Beiträge von Rada

    Das klingt ja fast schon pessimistisch! Irgendwo muss man doch auch mal einen Ansatz machen. Aber was wäre denn erfolgversprechend?


    Ich bin nicht pessimistisch, sondern realistisch mit einer gehörigen Portion Lästigkeit gegenüber Behörden und Ämtern.


    Ich versuche das mal ein wenig zu gliedern.


    Als erstes gilt es festzustellen, dass jeder der sich für Natur und Pilze interessiert, ein Gewinn ist. Völlig gleich, wie tief er/sie in die Materie einsteigt.


    Als zweites gilt festzustellen, dass es einen erheblichen Mangel an Pilzkundigen gibt, die an der Erfassung der heimischen Pilzwelt mitarbeiten. Hoffnungslos unterbesetzt, die Branche.


    Dein Ansatz zu sagen, bei so vielen Pilzsammlern muss es doch genügend Potential geben, um hier mehr zu bewirken, ist rein mathematisch richtig. Die Realität sieht aber anders aus, und das hat Gründe.
    Um die nachvollziehen zu können, erst mal die Ist-Situation. Die Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen und dienen nur der besseren Erklärung.


    Auf 1000 Pilzinteressierte, also Menschen die sich auch für nicht-Speisepilze interessieren, kommt einer, der sich ernsthaft mit der Dokumentation der Pilzvorkommen beschäftigt und die ermittelten Daten weiterleitet.


    Nun muss da auch jemand sein, der diese Daten sammelt, prüft und weiterverarbeitet. In jedem? (nein, wohl leider nicht) Bundesland gibt es einen, vielleicht in manchen auch zwei oder drei, die genau das tun. Also die Daten von wiederum vielleicht 50 engagierten Pilzkundlern entgegennimmt aufbereitet und archiviert/weiterleitet.


    Daraus entstehen dann die roten Listen der Bundesländer.


    Bis hierhin geschieht alles ehrenamtlich und in der Freizeit.


    Derjenige, der die Daten der Pilzkundler sammelt und aufbereitet, hat sicher auch ein Leben neben den Pilzen und wie sollte derjenige es schaffen Daten zu verarbeiten, wenn statt vielleicht 50, plötzlich 200 Sammler ihre Daten melden ?


    Jetzt könnte man ja sagen, in Zeiten des Internets könnte man eine Datenbank installieren, in die jeder seine Daten direkt online einpflegt. So etwas hat man mit der von Dir erwähnten Pilzkartierung schon versucht.


    Probelm dabei ist die mangelnde Kontrolle. Man wird nicht verhindern, dass dort nicht nur korrekte Bestimmungen eingepflegt werden, sondern auch Fehlbestimmungen und vielleicht sogar von Scherzbolden bewusst falsche Angaben gemacht werden. Damit ist diese Datenbank wertlos, weil man den Umfang der falschen Meldungen nicht kontrollieren kann.


    Ergo muss auch das wieder in jedem Einzelfall von irgendwem gegengelesen und kontrolliert werden. Und nun steht der kontrollierende vor dem Problem, wie er denn diese Meldungen überhaupt prüfen soll. In der Regel sieht er den Pilz nicht, und kennt den Meldenden, bzw. dessen Qualifikation nicht. Und nun ?


    Aber gut, angenommen man würde die entsprechenden Strukturen schaffen, genübend manpower installieren um Meldungen zu sammeln und zu prüfen. Kommen wir zurück zu denen, die die Meldungen abgeben sollen.


    Der Sammler Kruse aus Deinem beispiel meldet:


    Ich habe Coprinus picaceus gefunden.


    Jo, schön, aber so noch völlig ohne wissenschaftlichen Wert. Zu einer brauchbaren Dokumentation gehören eine ganze Reihe von Angaben wie z.B.


    Gattung
    Art
    MTB
    Quadrant
    Fundort
    GPS
    Funddatum
    Legat
    Determiniert
    Literatur
    Pflanzen-Gesellschaft
    Bodentyp
    Bodenart
    Bodenreaktion (pH)
    Bodenfeuchtigkeit
    Höhe
    Abundanz
    Soziabilität
    Symbiont/Wirt/Substrat (+Substratzustand)
    Beleg (Foto, Exsikkat, Beschreibung, Zeichnung)


    Erst mit diesen Angaben wird ein Fund dokumentarisch relevant.


    Davor steht noch die korrekte Bestimmung, die ja nicht immer per Augenschein möglich ist. Wenn ich da an Björn und meine Arbeit denke kann man sagen dass für jede Stunde Exkursion mindestens zwei oder drei Stunden Bestimmungsarbeit und Dokumentation fällig sind. Manchmal sitzt man auch über mehrere Tage stundenweise an einer einzigen Art.


    Das ist ein Aufwand den sehr viele neben dem Broterwerb gar nicht leisten können, viele auch gar nicht leisten mögen (was ja durchaus verständlich ist).


    Ich könnte noch weitere Probleme und Schwierigkeiten nennen, Beispielsweise die uneinheitliche Nomenklatur und die Streitigkeiten drumherum, aber ich glaube es reicht auch so.



    Also hat alles keinen Sinn, keine Chance. Da kann man es auch gleich sein lassen ?


    Nein !


    Natürlich kann jeder der Willens ist, einen wertvollen Beitrag leisten. Und zwar und auch in abhängigkeit der ihm zur Verfügung stehenden Zeit und/oder Lust. Aber eben nicht übers Internet, in Foren oder öffentlichen Datenbanken.


    Ich nehme mich und Björn mal als Beispiel. Ohne Björn könnte ich die Kartierungsarbeit nicht machen, bzw. nicht mal Ansatzweise im heutigen Umfang. Da fehlt es ganz einfach (noch) an den Kenntnissen bei der Bestimmung. Ohne mich könnte Björn zwar im Bergischen Land rumtapern, hätte aber unendliche Zeit gebraucht, um die interessanten Kleinbiotope zu finden, wenn das denn überhaupt gelungen wäre.


    Der Schlüssel, sich in die Kartierungsarbeit einzubringen liegt ganz klar in der Zusammenarbeit. Nicht nur bei Björn und mir, sondern generell.
    Das was wir hauptsächlich im Duett machen, geschieht an vielen Orten im Rahmen diverser Pilzvereine.
    Wenn Du/man also mehr machen will, als zum eigenen Interesse den Pilzen hinterher zu schnüffeln, ist der beste (nein einzige) Weg, sich einem solchen Verein anzuschließen.


    Alleine bist Du, bin ich, ist man auf verlorenem Posten wenn man nicht über so tiefgreifende Kenntnisse verfügt, wie Björn und andere wirkliche Fachleute.
    [hr]

    Ist doch völlig unnötig aus diesem Grund Pilze zu bewirtschaften, denn man bewirtschaftet bereits den Wald (Holz) und der funktioniert mit Pilzen besser, das weiß jeder Förster. Deutsche Wälder werden bereits seit langem nachhaltig bewirtschaftet, Kahlschlag großer Gebiete ist die extreme Ausnahme. Zudem werden die Wälder in den letzten Jahren ökologisch stabilisiert, indem man von Fichtenmonokulturen weg und hin zu Mischwäldern geht.
    Nein, das Biotop Wald ist in Deutschland nicht mal ansatzweise gefährdet, die Übertragung der Problematik von anderen Geschützten Arten zieht hier nicht.
    Das Kleinholz im Wald zu lassen ist ökologisch überaus sinnvoll, da so der Boden geschützt wird und Nährstoffe im Wald verbleiben, die durch Pilze zersetzt werden. Alles restlos auszuräumen würde dem Wald schaden.


    Ääähhmm, auch wenn das jetzt nicht ganz zum Thema passt, möchte ich doch widersprechen.:)


    Wenn man Wald als Ansammlung irgendwelcher Bäume sieht, dann sind Deine Ausführungen korrekt.


    Was die Biodiversität angeht, ist der Deutsche Wald heute überwiegend mit intensiv Landwirtschaftlich genutzten Wiesen zu vergleichen. Der allergrößte Teil ist artenarm, sprich Monokultur. Artenreich sind lediglich diverse Naturparks und viele kleine Inselbiotope, die meist ob ihrer Unwegsamkeit nicht "anständig" bewirtschaftet werden können. Symbionten der Monokulturen (Steinpilz, Pfifferling, Marone und einige andere) profitieren davon.
    Saprobionten ist es relativ wurscht. Auf der Strecke bleiben parasitische Arten und Spezialisten, sowie Arten, die ein spezielles Klima oder andere ökologische Faktoren brauchen.


    Den Biotop Wald gibt es nicht. Wäldern gliedern sich in eine Vielzahl unterschiedlichter Biotope, die die Waldwirtschaft überwiegend in "nützlich"=wirtschaftlich und "unnütz" = nicht wirtschaftlich unterteilt. Und so sind viele Waldbiotope heute stark gefährdet und mit ihnen die darin lebenden Arten.


    Das Abfallholz im Wald verbleibt, ist zwar nicht schlimm, aber auch nicht besonders wertvoll. Es handelt sich ja lediglich um kleinere Äste und Stämmchen. Wirklich wertvolles, abgestorbenes Altholz findet man kaum noch. Kranke Bäume werden gefällt, solange sie noch als Brennholz nutzbar sind.


    Eine der grölßten Sünden ist jedoch der inzwischen weit verbreitete Einsatz von Großmaschinen zur Holzernte. Harvester und Fällerbündler hausen ohne Rücksicht auf Verluste. Verdichten den Waldboden derart, dass er auf Jahrzehnte hinaus tot ist. Tonnenschwere LKW fahren bis an den Holzeinschlag heran und zerstören die zum Teil wertvolle Vegetation am Wegesrand.


    Die Problematik geschützter Arten trifft heute auch und insbesondere auf den "Wald" durchaus zu.

    Und nun, kaum bist Du einen Tag weg, springt mich dieser hier an,
    keine 150 Meter von Deinem Arbeitsplatz weg.....
    Ich hoffe, die Bilder sind Dir ein kleiner Trost.



    Was für ein Fund, und dann um diese Jahreszeit.8|


    Irre ich mich, oder lag beim schreiben obiger Zeilen ein mehr oder weniger breites Grinsen in Deinem Gesicht. :)


    Ich hab jedenfalls selten jemanden so nett "Ätsch" schreiben gesehen.:D



    Zu 1.) Schlichtweg Nein.


    Selbst wenn man die von Björn und mir dokumentierten Listen für unser kleines Gebiet zu Rate zieht, ist das nur ein kleiner Ausschitt. Eine Aussage zur Seltenheit kann damit in gar keinem Fall getroffen werden. Schließlich dokumentieren wir und andere nur die Fruchtkörper, nie den Pilz.
    Mag sein, dass das Myzel der "absoluten Seltenheit" großflächig und Jahrzehntelang an jeder Ecke unter der Erde schlummert, die Art aber nur sehr selten, nur bei ganz bestimmten Bedingungen und/oder nur extrem kurzfristig fruchtet. Und gerade dann ist man nicht vor Ort.


    Solche Dokumentationen dienen dann auch mehr dem erkennen der Verbreitung der Arten (was mit den gleichen Schwierigkeiten verbunden ist) denn des feststellen der Seltenheit.


    Das die Informationen engagierter Sammler dennoch Einzug in die Roten Listen hält, ist in so fern gut, dass es keine besserren Daten gibt.


    Der "Schutzstatus" an sich ist in meinen Augen bloße Augenwischerei.
    Artenschutz ist immer Biotopschutz. Es macht nicht den geringsten Sinn, Arten unter Schutz zu stellen und gleichzeitig zuzulassen, dass die Lebensräume vernichtet oder umgekrempelt werden. Das gilt für Pilze gleichermaßen, wie für Insekten und Pflanzen.
    Wenn, wie bei uns z.B. streng geschützte Orchideen am Wegesrand von der Gemeinde regelmäßig bei der Wegpflege abgemäht werden, Vorsprachen bei der zuständigen Dienststelle, Dienstaufsichtsbeschwerden und letztlich sogar eine reguläre Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einfach verpuffen, dann weiß man wie es um den Artenschutz in Deutschland steht.


    Das Einzige was Sinn macht ist lokale Kartierung und dann, wenn eine ausreichende Datenbasis vorhanden ist, bei der zuständigen Landschaftsbehörde vorstellig zu werden und sich für Veränderungssperren bestimmter Teilbereiche stark zu machen.


    Auf den Terz freue ich mich schon im nächsten Jahr. :)


    Zu 2.) Gut gemeint, bringt aber nicht viel. Ganz abgesehen davon, wie korrekt die Bestimmungen je nach Fachwissen sind, ist das ein Stückwerk ohne jegliche Aussagekraft.


    Das Einzige was in meinen Augen in einem Forum wie diesem etwas bewirken kann, sind Berichte wie die von Björn und anderen Experten in der Hoffnung, dass der/die eine oder andere "infiziert" wird und sich intensiver mit den Pilzen beschäftigt. Wirklich wirksam wird das jedoch erst dann, wenn die-/derjenige sich dann auch tief in die Materie reinkniet, was eigentlich erst mit der Anschaffung eines Mikroskops zusammengeht.
    Ansonsten ist es natürlich immer gut, wenn Wissen vermittelt wird und möglichst viele Menschen sensibler mit der Natur umgehen und sich kritischer mit dem behördlich verordneten Artenschutz beschäftigen, auch wenn das nicht die professionelle Tiefe erreicht.


    Mangelnder Biotopschutz ist nämlich in erster Linie ein gesellschaftliches Problem. Wenn den Behörden genügend Bürger auf den Geist gehen, und zwar heftig und mit Nachdruck, dann kann auch was erreicht werden, was über Lippenbekenntnisse und geduldigem Papier hinausgeht.

    - ab Minute 15:48 und ab 1910 : In Naturschutzgebieten darf eigentlich nicht gesammelt werden, auch nicht als sozusagener "Forscher". Ubrigens finde ich die Gesetze hierzu als Schwachsinn.


    Uneigentlich aber doch, wenn der "Forscher" einen "Darf-Schein" hat.;)


    Über so manches Gesetz kann man wahrlich diskutieren.:/

    Hallo Merlena,


    die Koralle müsste die Gelbe Wiesenkoralle (Ramariopsis citrina) sein.



    Den schönen Pilz, den und wie Leo fand, dürfte auch ein Vertreter der Corinarien sein. Vielleicht der erwähnte Cortinarius speciosissimus?


    Das Bild unter dem zugehörigen Text kann ich leider nicht sehen.

    Hallo Wehnstein,


    mit der Zungenkernkeule (Cordyceps ophioglossoides) dürftest Du richtig liegen.


    Auf den Fotos 3 - 5 zeigst Du uns wohl die Krause Kraterelle (Craterellus sinuosus)


    Schöne Funde.




    Naaaa, zum säubern der Tastatur die Knöppe abgemacht und nu weißte nicht mehr welcher wohin gehört ?


    :D


    Hallo Rada, nein ich will mich nicht mit Dir streiten oder veruneinen.


    Ah watt. ;)


    Wenns mal ein wenig kontrovers zugeht ist das noch keine Kriegserklärung. :D


    In diesem Sinne

    Hallo Olli,


    ich bin grade dabei ein Programm für Pilz- und Naturwanderungen im Bergischen Land aufzubauen. Das wird in ein paar Tagen online gehen. Gerne kannst Du mir dazu eine PN mit Fragen schicken.


    Alternativ kannst Du Dich aber auch den Pilzexkursionen von Björn und mir anschließen, die fast jedes Wochenende stattfinden. Es sei denn Björn ist- wie zur Zeit- in Urlaub.


    Wenn es Dir nicht zu weit ist bis ins Bergsiche (bei Köln-Bergisch Gladbach).

    Und Beorn beschreibt übrigens sehr gut das nach und nach-erschließen von Pilzen- so gehen viele vor und m.E. nach ist es auch Aufgabe dieses Forums die Interessierten dabei ein wenig zu unterstützen und nicht zu sagen: "Du bist ohnehin zu blöd, um einen Pilz vom anderen zu unterscheiden"- also geben wir besser gar keine Hinweise.



    Mit einer solchen Philosophie könnte man übrigens den Steinpilz- Gallenröhrlingsthread auch gleich weg lassen. Wie primitiv ist es denn Steinpilze zu sammeln, wenn man den nicht sicher vom Gallenröhrling unterscheiden kann:/



    Irgendwas hast Du da ziemlich in den falschen Hals bekommen, oder möchtest das gerne.


    Niemand hat hier jemand anderen, weder direkt noch unterschwellig, als "zu Blöd" bezeichnet. Ich nehme daher an Du beziehst das auf mein:


    "Würdest Du ihn nicht verwechseln können, hättest Du hier nicht gefragt."


    Ich verwahre mich entschieden gegen eine solche Interpretation.


    Ich selbst stelle hier auch Bestimmungsfragen ein, was ich nicht tun würde, könnte ich den betreffenden Pilz nicht verwechseln, halte aber weder mich noch andere Forenmitglieder für "ohnehin zu blöd".


    Ich finde darüber hinaus, Fredy hat es ja auch schon geschrieben, Deine Einstellung sehr bedenklich, um nicht zu sagen fahrlässig.


    Es spielt nicht die geringste Rolle, ob man eventuelle ähnliche Pilzarten kennt und bestimmen kann. Es zählt einzig und alleine, ob man den Pilz, der in die Pfanne wandert, einwandfrei bestimmen kann.
    Kann man das nicht, bleibt er im Wald. Völlig gleich ob er dem Vernehmen nach keine Doppelgänger hat.


    Und um auf den aktuellen Fall zurückzukommen. Der Fragesteller hat mitnichten eine Bestimmungsanfrage gestellt. Er hat eine Vermutung geäußert, um welchen Pilz es sich seiner Meinung nach handelt. Er hat weder Merkmale geschildert noch aussagekräftige Bilder beigefügt. Die Frage nach Verwechslungsmöglichkeiten dient in diesem konkreten Fall lediglich dazu, den Rest eigener Unsicherheit so zu umgehen dass nix passieren kann, auch wenn er nicht in der Lage ist, diesen Pilz einwandfrei zu bestimmen.


    Und genau das ist im Bezug auf Speisepilze ein gefährliches Unterfangen.


    Was die Steinpilz-Gallenröhrlings-Diskussion angeht, ist das eine ganz andere Sache. Da geht es darum zwei ähnliche Arten auseinander zu halten. Würde jemand separat fragen, ob er hier einen Steinpilz gefunden hat und ob er den mit was giftigem verwechseln kann, so würde meine Antwort ein ganz klares "Ja" sein.


    Um nun von dieser Metadiskussion wieder auf den Kern des Thema zurückzukommen:


    @ pheonix_03


    Es besteht durchaus die Möglichkeit, diese Pilze mit anderen, sogar giftigen, zu verwechseln. Das kommt halt darauf an, wie sorgsam Du beim sammeln bist und wie gut Du Dich generell mit Pilzen auskennst.


    Es ist wesentlich besser, wenn Du Dich mit dem Lungenseitling auseinandersetzt und diesen mit absoluter Sicherheit zu bestimmen lernst. Kannst Du das, erübrigt sich die Frage nach Verwechslungsmöglichkeiten und erst dann sollte er in Deine Küche dürfen.
    Die Frage nach ähnlichen Arten ist zwar absolut legitim und richtig, sollte aber nicht als Ausschlußverfahren dienen um einen nicht sicher bestimmten Pilz zu verzehren.


    Ja, diese Antwort ist durchaus angemessen und auch sehr ernst gemeint.


    Selbstverständlich gibt es immer die Möglichkeit, einen üblen Giftpilz einzusammeln, wenn man sich nicht auskennt und/oder nicht aufpasst.


    Da liegt ein umgekippter Buchenstamm. Darauf wachsen Lungenseitlinge. Sie wachsen an der Flanke des Stammes herunter bis an den Erdboden. Einige noch unter dem Stamm weg nach vorne. Und direkt daneben lugt ein grüner Knollenblätterpilz aus dem Humus, schmiegt sich mit dem Stiel an den Buchenstamm.


    Unwahrscheinlich ? Ja, aber möglich.


    Kann man selbst als Laie einen Lungenseitling mit einem grünen Knollenblätterpilz verwechseln?


    Ebenso wenig, wie man als jahrelanger Champignonsammler aus versehen einen Knollenblätterpilz mit erntet.


    Und doch passiert das fast jedes Jahr.


    Da es hier um eine eindeutige Anfrage zwecks Verzehr handelt, und da der Fragesteller offensichtlich nicht über halbwegs fundierte Kenntnisse verfügt (was ja überhaupt keine Schande ist) muss die Frage nach einer Verwechslung mit einem Giftpilz mit "Ja" beantwortet werden.


    Du setzt voraus, dass der Fragende den Lungenseitling nicht mit einem Knollenblätterpilz verwechseln würde. Ich nicht.:)

    Naja man kann das auch einfacher machen: Wo finde ich einen Birkenpilz? klar unter Birken!


    Möööp (Das ist die Tröte, die bei einem Quiz bei einer falschen Antwort ertönt). :D


    Aber ein klasse Beispiel. Die meisten Birkenpilze wachsen einwandfrei unter Buchen. Und warum ?


    Weil bei uns umgangssprachlich alle Rauhstielröhrlinge mit grauem Hut "Birkenpilz" genannt werden. Und der Hainbuchen-Rauhfuß ist bei uns die häufigste Art der "Birkenpilze", wächst aber unter Hainbuchen.


    Wehe, ich erwische Dich mal dabei, wie Du den Hainbuchen-Rauhfuß als Birkenpilz bezeichnest.:cursing:


    Nee, alles Spass. Ich werd weiter in meinen Berichten beide Namen nennen. :)

    Hallo Pheonix,


    es könnte ein Lungenseitling sein. Hättest Du dazugeschrieben, dass er z.B. nach Anis gerochen hat, oder auch weitere Merkmale (s. hier http://www.pilzforum.eu/board/…ngaben-zur-bildbestimmung) wäre die Bestimmung einfacher.


    Wenn es denn ein Lungenseitling ist, dann wäre der essbar und schmeckt sogar manierlich.


    Da es aber hier grundsätzlich keine Verzehrfreigaben gibt, bleibt Dir nur der Weg zum nächsten Pilzberater.


    Ob man den mit was giftigem Verwechseln kann, liegt an den Kenntnissen des jeweiligen Sammlers. Würdest Du ihn nicht verwechseln können, hättest Du hier nicht gefragt.;)


    Also, beim nächsten mal mehr und detaillierte Bilder und eine gute Beschreibung, dann kann man das schon recht sicher eingrenzen.


    (mir fallen die botanischen Namen viel eher ein als die deutschen, da müsste ich dann immer nachgucken bei Tante google).


    Sprach der Mann, der den armen Deutschnamenlosen Ophiobolus ponticus mit Flockenblumen-Schlangenwerferkugelpilz benamst hat.:D


    Und wenn wir den demnächst an abgestorbenem Blutweiderich finden, heißt er dann " Blutweiderichbewohnender Flockenblumen-Schlangenwerferkugelpilz". :D:D



    Spass beiseite...


    Yezari, ich verwende in meinen Berichten immer beide Namen, so es denn einen Deutschen Namen gibt. Wenn ich mal was zu einer Bestimmung beitragen kann, meist entweder /oder.


    Aber...
    die wissenschaftlichen Bezeichnungen haben einen unschlagbaren Vorteil neben der Eindeutigkeit. Sie lassen Verwandschaften erkennen, wohingegen Deutsche Namen manchmal falsche, meist aber gar keine Schlüsse zulassen.


    Der echte und der falsche Pfifferling haben nix miteinander zu tun, auch wenn der Deutschhe Name diesen Schluß zulässt.


    Dass der Fliegenpilz und der Perlpilz sich sehr nahe stehen, wird am lateinischen Gattungsnamen sofort erkenntlich.


    Und um das mal ganz platt auszudrücken.


    Wenn sich jemand die Mühe macht, eine Bestimmungsanfrage zu beantworten und dabei der Genauigkeit oder Gewohnheit halber den lateinischen Namen benutzt, dann kann der Fragende sich doch sicher auch die Mühe machen, diesen zu googeln. Immerhin wurde ihm ja geholfen.;)


    Und ganz nebenbei lernt man dabei auch noch was.:)



    [hr]

    Z.B. habe ich über den Weg den Rotbrauen Scheidenstreifling (Amanita fulva ja ich kennen den lateinischen namen *stolz*) kennengelernt.
    Der Name sagt doch schon alles : Farbe rot-braun, kommt aus einer Scheide und hat Streifen am Hut.


    Nö, das siehst Du so, weil Du Dich mit dem Pilz beschäftigt hast und den Namen automatisch auf die Merkmale umsetzt.


    Jemand der das noch nicht getan hat, kann sich darunter auch einen Pilz vorstellen, der wie eine Vagina geformt ist. Oder der rotbraune Streifen auf der Scheide hat. Das die Streifen am Hut sind, dass kann man aus dem Namen nicht ableiten.;)


    Super, da hast ja endlich dei muricatus. Ja moi jetzt red i hia scho wie a Österreischer :D


    Boah he 180 Arten in 4 Tagen...ich muss weiter arbeiten jetzt.


    lg björn



    Komm Du mal nach Hause, dann lernste beim Trüffelbuddeln was richtige Arbeit ist.:D
    Und eingedeutscht wirste auch wieder.:)[hr]


    Nein, leider. Wenn das immer so einfach wäre....


    Trüffelbier? "Trüffel und Malz, Gott erhalts" oder was ??:D

    Hey Merlin,


    toller Fund, Gratulation.


    Was den Baum angeht, schau mal nach welche Mykorrhizapartner die Krause Glucke hat.;)


    Nachtrag. Ja. ist die Krause Glucke.