Das mag ja sein, aber wieso sind dann Vergiftungen relativ selten?
Es ist ja nicht die Frage, ob "die Alten" einen Gifthäubling beim Namen kennen wollen, sondern ob sie - aus welchen Gründen auch immer- in aller Regel die Finger davon lassen.
Nimm mal als Beispiel den in Bezug auf Verwechslungen recht harmlosen Pfifferling.
Den kennen die altgedienten in jeder erdenklichen Variation. Den erkennt man schon auf 5 Meter Entfernung und auch wenn sie noch winzig klein sind, weiß man: " Das wird mal ein Pfifferling". Da schaut man nicht, ob Lamellen oder Leisten, weiß meist nicht mal den Unterschied.
Dennoch ist das Bild des Pfifferlings so eindrücklich abgespeichert, dass es so gut wie nie zu Verwechslungen kommt. Da selektiert man nur nach "Pfifferling" oder "was anders".
Und wenn man so einem was vom Ölbaumpilz oder falschen Pfifferling erzählt, ist das für die oft einfach nur "was anderes" und wird sowieso nicht mitgenommen.
Hat man dieses Altwissen nicht und versucht anhand von Pilzbuch oder Internet einen Pfifferling zu bestimmen, trifft man nicht selten auf Unsicherheiten oder Fehlbestimmungen.
So meinte ich das.
