Beiträge von Gerd

    Hallo Markus,



    dein Engangement ist enorm. Dein Wissen noch viel umwerfender.
    Ich check nachher die Emails. Es sind bis zum Fundort, den ich hoffentlich wiederfinde 1,5 Stunden Auto und Fußmarsch. Ist o.k. Ich hatte schon vor zu fragen, ob ich jemandem "was" zuschicken darf, wollte aber niemanden extra so bemühen. Ich freue mich daher um so mehr.


    - Danke, dass du den Fundort nochmals aufsuchst.
    ---> Für's Erste würde mir ein Sporenabwurf völlig ausreichen. Und wenn ich dann überraschend anhand der Sporengröße den "Sparrigen Schüppling" ausschließen könnte, dann würde ich nächste Woche (außer Samstag/Sonntag, da bin ich verplant) gerne mit dir einen Termin ausmachen, um die Fruchtkörper in natura zu begutachten, zu fotografieren, einzusacken zu kartieren und in einem Herbar zu hinterlegen.
    ---> Ich würde dich abholen und nach der Fahrt zum Standort zurückbringen. Du müsstens dann nur die doppelte Zeit + max. 15 min zum Standort spendieren. Aber, wenn du mehr Zeit übrig hast, spendiere ich dir (und max 2 (notfalls 3) weiteren Personen, mehr darf ich meinem Auto leider nicht zumuten) noch eine "Privatführung".
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    Es war übrigens nichts, aber auch gar nichts blaues um den Weg von dem ein blauer Farbstich kommen könnte.


    - Wenn du die "hellen Farben" analysierst (habe das mit "Picture Publisher getan) kann man einen eindeutigen "Blaustich" feststellen.
    - Beachte bitte, dass die "Farbanteile" des "weißen Lichts" (Mittags blaustrichig, Abens rotstichig) sich im Laufe des Tages deutlich ändern.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Matthias,


    ich erlaube mir einmal einen Rumdumschlag, der zufällig dich trifft, obwohl ich deine Beiträge zum Thema nicht vollständig gelesen habe.
    ---> Aber immerhin, nachfolgendes Zitat von dir hat mir gefallen und schreit danach kommentiert zu werden.



    So genau nehm ichs dann nicht, geb ich zu, aber mit den Angaben, die hier gemacht wurden kann man wohl kaum exakte Bestimmungen durchführen.


    - Auch wenn ich mich noch so oft wiederhole:


    Ich bin der Meinung:
    ---> Man sollte zuerst das Hirn einschalten, alle bekannten Fakten analysieren/bewerten und nur Vorschläge (spekulativ, evtl, verm. oder "blabla") bringen, die eine Chance auf Erfolg haben.
    ---> Ansonsten sollte man schlicht "die Klappe halten"
    ---> Und wenn wichtige Angaben fehlen, sollte man zuerst einfordern.


    Kurz:
    - Für mich ist es erschreckend, wie häufig in diesem Forum "Bestimmungsvorschläge" gemacht werden, bei denen sogar auffällige und konstante Merkmale schlicht ignoriert werden.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Mausmann,



    Danke für die tolle Aufarbeitung und die vielen Informationen.
    Du machst dir da immer sehr viel Mühe mit. Ich finde das beachtlich.
    Momentan habe ich es auch überhaupt nicht eilig. Jedenfalls was solche Pilze angeht. Der läuft auch nicht weg darum kann ich das in Ruhe angehen.


    (1) An meiner ausführlichen Antwort ist INGO schuld, dem ich zeigen wollte, dass auch ich "G. australe" noch nie in der Hand hatte und deshalb bisher nur andere Ganoderma-Arten kommentiert habe.


    - Immerhin mit Erfolg bei "G. resinaceum", den ich jetzt (sofern nicht Baby), sollte ich den einmal persönlich finden, ohne Irritation ansprechen würde.
    - Schade nur, dass Andreas meine Zweifel/Fragen an seinem von ihm bestimmten Doppelgänger G. pfeifferi nicht beantwortet hat.


    (2) Richtig: Dieser Fund läuft (sogar wenn nur einjährig) nicht weg und da kannst den auch noch nach der Hauptsaison angehen.
    ---> Dennoch würde mich schon jetzt wenigstens ein Schnittbild (wenige cm vom Rand reichen) interessieren, damit ich wenigstens vorab (hoffentlich genau so erfolgreich wie bei "G. resinaceum") meine spekulative Meinung zu diesem Fund äußern kann.


    Grüße
    Gerd


    Hm...also Hallimasch kenn ich nun eigentlich...der sieht so gar nicht danach aus....


    Kurz und bündig:


    - Ich wette (obwohl man nur nach Bild keinen Pilz bestimmen sollte)darauf, dass hier einer der Hallimasch-Arten" (Armillaria spec.) gezeigt wird.


    - Und mir scheint, dass du mit dieser Arten-Gruppe noch ein Problem hast. :P


    Grüße
    Gerd

    Hallo Mausmann,


    deinen Eichen-Hautporling (hört aktuell auf "Piptoporus quercinus" kenne ich nicht.


    Aber "Ganoderma spec." scheint auch mir keine schlechte Wahl zu sein.


    ---> Allerdings würde ich mich da jetzt noch nicht zwischen "G. applanatum" und "G. australe = G. adspersum" (kenne ich leider auch nicht) oder weiteren Arten festlegen, wenn ich mir folgenden Beitrag (leider Russisch) anschaue.
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    - Bei HARRY haben wir ellenlang einen interessanten Ganoderma-Fund an Eiche bestaunt, diskutiert und auch mikroskopisch enttarnt.


    - Aber wenn du es sehr eilig hast, dann empfehle ich dir folgenden Beitrag, in dem ich ein paar Tipps zur Ganoderma-Bestimmung gebracht habe, die ich für noch eiligere Leser nachfolgend kurz wiederhole:


    ich stimme zu, dass Ganoderma spec. (Lackporling indet.) eine gute Wahl ist.


    Um sinnvoll einengen zu können, schlage ich vor zuerst einmal folgende Frage zu klären:


    - Enthält die Hutkruste "Harz" oder "kein Harz"??? Dies kann leicht durch den "Streichholz-Test" überprüft werden:
    ---> Krustige, harte Huthaut mit "Streichholz- oder Feuerzeug-Flamme erhitze. Wenn die Huthaut wie "Plastik" brodelt enthält sie Harz, sonst (da kokelt sie nur) nicht.


    In der BRD kommen nicht viele Ganoderma-Arten vor, die sich grob wie folgt gruppieren lassen:


    (1) Huthaut "ohne" Harz, mehrjährig


    - Ganoderma applanatum = G. lipsiense (Flacher Lackporling)
    ---> Substrate: Laubholz (Hauptsubstrat ist Buche) mit sehr beachtlich breitem Spektrum, seltener an Nadelholz.


    - Ganoderma australe = G. adspersum (Wulstiger Lackporling)
    ---> Substrate: Vorzugsweise Eiche, Linde und Buche, jedoch mit großem Wirtsspektrum.


    (1*) Huthaut mit Harz ---> (2)


    (2) Huthaut mit Harz; Fruchtkörper pileat (konsolen bildend); mehrjährig


    - Ganoderma pfeifferi (Kupferroter Lackporling); mehrjährig


    - Ganoderma resinaceum (Harziger Lackporling); einjährig
    ---> Die Literaturangaben sind nicht einheitlich. Vergl. PdS (mehrjährig); BW-Atlas (einjährig) und SPR 18(1):4-6 (berichtet über 2-jähriges Aussetzen der Fruktifikation)



    (2*) Huthaut mit Harz; Fruchtkörper mit zentralem oder lateralem Stiel; einjährig


    - Ganoderma carnosum = G. atkinsonii (dunkler Lachporling Lackporling)


    - Ganoderma lucidum (Glänzender Lackporling)


    - Ganoderma valesiacum, m.W. in Europa, nicht aber in der BRD nachgewiesen.
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    Und wenn diese Frage geklärt ist, dann könnter man evtl. über Trama-/Kontext-/Poren-Farbe, Fundort (inkl. Höhenlage)/Standortbedingungen etc. versuchen, den Fund "ohne "Scharfes Auge" (Mikroskop) weiter einzuengen.
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    - Um bei deinem Fund weiter zu kommen, solltest du dringend (ignoriere "trauernde" Witwen ) ein Schnittbild zeigen, damit man weigstens die Poren und die Trama beurteilen kann.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Hübchen,



    wobei, vielleicht sind die Bilder ja doch farbtreu, und der Pilz ist gar nicht sqarrosa, sondern squarrosoides, Bleicher Schüppling. Das wäre dann allerdings ein sensationeller Fund. Ist also sehr unwahrscheinlich und auch nicht als ernsthafter Gegenvorschlag gemeint.


    - Deine Idee halte ich, auch wenn "Ph. Squarrosoides" bisher in BW noch nicht nachgewiesen wurde, für durchaus überprüfenswert. :thumbup:



    Ich fasse einmal zusammen, was [1] in seiner "Ph. squarosoides"-Diskussio bringt:


    - Ph. squarrosoides hat die auffälligste Schuppung aller europäischen Pholiota-Arten.
    - Im Hutzentrum ist die Schuppung stachelförmig, der Stiel ist mit sehr deutlichen aufgerichtet, filzigen Schuppen bedeckt..
    - Der Hutrand junger Fruchtkörper ist deutlich blasser (weißlich bis blass gelblich) als das Hutzentrum.


    ---> Diese Merkmale zusammen zusammen mit der kompakten, nicht-fibrillosen Schuppung und der bei feuchter Witterung klebrigen Huthaut unterscheidet P. squarrosoides von Pholiota squarrosa.


    - Alte Hüte von P. squarrosoides sind oft dunkel rostig-braun bis rot-braun.


    ---> In Zweifelsfällen lassen sich P. squarrosoides durch kleinere, blass gefärbte Sporen ohne Keimporus von Ph. squarrosa trennen.



    [u]Literatur:[/url]


    [1] J. Holec (2001): The genus Pholliota in central and western Europe; Libri Botanici vol. 20


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    [2] Pholiota squarrosoides


    [3] Pholiota squarrosa



    Grüße
    Gerd


    Markus:
    - Ich wäre an einem "Fruchtkörper" und interessiert. Email ist unterwegs.

    Hallo Markus



    Ich habe nochmals zum Abgleich Mr. Google gefragt und ausschließlich Bilder / Fotos anzeigen lassen.
    Es gibt zahlreiche Aufnahmen die kräftigere Farben darstellen, teilweise deutlich gelb bis dunkelgelb. Manche sind schon fast ockerfarben oder gehen auch ins Rötliche, teilweise sind sie auch deutlich braun.


    - Damit hast du m.E.die Variabilität der Farben schon recht gut beschrieben.



    Allerdings waren auch etliche Bilder dabei, die blasser wirken, wie die von mir gezeigten Aufnahmen.



    - Ok, die Hutgrundfarbe mag ja gelegentlich nur strohgelb (also recht hell) sein. Aber die Schuppung ist nach meiner Beobachtung nie so blass wie auf deinen Bildern.


    - Und wenn du dir die Schnittbilder anschaust, kann man an der Fleischfarbe (sollte deutliche (blasse) Gelbtöne haben) erkennen, dass die Bilder einen "Blaustich" haben.
    - Dito bei der Lamellenfarbe: Sollte bei den gezeigten jungen Fruchtkörpern wenigsten "blass gelblich-oliv" sein.


    - Auch im Hut findet man deutlich überbelichtete Stellen, die entweder "rein weiß" oder "schwach cyan" gefärbt sind.


    - Und übrigens kannst du davon ausgehen, dass im Internet nicht nur farbgetreue und korrekt belichtete Bilder veröffentlicht werden.
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    Die Blätter waren soweit erkennbar oftmals dunkler, deutlich braun. Möglicherweise hängt das vom Alter des Pilzes ab, ähnlich wie beim Champignon.


    - Schüpplinge sind "Braunsporer" :P
    ---> Und deshalb färben sich bei Sporenreife die Lamellen deutlich "braun"


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,



    Weil ich auch hier wieder nur falsch liegen kann, rate ich (mit geschlossenen Augen) trotzdem mal einfach eine Art: Lepiota Clypeolaria / wolliggestiefelter Schirmling.


    ...


    Edit: Der schnelle Ralf;)
    Mehlschirmlinge? Interessant... Muss ich mal Lektüre zu suchen, oder in meine Mehlbox schauen.



    Etwas mehr Selbstvertrsauen ist angesagt:


    ---> Ich unterstütze deinen Vorschlag und verwerfe definitiv und selbstsicher den Vorschlag "Cystoderma spec." (Körnchenschirmlings-Art), die eine völlig andere Huttextur hat.


    Grüße
    Gerd[hr]


    bin nochmal hin und hab ein Lamellen Bild gemacht. (Leider nicht ganz so scharf)


    - Reicht aber dennoch aus, um deinen Fund als "Hellsporer mit freien Lamellen" zu identifizieren.


    - Und dies festigt m.E. den Vorschlag von Beorn.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Toffel,




    - Nicht einfach diesen "völlig unscharfen", uns lieblos ohne weitere Detailinfos, Bildren etwas abzugewinnen. X(


    - Überraschung: Ich habe die Bilder meiner "Kristallkugel" anvertraut und die wirft mir (natürlich nur spekulativ!) exakt deine Einschätzung aus.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Beorn,


    Zitat:
    "Wie trennst du nun makroskopisch die beiden Arten? Nur aufgrund der Form der Knolle bzw. der Stielbasis, oder ziehst du da noch andere Merkmale heran?"


    - Ich muss gestehen, dass ich die zur Diskussion stehende Arten (A. essettei, A. sylvicola" recht pragmatisch und keineswegs "professionell" trenne, zumal ich "A. sylvicola" bisher nur ausgesprochen selten in der Hand hatte.


    ---> Alle Agaricus spec., die "dünnfleischig, krummstielig mit "lauchähnlicher" (nicht knolliger) Basis, teilweise sehr stark (außer in dem Stielfleisch) gilbend, nach Marzipan/Bittermandeln riechend, mit sanft abgerundetem +-abgetönt weißem Hut und nicht intensiv rosa gefärbten Lamellen" bezeichne ich als "A. essettei = A. abruptibulbus" , unabhängig davon, ob im Nadel oder Laubwald gefunden.


    ---> Dünnfleischige im Laub- oder Nadelwald gefundene Fruchtkörper mit leicht verdicktem Stielbasis, nicht gekrümmtem Stiel und ansonsten den o.g. Merkmalen bezeichne ich als "A. sylvicola"



    Zitat:
    "Weil:
    - und jetzt wirst du als Fachmann sicher entsetzt aufstöhnen -
    Ich als "Laie" habe mir da ein paar Merkmale zusammengeschustert. Der Grund war hauptsächlich, daß ich immer wieder Anischampignons fand (sowohl im Fichtenwald, als auch im Laub - und Mischwald), die an sich sehr unterschiedlich waren. Also musste es ja irgendeine Abgrenzung geben. Dabei kam mir irgendwie in den Sinn, die "dicker" gebauten, mit stämmigen Stielen und schön fetten, meist schief angesetzten Knollen als "A. Essettei" (A. Abruptibulbus, weil's schöner klingt ;) ), die schlankeren, ebenmäßigeren als A. Sylvicola anzusprechen."


    - Wieso sollte ich entsetzt aufstöhnen, zumal mich "Dunkelsporer" eh nicht sonderlich interessieren.
    ---> Ganz im Gegenteil: Deine Zuordnung deckt sich erstaunlich gut mit meiner.



    Zitat:
    "Jetzt mal unabhängig davon, ob das nun falsch oder zumindest fahrlässig ist:


    Die von mir als A. Essettei angeprochene "Art"
    - riecht bei allen meinen Funden wesentlich intensiver und auch mehr in die Richtung Marzipan / Bittermandel
    - gilbt bei Kratzen am Hut wesentlich stärker
    - weist mehr Rosatöne in den Lamellen auf
    - wächst eher verinzelt, während die von mir als "A. Sylvicola" angesprochene Art vermehrt in starken Rudeln auftritt"


    Super, da hast du beide Arten besser beobachten als ich bisher. :thumbup:


    Zitat:
    "Naja, das ist ja nun alles ganz schön unwissenschaftlich, insofern würde ich ews verstehen, wenn du dir einen Kommentar ersparen willst. Aber interessieren würde mich das schon..."


    - Ganz im Gegenteil:
    ---> Du hast beide (für mich eindeutig unterschiedliche) Arten (die teilweise als konspezifisch = gleiche Art beurteil werden) viel sorgfältiger als ich bisher betrachtet.


    Herzlichen Dank
    Gerd


    PS.:


    - und da es so gut zum Thema passt, zeige ich einmal ein Bild aus meinem Fundus und bitte um rege Diskussion:




    Nachtrag (20.07.2014):


    Vorsicht ist angebracht:
    ---> Das Bild zeigt 2 "letale Knollis" und einen "Egerling".

    Hallo Ingmar,



    der Grobschollige Schirmpilz - Macrolepiota konradii. Dessen Stiel ist feiner genattert, als der des Parasols, aber hier würde auch nicht der Ring und die Hutmusterung passen.


    Danke!


    - Ich stimme dir zu:
    ---> "M. konradii" (Sternschuppiger Riesenschirmling) kann man m.E. auch ausschließen, da bei dieser Art die stumpfgebuckelte, dunkle Hutscheibe am Rand unregelmäßig sternförmig abgegrenzt und der Ring unterseits braun ist.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Burkhard



    Deine klaren Ansagen haben mir sehr geholfen. Falls ich nochmal Erdsterne finde, werde ich hier an dieser Stelle auf Deine Erleuterungen zurückgreifen........:).



    Ich habe zwischenzeitlich deinen Fund mit mehreren Schlüsseln ausgeschlüsselt und lande dabei (meist ohne Irritation) immer bei –žG. triplex–œ (Halskrausen-Erdstern).


    Bei Auschlüsseln musste im folgende, auf deinen Bildern nicht erkennbare, Merkmale annehmen:


    - Die Innenhülle (Endoperidie) sitzt (auch bei getrocknetem Fruchtkörper) stiellos auf der –žAußenhülle–œ (Exoperidie)
    ---> Solltest du überprüfen und bestätigen, da sonst mein Schlüssel-Ergebnis falsch ist.


    - Die Exoperidie ist nicht hygrometrisch/subhygrometrisch, streckt also bei Trockenheit die Lappen nicht nach oben.
    ---> Ich bin mir bei der Dicke der Exoperidie sicher, dass ich dieses Merkmal korrekt eingeschätzt habe.


    - Auch bei der zum Boden zeigenden Außenseite der Exoperidie musste ich bei der Ausprägung der Myzelialschicht eine Annahme treffen: Junge Fruchtkörper wachsen oberflächlich und deshalb ist die Myzelialschicht auf die Mitte der Exoperidie (Bodenkontakt!) begrenzt und der Rest der Unterseite rel. sauber und nicht mit Substratresten belastet.
    ---> Solltest du auch überprüfen und bestätigen, da sonst mein Schlüssel-Ergebnis falsch ist.


    - Letztendlich habe ich angenommen, dass junge Fruchtkörper apikal zugespitzt oder wenigstens gebuckelt sind.
    ---> Nicht so wichtig, da eine andere Annahme eh zu erheblichen Ungereimtheiten beim Ausschlüsseln führen würde.


    - Und jetzt, bevor ich die Schlüsselschritte zeige, noch zwei Hinweise:
    (1) Ich habe nachfolgend bei den Schlüsselfragen nur einen mir wichtig erscheinenden Teil (und das auch noch mit eigenen Worten) der Merkmale gelistet.
    (2) Obwohl das Peristom "stumpfkegelig und leicht gefurcht" ist, musst du den von mir gewählten Weg einschlagen. Die Alternative "(spitz-)kegelig und stark gefurcht" führt dich in eine völlig falsche Richtung.
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    Und jetzt geht–™s in–™s Eingemachte:


    Schlüssel [1]: W. Jülich (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze; Kleine Kryptogamenflora Bd. II b/1:475ff.


    ---> Schnell und schmerzlos landet man hier bei G. triplex:


    1*(mit entwickelter Endoperidie), 2* (Endoperidie mit nur einer Öffnung), 3* (mit echtem Peristom), 4* (Peristom glatt oder faserig), 13* (Fk nicht furnikat= nicht stelzenartig), 17*(Peristom von der Endoperidie deutlich abgegrenzt) , 20 (Endoperidie sitzend oder undeutlich gestielt), 21* (Fk größer, –¦, Exoperidie rel. Dick und hart) 22* (Fk nicht hygroskopisch),
    ---> 23 G. triplex
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    Schlüssel [2]: G. Groß et al. (1980):Bauchpilze in der Bundesrepublik und Westberlin; Beihefte zur ZfM Bd. 2:51ff.:


    Auch hier landet man ohne größere Irritation bei G. triplex:


    1b (mit entwickelter Endoperidie), 2b (Peristom faseriggewimpert, flach bis stumpf kegelförmig), 12a (Endoperidie sitzend), 13b (Exoperidie nicht hygroskopisch), 17a (Außenseite der Lappen kaum von Substrat verkrustet, Peristom mit +- deutlich begrenztem Hof, 18b (meist mit mehr als 5 Lappen, Peristom mit Hof),
    ---> 19a Geastrum triplex
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    Schlüssel [3]: Michael –“ Hennig –“Kreisel (1986): Handbuch für Pilzfreunde Bd. II:143ff.:


    Aller guten Dinge sind 3:


    2. (Endoperidie geschlossen bleibend, mit einer Mündung), 2.2 (Exoperidie meist mindestens 5zipflig), 2.2.1 (Mündung gewimpert), 2.2.1.1. (Mündung mit Hof oder Peristomring), 2.2.1.1.2 (Exoperidie außen sauber. Primordien zwiebelförmig zugespitzt. Endoperidie sitzend)
    ---> G. corollinum; Exoperidie hygrometrisch
    ---> G. triplex; Exoperidie nicht hygrometrisch; Oft recht groß werdende Art, –¦
    ---> G. lageniforme; G. saccatum
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    Schlüssel [4]: H. Dörfelt (1989): Die Erdsterne


    Und hier wird es etwas komplizierter:


    1 Endoperidie voll entwickelt, mit präformierter Öffnung
    2+ Peristom fransig-gewimpert (S. 25, Abb. 5, Fig. 5)
    7+ Exoperidie nicht hygrometrisch
    9+ Mycelialschicht nicht oder unvollständig als Nest (Schüssel) im Boden verbleibend, Exoperidie mehr als 4-lappig, Lappen bei Vollreife ausgebreitet, schräg nach unten gerichtet oder nach unten gerollt (invers), nicht stelzenartig (S.38, Abb. 7, Fig. 2), Endoperidie sitzend oder gestielt.
    15 Endoperidie sitzend, auch am trockenem Fruchtkörper (S. 37, Abb. 6, Fig. 1)
    16 Peristom gehöft (S.25, Abb. 5, Fig. 5 etc.)
    Anm.: Wenn ungehöft landet man über 16+, bei 19 Geastrum triplex
    18 Außenseite der Exoperidie unregelmäßig schuppig-schollig und charakteristisch radial-rissig, Mycelialschicht sich nicht von der Faserschicht lösend, geschlossener Fk apical zugespitzt oder gebuckelt.
    Anm.: Die Alternative 18+ führt zu 25 G. saccatum, oder über 25+ zu 38 G. minimum bzw. G. smardae, Arten die man m.E. nach Detailbeschreibung ausschließen kann.
    24 geschlossener Fk zwiebelförmig, Exoperidie ausgebreitet über 10cm im Durchmesser; Höfung der Endoperidie deutlich bis fast fehlend, –¦
    ---> Geastrum triplex
    ---------------------------------------------
    Grüße
    Gerd

    Hallo Ingmar,



    Hallo,die Frage kann ich kurz beantworten. Ganz klar ein Parasolpilz.


    Und meine Antwort ist:


    - Ganz klar und m.E. zweifelsfrei kein "Parasol" (Macrolepiota procera ss.str.) :P


    Warum:


    - Der Stiel ist nicht deutlich genattert, der Ring ist nicht komplex und auch die Hutschuppung ist gewöhnungsbedürftig.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Björn,



    2. Den komplizierten, aber richtigen und aktuellen (meine Grafik, die zugegebenermaßen nicht ganz aktuell und aufgrund der Übersicht auch nicht vollständig ist).


    Die Grafik werde ich demnächst neu erstellen. Sie ist dann an die aktuelle Systematik angepasst. Du musst wissen, dass diese auf neueste Erkenntnisse aus hunderten von Fachbeiträgen, verbreitet in Zeitschriften sämtlicher Länder (u.a. Czech Mycology, Persoonia, Mycotaxon usw.) aufgebaut ist.


    - Sorry:


    ---> Und ich stelle einmal fest, dass nicht jede "neueste Erkenntnis" (zum Glück) nicht allgemein anerkannt wird.


    ---> Und deshalb würde ich dir mit Nachdruck empfehlen, deine Systematik konservativ (und allgemein anerkannt) zu halten.


    Grüße
    Gerd

    Hallo Burkhard,



    Ich tippe ja auf einen jungen Halskrausenerdstern , wo die "Halskrause" noch auf sich warten läßt.


    Kann mir jemand sagen, ob ich richtig liege...?
    Anderslautende Bestimmungen sind mir natürlich auch recht....;)




    (1) Bevor ich einen Kropf bekomme, kommentiere ich zuerst die bisher vorgeschlagenen Alternativvorschläge (Geastrum rufescens und G. fimbriatum):


    ---> Kurz und schmerzlos:
    - Für mich sind (beide Vorschläge!!!) eine grasse, mir unverständliche Fehlbestimmung, bei der ein sehr gut sichbares/konstantes Merkmal, Ausprägung des "Peristoms" (Sporenöffnung) im Scheitel der "Endoperidie" (Innenhülle), fahrlässig ignoriert wurde.


    ---> Schau einmal HIER. Da wurden beide Arten (inkl. Ausprägung des "Peristoms") diskutiert und auch gegenüber gestellt.
    - Und ich kann da nicht einmal eine Spur von Peristom-Ähnlichkeit zu deinem Fund erkennen.
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    - Bevor ich jetzt weiter kommentiere, zeige ich nochmals deinen Fund und bitte darum, insbesondere die Ausprägung des "Peristoms zu beachten:



    - Und jetzt zeige ich einmal zum Vergleich die Ausprägung des Peristoms von "Geastrum triplex" (Halskrausen-Erdstern):



    Oh Wunder:
    ---> Ich erkenne eine erstaunliche Übereinstimmung mit deinem Fund und deinem Bestimmungsvorschlag "G. triplex".
    ---> Und auch die von dir genannte Größe (1o cm), die Anzahl der Zacken der "Exoperidie" (Außenhülle), die Dicke der "Exoperidie" und von mir vermutet "nicht hygrometrisch" würde passen
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    Aber dennoch wäre noch zu prüfen (*), ob es nicht doch noch eine weitere Alternativen mit vergleichbarer "Peristom"-Ausprägung und den von mir zitierten sonstigen Merkmalen gibt.


    (*) Kann ich bei Bedarf übernehmen.
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    Noch etwas:
    - "G. fimbriatum" kann man sogar nur nach Bild m.E. nicht mit "G. triplex oder G. rufescens"" verwechseln.


    - Bei "G. triplex" vs. "G. rufescens" ist es wohl (kapier ich zwar nicht X( ) wohl etwas schwieriger, wie folgende Diskussion zeigt.


    Grüße
    Gerd


    PS.:
    Björn:
    - Auch "Pilzpäpste" sind leider nicht unfehlbar :P

    Hallo Fredy,



    - Deine "spitzfindige" Erklärung verwirrt vermutlich nicht nur mich.


    - Ich versuch's deshalb einmal mit meinen Worten etwas Klarheit in die Begriffe zu bringen und deren Verwendung in der Mykologie zu erklären:


    (1) Poren:
    - Da sollte man zwischen (a) Poren(Schicht) und (b) Poren unterscheiden.


    (a) die rundlichen oder eckigen Mündungen, die man bei Sicht auf das Hymenophor bei "Röhrlingen" und "Porlingen s.l." erkennen kann
    ---> Makroskopisch bestimmungsrelevant (bei "Röhrlingen" und Porlingen") sind hier insbesondere "Form, Größe, Anzahl pro mm, Farbe, Farbveränderung beim Ärgern, Ansatz am Stiel".


    (b) Das "röhrenförmige", vom Hut nur +-schwer abtrennbare, Hymmenophor von Porlingen s.l., an deren Innenwand die "sporenerzeugenden" Basidien gebildet werden.


    Hinweis: In der Literatur wird bei "Porlingen" zwischen (a) und (b) eher nicht unterschieden, da aus dem Kontext der Beschreibung die Zuordnung zweifelsfrei erkennbar ist.


    (2) Röhren:
    - Das "röhrenförmige", vom Hut leicht abtrennbare, Hymenophor von "Röhrlingen" (Boletales p.p.), an deren Innenwand die "sporenerzeugenden" Basidien gebildet werden.


    Hinweis: In der Literatur wird zwischen "Poren(-schicht)" = Sicht auf die "Röhrenmündungen" und Röhren (Querschnitt des Hymenophors) unterschieden.


    Grüße
    Gerd


    - Schau einmal hier, welche (Minimal-)Angaben für eine solide Pilzbestimmung meist benötigt werden.


    - Und noch etwas: Deine m.E. total unterbelichteten Bilder sind schlicht +-unbrauchbar.

    Hallo Malone,



    ein einfaches


    Glückwunsch zum schönen Fund und Danke für's Zeigen gilt wohl gar nichts mehr hier...?


    - Das siehst du m.E. definitiv falsch.


    ---> Das war eine mich überzeugende Laudatio auf Kuschel, die ich (obwohl ich eher selten lobe) sinngemäß erst vor Kurzem auch gehalten habe.


    Grüße
    Gerd