Beiträge von Rada


    Hallo Matthias


    Ich schließe mich gerne Ralf an,um deine Funde zu mikroskopieren...ob daraus eine Bestimmung meinerseits wird,kann ich nicht versprechen.
    Aber es gibt ja noch das Forum und damit auch ein paar Spezialisten.


    Mfg Sven



    Find ich prima.:thumbup:

    Hallo Matthias,


    kommt ein bisschen auf die Größe der Fruchtkörper an. Zwei oder drei, möglichst reife, dürfen es sein. Nimm die Pilze mit etwas Erde aus dem Boden, wickle sie ohne sie zu zerdrücken in ein Stück Papiertaschentuch o.ä. und stecke das in einen Plastikbehälter ( Filmdose, Tablettenröhrchen o.ä.). Die Proben sollten nicht in dem Behälter rumkegeln können. Auch kein Wasser dazugeben, lieber etwas trocken, als zu nass, sonst gibt das Matsch. Meine Adresse schick ich Dir dann, wenn es soweit ist.


    Vorsorglich sage ich Dir auch, dass ich selbst noch in den Anfängen stecke und Du nicht enttäuscht sein darfst, wenn ich ´s dann auch nicht weiß.


    Und immer vorher hier einstellen oder mir ne Mail schicken, damit ich sehen kann ob ich überhaupt was damit anfangen kann und dann grade auch die nötige Zeit habe. Aber so kleine, gelb/orange/rote Becherlinge (ohne Stiel) auf Erde sind schon interessant.


    PS. Wenn Du dann mal Student bist, kannst Du vielleicht an Deiner Uni ein Mikroskop benutzen.;)


    Hallo Ohr!


    Was da bei "fb" oder auf "fb" oder mit "fb" los ist, kann ich Dir überhaupt nicht sagen und ich verspüre auch gar kein noch so winziges Bedürfnis danach! Härtere Worte erspare ich Dir lieber, sonst geht hier mal wieder ein Aufschrei durch die Menge!


    Feigling.:)


    Diesen Facebook-Mist sollte man schlichtweg verbieten. Da wird massenhaft Kohle mit dem ausspionieren naiver Nutzer gemacht und die freuen sich auch noch drüber. (Hier müsste ein Kopfschüttelsmilie stehen)


    Oder auch:


    Facebook-Nestwärme ist nix anderes als die Reibungshitze die entsteht, wenn man über den Tisch gezogen wird.


    Meinste so, Fredy ?

    Die Farben sehen mir ziemlich unnatürlich aus. Ein Blick auf die Porenschicht hätte die Zinnober-Tramete (Pycnoporus cinnabarinus) bestätigen oder ausschließen können.

    Hallo Matthias,


    das sieht schon interessant aus. Sagen kann man dazu so nix.


    Wenn Du magst, kannst Du mir Proben schicken.


    Svens Rat ist natürlich absolut richtig.


    Moin!



    Würden vielleicht ein paar dort gefundene, eher seltene Arten schon ausreichen?


    Für ein unterschutzstellen oder eine Veränderungssperre reicht das sicher nicht. Dazu muss auch der Biotop an sich kartiert werden sowie möglichst viele andere Arten. Für die Kartierung reicht erstmal TK und Quadrant. Genauere Angaben brauchst Du erst, wenns ernst wird.


    Und ob das dann reicht steht noch auf einem anderen Blatt. Schließlich ist eine Unterschutzstellung sowas wie eine sanfte Enteignung, halbwegs jedenfalls. Und nicht zuletzt hat man sich ja dieses tolle Punkteverfahren ausgedacht. Damit können die Kommunen ganz schön zaubern.:cursing:


    Musse probieren.


    Ah so, ja so Kindheitsstellen hab ich natürlich auch. Ein paar davon, sogar das größte, steht unter Naturschutz und wird seit 2 Jahren sogar gepflegt. Da hab ich Jahre immerwährenden nervens für gebraucht.:)

    Die letzte Nachricht war seltsam verstümmelt:


    Zitat:
    "Super, da hast ja endlich dei muricatus. Ja moi jetzt red i hia scho wie a Österreischer"


    Gefolgt von der Drohung:


    Zitat:


    "Schau ich mir sehr gerne an wenn ich in 2 Wochen wieder da bin"


    Beides am gleichen Tag. 15.8.


    Auffällig ist der sehr unterschiedliche Sprachgebrauch. Vielleicht hat ihn eine fremde Macht übernommen.


    Darth Ösi oder so...


    Björn, musst Du wiederstehen der dunklen Seite der Alpen. Stark sein Du musst. Ins Verderben die dunkle Seite führt.




    PS.


    Ist Euch schonmal aufgefallen dass die Alpen echt scheixxe aussehen, wenn man sich die Berge wegdenkt?


    Auf jeden Fall sind Arbeiten wie die von Fredy Kasparek eine absolute Bereicherung und eine wertvolle Informationsquelle. Auch ihn kenne ich leider noch nicht persönlich, aber sein Wirken spricht für sich.
    Und auch seinen Namen finde ich den den NRW-Listen, also ist er auch dort aktiv.:)


    Wenn man so will, sind die Listen ja eine Sammlung der Ergebnisse all derer, die sich intensiv mit Pilzen beschäftigen und sich dort einbringen.


    Aber wirklich schwierig ist es nicht, einen Anteil zu leisten.
    Man kann ja z.B. auf die kleinste mögliche Ebene gehen.


    Dazu sucht man sich eine Art aus, in in der Umgebung vorkommt/ vorkommen soll, die man ganz sicher bestimmen kann, und die einen Schutzstatus hat (Hallimasch zu kartieren macht ja nicht ganz soviel Sinn):D
    Aber es kann ja zum Beispiel auch der Satanspilz, Kaiserling, Stachelbart oder sonstwas selteneres sein. Und auf den/die kann man dann bei seinen Wanderungen achten und die Funde dokumentieren.


    Da muss man natürlich vorher rausfinden, wer im jeweiligen Bundesland/Bezirk/Gemeinde/Naturschutverein etc. ein Interesse an solchen Meldungen hat. Und auch dabei ist der Anschluß an einen Verein hilfreich, denn dort weiß man sowas in aller Regel.


    Ich hab grad gemerkt, dass sich durch Nachfragen und Erklärung der Anschein ergibt, das alles sei eine furchtbar schwierige und hochwissenschaftliche Sache.


    Nö, es ist eine sehr komplexe Sache, wenn man alles machen will.
    Im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten und Aufwandsbereitschaft ist es gar nicht schwer, wenn man mal einen Einstieg gefunden hat.


    Am besten schmecken junge Fruchtkörper, wo sich der Hut gerade flach geöffnet hat.


    Dass ich sie geschmacklich nicht toll finde, hatte ich schon geschrieben.


    Der zweite Grund warum ich sie nicht mitnehme ist, dass die so ein schönes Velum haben. Das sollte man nämlich bei jedem einzelnen Pilzchen entfernen. Darunter verstecken sich oft 5-6mm große Pilzkäfer und deren Larven. Man sieht das von außen nicht, weil das Velum unbeschädigt erscheint.
    In Manchen Jahren und/oder manchen Orten kommen die massenhaft vor. Und die kommen auch erst raus, wenn man die Pilze mal über nacht abgeschnitten stehen lässt.


    Hier mal ein Foto einer Hallimaschbeute von vor ein paar Jahren.



    Mein Kumpel hat die auch gerne gegessen und die hier geerntet. Weil er an Abend zu faul war, hat er sie in der Küche stehen lassen. Am nächsten morgen war die Bude voll mit tausenden kleiner Käfer.:D


    Wir haben dann nochmal eine wesentlich kleinere Menge gesammelt und jeden Pilz nach dem Abschneiden genau betrachtet. Nix zu sehen.
    Am nächsten Tag die gleiche Chose, diesmal aber in der Garage weil seine Frau das Experiment nicht in der Wohnung haben wollte. Komisch.;)


    [hr]


    Anrufen und nerven ist eine einer Leidenschaften.:D


    Nö, dass ist die alte private HP von Björn. Da hatte er Probleme mit der Serverauslastung und ist deshalb dabei, was Neues auf die Beine zu stellen. Er müsste aber auch bald zurück sein, wenn die Ösis ihn nicht aufgefressen haben.:)

    Für Pilze müßte man natürlich ein ganz anderes Zählverfahren erarbeiten(vor allem geht da nicht die Zählung zeitgleich an einem Tag), man müßte Gebiete abstecken ,mit unterschiedlichen Zeiträumen arbeiten.....aber ich denke, daß man auf die Jahre gesehen dann schon Veränderungen absehen könnte, auch wenn sicher nicht für alle Arten (bei denen die Abgrenzung schwierig ist).


    So funktioniert das ja auch. Grundlage für die Kartierung sind die Meßtischblätter ( 1:25 000) von denen wiederum jedes einzelne in 4 Quadranten unterteilt wird.


    Schöne, kleine übersichtliche Gebiete.


    Und dennoch schafft man es im Leben nicht, auch nur für ein Meßtischblatt alle vorkommenden Arten zu erfassen, geschweige denn, diese dann auch jedes Jahr zu dokumentieren.


    Man bekommt, was man findet wenn man die Zeit hat, sich im Wald rumzutreiben.:) Schließlich müssen die meisten ja nebenbei auch noch Geld verdienen.:D


    Und dann kommst Du an eine Karrenfurche, knapp 10 Meter lang. Und da findest Du hunderte von denen hier:









    Alles verschiedene Arten, die wild durcheinander fruktifizieren, von denen jeder Fruchtkörper ein bisschen anders aussieht und von denen jeder auf den Bildern einer anderen Art angehört.
    Davon nimmt man dann 10 mit, bei denen man makroskopische Unterschiede zu sehen glaubt. Damit sitzt man dann ein paar Stunden vor dem Mikroskop um festzustellen, dass von den 10 Proben 6 zur gleichen Art gehören. Möglicherweise befanden sich an der Stelle aber 7 verschiedene Arten, von denen man halt nur 5 erwischt hat.
    Gewissheit würde man bekommen, wenn man alle Fruchtkörper einsammelt und mikroskopiert. Mit denen würde man dann 5 Tage non stop vor dem Mikroskop sitzen. Und währenddessen ist an genau dieser Stelle eine weitere Art erschienen, aber schon wieder verschwunden wenn man mit dem mikroskopieren der ersten Funde durch ist.:D


    Nettes Beispiel dazu:


    Wir haben im Frühjahr an einer Karrenfurche eine für uns neue Art gefunden. Da wir mit der Bestimmung nicht ganz sicher waren, haben wir uns Rat bei einem Spezialisten für diese Gattung geholt. Der wollte dann gerne Belegexemplare haben. Also bin ich eine Woche später an die Stelle zurückgegangen. Ich habe die Stelle wiedergefunden, wo ich ein paar Tage zuvor ein Stück aus dem Boden gestochen hatte. Rund um die ausgestochene Stelle standen noch Fruchtkörper, teilweise sogar schon wieder über den Rand der ausgestochenen Stelle gewachsen. Also eine Probe entnommen und nach Hause.
    Aus einem mir bis heute unerfindlichem Grund hab ich dann nochmal einen Fruchtkörper der neuen Probe mikroskopiert.
    Pustekuchen, war ne ganz andere Art.8|


    Und nun leg das mal um auf die abertausenden schwarzen Pickelchen, die im Winter und Frühjahr auf fast jedem abgestorbenen Pflanzenstengel sitzen.:D


    Ich will damit sagen, dass man nie einen auch nur annähernd kompletten Überblick über das Artengefüge eines Biotops bekommt.
    Wir müssen und können nur damit leben, was zu schaffen ist.


    Und darum ist jede(r ), der sich tiefer in die Materie einarbeitet und bei der Kartierung hilft, eine mehr als willkommene Verstärkung. Diese(r ) muss halt Willens sein, sich zuvor auch das entsprechende Wissen anzueignen.
    Und man muss und kann sich ja nicht mit allem wirklich intensiv beschäftigen. Es würde schon reichen, wenn sich jemand nur auf eine Familie beschränkt, nur Porlinge untersucht, nur Boleten erfasst oder wasauchimmer.


    Und das einarbeiten gelingt halt am besten, eigentlich nur, wenn man Anschluß an wirkliche Fachleute sucht und findet. Sei es über einen Verein, oder über einen Björn.:)


    Also ran an die Buletten.;)

    Heute im Schweiße meines Körpers grad noch vor dem Vertrocknen eingefangen. Scutellinia Nr. 14 mit wahrhaft martialischen Sporen.


    Gal ´s Schildborstling (Scutellinia legaliae)




    Hallo Beorn,


    Im Rückspiel hauen wir die 4:0 weg, oder so....:)


    Hans Bender, den ich leider noch nicht persönlich kenne, ist ebenfalls ein sehr engagierter und kompetenter Pilzexperte. Klar arbeitet er auch an Kartierungen und der roten Liste mit. In diese Liste fließen aber auch die Daten anderer Sammler ein.


    Ob die Codierungen einheitlich sind, hab ich noch nie hinterfragt. Nrmalerweis eist den offiziellen Listen aber eine Legende beigefügt.

    Hallo Beorn,


    verloren hat mein Verein.X( Männo....;(


    Ok, die Listen für NRW findest Du z.B. hier


    http://www.bender-biotop.de/


    musst links auf Fundlisten klicken und dann NRW-Listen.


    alle Listen, auch die für Pilze, findest Du hier


    http://www.lanuv.nrw.de/natur/arten/roteliste.htm


    Für BW hab ich nur eine alte Liste bis 2005 gefunden.


    http://www.fachdokumente.lubw.…lename=pasw01.pdf&FIS=200


    Die ist immer noch dürftig, aber schon wesentlich länger als die hier zuvor verlinkte. Wenn ich das richtig gelesen habe, muss man die aktuelle Liste irgendwo kaufen. Hab da nicht weiter geforscht.

    Hallo Beorn,


    ich weiß nur dass Björn an einer neuen Hp bastelt, die aber wohl noch nicht online ist. Ob die aus Jülich noch funktioniert weiß ich nicht, ich denke aber schon.


    Beeilen muss, weil mein Lieblingsfußballverein gleich gewinnt, und das will ich sehen.:D


    Also, die Liste der erfassten Pilzarten NRW umfasst zur Zeit ca. 3860 Arten. Find ich nicht eben mager.:)


    Die hier verlinkte Liste aus BW zeigt ganz bestimmt nicht alle erfassten Arten, da mache ich mich vielleicht mal schlau, wenn die Zeit bleibt.


    Ja, der Naturschutz befasst sich überwiegend mit alten Kulturlandschaften, weil es halt kaum noch Urlandschaften gibt. Und die Artenvielfalt unseres Landes basiert auf eben dieser sanften Nutzung früherer Zeiten.
    Zurück zum Urwald, die Natur sich selbst überlassen, funktioniert nur in den seltensten Fällen. Ergo müssen viele Naturschutzgebiete bewirtschaftet werden. Das gilt insbesondere für Wiesen und Krautflächen, weil die sonst verbuschen. Die Lüneburger Heide wäre z.B. ohne die Schafe ein riesiger Wald und würde das auch in Kürze wieder sein, wenn man keine Schafe mehr weiden lässt. Wüär zwar jetzt gut für Pilze, aber die sind ja nur ein Teil der Natur.
    Dass der Naturschutz weder Geld noch Zeit hat, die Gebiete angemessen zu pflegen äußert sich dann in einer ähnlichen Artenarmut, wie auf intensiv bewirtschafteten Flächen, insbesondere wenn man noch die ganzen Neophyten berücksichtigt.


    Beim Wald und Gewässern ist das nicht ganz so, die können sich auch selbst einnorden. Sanfte Bewirtschaftung schadet da aber nicht, sondern kann auch für viele Pionierarten ein Vorteil sein. Siehe unsere Karrenfurchenarten.:)


    Zur DGFM schicke ich Dir die ne PN.

    Ich kenne natürlich nicht jeden einzelnen Wald in Deutschland, aber den Schwarzwald recht gut und der ist größer geworden in den letzten 100 Jahren. In den letzten Jahrzehnten wird auch die Artenvielfalt im Schwarzwald erhöht und zwar deutlich. Was hier teils beschrieben wird, trifft für den Schwarzwald nicht zu und die Unterstellung, die Waldbesitzer würden plötzlich Raubbau betreiben ist falsch. Oft wohnen die Waldbesitzer hier nahe ihren Wäldern und sie bewirtschaften ihre Wälder natürlich nachhaltig, auch wenn sie das Holz teilweise von Subunternehmern schlagen lassen.


    Da hier diese Liste verlinkt wurde, kann ich auch ganz klar sagen, das für diese geschützten Pilze kein Urwald notwendig ist, sondern das sie genausogut in den Wirtschaftswäldern wachsen und das seit Jahrzehnten gut und beständig. Das Habitat der Pilze auf dieser Liste wird nicht zerstört, die Aussage ist klar falsch. Im Gegenteil, durch die Rodung der geschlossenen Urwälder gibt es viel mehr unterschiedliche Biotope, was die Artenvielfalt erhöhrt.


    Also dann nochmal.


    Es gibt so gut wie keinen Urwald mehr in Deutschland, bis auf ganz wenige kleine Teilstücke, meist Flußauen.


    Um nun Vergleiche zwischen "früher" und heute zu ziehen, bemüht man den letztmöglichen, nachvollziehbaren Zustand. Das ist im Schwarzwald z.B. nicht die Zeit vor ca. 200 Jahren, als er fast ausschließlich aus Laubbäumen bestand, das ist auch nicht der Zustand von vor ca. 100 Jahren, als er bis auf wenige Refugien komplett abgeholzt wurde, sondern der Zustand direkt nach der Wiederaufforstung mit Nadelbäumen und zur Zeit extensiver Waldwirtschaft. Mit anderen Kulturlandschaften ist das ähnlich.


    Unsere (ehemalige) Artenvielfalt rührt nämlich keineswegs aus Urzuständen her, sondern aus eben jener sanften und vielfältigen Nutzung früherer Zeiten.


    In sehr großen Waldgebieten wie dem Schwarzwald findet man logischerweise noch größere Flächen intakten Waldes, da diese in den letzten 50 Jahren nicht spürbar bewirtschaftet wurden. Man findet auch ganz sicher Waldbauern, die ihren Wald extensiv nutzen.


    Das tut der Tatsache aber keinen Abbruch, dass die Biodiversität unserer Wälder grundsätzlich und spürbar zurückgeht. Um einen direkten Vergleich zu haben, muss man z.B. im Schwarzwald die alten oder extensiv bewirtschafteten Waldgebiete mit den in jüngster Zeit intensiv bewirtschafteten vergleichen und dabei auch den zukünftigen Trend berücksichtigen.


    Und da schaut es düster aus.


    Was die von Dir verlinkte Liste aussagen soll, erschließt sich mir leider nicht.

    Hallo Fredy,


    Zur Frage, was rote Listen eigenlich sind, kopiere ich Dir mal den entsprechenden Text des BfN hierhin.


    Rote Listen sind Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und Biotopkomplexe.


    Sie sind wissenschaftliche Fachgutachten, in denen der Gefährdungsstatus für einen bestimmten Bezugsraum dargestellt ist. Sie bewerten die Gefährdung anhand der Bestandsgröße und der Bestandsentwicklung


    Rote Listen...


    dienen der Information der Öffentlichkeit über die Gefährdungssituation der Arten und Biotope
    sind als ständig verfügbares Gutachten Argumentationshilfe für raum- und umweltrelevante Planungen
    zeigen Handlungsbedarf im Naturschutz auf
    erhöhen den politischen Stellenwert des Naturschutzes
    sind Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen und internationale Rote Listen
    dienen der Koordination des internationalen Naturschutzes
    dienen der Überprüfung des Erfüllungsgrades der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt und
    zeigen weiteren Forschungsbedarf auf
    Rote Listen werden in der Regel von den Naturschutzverwaltungen erarbeitet bzw. herausgegeben.


    In Deutschland sind vor allem die Roten Listen des Bundes und der Bundesländer von Bedeutung.


    Da kann man nun trefflich drüber diskutieren. Tu ich aber nicht, denn für mich ist die rote Liste in erster Linie eine Argumentationshilfe.


    Ich hatte ja schon erwähnt, dass es mit dem Melden der Daten im Grunde nicht getan ist. Wie Du vielleicht schon mitbekommen hast, verfüge ich über ein recht fundiertes Wissen bezüglich der Insektenwelt, sowie einem nicht ganz so umfassenden Wissen über Pflanzen, Reptilien und Amphibien. Hinzu kommt nun noch ein kleiner Grundstock über Pilze.


    Wie Du vielleicht auch meinen vorherigen Zeilen entnommen hast, kenne ich auch meine heimatlichen Biotope ganz gut, und hier insbesondere wertvolle Klein- und Inselbiotope.


    Mit diesem Haufen an Informationen werde so alle zwei Jahre bei unserer Landschaftsbehörde, die mir freundlicherweise die Genehmigung zur Erforschung unserer Naturschutzgebiete erteilt hat, vorstellig. Denen lege ich dann die (sicher unvollkommene) Bestandsaufnahme der Naturschutzgebiete vor. Ich denke mal, die werden etwas bestürzt sein, wenn sie das magere Ergebnis zu sehen bekommen. Ist ein anderes Thema und würde hier den Rahmen sprengen.


    Danach bekommen sie die TK meiner Heimat vorgelegt. Darin sind die Kleinbiotope verzeichnet, die nicht im Naturschutzgebiet liegen, aber über eine weitaus größere Artenanzahl verfügen. Und zu jedem Kleinbiotop bekommen sie eine Liste mit einer Aufstellung der dort vorkommenden Arten. Und in diesen Listen ist auch der jeweilige Schutzstatus aus den roten Listen vermerkt. Die dient mir hier als Argumentations- und Überzeugungshilfe und darum finde ich sie Klasse.:) Und es würde sie ja nicht geben, würden nicht viele Menschen aller Bereiche daran mitarbeiten.


    Ja, und dann fordere ich eine Veränderungssperre für diese Kleinbiotope. Damit mache ich mich meist nicht grade beliebt, denn ab dann fängt die Arbeit und die Probleme für die Behörde an. Es folgt dann meist ein hadern und zerren, die Drohung mit Presse und der Einbeziehung von Naturschutzverbänden, und schlußendlich meist ein Kompromiss, bei dem meist wenigstens ein kleiner Teil dessen, was ich fordere, erfüllt wird.


    Das ist dann meine persönliche Belohnung für meine Arbeit.


    Und genau da liegt dann auch der praktische Sinn solcher Kartierungsarbeiten.


    Eine generelle Aussage; "Die Art XY ist in NRW gefährdet" ist erstmal ein Muster ohne Wert. Sie kann ja nur da gefährdet sein, wo sie (noch) vorkommt. Und genau da fängt dann der Biotopschutz an, der sich ja nicht auf NRW, sondern oft nur auf ein paar hundert m ² beziehen kann. Und dann hast Du da halt ein Eckchen im Wald wo Du dieunddie Arten nachgewiesen hast und von denen dieunddie soundso in der roten Liste geschützt sind und die außerhalb dieses Eckchens in der Umgebung nicht vorkommen.


    Unterm Strich also ein schützenswertes Biotop.


    Und dann später in so einem Eckchen zu sitzen, mitten zwischen umgestürtzten, Pilz- und Käferbefallenen Altbuchen, den Specht dabei zu beobachten, wie er in einem toten Ast nach Insektenlarven hämmert, oder gar an einer Nisthöhle arbeitet, den Kleiber rauf-und runterlaufen zu sehen und viele andere wunderbare Dinge sehen dürfen, dann ist es ein (sorry) saugeiles Gefühl zu wissen, dass dies alles vielleicht schon zu Feuerholz verarbeitet, weggeräumt und mit Fichten bepflanzt wäre, wenn Du nicht die Arbeit gemacht und die rote Liste gehabt hättest.


    Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Du überwiegend vergeblich forderst und arbeitest, weil Eigentumsverhältnisse oder sonstige Umstände einen Schutz nicht zulassen. Und auch nicht, dass solche Fleckchen dann irgendwann mittels mehr als ominöser Umweltpunkte-Verfahren vielleicht doch geopfert werden.

    Reinhilde, Deine Beobachtungen gereichen sicher nicht dazu, Dich für blöde zu halten. Im Gegenteil.


    Doch es interessiert die Waldwirtschaft überwiegend nicht. Schon alleine dass man schnell handeln musste, um dem Borkenkäfer zu Leibe zu rücken, zeigt auf wie einseitig der Wald dort war. In einem gesunden Mischwald kann der Borkenkäfer gar keinen nennenswerten Schaden anrichten.


    Es sind auch nicht alleine die Maschinen. Hinzu kommt, dass viele Waldbauern ihr Holz gar nicht mehr selber schlagen, sondern das von Lohnunternehmen erledigen lassen. Die wiederum sind die Wanderheuschrecken der Wälder, kahlfressen und weiterziehen. Die wollen möglichst schnell und effizient ihre Arbeit erledigen, weil sie um so mehr Geld verdienen, je schneller sie den Auftrag ausgeführt haben. Danach gehts zurück nach Polen, was interessiert die dann noch das Waldstück, dass sie bearbeitet haben.