Scherz beiseite und weiter so,


    lg björn


    Hä? Was hast du wo abgeschnitten? Es ging um Klingsor's Pilz und der ist höchstwahrscheinlich ein Schillerporling (Inonotus).


    Hallo Björn !
    Bei der Bestimmungsanfrage von Pilz 2 war die Rede von braunem Spp . das ist m. E. ein Killkriterium für die Gattung Mycena .
    Gruss Harry


    Stimmt. Deshalb lese ich die Beschreibungen nicht, da Fotos sehr viel aussagekräftiger sein können und falls sie dies m.E. nicht sind, DANN lese ich die Beschreibung.


    Nosozia: hast du ein Sporenabwurfpräparat gemacht?

    lg björn

    :D


    danke für die netten Worte. Den Moderatorstatus hatte ich schon in anderen Forum, also ist es für mich nichts neues. Neu ist nur: es ist ein Pilzforum :D


    Klingsor: Danke für den Spechttintling. Ist ein ungemein schöner Pilz :)


    lg björn