Beiträge von KaMaMa

    Hallo Stefan und Emil,


    vielen Dank für eure Antworten!

    Am sehr fasrigen Stiel entdecke ich keine Zystiden (das spricht gegen C. micaceus).


    Laut Schlüssel gilt:

    - beide vorgeschlagenen Sektionen haben mitriforme Sporen, d.h. die gezeigten Sporen sind tatsächlich mitriform!

    - beide Sektionen haben keine Pileozystiden (hatte ich zwar anders gesehen, bin aber trotzdem richtig in Teil 2.1 abgebogen - doppelt falsch wird richtig, hihi)

    - Die Lamellen welken im reifen Stadium, zerfließen nicht. Passt - hatte ich aber anders erwartet.

    - Pleurocystiden (Bilder 6,7,11-13) sind vorhanden:

    Blick von Hutoberseite (Huthaut abgezogen) auf Lamellenwände mit Pleurozystiden



    Da ich keine Caulozystiden finde, lande ich im Schlüssel über {Teil 2.1: 1*-7* (Pl.zy. vorh.) - 8* (Cau.zy. fehl.) - 11 (Sp.mitrif.) } bei Coprinellus saccharinus.

    Coprinellus micareaus ist aber weitaus häufiger, Caulozystiden nicht zu sehen, heißt noch nicht, dass sie nicht da sind oder waren.

    Ic hverbuche den Fund also wie ursprünich vermutet unter C. micareus.

    Ich habe mich durch den Versuch durch Schlüsseln zu bestätigen, in die Irre führen lassen.


    Ich lerne:

    Sporen sind mitriform


    Hier also keine Pileozystide (vgl. Bild 16), sondern irgend etwas anderes


    Ich hoffe, beim nächsten Pilz der Gattungsgruppe wird's besser klappen!


    LG und nochmals danke euch beiden,

    Martin

    Hallo Pilzfreunde!


    Zur Zeit ist pilzlich leider recht wenig geboten.

    Beim letzten Spaziergang war außer einem Bovisten nur ein Einzelfruchtkörper eines coprinoiden Pilzes zu finden, den ich mir genauer anschauen wollte.

    Ich dachte, die Bestimmung wäre nicht allzu schwierig - aber das Thema ist weit komplexer, als ich gedacht.


    Von der Funstelle habe ich kein Foto gemacht.

    Der FK wuchs als Einzelfruchtkörper auf dem Boden am Fuße eines alten Baumstumpfes.

    Das Mycel mag durchaus von den Wurzeln zehren - oder eben nicht.

    Der Pilzstiel saß jedenfalls nicht auf Holz auf, ich konnte ihn mit dem Messer aus der Erde hebeln.

    Bild 1 Fundsituation unterhalb Laubholzstubben im Eichenwald


    Bild 2 Hut ist tief gefurcht und ockefarben, der Stiel heller


    Bild 3 Der Stielspitze haftet Erde an, das Myzel ist weißlich, nicht gelb; Stiel beflockt


    Bild 4 Pilz auf Millimeterpapier: Hut 2,5cm breit, 6cm hoch; keine Violetttöne


    Bild 5 Die schwärzlich besporten Lamellen sind angeheftet; der Stiel ist 4-5mm dick, hohl.


    Bild 6 Blick auf Lamellenansatz, Lamellen mit sehr großen, ellipsoiden Pleuroystiden


    Bild 7 Blick zwischen die Lamellen mit Pleuroystiden; Lamellen sind nicht zerfließend


    Bild 8 Blick von unten an tief gefurchte/geriffelte Hutkante


    Bild 9 Sporen aus Sporenabwurf; die Sporen haben angedeutet Mitraform (vielleicht eher rhombisch?) und einen großen Keimporus (und ev. 2. kleinem Keimporus gegenüber an der Spitze?)

    Abmessungen etwa 8,0-9,5 x 5-6 x 4-5 µm


    Bild 10 Reife, glatte, dickwandige, braune Sporen aus Sporenabwurf (1000x in Wasser; Ölimmersion)


    Lamellen-Quetschpräparat:

    Bild 11 abgelöste Pleurozystide in Wasser (100x)


    Bild 12 Pleurozystide 400x in Wasser


    Bild 13 Pleurozystide 400x in Wasser


    Bild 14 Sporen unterschiedlicher Reifegrade auf Lamellenoberfläche


    Bild 15 gequetschte Huthaut mit kugelförmigen und gestreckten Zellen, gelb pigmentiert


    Bild 16 flaschenförmige Pileozystiden


    Bild 17 vermutlich gelbe Velumschuppen von der Hutoberfläche



    Eigenschaften:


    Fundplatz in Eichenwald neben Lauubbaumstubben auf Erde


    Makroskopische Merkmale

    Hut

    - Durchmesser 2,5 cm

    - Glockenform

    - Färbung weiß-ocker

    - Hut stark geriffelt/gewellt

    - Hutfleisch dünn

    Lamellen

    - Lamellen sind nicht zerfließend

    - weißlich, durch Sporenpulver schwarz verfärbt

    Sporenpulverfarbe

    - schwarz

    Stiel

    - keine Ringzone

    - weißlich

    - Durchmesser 4-5 mm

    - beflockt


    Mikroskopische Merkmale

    - Sporengröße 8,0-9,5 x 5-6 x 4-5 µm

    - Sporen braun, dickwandig, glatt

    - Sporen rhombisch / mitraförmig

    - Sporen mit Keinporus; 1,5-2,0 µm groß

    - Sporen mit großer zentraler Guttole

    - gelbe Velumreste auf Huthaut (?) = runde flache Zellen in Klumpen

    - Pleurozystiden elliptisch, um 125 x 60 µm

    - Pileozystiden flaschenförmig


    Die angehefteten Lamellen und mitraförmigen Sporen weisen zu Coprinellus, wenn ich das richtig verstehe.

    Die Fruchtkörper der Gattung Coprinellus sind ocker bis rotbraun, Pileozystiden vorhanden, Velum körnig oder flockig, ohne Haare oder Seten

    Andererseits sollen die Lamellen zerfließen, was ich nicht beobachten konnte.

    Der FK schrumpelt langsam trocknend ein.


    Ursprünglich dachte ich ganz banal an einen abgewaschenen Glimmertintling, aber der ist es sicher nicht.

    Mit dem hier im Forum verlinkten, recht komplexen Melzer-Schlüssel "Key to coprinoid species (Coprinellus, Coprinopsis, Parasola)" komme ich über

    1* "Veil and/or true pileocystidia present" zu

    3 "Pileipellis is a hymeniderm, veil and pileocystidia can be present together or one of these elements is missing" zu

    4 "Veil mainly consisting of globose or subglobose, not or only slightly encrusted cells, if strongly encrusted, pileocystidia present", unter anderem mit der Abbildung von beige-orangenen globosen Einzelzellen, zu

    Part 2.1

    1 "Pileocystidia present" zu

    2 "Pleurocystidia present" zu

    4 Auswahl zwischen pakistanischen Funden, einmal sogar mit grünlichem Hut?

    Passt nicht!


    Ich hätte wohl besser alle Zystidentypen vermessen müssen.

    Bestimmt interpretiere ich etwas im Schlüssel falsch!

    z.B.: Ist die Sporenform rhombisch oder mitraförmig (wird im Schlüssel gar nicht gefragt)?


    Hat jemand einen Tipp zum Thema?


    LG, Martin

    Hallo Sebastian,


    P. ampliata sagt mir was...

    Wenn der Hohmeyer-Schlüssel stimmt, und keine T. intricata vorliegt (ich sehe auch keine auf deinen Fotos, die paar länglichen Ballonzellen können das nicht sein) - warum soll's nicht stimmen... Aber wissen tu ich's nicht.

    Schöne Doku, finde ich!


    LG Martin

    Hallo Oehling und Thimo,


    vielen Dank für die guten Tipps!

    Ich werde versuchen, die das nächste Mal zu beherzigen.


    Das Licht habe ich immer voll aufgedreht, denn meine Okulare sind sehr dünn und deshalb recht lichtschwach.

    Wahrscheinlich brauche ich über kurz oder lang doch mal ein gutes Mikroskop.


    Ja, die Huthaut hatte ich tatsächlich kontrolliert, aber halt nicht in Kongorot angefärbt. Die Pileozystiden hatte ich fotografiert, da ich diesen Typus noch nicht gesehen hatte und tatsächlich für komische Hyphenenden hielt. Hätte ich geahnt, dass die Hyphenenden interessant sind, hätte ich natürlich mehr auf die anderen Strukturen geachtet.

    Sicher ist, tönnchenförmige und stark voneinander abgesetzte Hyphenzellen, wie im verlinkten Beitrag gezeigt werden, hatte meine Probe nicht. So etwas wäre mir bestimmt aufgefallen.


    Ich bin so frei, und lege den Fund unter R. cf. grisea ab. Ganz falsch wird das nicht sein.


    Der Tipp mit dem Deckglas auf das Sporenhäufchen ist nicht schlecht! Dann kommt es zu keinem Schattenwurf durch hochstehende Bereiche. Ich will das nächsten Mal versuchen.


    Danke euch allen für die wertvollen Tipps


    LG, Martin

    Hallo BK,


    ihn der Tat, gar nicht so einfach, wie man an der Diskussion erkennt.

    Ich bin aber schon froh, (vermutlich) in der richtigen Ecke gelandet zu sein; ist bei einem Perser nicht unbedingt zu erwarten. Ich lerne noch jeden Tag viel...


    Ich muss das nächste Mal wohl mehr auf den Aufbau der Huthaut achten.

    Täublings-Reagenzien wären sicher auch nicht verkehrt zu haben.


    (Eigentlich dachte ich, die Reagenzien schon vor einiger Zeit bestellt zu haben. Ich muss dem mal nachgehen.)


    LG, Martin

    Hallo Tonio


    deine Fotos passen gut: Filziger Thallus (Flaum auf Oberseite ist nur in trocknem Zustand gut erkennbar), isidiös an Thallusrändern (Knuddelchen) und Bruchlinien, deutliche Adern mit aufgefaserten Rhizinien auf der Unterseite.


    Aber ich würde unbedingt Ingo abwarten!


    LG, Martin

    Hallo Daniel,


    also ich sammle die Pilze bis heute nicht, zum sie zu essen. Mich interessiert rein die Bestimmung in Verbindung mit Entdeckerfreude!


    Ich habe auch schon zu oft durch die Lupe und das Mikroskop auf diesen Mikrokosmos der Waldpilze geschaut, als dass mich der Verzehr locken würde. Was da alles in den Lamellen hockt und hängt. <X

    Außer den guten Zuchtpilzen, meist der preiswerte und leckere "Champignon" und manchmal der noch bessere Shitake, esse ich bisher nur gekaufte Pilze!

    Bei den Champis ist das Teilvelum als Gütesiegel stets geschlossen!


    Ausnahme: Letztes Jahr habe ich je einmal Klapperschwarm, Ochsenzunge und Krause Glucke probiert - die sind schier nicht verwechselbar.


    Der Rest ist mir zu leicht verwechselbar, ich kann mich nicht vor der Mahlzeit stundenlang mit Bestimmungen beschäftigen. ;)

    (Vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, wenn ich mich sicher fühle. Das ist noch weit entfernt.)


    LG, Martin

    Hallo Ingo,


    danke für die interessante Info!

    Wirth beschreibt sie als extrem selten und nennt Nachweise im Raum Msn, Ard, SJu, BayAlp, ÖAlp und SAlp; also Mosan, Ardennen (beides Belgien), den schweizer Jura und den Alpenraum der DACH-Länder - also im Prinzip nichts innerhalb Deutschlands, außer den Berchtesgadener Raum.

    Von den Funden in Brandenburg und Sachsen wusste er damals scheinbar noch nix.


    LG, Martin

    Hallo Pilzgemeinde!


    Neben einigen schönen Acsos konnte ich gestern auch meine erste Russula in diesem Jahr finden.

    Es handelt sich um einen einzelnen, relativ großen Fruchtkörper, der noch großteils vom Buchenlaub verborgen war.

    Eine Schnecke war schon dran.


    Aufgrund der Eigenschaften (s.u.), würde ich den Fund unter den Heterophyllae suchen.

    Am ehesten könnte vielleicht R. grisea agg. passen, wobei bei diesen Pilzen zarte Violetttöne auftreten sollen.

    Ich sehe keine, erst nach Abziehen der Huthaut und längerem Warten.

    R. ionochlora soll Violettöne am Hutrand haben und ein kräftiger gefärbtes Sporenpulver - da fehlt mir der Vergleich.


    LG, Martin


    Bild 1 Pilz an Fundstelle: Hut schwach getrichtert, am Rand oliv-graugrün (feucht), innen orange-ocker, Übergang olivbraun


    Bild 2 Pilz von unten, Lamellen dicht, ohne Lamelletten, Verzweigungen oder Anastomosen


    Bild 3a Schneckenschaden unverfärbt, Hutrand riffelig (vgl. Bild 7)


    Bild 3b Hutrand riffelig, ohne Violettöne


    Bild 4 Fruchtkörper zerlegt - frisch noch ohne Verfärbungen / Keine Lameletten oder Anastomosen. Hut dünnfleischig, sehr brüchig

    Huthaut bis etwa zur Hälfte abziehbar. Fleisch darunter weiß (am nächsten Morgen violett verfärbt!)


    Bild 5a Sporenabwurf auf Objekträger - nicht sehr ergiebig für Abwurf übernacht / Lamellen wirken in Blickrichtung auf Lamellenkante zart orange


    Bild 5b Lamellen in der Tiefe mit angedeuteten Zwischenlamellen


    Bild 6 Spp-Farbe IIc, mittel cremefarben (?)


    Bild 7 Am nächsten Morgen: Violettfärbung unter abgezogener Huthaut, Hutrand jetzt ohne Grautöne


    Bild 8 Stielbasis mit leicht verfärbten Druckstellen (nächster Morgen)


    Bild 9 Verfärbung im Stiel-Inneren am nächsten Morgen


    Bild 10 Lamellenkante mit deutlich ornamentierten Sporen an Luft


    Bild 11 Sporen 1000x in Lugol gefärbt: Ornamenttyp A2


    Bild 12 Zystiden?


    Bild 13 Zystiden?


    Bild 14 Huthaut seltsam strukurierten mit Hyphenenden (1000x in Wasser)


    Eigenschaften:


    Fundplatz unter/zwischen Rotbuchen (mit Ahorn, Kirsche; Fichten weiter weg)


    Geruch nicht feststellbar

    Geschmack Hutrand mit Lamellen, ohne Huthaut: sehr mild (nach einiger Zeit ev. gaaanz schwach schärflich); nicht säuerlich


    Makroskopische Merkmale

    Hut

    - Durchmesser 7 cm

    - Mitte leicht vertieft

    - Färbung am Rand feucht oliv-graugrün, innen orange-ocker, Übergang olivbraun / trockener ohne Grautöne am Rand

    - Rand geriffelt

    - Hutfleisch dünn, sehr brüchig

    - Fraßstelle unverfärbt

    - Huthaut ist angefeuchtet etwas schmierig

    Lamellen

    - eng stehend (4 Lam. auf 5 mm am Hutrand)

    - spröde

    - weiß

    - unverweigt, ohne Anastomosen

    - keine Lamelletten

    - Zwischenlamellen vorhanden

    - Lamellenkante glatt

    Sporenpulverfarbe

    - mittel cremefarben (IIc)

    Stiel

    - weiß (außen & innen)

    - Basis schwach verdickt

    - Durchmesser 15 mm (hutnah) - 20 mm (Basis)

    - Inneres schiebt sich beim Durchtrennen zusammen (wie Hollundermark)

    - Druckstellen bräunlich verfärbend (?)

    Fleisch

    - weiß, fest, brüchig


    Mikroskopische Merkmale

    Sporengröße 6,5-7,5(8) x 6-6,5 µm

    Sporenornament Typ A2 - deutlich, isoliert warzig (auch an Lamellenkante in Luft deutlicherkennbar)
    Zystiden siehe Bild 12/13

    Hallo Ingo,


    vielen Dank auch von mir für die Aufklärung!

    Tatsächlich wäre P. praetextata auch mein Verdacht gewesen - nicht zuletzt auch deshalb, weil ich hier bei mir in Neckarbecken praktisch nur diese Art finden kann und sie deshalb schon öfters finden und sehen durfte.


    Übrigens bin ich beim Stöbern im Peltigera-Schlüssel noch auf P. elisabethae gestoßen, eine glatte Peltigera-Art (ohne Filz auf der Oberseite), die ebenfalls gröbere Isidien tragen kann. Von der Art hatte ich bisher nichts gehört.


    LG, Martin

    .. vielleicht auch ein Tiger-Ritterling (Tricholoma pardinum)?

    Ob da ein einziges Foto ausreicht, um den Ritterling zu bestimmen?


    Ich harre interessiert der Auflösung.


    LG, Martin

    Hallo Patrick ( nupharlutea )


    beim nochmaligen d'rübergucken, kann ich mich immer mehr mit (ehem. Caloplaca) Kuettlingeria soralifera anfreunden.

    Die Flechte hatte ich früher öfters entdeckt und anfangs für fruchtende K. teicholyta gehalten.

    Die sehr ähnliche K. soralifera hat regelmäßig diese schönen braun-orangnen Apothecien mit grauweißem Thallus- und orangenem Eigenrand.


    Die älteren Funde waren erheblich dichter mit Apothecien gepflastert und mit einem deutlichem Thallusrand gesegnet.

    Im aktuellen Fall (s.o.) ist halt der (angedeudet) gelappte Thallusrand nicht erkennbar, was die Sache unklarer macht.

    Es scheint ein kleinräumiges Mosaik mit Lecanoren (cf. dispersa o.ä.) vorzuliegen.


    Wenn der sich Thallus von Kuettlingeria soralifera schön ausbilden kann, sieht das etwa so aus:

    Bild N1a Fund von K. soralifera


    Die Apothecien sind exakt die gleichen, auch die Mikrodaten passen.

    Hätte ich mal meine Aufzeichnungen durchgesehen.

    Allerdings wurde meine Bestimmung bisher noch nie gegengecheckt.

    Bild N1b Fund von K. soralifera - Apothecien


    Bild N2 Fund von K. soralifera


    Bild N3a Fund von K. soralifera


    Bild N3b Fund von K. soralifera - Apothecien


    Ich denke, das ist alles - auf Ebene eines Arbeitstitels - die gleiche Flechte: Kuettlingeria soralifera (ehemals Caloplaca).

    Eine sehr schöne Krustenflechte, wie ich finde!


    LG, Martin

    Hallo Felli,


    Peziza obtusapiculata, echt?

    Im Hohmeyer-Schlüssel ist auf S. 185 eine Sporenzeichnung von Peziza obtusapiculata abgebildet, fehlt aber im Schlüsselteil vollständig - leider.

    Als ich die Zeichnnung gesehen hatte, dacht ich mir, dass das super passen könnte.

    Aber ich vermutete auch, es gibt bestimmt dutzende Arten mit solchen apikulaten Sporen...


    Es bleibt spannend!


    LG, Martin

    Hallo Tonio,


    Sporen helfen bei Peltigera wenig weiter, fürchte ich.

    Wichtiger wäre die Ökologie, die Unterseite des Thallus mit den Adern und den Rhizinien, eine Untersuchung der trocknen Oberseite in Hinblick auf's Tomentum.


    P. horizontalis glaube ich nicht, da diese Flechte +/- flache (d.h. ungewölbte), +/- kreisrunde, +/- horizontal ausgerichtete Apothecien besitzt (Name!).

    Isidien sind auch nicht typisch für P. horizontalis.

    Auf deinem 1.Foto sind sehr viele Isidien am Thallusrand zu erkennen sind, da bleiben nicht viele Peltigeren zur Auswahl übrig.

    Ich hätte zwar starken einen Verdacht, aber das wäre ohne weitere Befunde (Filz, Rhizinien, Adern) geraten.


    Da ich beim Versuch, Peltigera zu bestimmen, regelmäßig auf der Nase lande, bin ich sehr gespannt darauf, was z.B. Sennepilz dazu sagen wird!


    LG, Martin

    Hallo!


    Beim Sichten von Fotos ist mir eine weitere, unscheinbare Discomyceten-Art aufgefallen, die ich vor Ort gar nicht bemerkt hatte (vgl. Peziza-Arten auf Holzhäcksel).

    Die Fruchtkörper sind oliv-braun und nur 20-25mm groß, dadurch relativ unauffällig neben den großen Fruchtkörpern und leicht zu übersehen.

    Bild 1


    Bild 2


    Deshalb bin ich heute nochmal an die Stelle gefahren, um Proben zu nehmen.

    Wenn man weiß, wo sie sind, dann sind die Pilzchen sekundenschnell gefunden:

    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Bild 6


    Querschnitt unter der Lupe:

    Bild 7 Querschnitt durch FK


    Bild 8 Excipulum


    Mikroskopie:

    Bild 9 Paraphysen schwach kopfig, leicht gebogen, gelblich gefüllt, Tröpchen enthaltend (Wasser 400x)


    Bild 10 8-sporige Asci in Wasser 1000x, Sporen mit Anhängseln


    Bild 11 Asci operculat, amyloid


    Bild 12


    Bild 13 zylindrischer Ascus in Lugol


    Bild 14 Sporen mit 2 Tröpfchen inamyloid, deutlich warzig ornamentiert (links in BWB), mit cyanophilen Anhängeln


    Makroskopische Merkmale

    - Fruchtkörper-Durchmesser 20 - 25 mm, Dicke 2-3 mm

    - einzeln auftretend und in kleinen Gruppen mit 2-4 FK

    - flach (Einzel-FK) bis verbogen scheibenförmig (FK-Gruppen)

    - stiellos

    - Rand glatt

    - Außenseite etwas körnig

    - Farbe dunkelbraun, oliv-braun

    - keine Latexflüssigkeit


    Querschnitt

    Hymenium

    - oben dunkel oliv-braun, untere Hälfte deutlich heller

    - Dicke etwa 350 mm

    T. intricata zwischen Hymenium und Medulla (Hyphen i.W. parallel zu Hymenium)

    Medulla aus T. globulosa (typ. 50-60µm große Zellen)

    keine gelatinierte Bereiche erkennbar


    Mikromerkmale

    Paraphysen

    - unverweigt, schwach kopfig

    - Enden leicht gebogen

    - gelblich gefüllt

    - Tröpchen

    - Durchmesser 4µm

    - Köpfe um 8µm

    Asci

    - zylindrisch

    - Durchmesser um 13-14µm

    - operculat

    - obere Hälfte blau in Lugol (amyloid), untere Hälfte rotbraun in Lugol (dextrinoid)

    - Ascuswand amyloid, nicht nur um Operculum herum

    - 8-sporig, Sporen einreihig

    Sporen

    - elliptisch

    - 17-18 x 9-10 µm (ohne Anhängsel)

    - inamyloid

    - warzig ornamentiert

    - 2-3µm lange, dreieckige Anhängel an den Enden (apikulat?) => dadurch zitronenförmig

    - 2 größere Tröpfchen


    Nach Bresinskys Bestimmungsbuch komme ich mit diesen Daten schnell zu den Pezizaceae.

    Dort lande ich beim Punkt ornamentierte Sporen mit Anhängeln im Nirvana, der Schlüssel wird im Buch an dieser Stelle nicht weitergeführt.


    Der Hohmeyer-Schlüssel, den ich gefunden hatte, lässt leider auch genau diese Pilze aus und verweist im Punkt 10a auf Häffner S.173ff:

    " "

    Im zugehörigen Literaturverzeichnis geht's bei Häffner erst ab S.189 (?!) los:

    " "

    Den Häffner-(Teil)schlüssel kann ich nicht zuordnen und habe ihn vergebens gesucht.

    Kann jemand helfen?

    Ist der Schlüssel irgendwo zu finden, suche ich falsch?

    Das Thema ist sehr spannend und ich würde gerne etwas weiter schlüsseln - ansonsten muss ich hier wohl abbrechen. ==Gnolm6


    LG, Martin

    Hallo Sebastian,


    danke, dass du dich mit meinem etwas wirren Beitrag befasst hast.

    Ich hatte tatsächlich zuerst gemeint, es könne alles der gleiche Pilz sein, bis ich den Schlüssel von Hohmeyer entdeckt habe.

    Nach einer mehr oder minder kurzen Überlegung, ob ich für jeden Pilz nochmals einen Thread aufmache, habe ich mich dagegen entschieden.

    Das mag falsch gewesen sein - übersichtlich ist natürlich etwas anderes.


    Auf jeden Fall habe ich einiges gelernt, vor allem, wie man es besser macht und bei Peziza vorgehen muss.

    Das nächste Mal klappt es bestimmt (hoffentlich!) besser.


    Die Paraphsysen habe ich tatsächlich vergessen einzustellen, sie sind auch wenig spektakulär - keine Pimente, keine ausgeprägten Köpfe, Septen o.ä.

    Die Fotos sind auch nicht besonders geworden:

    Bild P1 Paraphysen von Peziza arvernensis (heller Typ A im Startbeitrag) in Wasser


    Bei P. cf. ampliata musste ich die Paraphysen suchen, es waren nur sehr wenige zu finden.

    Nach dem Färben der Sporen in BWB habe ich dann erst ein Foto gemacht.

    Leider ist ds Hymenium mit irgendeinem cyanophilen Schlunz umgeben, der auch die Paraphysen verunziert.

    Bild P2 Paraphysen von Peziza ampliata (Dunklerer Typ B im Startbeitrag) mit etwas BWB


    Ich war tags darauf nochmal vor Ort:

    Die helle Peziza arvernensis wachst an vielen Stellen im (Buchen-)Laub im Wald, aber nicht in so hoher Dichte wie auf den Sägeabfallhaufen neben dem Waldweg.

    Die dunklere Peziza cf. ampliata habe ich an anderer Stelle nicht entdeckt.


    Ich muss schon sagen, wenn man Flechten gewohnt ist, staunt man nicht schlecht über derartig große Apothecien-Klopper!

    Es gibt viel zu entdecken!


    Übrigens, sehr schöne Aufnahmen von der P. megalochondra hast du da gemacht, toll!

    Interessanterweise ist bei den Asci, die du zeigst, nicht nur ein Ring ums Operculum amyloid, die ganze obere Ascuswand schein blau gefärbt zu sein.

    Die dextrinoiden unteren Hälften der Asci sind mir bei meinen Exemplaren auch aufgefallen.

    Das ergibt einen starken Farbkontrast zur amyloiden Spitze.


    LG, Martin

    Hi, ich bin's nochmal.


    Es scheinen tatsächlich zweierlei Peziza-Arten vorzuliegen.


    Der Sporenabwurf beim hellen Typ A hat geklappt, wenn auch nicht sehr ergiebig, aber ausreichend für eine genauere Untersuchung.

    1) Die Sporen sind feinwarzig ornamentiert

    2) Sporengröße liegt bei 14-17,5 x 7-9 µm²

    3) 2 Öltropfen sind vorhanden!


    Bild N0 Fundplatz von Peziza-Probe "Typ A", der Fruchtkörper hatte einen angedeuteten kurzen Stiel im Substrat, zwischen Buchenblättern


    Bild N1 Sporen von Fruchtkörper Typ A sind feinwarzig und besitzen oft zwei Öltropfen (teilweise in BWB gefärbt)


    Bild N2 Außenseite weiß feinfilzig


    Übernacht sind die Fruchtkörper etwas getrocknet und der Pilz, oder das, was noch davon übrig ist (den größten Teil habe ich im Garten verteilt), ist an der Außenseite glatt und weiß durch sehr einen feinen Filz.


    Damit komme ich beim Schlüsseln nach Hohmeyer bei Peziza arvernensis (Buchenwald-Becherling) heraus.

    Das sollte stimmen!



    Der zweite, dunklere Fruchtkörper hat mehr Sporen gebildet.

    Bei der Bestimmung bin ich mir aber nicht so sicher.

    1) Sporen sind unornamentiert

    2) Die Sporen sind tatsächlich deutlich größer, ihre Abmessungen liegen bei 17-20 x 10-13 µm².

    3) keine Öltropfen gesehen (nur 1x, könnte aber auch Fremdspore von der anderen Peziza-Probe sein!).


    Bild N3 Fundsituation des kleineren, braunen Fruchtkörpers auf Sägespähnen und Buchenlaub, ohne Stiel aber mit ausgefranstem Becherrand


    Bild N4 Sporen von brauner Peziza (Typ B) sind nicht mit Warzen ornamentiert und ohne Öltropfen (links unten in BWB gefärbt)


    Die Außenseite ist grobfilzig, nicht weiß, eher hell bräunlich mit etwas schollig wirkender Struktur.

    Bild N5 Lupnbild der Außenseite von Peziza Typ B


    Da die Paraphysen einfach und ohne Pigmente sind, schlüssle ich via Hohmeyer zu Peziza ampilata (Vielgestaltiger Becherling).

    Könnte das hinkommen?


    Laut Pilzflora Ehingen wurden beide Arten auf Holzhäcksel gefunden.


    LG, Martin

    Hallo,


    heute konnte ich auf letztjährigen Sägeabfällen bis zu handgroße Pezizen finden.

    Es waren einige Duzend Fruchtkörper über nur wenige Quaratmeter verteilt.

    Da das meine ersten Peziza-Funde sind und da die Fruchtkörper mich sehr beeindruckt haben, möchte ich den Fund hier zeigen und hoffe auf Bestimmungshilfe.


    Zum Fund:

    Keine 20 m neben dem Wanderparkplatz befindet sich seit letztem Jahr ein verteilter Haufen mit Sägeschnipseln und Sägemehl.

    Heute lassen sich darauf braune bis beige Fruchtkörper finden.

    Die Außenseite ist mal filzig, mal etwas glatter.

    Der Becherrand ist mal glatt, mal geriffelt.

    Ich habe natürlich nicht alle FK ausgebuddelt, sondern nur 2 (einmal hell, einmal braun).

    Womöglich sind zwei Arten vermischt: eine hellere, größere (bis 12 cm Durchmesser!) mit eher wachsiger Außenseite und glattem Becherrand sowie einem kurzem Stiel, und eine etwas dunklere Art mit filzigem Äußerem, geriffeltem Rand ohne erkennbarem Stiel.

    Oder es ist alles dasselbe nur unterschiedlich reif?


    Bild 1 Heller Fruchtkörper Typ A mit Stiel


    Bild 2 Gruppe Typ A


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5 Dunklerer Fruchtkörper mit wellig-geriffeltem Rand (Typ B?)


    Bild 6 Brauner Typ B


    Bild 7 Zwei sehr große, helle Fruchtkörper (Typ A), der rechte FK hatte gu 12 cm Ausdehnung


    Bild 8


    Bild 9 Brauer Typ B, außen weiß filzig


    Bild 10 heller Typ A mit kleiiger Außenseite


    Die Asci beider FK-Typen sind an der Spitze amyloid und besitzen Haken.

    Die Sporen sind ellipsoid, ohne in BWB erkennbares Ornament.

    Der große, helle FK liefert kaum freie Sporen. Ich messe an den wenigen freuen Spiren 15-16 x 8-9 µm (verm. unreif). Keine Öltropfen.

    Der kleinere braune FK liefert hingegen viele freie Sporen, die etwas größer sind, um 17-20 x 9-12 µm. Zwei Sporen des braunen FKs zeigen deutlich zwei Tropfen, der Rest nicht.

    Die Medulla besteht - bei beiden Typen - aus sehr großen blasigen Zellen, die bis 100 oder fast 200mm groß werden.

    Unterhalb der Medulla soll man auf eine Textura intricata prüfen, parallel zum Hymenium ausgerichtete Hyphen - solche Hyphen kann ich in beiden Fällen nicht finden.


    Bild 11 Ascus in Lugol von hellem Typ A, Sporen ohne erkennbares Ornament 15-16 x 8-9 µm, tw. unreif in Ascus gemessen


    Bild 12 Hymenium und Medulla bei dem hellen Typ A, Asci um 250µm lang, blasige Zellen bis deutlich > 100µm


    Bild 13 Medulla und Außenseite ohne Textura intricata


    Bild 14 Schläuche amyloid um Operculum (in Lugol)


    Bild 15 Unornamentierte, freie Spore mit 2 Tropfen (gefunden bei braunem Typ B), in BWB gefärbt


    Wachsen mehrere Peziza-Arten auf Holzschnipseln wie hier gerne durcheinander, oder darf ich davon ausgehen, dass hier vielleicht nur eine Art (z.B. Peziza cf. varia - der Name ist Programm) vorliegt?

    Ich fürchte aber, es sind bestimmt mehrere Arten.

    Scheinbar gibt es ja annähernd 100 Peziza-Arten in Mitteleuropa.

    Es scheint keine einfache Gattung zu sein.


    Ich versuche einen Sporenabwurf meiner beiden FK.

    Mal schauen, was dabei herauskommt.


    LG, Martin


    Probe Typ A (vor dem Zerschnippeln) auf 5mm-Raster (vgl. Bild 7, rechts)


    Probe Typ B (vgl. Bild 9)

    Hallo Marcel,


    stimmt schon, Rhizocarpon gibt es in allen möglichen Thallusfarben: weiß, grau, graun, rötlich und eben auch gelb-grüngelb.

    Die allseits bekannte Rhizocarpon geographicum, die Gewöhnliche Landkartenflechte, hat dieses je-ne-sais-quoi-gelb.

    Hat man es einmal gesehen, erkennt man es wieder!

    Einer der wichtigsten Punkte beim Schlüsseln von Krustenflechten sind Feinstrukturen, wie Sporen (s.o.) und Fruchtkörperaufbau.

    Da führt wohl kein Weg ums Mikroskop herum, es sei denn man hat ein Röntgenauge und/oder sehr viel Erfahrung.


    LG und einen schönen Sonntag auch dir!

    Martin

    Hallo Huenchen,


    manch einer prüft wohl die Elastizität der Pilz-Fruchtkörper durch anstupsen.

    Ich bin zwar kein Speisepilzsammler, spreche also nicht aus eigener Erfahrung, könnte mir aber vorstellen, dass man mit Erfahrung auf diese Weise (zumindest stärker) verwurmte Pilze erkennen könnte.


    Wie gehst du da vor, Brummel ?


    LG, Martin

    Hallo Thorwulf,


    du schmeichelst mir, denn es gibt hier sicher sehr viel bessere Flechtenkenner als mich.


    Dennoch: Rhizocarpon geographicum ist das sicher nicht!

    Die von dir vermutete Flechten-Artengruppe ist schwarz-gelb gescheckt mit eigentümlich grünlich-gelbem, eckig areoliertem Thallus.

    Die schwarzen Apothecien sind zwischen den Areolen eingesenkt, nicht in den Areolen befindlich oder von ihnen z.B. sichelförmig umrahmt.

    Einzelne Thalli durch schwarzen Vorthallus deutlich getrennt.

    Kommt eher (hoch)montan vor, obwohl ich auch hier im Flachland den ein oder andere kleinen Thallus finden konnte.

    Beispiel aus Bad Dürrheim, die dunkler gelbe Flechte könnte gut R. geographicum agg. sein:

    Vermutlich mehrere gelbe Rhizocarpon-Arten


    Ich habe sogar hier in Neckarwestheim oben auf einem Beton-Mülltonnenbunker ein winzig kleines Exemplar gefunden, das nur wenige Millimeter groß ist:


    Die gemauerten Sporen von R. geographicum lohnen sich eines Blickes:


    Was du da gefunden hast, ist eine schwarzfrüchtige Krustenflechte mit hellgrau/weißlichem, nicht areoliertem Thallus.

    Weißliche Krustenflechten mit schwarzen Apothecien, derer sind Legion!

    Ohne bessere Bilder, Kenntnis der Substrates (sauer/basisch), Chemie (K,C,P) und Mikroskop würde ich mich nicht trauen, die Flechte zu bestimmen versuchen.

    Ohne Probennahme und weiterer Untersuchung geht's nicht - leider! :gnichttraurig:


    Trotzdem kannst du deinen Fund mal in Richtung z.B. Porpidia (cf. crustulata) vergleichen, aber auch andere Gattungen kommen ev. in Frage.


    LG, Martin