Hallo Kuschel,
Zitat von Kuschel
Ich hoffe, das bringt Dich etwas weiter? 
- Ja, das bringt mich weiter. Denn jetzt sind immerhin einige Merkmale dazugekommen:
- Sporenfarbe "Romagnesi-Gruppe 2" (blass bis creme)
- Huthaut ca. 1 Drittel weit abziehbar.
- Begleitbäume waren ausschließlich Eichen.
- Fundort planar
- Boden "basisch-neutral ", da setzte ich ein???
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Ansonsten:
- Geschmack scharf
- Geruch normal (ungenehm pilzig)
- Lamellen rel. elastisch
- Und dann noch die aus dem Bildern ableitbare Merkmale
Leider fehlen Schnittbild, Größenangaben und Angaben zur "Schmierigkeit" des Huts
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- Eigentlich könnte ich jetzt abbrechen und einfach überprüfen, ob "Hübchen" mir seiner Bestimmung (R. amoenolens; eine Art, die den Großraum Ulm meidet) richtig liegt.
- Das hilft allerdings nicht wirklich weiter. Ich wähle den konsequenteren Weg über Auschlüsseln.
---> Denn nur so kann ich abschätzen, ob es evtl. weitere Kandidaten gibt, die man genauer betrachten muss.
Ein erster Schlüsselversuch mit [1]
Schlüssel 4: Scharfe "Blass - Creme"-Sporer (Romagnesi 2a - 2d)
4.1 Hut gelb oder braun
4.1.1 Hut chromgelb, nur 2-5 cm breit
4.1.2. Hut gelbbraun bis rotbraun, semmelfarben. Große Pilze mit stark gerieftem Hutrand und oft sehr dickem Stiel
- Da werden nur Arten (foetens, subfoetens, illota, lauracerasi, pectinata) von "Subgen Ingratula, Sekt. Ingrata" gelistet, die man bereits vom Habitus und der Farben ausschließen kann.
4.1.3 Hut umberbraun, sepia. Stiel bis fingerdick. Mittelgroße Pilze
- R. amoenolens (Camembert-Täubling)
---> Geruch nach Camembert-Käse oder ähnlich Lactarius volemus, Hutrand stark gerieft. Stiel bräunlich überlaufen. Sehr scharf. Sporen ... Laubwald (Quercus, Caprinus). Bd. V/73
- R. consobrina (Rußgrauer Täubling). Bd. V/74
---> Hutrand ungerieft, ...
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Nächster Schlüsselversuch mit [2]
1*, 2* ---> 3 H. braun, graubraun, gelbbraun oder ockergelb, Hrd. stark gerieft bzw. gefurcht, ...
---> Schlüssel4.1.1.3. (S. 472); (Sekt. Ingratae, p.p.):
1*, 7*, 9*,
---> 10 R. amoenolens
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Und (aller guten Dinge sind 3 ---> noch nach [3]:
1b, 2b, 3a (Spp. 2a - d nach Romagnesi)
---> Schlüssel III: Genuinae mit cremefarbenem Sporenpulver
1b (Fl. scharf), 13a, 14b, 15a (H. umrabraun), 16a (Hutrand gerippt),
---> Schlüssel IIIe: Pectinatae (vgl. IIId)
Anmerkung:
Schlüssel IIId behandelt die "Foetentinae" ("R. foetens" und Genossen), die man völlig ausschließen kann.
Schlüssel IIIe:
1b Hutrand stets mehrminder kammrandig
2b Geschmack der Lamellen leicht scharf bis sehr scharf, wenigstens auf der Zungenspitze minutenlang brennend. Stielbasis nicht auffällig gelb gefärbt
4b Hut umbrabraun, ...
5a Sporen kuglig, ... Pilze ziemlich kräftig; Hut 5-12, Stielbis 2,5 cm dick. Fleisch, Lamellen, Stielbasis und Stielhöhlung älter mehrminder schmutzig rotbraun fleckend. Geruch erst spermatisch, dann fruchtartig. Auf schreren, tonigen und lehmigen Böden, an Straßenrändern und Wegrändern.
---> R. sororia (Großer Kammtäubling)
5b Sporen ellipdoidisch, ... Pilze klein bis mittelgroß; Hut 3-8-9, Stiel bis 1,5 cm dick. Fleisch nichtoder nur geringfügig mit dem Alter rotbraun fleckend. Geruch spezifisch wie Camembertkäse. Sandige Wälder, besonders in der Ebene, vor allem bei Eichen
---> R. amoenolens (Brauner Camembert-Täubling)
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Das war eine etwas zeitaufwendige Recherche.
- Aber immerhin kann ich jetzt zwei Arten zur Diskussion stellen, die auf planarer Höhenstufe (z.B. Norddeutschland) nachgewiesen wurden:
(1) Russula sororia (Umberbrauner Täubling, Großer Kamm-Täubling)
(2) Russula amoenolens (Camenbert-Täubling)
---> [1] schreibt zu den Lamellen: erst weißlich, bald graucreme, ..., untermischt mit kürzeren und gegabelten, am Grundstark queradrig-faltig, hinten abgerundet bis angewachsen, wenig dicht.
- Hmm, das kann ich so (nicht einmal Zwischenlamellen kann ichn erkennen) auf deinen Bildern nicht nachvollziehen. 
Grüße
Gerd
Literatur:
[1] Michael - Hennig - Kreisel (1983): Handbuch für Pilzfreunde Bd. V: 84 - 102
[2] E. Horak (2005): Röhrlinge und Blätterpilze in Europa; Elsevier
[3] A. Bresinsky: Die Arten der Gattung Russula in der Bundesrepublik Deutschland und deren Bestimmung nach Romagnesi; in "A. Einhellinger (1985): Die Gattung Russula in Bayern, Hoppea Bd. 43"
[4] A. Bollman et al. (2007): Abbildungsverzeichnis