Beiträge von Rada

    Das Bergische Land, das als Land der Hobbits (Ralf) und der Riesen (Ich) bezeichnet werden kann, kann sowieso niemand betreten, weil niemand weiß, wo es liegt.



    Bergische Landeszeitung, Montag 6.8.2012

    Riese im bergischen Land vermisst


    Seit Samstag wird der Riese B.W. aus D. vermisst. Wie er zu Hause äußerte, wollte er in den dunklen Wäldern des Bergischen Landes nach Trüffeln kratzen. Dem Vernehmen nach hat er sich zuvor durch unbotmäßige Äußerungen den Unmut eines Ureinwohners zugezogen.
    Die Behörden stoßen auf eine Mauer des Schweigens und hunderte frischer Grabungsstellen. Ob, und wenn, in welcher B.W. aus D. dort ein jähes Ende fand, wird wohl für immer ungeklärt bleiben.


    Was ist eigentlich aus dem Rötling geworden, Ralf? Bisschen Arbeit verlange ich von dir auch :P :D



    Huch, hab ich glatt überlesen, da nachgetragen.


    Tja, der Rötling ist...wie soll ich sagen??..... mehr so flüssig geworden.
    Again...:shy:


    Aber bisschen Arbeit liefere ich ja in Form davon, dass jeder Kilometer den wir laufen, von mir im Vorfeld fünfmal gelaufen wurde. ;)


    Hast Du richtig gesehen. Der dahinter war schon halb den Schnecken zum Opfer gefallen.
    Außerdem war das auch hier der erste, bzw. die beiden ersten.
    Jetzt kommen auch die Steinpilze.:P

    Der düstere Röhrling (Porphyrellus porphyrosporus) soll hauptsächlich in Bergwäldern vorkommen, in der Ebene seltener.


    Diese hier stammen aus einem "Bergwald" mit 190m ü.NN im Bergischen Land.:)







    Unter "Speisepilzen" vorgestellt weil wohl eßbar, kommen sie bei mir nicht in die Pfanne. Gibt ja genug andere.;)

    Das weiß ich. Stammt aber doch aus dem Bergischen Land oder hast du die von deiner Nizza-Tour aus Frankreich mitgebracht? Verschweig mir bloß nix ^^


    lg björn


    Du weißt doch, dass die Funde auf TK-Ebene dokumentiert werden. Und der Hochwald ist nicht nur ein anderer Sektor, sondern auch ne andere TK.


    Ist in diesem Fall kein Problem, weil ichs ja wiedererkannt hab und zuordnen kann.


    Ansonsten kannst Du mich mit sowas auf ´s Glatteis führen.


    Was war denn mit der Scutellinia, die wir aus dem Hochwald mitgenommen hatten. Ich hatte da ja auf S.setosa getippt.

    Hallo Björn,


    ich hör Dich noch sagen : "Im Moment hab ich nicht viel zu untersuchen, da kann ich mal was mehr mitnehmen".:D


    Über die Fotos muss ich ja nix mehr sagen.:thumbup:


    Über S.cejpii aber doch. Die stammt nicht von unserer Tour, sondern ist die Probe die Du von mir mitgenommen hattest. Falls das für Dich wegen dem Fundort interessant ist.


    Ich finde die Bewohner Klasse. Die meisten gehen schon beim pflücken stiften, der Rest dann beim putzen. Kein Problem.


    Das Beste an ihnen ist aber, dass meine Frau so denkt wie Du.


    Beim putzen (mein Part) fragt sie dann:


    "Bit Du sicher, dass Du die Viecher wirklich alle wegkriegst"


    Ich antworte; " Die allermeisten"


    Und schon hab ich die ganze Portion für mich alleine.;)

    Dabei dürfte es sich um einen Steinpilz handeln. Obwohl man das bei der Qualität der Fotos mehr erraten als erkennen kann.;)


    Ja ich freu mich schon auf die Trüffel...sehr schöne Sache, ist ne Hymenogaster, aber welche, das muss man sich genauer angucken. Bestimmungstechnisch bin ich ja gut ausgetrüffelt hier :D


    lg björn


    Jo, wenn es denn H.temer ist, wäre das der erste Trüffelneufund für NRW. Und die Einschläge, sprich Anzahl Trüffelfunde pro Buddelaktion, kommen näher. Da geht noch viel mehr.:D[hr]


    Wie ich verstehe, sind die Wildschweine eben die einzige Möglichkeit für die Trüffel, ihre Kinder woanders auszusäen. Sonst verstünde ich den Sinn dieser Fruchtkörper nicht.:/


    Das ist unterschiedlich. Machen Arten wachsen vollständig unterirdisch, da dürfte Wildfraß unabdingbar sein. Andere schauen ein Stück aus der Erde, die brauchen wohl kein Gefressenwerden.
    [hr]

    Ralf, Danke, Danke, dein Bericht mit erstklassigen Bildern (ich muss gleich nachschauen, ob du deine Kameraausrüstung im deinem Profil erwähnt hast) hat mir den Einstieg in den Arbeitsalltag versüßt!


    Hallo Lara,


    es freut mich, dass Du Dich gut unterhalten gefühlt hast.


    Meine Kamera ist eine Panasonic Lumix DMC-TZ 22.


    Hallo, Ralf.


    Toller Bericht, tolle Fotos.


    Was mich interessieren würde: ist der abgebildete Trüffel auch essbar? Denn in den Restaurants schauen die normalerweise anders aus.



    Für Wildschweine offenbar schon, allerdings hab ich die noch nie im Restaurant getroffen.:)


    Nein, im Ernst. Es gibt jede Menge hypogäisch wachsender Pilze, die man (ich auch) oft eigentlich unrichtig als "Trüffel" bezeichnet.


    Echte Trüffel gehören zur Gattung Tuber, und da sind auch die teuren Delikatessen angesiedelt.


    Diese hier war vor ewigen Zeiten mal ein Lamellenpilz, den die Evolution unter die Erdoberfläche verfrachtet hat. Blöd für den Pilz, dass die Evolutiion auch Wildschweine hervorgebracht hat.:D


    Zum Speisewert dieser Art kann ich nix sagen, außer dass wenn sie eßbar wäre, der Kalorienverbrauch beim mühseligen und oft vergeblichen Buddeln den Nährwert astronomisch übersteigt.

    Was mich auch mal noch interessieren würde: Futtern die Ferkelchen eigentlich nur Trüffeln, oder sind die auch auf andere Pilze scharf? Ich staune immer, daß die "meine" Steinpilz- und Pfifferlingstellen umgraben. Allerdings scheint das das Wachstum der gelben, vermutlich essbaren Pilze nicht gerade zu stören. Somit suchen die da vielleicht tatsächlich etwas anderes. Trüffeln?


    LG, Beorn.


    Hallo Beorn,


    bei der Menge an Wildschweinen in vielen Revieren dürfte deren Vorliebe für Steinpilze und Pfifferlinge sehr beschränkt sein, ansonsten würde man kaum noch einen finden.:)


    Buddelspuren von Wildschweinen deuten tatsächlich sehr oft auf Trüffelvorkommen hin.


    Mich erstaunt vielmehr, dass die sich tatsächlich die Mühe machen, so kleine Trüffelchen auszubuddeln. Die müssen schweinisch lecker sein. :)
    [hr]


    Hallo Ralf,
    sehr schöner Bericht, den ich hier zu später Stunde entdecke!
    Die "Trüffel" sieht nach Hymenogaster aus. Könnte evtl. H. tener sein.


    Nobi


    Hallo Nobi,


    danke für den Hinweis. Das wird Björn dann zu prüfen haben:)


    Ich beschränke mich zunächst auf die Trüffelsuche, weil mich da auch noch in die Bestimmung reinzuarbeiten übersteigt Zeit und Möglichkeiten.


    Macht aber tierisch Spass.:)

    Was soll ichs spannend machen, ich hab sie.


    Die nächste Trüffelart.


    Diesmal mit "Schweinischer" Hilfe.


    Hier



    konnte man unschwer erkennen, dass die Rüsseltiere gepflügt haben.
    Der Standort war abweichend von den bisherigen Funden, so dass ich eine neue Art erwartet hatte. Heraus kamen diese kleinen Kuller, die größte knapp einen Zentimeter groß.



    Hoffen und Bangen bis nach Hause.
    Die Ferkel können sich doch unmöglich wegen solch winziger Trüffelchen so eine Mühe machen. Das sind bestimmt ein paar völlig unreife Exemplare und wieder nicht bestimmbar.


    Zu Hause ein Schnitt und




    Juhu, auf jeden Fall ne Trüffel. Und unter dem Mikroskop dann tatsächlich reife Sporen. Sogar Ständerpilzsporen.






    Sowas zu finden hatte ich von Björn als Auftrag bekommen.
    Im Gegenzug wollte er die Mäandertrüffel finden.


    Tja Björn, Du hast Bringschuld.:D:D


    Nach getaner Buddelei wollte ich unter der Buche eine Pause machen, und hätte mich fast auf diese hübschen Gelbmilchenden Becherlinge (Peziza succosa) gesetzt.





    Wie ist man bloß auf diesen Namen gekommen?



    Neulich sagte ich zu Björn: " Da oben gibt es immer Strubbelköpfe, ist aber sicher noch zu früh".


    Nö, nicht zu früh, fast schon zu spät.

    Strubbelkopfröhrling
    (Strobilomyces strobilaceus)






    Das Grüngelbe Gallertköpfchen (Leotia lubrica) musste auch noch fotografiert werden.



    Ja, und dann noch das hier.


    Gemeines Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)


    Jede Menge, und gar nicht gemein sondern recht nett.:)





    Plötzlich seltsame Rufe. Hörte sich an wie "Mühlfe, üch wüll hien aus".


    Genau gekuckt, und spontan fiel mir " der Mann mit der eisernen Maske" ein.



    Wie kann man auch so dämlich wachsen? 8|


    Die Kollegen standen prall und frei. "Gelber Pilz, vermutlich essbar" wurde er unlängst in einem anderen Forum beschrieben.
    Despektierlich. :)



    Stockschwämmchen und Gelber, vermutlich eßbarer Pilz samt seiner gut ein Dutzend Kollegen kamen zu streng wissenschaftlichen Untersuchungen mit nach Hause.



    Im hauseigenen Labor wurden die Pilze in Butter gedünstet und auf ein Substrat aus Nudeln und Hackfleisch gegeben.


    Da während des Erhitzens außer kontrolliertem Speichelfluss keine Reaktionen erfolgten wurde die Untersuchung abgebrochen und die Probe durch Verzehr vernichtet.


    Ich glaub aber, die waren nicht gut. Denn obwohl die Portion nur etwas über einem dreiviertel Pfund gewogen haben dürfte, plagt mich ein gewisses Völlegefühl. :D



    Ach so. Den Maskenpilz hab ich vorsichtig befreit. Er durfte stehenbleiben, hat schon genug gelitten.:/

    Hallo Melanie,


    der Erdstern ist genau ein solcher, den ich bei unserer letzten Tour als gerne mal finden wollend beschrieben habe.
    Das könnte der Kleine Nest-Erdstern (Geastrum quadrifidum) oder eine ähnliche Art sein.


    Haben die Stockschwämmchen geschmeckt ?


    Ich hatte heute eine Riesenportion und komme kaum mit den Fingern an die Tastatur, weil der Bauch im Weg ist.:D

    Hallo Lara,


    ein sehr netter und kurzweliger Bericht. Du machst das richtig gut.:thumbup:


    Die Raupe ist die des Wolfsmilchschwärmers. Ein wunderschöner Nachtfalter, den mal selbst leider kaum zu Gesicht bekommt. Kannst ihn ja mal googeln.:)

    Das ist relativ wurscht. Man sollte nur die Bodenverletzung wieder mit etwas Humus bedecken, damit das Myzel nicht austrocknet.


    Bei nicht sicher bestimmten Pilzen sollte man aber auf jeden Fall den gesamten Pilz vorsichtig aus dem Boden drehen, weil die Stielbasis wichtige Bestimmungsmerkmale aufweisen kann.


    Nachtrag:


    Da war der Pilzberater wieder schneller.

    Das war wieder mal eine echt schöne Tour, und das nicht nur wegen der Funde.


    Ich mag daran erinnern, dass ich noch im leicht angefeuchteten Zustand darauf hingewiesen habe, dass da eine Hütte ist die wir vor dem großen Regen erreichen könnten, wenn wir einen Schritt dazutun.


    Aaaber neiiiinnnn, da hinten wird es ja schon wieder hell.:D


    Leider waren wir klatschnass, bevor "da hinten" über uns war.




    Fotos kann ich nicht viele beisteuern, weil wir die meisten Funde ja schon im letzten Pilzfestival vorgestellt haben. Hier wäre noch der


    Leopardenfell-Hartbovist (Scleroderma areolatum)



    den wir beim letzten mal übersehen hatten.


    Bezüglich Melanies "Trüffeltaufe" bleibt noch festzuhalten, dass sie zwar den Fund mit leichter Unterstützung getätigt hatte, aber danach zielstrebig an einer anderen, haargenau richtigen Stelle, anfing zu buddeln. Hätte es noch eines Beweises für Melanies Spürnase bedurft, so wäre dieser damit erbracht worden.


    In Anspielung auf Melanies Avatar darf Sie sich ab sofort als erstes Bergisches Trüffelschaf bezeichnen. :D


    Ach ja, ein Foto hab ich noch, aber das bleibt für die Jubiläumsausgabe unter Verschluß.


    So bleibt mir noch der Hinweis, dass Björn sicher/hoffentlich noch weitere Bilder von während der Exkursin unbestimmten, aber nicht minder interessanten Funden zeigen wird.