Beiträge von Jürgen

    Hallo Mario,


    die Bilder 1-2 und 3-7 repräsentieren doch jeweils eine Kollektion, also können es nicht drei verschiedene Arten sein. Mit rubellus bzw. communis liegst du wohl richtig. Intensiv (orange)gelbe Töne an der Stielbasis und am Basalfilz sind immer ein gutes Indiz für diese Sammelart (und für armeniacus, der hier aber ausscheidet). Hast Du die Basis auf karottenrote Pünktchen geprüft? X. cisalpinus kann, wenn etwas eingetrocknet, habituell und im Schnitt ganz ähnlich aussehen wie 3-7.


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    ich würde diesen Fund bei keiner der bisher ins Spiel gebrachten Arten, sondern wegen des weißlichen Hutfleisches und des deutlichen Blauens im Anschnitt zunächst einmal makroskopisch bei X. cisalpinus verorten. Vielleicht hat die Blauverfärbung ja nach dem Anfertigen des Fotos noch etwas an Intensität zugelegt - das kann schon mal 15-20 Minuten dauern.


    Grüße, Jürgen


    http://www.gophoto.it/view.php…lpinus59.jpg#.UhZlkj-N6So

    Hallo zusammen,


    mir fällt hier auch nichts besseres als X. ferrugineus ein. Etwas schade ist, dass die Farbe der Rhizomorphen (Basalmyzel) nicht gut zu beurteilen ist. X. moravicus, der schon eine gewisse Ähnlichkeit besitzt, hat doch viel blassere Röhren und Poren und im unteren Stielbereich gelbbräunliches Fleisch.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Malone,


    gute Dokumentation, wenngleich deine Angabe "Fleisch weiß" dem Schnittbild widerspricht. Auch wenn diese Exemplare relativ stark blauen, so hätte ich doch keine Probleme damit, sie beim Eichenfilzröhrling (X. communis bzw. engelii) unterzubringen. Solche Kollektionen können sehr wohl mit X. armeniacus oder X. subtomentosus verwechselt werden.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Christoph,


    das läuft auf Boletus legaliae hinaus, zumal wenn der Fund aus der Gegend südlich von Würzburg (Raum Kist, NSG Blutsee) stammen sollte.


    Gruß, Jürgen


    P.S.: Besten Dank für die Mail!

    Hallo Jorge,


    Es sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine alten Satansröhrlinge. Boletus calopus wäre da schon eher möglich.


    Ich zitiere den Finder: "Die Röhren waren wohl Rot (man kann es noch erkennen auf den Bildern) ... einen Hutdurchmesser von gut 30 cm ... die haben schon fürchterlich gemieft"


    Und jetzt wüsste ich gerne, welche Merkmale (außer Sankt Spekulatius) Dich hier konkret zum Ausschluss von Boletus satanas und auf Boletus calopus bringen.


    Gruß, Jürgen

    Hallo Gerd,


    sorry, ich bin bekennender Nicht-Zocker. Aber 30 Chips sind doch recht bescheiden, oder?


    Im übrigen halte ich die hier gegeben Informationen und Fotos zwar nicht für perfekt, aber "unzureichend" sind sie deswegen noch lange nicht.


    Grüße, Jürgen


    P.S. Allmählich beginnt mir dieses Forum richtig Spaß zu machen:D


    Der wärmeliebende Boletus radicans ist zumindest ein im Rückgang begriffender Dickröhrling und steht zu Recht in vielen Roten Listen der Bundesländer.


    Hallo Andreas,


    ich habe den Eindruck, dass B. radicans zumindest in Süd- und Mitteldeutschland (infolge der Klimaerwärmung?) merklich häufiger wird, zumal die Art auch die Fähigkeit zur Besiedlung von Sekundärstandorten mitbringt. Arten wie Boletus fechtneri, regius oder rhodoxanthus sind da deutlich anspruchsvoller.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Gerd,



    - Definitiv falsch: ---> "Boletus impolitus" und nicht "B. depilatus" riecht nach Jod, besonders in der Stielbasis !!!


    Nicht so laut, wenn's nicht stimmt... :shy: Fakt ist, dass beide Arten nach Jod riechen. Vgl. z. B. Ladurner & Simonini (2003: 93), unter "Xerocomus depilatus": "smell often like iodine at the stipe base". Originaldiagnose Redeuilh (1986): "odore iodoformico in stipite".


    Grüße, Jürgen

    Hallo Christoph,


    B. impolitus kann ich bestätigen. Das ganz leichte Blauen über den Röhren habe ich vereinzelt auch schon beobachtet, übrigens auch bei dem Doppelgänger B. depilatus.


    Bist Du sicher, dass keine Eiche in der Nähe war?


    Grüße, Jürgen

    Hallo GugiAlex,


    Bild 1: Boletus impolitus (Fahler Röhrling)


    Bilder 2 und 3: Boletus radicans (Bitterschwamm)


    Beide Diagnosen halte ich für eindeutig.


    Grüße, Jürgen[hr]


    da gibt es noch den Silber- oder Sommer-Röhrling (Boletus fechtneri)
    der hat kein Stielnetz


    Das ist falsch, B. fechtneri hat genetzten Stiel.


    [hr]


    Habe gestern meinem Fund noch zu einem Pilzsachverständigen gebracht. Und der meinte es handelt sich um Anhängselröhrlinge. (bild 1)


    Mit dieser Meinung liegt er daneben. B. appendiculatus hat stets genetzten, niemals pustelig-flockigen Stiel wie hier.


    Der Stil ist ganz glatt und überhaupt nicht genetzt...zudem riecht der Pilz eher erdig/kartoffelig und nicht säuerlich oder bitter....


    Hallo,


    Boletus radicans ist ok. Solche netzlosen Exemplare sind gar nicht so selten, auch die Bitterkeit (kann man die riechen...?) ist mitunter sehr dezent ausgeprägt.
    Gyroporus cyanescens hat ganz andere Röhrenfarbe (jung fast weiß, später cremegelblich).


    Gruß, Jürgen

    Hallo,


    es wird uns wahrscheinlich nicht endgültig zum Ziel führen, anhand eines abgegriffenen Einzelfruchtkörpers eine verbindliche Entscheidung bzgl. rubellus vs. communis zu treffen. Am besten wäre einfach, vom selben Standort noch weitere, auch jüngere, Fruchtkörper zu sehen.


    Ob man communis/engelii und rubellus auf Artebene trennen sollte, kann ich euch ehrlicherweise nicht endgültig beantworten. In der Regel gelingt das, aber - wie in diesem Fall - halt nicht immer eindeutig. Mikroskopisch ist die Trennung schwierig. Der echte rubellus sollte etwas kürzere und breitere Sporen haben, aber die Frage ist, ob dieses Merkmal für sich allein signifikant genug ist. Ich denke eher nicht. Ladurner & Simonini (2003) haben aus all dem letztlich ja die Konsequenz gezogen und alles zusammengeworfen. Vielleicht bringt die DNA-Analytik noch Erhellendes - in den mir präsenten Studien ist das Aggregat rubellus jedoch bisher nicht in einem Cladogramm aufgedröselt worden.


    Wer rubellus ss. str. abtrennt, sollte nicht der Versuchung erliegen, dessen Variationsbreite zu eng zu fassen, so dass alles was nicht 100-prozentig auf die Beschreibung passt, umgehend bei dem "Chamäleon" communis/engelii "abgeladen" wird. Selbst jung knallrote Exemplare können beim Reifen stark nach gelbbräunlich ausblassen. Es macht dann keinen Sinn, womöglich sogar innerhalb einer Kollektion zwischen rubellus und communis zu splitten.


    Anbei eine Kollektion unter einer Solitäreiche. Die roten Exemplare standen etwa drei bis vier Meter neben den braunen. Im Anschnitt (nicht im Bild) war jedenfalls kein auffälliger Unterschied bzgl. der Blauverfärbung festzustellen. Man erkennt aber, dass die roten (rubellus ss. str.) eine weichere Konsistenz haben und druckempfindlicher sind als die braunen.



    P.S.: Die rubellus-Fotos im alten Thread wurden auf meinen Wunsch entfernt, wobei dies auch noch nach Abschluss des aktuellen Threads ausgereicht hätte.

    Hallo zusammen,


    wenn man X. rubellus und X. communis trennen will, dann würde ich diesen Fund (wie auch den von "Karen" im Vorjahresthread) makroskopisch unter X. rubellus einsortieren, v.a. wegen der freudig roten Hutfarbe, des kräftig gelben Stielfleisches, des schlanken Habitus und des Wuchsorts (grasiger Waldweg). Wichtig wäre zu wissen, ob auch jüngere Fruchtkörper dort schon das freudige Rot zeigen.


    Die Aussage von Noordeloos auf seiner entoloma-Website "Trama stark blauend" für X. rubellus halte ich für einen groben Fehler - eher trifft das Gegenteil zu. X. rubellus blaut im Schnitt längst nicht so stark wie z.B. X. cisalpinus oder X. armeniacus. Es trifft allerdings zu, dass Poren und Stieloberfläche bei rubellus ss. str. merklich druckempfindlicher sind als bei communis und hier deshalb oft eine relativ starke Blauverfärbung zu beobachten ist.


    Grüße, Jürgen

    Hallo zusammen,


    da sind ja ganz interessante Vorschläge vorbei, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Für mich bleibt das trotzdem eine unproblematische Ziegenlippe (X. subtomentosus). Somit liegt Rübezahl mit seiner Anfangsvermutung völlig richtig.


    Grüße, Jürgen


    danke für die Links. Schwer nachvollziehbar, was Den Bakker und Noordeloos da interpretiert haben. Hast du mal Kontakt aufgenommen?


    Hallo,


    zu Den Bakker und Noordeloos nicht - die Autoren sind mir persönlich ja keine Rechenschaft schuldig und sind sicher Profis genug, ihre Arbeit dem öffentlichen Diskurs zu unterziehen. Herrn Dörfelt habe ich soeben angemailt.


    Grüße, Jürgen


    Die Laubwald- bzw. Eichen-Rotkappe heißt heute tatsächlich Leccinum aurantiacum, die Weißstielige bzw. Espen-Rotkappe dagegen L. albostipitatum.


    Hallo,


    auch an dieser Stelle möchte ich doch festhalten: Der gültige, weil ältere Name für die weißstielige Espenrotkappe ist Leccinum leucopodium (Pers.) Dörfelt & G. Berg 1990 (in: Feddes Repertorium 101). Näheres siehe hier und hier.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Fusselhirn,


    bestätige Boletus impolitus (Fahler Röhrling). Der Geruch erinnert auch an Jod oder Karbol.


    Die Art ist recht selten - schöner Fund. Wo (geographisch) hast du sie denn entdeckt?


    Grüße, Jürgen