Ich find die Bilder auch gut. Weiter so.
lg björn
Ich find die Bilder auch gut. Weiter so.
lg björn
Alles anzeigen
Hallo das ist ja interessant,
sag bloß die Chinesen plagiieren sogar schon pilze?!
"...die das Forscherteam nach ihrem Entdecker –žTrogia venenata Zhu L. Yang–œ nannte..."
Dieser Pilz wurde anscheinend überhaupt erst 2011 entdeckt.
Alles sehr misteriös!
lg Paul
Sehe ich auch so. Und zwar von denen, die es berichten. Die haben nämlich keine Ahnung, scheint mir.
Folgendes sollte man wissen:
Trogia wurde erstellt zu Ehren von Jakob Gabriel TROG, einem Schweizer Apotheker, der in der Mykologie geforscht hat. Die Gattung wurde von FRIES 1836 beschrieben.
"venenata" kommt aus dem lateinischen, heißt soviel wie "giftig".
Also hat das Forscherteam die Art nicht nach Trog benannt, sondern die neu gefundene Art in die Gattung Trogia gestellt bzw. als Trogia venenata sp. nov neu beschrieben.
lg bjrön
Tja, schwierig, nach BARAL (pers. Mitteilung) ist Protounguicularia barbata = Olla transiens.
Leider ist Indexfungorum insbesondere für inoperculate Becherlinge relativ unbrauchbar, was korrekte Namen und Synonyme angeht.
Das ist u.a. mit ein Grund, warum ich die Gruppe weniger gerne bearbeite. Aber ich sehe, dass hier Potential drin steckt. Und ich sehe, dass du noch öfter fluchen wirst ![]()
lg björn
Na weißte, Kuschel, ich glaub, Ralf hat an der Dame noch etwas nachjustiert, damit die Formen noch etwas besser und deutlicher rüberkommen...aber Ralf, weißte, ich will dich ja nicht kritisieren, du hast dir viel Arbeit mit der Skulptur gemacht, aber die Oberweite hätte ruhig größer ausfallen können
![]()
lg björn
Hallo,
die Gattung Trogia ist schon relativ alt, sie wurde verwendet für kleine, schwindlingsartige Pilze und besteht heutzutage gültig nur noch für wenige Arten, darunter mir aber keine "Trogia venenata" bekannt ist. Sie wird auch nicht im Indexfungorum gelistet.
lg björn
Thelebolus nanus und Sordaria minima wurden von mir selbst schon anfang 2011 gefunden. Die wären also eigentlich nicht neu für NRW.
Protounguicularia barbata hieß lange Zeit Olla transiens. Vielleicht findest du unter diesem Namen einen Fund in NRW.
Sporormiella australis wächst auf Wildschweindung.
Exsikkate von Amyloxenasma werd ich nachher noch anlegen. Ebenso von Rhizodiscina lignyota und Capronia semi-immersa, falls ich diese wiederfinde. Von den Saccobolus-Arten ist es nicht leicht, Exsikkate zu machen, muss mal sehen, wie ich das zusammenstelle.
Ich muss mich da mal was mehr reinhängen, glaub ich, bei sovielen Neufunden für NRW ![]()
Die haben bisher einfach nicht richtig gesucht...
lg björn[hr]
Die 0815 Pilobolus ist Pilobolus kleinii.
Achso, das is der 0815-Pilobolus, den findest du bei 11 von 10 Kollektionen, 10 auf dem Dung und einer auf deiner Nase, nachdem du am Dung gerochen hast ![]()
Hier ist das Ding auch, noch ohne apikale Sporenkugel (= Sporangium):
lg björn
Mir gehts bestens, ich kann mich nicht beklagen. War aber eine sehr aufwändige Arbeit, insbesondere natürlich das Zusammenstellen der Fotos. Soll ja auch halbwegs übersichtlich und sinnvoll sein.
lg björn
Na klar, ich werd dich auf dem laufenden halten, falls irgendwelche Unstimmigkeiten auftreten oder mir Vorschläge zur Verbesserung einfallen.
lg björn
Cool. Vielen Dank Jens. Ich werde es für meine künftigen Untersuchungen testen und verwenden ![]()
lg björn
Anzahl der Kollektionen: 124
Anzahl der festgestellten Arten: 104
davon sicher bestimmt: 101
Allgemeiner Hinweis:
Als "Kollektionen" werden bei mir solche Arten bezeichnet, die eingesammelt, untersucht (oft auch mikroskopisch, aber nicht immer) UND fotografisch dokumentiert wurden.
Die Anzahl der festgestellten Arten ist die Gesamtzahl der Arten, die eingesammelt, zumeist makro- und mikroskopisch untersucht UND fotografisch dokumentiert wurden. Dabei ist es egal, in welcher Gegend sie gefunden wurden.
Die 101 sicher bestimmten Arten wurden ALLE im Januar gefunden. Es ist das Resultat einer intensiven, natürlich aber nur stichprobenartigen Erfassung der Pilzarten meiner Umgebung (inkl. eines von Melanie zugeschickten Pilzes, O. affinis).
Wer an der Liste (vorliegend als Excel-Tabelle) interessiert ist, der melde sich bei mir.
lg björn
Danke für den Hinweis, ich weiß auch nicht, wie ich andauernd auf Hirschdung komme, war natürlich Wildschwein, hatten wir ja schon im Feld besprochen.
lg björn
Haha den gleichen Einfall hatte ich auch, der Pilz sah unter der Vergrößerung aus wie Schnee ![]()
lg björn[hr]
Korrektur: Es sind 64 Arten, die Mollisia, welche nur mit "aff. cinerea" bezeichnet wurde, zählt natürlich auch dazu.
Arten der Gattungen Mollisia oder Orbilia werden von mir in diesem Jahr noch nicht näher betrachtet.
lg björn
Datum: 25.01.2012, 10-15 Uhr
Filmlänge: ca. 300 Minuten (5 Std.)
Regie: Rada/bwergen
Artenzahl: 63 (61 + 2 Konidienstadien)
Ausgewertete Bilder: 136 Bilder, aus 297 Einzelbildern zusammengesetzt
Schauplatz: Biesfeld (Bergisches Land)
Hauptdarsteller:
BASIDIOMYCETES
1. Clitocybe umbilicata, Nabeltrichterling [pers. Erstfund]
6. Resupinatus trichotis, Flaumiger Zwergseitling
7. Coprinellus heterosetulosus, Verschiedenhaariger Zwerg-Tintling [pers. Erstfund]
8. Schizophyllum commune, Spaltblättling
11. Tremella globospora, Kugelsporiger Kernpilz-Zitterling [pers. Erstfund]
Dieser Zitterling wächst hier an abgestorbenen Kernpilzen und hat die typischen Zitterling-Basidien. Diese bestehen aus einer kugeligen Hypobasidie, die aus 4 Zellen besteht. Aus diesen 4 Zellen entspringen Epibasidien, die man hier auch als Sterigmen bezeichnen könnte. Sie werden bis 90 µm lang. Nach Lit. (BK2) sollen sie nur bis 35 µm lang werden. Für mich unter Anwendung anderer Literatur kein Widerspruch zur korrekten Bestimmung.
13. Bjerkandera adusta, Angebrannter Rauchporling
15. Trichaptum abietinum, Violette Tannentramete
16. Postia tephroleuca, Grauweißer Saftporling [pers. Erstfund]
18. Gloeophyllum sepiarium, Zaunblättling
20. Chondrostereum purpureum, Violetter Schichtpilz
26. Peniophora violaceolivida, Blauvioletter Zystidenrindenpilz [pers. Erstfund]
Die Peniophora wächst hier an einem liegenden, teilweise entrindeten Eichenast. Ihre Bestimmung scheint relativ gesichert, doch die Feststellung einzelner Merkmale, insbesondere das Vorhandensein von Zystiden, ist nicht unproblematisch. Der Fund hat definitiv Gloeozystiden, daneben aber nicht inkrustierte, stark dickwandige, pyramidale Zystiden, welche sehr wahrscheinlich Lamprozystiden sind, deren Kristallschopf warum auch immer verloren gegangen ist. Anhand der schmalen Gloeozystiden, der Sporengröße sowie der makroskopischen Erscheinung kommt nur P. violaceolivida in Frage. Lit. siehe unten.
29. Phlebia radiata, Orangefarbener Kammpilz
32. Trechispora mollusca, Schneeweißer Stachelsporling [pers. Erstfund]
Sicher bestimmte Art, die bereits im Felde postuliert wurde. Der hier vorgestellte Stachelsporling zeichnet sich durch eine porenartige Fruchtschicht aus. Nach Bernicchia&Gorjon (2006) sollen es noch weitere Arten mit diesem Merkmal geben, die jedoch andere Mikromerkmale besitzen.
33. Trechispora microspora, Rundsporiger Stachelsporling [pers. Erstfund]
Längst nicht so leicht fällt die Bestimmung dieser Art. Sie ist von der nachfolgenden T. farinacea durch schneeweiße Fruchtkörper, etwas kleinere Sporen sowie durch das Erscheinen an Laubholz (wahrscheinlich Quercus) unterscheidbar. An dieser Stelle bedarf es jedoch weiterer Beobachtungen, ob und wie die beiden Arten deutlich unterschieden werden können.[hr]
34. Trechispora farinacea, Mehliger Stachelsporling [pers. Erstfund]
Hier an Kiefernholz (Pinus). Das mehlig-flockige Erscheinungsbild, welches zudem nicht reinweiß, sondern cremefarben bis blass ockerlich ist, lässt die Art makroskopisch einordnen. Sie sollte jedoch immer mikroskopiert werden, da eine Verwechslung mit T. microspora sowie mit anderen Arten höchstwahrscheinlich sein kann.
35. Leptosporomyces mutabilis, Veränderlicher Vliesschwamm [pers. Erstfund]
Überraschung. Der Vliesschwamm scheint nicht so häufig zu sein, er wächst hier an Buchenrinde. Gekennzeichnet ist er durch athelioide, weißliche Fruchtkörper, breitelliptische, glatte Sporen, schmale, 4sporige Basidien sowie deutlich schnallentragende, mit Kristallen besetzte Hyphen. Die sehr ähnliche Athelia arachnoidea hat 2 Sporige Basidien und stärker inkrustierte (= mit Kristallen besetzte) Hyphen.
36. Amyloxenasma allantosporum, Gekrümmtsporige Wachshaut [pers. Erstfund]
Vorab: Das Substrat weiß ich nicht mehr. Ich denke aber, dass es an dieser Stelle Laubholz ist. Spielt aber für die Bestimmung dieser Art keine Rolle, da sie Laub- und Nadelholz besiedeln soll. Auffallend hier: Die Basidien werden nicht terminal, sondern pleural gebildet. Dies ist ein Merkmal, welches meines Wissens in der Gruppe der Xenasmataceae einzigartig ist! Von der folgenden Art durch gekrümmte Sporen zu unterscheiden.
37. Amyloxenasma grisellum, Graubraune Wachshaut [pers. Erstfund]
Und schon wieder Amyloxenasma. Und wie es so sein soll, auch hier wieder mit Pleurobasidien, von denen eine auf Bild (3) links unten deutlich erkennbar ist. Dieses Merkmal kennzeichnet eine komplette Pilzfamilie!
38. Hyphodontia alutaria, Ledergelber Zähnchenrindenpilz [pers. Erstfund]
Substrat hier: Kiefernrinde. Und zwar massenhaft. Er überzieht viele cm ² der Unterseite eines Holzklotzes. Würde man das Holz nicht umdrehen, man würde ihn nicht sehen.
Zuhause unter dem Mikroskop betrachtet, sieht die Oberfläche der bereits in anderen Themen vorgestellten Hyphodontia pallidula täuschend ähnlich. Denn auch hier befinden sich große, stark vorstehende Leptozystiden mit kugeligen Verdickungen nicht nur an der Spitze, sondern auch mittig. Hier jedoch befinden sich neben den Leptozystiden noch sogenannte Lagenozystiden, schmale, spitze Zellen mit stark inkrustierter Spitze. Auf dem untersten Bild (4) sieht man eine außergewöhnliche Erscheinung: Eine Lagenozystide erwächst dem "Kopf" einer Leptozystide! Hochinteressant!
39. Botryobasidium subcoronatum, Schnallentragende Traubenbasidie [pers. Erstfund]
Wieder eine große Überraschung. Die Traubenbasidie hätte ich bei Betrachtung der äußerlichen Erscheinung nicht erwartet. Sie erinnert nicht an meinen Fund von B. vagum von vor einigen Wochen. Sie sieht auch mikroskopisch ganz anders aus. An allen Septen befinden sich Schnallen! Ein ganz wichtiges und für die Bestimmung absolut entscheidendes Merkmal, denn diese Eigenschaft hat nur noch Botryobasidium medium, bei der die Schnallen allerdings an den Basishyphen fehlen. Ich finde die Hyphen einer Traubenbasidie sehr schön, da sie aufgrund ihrer Dicke deutlich zu sehen sind.
40. Athelia arachnoidea, Zweisporige Gewebehaut [pers. Erstfund]
Diese Athelia fällt durch spinnwebartige Konsistenz (beim Abheben eines kleinen Teils hebt man weitere Teile mit ab, die dann faserig abstehen) sowie deutlich durch die zweisporigen Basidien ab. Obwohl keine Sporen gefunden wurden (bei Athelia gar nicht unüblich), kann die Bestimmung als absolut gesichert angesehen werden.[hr]
ASCOMYCETES
41. Octospora affinis, Goldhaarmoosbecherling
42. Ascobolus ciliatus, Borstiger Kotling
Foto (4) und (5) zusammen mit Saccobolus eleutherosporus. Die Ex-Lasiobolus ist gekennzeichnet durch im Ascus uniseriat angeordnete Sporen, welche bis 25 µm lang werden. Die sehr ähnliche Lasiobolus cuniculi hat biseriat angeordnete Sporen, die bis max. 22 µm lang werden. Die Einordnung in die Gattung Ascobolus kann ich an dieser Stelle noch nicht nachvollziehen, da L. ciliatus kein Sporenornament besitzt und die für Lasiobolus typischen, steifen Randhaare aufweist. Ich werd mich aber mal erkundigen, ob da jemand bescheid weiß.
Die Fruchtkörper sind etwa 1-2 mm breit. Substrat: Kaninchendung, Hirschdung, Pferdedung.
43. Ascobolus roseopurpurascens, Rosavioletter Kotbecherling
Foto (1) zusammen mit Ascobolus ciliatus. Der Fruchtkörper des Rosavioletten Kotlings ist oben rechts erkennbar. Er wird bis 4 mm breit und ist rosaviolettlich gefärbt, bei Reife mit gattungstypischen, dunklen Punkten versehen. Nach Meinung mancher Mykologen ist diese Art eine Form von Ascobolus albidus bzw. Ascobolus sacchariferus. Ich hab sie bereits 2 mal gefunden und kann makro- wie mikroskopisch deutliche Unterschiede zu diesen beiden Arten feststellen, halte als Ergebnis dieser Untersuchungen eine Vermischung mit den vorangenannten Arten für unsinnig. Substrat: Kaninchendung.
44. Saccobolus eleutherosporus, Freisporiges Kotbecherchen [pers. Erstfund]
Eine große Überraschung. Bislang sind mir nur 2 Saccobolus-Funde gelungen (beide 2010). Diese Art hier ist mir aber noch nicht untergekommen. Sie ist makroskopisch durch anfangs weißliche, später etwas rosafarbene Fruchkörper von 0,2-0,5 mm Breite sowie mikroskopisch durch die Sporen-, Cluster- und Ascusgröße erkennbar. Das Sporenornament scheint zudem leicht gemasert oder getigert. Leider konnte ich dieses Merkmal nicht besonders gut fotografieren, da es nicht leicht erkennbar ist. Substrat: Hirschdung.
45. Saccobolus verrucisporus, Warzigsporiges Kotbecherchen [pers. Erstfund]
Und nochmal Saccobolus!! Da könnte man verrückt werden. Diesmal mit auffallend warzigen Sporen (das warzige Ornament verliert sich jedoch im Alter). Den angewendeten Schlüsseln zufolge kann dies nur Saccobolus verrucisporus sein. Andere Arten mit derartigem Sporenornament scheiden durch andere Sporengröße oder andere Fruchtkörpermerkmale aus. Die Fruchtkörper dieser Art sind 0,1-0,3 mm breit. Substrat: Kaninchendung.
46. Thelebolus microsporus, Kleinsporiges Kotbecherchen
Hier ein Winzling. Fruchtkörper bis 0,1 mm breit. Im Bild (1) links hinten zusammen mit Ascobolus ciliatus. Mikroskopisch durch in der aufgeblähten Spitze leuchtend gelben Paraphysen sehr gut erkennbar! Substrat: Hirschdung.
47. Thelebolus nanus, Winziges Kotbecherchen
Es geht noch winziger. Nämlich nur 0,05-0,1 mm. Die Fruchtkörper bestehen jeweils aus nur einem einzelnen Sporenschlauch, der umgeben ist von kugeligen, bräunlichen Zellen. Hier an Hirschdung.
49. Hyaloscypha aureliella, Goldhaariges Haarbecherchen [pers. Erstfund]
An dieses winzige Becherchen an Kiefernholz habe ich mich mal vorsichtig herangewagt. Und habe eine neue Art gewonnen. Sie ist gekennzeichnet durch gelbliches "Exudat" an den Haarspitzen, welches die leicht gelbliche Färbung der Randhaare verursacht sowie durch Sporen- und Ascusmaße.
50. Protounguicularia barbata, Bärtiges Holzbecherchen [pers. Erstfund]
Wieder eine Überraschung. Die Art, die hier mit [64]Mollisia aff. cinerea zusammenwächst, hat auffallend goldbraune Fruchtkörper mit seltsam zusammenhängenden Randhaaren. Aus diesem Grund hatte ich sie auch eingesammelt. An dieser Stelle sieht man, dass ich selektiv vorgegangen bin, da ich mich bisher von Schlauchpilzen der Helotiales-Gruppe mehr oder weniger ferngehalten habe. Ihre Untersuchung ist relativ aufwendig und ihre Bestimmung in vielen Fällen ohne weiteres nicht möglich. An einem Eichenholzstück (etwa 6x2cm groß).
52. Nectriopsis oropensoides, Hügeliger Hängepustelpilz [pers. Erstfund]
Noch eine Überraschung! Nectriopsis oropensoides. Würd ichs nicht sehen, ich würds nicht glauben. Diese Art ist anscheinend ziemlich selten und dürfte womöglich ein Erstfund für NRW sein. Sie wächst hier an abgestorbenen Teilen des Borstenscheiblings Hymenochaete tabacina.
53. Coniochaeta pulveracea, Staubkornförmiges Holzkugelpilzchen [pers. Erstfund]
Gefunden bei der Suche nach weiteren Protounguicularia barbata. Die winzigen Kugelpilzchen sind mir sofort aufgefallen, auch waren ihre Sporen bereits im Präparat der Protounguicularia enthalten. Einfach mikroskopiert, und ebenso einfach bestimmt. An einem Eichenholzstück.[hr]
54. Sordaria minima, Winziger Dungkugelpilz
Hiervon waren nur die Sporen zu sehen. Sie fielen bei einem zufällig angelegten Präparat auf. Substrat hier: Kaninchendung. Die Fruchtkörper werden nur bis 0,08 mm breit und sind relativ unauffällig. Ihr Auffinden ist daher meist recht problematisch, selbst bei 100facher Vergrößerung.
58. Rhizodiscina lignyota, Schwarzes Holzscheibchen [pers. Erstfund]
Eine große Überraschung. Das Holzscheibchen gilt als nicht häufig. Makroskopisch hatte ich den Fund als eine Patellaria bestimmt, mikroskopisch eindeutig jedoch aufgrund der braunen, einfach septierten Sporen. Hier an Laubholzast (Carpinus oder Quercus). Die Rhizodiscina ist eine Art der Familie Patellariaceae und als solche ein "bitunikater Kernpilz", obwohl der Fruchtkörper geformt ist wie ein Becherling. Es ist interessant: Die Art bildet eine Art Übergang von den Becherlingen zu den Kernpilzen!
60. Capronia semi-immersa, Halbeingesenkte Capronia [pers. Erstfund]
Erstfund für NRW. Die Capronia wächst hier an Kiefernholz, direkt auf Holz oder auch in den Poren eines abgestorbenen, flächig wachsenden Porlings. Wenige Sporenschläuche mit einigen reifen Sporen gab es aber erst beim zweiten Versuch, die extrem winzigen Fruchtkörper (etwa 70-120 µm) sind manchmal unreif oder befinden sich noch in der Konidienphase.
61. Sporormiella australis, Südliches Dung-Kugelpilzchen [pers. Erstfund]
Ein winziges Dung-Kugelpilzchen, welches hier halb im Substrat eingesenkt ist und nur mittels der vorstehenden, dunklen Papille erkennbar ist.
DEUTEROMYCETES
62. Coryne dubia (Hfr.: Ascocoryne sarcoides)
63. Helicoma ambiens (Hfr.: Tubeufia sp.) [pers. Erstfund]
Statisten:
Weitere Funde, teilweise nicht fotografiert oder hier bereits von Rada vorgestellt:
2. Lepista nuda, Violetter Rötelritterling
3. Rhodocollybia butyracea, Butterrübling
4. Strobilurus esculentus, Fichtenzapfenrübling
5. Panellus stipticus, Herber Zwergknäueling
9. Dacrymyces stillatus, Zerfließende Gallertträne
10. Auricularia auricula-judae, Judasohr
12. Cyphellopsis anomala, Rasiges Hängebecherchen
14. Pycnoporus cinnabarinus, Zinnoberrote Tramete
17. Ganoderma applanatum, Flacher Lackporling
19. Heterobasidion annosum, Wurzelschwamm
21. Stereum rugosum, Runzeliger Eichen-Schichtpilz
22. Stereum hirsutum, Striegeliger Schichtpilz
23. Peniophora quercina, Eichen-Zystidenrindenpilz
24. Peniophora limitata, Eschen-Zystidenrindenpilz
25. Peniophora cinerea, Aschgrauer Zystidenrindenpilz
27. Basidioradulum radula, Reibeisenpilz
28. Byssomerulius corium, Lederig-häutiger Fältling
30. Radulomyces confluens, Zusammenfließender Rindenpilz
31. Resinicium bicolor, Zweifarbiger Harz-Rindenpilz
48. Dasyscyphella nivea, Schneeweißes Haarbecherchen
51. Nectria cinnabarina, Zinnoberroter Pustelpilz
55. Eutypa spinosa, Stacheliger Krustenhöckerpilz
56. Eutypella quaternata, Vierfrüchtige Quaternaria
57. Kretzschmaria deusta, Brandkrustenpilz
59. Acrospermum compressum, Fadensporiges Flachkeulchen
64. Mollisia aff. cinerea, Aschgraues Weichbecherchen
And last but not least, "The Flower":
cheers,
björn[hr]
Dank:
Danken möchte ich H.O. Baral für die Bestätigung der Protounguicularia barbata (die ich noch als Olla transiens kannte) sowie den Mitgliedern von Ascofrance bei den Tips zur Bestimmung der Capronia (auf die Art bin ich dann noch selbst gekommen, bei all meinem Unwissen höchst spektakulär).
Danken möchte ich auch Ralf, der sicher jetzt wieder eine unermüdliche Arbeit mit den Listen hat. Sorry dass ich dir soviel Arbeit mache ![]()
Literatur:
Breitenbach&Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 1,2,4
Eriksson&Ryvarden: Corticiaceae of northern Europe, Band 1-8
Jülich: Kleine Kryptogamenflora, Band 2b (Nichtblätterpilze)
Bernicchia& Gorjon: Fungi europaei, Band 12: Corticiaceae s.l.
Bernicchia: Fungi europaei, Band 10: Polyporaceae s.l.
Doveri, F.: Fungi fimicoli italici, A.M.B.
Horak, E.: Die Röhrlinge und Blätterpilze Mitteleuropas (Bestimmungsschlüssel)
Malysheva, V.: Rare and interesting species of heterobasidiomycetes from Russia, erschienen als Band 53 in der Reihe "Fungi non delineati".
Du meine Güte! Dann bekommt der kleine Hasenköttel aber ganz schön Übergewicht *plumps*![]()
![]()
LG,
Kuschxel
nene nen Porling an diesem Substrat gibt es nicht. Der Porling war an einem Buchenstubben.
Demnächst schreibe ich hier nur noch "der Pilz wächst auf ihr wisst schon was" ![]()
lg björn
Ja, ist korrekt, der heißt natürlich Ciboria viridifusca. Keine Ahnung wie ich auf Rutstroemia kam ![]()
lg björn
Hi,
der Fundbericht könnte bereits heute abend drin sein, es kann wohl spät werden. Ich werde nachher noch einzelne Reste mikroskopieren, insbesondere auch nochmal die Dung-Objekte durchgucken, ob da nochwas nachgewachsen ist.
Der Porling entzieht sich bis jetzt einer konkreten Bestimmung, es ist aber NICHT Spongiporellus spumeus. Sporen, Hyphen mit Schnallen sowie Basidien und Cystidiolenform weisen eher in Richtung Postia aff. tephroleuca, eine Art mit jung weißlichen, später nachgrauenden Fruchtkörpern, heller Porenschicht und bis 10cm breiten Hüten, die konsolenförmig am Substrat angewachsen sind oder auch an diesem herablaufen können, je nach Lage. Das Substrat von P. tephroleuca ist überwiegend Laubholz (Fagus, Quercus, Betula usw.).
Ralf? Schickst du mir bitte die Liste der von dir aufgeschrieben Pilze zu? Das wäre sinnvoll für den kompletten Bericht und um die Anzahl der Arten abschließend festzustellen.
lg björn
Hab ich gegähnt? ![]()
Schöne Bilder.
Es gibt mehrere Becherlinge, die an Erlenzapfen wachsen, mir fallen spontan 3 ein:
Erlenzäpfchen-Stromabecherling, Rutstroemia viridifusca
Erlenzäpfchen-Weichbecherchen, Mollisia amenticola
Erlenzäpfchen-Becherchen, Pezizella alniella
sowie im Frühjahr ab und zu auch das Weiße Haarbecherchen, Lachnum virgineum.
Kannst dir einen aussuchen.
lg björn
Danke euch. Die Artenanzahl wird explosionsartig nach oben gehen, denn die mitgenommenen Exkremente aller Art haben bis jetzt schon mindestens 6 neue Arten, und ehrlich gesagt, ich komme mit dem Absuchen nicht mehr nach. Man könnte sagen: hab ich alles abgesucht, dann kann ich wieder von vorne anfangen, weil wieder was neues gewachsen ist.
ich liebe diese scheiße...echt, da kommt man nicht mehr von weg wenn man mal angefangen hat, sowas nach Pilzen abzusuchen :D:D
solltet ihr auch mal versuchen ![]()
Na, das verspricht ja einiges. Die Spannung steigt.:)
Ja die wird noch etwas weiter steigen, hab gerade eben wieder eine weitere Art bestimmen können...ja klar, NEU, was sonst.
Leider wird es nochwas mehr dauern. Ich schreibe diese Woche noch eine Klausur und es stehen mindestens 150 einzeln zu bearbeitende Bilder im Raum, die etwa 3/5 der gefundenen Pilzarten abdecken. Schwer vorstellbar, welche Datenmenge hier anfällt ![]()
Das wird noch viele Arbeitsstunden in Anspruch nehmen.
lg björn
