Beiträge von Argross

    Danke Frank für die Zustimmung.


    Sind eigentlich Funde aus Deutschland oder Europa von dieser Sistotremastrum chilensis bekannt?


    .........


    Bei meiner Recherche hat mir hier im Forum die Diskussion zum Sistotremastrum Beitrag von Matthias sehr geholfen.

    Interessantes Sistotremastrum - Pilzforum.eu
    Hi zusammen, Rindenpilze schaue ich zwar nicht so oft an, aber so spannend wie der aktuelle Fund hier gerade ist muss ich das wohl mal ändern. Den folgenden…
    share.google


    Aufgefallen ist mir dabei ein geniales Foto von Matthias Mreul von mehrsporigen Sistotremastrum Basidien. Aufgenommen mit Aufllicht. Beim schnellen Überfliegen des Beitrags sieht das Foto im ersten Moment eher unscheinbar aus und man übersieht die Details.

    Schade dass es diese tolle Beiträge von Matthias nicht mehr gibt.

    Gruß Armin


    Hier nochmal für alle zum Genießen(>zoomen!)

    Mehrsporige Basidien von Matthias Mreul:

    Hallo zusammen, Gruß aus dem Saarland.

    Bei diesem mehrsporigen Rindenpilz bin ich über Sistotrema zu der mir bis jetzt unbekannten Gattung Sistotremastrum gekommen.

    Für Sistotrema passten u.a. die Kombination Sporen u. Schnallen sowie vor allem die für Sistotrema typischen urnenförmigen Basidien nicht.

    Mit dem Sistotremastrum Schlüssel von Frank Dämmrich, Bernicchia, M.Teresa Telleria (a new spec..) und 3 Beiträgen hier im Forum (!)

    ist mein Ergebnis:

    Sistotremastrum guttuliferum


    Fund 26.01.26 bei Fechingen (Saarl.):

    Laubholz, Ast, 3cm, morsch, feucht.

    Resupinat, grauweiß bis creme, dünn, weich, porös bis feinwarzig-knubbelig.



    Mik:

    Sp: 5-7x2,5-3µm, J-, elliptisch bis zylindrisch, einige schwach gekrümmt, oft mit einer geraden Seite.

    Bas: 3-6(8~)sp., ca. 15-25µm x 4-5(6)µm, mit Schnallen, keulig-zylindrisch bis lang-zylindrisch, teils verbogen, manche schwach eingeschnürt, nicht urnenförmig (bis auf sehr wenige Ausnahmen). Auch der Hinweis von Frank Dämmrich, hier im Forum, auf das Zusammenfallen der Sterigmen nach Sporenabwurf war auffallend zu sehen.

    Keine Zystiden.

    Subikulum-Hyphen: 4-6 (8)µm, +/-dickwandig, überwiegend kurzzellig und unregelmäßig verdickt, oft unregelmäßig verzweigt, mit deutlichen Öltropfen und Schnallen, wobei öfters mit Verdickungen an den Septen.





    Obwohl mir mein Ergebnis schlüssig erscheint, wäre mir eine Bestätigung oder Berichtigung bzw. Hinweise von jemandem, der schon mit dieser Gattung zu tun hatte, hilfreich.

    Gruß Armin

    Hallo zusammen,

    ein interessanter Röhrenzystiden-Rindenpilz, zumindest für Rindenpilz-Interessierte.

    Tubulicrinis thermometrus (Cunn.) Christ. (Syn. zu T. accedens ?)

    Lit. u.a.:

    FE10 Bernicchia / Oberwinkler (Gattung Tubulicrinis Donk s.l. 1966)

    CoNE Vol 8 / BK Bd2 Nr. 213 (+207).

    ZfM 88/2-2022: Gminder A, Heidemanns S, Springermann U (Neubeschreibung T. regificus im Harz)


    Mit dem Tubulicrinis-Schlüssel von Oberwinkler sowie dem Schlüssel in FE10 Bernicchia kommt man schnell über:

    >kopfige Zystiden >Sporen rund bis tropfenförmig, sicher zu T. thermometrus.

    Jedoch nicht alle sehen eine Artberechtigung für thermometrus und stellen diesen rundsporigen Tubulicrinis zu T.accedens,
    der im Schlüssel neben T. thermometrus mit elliptischen Sporen abgetrennt wird. > siehe Anmerkung.


    Fundort und Beschreibung:

    13.01.2026, Marpingen, Weiher Uferbereich, mehrere kleine Holzstücke von stark vermorschtem Braunfäule-Stubben.

    Resupinat, dünner Überzug, grauweißlich (~bläulich), glatt, aber wie feinkörnig glänzend.

    Unter der Lupe erkennt man die flaumigen, kleinen, reflektierenden Zystiden mit Köpfchen > siehe Lupenfoto




    Mikro:

    Sporen: rund-rundlich 4-5,5 (6) µm 1*, Q ca. 1,02-1,3 / kleiner Apikulus / Basidien: kurz-keulig ca. 10x4µm, Hyphen 1-2µm mit Schnallen.

    Zystiden: 60-85µm x 4-5µm, röhrig, apikal kopfig rund 7-9µm, dickwandig bis zum Kopfteil, dann nur noch schwach dickwandig.

    1-2(3) fach kräftig dickwandig wurzelnd. In KOH auflösend (> Test30% > Lyozystiden)

    Die Zystiden sind in Melzer J+, schwach bläulich, wenn auch nicht so stark und auch verzögert. Zystidenkopf keine Reaktion > Foto



    pilzforum.eu/attachment/583083/



    Im letzten Foto Test Lycozystiden mit 30% KOH (ältere Lösung). Ok, aber konnte ich nicht so gut darstellen wie skizziert bei Oberwinkler.
    Überrascht hat mich die noch gute Darstellung der Sporen bei dieser KOH-Konzentration.


    Anmerkung:

    In der ZfM 88- 2022 (sehr guter Artikel über Tubulicrinis ! ) weist A. Gminder bei der Beschreibung von T. accedens auf T. thermometrus und Hjortstam hin.

    Hjortstam (et al 1988) zweifelt die Artberechtigung von T. thermometrus an und stellt ihn zu T. accedens.

    Der Unterschied in der Sporenform, rund bis rundliche Sporen von T. thermometrus gegenüber den breitelliptischen Sporen von T. accedens, war für Hjortstam als Artrang nicht ausreichend.
    Er beschreibt auch Übergänge bis rundlich-elliptisch innerhalb einer Sammlung sowie in Einzelexemplaren.

    Siehe dazu auch die Sporenbilder in Pilze d. Schweiz: Bd2 Nr. 207 T. accedens und Nr. 213 T. thermometrus.


    Auch einige wenige Sporen von meinem Fund waren schwach breitelliptisch, jedoch der weitaus überwiegende Teil war rundlich,
    wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann (auch bei Berücksichtigung der Apikuls-Seitenlage).

    1* Die Sporen bei meinem Fund waren etwas größer als die Angaben in der Literatur (4-4,5-4,8µm). Ein paar größere Ausreißer von 5- 6µm sah ich nur in KOH+KongoNH3 Präparaten.
    Evtl. könnten sie von 2sp. Basidien stammen. Gesehen habe ich keine 2sp. Basidien, jedoch werden sie bei BK, allerdings zu Nr.207 T.accedens, erwähnt.


    Frage: Gibt es inzwischen Sequenzierungsergebnisse zu den beiden "Arten"?

    Vielleicht kann auch jemand Ergebnisse, Sporenbilder, Sporengröße von einem eigenen Fund zu T. thermometrus oder T. accedens beisteuern.

    Gruß Armin

    Danke Christoph und Frank,

    dass ihr euch mit dem Thema befasst habt.


    Die dünnen verzweigten Hyphen waren für mich suspekt, musste sie aber erwähnen.


    Übrigens zur Hyphenbreite bis 13ym, die ich mehrfach fesstellte:

    Sie ist auch bei Larsson + Ryvarden 2021 explizit erwähnt. Die dazugehörige Zeichnung ist die gleiche wie in Cortinaceae of North Europe, aber dort ist die Hyphenbreite nur bis 10ym angegeben.

    Bei den infrage kommenden Arten scheinen diese breiten, dickwandigen Hyphen ein gutes Merkmal zu sein.


    @ Christoph:

    Ja, Cortinaceae of North Europe ist auch für mich immer die erste Wahl.


    Ich hoffe, dass Larsson und Ryvarden bald den 2ten Band mit weiteren Arten herausbringt. Cortinacae of North Europe habe ich leider nur als schlechte pdf Kopie.

    Ein Buch in der Hand ist immer noch das beste.

    Gruß Armin

    Hallo zusammen, ich bräuchte Unterstützung


    Traubenbasidie, dünn, porös-netzig vom 25.12.25 auf einem Kiefernästchen,

    Das Makrofoto vom 4.Jan. ist stärker gelb als das Frischmaterial 9 Tage vorher mit mehr grauweiß.

    Sporen: 6 (oder mehr ?), 8-11,5 x 4-5(5,5) µm, nicht biapiculat, +/- schiffchenförmig, mehrheitlich mit einem abgerundeten Apex.

    Hyphen ohne Schnallen, dünnwandig ca. 6-8µm und dickwandig überwiegend 8-11(bis13µm!) mit 0,8-1,2µm Wanddicke und schwach dextrinoid.

    Basidien, (ungenau, kollabieren inzwischen) ca... 12-20 ×7-10, jung kurz-kurzkeulig verdickt später schwach eingeschnürt, keine Schnallen.

    Konidien Sporen habe ich keine gefunden.


    Hierzu habe ich 2 Szenarien, mit und ohne Konidien bearbeitet. Es waren zwar keine eindeutige Konidien Sporen vorhanden, aber schmale 1-3µm, oft rechtwinkelig verzweigte, septierte Hyphen wie sie bei Larsson+ Ryvarden Fungorum 43 / 2021 als Ausgangangshyphen zu den Konidiophoren u.a. bei B. capitatum und B. ellipsosporum skizziert sind.

    Mir ist schon klar, dass man ein Botryobasidium mit Konidien nicht bestimmen kann, wenn die dazugehörigen gut ausgebildeten Konidien Sporen fehlen.

    Frage: Gehören diese dünnen, septierten, verzweigten Hyphen zum Anfangsstadium für Konidien (Konidiophoren) oder sind es irgendwelche Hyphenelemente vom "Untermaterial"?



    Sporen und Basidien




    Hyphen


    Literatur: Larsson+Ryvarden Syn.Fung. 43 (2021) und Bernicchia, BK P.d.Schw.


    Szenario1 mit Konidien:

    B. conspersum mit schmalen Sporen und zu schmalen Hyphen entfällt.

    B. capitatum mit seinen +/- biapicularen und zu schmalen Sporen passt eigentlich auch nicht, obwohl die "Konidienhyphen" (falls es welche sind 🤔) gut hinkommen würden.

    B. rubustior hat zu schmale Hyphen und zu kleine Sporen.

    Als gute Option mit Konidien würde ich B. ellipsosporum sehen (bei Pinus).


    Szenario2 ohne Konidien:

    B. botryosum schließe ich wegen der nicht biapicularen Sporen aus.

    B. laeve hat zu kleine schmale Sporen

    B. medium hat Schnallen

    B. optusisporum mit mehrheitlich abgerundeten Sporen Apex, Sporengröße, dickwandigen Hyphen bis 13ym und Vorkommen bei Pinus wäre ein guter Kandidat


    Eine Artbestimmung nach Szenario 1 (mit Konidien) ist natürlich ohne ausgebildete Konidien Sporen nicht möglich.

    Sollte es sich hier nicht um Konidiophoren handeln, ist das Ergebnis von Szenario 2 zumindest diskussionswürdig.

    Vor allem die oft dicklichen abgerundeten Sporen (nicht biapiculat) und dickwandige Hyphen 8-10 µm(bis 13) wären schon ein gutes Argument für Botryobasidium optusisporum.

    Ich möchte gerne wissen, welche Spekulationen von mr plausibel sind, bzw. was ich ausschließen kann.

    Vielleicht kann mir jemand dabei helfen.

    Wie immer gerne auch Frank Tomentella

    Im Voraus vielen Dank

    Gruß Armin






    pilzforum.eu/attachment/582536/pilzforum.eu/attachment/582537/pilzforum.eu/attachment/582538/pilzforum.eu/attachment/582539/

    Danke Frank für die Bestätigung.

    Noch ein Hinweis zu den Konidien: nicht alle waren dünnwandig, manche waren auch mindestens schwach dickwandig. Ich denke nicht, dass es eine Artefakte war.

    Alles Gute im Neuen Jahr
    Gruß Armin

    Hallo zusammen, noch einen Gruß im alten Jahr aus dem Saarland, mit einem für mich neuen Rindenpilz vom Ende Dez.

    Trechispora dimitica Hallenb., Mycotaxon 11(2) 1980

    ist zumindest mein Ergebnis


    Auf der Unterseite einer Kirschbaum-Borke, in einem vor ca. 5 Jahren zum Verrotten abgelagerten Kirschbaum Altholzhaufen, in Nachbars Wiese.

    Ich habe noch nicht viele Trechispora bearbeitet, aber bei den vielen prägnanten Mikro- Bestimmungsmerkmalen komme ich an dieser Art nicht vorbei (auch wenn sie als selten beschrieben wird).


    Makroskopisch

    Resupinater, dünner, weicher, lockerer, haut- bis spinnwebenartiger, weißer Überzug mit +/- dicken gebündelten Hyphensträngen. Rand dünn auslaufend.




    Mikromerkmale

    Alle relevanten mikroskopische Merkmale sind im Übersichtsfoto und weiteren Detailaufnahmen abgebildet und kurz beschrieben.

    Sp. J-, ca. 3,5-4,5 ×2,5 -3,5µm, spitzstachelig mit bis ca. 1µm langen locker verteilten Stacheln, unregelmäßig +/- elliptisch oft mit einer geraden Seite. Diese kleine Sporen sind nicht überwiegend breitelliptisch und schwierig abzubilden > 1*

    Dimitisch, mit verzweigten Hyphen, oft bis 8µm verdickt, mit Schnallen sowie dickwandigen Skeletthyphen bis 2,5 µm in den Hyphenbündeln.

    Konidien 4-7x4-6µm dünnwandig (bis schwach dickwandig) kugelig bis fast kugelig mit gut ausgebildeten Schnallen an kurzen, dünnen Hyphenfäden.

    Nadel- bis lanzenförmige Kristalle in großer Anzahl bis ca. 15-40µm lang.






    Literatur

    FE 12 Bernicchia,

    Trechispora Schlüssel von Frank Dämmrich in tomentella@de.

    Mycobank:

    Trechispora dimitica Hallenb., Mycotaxon 11 (2): 468 (1980) \[MB#113413]

    >> mit 2 Mikroskizzen mit guter Übereinstimmung mit meinem Fund.


    1*) Vor allem mein Sp. Foto ist farblich etwas zu bunt überladen. Ein Sp. Abwurf hat nicht funktioniert. Nur in Wasser oder KOH konnte ich die Strukturen der kleinen stacheligen Sporen kaum aussagefähig abbilden, so dass ich mit Einfärben nachhelfen musste.

    Die Mikros sind alle nur mit Handy freihändig durchs Okular "geknipst", aber ich denke das Wesentliche kann man erkennen.

    Auch wenn mein Ergebnis sehr gut mit der aufgeführten Lit. übereinstimmt kann man immer was übersehen oder falsch interpretiert haben.
    Über eine Bestätigung bzw. Stellungnahme würde ich mich freuen.


    @ Frank:

    Dein Trechispora Schlüssel passt sehr gut, aber mit *Schlüssel Bernicchia in FE 12* komme ich bei 14:( *Conidia present/absent*) nicht auf T. dimitica ?

    Hier fehlt doch (wie bei dir vorhanden): "Dickwandige Konidien fehlen" ?

    Einen guten Rutsch.

    Gruß Armin

    Hallo,


    in diesem Zusammenhang noch ein Hinweis über gefriergetrocknete Pilze in Kunstharz eingegossen.

    Willi Marchina aus dem Saarland hat dieses Verfahren über Jahrzehnte perfektioniert und über 300 "Pilz-Gießlinge" hergestellt.


    Auf unserer Seite der "Hochwälder Kahlköpfen" sind einige Exponate mit einer Kurzzanleitung zur Herstellung der Exponate mit Silicagel Gefriertrocknung von Willi Marchina aufgeführt.

    Hochwälder Kahlköpfe

    >> Link auf Bild "Willis Gießlinge"


    Im letzten DGfM Heft 91/1 ist ein Bericht über die Ehrung des Lebenswerkes von Willi Marchina und Hinterlegung dieser einmaligen Sammlung bei den Pilzfreunden Saar-Pfalz.


    Gruß Armin

    Hallo Cognacmeister,

    Die Angaben reichen dazu wahrscheinlich nicht.

    Siehe Vergleichstabelle.

    > auch aufgeführt hier im Forum bei "Boern" sidera vulgaris

    Groß Armin

    Nachtrag Mai 2025:

    Bryopistillaria sagittiformis wurde durch Sequenzierung bestätigt.

    ...

    Irja Saar,

    Institute of Ecology and Earth Sciences

    University of Tartu

    J. Liivi 2, 50409 Tartu Estonia

    Ergebnis:

    Bryopistillaria sagittiformis. ITS sequences are identical to MT232349.

    ........

    Die Vergleichs ITS stammt von der Olagiara Arbeit:

    Phylogenetic origins and family classification of typhuloid fungi, with emphasis on Ceratellopsis, Macrotyphula and Typhula (Basidiomycota) - PMC

    wo die Art aus der Cerstellopsis Gruppe zu Bryopistillaria umkombiniert und hier hinterlegt wurde:

    Rickenellaceae sp. voucher IO.14.164 internal transcribed spacer 1, pa - Nucleotide - NCBI


    Dank an Ingo "ogni volta", der die Sequenzierung mit eigenen Funden, mit gleichem Ergebnis auf den Weg gebracht hat.

    Gruß Armin

    Ja eindeutig 8 Beine > also Milben bzw. keine Käfer.

    Da bleibe ich mal besser bei den Pilzen.

    Immerhin passt bei meinem Cinereomyces lindbladi alles.

    Die Überschrift habe ich abgeändert in Cinereomyces lindbladii und "Krabbeltiere".

    Ist dann weniger falsch. 😉


    Wieder was dazugelernt

    Gruß Armin

    Hallo zusammen,

    Gruß aus dem Saarland, heute einmal von Pilzen und Käfern

    Käfer an Pilze ist nichts Neues, auch nicht, dass sie sich auf eine bestimmte Pilzart spezialisieren können, aber vielleicht hat jemand schon die gleiche Beobachtung gemacht.

    Bei meinen beiden ersten Cinereomyces lindbladii Funden am Fu1:25. April und Fu2: 26. April an verschiedenen Orten, befanden sich diese augenscheinlich gleichen kleinen Krabbeltierchen auf beiden Frkpn.

    Es würde mich schon sehr wundern, wenn es verschiedene Arten sein sollten.

    Vielleicht kann jemand zu diesen ca. 0,3-0,4 mm kleinen Käfern etwas sagen.

    Zum seriösen Bestimmen taugen meine Fotos u. dürftigen Beschreibungen wohl nicht. Es war schwierig bei meinen Mikros mit Handy, aus der Hand durchs Okular, die munteren Käfer scharf zu stellen.

    Die kleinen Tierchen waren immer flott unterwegs, tauchten kurzzeitig kopfüber in die Porengänge ab, blieben kurz stecken, zurück und weiter ging's.


    Cinereomyces lindbladii / Grauweißer Resupinatporling:

    Beide Funde (Erstfunde für mich) unterseitig auf altem verbautem Holz.


    Beschreibung (für beide Funde identisch):

    Frkp. weißcreme-gelb > gilbend, dünn, resupinat, feinporig (2-4/mm), weich. Er ließ sich z.T. großflächig, wie gummiartig, leicht vom Substrat ablösen. Die Porenränder sind z.T. steril weiß fransig-wattig. Auffallend war sein unangenehmer säuerlicher Geruch.

    Dickwandige Skeletthyphen amyloid, die sich beim Mikroskopieren in Wasser nach Zugabe von KOH sofort auflösten. Sehr interessant zum Beobachten unterm Mikroskop (>Foto)!

    Generative Hyphen (eher nicht gut zu sehen) mit Schnallen. Basidien mit Schnallen.

    Sporen (Abwurf): 5-7 x1,5-2 (2,5) µm

    Alles weiteres siehe Fotos


    Lit: BK2Nr.346 / FETVol2S 943 / Ryvarden + Melo Poroid f. Eu


    Ps:

    Vielleicht hält jemand beim nächsten C. lindbladii Fund Ausschau nach den kleinen Käfern (geht +/-mit bloßem Auge)

    Gruß Armin


    Hallo Cognacmeister,

    es wäre doch schade, wenn so eine interessante Fundmeldung unbemerkt in den Tiefen des Forums verschwinden würde.


    Viele werden Ionomidotis fulvotingens noch nicht gesehen haben und bei diesen schon leicht angetrockneten Frkpn. evtl. auch an eine Encoelia denken, zumal man z.B. den Hasel-Kleiebecherling E. furfuracea schon öfters finden kann als den etwas kleineren, eher seltenen Braunschwarzen Rindenbecher.


    Ich möchte hier einen Fund von mir aus dem Jahre 2009 (Erstfund Saarl.) mit etwas frischeren Frkpn. beisteuern, wo die Becherlingsform etwas besser ersichtlich ist.

    Übrigens scheidet I. fulvotingens mit KOH einen braunroten Farbstoff ab (>Foto).


    Irgendwo habe ich gelesen, dass man inzwischen I. fulvotingens in zwei genetisch trennbare Arten unterteilen kann (?). Den aktuellen Stand dazu habe ich nicht recherchiert. Vielleicht hat jemand dazu Näheres.

    Gruß Armin


    Hallo Werner,

    danke für den Hinweis.


    Ja, P. meridionalis ist auch von Ryv.+ Melo in Syn. fung 37 beschrieben und abgebildet. Ebenso wird sie in FET S 864 bei medulla-panis erwähnt.


    Beide beschreiben die größere Sporen von 6-8 ym, so dass ich diese Art für meinen Fund (4-6ym) ausgeschlossen habe.


    Ryv + Melo trennen sie auch im Schlüssel nur über die Sporengröße.

    Ryv. + Melo erwähnen aber auch im Anhang, dass bzgl. dieser beiden Arten eine Rev. angesagt wäre.

    Ob es dazu aktuell was neues gibt, weiß ich nicht.

    Übrigens gibt es für mich auch optisch keinen Unterschied zwischen meinem Fund und den Abbildungen in den beiden Werken zu P. meridionalis

    Gruß Armin

    Hallo zusammen.

    Kleine Lichtblicke zur Überbrückung der Trockenzeit.

    Bei der Bearbeitung eines feinporigen Porlings bin ich auf einen Hyphomyceten mit interessanten "spiral-, schneckenartige" Konidien gestoßen.

    Beide "Arten" an einem Buchenscheit, am 27.03.2025 im dem Saarland bei Theley.


    Der Porling ist Perenniporia medulla-panis, der Ockerfarbene Dauerporling.

    Kleinporig 5-6 /mm, drimitisch, abgestuzte (trunkate) Sporen +/- dextrinoid.

    Lit: BK2-369, FTE 864, Poroid fungi o.E. Ryv+Melo.


    Direkt neben dem Porling befand sich eine schwarze, warzige, eher weichkörnige Masse, mit kleinen gelben Büscheln.
    Ein mikroskopisches Highlight waren dann die wunderschönen, an Schnecken erinnernden Konidien.

    Im Internet bin ich dann auf die Gattung Helicoma gestoßen, die laut Lit. Anamorphe der Asco Ordnung Tubeufiales sein soll.

    Diese schneckenartige Konidien werden (u.a.) als "Coiled conidia" bezeichnet.

    Das Ergebnis meiner Recherche ist

    Helicom fumosum.

    *Bestimmungsliteratur (u.a):

    Zhao, G.Z., Liu, X.Z, and Wu, W.P. (2007).

    Helicosporous hyphomycetes from China. Fungal

    Diversity 26: 313-524.

    https://www.fungaldiversity.org/fdp/sfdp/26-15.pdf


    Obwohl hier einige ähnliche Helicoma Arten geschlüsselt, beschrieben und abgebildet werden,
    konnte ich den Fund als H. fumosum rel. gut anhand nachfolgender Mikrodaten von anderen Helicoma (speziell H. olivaceum u. H. monilipes) trennen.


    Fund-Mikrodaten.

    Coiled conidia: (> Spirale, Schnecke):

    perlenartig aufgereiht, hyalin bis schwach bräunlich, eingeengt an den Septen.

    Durchmesser: ca. 15 - 22ym

    Septen: von 13 - 15

    Windungen: 1 3/4 - 2

    Breite: 4,5-5,5µm

    Vollständikeitshalber Mikro5:

    Undeutlich einige Asci, evtl. vom dazugehörigen Tubeufiales ? Keine Ahnung


    Zum Vergleich habe ich die Beschreibung H. fumosum ( Übersetzung Deeple) und Abbildung aus diesem *Artikel als Bild beigefügt.

    Obwohl das alles für mich sehr gut passt, fehlt mir jedoch jegliche Erfahrung mit solchen Anamorphen.


    Kritische Anmerkungen, aber auch Bestätigung des Ergebnisses würden mich freuen.
    Es wäre auch interessant zu wissen, ob man solche spiral-, schneckenartige Helicoma Konidien öfters begegnet.

    Gruß Armin

    Hallo zusammen, hallo Thorsten!

    Passend dazu, mein Fund Sidera vulgaris vor 3 Wochen auch am 07.03.25 aus dem Saarland, auf einem angebrannten Stck. Bauholz (?), alt, morsch, vermoost.


    Merkmale:

    Kleinporig 6-8/mm, Sp. klein, würstchen-/mondförmig, dickwandige Skeletthyphen und Sternkristalle.

    Schwierig zu sehen: Schnallen an den Generativhyphen und Halozystiden (?).

    S. vulgaris ist nicht gut zu mikroskopieren (alles ziemlich undeutlich).


    Diese Art, aus der Skeletocutis Ecke (Syn.) scheint rel. selten gemeldet zu werden.

    Saarland : kein RL Eintrag gefunden, ebenso bei Pilze Deutschland.de.

    Anbei noch eine Vergleichstabelle zu Sidera

    Gruß Armin

    Mit der Arbeit von Karl- Henrik Larsson über den farinacea-Komplex habe ich nun keinen Zweifel mehr an

    Trechispora farinacea s.str.:

    Skeptisch war ich nur wegen den größeren Sporen bei Bernicchia FE12 von 4-5x3.5-4ym.

    Die Sporen bei Larson mit : "3.5-4 x 3-3.5 ym inclusive of the 0.3-0.5 pm longspines"

    passen hier nun sehr gut zu meinem Fund.


    -Danke Frank-

    Gruß Armin

    Hallo zusammen, bräuchte Hilfe zur Trennung T. farinacea agg.

    Zwei für mich gleiche Trechispora vom Dez (Laubh.) + Jan. (Weide) hätte ich früher als T. farinacea (agg.) abgelegt, wie z.B. beschrieben in Pilze d. Schweiz 2-112.

    Mit dem Trechispora Schlüssel von Dämmrich und FE12 Bernicchia komme ich nun zu keinem klaren Ergebnis.


    Beschreibung:

    Beide Frkp. weiß bis creme, stark odontioid. Stacheln gedrängt ca. 1 mm +/-zylindrisch apikal angespitzt. Keine weißen Konidienbüschel.

    Sporen (Abwurf): stachelig, (<1ym) von 3-4(4,5) × 2,5-3ym, evtl. schwach dickwandig.

    Keine Konidiensporen. Kristalle vorhanden, aber nicht viele.


    > T. stevensonii eher nicht: keine Konidiennester, keine Konidiensporen.


    > T. farinacea s.str.: hat laut FE12 größere Sporen von 4-5x3.5-4ym (?)


    > T. nivea: Sporen passen, Kristalle ja, aber nicht viele. +/- Langzellige Aculeihyphen?:


    Das Problem stellt sich mir mit den, laut Schlüssel, langzelligen Hyphen in der Aculei, die nivea von farinacea s.str. trennen sollen.

    "Längere" Hyphen habe ich erst nach gezieltem Suchen gefunden > Fotos. Ob diese ausreichen für T. nivea, bin ich mir nicht sicher. Eine saubere Freilegung der Hyphen aus der Mitte der Aculei, war mir auch nach etlichen Versuchen kaum möglich.


    Habe ich jetzt eher T. nivea oder T. farinacea s.str. mit kleineren Sporen?


    Wenn beides nicht stichhaltig ist, muss ich wohl die Funde wieder als Trechisporia farinacea agg. ablegen, was aber zumindest genau dem Schlüssel der Kryptogamenflora Gams-Jülich entsprechen würde :) .


    Würde mich freuen, wenn jemand zur Klärung etwas beitragen könnte (natürlich auch sehr gerne Tomentella :) ).


    Gruß Armin

    Hallo Wolfgang,

    zuerst einmal Danke für das "Arrhenia Papier" zum aktuellen Stand. Kannte ich noch nicht.


    Auch ich hatte Bedenken mit dem 3. Bild, das rein optisch schon eher nach A.retiruga aussieht.

    So richtig werden wir das hier nicht lösen können, es sind Arrhenia, die sich mit dem obigen Papier 👍 auch bestimmen lassen.

    Gruß Armin