Beiträge von Rada

    Das mag ja sein, aber wieso sind dann Vergiftungen relativ selten?


    Es ist ja nicht die Frage, ob "die Alten" einen Gifthäubling beim Namen kennen wollen, sondern ob sie - aus welchen Gründen auch immer- in aller Regel die Finger davon lassen.


    Nimm mal als Beispiel den in Bezug auf Verwechslungen recht harmlosen Pfifferling.


    Den kennen die altgedienten in jeder erdenklichen Variation. Den erkennt man schon auf 5 Meter Entfernung und auch wenn sie noch winzig klein sind, weiß man: " Das wird mal ein Pfifferling". Da schaut man nicht, ob Lamellen oder Leisten, weiß meist nicht mal den Unterschied.
    Dennoch ist das Bild des Pfifferlings so eindrücklich abgespeichert, dass es so gut wie nie zu Verwechslungen kommt. Da selektiert man nur nach "Pfifferling" oder "was anders".


    Und wenn man so einem was vom Ölbaumpilz oder falschen Pfifferling erzählt, ist das für die oft einfach nur "was anderes" und wird sowieso nicht mitgenommen.


    Hat man dieses Altwissen nicht und versucht anhand von Pilzbuch oder Internet einen Pfifferling zu bestimmen, trifft man nicht selten auf Unsicherheiten oder Fehlbestimmungen.


    So meinte ich das.

    PS.: es soll auch Menschen geben, die haben jahrelang Stockschwämmchen gesammelt, ohne vom Gifthäubling zu wissen.


    Ja, hier (aufzeig).


    Und mein Vater sowie mein wesentlich älterer Bruder auch.


    Insgesamt also über Jahrzehnte. Gifthäubling? Unbekannt.


    Da hab ich erst was von gehört, als ich Björn kennengelernt und mich intensiver mit Pilzen befasst habe.


    Vielleicht gibt es den bei uns ja nicht ?


    Von wegen, er ist gar nicht so selten.


    Warum hat sich dann keiner damit umgebracht?


    Mit Knollenblätterpilzen, Pantherpilzen, oder Karbolchampignons hat sich übrigens auch niemand aus der Familie was angetan.


    Seltsam, oder ?


    Und wir waren bei uns auf ´m Dorf lange nicht die einzigen, die Pilze gesammelt haben. Warum ist also nicht das halbe Dorf ausgerottet worden ?


    Möglicherweise ist es eben dieses aufwachsen in und mit der Natur, dass uns davor bewahrt hat. Klar wussten wir, dass es giftige Pilze gab. Den Knollenblätterpilz ( wie, da gibt es verschiedene?) kannten wir dem Namen nach, aber identifizieren? Aber rein instinktmäßig hat man einfach alles stehen lassen, was nicht genau ins Beuteschema gepasst hat.


    Natürlich auch die leckeren Sachen, wie z.B. den Parasol. Einen Schwefelporling oder Austernpilz hätte keiner freiwillig gegessen. Und den Flockenstieligen Hexenpilz schon dreimal nicht.


    Ich glaube daher, bei den "Alten" vom Dorf ist die Gefahr sich zu vergiften recht gering. Da kommen eher die in der Stadt oder allgemein recht entfernt von der Natur aufgewachsenen in Frage.


    Pilzbuch und Internet geben eine trügerische Sicherheit, gepaart mit gefährlichem Halbwissen, die so manchem dann zum Verhängnis wird.

    Den Aufruf hab ich auch gesehen und wohl abgespeichert.


    Meiner hatte sich schon verflüssigt, aber die Sporen konnte ich noch finden.
    Passt definitiv nicht zu dem gesuchten.


    Die Pulvinula ist P. constellatio


    Die Scutellinia ist mal wieder rundsporig und sehr interessant, da muss ich noch mit BWB ran.

    Frustsaufen kennt jeder, zumindest vom Hörensagen. Ob das nun gut oder schlecht ist, lassen wir mal offen.


    Gestern vormittag wollte mir in der Werkstatt so gar nix gelingen. Nur Gemurkse und die einfachsten Dinge gingen schief.


    Gegen Mittag stand für mich fest: "Frust, Ich brauch ´n Pilz"


    Also ab in die bereits mehrfach hier vorgestellte Grube Cox. Ein Mögliches Exkursionsziel für Samstag zu erkunden, war das Ziel.


    Funde gab es reichlich, wie ihr nachfolgend sehen könnt. Die Bestimmungen sind noch offen, denn nach der Erkundung stand zunächst mal wieder arbeiten an. Sollte bei der nachfolgenden Bestimmungsarbeit was überraschendes rauskommen, füge ich das später hier an.


    Los gehts:


    Gleich am Eingang empfingen mich einzelne Scutellinia



    Hier und da im Moos, überall verstreut, Pulvinula (constellatio?)




    Russula sp. ein Buch mit sieben Siegeln, welche ich nicht zu brechen vermag.







    Inocybe sp.






    Und ein winziger, grade mal 1,5 cm breiter Polyporus sp. Mal sehen ob das wieder P. cilliatus ist, oder was anderes.




    Zwischendurch auch mal was Floristisches. Verbascum chaixii, Österreichische Königskerze.




    Noch gar nicht eingeordnet.



    Zwei Riesenremmel des Kahlen Kremplings (Paxillus involutus)






    Im Brandgebiet stand dieser hübsche Coprinus sp.
    Mal sehen, ob ich nachher nur noch Tinte im Probendöschen habe.:(




    Auf Brandstellen scheinbar unvermeidlich. Sehr wahrscheinlich Ascobolus carbonarius in besonders schönen Exemplaren.





    Ebenfalls im Brandgebiet, von der Streu gut verdeckt und eher zufällig gefunden. Eventuell Tarzetta sp.





    Und diese kleinen Burschen beendeten den Ausflug abrupt. Ich weiß nicht wo die plötzlich herkamen, aber auf einmal wimmelte der ganze Boden von diesen jungen Krötchen. Tausende, überall. Alle zwischen 1 und zwei Zentimeter groß und noch mit dem Rest des Kaulquappenschwanzes.





    Mädels, bei der Menge muss ein Prinz dabei gewesen sein. Nix wie hin. :)


    Um sie nicht zu zertreten habe ich mich vorsichtig auf den Rückweg gemacht. Ich muss so ausgesehen haben wie jemand, der durch ein Minenfeld läuft.
    Damit scheidet dieses Gebiet für die Exkursion am Samstag leider aus.
    Sollen die sich erstmal verteilen und in Sicherheit bringen.


    Jedenfalls war danach mein Frust verflogen. Frustpilzen ist allemal besser als Frustsaufen. Und es gibt keinen Kater. :D

    Hallo Christian,


    die Maden können die Larven verschiedener Insekten sein. Hauptsächlich dürfte es sich um Käfer- und Pilzmückenlarven handeln. Die erwachsenen Tiere legen ihre Eier in, neben oder auf dem Pilz ab und die Maden fressen sich dann durch.


    Madige Pilze verwerte ich nicht. Bin aber überzeugt, nicht jeden Fraßgang zu sehen.


    Ich werfe mal als weitere Möglichkeit Mycena adscendens in den Raum.

    Seit gestern weiß ich es.:D


    Diese sehr blasse und wie eingesenkt aussehende Scutellinia musste natürlich mitkommen. Erst zu Hause ist mir aufgefallen, dass die Borsten das wuchernde Moos wie einen Zaun von der Fruchtschicht abgrenzen.




    Doch obwohl das Erscheinungsbild sehr ungewöhnlich war, handelt es sich nur um Scutellinia scutellata.


    Sehr hübsch waren die Ascobolus carbonarius von einer Brandstelle.




    Und auf dieser fand sich auch diese Peziza sp?, die noch untersucht werden will.


    Moin Toffel,


    ich bin bei der Bestimmung den Ausführungen von Lohmeyer und Häffner gefolgt. Dort wird S. diaboli von S. trechispora getrennt.


    S.trechispora wird dort mit einer max. Haarlänge von 300 µm angegeben. Bei meinem Fund sind die Randhaare aber bis 1500 µm, und nicht nur in Einzelfällen sondern mehr oder weniger regelmäßig.
    Bei L.&H. werden die Warzen von S.trechispora als rundlich/bogig abgestutzt beschrieben und gezeichnet, die von S. diaboli eher kantig/gratig.


    Wie gesagt, bekomme ich das nicht richtig fotografiert. Auf dem vorletzten Bild, die beiden oberen Sporen zeigen das noch am besten. Schließlich sind da noch die gegabelten Paraphysen, die nach L.&H. eindeutig für S.diaboli sprechen.


    Folgt man Schuhmacher, so wird dort S.diaboli als identisch mit S.trechispora angegeben. Schumacher beschreibt die Haare von s.trechispora auch als wesentlich länger. Die Sporenzeichnung von S. trechispora bei Schumacher entspricht viel eher derjenigen von S. diaboli bei L.&H.


    Wer hat nun Recht ??:)


    Was ich jedoch gestern versäumt und heute nachgeholt habe, war der Blick in den Index fungorum. Dort ist S.diaboli nicht als gesicherte, eigenständige Art geführt. Damit bleibt diese Bestimmung bis auf weiteres ein Muster ohne Wert.


    Macht aber nix. Für mich war das eine tolle Übung und die erste, wirklich intensive Auseinandersetzung mit einer komplexen Bestimmung.
    Nach einer gefühlten halben Flasche Baumwollblau hab ich es dabei wenigstens geschafft, die Sporen annehmbar einzufärben.:D


    Toffel, Danke für Deinen Einwand. Auch solche Diuskussionen helfen weiter. Gerne mehr davon.

    Mit dem gestrigen Fund einer rundsporigen Scutellinia hab ich mich einige Zeit herumgeschlagen. Hilfreich war eine Doku über rundsporige Scutellinia, die ich gestern von Björn bekommen habe.


    Die Frage war, ob es sich um S.trechispora oder S. diaboli handelt.


    Bei beiden Arten liegen manche der gemessenen Werte in beiden Schwankungsbereichen.


    Den Ausschlag für S. diaboli gaben die sehr langen Randhaare ( S. diaboli bis 1600 µm, S. trechispora bis 300 µm), deren recht hohe Wandstärke, die häufig gegabelten Paraphysen, die blau-grün-Färbung der Paraphysen mit Melzer und natürlich die Warzenform und -größe.


    Leider gelingt es mir nicht, so tolle Fotos von den Sporenoberflächen zu machen, wie Björn. Visuell sind die Warzen jedoch wesentlich kantiger, als auf den Fotos zu sehen. Zudem sind sie mit max. 3 µm auch recht erhaben, wogegen die Warzen von S. trechispora mit max. 1,5 µm angegeben werden.


    Last not least wird S. trechispora als mehr oder weniger einzeln wachsend angegeben, die Exemplare aus meinem Fund wuchsen jedoch zu mehreren Dutzend nebeneinander. Auch die Biologie, hier insbesondere die angeführte Vergesellschaftung mit unterschiedlichen Peziza sp. passen genau.


    Alles in allem wage ich daher zu behaupten, hier Scutellinia diaboli gefunden zu haben.











    Hallo Nobi,


    Danke für die Bestätigung und das schöne Porträt von Schizothecium miniglutinans.


    Du hast Recht, man muss die verschiedenen Arten gesehen haben, um Sicherheit zu gewinnen.

    Trotz Regen ging es heute wieder mal auf eine etwas längere Exkursion.


    Zwar blieben die "Kniefälle" ob des klatschnassen Untergrundes nur ganz besonders erfolgversprechenden Stellen vorbehalten, aber ein bisschen was kam doch zusammen.


    Highlight war diese Scutellinia, wie sich aber erst zu Hause herausstellte. Fast hätte ich sie als Scutellinia scutellata stehen lassen.
    Doch dann fiel mir auf, dass sie rein auf Erde wuchs. Also zur Sicherheit mitgenommen.
    Unter dem Mikroskop zeigten sich runde Sporen, die mir auch noch bekannt vorkamen. Richtig, die gleichen wie bei einem früheren Fund während Björns Urlaub. Die hatten wir am Donnerstag noch nachgesucht, aber nicht mehr finden können. Hier hatte ich sie nun an anderer Stelle wieder. Leider auch nur mit zwei Exemplaren, die zudem schon reichlich alt waren.


    Die Sporen sind mit unregelmäßig großen, stumpfen Warzen ornamentiert, die bis 1 µm hoch sind. Das Sporenmaß beträgt 20 - 22 µm. Leider reichen meine Fotografischen Künste nicht weiter aus, als für diese unscharfen Bilder. Färbeversuche mit BWB gingen komplett daneben.:(


    Die Haare sind bis 300 µm lang, meist aber kürzer.


    Ich komme da wieder auf Scutellinia barlae, wie beim letzten Fund auch. Das wird aber mit Fragezeichen bleiben, bis ich es schaffe mal ein Exemplar in Björns Hände zu spielen.










    Weiter ging es mit frisch erschienenen Kurzhaarigen Braunhaarborstlingen (Trichophaea hybrida)







    Diese beiden Arten wollten mir zu Hause keine Sporen zeigen und bleiben daher unbenannt.



    und







    Der erste Perlpilz (Amanita rubescens)




    Und die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica)



    Diese hübschen Schwindlinge? stellen mich vor ein Rätsel, was ich heute nicht mehr lösen kann und mag. Sie wuchsen in großer Menge gesellig und ausschließlich auf Ästchen und Zapfen der Lärche. Vielleicht hat jemand eine Idee.







    Wenn man so mit der Nase im Moos schnüffelt, bekommt man unweigerlich Kontakt mit der großen Welt der kleinen Tiere. Dieser spacige Springschwanz unbekannter Art gefiel mir besonders.



    Wieder zu Hause bekam ich die Bestätigung, dass sich bei dem Wetter kein Hund vor die Türe jagen lässt.:D


    Faule Bande.



    @all Danke für die netten Kommentare.


    Natürlich mache ich auf einer Verkehrsreichen Straße keine plötzlich Bremsung. Hier auf ´m Dorf fährt höchstens mal der Meiers Hennes mit ´m Trecker hinter einem her. Und der hält 100m Abstand, weil stets unter Strom.:D





    Das Terrain drumherum ist jenes, welches ich mit Björn und Melanie fast jedes Wochenende abscanne. :D


    Trotzdem hab ich heute nachmittag die mir bekannte Fundstelle für diese Art im Wald aufgesucht. Aber nix da.
    Dafür aber anderes, Bericht kommt im Laufe des Abends.