Hallo Burkhard
Deine klaren Ansagen haben mir sehr geholfen. Falls ich nochmal Erdsterne finde, werde ich hier an dieser Stelle auf Deine Erleuterungen zurückgreifen........:).
Ich habe zwischenzeitlich deinen Fund mit mehreren Schlüsseln ausgeschlüsselt und lande dabei (meist ohne Irritation) immer bei –žG. triplex–œ (Halskrausen-Erdstern).
Bei Auschlüsseln musste im folgende, auf deinen Bildern nicht erkennbare, Merkmale annehmen:
- Die Innenhülle (Endoperidie) sitzt (auch bei getrocknetem Fruchtkörper) stiellos auf der –žAußenhülle–œ (Exoperidie)
---> Solltest du überprüfen und bestätigen, da sonst mein Schlüssel-Ergebnis falsch ist.
- Die Exoperidie ist nicht hygrometrisch/subhygrometrisch, streckt also bei Trockenheit die Lappen nicht nach oben.
---> Ich bin mir bei der Dicke der Exoperidie sicher, dass ich dieses Merkmal korrekt eingeschätzt habe.
- Auch bei der zum Boden zeigenden Außenseite der Exoperidie musste ich bei der Ausprägung der Myzelialschicht eine Annahme treffen: Junge Fruchtkörper wachsen oberflächlich und deshalb ist die Myzelialschicht auf die Mitte der Exoperidie (Bodenkontakt!) begrenzt und der Rest der Unterseite rel. sauber und nicht mit Substratresten belastet.
---> Solltest du auch überprüfen und bestätigen, da sonst mein Schlüssel-Ergebnis falsch ist.
- Letztendlich habe ich angenommen, dass junge Fruchtkörper apikal zugespitzt oder wenigstens gebuckelt sind.
---> Nicht so wichtig, da eine andere Annahme eh zu erheblichen Ungereimtheiten beim Ausschlüsseln führen würde.
- Und jetzt, bevor ich die Schlüsselschritte zeige, noch zwei Hinweise:
(1) Ich habe nachfolgend bei den Schlüsselfragen nur einen mir wichtig erscheinenden Teil (und das auch noch mit eigenen Worten) der Merkmale gelistet.
(2) Obwohl das Peristom "stumpfkegelig und leicht gefurcht" ist, musst du den von mir gewählten Weg einschlagen. Die Alternative "(spitz-)kegelig und stark gefurcht" führt dich in eine völlig falsche Richtung.
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Und jetzt geht–™s in–™s Eingemachte:
Schlüssel [1]: W. Jülich (1984): Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze; Kleine Kryptogamenflora Bd. II b/1:475ff.
---> Schnell und schmerzlos landet man hier bei G. triplex:
1*(mit entwickelter Endoperidie), 2* (Endoperidie mit nur einer Öffnung), 3* (mit echtem Peristom), 4* (Peristom glatt oder faserig), 13* (Fk nicht furnikat= nicht stelzenartig), 17*(Peristom von der Endoperidie deutlich abgegrenzt) , 20 (Endoperidie sitzend oder undeutlich gestielt), 21* (Fk größer, –¦, Exoperidie rel. Dick und hart) 22* (Fk nicht hygroskopisch),
---> 23 G. triplex
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Schlüssel [2]: G. Groß et al. (1980):Bauchpilze in der Bundesrepublik und Westberlin; Beihefte zur ZfM Bd. 2:51ff.:
Auch hier landet man ohne größere Irritation bei G. triplex:
1b (mit entwickelter Endoperidie), 2b (Peristom faseriggewimpert, flach bis stumpf kegelförmig), 12a (Endoperidie sitzend), 13b (Exoperidie nicht hygroskopisch), 17a (Außenseite der Lappen kaum von Substrat verkrustet, Peristom mit +- deutlich begrenztem Hof, 18b (meist mit mehr als 5 Lappen, Peristom mit Hof),
---> 19a Geastrum triplex
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Schlüssel [3]: Michael –“ Hennig –“Kreisel (1986): Handbuch für Pilzfreunde Bd. II:143ff.:
Aller guten Dinge sind 3:
2. (Endoperidie geschlossen bleibend, mit einer Mündung), 2.2 (Exoperidie meist mindestens 5zipflig), 2.2.1 (Mündung gewimpert), 2.2.1.1. (Mündung mit Hof oder Peristomring), 2.2.1.1.2 (Exoperidie außen sauber. Primordien zwiebelförmig zugespitzt. Endoperidie sitzend)
---> G. corollinum; Exoperidie hygrometrisch
---> G. triplex; Exoperidie nicht hygrometrisch; Oft recht groß werdende Art, –¦
---> G. lageniforme; G. saccatum
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Schlüssel [4]: H. Dörfelt (1989): Die Erdsterne
Und hier wird es etwas komplizierter:
1 Endoperidie voll entwickelt, mit präformierter Öffnung
2+ Peristom fransig-gewimpert (S. 25, Abb. 5, Fig. 5)
7+ Exoperidie nicht hygrometrisch
9+ Mycelialschicht nicht oder unvollständig als Nest (Schüssel) im Boden verbleibend, Exoperidie mehr als 4-lappig, Lappen bei Vollreife ausgebreitet, schräg nach unten gerichtet oder nach unten gerollt (invers), nicht stelzenartig (S.38, Abb. 7, Fig. 2), Endoperidie sitzend oder gestielt.
15 Endoperidie sitzend, auch am trockenem Fruchtkörper (S. 37, Abb. 6, Fig. 1)
16 Peristom gehöft (S.25, Abb. 5, Fig. 5 etc.)
Anm.: Wenn ungehöft landet man über 16+, bei 19 Geastrum triplex
18 Außenseite der Exoperidie unregelmäßig schuppig-schollig und charakteristisch radial-rissig, Mycelialschicht sich nicht von der Faserschicht lösend, geschlossener Fk apical zugespitzt oder gebuckelt.
Anm.: Die Alternative 18+ führt zu 25 G. saccatum, oder über 25+ zu 38 G. minimum bzw. G. smardae, Arten die man m.E. nach Detailbeschreibung ausschließen kann.
24 geschlossener Fk zwiebelförmig, Exoperidie ausgebreitet über 10cm im Durchmesser; Höfung der Endoperidie deutlich bis fast fehlend, –¦
---> Geastrum triplex
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Grüße
Gerd