Beiträge von Gerd

    Hallo Dano,



    wir haben nach kamm-erdstern gegoogelt und die bilder sind unserem sehr ähnlich


    - Dann hoffe ich, dass die GOOGLE-Bilder nicht so unscharf sind wie deine.
    ---> Denn du zeigst Bilder, bei denen man (außer dem leider auch unscharfem Bild 4) nur sicher erkennen kann, dass es sich um einen Erdstern (Geastrum spec.) handelt.
    ----------------------------------------------


    Da deine Bilder leider nicht belastbar zu bewerten sind, schicke ich als "Doppelgänger" noch den "Kragen-Erdstern" (Geastrum striatum) in den Ring.


    - Übrigens, wie leicht man beide Arten (G. striatus vs. G. pectinatum)verwechseln kann, wurde HIER bei Harry diskutiert.


    Grüße
    Gerd


    Fall geklärt:
    Körnchen-Röhrling (Suillus Granulatus) und Ringloser Butterpilz (Suillus Collinitus) ist wohl beides korrekt! :D


    - Ja, der Fall ist geklärt, nachdem die Verfärbung der Stielbasis gezeigt wurde.


    ---> Mich stört allerdings weiterhin, dass ich auf den Bildern, die m.E. sehr typische Radialfaserung des Hutes (hat der "Butterpilz" auch) nicht erkennen kann.


    ----> "Suillus collinatum = S. fluryi" (Ringloser Butterpilz), eine in meinem Sammelgebiet häufige Art (wuchs sogar jahrelang direkt an der Einfahrt an einer in der Zwischenzeit entfernten "Krüppelkiefer").


    Zur Klarstellung: "S. granulatus" ist eine andere, auch an 2-nadliger Kiefer wachsende Art.
    ----------------------------------


    - Die diskutierten Arten geben in der Tat Anlass zu Verwechslungen. Und deshalb greife ich in meinen Fundus und bringe eine Gegenüberstellung der Merkmale.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Merlena,



    Also zwei Schleimrüblinge! Dieser glänzende Hut war wirklich unverwechselbar.


    - Nicht ganz korrekt, wenn du dir die Gattungsnamen anschaust:


    (1) "Oudemansiella" = Schleimrübling; aktuel in Europa nur noch eine "monotypische" Gattung mit "O. mucida" als einzige Art.


    (2) "Xerula" = "Wurzelrübling" mit etwas spindlig verdickter und tief wurzelnder Stielbasis und "X. radicata" als einzige Art mit stark schleimendem Hut.


    Grüße
    Gerd

    Hallo schidtlux,



    Hab heut auf meiner Tour diese drei mir unbekannten Pilze gefunden...
    Alle bei Fichten mit eingestreuten Buchen, ca. 900m Seehöhe, nördl. Kalkalpen, Oberösterreich.


    Die erste Koralle hellviolett, einige Spitzen schon verblassend. Fruchtkörper ca. 12cm im Durchmesser. Im Schnitt weiß, nicht veränderlich. Geruch kam mir irgendwie - bitte jetzt nicht auslachen... ;) - vor wie Kaffee/Karamell... Hab ich in der Form bei einem Pilz noch nie gehabt... Konsistenz ähnlich Brokkoli. Event. Ramaria fennica var. fumigata?


    - Erinnert mich sehr stark an "Clavulina spec." und nicht an eine Art der Gattung "Ramaria".


    ---> Vergleiche einmal deinen Fund mit "Clavulina cinera" (Grauer Korallenpilz).


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,



    Hübscher Pilz! Könnte eventuell etwas in Richtung Egerlingsschirmling (Leucoagaricus Spec.) sein. Auch wenn die Lamellen dafür ganz schön weiß erscheinen.


    - Leucoagaricus spec. ist m.E. völlig korrekt.


    - Und die "schön weiße" Lamellenfarbe deute ich so, dass ich "Leucoagaricus leucothites" (Rosablättriger Egerlingsschirmling) ausschließen kann.


    - Und ebenso schließe ich alle beim "Ärgern" rötende Arten, sowie kleinere, weniger robuste Arten aus.


    ---> Und wenn ich dann noch den "fehlenden Buckel" berücksichtige, bleiben m.E. nur noch max. 2(-3) Arten übrig, die eine Chance haben.



    Grüße
    Gerd

    Hallo zusammen,


    das ist diese Art, die oft für Verwirrungen sorgt.
    Sieht erst mal deliciosus ähnlich, aber die Farben passen nicht. Dann könnte es noch semisanguifluus sein, aber die Milch verfärbt sich nicht. Für meine Begriffe ist das L. queticolor. Der graulich wirkende Hut (Name!) und die im Verhältnis dazu leuchtenden Lamellen sind typisch.

    Bingo,


    der paßt:thumbup::thumbup:. Ich glaube das die Kuh, wie Gerd so gern schreibt, vom Eis gezerrt wurde. Den hatte ich wieder einmal völlig vergessen:(.


    - Danke für diese interessante Diskussion, die ich mit großem Genuss verfolgt habe.


    ---> Und jetzt, hätte Morgen meinen Favoriten in den Ring geschickt, hat TOFFEL mir das erspart.


    ---> Für mich nicht überraschend, dass der Partner (2-nadlige Kiefer) übersehen wurde oder nach Diskussion als evtl. übersehen bezeichnet wurde.
    -------------------------------------


    - Und deshalb gebe euch noch nachträglich einen Tipp, "Reizker" mit einem Schlüssel auszuschlüsseln, bei dem der Partner nicht als Einstiegskriterium abgefragt wird.


    ---> Voilà , ich greife in meinen Fundus und biete in der Anlage einen "Schlüssel", den ich zusammengestellt habe und im Zweifelsfall benutze.


    Grüße
    Gerd


    ich bin ja nun wahrhaftig kein experte und lasse von reinweißen pilzen auch meine finger.
    dieser hier sieht dem weißen rasling sehr ähnlich. oder dem weißen trichterling...


    - Mit "Weißer Rasling" (du meist wohl "Lyophyllum connatum"?) kann ich mich nicht anfreunden.


    - Und "weiße Trichterlinge" (*) gibt es leider mehrere Arten, die da durchaus in Frage kommen könnten.


    (*) Genau deshalb und nur deshalb habe ich ohne zusätzliche Detailinfos (Insbesondere Spp-Farbe) mich nicht auf "Mehlräsling" (außerhalb des Protokolls: Mein Favorit) festgelegt.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Kuschel,



    Stimmt, das Schnittbild habe ich leider nicht gemacht, weil ich annahm, die abgebrochene Huthälfte vom kleineren Täubling würde aussreichende Rückschlüsse ziehen lassen :shy:
    Der Stiel war übrigens hohl, das habe ich schon beim vorsichtigen rausdrehen bemerkt, weil er ein wenig nachgab. Beim auf dem Kopf liegenden Täubling kann man übrigens auch sehen, dass der Stiel hohl ist :)


    - Wenn ich es genau nehme, kannst du mich mit deinen Argumenten nicht überzeugen, da du so einfach nicht zwischem "hohlem" und "gekammertem" Stiel unterscheiden kannst.
    ---> Abgesehen davon, fällt mir spontan keine "Täublings-Art" mit hohlem Stiel ein.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,



    Gerd, du bist nicht zufällig hauptberuflich Lehrer?
    Ich wünschte, ich hätte in meiner Schülerzeit ein paar mehr Pädagogen von deinem Kaliber gehabt. ;)


    - Nein: Bin und war ich auch vor meiner Rente nicht.
    ---> Und das war weise, da ich aus Sicht heutiger Eltern ihre armen, stressgeplagten SchülerInnen schlicht und erbarmungslos (Mathe, Physik) überfordert hätte. :)



    Ich will hier mal die Gelegenheit nutzen, auf zwei passende Themen hinzuweisen:


    Kurioses - viele schöne Bilder, wunderliches Wachstum und Pilze zum Schmunzeln


    Bildungsabweichungen - leider viel zu wenig frequentiert, dafür großartige Erläuterungen und Erklärungen zum Thema


    - Dein Hinweis bringt nix, da diese Beitragsserien nicht fest angeketten sind und schnell im "Einheitsbrei" verschwinden.


    ---> Und ohne deine Links würde ich diese Serien (obwohl ich die kenne) nur mühsam finden.


    zu 1 (von "Andreas" gestartet; 16-12-2007, 22:01):
    - Da habe ich anfangs reingeschaut und festgestellt, dass da (hat mich nicht überrascht) viele "Fruchtkörper-Missbildungen" gezeigt werden.
    ---> Brachte mich auf die Idee eine Serie "Missbildzungen" zu starten.


    zu 2 (von mir gestartet; 10-09-2008, 02:02):
    - Schief gelaufen: Wer zu spät kommt bestraft das Leben.


    ---> Und deshalb habe ich bereits Ende 2008 diese Serie mangels Interesse abgebrochen.


    ---> Aber seit dem 14.03.2009 gibt es ein Unterforum "Missbildungen, in dem ich mich über jeden "kuriosen/untypischen" Fruchtkörper freue und diesen Fumnd auch gebührend kommentiere.
    -------------------------------------


    Und noch etwas:


    - Außerhalb des "Missbildungs-Forums bei Harry" kommentiere ich (bin ein Eichhörnchen und sammle statt "Nüssen" "missgebildete Pilzfruchtkörper") "Missbildungen" meist nicht mehr.


    ---> Hier mache ich eine Ausnahme, nachdem dieser Fund (kannte ich wegen der Überschrift "[u]Abnormaler Hexenröhrling" bereits vorher schon :P ) mich "vergewaltigend" in dieses Unterforum verschoben wurde.
    --------------------------


    Yezari:


    - Dich habe ich nicht vergessen und einen Großteil meiner Bewertung deines Fundes zusammengestellt.


    ---> Aber Geduld ist angesagt, da ich jetzt in die Falle muss und der Wecker mich brutal bereits in knapp 4 Stunden an eine Wochjenend-Kurzreise erinnern wird.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Kuschel,



    Lieber Gerd, das war wieder eine Meisterleistung von Dir :thumbup:
    Ich habe --> HIER <-- alles nachgelesen und meinen Pilz 1:1 wiedererkannt *freu*


    - Na, da siehst du wieder einmal, welche Mühe ich mir gebe, wenn jemand "mit oder ohne Glied" sich bemüht außer einen "lieblos hingeworfenen, für mich nicht bewertbarem Bild, Zusatzinfos (evtl. erst auf Nachfrage :shy:) zu liefern.


    Grüße
    Gerd


    PS.


    - Und ich kann' nicht oft genug betonen:
    ---> Anfragen und Kommentare, die nur nicht sicher bewertbare Allerwelts-Namen wie Birken-Röhrling, Braunkappe u.v.m.) ohne Nennung eines wissenschaftlichen Namens nennen, nehme ich nicht Ernst und beantworte die meist nicht.
    ---> Für mich ist das einfach nur kontraproduktiv.

    Hallo Yezari,



    da muss der Gerd nurnoch online kommen :)



    - Der "Gerd" war Online, kurz nachdem dein Beitrag in dieses Unterforum verschoben wurde.


    ---> Und hat zwischenzeitlich, da ihn das Thema interessiert, stundenlang recherchiert, ob er einen "Mykoparasiten" findet, der bei "Hexenröhrlingen" derartig tumorartige "Geschwulste/Gallen" erzeugt.


    ---> Alternativ käme m.E. höchstens noch eine "Prolifikation (Syn. = Proliferation!) in die engere Auswahl, bei der auf dem Hut "Hymenophor-ähnliche Strukturen" ausgebildet werden.
    ----------------------------------


    - Bei deinem Bild wird die Struktur der Missbildung leider recht klein und für mich schlecht beurteilbar gezeigt.


    ---> Zeig bitte einmal ein Bild, auf dem nur der untypische Fruchtkörper mit seinem lnks daneben stehenden Nachbar (scheint mir auch geschädigt zu sein) zu sehen ist.
    -----------------------------------


    - Ansonsten beachte bitte, dass ich diesen Beitrag nur gebracht habe, damit deine Anfrage nach oben geliftet wird und nicht für mich kaum mehr auffindbar verschwindet.


    - Detailiertere Beurteilungen werde ich in Kürze noch nachliefern.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,


    Zitat von Beorn


    Ich sehe Rettich - Helmlinge (Mycena Pura), oder zumindest etwas in die Richtung.


    Ich sehe, bin mir da sehr sicher:


    (1) Eine "Mycena spec." (Helmling) aus der Sektion "Calodontes"


    (2) Diese Sektion (nach [1]: Geruch nach Rettich (Ausnahme: M.diosma). St. hohl, St.basis häufig mit Rhizoiden) ist überschaubar und die Arten darin meist (außer evtl. Albino-Formen) recht gut makroskopisch bestimmbar.


    (3) Nach [2] gibt es weltweit 8, in Europa 6, in Deutschland und BW 5 Arten. Hier die BRD-/BW-Artenliste, in der ich Arten, die man m.E. ausschließen kann, gestrichen habe:


    a. M. diosma (Duftender Rettich-Helmling); mit Geruch süßlich blütenartig oder wie Zogarrenkiste, auch weihrauchartig, erst bei Verletzung rettichartig. Substrat: Ausschließlich tote liegende Blätter der Rotbuche. Habitat: Buchenwälder auf Kalk, kollin bis eumontan.


    ---> Ist auf planarer Höhenstufe (<200mNN) eher nicht zu erwarten.


    b. M. pearsoniana (Fleischfarbener Rettich-Helmling


    c. M. pelianthina (Schwarzschneidiger Rettich-Helmling)


    d. M. pura (Gemeiner Rettichhelmling)


    e. M. rosea (Rosa Rettich-Helmling)


    [2] listet noch "M. dura" (Hartstieliger Rettichhelmling), eine 1994 beschriebene Art [3]. Und hat dafür prompt M. pearsoniana ignoriert.


    (4) Ich kenne (außer M. pearsoniana ;() die in der BRD nachgewiesenen Arten recht gut und lege mich auch auf "M. pura", die mit ausgeblassten Farben recht häufig zu beobachten ist.
    ------------------------



    Zitat von Beorn


    Also kapitaler Irrtum meinerseits nicht ausgeschlossen!


    Also nix mit "kapitalem Irrtum" ;)


    Grüße
    Gerd


    Literatur:


    [1] E. Horak (2005) Röhrlinge und Blätterpilze in Europa; Elsevier


    [2] G.J. Krieglsteiner et al.(2001): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3; Ulmer


    [3] Maas Geesteranus, R.A., Hausknecht, A. (1994): Mycena dura, a new species of sect. Calodontes subsect. Purae from Austria; ÖZfP 3:5-8; ---> http://www.landesmuseum.at/pdf…OestZPilz_3_0005-0008.pdf

    Hallo Kuschel,


    Zitat von Kuschel


    Ich hoffe, das bringt Dich etwas weiter? :)


    - Ja, das bringt mich weiter. Denn jetzt sind immerhin einige Merkmale dazugekommen:


    - Sporenfarbe "Romagnesi-Gruppe 2" (blass bis creme)
    - Huthaut ca. 1 Drittel weit abziehbar.
    - Begleitbäume waren ausschließlich Eichen.
    - Fundort planar
    - Boden "basisch-neutral ", da setzte ich ein???
    ----------------------------------------


    Ansonsten:
    - Geschmack scharf
    - Geruch normal (ungenehm pilzig)
    - Lamellen rel. elastisch
    - Und dann noch die aus dem Bildern ableitbare Merkmale


    Leider fehlen Schnittbild, Größenangaben und Angaben zur "Schmierigkeit" des Huts
    -----------------------------------------


    - Eigentlich könnte ich jetzt abbrechen und einfach überprüfen, ob "Hübchen" mir seiner Bestimmung (R. amoenolens; eine Art, die den Großraum Ulm meidet) richtig liegt.


    - Das hilft allerdings nicht wirklich weiter. Ich wähle den konsequenteren Weg über Auschlüsseln.
    ---> Denn nur so kann ich abschätzen, ob es evtl. weitere Kandidaten gibt, die man genauer betrachten muss.



    Ein erster Schlüsselversuch mit [1]


    Schlüssel 4: Scharfe "Blass - Creme"-Sporer (Romagnesi 2a - 2d)


    4.1 Hut gelb oder braun


    4.1.1 Hut chromgelb, nur 2-5 cm breit


    4.1.2. Hut gelbbraun bis rotbraun, semmelfarben. Große Pilze mit stark gerieftem Hutrand und oft sehr dickem Stiel


    - Da werden nur Arten (foetens, subfoetens, illota, lauracerasi, pectinata) von "Subgen Ingratula, Sekt. Ingrata" gelistet, die man bereits vom Habitus und der Farben ausschließen kann.



    4.1.3 Hut umberbraun, sepia. Stiel bis fingerdick. Mittelgroße Pilze


    - R. amoenolens (Camembert-Täubling)


    ---> Geruch nach Camembert-Käse oder ähnlich Lactarius volemus, Hutrand stark gerieft. Stiel bräunlich überlaufen. Sehr scharf. Sporen ... Laubwald (Quercus, Caprinus). Bd. V/73


    - R. consobrina (Rußgrauer Täubling). Bd. V/74
    ---> Hutrand ungerieft, ...
    --------------------------------


    Nächster Schlüsselversuch mit [2]


    1*, 2* ---> 3 H. braun, graubraun, gelbbraun oder ockergelb, Hrd. stark gerieft bzw. gefurcht, ...


    ---> Schlüssel4.1.1.3. (S. 472); (Sekt. Ingratae, p.p.):


    1*, 7*, 9*,
    ---> 10 R. amoenolens
    --------------


    Und (aller guten Dinge sind 3 ---> noch nach [3]:



    1b, 2b, 3a (Spp. 2a - d nach Romagnesi)
    ---> Schlüssel III: Genuinae mit cremefarbenem Sporenpulver


    1b (Fl. scharf), 13a, 14b, 15a (H. umrabraun), 16a (Hutrand gerippt),
    ---> Schlüssel IIIe: Pectinatae (vgl. IIId)


    Anmerkung:
    Schlüssel IIId behandelt die "Foetentinae" ("R. foetens" und Genossen), die man völlig ausschließen kann.


    Schlüssel IIIe:


    1b Hutrand stets mehrminder kammrandig


    2b Geschmack der Lamellen leicht scharf bis sehr scharf, wenigstens auf der Zungenspitze minutenlang brennend. Stielbasis nicht auffällig gelb gefärbt


    4b Hut umbrabraun, ...


    5a Sporen kuglig, ... Pilze ziemlich kräftig; Hut 5-12, Stielbis 2,5 cm dick. Fleisch, Lamellen, Stielbasis und Stielhöhlung älter mehrminder schmutzig rotbraun fleckend. Geruch erst spermatisch, dann fruchtartig. Auf schreren, tonigen und lehmigen Böden, an Straßenrändern und Wegrändern.
    ---> R. sororia (Großer Kammtäubling)


    5b Sporen ellipdoidisch, ... Pilze klein bis mittelgroß; Hut 3-8-9, Stiel bis 1,5 cm dick. Fleisch nichtoder nur geringfügig mit dem Alter rotbraun fleckend. Geruch spezifisch wie Camembertkäse. Sandige Wälder, besonders in der Ebene, vor allem bei Eichen
    ---> R. amoenolens (Brauner Camembert-Täubling)
    --------------------------------------------


    Das war eine etwas zeitaufwendige Recherche.


    - Aber immerhin kann ich jetzt zwei Arten zur Diskussion stellen, die auf planarer Höhenstufe (z.B. Norddeutschland) nachgewiesen wurden:


    (1) Russula sororia (Umberbrauner Täubling, Großer Kamm-Täubling)


    (2) Russula amoenolens (Camenbert-Täubling)
    ---> [1] schreibt zu den Lamellen: erst weißlich, bald graucreme, ..., untermischt mit kürzeren und gegabelten, am Grundstark queradrig-faltig, hinten abgerundet bis angewachsen, wenig dicht.
    - Hmm, das kann ich so (nicht einmal Zwischenlamellen kann ichn erkennen) auf deinen Bildern nicht nachvollziehen. :rolleyes:



    Grüße
    Gerd



    Literatur:


    [1] Michael - Hennig - Kreisel (1983): Handbuch für Pilzfreunde Bd. V: 84 - 102


    [2] E. Horak (2005): Röhrlinge und Blätterpilze in Europa; Elsevier


    [3] A. Bresinsky: Die Arten der Gattung Russula in der Bundesrepublik Deutschland und deren Bestimmung nach Romagnesi; in "A. Einhellinger (1985): Die Gattung Russula in Bayern, Hoppea Bd. 43"


    [4] A. Bollman et al. (2007): Abbildungsverzeichnis

    Hallo Harry,



    ..., aber die anderen Merkmale (Hutoberseite und die zu erahnende rübenähnliche Knole ) sprechen mit dem rahmig erschenenden Ring eindeutig für
    Amanita strobiliformis
    bin gerne bereit was darauf zu wetten ..:D


    - Die Merkmalsliste kannst du noch "typischen Hutrandbehang" ergänzen.


    - Ja, für mich ohne Restzweifel auch "Amanita strobiliformis" (Fransen-Wulstling).


    Grüße
    Gerd

    Hallo Kuschel,


    Zitat von Kuschel


    Hier hat mich verwundert, dass die Lamellen relativ elastisch waren. Aber für einen Frauentäubling passt weder Hutfarbe, noch der scharfe Geschmack... :/


    - Stimmt den "Frauentäubling" (Russula cyanoxantha), inkl. Varietäten würde ich aus den von dir genannten Gründen auch ausschließen
    ----------------------------


    Zitat von Kuschel


    Fällt Euch dazu etwas ein? :)


    - Mir fällt evtl. etwas ein, wenn du mir ein paar Detailangaben (wenigsten Sporenpulverfarbe, Angaben zum Abziehen der Huthaut, Begleitbäume, Kalkgehalt des Bodens, Höhenlage) nachlieferst.
    ---> Ansonsten wäre es natürlich noch besser, wenn du noch weitere Russula-Merkmale mitliefern könntest.


    - Übrigens, mit der Bestimmungsvermutung von Björn



    vllt Russula integra, Brauner Ledertäubling :)


    kann ich mich überhaupt nicht anfreunden und neige dazu, diese Art auszuschließen


    Merkmale, die nicht auf "passen::
    - Geschmack dieser Art ist mild (nussig), nicht scharf
    - Sporenpulverfarbe IVd ("Dotter"-Sporer), müsste man auf deinen Bildern bereits an einer deutlich ockergelblichen Verfärbung der Lamellen erkennen können.
    - Und der Hutrand ist nicht gerieft
    ---------------
    - Übrigens, bei dieser Art findet man "queradrig verbundene" Lamellen und sie bevorzugt "Höhere (Berg) Lagen, Fichte, kalkhaltigen Boden".


    Grüße
    Gerd


    PS.:
    - Zitat "A. Einhellinger (1985): Die Gattung Russula in Bayern":
    ---> Vermutlich werden Funde aus dem Flachlandoft zu Unrecht als integra bestimmt.

    Hallo Yezari,



    Ich denke mit meiner Bestimmung zum Igelstaubling liege ich hier richtig auch wenn der farblich etwas anders auschaut wie der Pilz da oben.


    Ja, sehe ich auch so :thumbup:


    - Die Art ist leicht daran zu erkennen, dass die 3-5mm langen Stachel sich in 4er-Gruppen an den Spitzen verhaken.


    - Dein Fruchtkörper ist recht hell. Liegt verm. daran, dass er noch nicht nicht lange genug dem Licht ausgesetzt war


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,



    Aber vielleicht schaut ja doch noch mal ein weiterer Experte hier rein?


    Gerd?


    - Hmm, der klinkt sich aus und weigert sich deinen Fund meiner "Kristallkugel" (reagiert nur auf ausreichend verwertbare Merkmalskominationen) zu zeigen.


    - Aber evtl. hast du Glück und ein anderes Mitglied lehnt sich aus dem Fenster. Und ich kann dann, wenn nicht ausreichend begründet, meine Meinung (sofern ich die Art bereits mehrfach in der Hand hatte) dazu äußern.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Andreas,



    der Sklerotien-Stielporling (P. tuberaster) muss nicht zwingend Sklerotien bilden. Wenn ich mich recht entsinne, nimmt das Vorhandensein eines entsprechenden Dauerorgans zu, je wärmer und trockener das Klima wird. Schaut mal auf http://www.pilzbriefe.de/ nach, da gibt es eine ausführliche Arbeit über diese Art mit erstklassigen Skizzen.


    - Hier der direkte Link zum WPB-Artikel


    - [1], eine lesenswerte Ergänzung zum WPB-Artikel, schreibt zum Sklerotium:
    "Zumindest im gemäßigten Klima Mitteleuropas, so scheint es, bildet unser Pilz seine Pietra fungaja nur äußerst selten aus, ..."


    Literatur:


    [1] "Ein höchst merkwürdiges und problematisches Naturprodukt": die Pietra fungaja; In "H. Schmid & W. Helfer (1995): Pilze Wissenswertes aus Ökologie, Geschichte und Mythos: S.65-67; IHW-Verlag.


    Grüße
    Gerd

    Zitat von sachse


    Handelt es sich hierbei um den Igelstachling? Ich bin irgendwie verdutzt, weil in der Literatur kaum was findet, und wenn dann soll dieser im Laubwald wachsen:/
    Fundort: Fichtenschonung (evtl. eingestreute kleine Birken, Espen und Eichen) auf knapp 400m üNN, auf Moos


    - Du zeigst m.E. ganz eindeutig einen "Igel-Stäubling" (Lycoperdon echinatum)


    ---> Kann man auf deinem Bild (beachte, dass die Stacheln in Vierergruppen an den Spitzen zusammenkleben)



    sehr gut erkennen.


    ---> Die Art bevorzugt "Buchenwald auf kalkreichen Böden", kommt aber auch im Nadelwald (z.B. Tanne oder Fichte), dann meist mit eingestreuten "Buchen" (oder anderen Laubbäumen !?) vor
    ---------------------------


    Zitat von sachse


    im Park fand ich dann doch noch eine Gruppe Eichen-Filzröhrlinge, ...


    - Wenn du darunter "Xerocomus communis" (Eichen-Filzröhrling) verstehst, dann bitte ich um mehr Details, damit ich deinen Fund beurteilen kann:


    ---> Zeige bitte ein Schnittbild (die Stielbasis wäre da besonders wichtig) und einen Blick auf die Poren. Dann sehen wir weiter.


    Grüße
    Gerd

    Hallo,


    Zitat:
    "Mit deiner Dose wirst du schon recht haben, aber auf der anderen Seite im Wald regnets es ja auch nicht gleichmässig oder ?"


    - Beiden Aussagen kann ich zustimmen :thumbup:
    ---> Aber beachte einmal Folgendes:


    (1) Holz bewachsende/abbauende Pilzarten wachsen meist (a) auf Stubben, (c) auf Wurzeln, (d) am Stamm/auf Ästen/an Astgabeln, (e) auf völlig, teilweise oder kaum vergrabenem Holz. Und die von INGO geliebten "Winzlinge" bevorzugen in der Tat die Unterseite von am Boden liegendem Holz, da sich dort die Feuchtigkeit besonders lange hält.


    ---> Die genannten Standorte sichern wegen des Bodenkontakts auch bei einsetzenden Trockenperioden eine +-lange anhaltende, gleichmäßige Feuchtezufuhr, da Holz hygroskopisch ist.


    (2) Und wenn einer Pilzart (auch darauf hat Ingo hingewiesen) die Feuchte nicht mehr ausreicht, wird die Fruchtkörperproduktion eingestellt.


    (3) Von ganz wenigen Fällen (Pilze in Feuchtgebieten!) abgesehen, reagieren Pilze/auch viele Pflanzen sehr negativ auf ein Überangebot von Wasser.


    (4) Und zweifelfrei reagieren sie m.E. meist auch sehr empfindlich auf schwankendes Feuchteangebot/Kleinklima.
    -------------------------


    Zitat:
    "Ich habe den Stock auf einem Teller liegen und kippe gelegendlich etwas Wasser auf den Teller. Innerhalb einiger Stunden saugt der Stock dann wie ein Schwamm das Wasser auf.


    Also eigentlich hat der imme ne gewisse Feuchte, das merkt man auch am Gewicht, da der Stock mehr als das Doppelte wiegt wie zu dem Zeitpunkt wo ich ihn mitgenommen hatte."


    - Wenn du meine Eingangskommentare aufmerksam durchliest, dann musst du zugeben, dass deine Zuchtmethode wohlwollend bewertet "suboptimal" ist ;(


    Mein Fazit:


    (1) Grundsätzlich (außer bei Feuchtgebiets-Arten) würde ich ein Holzstück nie direkt in's Wasser legen.


    ---> Bessere Erfolge erzielt du, wenn du unter das Holzstück eine dicke, feucht gehaltene Lage "Küchenpapier, Stofflappen, Zeitungspapier oder ähnlich saugfähiges Material) legst und dein "Zucht-Experiment" nicht in die pralle Sonne stellst.


    (2) Ob du dann der Methode von Ingo folgst (da würde ich Löcher im Deckel empfehlen) oder ein Gefäss ohne Deckel benutzt ist m.E. nicht so entscheidend.


    ---> Wichtig allerdings ist m.E., dass der Wasserpegel nur den unteren Teil des Aststücks (würde ich leicht in die Unterlage eindrücken) erreicht.


    Grüße
    Gerd