Beiträge von KaMaMa

    Hallo Ulla,


    ich verstehe, vielen Dank! Ich weder diesen Weg bei Gelegenheit probieren.

    Ich habe noch einige leergeräumte Rocher-Schachteln (inkl. Deckel) herumliegen, die wahrscheinlich nicht so schnell trocknen wie mein derzeitiger Ausbau mit dem (halb)offenen System. Ich habe die Wärme des Sommers unterschätzt und muss fast täglich Wasser zugeben. Mit einem dicht schließenden Deckel sollte der Feuchtegehalt leichter aufrecht zu halten sein.


    Ich habe inzwischen einige Artikel hier im Schleimpilzforum entdeckt, die das Thema behandeln - interessant!


    Falls doch noch was bei dem Versuch herauskommt, informiere ich gerne wieder.


    LG, Martin

    Nachklapp:


    Ich habe papieriges, weißfaules Holz gefunden. Ich hoffe, auch braunfaule Zweige gefunden zu haben. Was bevorzugt denn der Tubifera ferruginosa wohl?


    LG Martin

    Hallo Ulla,


    hier ein paar Aufnahmen von heute morgen:



    Es ist nicht so, dass nichts passieren würde, die Sporen scheinen sich "aufgelöst" zu haben. Um sie herum wirkt die Struktur anders.


    Dein Ratschlag, dass das Pilzlein morsches Holz bevorzugt, ist natürlich Gold wert.

    Im Garten liegt genug davon unter den Hecken.


    Ich mache mir nur Sorgen, dass dem Geruch nach irgendwelche Hefen die Oberhand gewonnen haben, und meinem Gast das Leben schwer machen...


    Sollte ich den Versuch neu aufsetzen müssen, werde ich deine Ratschläge von Anfang an befolgen.


    LG, Martin


    P.S.: die Zweige habe ich erst gestern eingesetzt, um die "ökologische Bandbreite" zu erweitern. ;)

    Hm, mittlerweile sind fast 2 Wochen vergangen: Die Brötchenteile sehen eher wie die orangene Rinde von französischer Munster aus und riechen mittlerweile auch ziemlich ähnlich.

    Hallo,


    bezüglich der unbestimmten Flechte in Bild 4 habe ich mittlerweile unter (Lichens marins) folgende Flechte (Physcia biazina) gefunden, deren Eigenschaften mit denjenigen der beobachteten Flechte m.E. sehr gut übereinstimmen: insb. breitere Lappen als P. aipolia, leicht überlappend, bereifter Thallus (nicht fleckig) und weiß bereifte, verformte Apothecien. Besagte Physcia biziana sieht der in Bild 4 nicht nur sehr gleich, ich finde auch die dortige Beschreibung passt sehr gut zu der gesuchten Flechte.


    Bild von einer P. biziana von Jacques Haine auf Lichens marins


    Insbesondere wird auf der französischen Seite folgendes erwähnt:


    ... upper surface pruinose, dull whitish when dry, greenish when moist (or turning green when sprayed with water - rather specific trait. Apothecia usually numerous, more or less clustered towards the center, cup-shaped, sessile, 1-1.25 mm diam., disc concave to flat, pruinose to powdery, grey, grey-brown, grey-blue, grey-purple, exciple concolourous, smooth to convoluted ...

    Tatsächlich färbt sich die Flechte intensiv blau-grün, wenn mit Wasser benetzt, was als spezifisches Merkmal angegen wird - während die Physcia cf. aipolia 5 cm weiter am gleichen Baumstamm sich bei gleicher Behandlung nur leicht grünlich verfärbt (ohne Bild):

    Flechte aus Bild 4 mit Wasser besprengt


    Vielleicht also handelt es sich um eine der wärme-liebenden, aber seltenen P. biazina? Das mittlere Neckartal hier ist ein sehr wärmebegünstigtes Wein-Anbaugebiet.



    Auch zu der Flechte aus Bild 5 hätte ich mittlerweile den Verdacht, es könnte sich vielleicht um Hypogynmia farinacea ("mehlige Blasenflechte") handeln (Vgl. Lichens marins). Hierzu würde auch das Fehlen der Apothecien passen.


    Hat jemand eine Meinung hierzu? Jeder Kommentar ist mir willkommen.


    Liebe Grüße, Martin

    Vor drei Tagen hatte ich meine Proben mitgenommen und im Flaschengarten ausgebrütet. Mittlerweile haben sie sich deutlich verändert:


    Die erste Probe entstammte dem frischen, gelb-orangenen Stadium aus Bild 1 oben. Man erkennt, dass der Schleimpilz in den vergangenen drei Tagen deutlich gereift ist und etwa das brau-violette Stadium erreicht hat, in welchem sich die großen halbkugelförmigen Aggregate auf dem dritten Bild befanden.

    Aufgrund des hohen anfänglichen Feuchtigkeitsgehaltes des Schleimpilzes haben sich diverse Schimmelpilze in der feucht-warmen Atmosphäre des Flaschengartens über ihn hergemacht. Ich finde es interessant zu sehen, wie viele unterschiedliche Strukturen / Arten sich auf ihm befinden und wohl von ihm zehren. Eigenartig finde ich das grüne Plättchen unten rechte im Schatten. Was könnte das sein?


    Ich hatte vor drei Tagen auch die untere der beiden violetten Halbkugeln gepflückt und mitgenommen, um sie im Flaschengarten zu beherbergen. Das hat ihr nicht geschadet: Mittlerweile sondert sie samtbraune Sporen ab, besonders stark an der Schneckenfraßspur.


    Die Schimmelpilze hatten mit dieser trockeneren Probe weniger leichtes Spiel. Neben ein paar grünen Pünktchen (Schimmel?) spriest ein Laubmoos zu meiner Überraschung aus der Mitte. Daneben befindet sich das gleiche kleine grüne Plättchen wie auf Probe 1. Nachdem sich ein Laubmoos hier wohlfühlt, handelt es sich vielleicht um ein junges Lebermoos?


    Jetzt will ich versuchen, ob ich den Schleimpilz aus den Sporen hochpeppeln kann, und irgendwann ein Plasmodium beobachten kann - wie lange wird das dauern?

    Bisschen altes Brötchen (Haferflocken wären bestimmt besser) mit Wasser durchfeuchtet, in eine Kunststoffbox - in der Mikrowelle kurz hochgekocht, um zumindest einen Teil der Fremdsporen abzutöten. Dann, nach dem Abkühlen, etwas Schleimpilzsporen aufs Brötchen und Deckel drauf. Das Belüftungsloch im Deckel wird mit einem sauberen Stück Papier abgedeckt - mal schaun, was die nächsten Tage noch passiert. Ich will jedenfalls sicherstellen, dass sich immer eine kleine Wasserpfütze in der entlegenen Ecke der Box befindet und was zu fressen in der anderen...



    So, jetzt steht die Box in der Zimmerecke auf meinem Computer, neben dem Fenster - nicht zu hell, nicht zu dunkel, nicht zu trocken, eher nass, wie im schattigen Wald.

    Ob das so klappen kann? Vielleicht kann jemand einen Tipp geben, was ich bei meinem Zuchtversuch beachten muss.

    Wenns nicht klappt, ich habe noch Unmengen an Sporen vorrätig! Drückt bitte den Jungs und Mädels auf dem Brötchen die Daumen! Ich bin sehr gespannt - ich habe so etwas noch nie probiert.


    Viele Grüße, Martin

    Hallo,


    ich habe diese Woche im Pfahlhöfer Wald (Mischwald, Buche, Eiche, Ahorn, ...) an Totholz drei Schleimpilze an zwei nur ca. 10m von voneinader entfernten liegenden Baumstämmen gefunden, von denen annehme, dass sie vielleicht zum gleichen Art in unterschiedlichen Entwicklungsstadien gehören.


    Am ersten, liegenden Baumstamm fand sich in einer Aussplitterung ein Lager aus frischem, noch klebrig-feuchtem Pilz, an dem sich eine kleine silber-grüne Milbe gütlich tat.


    Einen Baumstamm weiter saßen mehrere ähnliche, dunkler gefärbte Aggregate beisammen. Die größeren, grau-violetten Halbkugeln zeigen deutliche Fraß- und Schleimspuren von Schnecken, an dem orange-roten Klumpen zeigt sich eine Assel sehr interessiert.


    Könnte es es ein, dass die unterschiedlich gefärbten Klumpen der gleiche Pilz in unterschiedlichen Entwicklungsaltern sind?

    Ich habe zwei Proben mit nachhause genommen, ehe sie in freier Wildbahn völlig aufgefressen werden. Mal schaun, ob ich sie in meinem Flaschengarten zur Reife bringen kann. Ich hoffe sie schimmeln mir dort nicht weg... <XWäre schade!


    PS: Ich habe eben einen älteren, tollen Eintrag hier im Forum mit dem Titel "Ein oranger Schleimpilz und seine Entwicklung -> Tubifera ferruginosa" von Lothar "Graubart" gefunden, dessen Bilder mich äußerst stark an die drei Varianten des Pilzleins hier erinnern. Ich denke, es sind die gleichen Schleimpilze!


    LG, Martin

    So:

    von der Flechte aus Bild 4 habe ich zwei weitere, etwas stärker vergrößernde Aufnahmen gefunden.

    Zuerst nochmal die Flechte selbst in der Totalen, da das Bild oben fehlt:

    Bild 4a


    .. und die beiden etwas stärker vergrößernde Detailbilder der gleichen Flechte:

    Bild 4b

    Bild 4c


    Die Physconien hatte ich deshalb nicht auf dem Schirm, da diese Flechtengruppe, doch typischerweise recht fleckig breift sein sollte. Das sollte insbesondere an den Lappenenden, also am Flechtenrand gut erkennbar sein. Für meinen Geschmack scheint der Thallus auch für eine Physconia sehr kompakt zu sein, die Physconien sind doch meist recht feingliedrig gelappt.


    Beipiel für den Lappenrand einer Physconia mit typischer fleckiger Bereifung, wie ich sie mir eingentlich vorstellen würde:


    Die Aufnahmen 4bc sind (zumindest bereichsweise) nicht so scharf, wie gewollt. Dennoch denke ich, dass die fleckige Bereifung auch bei dieser Bildqualität sichtbar sein sollte. Ich sehe leider nix. Helfen dir diese Aufnahmen weiter?

    Hallo liebe Flechten-Gemeinde,


    eine sehr wichtige, weil weitverbreitete Gruppe rindenbewohnender Flechten stellen die grauen Schwielenflechten (Physcia/Phaeophyscia/Physconia) dar, die sich in sehr großer Dichte auf Stämmen und Ästen der Bäume ringsum bei mir zuhause tummeln. Auf graue Physcien mit Apothecien stoße ich relativ selten, weshalb ich mich immer über sie freue.


    Nach Wirth/Hauck/Schultz ("Die Flechten Deutschlands") dominieren unter den Physcien die sehr häufigen Arten P.tenella (Apothecien mäßig häufig) und P.adscendens (Apothecien ziemlich selten), gefolgt von den Arten P.aipolia und P.stellaris (beide normalerweise mit Apothecien). Die anderen Sorten seien wohl ziemlich selten. Es heißt dort auch, dass aufgrund von Eutrophisierungstendenzen die sehr häufigen, eigentlich auf Stein beheimateten Arten P.caesia (Apothecien eher selten) und P.dubia (Apothecien häufig) immer öfter auf Bäumen zu finden seien. Ich finde die letztgenennten Arten sehr häufig auf Stein, an Bäumen habe ich sie noch nicht erkannt.

    Aufgrund der Häufigkeitsangaben des Auftretens der Flechten einerseits, der Häufigkeit der Ausbildung von Fruchtkörpern andererseits, sollten die meisten der von mir beobachteten Physcien mit Apothecien also entweder P.aipola oder P.stellaris sein. P.aipolia gilt lt. Bestimmungsbuch als seltener als P.stellaris - das gilt auch für den Bereich mittleren Neckar nach dem Verbreitungsatlas "Flechten Baden-Württembergs" von 1987. Doch ich kann bisher leider P.stellaris keiner der von mir fotografierten grauen Schwielenflechten zuordnen! Deshalb würde ich gerne einige meiner Schwielenflechten-Aufnahmen hier zeigen und zur Diskussion stellen, ob ich die Flechten richtig anspreche - ich beschäftige mich noch nicht lange mit dem Thema und bin kein Biologe.


    Auf dem Ast in Bild 1, zwischen dem, was ich ziemlich sicher für P.adscendes halte, sitzt in der Astgabel eine andere graue Flechte. Sie besitzt dunkle, bereifte Apothecien - eine P.aipolia oder P.stellaris? Die Läppchen liegen, wie gefordert, dicht am Ast an (keine P.tenella, P.adscendens). Besitzt sie weiße Flecken auf dem Thallus zur Unterscheidung zu P.stellaris? Ich habe die Flechte mitgenommen und zuhause angefeuchtet unter der Stereolupe kontrolliert, um eventuell vorhandene weißen Flecken auf der Rinde zu finden. Ich denke, sie sind in Bild 2 zu erkennen. Ich wüsste nicht, was sonst mit weißen/hellen Flecken gemeint sein könnte. Ferner finde ich, dass die lockere Anordnung der Randlappen besser zu P.aipolia als zu P.stellaris passt.

    Bild1

    Bild 2


    Die zentralen Flechten in Bild 3 würde ich für ebenfalls für P.aipolia (hier umgeben von kleineren P.tenella-Individuen) halten, da P.tenella ja normalerweise keine Apothecien besitzt - oder ist das hier eine Ausnahme? Ich sehe jedenfalls nirgends Lippensorale, auch wenn die Rhizinien oben rechts im Bild deutlich unter den Randläppchen tenella-artig hervorlugen. Ich finde, die Flechten sehen derjenigen in Bild 1 gleich - also wieder P.aipolia?

    Bild 3


    Anders sieht die Flechte in Bild 4 aus. Die Apothecien der Flechte in Bild 4 (am Baumstamm wachsend) sind vollständig weiß bereift, die Randlappen überlappen sich gegenseitig, der Thallus ist im Zentrum sehr stark "gekräuselt". Ich vermute, es handelt sich definitiv um eine andere Flechte als in den vorherigen Aufnahmen, also nicht um P.aipolia. P.stellaris besitzt m.W. aber eher unbereifte Apothecien und scheidet somit vermutlich aus, obwohl die dichte Anordnung der Lappen zu P.stellaris passen könnte... Nun?

    Bild 4


    Eine sehr ähnliche, gekräuselte Thallusstruktur, wie in Bild 4, habe ich bisher nur ein weiteres Mal beobachtet (Bild 5). Die Flechte am Baumstamm in Bild 5 besitzt allerdings lediglich eine, ganz winzige Apothecie (roter Pfeil):

    Bild 5


    Recht ähnlich wirkt auch die Flechte, die sich in Bild 6 an einen Ast klammert. Sie weist stark bereifte Apothecien und dicht anliegende Randlappen auf:


    In Bild 7 nun meine ich, wegen der helmartigen Lappenenden, eine P.adscendens zu sehen, die ausnahmsweise Apothecien ausgebildet hat. Die aufsteigenden, helmartigen Lappenenden sprechen m.E. hierfür:

    Bild 7


    Eine weitere graue, physcienartige Flechte, die in großer Anzahl flächig einen Stamm bewuchs, und eine wirklich hohe Dichte von Apothecien aufwies, ist in Bild 8 gezeigt. Die Flechte weist zudem viele flächenständige - aber nicht kugelförmige - Sorale auf, sodass ich hier geneigt bin, in dieser Flechte keine Physcia (caesia/dubia), sondern eher eine Phaeophyscia (orbicularis) zu erkennen.

    Bild 8


    Die Aufnahmen wurden durchweg an mehr oder minder einzel wachsenden, bzw. locker gruppierten Laubbäumen gemacht. Ich erinnere mich hauptsächlich an Ahornbäume (außer Bild 1, eventuell an Kirschpflaume).

    Da ich keine Chemikalien besitze, komme ich mit den Bestimmungsschlüsseln nicht wirklich weiter.


    Die angeblich relativ häufige P.stellaris habe ich also noch nicht gefunden, oder doch?


    Ich neige zu folgender Zuordnung:

    Bild 1-3 Physcia aipolia

    Bild 4-6 mir völlig obskur (oder doch P.stellaris??)

    Bild 7 Physcia adscendens

    Bild 8 Phaeophyscia orbicularis


    Was meint ihr dazu?


    LG Martin

    Vielen Dank Peter,


    die Antwort klingt für mich sehr plausibel! Dann sind wohl doch Insekten die Urheber!


    Die Tatsachen, dass manche Schmetterling ihr Gelege an den Untergrund farblich anpassen können, ist spannend und neu für mich. Könntest du eventuell eine/die Schmetterlingsgattung nennen, die solches tut - dann könnte ich ein bissle weiter recherchieren.


    Vielen Dank auch für die Korrektur der Flechtengattung. Das ist gar nicht so einfach, wie man zuerst denkt, und man braucht jede Menge Erfahrung, alleine schon zur Gattungs-Einordnung! Ohje - da viel zu lernen ich noch habe... :gomg:


    LG Martin

    Danke für eure Antworten!


    Bernd, den Vergleich mit der isidösen Pretussaria corallina verstehe ich leider nicht. Ich kann - gerade bei dieser Pertusarie - keinerlei ähnliche Strukturen erkennen.


    Normalerweise sind die Apothecien, wie bei Pertusaria pustulata, doch eher in unterschiedlichen Größen statistisch über den Thallus verteilt, nicht in gleicher Größe und in dichtester Packung angeordnet. Ich habe auf eurer dreier Anregung hin meine alten Aufnahmen durchforstet und stelle fest, dass ich in mindestens zwei anderen Bildern (am gleichen Tag am Standort des ersten Bildes aufgenommen) ähnliche Strukturen, aber nicht so streng angeodnet, finden kann!

    Wahrscheinlich hatte ich Gespenster gesehen, weil die Apothecien so symmetrisch angeordnet waren.


    Ihr habt bestimmt recht mit eurer Annahme, dass es sich einfach um Apothecien, wenn auch ungewöhnlich angeordnete, handelt.


    LG, Martin

    Hallo Ulla,

    vielen Dank fur deine Antwort.

    Ich habe schon jede Menge Flechtenbilder im Internet und in Büchern gesichtet, aber diese Strukturen leider noch nicht entdeckt. Kannst du mir vielleicht ein Beispiel nennen, wo du das gesehen haben könntest, oder wonach du gegoogelt hast?

    VG Martin

    Hallo liebe Pilzler und Flechtler,


    ich möchte heute eine Beobachtung schildern, die ich nicht einordnen kann. Vielleicht kann jemand hier beitragen, die Sache aufzuklären...


    Vor einiger Zeit (Anfang März) habe ich am Stamm eines Laubbaums eine weiße Krustenflechte (Pertusaria spec ?) mit wabenartigen Strukturen im Zentrum aufgenommen. Die Flechte wuchs in relativ großer Höhe, deshalb ist der Bildausschnitt leider nur schwach vergrößert und schräg von unten aufgenommen. Aber ich denke, man erkennt die kleinen, regelmäßigen Waben:

    Naja, da hat die Flechte vielleicht irgendwelche Hinterlassenschaften von einem Insekt überwachsen, dachte ich.


    Heute sehe ich Folgendes an einem weiteren Baumstamm: Die gleiche Flechte mit den gleichen wabenartig angeordneten Strukturen, gerade so, als ob sie zur Flechte gehörten:


    Sollten diese wabenartigen Strukturen Fruchtkörper der Flechte sein?

    Legen gewisse Insekten so ihre Eier bevorzugt auf dieser Art Flechte ab?

    Um was mag es sich hier handeln?

    Hat jemand hier so etwas schon einmal gesehen und kann mir bitte hierzu etwas sagen?

    Hallo Ulla,

    vielen Dank für die interessante Erläuterung.

    Hier kann man einiges lernen!


    Wenn ich vielleicht noch fragen darf: was hat es denn mit den Pilzchips "100 - 10..." unter Iamproderma auf sich?


    Viele Grüße nach Merseburg,

    Martin

    Das ist sehr interessant, vielen Dank Ulla!


    Das Thema finde ich faszinierend.

    Kommt es öfters vor, dass mehrere Schleimpilze so dicht benachbart auf dem gleichen Substrat vorkommen? Ist so etwas wahrscheinlich?

    Wenn ich jetzt die Bilder nochmal ansehe: Es stimmt natürlich, die Sporenkapsen in Bild 4 - geschlossene und aufgeplatzte - hängen an Stielchen, während auf den Bildern 2+3 - hauptsächlich geschlossene, aber auch einige geöffnete - eher auf dem Substrat aufzusitzen scheinen... :grolleyes: Das könnte für unterschiedliche Arten sprechen, wenn ich recht verstehe.


    Bei Flechten würde mich so etwas gar nicht wundern, die wachsen wild gemischt neben-, durch-, und übereinander. Ist das bei Schleimpilzen wohl auch so?

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    heute habe ich eine für mich interessante Beobachtung gemacht: An einer alten, geschundenen Kirschpflaume in einem Pflanzkübel entdeckte ich in Borkenrissen die Fruchtkörper meines ersten Schleimpilzes, den ich hierbei beobachte. Wenn man das Bild genau ansieht, entdeckt man im unteren Abschnitt des Stammes die Sporenkapsen in Rissen des Stammes.



    Dicht daneben sind die Sporenkapseln zum Großteil bereits geöffnet:

    Vielleicht Badhamia utricularis?

    Ein Stämmchen und ein paar Dezimeter weiter konnte man folgendes beobachten:

    Die jungen Fruchtkörper eines Baumpilzes waren zum Teil mit Gespinnsten überzogen, welche mir gar nicht als Teil des Fruchtkörpers erscheinen wollen.

    Da ich bisher kein Detailwissen über Schleimpilze habe, frage ich mich, ob dieser Überzug vielleicht mit der Anwesenheit des Schleimpilzes am Stamm zusammenhängt.

    Ich meine zwar, dass der Schleimpilz im Stadium des Plasmodiums bestimmt anders aussehen sollte, aber gibt es vielleicht ein anders Stadium, in welchem er so erscheinen kann - oder hat das Gespinnst gar nichts mit dem Schleimer zu tun?


    Was meinen denn die Sachkundigen dazu?

    Vielleicht möchte jemand freundlicherweise seine Meinung dazu teilen.


    Viele Grüße, Martin

    Liebe Pilzler,


    auf Fotos, die ich vorzugsweise auf der Jagd nach Flechten mache (im Raum mittlerer Neckar in Baden-Württemberg), taucht immer wieder ein rot bis rotbraunes, locker-pulvrig wirkendes Objekt auf, das ich nicht einordnen kann.
    Mal findet man es als "Beifang" auf allem Möglichem im gleichen Bild (z.B. 8398 verm. Pappelrinde und Flechten):


    dann flächig auf dieser Flechte, die auf dem Kunststoff eines Schaltschrankes gedeiht:


    dann (auf dem gleichen Schaltschrank) verteilt über die Thalli verschiedster Flechten:


    mal flächig, auf einer rindenfreien Stelle eines alten Apfelbaums (links im Bild), und in Spuren auf den Überresten der Schwielenflechte (rechts im Bild):


    oder als fast geschlossener "Rasen" auf der Sandsteinmauer eines Weinbergs:


    Ich bin mir nicht sicher, ob auf allen Bildern das gleiche "Objekt" zu sehen ist, aber ich hege diesen Verdacht.

    Ich weiß, die Auflösung der Aufnahmen ist nicht optimal. Ich hoffe, sie genügen jedoch, eine Idee zu vermitteln, worum es mir geht.


    Hat jemand hier einen Tipp, worum es sich handeln könnte? Handelt es sich vielleicht um einen flechten-schmarotzenden Pilz?

    Bei meiner Recherche in Richtung Flechte komme jedenfalls ich nicht weiter...


    Vielen Dank für eure Anregungen!

    Könnte es sich möglicherweise bei den Flechten auf den Bildern 1+2 um eine Rhizocarpon, ev. gar eine Rhizocarpon petraeum, handeln?

    Die konzentrischen Kreise mit den weiß umrandeten, eckigen, schwarzen, nicht erhabenen Apothecien finde ich doch sehr auffällig.

    Stein als Substrat, grau-weißer, areolierter Thallus, wurde hier im Gebiet Ne (Neckar) gemeldet (Flechten Deutschlands, Wirth).

    Gilt zwar als selten, passt aber meiner Meinung nach ganz gut zu den Beschreibungen in den Bestimmungsbücher und zu Abbildungen im WWW (Rhizocarpon petraeum (images of British lichens)).


    Kann jemand etwas dazu sagen; könnte das eventuell hinkommen? :gkopfkratz:

    Ergänzung:

    Könnte es sich bei den grauen Kügelchen (3.Bild) vielleicht um eine Synalissa handeln? Die gelten aber in Baden-Württemberg als sehr selten, wurden aber bereits am Neckar gesichtet.

    Zitat aus Flechten Baden-Württembergs: " ..kleine schwärzliche Gallertflechten .. mit einzelligen Blaualgen. Die Apothecien sind an den Spitzen der Lageräste eingesenkt und zunächst nur punktartig .. von einem Lagerrand umgeben." und ".. wächst auf schwach sickerfeuchten, rasch austrocknenden Flächen und in Spalten von Kalkgesteinen in Süd- und Mitteleuropa..."

    Das könnte doch vielleicht passen? Die maulbeerartig angeordneten Apothecien wirken zwar eher günlich als schwarz. Aber falls es sich um ein angefeuchtetes Exemplar handelt, könnten doch die Cyanos durchschimmern, oder? Die letzten Tage waren eher regnerisch und feucht - also Flechten-Wohlfühl-Wetter. :rain:

    Beim Substrat handelt es sich um Kalkstein, das beweisen ja die eingesenkten Apothecien der Verrucarien außen herum.


    Was meint ihr?